DE3636520A1 - Anordnung und verfahren zur erfassung der sich zeitlich veraendernden parameter von sensorsystemen - Google Patents
Anordnung und verfahren zur erfassung der sich zeitlich veraendernden parameter von sensorsystemenInfo
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Description
Die beschriebene Erfindung ermöglicht die
Nutzbarmachung solcher Sensoren, die Signale liefern, die
zeitlich nicht konstant sind. Durch eine Zusatzvorrichtung
ist es möglich, die für diese Inkonstanz verantwortlichen
Parameter quantitativ zu erfassen. Dadurch kann man einen
Korrekturfaktor ermitteln, der die Berechnung eines
zuverlässigen Meßwerte aus der Meßgröße ermöglicht.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß ein Sensor nicht
unmittelbar das verwertbare Signal liefert. Einflüsse wie
Druck, Temperatur oder Feuchtigkeit verändern die
Empfindlichkeit, wodurch es zur Anzeige verfälschter Werte
kommen kann. Aus diesem Grunde werden entsprechende
Korrekturen vorgenommen. Aktuelle Werte werden durch
Signale, die von anderen Sensoren geliefert werden,
korrigiert. So muß beispielsweise der Meßwert eines
Druckfühlers hinsichtlich des Einflusses der Temperatur
korrigiert werden. Oft wird dann der Temperatur-Sensor in
das Druckmeßgerät integriert, so daß die Temperatur in der
unmittelbaren Umgebung des Druckfühlers erfaßt wird.
Sind die Zusammenhänge quantitativ bekannt, kann die
Korrektur durch analytische Verfahren oder durch eine zuvor
vorgenommene Kalibrierung, die als Tabelle oder als Graphik
vorliegen kann, vorgenommen werden. Für derartige
Korrekturen stehen Lösungen von einfachen
Differentialschaltungen bis hin zu Mikroprozessoren oder
Datenverarbeitungssystemen zur Verfügung.
Im vorliegenden Fall handelt es sich um Sensoren,
dessen aktuelle Meßwerte entscheidend durch das Vorleben
der Meßeinheit beeinflußt werden. Diese Sensoren können
z. B. solche Sensoren sein, die einen sogenannten
Memorieeffekt besitzen. Dies kann z. B. bedeuten, daß der
Sensor bei gleichen äußeren Einflüssen in Abhängigkeit von
vorher gemessenen größeren oder kleineren Werten
unterschiedliche Signale liefert. Besonders bei chemischen
Sensoren kann es vorkommen, daß Stoffe aus der
vorhergehenden Messung noch im Sensor gebunden sind, sich
nur sehr langsam entfernen lassen und durch ihre
Anwesenheit die Empfindlichkeit des Sensors drastisch
verändern. Durch vorangegangene Messungen kann sich z. B.
auch die Oberflächenbeschaffenheit des Sensors verändert
haben (z. B. durch Redoxvorgänge, Schichtentfernung,
Kondensation von Wasser, Austrocknung, Anlagerung von
Feststoffen oder Flüssigkeiten u. a.). Obwohl diese
Veränderungen reversibel sein können, können die Prozesse
Tage oder Wochen dauern.
Veränderungen wie diese können die Sensoreigenschaften
drastisch beeinflussen und so die zuvor vorgenommene
Kalibrierung unbrauchbar machen, was zu einer Mißdeutung
des Sensorsignals führt. Die Kalibrierung muß also infolge
des Vorlebens des Sensors aktualisiert werden. Die
Notwendigkeit einer neuen Kalibrierung oder einer
Regeneration konnte bisher nur bei der Kalibrierung selbst
festgestellt werden.
Dieser Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf die
Veränderung der Sensoreigenschaften aufmerksam zu machen
und so die Notwendigkeit einer neuerlichen Kalibrierung
anzuzeigen und/oder die Korrektur des Sensorsignals
durchzuführen und/oder Maßnahmen zur Regeneration
einzuleiten.
