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Vorrichtung zum Ingangsetzen von Zweitaktverbrennungsmotoren. Das
Ingangsetzen von Zweitaktmotoren, besonders von großen Motoren, geschieht im allgemeinen
unter Zuhilfenahme von Druckluft aus einem geeigneten Druckluftbehälter o. dgl.,
welcher Luft von etwa 5o Atm. Überdruck enthält. Sobald der Motor in Gang gesetzt
worden . ist, fängt die Spülpumpe an zu arbeiten, und es wird im Spülluftaufnehmer
Spülluft bis zu einem gewissen 'Überdruck angesammelt.
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Dieser Druck ist in hohem Grade von der Geschwindigkeit des Motors
derart abhängig, daß beim Ingangsetzen, wenn dieUmdrehungszahl des Motors niedrig
ist und die Zeit für
das Reinspülen des Zylinders verhältnismäßig
lang ist, der Spülluftdruck sehr niedrig wird. Infolgedessen wird dann auch die
volumetrische Füllung des Zylinders niedrig und desgleichen die bei der Verdichtung
entstehende Temperatur so niedrig, daß die .Zündung häufig versagt.
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Diese Mängel werden gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß beim
Anlassen während der Verdichtungshübe komprimierte Anlaßluft als Zusatzspülluft
in den Spülluftaufnehmer gedrückt und vorübergehend aufgespeichert wird, so daß
die Spülung des Arbeitszylinders unter normalem Druck der Spülluft erfolgen kann.
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Die Spülung beim Anlassen hat den Zweck, die kalte Anlaßluft aus dem
Zylinder zu entfernen. Durch Zusammenarbeiten des Arbeitszylinders mit der Spülluftpumpe
gemäß der Erfindung wird erreicht, daß sowohl die Temperatur als auch der Druck
der Spülluft höher wird, so daß im Arbeitszylinder beim Beginn des. Kompressionshubes
eine höhere Temperatur und ein größerer Druck herrschen, als wenn die Spülung in
bekannter Weise durch die Spülluftpumpe allein bewirkt wird. Diese beiden Umstände
wirken zusammen, um beim Ende des Kompressionshubes eine Temperatur im Arbeitszylinder
zu erzeugen, die genügend groß ist, um Zründung beim Umschalten der Maschine für
normalen Gang zu sichern.
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Der Arbeitszylinder dient also einmal als Arbeitszylinder, dann als
Anlaßzylinder und schließlich als Spülpumpenzylinder.
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Bei bekannten Vorrichtungen für den gleichen Zweck arbeitet die Spülpumpe
als Anlaßmotor, aber nicht als Arbeitszylinder.
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Es findet dabei also kein Zusammenarbeiten der Spülluftpumpe mit dem
Arbeitszylinder statt, und es wird auch nicht .eine größere Spülluftmenge während
der Anlaßperiode, die von wesentlicher Bedeutung für die Zündung ist, erreicht.
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Ein anderer Vorschlag, bei dem eine Luftpumpe gleichzeitig als Anlaßmotor
arbeitet, erreicht auch nicht dieselbe Wirkung wie die, die Erfindung bildende Vorrichtung,
bei der der Arbeitszylinder die obengenannten drei Funktionen ausübt und während
des Auslassens als Zusatzluftpumpe arbeitet mit der Wirkung, daß eine größere Spülluftmenge,
höherer Druck im Spülluftbehälter und eine höhere Temperatur .der Spülluft erhalten
wird, wodurch die Zündung beim Umschalten der Maschine für normalen Gang mit größter
Sicherheit erreicht wird. Am zweckmäßigsten ist der Arbeitszylinder, um, diese Wirkung
zu erreichen, mit dem Spülluftaufnehmer mittels einer mit einem Ventil versehenen
Leitung verbunden, welches Ventil während jedes Verdichtungshubes des Arbeitskolbens
geöffnet wird.
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Zwei Ausführungsformen der Erfindung sind auf der Zeichnung in Abb.
i und a schematisch veranschaulicht.
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In Abb. i bezeichnet a den Zylinder, b den Kolben und c den
gewöhnlichen Spül.luftaufnehmer, worin die. zum Reinspülen des Zylinders dienende
Druckluft aufgesammelt wird. Dieser Aufnehmer c steht bei bekannten Motoren ,mit
dem Zylinder a nur durch ein Rohr i in Verbindung, das vom Kolben bei der unteren
Endlage des letzteren freigelegt wird. Gemäß der Erfindung ist der Aufnehmer c außerdem
mit dem oberen Teile des Zylinders mittels eines Rohres d durch Vermlittlung des
Rückschlagventils e verbunden. f bezeichnet das Rohr für die Anlaßluft, g das Anlaßventil
und h das Auspuffrohr.
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Gemäß der Erfindung wird das Ventil e derart gesteuert, daß beim Ingangsetzen
während des Verdichtungshubes des Kolbens b das Ventil offen gehalten wird, wodurch
der Kolben als Luftpumpe arbeitet und nebst der gewöhnlichen Spülluftpumpe den Aufnehmer
c mit Spülluft versieht. Tatsächlich wird der Spüldruck, auch wenn die Umdrehungszahl
niedrig ist, genügend hoch, um dieselbe Verdichtung wie bei der normalen Umdrehungszahl
herbeizuführen. Durch die vermehrte Spülluftmenge wird auch die Spüllufttemperatur
und dadurch die Verdichtungstemperatur noch weiter erhöht, was den Übergang' zum
Normalbetrieb erleichtert .und beschleunigt.
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Bei der Ausführung gemäß Abb. 2 fehlt das Rohr i und der Aufnehmer
c steht nur durch das Rohr d mit dein Oberteil des Zylinders a
in Verbindung.
Das Ventil e, welches während des normalen Betriebes als Spülventil dient, wird
beim Anlassen wie beim Motor der Abb, i während der Verdichtung offen gehalten.