DE3532865A1 - Hydroxylgruppenhaltiges gesaettigtes polyesterharz, seine herstellung und verwendung fuer zweikomponenten-polyurethanlacke sowie verfahren zu deren topfzeitverlaengerung - Google Patents
Hydroxylgruppenhaltiges gesaettigtes polyesterharz, seine herstellung und verwendung fuer zweikomponenten-polyurethanlacke sowie verfahren zu deren topfzeitverlaengerungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft hydroxylgruppenhaltige gesättigte Polyesterharze,
die mit Isocyanatgruppen reaktiv sind und deren Verwendung für Zwei-
Komponentenlacke sowie ein Verfahren zu deren Topfzeitverlängerung.
Hydroxylgruppenhaltige Polyesterharze und deren Verwendung als Hydroxylkomponente
für Zwei-Komponenten-Polyurethanlacke sind bekannt.
Für eine Reihe von Einsatzgebieten ist es jedoch wünschenswert, möglichst
hochreaktive hydroxylgruppenhaltige Polyester zur Verfügung zu haben.
Zweikomponenten-Polyurethan-Lacke, deren hydroxylgruppenhaltige Harzkomponente
saure Gruppierungen enthält, sind hochreaktiv und weisen daher
nur sehr kurze Topfzeiten (potlife) auf, was ihre Verarbeitung oft
erschwert.
Sofern derartige saure Harze eine von Carboxylgruppen herrührende Säurezahl
von 15 überschreiten, ist die Entstehung von Blasen (CO2-Abspaltung)
im Lack unvermeidlich.
Es war bereits bekannt, die Topfzeit von Zweikomponenten-Polyurethan-
Lacken über die partielle Blockierung der Isocyanatkomponente durch Zugabe
geeigneter Ketone zu verlängern. Dadurch wird jedoch die Härtungszeit
verlängert.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hydroxylgruppenhaltige Polyester
aufzuzeigen, deren Reaktivität gegenüber Isocyanatgruppen im Vergleich
zu hydroxylgruppenhaltigen Polyestern des bekannten Standes der
Technik deutlich erhöht ist.
Überraschenderweise gelingt dies durch den Einbau saurer
Phosphorsäureestergruppen.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es auch,, ein Verfahren aufzuzeigen,
das es erlaubt, die Topfzeiten derartiger hochreaktiver Zweikomponenten-
PUR-Lacke auf einfache Weise gezielt und wirksam zu verlängern, ohne daß
die durch den Einbau saurer Gruppen gewonnene Reaktivitätserhöhung wieder
verloren geht.
Überraschenderweise wird dieses Ziel durch den Zusatz flüchtiger
tertiärer Amine oder Amide sekundärer Amine in sehr vorteilhafter Weise
erreicht.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein hydroxylgruppenhaltiges,
mit Isocyanatgruppen reaktives gesättigtes Polyesterharz, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß das Polyesterharz saure Phosphorsäureestergruppen
eingebaut enthält, wobei die von der Phosphorsäure herrührende Säurezahl
der Harze 5 bis 60 mg KOH/g beträgt, und dieses Polyesterharz gegebenenfalls
einen Zusatz eines flüchtigen tertiären Amins oder eines flüchtigen
Amids eines sekundären Amins enthält.
Vorzugsweise ist die von den Carboxylgruppen herrührende Säurezahl des
Polyesterharzes kleiner als die Säurezahl, die von der eingebauten
Phosphorsäure herrührt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist außerdem ein Verfahren zur
Herstellung derartiger Harze sowie die Verwendung dieses hydroxylgruppenhaltigen
gesättigten Polyesterharzes in Kombination mit Polyisocyanaten
für Zwei-Komponentenlacke, wobei sie auch in Kombination mit hydroxylgruppenhaltigen
Harzen, die keine sauren Phosphorsäureestergruppierungen
eingebaut enthalten, eingesetzt werden können.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Verfahren zur
Topfzeitverlängerung von Zweikomponenten-Polyurethan-Lacken, deren
hydroxylgruppenhaltige Harzkomponente saure Phosphorsäureestergruppierungen
enthält, wobei der hydroxylgruppenhaltigen Harzkomponente mindestens ein
flüchtiges tertiäres Amin oder ein Amid eines sekundären Amins vorzugsweise
in solchen Mengen zugesetzt wird, daß die Menge an basischem Stickstoff
10 bis 100% der sauren Gruppierung entspricht.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Herstellverfahrens
besteht darin, daß die Kondensationsreaktion in Gegenwart von 0,5 bis
5 Gew.%, bezogen auf die Summe der eingesetzten Monomeren, einer Phosphorsäure
oder Phosphorpentoxid durchgeführt wird.
