DE3642167A1 - Stromspiegelschaltung - Google Patents
StromspiegelschaltungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Stromspiegelschaltung mit
einem ersten und einem zweiten Zweig, die zueinander
parallelgeschaltet sind. Eine solche Schaltung ist
vorzugsweise Teil einer Integrierten Schaltung.
Stromspiegelschaltungen dieser Art sind seit langem
bekannt. Sie enthalten im ersten Zweig eine Diode, die
meist durch einen Transistor gebildet wird, dessen Kollek
tor mit seiner Basis verbunden ist, und im zweiten Zweig
die Basis-Emitter-Strecke eines Transistors. Stromspiegel
dieser Art liefern einen Ausgangsstrom, der dem Eingangs
strom entspricht (wenn die wirksamen Emitterflächen der
Transistoren in den beiden Zweigen einander gleich sind)
bzw. der um einen definierten Faktor größer oder kleiner
ist als der Eingangsstrom (wenn die wirksame Emitterfläche
des Transistors im zweiten Zweig um diesen Faktor größer
oder kleiner ist als die Emitterfläche des als Diode
geschalteten Transistors im ersten Zweig). In der Praxis
ist das Emitterflächenverhältnis aber auf Werte zwischen
etwa 1 : 10 und 10 : 1 beschränkt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Strom
spiegel anzugeben, mit dem andere Verhältnisse zwischen
Ausgangsstrom und Eingangsstrom realisierbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
erste Zweig zwei in Serie geschaltete Dioden und der
zweite Zweig die Serienschaltung der Basis-Emitter-
Strecken zweier Transistoren enthält.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Schaltung
besteht darin, daß das Verhältnis zwischen dem Strom im
zweiten Zweig der Wurzel aus der Stromverstärkung des
einen Transistors im zweiten Zweig proportional ist. Der
Stromverstärkungsfaktor der Transistoren einer inte
grierten Schaltung ist zwar im wesentlichen der gleiche,
jedoch können die Stromverstärkungsfaktoren der Tran
sistoren von zwei integrierten Schaltungen des gleichen
Typs wesentlich voneinander abweichen, insbesondere, wenn
die Schaltungen nicht von der gleichen Kristall-Scheibe
stammen. Bei verschiedenen Schaltungstypen ergibt sich
aber ein - in der Regel unerwünschter - Ruhestrom, der
ebenfalls mit der Wurzel aus dem Stromverstärkungsfaktor
bzw. dem Kehrwert dieser Wurzel schwankt.
Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Stromspiegel
schaltung ist daher gekennzeichnet durch ihre Verwendung
zur Kompensation des der Wurzel des Stromverstärkungs
faktors der Transistoren einer Schaltung oder dem Kehrwert
dieses Wertes proportionalen Ruhestroms in einer inte
grierten Schaltung.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Schaltbild der erfindungsgemäßen Schaltung,
Fig. 2 ihre Verwendung zur Kompensation des Ruhestroms bei
einem AM-Demodulator.
Die in Fig. 1 dargestellte Stromspiegelschaltung enthält
in einem ersten Zweig zwei mit gleicher Durchlaßrichtung
in Serie geschaltete Dioden, die durch je einen npn-Tran
sistor 1 bzw. 2 gebildet werden, deren Kollektor-Basis-
Anschlüsse kurzgeschlossen sind.
Der zweite Zweig enthält zwei npn-Transistoren 3 und 4,
deren in Serie geschaltete Basis-Emitter-Strecken den in
Serie geschalteten Dioden 1, 2 parallelgeschaltet sind.
Demgemäß ist die Basis des Transistors 3 mit dem
Kollektor-Basis-Anschluß des Transistors 1 verbunden;
dieser Verbindungspunkt bildet einen Anschlußpunkt 5 der
Stromspiegelschaltung. Weiterhin ist der Emitter des
Transistors 3 mit der Basis des Transistors 4 verbunden,
dessen Emitter mit dem Emitter des Transistors 2 verbunden
ist. Die Verbindung der Emitter der Transistoren 2 und 4
bildet einen weiteren Anschlußpunkt 6 der Schaltung.
