DE3538284A1 - Hydraulische bremsanlage, insbesondere fuer kraftfahrzeuge - Google Patents
Hydraulische bremsanlage, insbesondere fuer kraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Bremsanlage, insbe
sondere für Kraftfahrzeuge, mit einem direkt betätigbaren
Hauptbremszylinder und wenigstens zwei durch den Hauptbrems
zylinder betätigbaren Radbremsen und mit einer motorgetriebe
nen Vorrichtung zur Bremsdruckerzeugung, die an den Haupt
bremszylinder und wenigstens an eine Radbremse anschließbar
und durch den Druck im Hauptbremszylinder steuerbar ist.
Bei einer bekannten Bremsanlage (ATE-Bremsen-Service, Dezember
1967, Seite 135, Abbildung 299) besteht die Vorrichtung zur
Bremsdruckerzeugung aus einem Vakuumbremskraftverstärker, der
den Differenzdruck zwischen dem im Ansaugkrümmer des Motors
erzeugten Vakuum und dem atmosphärischen Druck als Kraftquelle
ausnutzt, um den Druck in der hydraulischen Bremsanlage zu
verstärken. Der Bremskraftverstärker besteht aus einem Vakuum
zylinder, einem Vakuumkolben, einem pneumatischen Steuerventil
mit Steuerkolben und einem Hilfshauptzylinder mit Kolben und
Steuerventil. Ein solcher Vakuumbremskraftverstärker ist
aufwendig und benötigt einen großen Einbauraum für den Vakuum
zylinder. In Verbindung mit Fahrzeugmotoren, bei denen im
Ansaugkrümmer nur ein geringes Vakuum auftritt, beispielsweise
Dieselmotoren, ist der Vakuumbremskraftverstärker, nicht
verwendbar, weil seine Verstärkungsleistung dann zu gering
ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine hydraulische
Bremsanlage der eingangs genannten Art zu schaffen, die ein
fach und mit geringem Bauaufwand herstellbar ist, einen ge
ringen Einbauraum benötigt und die von der Art des Fahrzeug
antriebs unabhängig ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
motorgetriebene Vorrichtung zur Bremsdruckerzeugung aus einer
hydraulischen Pumpe und einem hydraulisch betätigbaren Brems
ventil zur Steuerung des Ausgangsdruck der Pumpe besteht
und daß am Ausgang des Hauptbremszylinders, der zu der an die
Pumpe anschließbaren Radbremse führt ein Umschaltventil vorge
sehen ist, das bei einem Druck am Ausgang der Pumpe schaltet
und den Ausgang des Hauptbremszylinders schließt. Mit der
Erfindung wird eine Bremsanlage geschaffen, bei der der Druck
einer hydraulischen Pumpe mit Hilfe eines Bremsventils un
mittelbar in einen Teilkreis der Bremsanlage geleitet wird,
ohne daß es der Zwischenschaltung eines pneumatisch oder
hydraulisch angetriebenen Bremskraftverstärkers bedarf. Die
Drucksteuerung erfolgt dabei über ein Bremsventil, das an den
Hauptbremszylinder angeschlossen ist. Es sind daher keine
mechanischen Übertragungsmittel vom Bremspedal zum Bremsventil
erforderlich. Der an die Pumpe anschließbare Kreis der Brems
anlage wird durch ein einfaches, vorzugsweise hydraulisch
gesteuertes Umschaltventil vom Hauptbremszylinder getrennt,
solange der erforderliche Pumpendruck zur Verfügung steht.
Von besonderem Vorteil ist es, wenn nach einem weiteren Vor
schlag der Erfindung das Bremsventilvolumen unabhängig steuer
bar ist. Ein derartiges Bremsventil entnimmt dem Hauptbremszy
linder nur die Druckmittelmenge, die zur Betätigung seines
Steuerkolbens erforderlich ist, unabhängig von der Druck
mittelmenge, die über die Pumpe in die Bremsanlage eingespeist
wird. Bremsventile dieser Art sind einfach im Aufbau und
erlauben eine sehr feinfühlige Drucksteuerung. Da der Haupt
bremszylinder nicht nur an das Bremsventil sondern auch un
mittelbar an Einzelradbremsen angeschlossen ist, ergibt sich
durch das Schluckvolumen dieser Radbremsen auch bei der gerin
gen Volumenaufnahme des Bremsventils bei einer Bremsbetätigung
ein ausreichend großer Weg am Hauptzylinderkolben, wie er zur
Erzielung eines guten Pedalgefühls erforderlich ist.