Die erfindungsgemäßen hydroxylgruppenhaltigen Polyester weisen überraschenderweise
gegenüber Isocyanaten sehr hohe Reaktivität auf und
lassen sich sehr vorteilhaft in Zwei-Komponenten-Lacken verarbeiten, die
sehr früh hohe Festigkeitseigenschaften erreichen und dennoch bei der
Langzeitbewitterung keine Einbußen an Haftung, Elastizität, Glanz und
mechanischen Eigenschaften erleiden und die deshalb beispielsweise für
Autodecklacke geeignet sind.
Hydroxylgruppenhaltige gesättigte Polyesterharze lassen sich in üblicher
Weise durch Kondensation von Di- und/oder Polycarbonsäuren oder deren
Anhydriden mit Diolen und Polyolen in ein- oder mehrstufigen Verfahren
herstellen.
Zu den für die Polyester in Frage kommenden Aufbaukomponenten ist im
einzelnen folgendes auszuführen:
Als Di- und/oder Polycarbonsäuren und deren Anhydride kommen alle für die
Herstellung von Polyesterharzen in Frage kommenden, vorzugsweise nichtaromatischen
Dicarbonsäuren in Betracht, beispielsweise cycloaliphatische
Dicarbonsäuren, wie Hexahydrophthalsäure oder alkylsubstituierte Hexahydrophthalsäuren,
wie z. B. Methylhexahydrophthalsäure oder Anhydride
dieser Dicarbonsäuren, wobei diese Dicarbonsäure(anhydride) gegebenenfalls
teilweise, in Mengen bis zu 30 Mol.% durch aliphatische Dicarbonsäure(anhydride)
mit 4 bis 7 Kohlenstoffatomen, wie Bernsteinsäure oder
Adipinsäure, oder aromatische Dicarbonsäureanhydride, wie z. B. Phthalsäure(anhydrid)
ersetzt sein können. Als Polycarbonsäuren bzw. deren
Anhydride eignet sich z. B. Pyromellithsäure(anhydrid).
Als Polyole, die mit den Di- und/oder Polycarbonsäuren bzw. deren Anhydriden
zu verestern sind, kommen Polyole, die 3 bis 6 primäre Hydroxylgruppen
pro Molekül enthalten, in Betracht. Beispiele derartiger Polyole
sind Triole, wie Glycerin, Trishydroxyethylisocyanurat (=THEIC), Trimethylolpropan,
Tetrahydroxyverbindungen, wie Pentaerythrit sowie als
Verbindungen mit 5 oder 6 primären Hydroxylgruppen beispielsweise Dipentaerythrit.
Bevorzugte Polyole sindTrimethylolpropan und THEIC.
Als Diole eignen sich die üblichen, vorzugsweise 2 bis 6 Kohlenstoffatome
enthaltenden Diole, beispielsweise Propandiol-1,3, Neopentylglykol, Butandiol-1,4
und Hexandiol-1,6. Bevorzugte Diole sind Neopentylglykol und
Hexandiol-1,6.
Dicarbonsäure(anhydrid), Polyol und Diol können entweder im Eintopfverfahren
in Gegenwart von Phosphorsäure oder Phosphorpentoxid bei üblichen
Temperaturen zwischen 100 und 220°C miteinander kondensiert werden oder
die Einzelkomponenten können vollständig oder teilweise während der Veresterungs-
(Kondensations-)Reaktion zugegeben werden. Im unteren Temperaturbereich
ist die Mitverwendung eines Schleppmittels und die azeotrope
Entfernung des gebildeten Reaktionswassers erforderlich. Oberhalb von
170°C kann direkt in der Schmelze verestert werden.