Den dritten Anschlußpunkt des Stromspiegels bildet der
Kollektor des Transistors 4, mit dem der Kollektor des
Transistors 3 verbunden ist. Da der Kollektorstrom des
Transistors 3 wesentlich kleiner ist als der Kollektor
strom des Transistors 4 kann die letztgenannte Verbindung
gegebenenfalls aber auch entfallen.
Bei der nachfolgenden Berechnung sei zunächst angenommen,
daß die vier Transistoren 1 bis 4 die gleichen Eigen
schaften aufweisen. Der Emitterstrom 14 des Transistors 4
ist um den Stromverstärkungsfaktor B dieses Transistors
größer als der Emitterstrom des Transistors 3. Wegen des
exponentiellen Zusammenhanges zwischen der Basis-Emitter-
Spannung eines Transistors und seinem Emitterstrom gilt
daher die Gleichung:
U₄-U₃ = U T 1n B (1)
Dabei sind U₃ bzw. U 4 die Basis-Emitter-Spannungen der
Transistoren 3 bzw. 4, und U T ist die sogenannte Tempe
raturspannung, die bei Zimmertemperatur etwa 25,5 mV
beträgt. Weiterhin gilt:
U₃ = U₁-U d (2)
wobei U 1 die Basis-Emitter-Spannung des als Diode geschal
teten Transistors 1 ist und U d die Spannung zwischen dem
Emitter des Transistors 3 und dem Emitter des Tran
sistors 1 ist. Ebenso gilt:
U₄ = U₂ + U d (3)
wobei U 2 die Basis-Emitter-Spannung des Transistors 2
ist. Da die als Diode geschalteten Transistoren 1 und 2
den gleichen Strom führen, gilt:
U₁ = U₂ (4)
Da gemäß Gleichung (3) die Basis-Emitter-Spannung des
Transistors 4 um U d größer ist als die Basis-Emitter-
Spannung des Transistors 2, gilt wegen des exponentiellen
Zusammenhanges zwischen Emitterstrom und Basis-Emitter-
Spannung schließlich die Gleichung:
I₄/I₁ = exp(U d /U T ) (5)
wobei I 4 der Emitterstrom des Transistors 4 und I 1 der
Emitterstrom der Transistoren 1 bzw. 2 ist. Aus den
Gleichungen (2), (3) und (4) ergibt sich:
U₄-U₃ = 2U d (6)
Durch Gleichsetzen der Gleichungen (1) und (6) folgt:
U d = 0,5 U T · 1n B (7)
Durch Einsetzen von Gleichung (7) in Gleichung (5) ergibt
sich:
Da der Strom I 1 praktisch gleich dem über den Anschluß 5
fließenden Strom ist (die Abweichungen bewegen sich im
Promillebereich) und da der Emitterstrom des Tran
sistors I 4 nahezu mit dem Strom über den dritten
Anschluß 7 identisch ist, gilt also, daß der Strom über
die Klemme 7 um den Faktor √ größer ist als der Strom
über die Klemme 5.
Die vorstehenden Beziehungen wurden unter der Voraus
setzung abgeleitet, daß alle Transistoren identisch sind.
Es ist aber auch möglich, daß nur die Transistoren 1 und 3
einander gleich sind und andere Emitterflächen aufweisen
als die einander gleichen Transistoren 2 und 4, oder daß
die Transistoren 3 und 4 einander gleich sind und andere
Stromverstärkungsfaktoren aufweisen als die Transistoren 1
und 2. Schließlich können alle vier Transistoren vonein
ander abweichende Emitterflächen haben. In allen diesen
Fällen gilt, daß der Faktor √ in Gleichung (8) mit einem
Faktor zu multiplizieren ist, der von den wirksamen
Emitterflächen abhängt.
