-
Elektrisches Läutewerk. Die Erfindung ist ein elektrisches Läutewerk,
bei dem die Neuheit darin besteht, daß es ohne Vorschaltung eines Gleichrichters,
Umformers, eines Widerstandes u. dgl. an alle Stromarten und Stromspannungen sowohl
einer Gleichstrom- als auch einer Wechselstromleitung anzuschließen ist, beim Ansdhltiß,
z. B.. an iio-Volt- und ?-ao-.Volt-Spannung, gleiche Kraft erreicht wird und daß
es bei Einphasen-, Zweiphasen- oder Dreiphasen-Wechselstrom (Drehstrom) beliebiger
Periodenzahl stets einwandfrei arbeitet.
-
Bisher ist es nur möglich, für Läutewerke den durch Elemente erzeugten
Schwachstrom zu verwenden. Es ist ja nun eine bekannte Tatsache, daß diese Läutewerke
sehr große Übelstände besitzen, z. B. bedürfen diese Anlagen einer umständlichen
Wartung, da die Kraftwirkung sehr schnell nachläßt; es treten 'sehr häufige Störungen,
z. B. durch Kälteeinwirkung, auf die Elemente ein, und die Anlagen sind teuer, da
insbesondere bei langen Leitungen große Spannungsverluste eintreten usw. Ferner
ist beim Anschließen von auch nur noch einem neuen Läutewerk in eine bestehende
Leitung stets die Vergrößerung, d. h. Verstärkung der Elementenanlage, erforderlich.
-
Alle diese Mängel und Übelstände sind durch vorliegende Erfindung
beseitigt.
-
Auf .der Zeichnung ist die Erfindung in beispielsweiser Ausführung
dargestellt und zeigt Abb. i die Vorderansicht, Abb. 2 die Seitenansicht, Abb. 3
die Draufsicht und Abb. q. das Schaltungsschema.
-
Die eingangs erwähnten Sonderheiten der Erfindung bzw. damit die Schaffung
eines derartigen Läutewerkes wird dadurch erreicht, daß kein Hufeisenmagnet, sondern
zwei voneinander getrennte, nicht magnetisch miteinander verbundene Magnetspulen
(Solenoide) Anwendung finden in Verbindung mit einem neuen Kontakt, dessen Hauptwesen
darin besteht, daß er dem Anker genügend Zeit läßt, einen Arbeitsweg zur Erzielung
eines beliebig großen Hubes auszuführen. Bei dem Kontakt ist das Hauptmerkmal zur
Erreichung obiger Bewegung und außer Gleichstrom auch Wechselstrom als Kraftquelle
zu benutzen, daß ein U-förmiger oder ähnlich gebogener Kontaktteil in seinen Endlagen
festgehalten und im letzten Augenblick durch den hin und her gehenden Anker gelöst
wird. Die bei Gleichstrom verwendeten Hufeisenmagnete lassen bekanntlich einmal
nicht den Anschluß an verschiedene Stromspannungen, ohne einen Widerstand benutzen
zu müssen, und zum anderen auch nicht den direkten Anschluß an ein W:echselstr:omn:etz
zu, da sie keine Kraft erzeugen können, weil infolge des in kolossal schneller Folge
stattfindenden Polwechsels .der Anker keine Zeit finden kann, einen Weg zur Erzeugung
von Arbeit zurückzulegen. Diese Umstände bedingten stets einen Umformer oder Gleichrichter
beim Anschluß eines elektromagnetischen Apparates in ein Wechselstromnetz.
-
Nach dem Erfindungsgedanken sind zwei
voneinander
getrennte, nicht miteinander magnetisch verbundene, auf Hülsen a aufgeschobene Magnetspulen
(Solenoide) b vorgesehen, die auf einer Platte c, in der gleichfalls die Hülsen
a befestigt sind, ruhen.
