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DE3609052C2 - Anthracyclinglykoside, Verfahren zu ihrer Herstellung und sie enthaltende Zubereitungen - Google Patents

Anthracyclinglykoside, Verfahren zu ihrer Herstellung und sie enthaltende Zubereitungen

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DE3609052C2
DE3609052C2 DE3609052A DE3609052A DE3609052C2 DE 3609052 C2 DE3609052 C2 DE 3609052C2 DE 3609052 A DE3609052 A DE 3609052A DE 3609052 A DE3609052 A DE 3609052A DE 3609052 C2 DE3609052 C2 DE 3609052C2
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methyl
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Pierangelo Zini
Sergio Penco
Fernando Giuliani
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Pfizer Italia SRL
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Farmitalia Carlo Erba SRL
Carlo Erba SpA
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    • C07H15/20Carbocyclic rings
    • C07H15/24Condensed ring systems having three or more rings
    • C07H15/252Naphthacene radicals, e.g. daunomycins, adriamycins
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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Description

Die Erfindung betrifft Anthracyclinglykoside, die als Anti-Tumormittel nützlich sind, Verfahren zu ihrer Herstellung und sie enthaltende Zubereitungen.
Daunorubicin (Daunomycin) und Doxorubicin (Adriamycin) sind beide gut bekannte Anti-Tumor-Anthracyclinglykoside, und sowohl ihre Herstellung als auch ihre Verwendung werden in der Literatur eingehend beschrieben. Daunomycinon, das Aglykon von Daunorubicin, welches eines der Ausgangsmaterialien für die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen ist, ist ebenfalls ein gut bekanntes Material und wird in der GB-PS 1 003 383 beschrieben und beansprucht.
Die Erfindung betrifft eine neue Klasse von Anthracyclinglykosid-Antibiotika der Formel (A)
worin X ein Wasserstoffatom oder eine Hydroxygruppe bedeutet und R Wasserstoff oder eine Methyl- oder Hydroxymethylgruppe darstellt; die Erfindung betrifft weiterhin die pharmazeutisch annehmbaren Salze dieser Verbindungen, wie die Hydrochloride. Insbesondere sind die neuen Anthracyclinglykoside:
I 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-4′′-morpholinyl)-daunorubicin (X=R=H);
II 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-4′′-morpholinyl)-doxorubicin (R=H; X=OH);
III 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-methyl-4′′-morpholinyl)-daunorubicin- (R=CH₃; X=H);
IV 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-methyl-4′′-morpholinyl)-doxorubicin (R=CH₃; X=OH);
V 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-hydroxymethyl-4′′- morpholinyl)-daunorubicin (R=CH₂OH; X=H);
VI 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-hydroxymethyl-4′′- morpholinyl)-doxorubicin (R=CH₂OH; X=OH).
Die Verbindungen der Formel (A) werden durch Bildung eines substituierten Morpholinylrings am C-3′ des Zuckermolekülteils der Anthracycline Daunorubicin und Doxorubicin mittels reduktiver Alkylierung hergestellt, wobei man einen chiralen Dialdehyd der allgemeinen Formel (B)
verwendet, worin R ein Wasserstoffatom oder eine Methyl- oder Hydroxymethylgruppe bedeutet.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines Anthracyclinglykosids der Formel (A), wie in Anspruch 1 definiert, oder eines seiner pharmazeutisch annehmbaren Salze, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man Daunorubicin oder Doxorubicin oder eines ihrer Additionssalze mit einem Überschuß eines Aldehyds der Formel (B) in Anwesenheit eines Alkalimetallcyanoborhydrids umsetzt und gegebenenfalls eine Verbindung der Formel (A), die man so erhält, in eines ihrer pharmazeutisch annehmbaren Salze überführt.
Die reduktive Alkylierung wird typischerweise unter Verwendung eines Überschusses des Dialdehyds in einem Gemisch aus Wasser und einem polaren, organischen Lösungsmittel, wie Wasser-Acetonitril, im allgemeinen bei einem pH-Wert von etwa 7 in Anwesenheit eines Alkalimetallcyanoborhydrids, z. B. Natrium- oder Kaliumcyanoborhydrid, durchgeführt. Die Umsetzung ist gewöhnlich innerhalb von 2 Stunden bei Raumtemperatur beendigt. Das gewünschte Produkt wird aus dem Reaktionsgemisch mittels Lösungsmittelextraktion isoliert und durch Säulenchromatographie gereinigt.