Der Eingangsstrom kann an der Klemme 5 zugeführt werden,
wobei der proportionale Strom an der Klemme 7 weiterver
arbeitet wird (in diesem Fall kann die Klemme 6 beispiels
weise mit Masse verbunden sein), jedoch kann auch der
Strom über den Anschluß 6 weiterverarbeitet werden, weil
dieser wenigstens näherungsweise dem Strom I 4 entspricht.
Ebenso kann dem Anschluß 6 ein Eingangsstrom zugeführt und
der Ausgangsstrom dem Anschluß 5 entnommen werden. In
diesem Fall ist der Ausgangsstrom um den Faktor 1/√
kleiner als der Eingangsstrom.
Fig. 2 zeigt ein bevorzugtes Anwendungsbeispiel der erfin
dungsgemäßen Schaltung bei einem Amplitudendemodulator.
Dabei sind zwei Zweige, die je die Serienschaltung der
Kollektor-Emitter-Strecken zweier npn-Transistoren 11 und
12 bzw. 13 und 14 enthalten, an eine Gleichstromquelle 15
angeschlossen. Während jedoch der Transistor 11 direkt mit
der durch die Kollektor-Emitter-Strecke eines Tran
sistors 15 gebildeten Gleichstromquelle verbunden ist, ist
der Emitter des Transistors 14 im anderen Zweig über einen
Widerstand 16 mit der Gleichstromquelle verbunden. Außer
dem sind die Basisanschlüsse der Transistoren 11 bzw. 14,
deren Emitter direkt bzw. über den Widerstand 16 mit der
Gleichstromquelle 15 verbunden sind, an die Emitter der
Transistoren im jeweils anderen Zweig angeschlossen; die
Basis des Transistors 14 ist also mit dem Emitter des
Transistors 12 und die Basis des Transistors 11 mit dem
Emitter des Transistors 13 verbunden.
Der Kollektorstrom des Transistors 13 wird über einen aus
pnp-Transistoren gebildeten Stromspiegel, dessen Ausgangs
strom doppelt so groß ist wie der Kollektorstrom des Tran
sistors 13, einem Ausgangswiderstand 17 zugeführt, dessen
vom Stromspiegel abgewandter Anschluß mit Masse verbunden
ist.
Die Eingänge 18 und 19 der Schaltung sind mit den Basis
anschlüssen der Transistoren 12 und 13 verbunden und an
eine nicht näher dargestellte Signalquelle angeschlossen,
die amplitudenmodulierte Signale erzeugt. Wenn die Basis
ströme der Transistoren vernachlässigbar klein wären,
würde der Transistor 13 nur dann einen Kollektorstrom
führen, wenn das Potential an der Eingangsklemme 18 gegen
über dem Potential an der Eingangsklemme 19 positiv wäre.
Es fände dann also eine Gleichrichtung statt, woraus
mittels eines nicht näher dargestellten, mit dem Ausgangs
widerstand 17 gekoppelten Filters eine Gleichspannung
erzeugt werden könnte, die u.a. zu Regelzwecken benutzbar
wäre.
Da die Basisströme der Transistoren 11...14 aber nicht
vernachlässigbar sind bzw. da die Stromverstärkungs
faktoren dieser Transistoren endlich sind, ist diesem
Nutzsignalanteil in der Praxis ein Ruhestrom I r über
lagert, der von den Exemplarstreuungen der Schaltung
abhängig ist und der das Regelverhalten in unerwünschter
Weise beeinflussen würde.
Dieser Ruhestrom hängt von dem von der Gleichstrom
quelle 15 gelieferten Gleichstrom I o und dem Stromver
stärkungsfaktor B der Transistoren 11...14 nach der
Beziehung:
ab. A ist dabei ein Faktor, der vom Gleichstrom I o und
vom Widerstand R nach der Beziehung:
abhängt. Mit einem Wert R von 60 Ohm und einem Gleich
strom I o von ca. 2 mA ergibt sich der Faktor A näherungs
weise zu 0,5, so daß nach der Verdopplung des Ruhestroms
im Stromspiegel 20 dem Ausgangswiderstand ein Ruhestrom I r
der Größe:
zugeführt würde. I r ist demnach der Wurzel aus dem Strom
verstärkungsfaktor umgekehrt proportional und ist daher
Exemplarstreuungen ausgesetzt.
