DE3615070A1 - Schwingungssystem - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schwingungssystem
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei derartigen allgemein bekannten Schwingungssystemen
wird die Dämpfung entweder in den Federn selbst durch
eine spezielle Werkstoffauswahl der Federn oder durch
zu den Federn parallel angeordnete hydraulische Dämpfer
erreicht. Diese Dämpfeinrichtungen haben Nachteile hin
sichtlich Standzeit, Temperaturabhängigkeit und Aufwand.
Insbesondere besteht bei derart gedämpften Schwingungssystemen
der funktionale Nachteil, daß im überkritischen Frequenz
bereich die Übertragungssteifigkeit gegenüber nicht
oder schwach gedämpften Schwingungssystemen stark er
höht ist, wodurch die Übertragung von Körperschall be
günstigt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schwingungs
system mit einer Dämpfeinrichtung anzugeben, das bei
guten Dämpfwirkungen im Eigenfrequenzbereich keine oder
eine nur gering erhöhte Steifigkeit gegenüber einem
schwach gedämpften Schwingungssystem im überkritischen
Frequenzbereich aufweist.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Bei dem erfindungsgemäßen Schwingungssystem schwingt die
Zwischenmasse im Eigenfrequenzbereich mit verhältnismäßig
großen Amplituden und damit großen Beschleunigungen, die
größer sein können als die Erdbeschleunigung. Dadurch werden
die Schüttgutteile zu Relativbewegungen zueinander und
gegenüber der Wand des Hohlkörpers angeregt, die Reibung
der Schüttgutteile untereinander sowie mit der Wand und
damit eine Umwandlung von Bewegungs- in Reibungsenergie
bewirken. In diesem Frequenzbereich wird also eine gute
Dämpfung erreicht. Dagegen schwingt die Zwischenmasse
im überkritischen Frequenzbereich, also bei höheren
Frequenzen als im Eigenfrequenzbereich, mit nur kleinen
Amplituden, die der Zwischenmasse Beschleunigungen kleiner
als die Endbeschleunigung aufprägen, so daß sich die
Zwischenmasse einschließlich dem Schüttgut wie ein fester
Körper verhält und keine Dämpfwirkung erzeugt. Damit weist
das erfindungsgemäße Schwingungssystem im überkritischen
Frequenzbereich eine ähnlich niedrige Übertragungs
steifigkeit wie ein entsprechendes Schwingungssystem ohne
Dämpfeinrichtung auf, wodurch die Übertragung von Körper
schall wirksam verhindert wird. Darüber hinaus weist das
erfindungsgemäße Schwingungssystem die Vorteile auf, daß
für die Dämpfeinrichtung kein zusätzlicher Bedarf an Masse
entsteht, daß einfachste Bauformen verwandt werden können,
daß hohe Standzeiten erreicht werden und daß die Dämpf
funktion temperaturunabhängig ist.
Aus der DE-OS 23 13 483 und der DE-OS 25 33 088 sind
bereits Stoßdämpfer oder Stoßfänger bekannt, bei denen
rieselfähige Körper oder Mahlkörper verwendet werden.
Diese können jedoch keine Schwingungen, sondern nur
stoßartige Bewegungen dämpfen, indem die rieselfähigen
Körper oder Mahlkörper über nachgiebige Wände, beispiels
weise einen Kolben oder eine Gummiwand, verdrängt werden
und dabei Bewegungsenergie durch Reibung und Zerstörung
der Mahlkörper in Wärme wandeln. Ein von Schwingungs
frequenzen abhängiges Verhalten ist bei diesen Stoßdämpfern
und Stoßfängern nicht gegeben.
Im Patentanspruch 2 ist eine zweckmäßige Form des Schütt
gutes angegeben.
Die im Patentanspruch 3 angegebene Art des Schüttgutes
gewährleistet eine große Masse der Zwischenmasse bei
kleinem Bauvolumen sowie eine gute Abfuhr der Reibungs
wärme.