Die Aufgabe wird gemäß den Ansprüchen dadurch gelöst,
daß die Effekte, die auf den Sensor eingewirkt haben,
gespeichert werden. Aufgrund dieses Vorlebens wird durch
logische Entscheidungen geprüft, ob möglicherweise eine
Veränderung der Sensoreigenschaften stattgefunden hat. Mit
diesen, zuvor ausgemessenen und gespeicherten Parametern
wird eine Korrektur vorgenommen. Es können außerdem noch
andere, kurz- oder langfristige Effekte die
Sensoreigenschaften beeinflussen. Deswegen ist es
vorteilhaft, diese anderen Effekte mit anderen Sensoren zu
messen und den Einfluß von anderen Größen durch eine
Korrektur zu eliminieren und dies chronologisch
festzuhalten. Weiterhin ist es vorteilhaft, auch die auf
die "Hilfssensoren" einwirkenden Effekte chronologisch
festzuhalten, um auch hier eine Korrektur vornehmen zu
können.
Die mit dieser Erfindung erzielten Vorteile bestehen
darin, daß keine falschen Werte angezeigt werden, weil
Korrekturen vorgenommen werden oder weil angezeigt wird,
daß eine neue Kalibrierung notwendig ist. Durch diese Lösung
ist die Gefahr von Vergiftungen oder Explosionen durch
mißgedeutete Signale beseitigt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den
Zeichnungen dargestellt und wird dort näher
beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 die Empfindlichkeitsverminderung eines
Wasserstoffsensors in Abhängigkeit von der Zeit seit der
letzten Wasserstoffmessung,
Fig. 2 die Empfindlichkeitserhöhung des Sensors
durch die Einwirkung von Wasserstoff während der Messung.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß ein
Wasserstoffkonzentrations-Meßsensor seine Empfindlichkeit
in der Zeit verändert. Bei t = 0 direkt nach einer längeren
Wasserstoffkonzentrationsmessung besitzt der Sensor seine
höchste Empfindlichkeit. Ohne eine neue Messung aber nimmt
die Empfindlichkeit ab, bis sie etwa 20% des
ursprünglichen Wertes erreicht. Wenn also nach 5-6 Tagen
Meß-Pause der Sensor für weitere Messungen eingesetzt wird,
muß der aktuelle, vom Sensor gelieferte Wert mit dem
entsprechenden Korrekturfaktor betrachtet werden, oder aber
es muß die Notwendigkeit einer neuerlichen Kalibrierung
angezeigt werden.
Ist die Zeitdauer dieser zweiten Messung jedoch
relativ hoch (z. B. bis zu Minuten), wird die
Empfindlichkeit des Sensors durch Regeneration erhöht. Bei
jeder weiteren Messung wird die Empfindlichkeit größer.
Diesen Zusammenhang gibt Fig. 2 wieder. Hier ist die
relative Empfindlichkeit bei verschiedenen
Gaskonzentrationen als Funktion der Zeitdauer der
Gaseinwirkung aufgetragen. Dies hat die Konsequenz, daß in
derartigen Fällen eine kurzfristige Kalibrierung nicht von
Nutzen ist, weil man aufgrund der Gaseinwirkung bei der
nächsten Messung einen erhöhten Empfindlichkeitswert
konstatieren muß. Es ist deswegen genauer, statt einer
Kalibrierung die aktuelle Konzentration mit Hilfe der
Meßwerte auszurechnen.
Claims (18)
1. Meßanordnung, bestehend aus einem oder mehreren
Sensoren und einem Auswertungssystem,
dadurch gekennzeichnet, daß das Auswertungssystem
vorhergehende Einwirkungen auf den Sensor oder die
Sensoren, also die Vorgeschichte des Meßsystems festhält
und logische Entscheidungen bezüglich der Richtigkeit des
von dem Sensor oder den Sensoren gelieferten Meßwertes
trifft und/oder bestimmte Maßnahmen einleitet.
2. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Meßsystem einen Sensor
enthält, dessen Vorleben in einer Memorie-Einheit
festgehalten wird und daß dadurch entstehende Veränderungen
der Betriebsparameter (Empfindlichkeit, Nullpunkt,
Querempfindlichkeit, usw.) gespeichert werden und daß
entsprechende Korrekturen der Meßwerte vorgenommen werden.
3. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Signal außer durch die
Vorgeschichte auch durch aktuelle Meßwerte, die von anderen
Sensoren geliefert werden, korrigiert wird.
4. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das System mehrere
Sensoren enthält, dessen Vorgeschichte zum Teil oder
vollständig aufgezeichnet wird und dessen Parameter
entsprechend korrigiert werden. Durch diese aktualisierten
Informationen wird wiederum der Meßwert des Hauptsensors
korrigiert.
5. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren als
Einzelsensoren vorliegen.
6. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren oder ein Teil
der Sensoren als integrierte Sensoren vorliegen
(monolytische, Dünnfilm- oder Dickfilmsensoren).
7. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertungseinheit als
eine integrierte Einheit vorliegt.
8. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Auswertungssystem und
der oder die Sensoren als eine integrierte Einheit
vorliegen.
9. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der im Memorie
gespeicherten und der neuen Kalibrierung ein Vergleich
vorgenommen werden kann.
10. Nach 1,
dadurch gekennzeichnet, daß Messungen von anderen
Sensoren gespeichert werden und daß der Hauptsensor auf
diese Weise korrigiert werden kann.
11. Nach 1-10,
dadurch gekennzeichnet, daß keine Korrektur des
Signals vorgenommen wird, sondern Gegenmaßnahmen
eingeleitet werden.
12. Nach 1-11,
dadurch gekennzeichnet, daß keine Korrektur vorgenommen
wird, sondern angezeigt wird, daß eine erneute Kalibrierung
nötig ist.
13. Nach 1-12,
dadurch gekennzeichnet, daß Betriebsunfähigkeit durch
einen Alarm angezeigt wird.
14. Nach 1-13,
dadurch gekennzeichnet, daß die entsprechenden
Gegenmaßnahmen Selbstkalibrierung oder Selbstregeneration
sind.
15. Verfahren zur Speicherung der Vorgeschichte und
zur Korrektur der Parameter; dadurch gekennzeichnet, daß
ein externes Datenverarbeitungssystem von dem Meßsystem
angerufen wird.
16. Verfahren, dadurch gekennzeichnet, daß
Speichersystem und Korrektursystem eine Einheit bilden.
17. Verfahren, dadurch gekennzeichnet, daß
Speicherung und Korrektur mikroprozessorgesteuert sind.
18. Verfahren zum Vergleich der überholten
Kalibrierung mit dem aktuellen Zustand. Dadurch wird ein
Lernprozeß eingeleitet, wonach die Meßeinheit zu einer
schon abgelaufenen Vorgeschichte die richtige Kalibrierung
zuordnet. Bei einem wiederholten Auftauchen desselben
Vorlebens kann die zugehörige Kalibrierung aufgerufen
werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863636520 DE3636520A1 (de) | 1986-10-27 | 1986-10-27 | Anordnung und verfahren zur erfassung der sich zeitlich veraendernden parameter von sensorsystemen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19863636520 DE3636520A1 (de) | 1986-10-27 | 1986-10-27 | Anordnung und verfahren zur erfassung der sich zeitlich veraendernden parameter von sensorsystemen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3636520A1 true DE3636520A1 (de) | 1988-06-01 |
Family
ID=6312568
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19863636520 Withdrawn DE3636520A1 (de) | 1986-10-27 | 1986-10-27 | Anordnung und verfahren zur erfassung der sich zeitlich veraendernden parameter von sensorsystemen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3636520A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102006035173A1 (de) * | 2006-07-06 | 2008-01-17 | Woelke Industrieelektronik Gmbh | Verfahren zur Korrektur von mittels eines Gasmessgerätes gewonnenen Konzentrations-Messwerten |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3242967A1 (de) * | 1982-11-20 | 1984-05-24 | Hans-Jörg Dipl.-Kfm. 4400 Münster Hübner | Verfahren und messgeraet zum messen und verarbeiten von kenngroessen der umgebungsatmosphaere, insbesondere unter tage |
| WO1986003831A1 (fr) * | 1984-12-19 | 1986-07-03 | Robert Bosch Gmbh | Sonde pour la mesure de grandeurs physiques et procede d'egalisation des mesures |
| DE3535642A1 (de) * | 1985-10-05 | 1986-07-03 | Mtu Motoren- Und Turbinen-Union Friedrichshafen Gmbh, 7990 Friedrichshafen | Einrichtung zur korrektur von messwerten |
-
1986
- 1986-10-27 DE DE19863636520 patent/DE3636520A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (3)
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