Dieser Ruhestrom wird von dem Widerstand 17 nahezu voll
ständig dadurch ferngehalten, daß mittels der in Fig. 1
dargestellten Schaltung, die zusammen mit dem Amplituden
modulator Teil einer Integrierten Schaltung ist, ein
Gleichstrom abgezogen wird, der nahezu die gleiche Größe
und die gleiche Abhängigkeit vom Stromverstärkungsfaktor
aufweist wie der Ruhestrom. Zu diesem Zweck ist die in
Fig. 1 dargestellte Schaltung mit ihrem Anschluß 6 an eine
Stromquelle 21 und mit ihrem Anschluß 5 an den Verbin
dungspunkt des Ausgangs des Stromspiegels 20 mit dem
Widerstand 17 angeschlossen. Die Stromquelle 21 wird durch
die Kollektor-Emitter-Strecke eines Transistors gebildet,
der die gleichen Eigenschaften aufweist, wie der Tran
sistor 15 und dessen Basis-Emitter-Strecke der Basis-
Emitter-Strecke des Transistors 15 parallelgeschaltet und
somit an den gleichen Vorspannungserzeuger 22 ange
schlossen ist wie der Transistor 15. Infolgedessen wird
dem Anschluß 6 der Strom I o zugeführt, so daß über den
Anschluß 5 näherungsweise der Strom I o /√ abgeführt wird,
der gerade dem Ruhestromanteil entspricht. Infolgedessen
fließt über den Widerstand 17 nur der von der Wechsel
spannung an den Eingängen 18, 19 abhängige Nutzanteil, der
unabhängig von Exemplarstreuungen zu Regelzwecken benutzt
werden kann.
Die durch den Stromspiegel 20 hervorgerufene Verdopplung
des Ruhestroms (und des Nutzsignals) kann entfallen, wenn
durch Änderung der Transistorgeometrie entweder der
Kollektorstrom des Transistors 21 halbiert oder der
Emitterstrom der Transistoren 3 und 4 verdoppelt wird. -
Die mit npn-Transistoren 1...4 realisierte
Stromspiegelschaltung kann in analoger Weise auch aus
pnp-Transistoren aufgebaut werden.
Claims (5)
1. Stromspiegelschaltung mit einem ersten und einem
zweiten Zweig, die zueinander parallelgeschaltet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste Zweig zwei in Serie
geschaltete Dioden (1, 2) und der zweite Zweig die Serien
schaltung der Basis-Emitter-Strecken zweier Tran
sistoren (3, 4) enthält.
2. Stromspiegelschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Eingangsstrom dem Verbin
dungspunkt (6) der beiden Zweige zugeführt wird, mit dem
der Emitter eines Transistors (4) in dem zweiten Zweig
verbunden ist, und daß der Ausgangsstrom dem anderen
Verbindungspunkt (5) der beiden Zweige entnommen wird.
3. Stromspiegelschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Eingangsstrom dem Verbin
dungspunkt (5) zugeführt wird, der mit Basis eines Tran
sistors (3) im zweiten Zweig verbunden ist, und daß der
Ausgangsstrom dem anderen Verbindungspunkt (6) oder dem
Kollektor (7) desjenigen Transistors (4) im zweiten Zweig
entnommen wird, dessen Emitter mit dem anderen Verbin
dungspunkt (6) verbunden ist.
4. Stromspiegelschaltung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kollektoren der beiden
Transistoren (3, 4) des zweiten Zweiges miteinander
verbunden sind.
5. Stromspiegelschaltung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch ihre Verwendung zur Kompensation des
der Wurzel des Stromverstärkungsfaktors der Transistoren
einer Schaltung (11...19) oder dem Kehrwert dieses Wertes
proportionalen Ruhestroms in einer integrierten Schaltung.
Priority Applications (5)
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| DE19863642167 DE3642167A1 (de) | 1986-12-10 | 1986-12-10 | Stromspiegelschaltung |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |