DE3638791A1 - Warmluftkanal fuer die heizung eines holzhauses - Google Patents
Warmluftkanal fuer die heizung eines holzhausesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Warmluftkanal für die
Heizung eines Holzhauses od.dgl.
Es ist bekannt Holzhäuser aber auch Häuser aus Ziegeln
oder anderen Baustoffen, mit einer Umluftheizung zu
beheizen. Dabei wird durch einen Kanal warme Luft in
die Räume des Hauses geleitet, die die dort befindliche
kalte Luft verdrängt. Durch die dauernde Zuführung der
warmen Luft und das Entweichen der kalten ergibt sich
ein ständiger Luftstrom, der als unangenehm empfunden
wird.
Ein solcher Luftstrom läßt sich vermeiden, wenn die
warme Luft in Kanälen geführt wird und wenn Wärme
austauscher vorgesehen werden, durch die die Wärme der
warmen Luft an die zu beheizenden Räume abgegeben
wird. Die Anordnung ist dabei prinzipiell ähnlich wie bei
Warmwasserheizungen, lediglich mit dem Unterschied, daß
Luft als Wärmeträger benutzt wird.
Die Ausbildung der Warmluftkanäle und insbesondere der
Wärmeaustauscher, bereitet nun bei einem Holzhaus
insofern Schwierigkeiten, als die dafür zu verwendenden
Werkstoffe dem Charakter eines Holzhauses entsprechen
sollten. Die Ausbildung der Kanäle und Wärmeaustauscher
in Holz, ergibt wegen der geringen Wärmeleitfähigkeit von
Holz keine befriedigenden Ergebnisse. Aus Sicherheits
gründen muß die max. Temperatur der Warmluft aus
reichend niedrig gehalten werden, und dieser niedrigen
Temperatur ist die Größe der Wärmeaustauscherflächen
anzupassen.
Werden für die Wärmeaustauscherflächen und die Kanäle
andere Werkstoffe, beispielsweise Metall, Kunststoff oder
keramische Materialien verwendet, ist es schwierig, diese
in befriedigender Weise zu montieren. In einem Holzhaus
muß mit dem Schwinden der Holzteile, also mit Änderungen
der Abmessungen gerechnet werden. Die Befestigungsmittel
und die Anordnung von nicht aus Holz oder Holzwerkstoff
bestehenden Teilen muß dem Rechnung tragen. Zudem
stören Heizkörper od.dgl., die nicht aus Holz bestehen,
im äußeren Erscheinungsbild.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Warm
luftkanal für die Heizung eines Holzhauses zu schaffen,
der sich möglichst optimal den Bedürfnissen eines
Holzhauses anpaßt, wobei insbesondere ein befriedigender
Wärmeübergang bei den Wärmeaustauschern erreicht
wird, ohne daß das äußere Erscheinungsbild des Holz
hauses beeinträchtigt wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor,
daß der Kanal mindestens teilweise aus zementgebundenen
Holzspanplatten besteht, die die Wärmeübergangsflächen
der Heizung bilden.
Durch die Erfindung wird eine überraschend einfache
Lösung der gestellten Aufgabe erhalten. Zementgebundene
Holzspanplatten unterscheiden sich im äußeren Erschei
nungsbild nicht bzw. nur wenig von anderen Holzwerk
stoffplatten. Insbesondere können die zementgebundenen
Holzspanplatten ähnlich verarbeitet werden, wie andere
Holzwerkstoffe. Die Art der Verarbeitung entspricht
weit dem anderer Holzwerkstoffe.
Von besonderem Vorteil ist bei der Erfindung, daß
die zementgebunden Holzspanplatten einen wesentlich
besseren Wärmeübergang aufweisen, als Holz oder
andere Holzspanplatten. Die Wärmeübergangsflächen
werden dabei auch bei niedriger Warmlufttemperatur
noch nicht derart groß, daß deren Unterbringung in
den Räumen zusätzliche Probleme aufwerfen würde.
Die Stärke der zu verarbeitenden zementgebundenen
Holzspanplatten kann dabei in einer Größenordnung
gehalten werden, die eine ausreichende Steifigkeit
und Festigkeit gegenüber äußeren Beanspruchungen
sicherstellt.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Ausbildung
besteht insbesondere darin, daß zementgebundene Holz
spanplatten die Brandgefahr verringern. Soweit das
Material für die Bildung der Kanäle benützt wird, läßt
sich leicht eine hinreichende Wärmedämmung erreichen,
indem auf der Außenseite der Holzspanplatten ent
sprechende lsoliermaterialien benutzt werden.
Bei der Erfindung ist es insbesondere günstig, daß der
Warmluftkanal als Teil vorhandener Wände ausgebildet
werden kann. Dies schließt auch den Vorteil in sich, daß
der Warmluftkanal bzw. daß die Warmluftkanäle einer
Heizung eines Holzhauses im gleichen Arbeitsgang
werkstattmäßig vorbereitet werden, in dem auch die
Wände oder Wandteile des Holzhauses geschaffen werden.