Die einzelnen Reaktionspartner werden in solchen Mengenverhältnissen eingesetzt,
daß ein Überschuß an Hydroxylgruppen vorliegt und Polyesterharze
mit OH-Zahlen von 60 bis 160, vorzugweise 80 bis 140 mg KOH/g erhalten
werden.
Der Einbau der sauren Phosphorsäureestergruppen in den Polyester erfolgt
zweckmäßigerweise während der Kondensation der Di- und/oder Polycarbonsäuren
oder deren Anhydriden mit Diolen und Polyolen, die im Eintopfverfahren
oder auch in zwei Stufen erfolgen kann. Nach der Reaktion kann aus
dem fertigen Polyesterharz durch Wasserextraktion keine freie Phosphorsäure
mehr erhalten werden.
Als Phosphorsäuren eignen sich z. B. Orthophosphorsäure, H3PO4 oder deren
Anhydride, wie Pyrophosphorsäure H4P2O7, Metaphosphorsäure HPO3, sowie
Phosphorpentoxid.
Erfindungsgemäß enthalten die hydroxylgruppenhaltigen gesättigten Polyesterharze
soviel saure Phosphorsäureestergruppen eingebaut, daß die von
der Phosphorsäure herrührende Säurezahl der Harze 5 bis 60 mg KOH/g beträgt,
was durch Einsatz entsprechender Mengen Phosphorsäure bzw. Phosphorpentoxid
beim erfindungsgemäßen Herstellverfahren eingestellt werden
kann, indem diese P-Verbindungen im allgemeinen in Mengen von 0,5 bis 6,
vorzugsweise 2 bis 5 Gew.%, bezogen auf die Summe der eingesetzten Monomeren,
bzw. zu veresternden Komponenten eingesetzt werden.
Als Schleppmittel kommen die üblicherweise bei Veresterungsreaktionen zu
verwendenden inerten organischen Lösungsmittel, z. B. Kohlenwasserstoffe,
wie Toluol, Xylol, Ehtylbenzol, aber auch Hexan und Heptan sowie deren
Gemische in Betracht, die im allgemeinen in Mengen von 10 bis 30 Gew.%,
bezogen auf die Gesamtmenge der zu veresternden Monomeren eingesetzt
werden können.
Die Veresterungsreaktionen können gegebenenfalls auch unter etwas vermindertem
Druck durchgeführt werden.
Das so erhaltene hydroxylgruppenhaltige gesättigte Polyesterharz kann
auf übliche Weise, beispielsweise durch Destillation vollständig oder
teilweise vom Schleppmittel befreit werden oder mit anderen gegen Isocyanatgruppen
inerten Lösungsmitteln, wie z. B. Ester, Ketone, Etherester,
kombiniert werden.
Derartige hydroxylgruppenhaltige gesättigte Polyesterharze weisen besonders
hohe Reaktivität gegenüber Isocyanatgruppen auf. Sie lassen sich
entweder für sich allein oder im Gemisch mit anderen hydroxylgruppenhaltigen
Harzen, die keine sauren Gruppen enthalten, besonders vorteilhaft
in Kombination mit Polyisocyanaten für Zwei-Komponenten-Lacke verwenden.
Erfindungsgemäß können zur Topfzeitverlängerung flüchtige tertiäre Amine
bzw. die Amide sekundärer Amine mit der hydroxylgruppenhaltigen Harzkomponente
oder dessen Gemische mit dem Polyisocyanat vermischt werden und
zwar im allgemeinen in solchen Mengen, daß der basische Stickstoff etwa
10 bis 100, vorzugsweise 20 bis 80% der sauren Gruppierungen der
hydroxylgruppenhaltigen Harzkomponente entspricht.
Als flüchtige tertiäre Amine eignen sich solche der allgemeinen Formel
(I)
worin R1, R2 und R3 untereinander gleich oder verschieden sind und für
Alkylreste mit 1 bis 6, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder für
Hydroxyalkylreste mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen stehen, einer der Reste
R1 bis R3 ein Cyclohexylrest sein kann oder zwei der Reste R1 bis R3 miteinander
zu einem alicyclischen oder heterocyclischen 5- oder 6-gliedrigen
Ring verbunden sein können.