Beispielsweise kann man zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Hydrochlorids das Daunorubicin oder Doxorubicin in Form seines Hydrochlorids in einem Gemisch aus Acetonitril-Wasser (1/1 Vol./Vol.) lösen und nach Einstellung des pH-Wertes auf 7,4 mit einer wäßrigen Lösung aus Natriumhydrogencarbonat es bei Raumtemperatur mit einem Überschuß (7 bis 10 Äquiv.) eines Dialdehyds der Formel (B)
worin R ein Wasserstoffatom oder eine Methyl- oder Hydroxymethylgruppe bedeutet, in Anwesenheit einer wäßrigen Lösung von NaBH₃CN in einer äquivalenten Menge, bezogen auf das als Ausgangsmaterial verwendete Daunorubicin, umsetzen, wobei man nach 15minütigem Rühren bei Raumtemperatur die rohe Glykosidverbindung der Formel (A) (X=H oder OH) erhält, welche nach Reinigung durch Flash-Chromatographie an einer Silikagelsäule unter Verwendung eines Eluierungssystems aus Methylendichlorid-Aceton (96/5 Vol./Vol.) als Hydrochlorid isoliert wird.
Ein Dialdehyd der Formel (B) wird über eine Malaprade- Reaktion mit dem Methylglykosid eines Zuckers in pyranischer Form hergestellt. Insbesondere erreicht man dies durch Perjodsäure-Oxidation des Methylglykosids von
  • (i) Arabinose in pyranischer Form unter Bildung des Dialdehyds (BI) (R=H),
  • (ii) Rhamnose unter Bildung von (BII) (R=Me),
  • (iii) Glucose unter Bildung von (BIII) (R=CH₂OH).
Die Erfindung betrifft weiterhin pharmazeutische Zubereitungen, welche ein Anthracyclinglykosid der Formel (A) oder eines seiner pharmazeutisch annehmbaren Salze zusammen mit einem pharmazeutisch annehmbaren Verdünnungsmittel oder Träger enthalten. Diese Zubereitungen enthalten eine therapeutisch wirksame Menge des Glykosids oder seines Salzes.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel 1 Herstellung von 1-Methoxy-2,2′-oxydiacetaldehyd (BI)
Eine Lösung von 1,64 g (10 mMol) Methyl-α-L-arabino- pyranosid in 25 ml Wasser wird portionsweise mit 4,3 g Natriumperjodat bei 0°C behandelt. Nach 3 h wird das Jodat und überschüssiges Perjodat durch Zugabe einer Lösung von Bariumchlorid ausgefällt. Das Gemisch wird neutralisiert (BaCO₃) und filtriert und das unlösliche Material mit Wasser gewaschen. Das Filtrat wird mit Ethanol versetzt und über Nacht in einem Kühlschrank stehengelassen, um anorganisches Material auszufällen. Nach der Filtration wird die Lösung zu einem Sirup konzentriert, der mit 10 ml Acetonitril extrahiert wird. Der Extrakt wird für die nächste Stufe ohne weitere Reinigung verwendet.
Beispiel 2 Herstellung von 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-4′′-morpholinyl)-daunorubicin (I)
Zu einer Lösung von 0,57 g (1 mMol) Daunorubicinhydrochlorid in 40 ml Acetonitril-Wasser (1/1) gibt man eine Lösung des gemäß Beispiel 1 hergestellten Dialdehyds. Der pH-Wert wird mit einer Lösung von Natriumhydrogencarbonat auf 7,4 eingestellt. Nach 2 h wird das gerührte Gemisch mit einer Lösung von 0,064 g (1 mMol) NaBH₃CN in 5 ml Wasser behandelt. Nach 15 min wird das Gemisch durch Verdünnung mit 100 ml Wasser und Extraktion mit Methylenchlorid aufgearbeitet. Die organische Phase wird im Vakuum eingedampft. Der entstehende Rückstand wird durch Flash-Chromatographie an einer Silikagelsäule unter Verwendung von Methylendichlorid-Aceton (96/5 Vol./Vol.) als Eluierungssystem gereinigt. Man erhält 0,360 g (Ausbeute 55%) an I, welches als Hydrochlorid isoliert wird; Fp. 160 bis 161°C.
Beispiel 3 Herstellung von 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-4′′-morpholinyl)-doxorubicin (II)
Die Synthese der Verbindung (II) wird, ausgehend von 0,58 g (1 mMol) Doxorubicin-hydrochlorid und der 1- Methoxy-2,2-oxybisacetaldehyd-Lösung von Beispiel 1, nach der in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrensweise durchgeführt. Man erhält 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-4′′- morpholinyl)-doxorubicin (II) als Hydrochlorid in einer Menge von 0,38 g (Ausbeute 55%); Fp. 163 bis 164°C.