Die Montagearbeiten auf der Baustelle reduzieren sich
dadurch wesentlich.
Die Erfindung schlägt insbesondere vor, daß ein Warm
luftkanal aus zwei durch Stege im Abstand voneinander
gehaltenen Platten besteht, von denen mindestens eine
Platte die zementgebundene Holzspanplatte ist. Vorzugs
weise wird die Anordnung derart getroffen, daß sich
zwischen den Stegen versetzt angeordnete Rippen befinden,
so daß dem Warmluftstrom ein bestimmter Weg aufge
zwungen wird, der sicherstellt, daß die ganze Fläche,
die als Wärmeaustauscher wirken soll, im wesentlichen
gleichartig erwärmt wird.
Der Warmluftkanal kann sowohl in einer Zwischen- als
auch in einer Außenwand angeordnet sein. Bei der
Anordnung einer Außenwand empfiehlt es sich,
den Kanal zur Außenseite geeignet zu isolieren, um die
Wärmeverluste gering zu halten. Entsprechendes kann
auch bei Zwischenwänden geschehen, um beispielsweise
die Wärmeabgabe in bestimmte Räume zu verringern oder
zu unterbinden.
Die Warmluftkanäle können auch in Decken oder Böden
enthalten sein. Auf diese Weise läßt sich eine nach unten
strahlende Deckenheizung oder auch eine Fußbodenheizung
erreichen. Es ist gefunden worden, daß die Wärmeüber
gangswerte bei den erfindungsgemäßen Warmluftkanälen
ausreichen, wenn nur ein Teil der Wände als Wärme
austauschflächen benutzt werden. Es genügt daher, wenn
der Kanal in der Wand nur im unteren Wandbereich
angeordnet ist.
Es ist klar, daß in die einzelnen Warmluftkanäle Schie
ber, Klappen oder ähnliche Steuermittel eingebaut werden
können, um den Warmluftstrom entsprechend zu lenken.
Dadurch wird es möglich, die Beheizung der einzelnen
Räume individuell zu regeln. Diesem Ziel dient ein Aus
führungsbeispiel der Erfindung, bei dem zwei parallel
und im Abstand zueinander angeordnete zementgebundene
Holzspanplatten vorgesehen sind, zwischen denen sich eine
Innenplatte befindet, die zwei Kanäle oder Kammern von
einander trennt. Diese Innenplatte kann beispielsweise
aus einem isolierenden Material gefertigt bzw. auch
einseitig oder beidseitig mit einer isolierenden Schicht
versehen sein. Auf diese Weise kann wahlweise in den
einen oder anderen Kanal Warmluft eingeleitet werden.
Bei einer Variante dieser Bauweise ist es auch möglich,
in einem der Kanäle bzw. der Kammern, Isoliermaterial
anzuordnen, wenn dieser Kanal bzw. diese Kammer nicht
als Warmluftkanal benötigt wird. Werden die beiden
Kanäle bzw. Kammern als Warmluftkanäle benützt, enthält
jedes ein System aus Rippen oder Stegen zur Leitung des
Warmluftstromes.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vor
gesehen, daß ein dem Warmluftkanal enthaltenes Wand
bauteil als versteifendes Bauelement ausgebildet ist. Auf
diese Weise läßt sich die vergleichsweise hohe Festigkeit
der Warmluftkanäle gemäß der Erfindung ausnützen.
Ein Bauelement, das die Warmluftkanäle für die Heizung
enthält, erfüllt also zwei Zwecke, nämlich einerseits die
Versteifung und andererseits die Beheizung des Raumes.
Dabei kann das Bauteil als Raumteiler verwendet werden
oder als tatsächliche Trennwand.
Die Erwärmung der Umluft, die in den Warmluftkanälen
geführt wird, kann beispielsweise durch eine bekannte
Ölheizung erfolgen. Es kommen aber auch Öfen, Kachel
öfen, Gasheizungen oder Mischformen in Frage.
In der Zeichnung sind einige Beispiele von erfindungs
gemäßen Warmluftkanälen schematisch dargestellt. Es
zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Teil einer
Wand mit Warmluftkanälen gemäß
der Erfindung,
Fig. 2 eine Schnittdarstellung einer Wand,
Fig. 3 eine Schnittdarstellung einer Wand
mit zwei Innenkammern und
Fig. 4 eine Schnittdarstellung einer Wand
mit zwei Kammern, teilweise mit
Isoliermaterial gefüllt.
Der Kanal 1, der sich in der einkammrigen Wand 12
befindet, wird durch die Rippen 6 gebildet. Seitlich der
Rippen 6 sind Streben 13 angebracht, die für die Umlen
kung des Luftstromes sorgen. Wie in einem Teil der
Fig. 1 gezeigt, können zwischen die Rippen 6 auch gebo
gene Blechstreifen 14 eingelegt werden. Durch diese Blech
streifen 14 wird die Zirkulation des Luftstromes ver
bessert.