-
Der mit diesen Spulen arbeitende und die Verwendung außer Gleichstrom
auch direkten Anschluß an Wechselstrom zulassende Kontakt besteht aus dem aus einer
Grundplatte d und einem daran :befindlichen, aus Seitenblechen e, f gebildeten
Rahmen, .dessen freie Enden in Schlitzen einer Gehäusedecke g durch einen Stift
h befestigt und in dessen Grundplatte d die Hülsen a eingesetzt sind. Zwischen den
Seitenblechen e, f ist ein mittels einer Achse i in den Seitenblechen
f leicht drehbar und an dem freien Ende U-förmig oder ähnlich gebogener Kontakthebel
h angeordnet, der mit einem Leitungsdraht 1 mit der einen Spule b verbunden und
zwischen den Seitenblechen e, f mit einem Kontaktplättchen ni sowie mit einer
seitlichen Gleitrolle n versehen ist, deren Achse o mit dem Kontaktliebel k fest
vereinigt ist. Ein durch einen Stift p an dem einen der Seitenbleche e drehbar gehaltener
Hebel q, welcher mit seiner keilförmigen Nase r an der Gleitrolle n liegt,
wird durch eine mit ihren Enden in einer Aussparung s des Hebels q und in einer
Aussparung t des Seitenbleches f gehaltenen Feder rc stets fest gegen
die Gleitrolle n gepreßt. Eine mit dem einen Ende in den U-förmig umgebogenen Teil
des Kontakthe'-els h ragende Brücke v der Magnetkerne w, v pn denen der eine
mit einem Anschlag -v für den Kontakthebel k ausgestattet ist, ist in der Mitte
zwischen den Magnetkernen w mit einer in der Platte d geführten Spindel y versehen.
Mit der Platte c ist durch ein Führungsrohr z der Spindel y und einer Gegenmutter
i eine Platte 2 verrbunden. Eine um die Spindel y zwischen Bund 3 und Platte c geschaltete
Feder q. dient dazu, die Brücke v hochzudrücken und so die Magnetkerne w aus den
Hülsen a der Magnetspulen b herauszuziehen. Über dem Kontaktplättchen
in des Kontakthebels k ist in der Deckplatte g die Mutter 5 einer in üblicher Weise
mit einer Gegenmutter 6 verstellbaren Einstellkontaktschraube 7 mit einem Ansatz
8 angeordnet, der bei höchster Stellung des Kontakthebels k mit dem Kontaktplättchen
m in Berührung kommt und dadurch ein geschlossener Stromkreis hergestellt wird.
-
Die Brücke v, die im stromlosen Zustande, also auch bei Unterbrechung
des Stromkreises, durch die Kraft der Feder is stets hochgedrückt wird und die Magnetkerne
w aus den Spulen b zieht; drückt durch den Anschlag x des einen Magnetkernes
w den Kontakthebel 1e ebenfalls hoch, bis dieser durch die Einwirkung der
keilförmigen Nase r des He'--els q mit dem Kontaktplättchen in fest gegen
den Ansatzzapfen 8 der Kontaktschraube 7 gepreßt wird.
-
Wird nun das Läutewerk oder ähnliches in die Stromleitung mittels
der Kontaktschraube 7 und des Anschlußkontaktes der Magnetspule b geschaltet, so
werden die Magnetkerne w, da ein geschlossener Stromkreis entsteht, durch die in
den Spulen erzeugte elektromagnetische Kraft in die Magnetspulen b gezogen.
Hierbei trifft die Brücke v auf den U-förmig umgebogenen Teil des Kontakthe'"els
k, der nun auch abwärts gezogen, womit der Kontakt zwischen Kontaktplättchen rra
des Hebels h und der Kontaktschraube 7 aufgehoben und der Stromkreis unterkrochen
wird.
