DE3624062A1 - Destillations-kolonne sowie verfahren zur destillativen trennung von gemischen mittels einer solchen kolonne - Google Patents
Destillations-kolonne sowie verfahren zur destillativen trennung von gemischen mittels einer solchen kolonneInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Destillations-Kolonne mit
einer Mehrzahl von Böden sowie ein Verfahren zur
destillativen Trennung von Gemischen mittels einer solchen
Kolonne.
Im Rahmen verschiedener Produktionsprozesse kommt es vor,
daß zwei Gemischströme mit voneinander abweichender
Zusammensetzung in vergleichbaren Mengen anfallen, aus
welchen die gleiche flüchtige Komponente destillativ
abgetrennt werden soll. Dabei ist es jedoch oft
wesentlich, daß die beiden Gemischströme nicht miteinander
vermischt werden.
Üblicherweise wird daher jeder der beiden Gemischströme
einer eigenen Kolonne zugeführt und die resultierenden,
von der flüchtigen Komponente befreiten Produktströme
werden getrennt gewonnen. Diese Vorgangsweise bedingt hohe
Anlageninvestitionen und Energiekosten.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Destillations-
Kolonne und eines Verfahrens, mit welchen bei den
voranstehend dargelegten Trennaufgaben eine wesentliche
Einsparung von insgesamt zuzuführender Wärmeenergie
erzielt werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einer Kolonne der eingangs
definierten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst,
- - daß sie über einem oberen und über einem unteren Einspeiseboden angeordnete Gemisch-Einlässe aufweist,
- - daß in Richtung zum Sumpfraum der Kolonne gesehen ab jenem Boden, welcher unmittelbar über dem unteren Einspeiseboden liegt, die in den Böden vorgesehenen Abläufe für den Rücklauf jeweils dichtend durch den nächstunteren Boden geführt sind und oberhalb des jeweils übernächsten Bodens münden, und
- - daß eine Ableitung für ein Produkt vom Sumpfraum der Kolonne wegführt und eine zweite Ableitung für ein zweites Produkt über einem Boden der Kolonne, oberhalb welchem ein Ablauf für das zweite Produkt mündet, wegführt.
Als Böden kommen praktisch alle bekannten Bodeneinbauten
für Destillations-Kolonnen in Frage, beispielsweise
Siebböden, Glockenböden und die von diesen Haupttypen
abgeleiteten Bodenarten.
Über dem oberen und über dem unteren Einspeiseboden können
jeweils mehrere Gemisch-Einlässe über den Umfang der
Kolonne verteilt angeordnet sein, in manchen Fällen genügt
auch jeweils ein einziger Einlaß.
Die für die jeweilige Trennoperation erforderliche
Trennleistung bestimmt die Anzahl der Böden, welche sich
zwischen den Einspeiseböden und dem Sumpfraum der Kolonne
befinden.
Die Anzahl der Böden zwischen dem oberen und dem unteren
Einspeiseboden hängt im wesentlichen vom Unterschied
zwischen der Konzentration an abzutrennender flüchtiger
Komponente in dem einen Gemischstrom und der Konzentration
an abzutrennender flüchtiger Komponenten im zweiten
Gemischstrom ab.
Aufgrund der Gleichgewichtsverhältnisse in der Kolonne
wird das Gemisch mit der geringeren Konzentration an
abzutrennender flüchtiger Komponente über dem unteren
Einspeiseboden zugeführt.
Böden, die sich oberhalb jenes Bodens befinden, welcher
unmittelbar über dem unteren Einspeiseboden liegt, weisen
jeweils Abläufe auf, die in üblicher Weise über dem
nächstunteren Boden münden. Die Zahl dieser Böden bis zum
Kolonnenkopf richtet sich nach der gewünschten Reinheit
der als Kopfprodukt gewonnenen flüchtigen Komponente. Die
Ableitung für das zweite Produkt wird in jener Höhe der
Kolonne vorgesehen, wo das Produkt die vorbestimmte
Restkonzentration an flüchtiger Komponente aufweist.
Die Beheizung kann indirekt mittels eines Außenmantels
oder aber direkt, beispielsweise durch Einleiten von
Heißdampf in den unteren Teil der Kolonne, erfolgen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform folgen der obere
und der untere Einspeiseboden unmittelbar aufeinander und
führt die Ableitung für das zweite Produkt in Höhe des
Raumes zwischen dem untersten und dem nächsthöheren Boden
der Kolonne weg.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur destillativen Trennung
von Gemischen, die Komponenten verschiedener Flüchtigkeit,
wie Wasser und Furfural, enthalten, ist dadurch
gekennzeichnet, daß von zwei Gemischströmen einer durch die
Gemisch-Einlässe über dem oberen Einspeiseboden und der
andere durch die Gemisch-Einlässe über dem unteren
Einspeiseboden einer erfindungsgemäßen Kolonne zugeführt
werden und die von der flüchtigeren Komponente weitgehend
befreiten Produktströme getrennt voneinander durch die
beiden Produkt-Ableitungen der Kolonne abgezogen werden.