Im Ausgang der Pumpe oder des Steuerventils kann erfindungs
gemäß ein Rückschlagventil angeordnet sein. Hierdurch wird
sichergestellt, daß bei einem störungsbedingten Abfall des
Pumpendrucks der Druck in den an die Pumpe angeschlossenen
Radbremsen bestehen bleibt, solange der Hauptbremszylinder
betätigt wird. Auch wenn die Druckmittelversorgung durch die
Pumpe ausgefallen ist, wird durch das Rückschlagventil sicher
gestellt daß bei alleiniger Betätigung der Radbremsen durch
den Hauptbremszylinder kein Druckmittel in den Pumpenkreis
entweicht.
Eine besonders einfache Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Bremsanlage besteht nach einem weiteren Vorschlag darin, daß
die Pumpe im drucklosen Umlauf über ein in unbetätigter Stel
lung offenes Bremsventil in einen Behälter fördert, wobei am
Pumpenausgang vor dem Bremsventil die Druckleitung zu der oder
den Radbremsen abzweigt und daß das an dem Hauptbremszylinder
angeschlossene Bremsventil durch den Hauptzylinderdruck in
eine Drossel- oder Schließstellung steuerbar ist. Bei dieser
Anordnung besteht die motorgetriebene Vorrichtung zur Brems
druckerzeugung somit lediglich aus der Pumpe und einem in
seinem Aufbau sehr einfachen Bremsventil. Der bauliche Aufwand
zur Schaffung einer mit hydraulischer Hilfskraft betätigbaren
Bremsanlage ist daher äußerst gering. Das Bremsventil kann
erfindungsgemäß einen Schließkörper aufweisen, der durch einen
vom Druck im Hauptbremszylinder beaufschlagbaren Steuerkolben
gegen den Pumpenstrom an einen Ventilsitz andrückbar ist.
Hierbei ist das gewünschte Verstärkungsverhältnis durch die
unterschiedliche Bemessung der hydraulischen Wirkflächen des
Ventilsitzes und des Steuerkolbens in jeder beliebigen Größe
festlegbar.
Eine vorteilhafte Zweikreisbremsanlage kann nach einem weite
ren Vorschlag der Erfindung so ausgebildet sein, daß der
Hauptbremszylinder ein Tandemhauptzylinder ist, an dessen
Bremskreise jeweils ein Steuerraum des Bremsventils ange
schlossen ist, wobei das Bremsventil zwei Steuerkolben in
Tandemanordnung aufweist, die mit gleichen Wirkflächen die
Steuerräume begrenzen. Auf diese Weise werden zwei voneinander
unabhängige Bremskreise gebildet, wobei jeder Bremskreis
unabhängig vom anderen an die Pumpe anschließbar ist. Vorzugs
weise weist jeder Bremskreis wenigstens zwei Radbremsen und
ein Umschaltventil auf, durch das eine der Radbremsen vom
Hauptbremszylinder trennbar ist, wobei jeder Bremskreis über
ein separates Rückschlagventil an den Ausgang der Pumpe ange
schlossen ist. Eine solche Anordnung eignet sich besonders für
eine Fahrzeugbremsanlage mit diagonaler Bremskreisaufteilung
und ermöglicht eine Betätigung eines jeden Bremskreises unab
hängig vom anderen mit und ohne Unterstützung durch den Pum
pendruck. Die Bremsanlage ist daher sehr sicher gegen Ausfall.
Bei einer Bremsanlage, die Scheibenbremsen als Fahrbremse und
Trommelbremsen als Feststellbremse hat, können erfindungsgemäß
die Scheibenbremsen an den Hauptbremszylinder und die Pumpe
anschließbar sein und die Trommelbremsen zusätzlich einen Rad
bremszylinder enthalten, der nur an den Hauptbremszylinder
anschließbar ist. Hierdurch werden Betätigungskraft und Pedal
weg am Hauptbremszylinder nur durch die kleinen in erster
Linie als Feststellbremse dienenden Trommelbremsen bestimmt,
während die Betätigung der Scheibenbremsen nahezu ausschließ
lich mit Hilfe der Pumpe erfolgt. Der Betätigungsweg und die
Betätigungskraft an dem mit dem Hauptbremszylinder verbundenen
Bremspedal werden bei dieser Ausführungsform hauptsächlich
durch die Trommelbremsen bestimmt und können daher klein
gehalten werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist.