Vorteilhafterweise befinden sich der Warmluftkanal 1 mit
den Rippen 6 nur im unteren Wandbereich 7. Die Rippen 6
ebenso wie die Streben 13 können aus zementgebundenen
Holzspänen bestehen, ebenso wie die Platte 5. Dabei stellt
die Platte 5 die Innenwand, und die Platte 4 eine Außen
wand eines Holzhauses dar. Die Platte 4 besteht dann aus
Holz, z. B. Bretter, Bohlen, Balken, halbierten Stämmen
od.dgl. Der obere Wandbereich 15 enthält keinen
Warmluftkanal, sondern kann für die Installation von
Leitungen genutzt werden.
Der untere Wandbereich 7 weist den Kanal 1 auf. Die
beiden Platten 4, 5 werden durch die Stege 3 getrennt. Die
Stege 3 können aus zementgebundenen Holzspänen oder
auch aus Holz bestehen. Im unteren Wandbereich 7 weist
die Innenseite der Außenplatte 4 eine isolierende
Schicht 16 auf. Die isolierende Schicht 16 besteht
beispielsweise aus einseitig kaschierter Aluminiumfolie.
Die Fig. 3 und 4 zeigen Varianten der Erfindung, wobei
im Zwischenraum der Platten 4, 5 eine zusätzliche Innen
platte 10 eingefügt ist. Dadurch werden zwei Kammern 8, 9
gebildet, die entweder beide im unteren
Wandbereich Warmluftkanäle 1 enthalten, wobei dann
die Platten 4, 5 aus zementgebundenen Holzspänen beste
hen, oder die eine der beiden Kammern 9 wird mit
Isoliermaterial 11 gefüllt. In diesem Falle bildet die
Platte 5, die aus zementgebundenen Holzspänen besteht,
die Innenwand des Holzhauses, und die Platte 4, die
aus Holz besteht, die Außenwand. Zusätzlich kann
die Innenplatte 10 eine isolierende Aluminiumfolie 17
tragen.
Werden beide Kammern 8, 9 mit Kanälen 1 versehen,
so besteht die Innenplatte 10 aus einem isolierenden
Material, oder wird mit isolierenden Schichten versehen.
Claims (8)
1. Warmluftkanal für die Heizung eines Holzhauses
od.dgl., dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (1)
mindestens teilweise aus zementgebundenen Holzspan
platten besteht, die die Wärmeübergangsfläche der
Heizung bilden.
2. Warmluftkanal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Kanal (1) aus zwei durch Stege (3) im
Abstand gehaltenen Platten (4, 5) besteht, von denen
mindestens eine Platte (5) die zementgebundene Holz
spanplatte ist.
3. Warmluftkanal nach einem oder beiden der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich
zwischen den Stegen (3) versetzt angeordnete Rip
pen (6) befinden.
4. Warmluftkanal nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Warmluftkanal (1) in einer Zwischen- oder Außenwand
angeordnet ist.
5. Warmluftkanal nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kanal (1) in der Wand nur im unteren Wand
bereich (7) angeordnet ist.
6. Warmluftkanal nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch zwei
parallele und im Abstand zueinander angeordnete
zementgebundene Holzspanplatten (4, 5), zwischen
denen sich eine Innenplatte (10) befindet, die zwei
Kanäle oder Kammern (8, 9) voneinander trennt.
7. Warmluftkanal nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß in einer der Kammern (9) Isoliermaterial (11)
angeordnet ist.
8. Warmluftkanal nach einem oder mehreren der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein den Kanal (1) enthaltendes Wandbauteil als
versteifendes Bauelement ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863638791 DE3638791A1 (de) | 1986-11-13 | 1986-11-13 | Warmluftkanal fuer die heizung eines holzhauses |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3638791A1 true DE3638791A1 (de) | 1988-05-26 |
| DE3638791C2 DE3638791C2 (de) | 1991-02-28 |
Family
ID=6313879
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19863638791 Granted DE3638791A1 (de) | 1986-11-13 | 1986-11-13 | Warmluftkanal fuer die heizung eines holzhauses |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3638791A1 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3129601A1 (de) * | 1981-07-28 | 1983-02-10 | Knappe, Ilona, 8500 Nürnberg | Anordnung zur fussbodenheizung |
| US4440342A (en) * | 1981-04-01 | 1984-04-03 | Flagg Rodger H | Heat dispersing thermal barrier |
-
1986
- 1986-11-13 DE DE19863638791 patent/DE3638791A1/de active Granted
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4440342A (en) * | 1981-04-01 | 1984-04-03 | Flagg Rodger H | Heat dispersing thermal barrier |
| DE3129601A1 (de) * | 1981-07-28 | 1983-02-10 | Knappe, Ilona, 8500 Nürnberg | Anordnung zur fussbodenheizung |
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| DEPPE, Hans-Joachim - ERNST, Kurt: Taschenbuch der Spanplattentechnik, Stuttgart 1977, DRW-Verlag, S. 51 u. 52 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3638791C2 (de) | 1991-02-28 |
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