Die aus beiden Gemischströmen in der Kolonne gebildete
Dampfphase gelangt mit beiden flüssigen Phasen getrennt in
Kontakt, so daß es insbesondere zu keiner Vermischung der
in den Gemischströmen enthaltenen nichtflüchtigen
Komponenten kommt.
Die erfindungsgemäß aus einer einzigen Kolonne getrennt
anfallenden Produktströme können somit unterschiedlichen
Weiterbehandlungsschritten unterzogen werden.
Zur Gewinnung von Furfural aus Hydrolysaten von Teilen
ein- und mehrjähriger Pflanzen, wie Holzhackschnitzel-
Hydrolysaten, ist es besonders zweckmäßig, ein
Vorhydrolysat und ein Nachhydrolysat getrennt voneinander
durch die Kolonne zu führen.
Ein solches Vorhydrolysat fällt beispielsweise bei der
Herstellung von Vorhydrolysesulfatzellstoff durch
Hydrolyse von Holzhackschnitzeln mit Wasser an. Es enthält
neben Monosacchariden, Oligosacchariden, Essigsäure und
Methanol Furfural in Mengen von 2 bis 15 g/l.
Da für eine vollständige Verwertung durch Mikroorganismen
die vorhandenen Oligosaccharide mittels einer
Säurenachhydrolyse in die Monomeren umgewandelt werden
müssen und andererseits Furfuralzersetzungen während einer
solchen Nachhydrolyse möglichst vermieden werden sollen,
muß das Vorhydrolysat durch Destillation von Furfural
befreit werden. Das furfuralfreie Vorhydrolysat wird
anschließend einer Nachhydrolyse mit verdünnter
Schwefelsäure unterworfen und nach beendeter Reaktion
wieder neutralisiert. Da - bedingt durch Zuckerabbau -
während der Nachhydrolyse ebenfalls Furfural gebildet wird
(je nach Zusammensetzung ca. 0,1 bis 1 g/l), das
einerseits eine nachfolgende mikrobiologische Verwertung
(Vergärung) stören kann, andererseits ein kommerziell
interessantes Produkt darstellt, ist es zweckmäßig, auch
aus dem Nachhydrolysat das Furfural abzutrennen.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung schematisch
veranschaulichten bevorzugten Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Destillations-Kolonne näher erläutert.
Die Kolonne, von welcher nur der untere Abschnitt
dargestellt ist, ist allgemein mit 1 bezeichnet. Die
sichtbaren Böden 2 a, 2 b, 2 c, 2 d, 2 e, 2 f und 2 g sind als
Siebböden angedeutet. Der obere Einspeiseboden 2 b und der
untere Einspeiseboden 2 c folgen bei der dargestellten
Ausführungsform unmittelbar aufeinander. Von den über und
unter dem Boden 2 b angeordneten Gemisch-Einlässen ist
jeweils nur ein einziger Einlaß 3 und 4 eingezeichnet. Der
Ablauf 5 a für den Rücklauf der flüssigen Phase vom Boden
2 a mündet über dem Boden 2 b, ab dem Boden 2 b sind die
Abläufe 5 b, 5 c, 5 d, 5 e und 5 f jeweils dichtend durch den
nächstunteren Boden geführt und münden oberhalb des
jeweils übernächsten Bodens. Selbstverständlich können die
einzelnen Böden auch mit mehreren, erfindungsgemäß
oberhalb des jeweils übernächsten Bodens mündenden
Abläufen ausgestattet sein.
Der unterste Boden 2 g weist keinen Ablauf zum Sumpfraum
der Kolonne unterhalb des Bodens 2 g auf. Bei der gezeigten
Ausführungsform sind jeweils nur eine Ableitung 6 vom
Sumpfraum und eine Ableitung 7 in Höhe des Raumes zwischen
den Böden 2 f und 2 g dargestellt. Zur Beheizung der Kolonne
ist beispielsweise eine Dampfeinleitung 8 in den Sumpfraum
der Kolonne vorgesehen.