Beispiel 4 Herstellung von 1-Methyl-1′-methoxy-2,2′-oxydiacetaldehyd (BII)
Eine Lösung von 1,78 g (10 mMol) Methyl-α-L-rhamnopyranosid in 25 ml Wasser wird bei 0°C mit 4,3 g Natriumperjodat behandelt. Nach 3 h gibt man vorsichtig Natriumhydrogencarbonat zur Neutralisation der Säure zu, gießt das Gemisch in 100 ml Ethanol und filtriert das unlösliche Material. Das Filtrat wird zu einem Sirup konzentriert, der mit 15 ml Acetonitril extrahiert wird. Der Extrakt wird ohne weitere Reinigung für die nächste Stufe verwendet.
Beispiel 5 Herstellung von 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-methyl- 4′′-morpholinyl)-daunorubicin (III)
Die Synthese der Verbindung (III) wird, ausgehend von 0,57 g (1 mMol) Daunorubicinhydrochlorid und der 1-Methyl-1′-methoxy-2,2′-oxydiacetaldehyd-Lösung von Beispiel 4, gemäß dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren durchgeführt. 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-methyl- 4′′-morpholinyl)-daunorubicin wird als Hydrochlorid in einer Menge von 0,34 g (Ausbeute 50%) isoliert; Fp. 152°C.
Beispiel 6 Herstellung von 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-methyl- 4′′-morpholinyl)-doxorubicin (IV)
Die Synthese der Verbindung (IV) erfolgt, ausgehend von 0,56 g (1 mMol) Doxorubicinhydrochlorid und der 1-Methyl-1′-methoxy-2,2′-oxydiacetaldehyd-Lösung von Beispiel 4, nach dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren. 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-methyl-4′′-morpholinyl)- doxorubicin (IV) wird als Hydrochlorid in einer Menge von 0,35 g (Ausbeute 51%) isoliert; Fp. 162°C.
Beispiel 7 Herstellung von 1-Hydroxymethyl-1′-methoxy-2,2′-oxydiacetaldehyd (BIII)
Eine Lösung von 1,95 g (10 mMol) Methyl-α-D-glucopyranosid in 20 ml Wasser wird portionsweise bei 0°C mit 4,3 g Natriumperjodat behandelt. Eine Lösung des so hergestellten 1-Hydroxymethyl-1′-methoxy-2,2′-oxydiacetaldehyds wird nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren erhalten.
Beispiel 8 Herstellung von 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-hydroxymethyl-4′′-morpholinyl)-dauno-rubicin (V)
Man führt die Synthese der Verbindung (V), ausgehend von 0,57 g (1 mMol) Daunorubicinhydrochlorid und der 1-Hydroxymethyl-1′-methyl-2,2′-oxydiacetaldehyd-Lösung von Beispiel 7, nach dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren durch. 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-hydroxymethyl-4′′- morpholinyl)-daunorubicin (V) wird als Hydrochlorid in einer Menge von 0,35 g (Ausbeute 50%) isoliert; Fp 164°C.
Beispiel 9 Herstellung von 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-hydroxymethyl-4′′-morpholinyl)-doxor-ubicin (VI)
Die Synthese der Verbindung (VI) wird, ausgehend von 0,58 g (1 mMol) Doxorubicinhydrochlorid und der 1-Hydroxymethyl-1′-methyl-2,2′-oxydiacetaldehyd-Lösung von Beispiel 7, nach dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren durchgeführt. 3′-Desamino-3′-(2′′-methoxy-6′′-hydroxymethyl-4′′-morpholinyl)-doxor-ubicin (VI) wird als Hydrochlorid in einer Menge von 0,36 g (Ausbeute 51 bis 52%) erhalten; Fp. 165°C.
Biologische Aktivität der Verbindungen I-VI
Die Verbindungen wurden in verschiedenen Versuchssystemen geprüft, um ihre Cytotoxizität und Antitumor-Aktivität bei Versuchstieren zu bestimmen.
Die in Tabelle I angegebenen Werte zeigen, daß alle Verbindungen cytotoxischer sind als die Stamm-Arzneimittel Daunorubicin und Doxorubicin.