-
Bei der Abwärtsbewegung des Hebels k drückt die Gleitrolle n den Hebel
q zurück, gleitet über dessen Nase r und kommt nun an die untere Keilfläche
des Hebels q zu liegen, in welcher Stellung die Rolle n und somit der Kontakthebel
1e durch die Einwirkung der Feder ri gehalten wird. Nach Unterbrechung des Stromkreises
drückt nun wieder die Feder .4 die Spindel y und damit auch die Brücke
v mit den Magnetkernen w hoch, wol: ei der Anschlag x des einen Magnetkernes
u, gegen den Kontakther e1 k trifft und ihn hochdrückt. Die Rolle n gleitet wieder
über die Nase r des Hegels q zurück, und der Kontakthebel k wird durch die Keilwirkung
des He@,els q so weit hochgedrückt, bis das Kontaktplättchen m m_ it der Kontaktschrauhe
7 Verbindung hat,' wodurch der :Stromkreis wieder geschlossen wird. Die Spindel
y stößt l:ei der jedesmaligen Abwärtsbewegung auf die Glockenschale io und bringt
-diese zum i Ertönen.
-
Gerade dadurch, claß - der unter Federwirhung stehende Hehel q mit
seiner keilförmigen Nase r den Kontakthehel k stets in seinen Endlagen festhält
und die Brücke v stets erst einen Weg zurücklegt und damit ein Hub des Ankers erzielt
wird, ist es möglich gevorden, den Apparat außer für Gleichstrom auch für Wechselstrom
zu benutzen.
-
Der Anschluß läßt sich, wie eingangs erwähnt, an jeder Lichtanlage,
z. B. i i o und 25o Volt, durch die aus Abb. q. ersichtliche Schaltung bewerkstelligen.
Hierzu sind vier Klemmen I, II, III, IV vorgesehen.
-
Bei iio Volt wird die Plus-Leitung an Klemme I, die Minus-Leitung
an Klemme II befestigt und eine zweckmäßig leicht lösbare Verbindung, z. B. durch
eine die Klemme IV als Drehpunkt habende Brücke r2, hergestellt. In diesem Falle
sind die zwei Solenoide b parallelgeschaltet. Steht nun 22o Volt zur Verfügung,
so wird die Minus-Leitung an die
Klemme III befestigt und die Verbindung
der Klemmen III und IV durch Lösen der Brücke 1 2 von der Klemme III
aufgehoben. In letzterem Falle sind die beiden Solenoide b hintereinan dergeschaltet.
-
Die Erfindung läßt sich außer bei Läutewerken auch bei anderen elektromagnetischen
Apparaten anwenden.
-
Der Strom fließt bei iio Volt Gleichstrom (also paralleler Schaltung
der Solenoide b) von Klemme I, an die die Plus-Leitung angeschlossen ist, durch
7, 8, h, Klemme IV und von da zu gleicher Zeit einerseits durch Brücke r2,
Klemme III nach b, anderseits durch L nach b und durch die beiden
Solenoide b nach Klemme II, an die die Minus-Leitung angeschlossen ist. Die Wirkung
ist die, claß beide Spulen b zu gleicher Zeit mit je iio Volt erregt werden. Bei
Wechselstrom von i i o Volt ist die Schaltung und Wirkung die gleiche.
-
Bei 22o Volt Gleichstrom (also Hintereinanderschaltung der Solenoide
b) fließt der Strom von Klemme;- I durch 7, 8, k, Klemme IV, l durch
b nach Klemme II, die in diesem Falle nur Verbindung ist, und durch diese
weiter zum zweiten Solenoid b und von da nach Klemme III, an die in diesem Falle
]"ei geöffneter Brücke 12 die Minus-Leitung angeschlossen ist. Die Wirkung ist im
Gegensatz zur parallelen Schaltung die, daß die bei;len Solenoide b hintereinandergeschaltet
der Spannung von 22o Volt den gleichen Widerstand entgegensetzen als bei paralleler
Schaltung und iio Volt. Bei Wechselstrom von 22o Volt ist die Schaltung und die
Wirkung die gleiche.