Wird eine erfindungsgemäße Destillations-Kolonne
beispielsweise zur weiter oben beschriebenen Furfural-
Gewinnung eingesetzt, kann man das Vorhydrolysat über die
Gemisch-Einlässe 3 in die Kolonne einspeisen und das
Nachhydrolysat über die Gemisch-Einlässe 4. Der aus dem
Vorhydrolysat entstehende Rücklauf strömt vom Boden 2 b
durch den Ablauf 5 b zum Boden 2 d, von dort durch den
Ablauf 5 d zum Boden 2 f und gelangt durch den Ablauf 5 f in
den Sumpfraum, aus dem das weitgehend furfuralfreie
Produkt durch die Ableitung 6 abgezogen wird.
Das Nachhydrolysat wird gleichzeitig als zweiter
Gemischstrom eingespeist, der Rücklauf strömt über den
Boden 2 c, den Ablauf 5 c, den Boden 2 e und den Ablauf 5 e,
sammelt sich als weitgehend furfuralfreies Produkt auf dem
Boden 2g und wird durch die Ableitung 7 abgezogen.
Claims (4)
1. Destillations-Kolonne (1) mit einer Mehrzahl von Böden,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß sie über einem oberen (2 b) und über einem unteren (2 c) Einspeiseboden angeordnete Gemisch- Einlässe (3; 4) aufweist,
- - daß in Richtung zum Sumpfraum der Kolonne (1) gesehen ab jenem Boden (2 b), welcher unmittelbar über dem unteren Einspeiseboden (2 c) liegt, die in den Böden (2 b, 2 c, 2 d, 2 e, 2 f) vorgesehenen Abläufe (5 b, 5 c, 5 d, 5 e, 5 f) für den Rücklauf jeweils dichtend durch den nächstunteren Boden geführt sind und oberhalb des jeweils übernächsten Bodens münden, und
- - daß eine Ableitung (6) für ein Produkt vom Sumpfraum der Kolonne (1) wegführt und eine zweite Ableitung (7) für ein zweites Produkt über einem Boden (2 e, 2 g) der Kolonne (1), oberhalb welchem ein Ablauf (5 c, 5 e) für das zweite Produkt mündet, wegführt.
2. Destillations-Kolonne nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß der obere (2 b) und der untere (2 c) Einspeiseboden unmittelbar aufeinanderfolgen, und
- - daß die Ableitung (7) für das zweite Produkt in Höhe des Raumes zwischen dem untersten (29) und dem nächsthöheren Boden (2 f) der Kolonne (1) wegführt.
3. Verfahren zur destillativen Trennung von Gemischen, die
Komponenten verschiedener Flüchtigkeit, wie Wasser und
Furfural, enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß von
zwei Gemischströmen einer durch die Gemisch-Einlässe
(3) über dem oberen Einspeiseboden (2 b) und der andere
durch die Gemisch-Einlässe (4) über dem unteren
Einspeiseboden (2 c) einer Kolonne nach Anspruch 1 oder
2 zugeführt werden und die von der flüchtigeren
Komponente weitgehend befreiten Produktströme getrennt
voneinander durch die beiden Produkt-Ableitungen (6; 7)
der Kolonne abgezogen werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3 zur Gewinnung von Furfural
aus Hydrolysaten von Teilen ein- und mehrjähriger
Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Vorhydrolysat
und ein Nachhydrolysat getrennt voneinander durch die
Kolonne geführt werden.
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Citations (6)
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|---|---|---|---|---|
| US1983762A (en) * | 1933-09-12 | 1934-12-11 | Meinhard H Kotzebue | Fractionating apparatus |
| US2350584A (en) * | 1942-09-28 | 1944-06-06 | Phillips Petroleum Co | Furfural purification method |
| FR1159985A (fr) * | 1955-10-01 | 1958-07-04 | Cellulose Polymeres Et Derives | Procédé et installation pour le traitement de matières végétales |
| DE1113680B (de) * | 1959-12-22 | 1961-09-14 | Hydrocarbon Mineraloel G M B H | Vorrichtung zur Fluessigkeitsverteilung in nicht ortsfesten Fuellkoerperkolonnen |
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| DE2638488C2 (de) * | 1976-08-26 | 1984-11-29 | Geoffrey Gordon Leeds Yorkshire Haselden | Verfahren und Vorrichtung zur Zerlegung eines Stoffgemisches durch Rektifikation |
-
1986
- 1986-07-16 DE DE19863624062 patent/DE3624062A1/de active Granted
-
1987
- 1987-06-29 AT AT163287A patent/AT393800B/de not_active IP Right Cessation
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT393800B (de) | 1991-12-10 |
| DE3624062C2 (de) | 1992-10-29 |
| ATA163287A (de) | 1991-06-15 |
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