Die Ausbildung nach dem Patentanspruch 4 gewährleistet
einen ausreichenden Freiraum für die Bewegungen des Schütt
gutes im Hohlkörper bei einer möglichst großen Masse des
Schüttgutes.
Mit der Ausbildung nach dem Patentanspruch 5 wird die
Reibung zwischen dem Schüttgut und den Wänden des Hohl
körpers erhöht und damit die Dämpfwirkung vergrößert.
Bei dem nach dem Patentanspruch 6 ausgebildeten Schwingungs
system erhält das Schüttgut auch Bewegungskomponenten
senkrecht zur Hauptschwingungsrichtung der Zwischenmasse,
wodurch der Reibkontakt zwischen den Schüttgutteilen weiter
gesteigert wird.
Im folgenden wird das erfindungsgemäße Schwingungssystem
anhand mehrerer in der Zeichnung dargestellter Aus
führungsbeispiele näher erläutert.
Dabei zeigt:
Fig. 1 den grundsätzlichen Aufbau des Schwingungs
systems mit einer Zwischenmasse,
Fig. 2 bis 5 verschiedene Ausführungsformen der Zwischen
masse und
Fig. 6 die Übertragungssteifigkeit verschiedener
Schwingungssysteme in Abhängigkeit von der
Frequenz.
Das erfindungsgemäße Schwingungssystem der Fig. 1 besteht
im wesentlichen aus zwei hintereinander geschalteten Federn 1, 2
und einer dazwischen angeordneten Zwischenmasse 3. Dem
Schwingungssystem können von einem schwingenden Körper 4,
beispielsweise einer Brennkraftmaschine, der am von der
Zwischenmasse 3 abgewandten Ende 5 der Feder 1 angreift,
Schwingungen mit der Auslenkung x an diesem Ende 5 auf
geprägt werden, die zu einer Kraft F am der Zwischenmasse 3
abgewandten Ende 6 der zweiten Feder 2 führen, das an einen
mit einer unendlich großen Masse gedachten Körper 7,
beispielsweise einem Fahrzeugfahrgestell, angeschlossen
ist. Das Verhältnis F/x wird als Übertragungssteifigkeit
des Schwingungssystems bezeichnet.
Die Zwischenmasse 3 ist als Hohlkörper 8 ausgeführt,
dessen Hohlraum teilweise, vorzugsweise im Bereich von 80%,
mit einem Schüttgut 9 gefüllt ist, so daß oberhalb des
Schüttgutes 9 ein Freiraum 10 frei bleibt. Die Schütt
gutteile können ein Granulat oder Kugeln aus einem
Material von vorzugsweise großer spezifischer Masse wie
Blei oder Stahl sein. Der Hohlkörper 8 kann, wie in den
Fig. 2 bis 5 dargestellt, verschiedene Formen annehmen.
So stellt die Kugel der Fig. 2 eine einfache Form dar. Die
Rotationsform der Fig. 3 weist schräge, gegenüber der
Hauptschwingungsrichtung der Zwischenmasse 3 geneigte
Wände auf, die den Schüttgutteilen bei einer Bewegung
innerhalb des Hohlkörpers 8 auch Bewegungen senkrecht zur
Hauptschwingungsrichtung aufzwingen und damit die Reib
leistung zwischen den Schüttgutteilen sowie zwischen
diesen und den Wänden vergrößern. Die Reibleistung kann
weiter vergrößert werden, wenn, wie in den Fig. 3 und 4
dargestellt, der Hohlraum durch eine Zwischenwand 11 in
mehrere Kammern unterteilt ist. Bei dem rotations
symmetrischen Hohlkörper 8 der Fig. 4 ist die Wand 11
als Kegel ausgebildet, bei dem quaderförmigen Hohlkörper
der Fig. 5 als diagonal eingesetztes Rechteckblech. Die
Schrägstellung auch dieser Wände 11 dient der Vergrößerung
der Reibleistung.