Unter derartigen flüchtigen Aminen werden solche verstanden, die unter
den vorgesehenen Härtungsbedingungen zusammen mit vorhandenem Lösungsmittel
flüchtig sind, so daß die Härtung nach deren Verdunstung gebremst
erfolgen kann.
Beispiele für derartige geeignete tertiäre Amine sind Tributylamin,
Dimethylcyclohexylamin, Dimethylethanolamin, Triethanolamin sowie Morpholin.
Besonders bevorzugte tertiäre Amine sind Tributylamin, Dimethylcyclohexylamin
und Dimethylethanolamin.
Als flüchtige Amide sekundärer Amine eignen sich insbesondere Amide sekundärer
Monoamine der allgemeinen Formel (II)
worin R für Wasserstoff oder einen Alkylrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
steht, R1 und R2 untereinander gleich oder verschieden sind und
für Alkylreste mit 1 bis 6, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder
für Hydroxyalkylreste mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen stehen, einer der
Reste R1 oder R2 ein Cyclohexylrest sein kann oder zwei der Reste R1 und
R2 miteinander zu einem alicyclischen oder heterocyclischen 5- oder
6-gliedrigen Ring verbunden sein können.
Unter derartigen flüchtigen Amiden werden solche verstanden, die unter
den vorgesehenen Härtungsbedingungen flüchtig sind. Ein Beispiel für derartige
geeignete Amide sekundärer Amine ist Dimethylacetamid.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es, den Vorteil einer sehr hohen
Reaktivität, entsprechend einer sehr kurzen Trockenzeit, mit der praktischen
Erfordernis einer möglichst langen Verarbeitungszeit zu vereinen.
Als Polyisocyanatkomponente für die erfindungsgemäße Verwendung der oben
genannten hydroxylgruppenhaltigen Harze in Zwei-Komponenten-Polyurethanlacken
eignen sich die üblichen, für Lackzwecke zugelassenen Polyisocyanate,
vorzugsweise Isocyanurate des Hexamethylendiisocyanats und Trimere
des Hexamethylendiisocyanats, insbesondere die Isocyanurate des Hexamethylendiisocyanats
oder des Isophorondiisocyanats.
Werden die erfindungsgemäßen hydroxylgruppenhaltigen Polyesterharze mit
diesen Polyisocyanaten kombiniert, so werden Lackierungen erhalten, deren
Wetterbeständigkeit den bisher üblichen Einbrennlacken und Zwei-Komponenten-
PUR-Lacken deutlich überlegen ist, und zwar sowohl in Klarlacken
als auch in pigmentierten Lacken.
Zwei-Komponenten-Lacke unter Verwendung der erfindungsgemäß hergestellten
hydroxylgruppenhaltigen Polyester lassen sich in üblicher Weise durch
Vermischen von Polyisocyanat mit hydroxylgruppenhaltigen Polyestern herstellen,
wobei die beiden Komponenten zweckmäßigerweise in solchen Mengen
miteinander kombiniert werden, daß OH-Gruppen und Isocyanatgruppen möglichst
äquivalent sind.
Die Zwei-Komponenten-Lacke können zusätzlich organische Lösungsmittel,
wie Ester, aromatische Kohlenwasserstoffe, Ketone und Etherester enthalten.
Katalysatoren, wie beispielsweise Dibutylzinndilaurat erweisen sich
als vorteilhaft.
Als Pigmente und Füllstoffe können die für PUR-Lacke üblichen verwendet
werden.
Sonstige Zusatz- und Hilfsstoffe, wie z. B. Lichtschutzmittel, UV-Stabilisatoren
oder Verdickungsmittel u. a. können wie üblich verwendet werden,
soweit sie nicht isocyanatreaktiv sind.