Die Zeichnung zeigt in einer einzigen Figur eine schematische
Darstellung einer Bremsanlage mit zwei Bremskreisen wobei das
Bremsventil und zwei Umschaltventile geschnitten dargestellt
sind.
Die hydraulische Bremsanlage besteht aus einem Tandemhaupt
zylinder 1 mit einem ersten Bremskreis 2 und einem zweiten
Bremskreis 3, der durch ein Bremspedal 4 betätigbar ist. An
die beiden Bremskreise 2, 3 sind über Bremsleitungen 5, 6 zwei
Radbremsen 7, 8 der Hinterachse eines Fahrzeugs unmittelbar
angeschlossen. Parallel zu den Bremsleitungen 5, 6 führen von
jedem Bremskreis 2, 3 Leitungen 9, 10 zu Umschaltventilen 12,
13, an deren Ausgang über Bremsleitungen 14, 15 Radbremsen 16,
17 einer Vorderachse des Fahrzeugs angeschlossen sind. Die
Umschaltventile 12, 13 verbinden in ihrer offenen Grundstel
lung die Leitungen 9, 10 mit den Bremsleitungen 14, 15, so daß
die Radbremsen 16, 17 ungehindert durch den Tandemhauptzylin
der 1 betätigbar sind. Der Hauptbremszylinder 1 ist dabei so
ausgelegt, daß mit normaler Betätigungskraft unter Ausnutzung
nahezu des gesamten Bremspedalwegs eine Betätigung der Bremse
möglich ist.
An die beiden Bremskreise 2, 3 ist weiterhin ein Bremsventil
18 angeschlossen, das zur Steuerung des Pumpendrucks am Aus
gang einer motorgetriebenen Pumpe 19 dient, die Druckmittel
aus einem Behälter 20 im Umlauf über das Bremsventil 18 zum
Behälter 20 fördert. Das Bremsventil 18 hat zwei Steuerkammern
21, 22, von denen jeweils eine an einen der Bremskreise 2 bzw.
3 angeschlossen ist. In die Steuerkammern 21, 22 ragen Steuer
kolben 23, 24, die in Tandemanordnung hintereinander liegen
und aneinander abgestützt sind. Der Steuerkolben 23 ragt in
beide Steuerkammern 21, 22 und wird in entgegengesetzte Rich
tungen vom Druck in den Steuerkammern 21, 22 beaufschlagt. Der
Steuerkolben 24 erstreckt sich aus der Steuerkammer 22 in eine
Ventilkammer 25, die mit dem Behälter 20 in Verbindung steht.
Er ist daher nur vom Druck in der Steuerkammer 22 beauf
schlagt. In der Ventilkammer 25 liegt der Steuerkolben 24 an
einem als Kugel ausgebildeten Schließkörper 26 an, durch den
eine an den Ausgang der Pumpe 19 angeschlossene Ventilbohrung
27 verschließbar ist. Eine Druckleitung 28 führt parallel zu
dem Bremsventil 18 vom Ausgang der Pumpe 19 zu Rückschlagven
tilen 29, 30, deren Ausgänge jeweils an eine der Bremsleitun
gen 14 bzw. 15 angeschlossen sind. Steuerleitungen 31 zweigen
von der Druckleitung 28 ab und führen zu den Steueranschlüssen
der Umschaltventile 12, 13.
Die beschriebene Bremsanlage hat folgende Wirkungsweise:
In der Bremslösestellung sind sämtliche Leitungen und Kammern
der Bremsanlage drucklos. Die Radbremsen 7, 8, 16, 17 stehen
über den Hauptbremszylinder 1 und die offenen Umschaltventile
12, 13 mit dem Behälter 20 in Verbindung. Die Ventilbohrung 27
ist offen und die von einem Motor angetriebene Pumpe fördert
drucklos und damit nahezu verlustfrei in den Behälter 20. Die
Pumpe kann auch erst bei einer Bremsung eingeschaltet werden.