Das primäre Screening in vivo erfolgt mit CDF₁-Mäusen, die P388 aszitische Leukämie (10⁶ Zellen/Maus) haben. Die Ergebnisse sind in Tabelle II angegeben. Alle Verbindungen sind aktiv, insbesondere die Verbindung V ist aktiver als Daunorubicin, wobei man bei der gleichen optimalen Dosis eine stärkere Erhöhung in der Lebensspanne der Maus erhält. Die Doxorubicin-Analogen II, IV und VI sind potenter als die Stamm-Arzneimittel. Insbesondere ist II um das 60fache wirksamer und zeigt eine Hauptwirksamkeit (T/C=295%). Die Doxorubicin-Analogen II, IV, VI wurden in C3H-Mäusen getestet, die Groß-Leukämie, i.v. injiziert (2×10⁶ Zellen/Maus), haben. Die Ergebnisse sind in Tabelle III aufgeführt. Wurde i.v. am ersten Tag nach der Tumor-Inokulation verabreicht, so sind die Verbindungen potenter als Doxorubicin. Die Verbindung II wurde an P388-Leukämie-Zellen, die gegenüber Doxorubicin (P388/DX) resistent sind, in vitro und in vivo geprüft. Die Cytotoxizitäts-Tests erfolgten, indem man die Zellen verschiedenen Arzneimittelkonzentrationen während 48 h aussetzte. Gegen Ende der Einwirkungszeit werden die Zellen mit einer Coulter-Zellzählvorrichtung gezählt und die ID₅₀ (Dosis, die eine 50%ige Reduktion der Zellzahl im Vergleich mit nicht behandelten Kontrollen ergibt) wird berechnet. Die Ergebnisse sind in Tabelle IV angegeben und zeigen, daß II um das 40fache cytotoxischer ist als Doxorubicin bei P388 Leukämiezellen und daß es auch bei P388/DX-Leukämiezellen sehr aktiv ist, währen Doxorubicin auf dieser Linie offensichtlich inaktiv ist. Die Verbindung II wurde ebenfalls in vivo bei BDF₁-Mäusen getestet, die P388/DX- Leukämie haben. Die in Tabelle V aufgeführten Werte zeigen, daß die Verbindung bei 0,15 mg/kg sehr aktiv ist (T/C=165%).
Tabelle I
Kollonie-Inhibierungstest gegenüber HeLa- Zellen in vitro (24stündige Behandlung)
Tabelle II
Antitumor-Aktivität gegenüber P388-Leukämie; Behandlung i.p. am Tag 1
Tabelle III
Aktivität gegenüber Groß-Leukämie (IV-1)
Tabelle IV
Einfluß auf sensitive und doxorubicin- restistente P388-Leukämie in vitro
Tabelle V
Einfluß auf doxorubicinresistente P388- Leukämie in vivo

Claims (4)

1. Anthracyclinglykosid der allgemeinen Formel A worin X Wasserstoff oder Hydroxy bedeutet und R Wasserstoff oder eine Methyl- oder Hydroxymethylgruppe darstellt; sowie seine pharmazeutisch annehmbaren Salze.
2. Verfahren zur Herstellung eines Anthracyclinglykosids der Formel (A) nach Anspruch 1 oder eines seiner pharmazeutisch annehmbaren Salze, dadurch gekennzeichnet, daß man Daunorubicin oder Doxorubicin oder ein Säureadditionssalz davon mit einem Überschuß eines Aldehyds der Formel (B) worin R ein Wasserstoffatom oder eine Methyl- oder Hydroxymethylgruppe bedeutet, in Anwesenheit eines Alkalimetall-cyanoborhydrids umsetzt und gegebenenfalls die so erhaltene Verbindung der Formel (A) in eines ihrer pharmazeutisch verträglichen Salze überführt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Daunorubicin oder Doxorubicin in Form seines Hydrochlorids in einem Gemisch aus Acetonitril-Wasser (1/1, Vol./Vol.) gelöst wird und nach Einstellung des pH-Werts auf 7,4 mit einer wäßrigen Lösung aus Natriumhydrogencarbonat bei Raumtemperatur mit einem Überschuß (7 bis 10 Äquiv.) eines Dialdehyds der Formel (B) worin R ein Wasserstoffatom oder eine Methyl- oder Hydroxymethylgruppe bedeutet, in Anwesenheit einer wäßrigen Lösung von NaBH₃CN in einer äquivalenten Menge, bezogen auf das als Ausgangsmaterial verwendete Daunorubicin oder Doxorubicin, umsetzt, wobei man nach 15minütigem Rühren bei Raumtemperatur die rohe Glykosidverbindung der Formel (A) (X=H oder OH) erhält, welche nach Reinigung durch Flash-Chromatograpie an einer Silikagelsäule unter Verwendung eines Eluierungssystems aus Methylendichlorid-Aceton (96,5 Vol./Vol.) als Hydrochlorid isoliert wird.
4. Pharmazeutische Zubereitung, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein Anthracyclinglykosid oder eines seiner pharmazeutisch annehmbaren Salze nach Anspruch 1 oder eines, das nach einem Verfahren nach Anspruch 2 oder 3 hergestellt worden ist, im Gemisch mit einem pharmazeutisch annehmbaren Verdünnungsmittel oder Träger enthält.
DE3609052A 1985-03-22 1986-03-18 Anthracyclinglykoside, Verfahren zu ihrer Herstellung und sie enthaltende Zubereitungen Expired - Lifetime DE3609052C2 (de)

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