In Fig. 6 ist für verschiedene Schwingungssysteme die
Übertragungssteifigkeit F/x über der Frequenz f dar
gestellt. Die strichpunktierte Linie stellt die Über
tragungssteifigkeit eines praktisch ungedämpften
Schwingungssystems mit zwei hintereinander geschalteten
Federn und einer dazwischen angeordneten in sich starren
Zwischenmasse dar. Die Übertragungssteifigkeit erreicht im
Bereich der Eigenschwingungsfrequenz E sehr hohe Werte,
es werden also erhebliche Kräfte auf den Körper 7 (Fig. 1)
übertragen. Dagegen fällt die Übertragungssteifigkeit im
überkritischen, also höherfrequenten Bereich sehr stark
ab, so daß die Gefahr der Übertragung von Körperschall
gering ist. Die gestrichelte Linie stellt die Übertragungs
steifigkeit des obigen Schwingungssystems mit einer zu
sätzlichen herkömmlichen Dämpfung durch hydraulische Dämpfer
oder dämpfende Gummifedern dar. Die Übertragungssteifigkeit
ist gegenüber derjenigen des ungedämpften Schwingungs
systems im Bereich der Eigenschwingungsfrequenz E erheblich
gesenkt, dagegen im überkritischen Bereich deutlich an
gehoben, so daß Körperschall leicht übertragen werden kann.
Die durchgezogene Linie stellt die Übertragungssteifigkeit
des erfindungsgemäßen Schwingungssystems dar. Im Bereich
der Eigenschwingungsfrequenz E ist die Übertragungs
steifigkeit ähnlich gering wie bei einem auf herkömmliche
Weise gut gedämpften Schwingungssystem, da die hier auf
tretenden hochamplitudigen Schwingungen der Zwischenmasse
mit Beschleunigungen größer als der Erdbeschleunigung
die Schüttgutteile in der Zwischenmasse zu Bewegungen
anregen, die eine starke Dämpfung bewirken. Dagegen ver
hält sich im überkritischen Frequenzbereich die Zwischen
masse einschließlich des Schüttgutes wie ein insgesamt
starrer Körper, da hier die Zwischenmasse nur Be
schleunigungen unterhalb der Erdbeschleunigung ausführt,
die die Schüttgutteile nicht zu Bewegungen untereinander
oder gegenüber den Wänden der Zwischenmasse anregen
können. Das erfindungsgemäße Schwingungssystem verhält
sich also in diesem überkritischen Frequenzbereich wie
ein ungedämpftes Schwingungssystem, bei dem die Gefahr
der Übertragung von Körperschall gering ist.
Claims (6)
1. Schwingungssystem mit zwei hintereinander geschalteten
Federn, mit einer zwischen den Federn angeordneten Zwischen
masse und mit einer im Schwingungssystem angeordneten
Dämpfeinrichtung zur frequenzabhängigen Dämpfung von
Schwingungen im Schwingungssystem,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenmasse (3) als mit einem Schüttgut (9)
teilweise gefüllter Hohlkörper (8) ausgebildet ist.
2. Schwingungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schüttgut (9) aus Granulat oder Kugeln besteht.
3. Schwingungssystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schüttgut (9) aus einem Material hoher spezifischer
Masse wie Blei oder Stahl besteht.
4. Schwingungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schüttgut (9) den Hohlkörpern (8) zu etwa
50 bis 97%, vorzugsweise zu etwa 80% ausfüllt.
5. Schwingungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum des Hohlkörpers (8) durch mindestens
eine Zwischenwand (11) in mehrere Kammern unterteilt
ist.
6. Schwingungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Seitenwände oder Zwischenwände (11) des Hohl
körpers (8) gegenüber der Hauptschwingungsrichtung der
Zwischenmasse (3) geneigt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863615070 DE3615070A1 (de) | 1986-05-03 | 1986-05-03 | Schwingungssystem |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19863615070 DE3615070A1 (de) | 1986-05-03 | 1986-05-03 | Schwingungssystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3615070A1 true DE3615070A1 (de) | 1987-10-01 |
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ID=6300138
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3615070A1 (de) |
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