Dies kann beispielsweise mittels eines Elektromotors über den
Bremslichtschalter erfolgen.
Wird das Bremspedal 4 betätigt, so wird zunächst in den Brems
kreisen 2, 3 und den daran angeschlossenen Radbremsen 7, 8,
16, 17 sowie den Steuerkammern 21, 22 ein geringer Druck
aufgebaut, der den Bremsvorgang einleitet. Durch den Druck in
der Steuerkammer 22 wird der Steuerkolben 24 verschoben, so
daß er den Schließkörper 26 gegen die durch die Ventilbohrung
27 gebildete Sitzfläche bewegt. Hierdurch wird der von der
Pumpe 19 geförderte Druckmittelstrom gedrosselt, so daß der
Druck am Ausgang der Pumpe 19 ansteigt. Sobald der Pumpendruck
den in den Bremskreisen 2, 3 vorhandenen Druck überschritten
hat, werden die Umschaltventile 12, 13 in ihre Schließposition
geschaltet und die Rückschlagventile 29, 30 geöffnet. Die
Betätigung der Radbremsen 16, 17 an der Vorderachse des Fahr
zeugs erfolgt nun ausschließlich mit Hilfe des von der Pumpe
19 erzeugten und durch das Bremsventil 18 in der Druckleitung
28 gesteuerten Drucks. Die Betätigung der Radbremsen 7, 8 an
der Hinterachse des Fahrzeugs wird weiterhin durch den mit dem
Tandemhauptzylinder in den Bremskreisen 2, 3 erzeugten Brems
druck bewirkt. Da mit Hilfe des Hauptbremszylinders 1 nur noch
das Schluckvolumen der Radbremsen 7, 8 verdrängt werden muß,
ist der Betätigungsweg des Bremspedals 4 klein und entspricht
den Anforderungen an ein gutes Pedalgefühl. Auch die Betäti
gungskraft, die zur Erzielung einer bestimmten Abbremsung
erforderlich ist, kann im gewünschten Maße klein gehalten
werden, da das Bremsventil 18 am Ausgang der Pumpe 19 einen
Druck erzeugt, der höher ist als der Druck in den Bremskreisen
2, 3. Das Verhältnis zwischen dem Druck in den Bremskreisen 2,
3 und dem Druck am Pumpenausgang wird dabei durch die unter
schiedlichen Querschnitte der Ventilbohrungen 27 und des
Steuerkolbens 24 bzw. 23 bestimmt.
Wird die Bremse wieder gelöst, so sinkt zunächst der Druck in
den Bremskreisen 2, 3 und entsprechend der durch das Bremsven
til 18 gesteuerte Druck in der Druckleitung 28. Die Umschalt
ventile 12, 13 werden von dem Druck in den Bremsleitungen 14,
15 zurückgeschaltet, so daß sich der Druck an den Radbremsen
16, 17 ebenfalls über die Bremskreise 2, 3 abbauen kann. Das
während der Bremsbetätigung von der Pumpe 19 zu den Radbremsen
16, 17 geförderte Druckmittel gelangt hierbei über den Tandem
hauptzylinder 1 zurück zum Behälter 20, an den die Nachlauf
räume des Tandemhauptzylinders 1 angeschlossen sind (nicht
dargestellt).
Wird durch eine Störung bei einer Bremsbetätigung in der
Druckleitung 28 kein Druck erzeugt, so bleiben die Umschalt
ventile 12, 13 in ihrer Offenstellung und das Betätigen sämt
licher Radbremsen erfolgt ausschließlich mit Hilfe des Tan
demhauptzylinders 1 unter Inkaufnahme eines größeren Betäti
gungsweges am Bremspedal. Ein Entweichen des Drucks aus den
Bremsleitungen 14, 15 in die Druckleitung 28 wird dabei durch
die Rückschlagventile 29, 30 verhindert.