Diese Zwei-Komponenten-Lacke eignen sich insbesondere als Decklacke, die
auf einer geeigneten Grundierung oder Füllerschicht aufgebracht werden,
für der Witterung ausgesetzte Industriegüter, z. b. Automobile, Landmaschinen,
Flugzeuge, rollende Massentransportmittel, Kriegsgerät und für
Coil-Coat-Bleche.
Die mit den erfindungsgemäß hergestellten hochreaktiven Polyestern erhaltenen
Lacke zeichnen sich besonders durch hohe Reaktivität aus. Dies kann
dazu führen, daß die Lacke a) bei gegebener Temperatur in kürzerer Zeit
oder b) bei um etwa 20°C erniedrigter Temperatur in der üblichen Zeit gehärtet
werden können.
Beispiele für praktikable Zeit/Temperatur-Kombinationen sind 20 Minuten/
80°C Umlufttemperatur oder 30 Minuten/60°C Umlufttemperatur. Bei üblichen
Schichtdicken von 40 bis 50 µm Trockenfilmdichte sind die Filme griffest
und können sofort von Klebebandresten befreit werden, ohne daß die angrenzenden
Lackpartien durch das Reinigungslösemittel beschädigt werden.
Nach weiteren 24 Stunden sind die Lackierungen völlig superbenzinfest.
Für die ausgezeichnete Wetterbeständigkeit der Lackierungen spricht die
Tatsache, daß Florida-Exponate nach bisher 2 Jahren noch unverändert
sind. Im Xenotest® 1200 werden die ersten Veränderungen zwischen 1200 und
1900 Stunden bemerkbar. Im Vergleich dazu werden Lackierungen mit handelsüblichen
Zwei-Komponenten-PUR-Autoreparaturlacken bereits nach 500
bis 800 Stunden angegriffen. Originaleinbrennlacke haben im gleichen
Gerät gemessen Standzeiten zwischen 800 und 1200 Stunden.
Die in den Beispielen genannten Teile und Prozente beziehen sich, soweit
nicht anders angegeben, auf das Gewicht.
In einem Reaktionsgefäß mit Rührer, Kühler mit Wasserabscheider, Temperaturfühler
und Stickstoffzuführung werden 3 Mol Methylhexahydrophthalsäureanhydrid
mit 1 Mol Trimethylolpropan und 2,4 Mol Neopentylglykol
(90%ig) bei Temperaturen von 180 bis 220°C in Gegenwart von katalytischen
Mengen H3PO3 und 10%, bezogen auf die Gesamtmenge der eingesetzten
Monomeren, Xylol als Schleppmittel verestert und Wasser azeotrop
abdestilliert. Nach ca. 30 Stunden ist die Reaktion beendet. Nach Abdestillieren
des Schleppmittels erhält man Harz A mit einer OH-Zahl von
84,5 mg KOH/g Festharz, aus dem durch Zusatz von Xylol eine Lösung mit
einem Feststoffgehalt (= nicht flüchtige Anteile) von 56,6% hergestellt
wird, die eine Säureanzahl von 12 mg KOH/g Harzlösung aufweist.
In einem Reaktionsgefäß mit Rührer, Kühler mit Wasserabscheider, Temperaturfühler
und Stickstoffzuführung werden 3 Mol Methylhexahydrophthalsäureanhydrid
mit 1 Mol Trimethylolpropan und 2,4 Mol Neopentylglykol
(90%ig) gemischt, 2% H3PO4 sowie 10% Xylol (% jeweils bezogen auf die
Gesamtmenge der eingesetzten Monomeren) zugefügt und auf 170 bis 180°C
erhitzt, wobei Wasser azeotrop abdestilliert wird. Nach etwa 6 Stunden,
wobei die Temperatur langsam auf 220°C gesteigert wird, ist die Reaktion
beendet. Nach Abdestillieren des Schleppmittels erhält man Harz B mit
einer OH-Zahl von 88 mg KOH/g Festharz, das durch Zusatz von Xylol in
eine Lösung mit einem Feststoffgehalt (= nicht flüchtige Anteile) von
57,7% überführt wird, die eine Säurezahl von 20,6 mg KOH/g Harzlösung
aufweist.