Die hydraulisch gesteuerten Umschaltventile 12, 13 sind gleich
aufgebaut. Sie bestehen aus einem in einer zylindrischen
Ventilbohrung 32 angeordneten Ventilkolben 33, der mit zwei im
Abstand voneinander angeordneten Dichtringen 34 gegenüber der
Ventilbohrung 32 abgedichtet ist. Zwischen den Dichtringen 34
ist der Ventilkolben 33 mit einer Querbohrung 35 versehen, die
in eine mittige, axiale Sackbohrung 36 mündet. Die Stirnfläche
37 des Ventilkolbens 33, von der die Sackbohrung 36 ausgeht,
bildet einen ringförmigen Ventilsitz, an den ein federbelaste
ter Schließkörper 38 anlegbar ist. Der Schließkörper 38 ist an
einem Stößel 39 geführt und wird durch einen Anschlag 40 in
seiner Bewegung in Richtung auf den Ventilkolben 33 begrenzt.
Der Schließkörper 38 ist ferner von einer Anschlaghülse 41
umgeben, gegen die der Ventilkolben 33 durch eine Druckfeder
42 gedrückt wird.
Der Ventilkolben 33 unterteilt die Ventilbohrung 32 in eine an
den Tandemhauptzylinder angeschlossene mittlere Ringkammer 43,
eine an die Druckleitung 28 angeschlossene Steuerkammer 44 und
eine mit den Radbremsen verbindbare Ventilkammer 45. Werden
die Umschaltventile durch Betätigen des Tandemhauptzylinders 1
über die Ringkammer 43 mit Druck beaufschlagt, so wird der
Schließkörper 38 von der Stirnfläche 37 abgehoben, so daß der
Druck sich in die Ventilkammer 45 und die daran angeschlosse
nen Radbremsen fortpflanzen kann. Durch Druckbeaufschlagung
der Ventilkammer 45 wird die Druckfeder 42 zusammengedrückt
und der Ventilkolben 33 nach links verschoben, bis er sich am
Boden der Ventilbohrung 32 abstützt. Da der Schließkörper 38
von dem Anschlag 40 festgehalten wird, kann er dieser Bewegung
des Ventilkolbens 33 nicht folgen, so daß der Ventildurchgang
so lange offenbleibt, solange der Druck in der Ventilkammer 45
ausreicht, um die Druckfeder 42 zu spannen. Wird die Steuer
kammer 44 durch einen Pumpendruck beaufschlagt, der größer ist
als der Druck in der Ventilkammer 45, so wird der Ventilkolben
33 gegen die Anschlaghülse 41 gedrückt und der Ventildurchgang
geschlossen. In dieser Stellung kann kein Druckmittel aus der
Ventilkammer 45 in die Ringkammer 43 gelangen, so daß der
Druck in den an die Ventilkammer 45 angeschlossenen Radbremsen
den Hauptzylinderdruck in der Ringkammer 43 übersteigen kann.
In dem beschriebenen Ausführungsbeispiel sind die Umschaltven
tile 12, 13 hydraulisch angesteuert. Alternativ ist aber auch
eine elektromagnetische Ansteuerung der Umschaltventile mög
lich, wenn in den Bremskreisen 2, 3 elektrische Drucksensoren
angeordnet sind. Der Antrieb der Pumpe 19 kann durch einen
Elektromotor oder auch mit Hilfe eines Getriebes durch den
Fahrzeugmotor oder das Fahrzeuggetriebe erfolgen. Ebenso kann
anstelle einer gesonderten Pumpe 19 eine entsprechend dimen
sionierte Lenkhilfspumpe zusätzlich zur Versorgung des Brems
systems herangezogen werden. Die erfindungsgemäße Bremsanlage
eignet sich auch zur Steuerung des Bremsdrucks an den Rad
bremsen 16, 17 mit Hilfe einer Bremsschlupfregeleinrichtung
da die Pumpe 19 die für eine solche Regelung erforderliche
Druckmittelmenge zur Verfügung stellt.
- Bezugszeichenliste:
1 Tandemhauptzylinder
2 erster Bremskreis
3 zweiter Bremskreis
4 Bremspedal
5 Bremsleitung
6 Bremsleitung
7 Radbremse
8 Radbremse
9 Leitung
10 Leitung
12 Umschaltventil
13 Umschaltventil
14 Bremsleitung
15 Bremsleitung
16 Radbremse
17 Radbremse
18 Bremsventil
19 Pumpe
20 Behälter
21 Steuerkammer
22 Steuerkammer
23 Steuerkolben
24 Steuerkolben
25 Ventilkammer
26 Schließkörper
27 Ventilbohrung
28 Druckleitung
29 Rückschlagventil
30 Rückschlagventil
31 Steuerleitung
32 Ventilbohrung
33 Ventilkolben
34 Dichtring
35 Querbohrung
36 Sackbohrung
37 Stirnfläche
38 Schließkörper
39 Stößel
40 Anschlag
41 Anschlaghülse
42 Druckfeder
43 Ringkammer
44 Steuerkammer
45 Ventilkammer
Claims (7)
1. Hydraulische Bremsanlage, insbesondere für Kraftfahrzeuge
mit einem direkt betätigbaren Hauptbremszylinder und wenig
stens zwei durch den Hauptbremszylinder betätigbaren Rad
bremsen und mit einer motorgetriebenen Vorrichtung zur Brems
druckerzeugung, die an den Hauptbremszylinder und wenigstens
eine Radbremse anschließbar und durch den Druck im Haupt
bremszylinder steuerbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die
motorgetriebene Vorrichtung zur Bremsdruckerzeugung aus einer
hydraulischen Pumpe (19) und einem hydraulisch betätigbaren
Bremsventil (18) zur Steuerung des Drucks am Ausgang (27, 28)
der Pumpe (19) besteht und daß am Ausgang des Hauptbremszy
linders (1), der zu der an die Pumpe (19) anschließbaren Rad
bremse (16, 17) führt, ein Umschaltventil (12, 13) vorgesehen
ist, das bei einem Druck am Ausgang der Pumpe in Schließstel
lung geschaltet wird.
2. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
im Ausgang der Pumpe (19) oder des Bremsventils (18) ein Rück
schlagventil (30, 31) angeordnet ist.
3. Hydraulische Bremsanlage nach einem der Ansprüche 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpe (19) im drucklosen
Umlauf über ein in unbetätigter Stellung offenes Bremsventil
(18) in einen Behälter (20) fördert, wobei am Pumpenausgang
eine Druckleitung (28) zu der oder den Radbremsen (16, 17)
abzweigt, und daß das an dem Hauptbremszylinder angeschlossene
Bremsventil (18) durch den Hauptzylinderdruck in eine Drossel
oder Schließstellung steuerbar ist.
4. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bremsventil (18) einen
Schließkörper (26) aufweist, der durch einen vom Druck im
Hauptbremszylinder (1) beaufschlagbaren Steuerkolben (23, 24)
gegen den Pumpenstrom an einen Ventilsitz (27) andrückbar ist.
5. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptbremszylinder (1) ein
Tandemhauptzylinder ist, an dessen Bremskreise (2, 3) jeweils
ein Steuerraum (21, 22) des Bremsventils (18) angeschlossen
ist, wobei das Bremsventil (18) zwei Steuerkolben (23, 24) in
Tandemanordnung aufweist, die mit gleichen Wirkflächen die
Steuerräume (21, 22) begrenzen und gemeinsam auf den Schließ
körper (26) einwirken.
6. Bremsanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Bremskreis (2, 3) wenigstens zwei Radbremsen (16, 8 bzw.
17, 7) und ein Umschaltventil (12 bzw. 13) aufweist, an das
eine Radbremse angeschlossen ist.
7. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit
Scheibenbremsen als Fahrbremsen und Trommelbremsen als
Feststellbremsen, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben
bremsen an den Hauptbremszylinder (1) und die Pumpe (19)
anschließbar sind und die Trommelbremsen einen Radbremszylin
der enthalten, der nur an den Hauptbremszylinder anschließbar
ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853538284 DE3538284A1 (de) | 1985-10-28 | 1985-10-28 | Hydraulische bremsanlage, insbesondere fuer kraftfahrzeuge |
| DE19863629616 DE3629616A1 (de) | 1985-10-28 | 1986-08-30 | Bremsdruckgeber, insbesondere fuer die bremsanlagen von kraftfahrzeugen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853538284 DE3538284A1 (de) | 1985-10-28 | 1985-10-28 | Hydraulische bremsanlage, insbesondere fuer kraftfahrzeuge |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3538284A1 true DE3538284A1 (de) | 1987-04-30 |
Family
ID=6284648
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853538284 Withdrawn DE3538284A1 (de) | 1985-10-28 | 1985-10-28 | Hydraulische bremsanlage, insbesondere fuer kraftfahrzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3538284A1 (de) |
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