In einem Reaktionsgefäß mit Rührer, Kühler mit Wasserabscheider, Temperaturfühler
und Stickstoffzuführung werden 3 Mol Methylhexahydrophthalsäureanhydrid
mit 1 Mol Trimethylolpropan bei einer Temperatur von 120°C
zur Reaktion gebracht. Durch die exotherme Reaktion steigt die Temperatur
spontan auf ca. 150°C. Dem so erhaltenen Reaktionsprodukt, das eine
Säurezahl von ca. 260 mg KOH/g aufweist, werden 2,4 Mol Neopentylglykol
(90%ig) sowie 2%, bezogen auf die Gesamtmenge der eingesetzten Monomeren,
H3PO4 zugesetzt; ein Zusatz von 10%, bezogen auf die Gesamtmenge
der eingesetzten Monomeren, Xylol dient als Schleppmittel. Die Veresterung
erfolgt bei 110 bis 150°C in 12 bis 15 Stunden. Die Temperatur im
Gefäß wird durch Anlegen eines leichten Vakuums in diesem Temperaturbereich
gehalten. Nach Abscheiden der berechneten Wassermenge und nach
Abdestillieren des Schleppmittels erhält man ein fast farbloses Harz (C)
mit einer OH-Zahl von 129 mg KOH/g Festharz, aus dem durch Zusatz von
Xylol eine Lösung mit einem Feststoffgehalt (= nicht flüchtige Anteile)
von 60,2% hergestellt wurde, die eine Säurezahl von 20,4 mg KOH/g Harzlösung
aufweist. Harz C ist in Butylacetat, Glykolacetat, Toluol, Glykol
und Methylethylketon unbegrenzt löslich, in Testbenzin 130/180 ist es im
Verhältnis 1 : 1,5 klar löslich. Harz C ist außerdem mit Celluloseacetobutyrat
im Verhältnis von jeweils 9 : 1 und 8 : 2, sowie mit Lackpolyisocyanaten,
wie den Umsetzungsprodukten aus 3 Mol Toluylendiisocyanat mit
1 Mol Trimethylolpropan (z. B. Basonat®LR 8528), biuretisiertem Hexamethylendiisocyanat
(z. B. Basonat LR 8423), trimierisiertem Isocyanurat-haltigem
Hexamethylendiisocyanat (z. B. Basonat LR 8638) sowie trimerisiertem
Isophorondiisocyanat (z. B. IPDI T 1890 S der Chem. W. Hüls) in stöchiometrischen
Mengen verträglich, mit Desdomur® HL dagegen nur begrenzt verträglich.
In den Tabellen 1 und 2 sind die Zusammensetzungen der mit den Harzen A,
B und C erhaltenen Polyurethanlacke und die damit erhaltenen Prüfergebnisse
zusammengestellt.
Festgehalt der Lacke: 50%
Auftrag 150 µ (naß, mit Filmziehgerät auf Glasplatten aufgezogen)
*) trimerisiertes Isophorondiisocyanat mit einem NCO-Gehalt von 12%
**) biuretisiertes Hexamethylendiisocyanat (75%ig in Ethylglykolacetat/ Xylol 1:1); NCO-Gehalt: 16,5%)
Auftrag 150 µ (naß, mit Filmziehgerät auf Glasplatten aufgezogen)
*) trimerisiertes Isophorondiisocyanat mit einem NCO-Gehalt von 12%
**) biuretisiertes Hexamethylendiisocyanat (75%ig in Ethylglykolacetat/ Xylol 1:1); NCO-Gehalt: 16,5%)
RT = Raumtemperatur (23°C)
1. Trocknung Sand (in Stunden)
Dorn (in Stunden)
Dorn (in Stunden)
Bei Normklima (23°C/50% relative Luftfeuchtigkeit) werden die Lacke
jeweils auf Glasplatten mit einer Naßschichtdicke von 150 µm aufgetragen
und über die beschichtete Glasplatte mit einer Geschwindigkeit
von 1 cm/Stunde ein mit Sand gefüllter Trichter (Abstand der Austrittsöffnung
des Trichters zur beschichteten Glasplatte: 3 mm) gezogen,
aus dem gleichmäßig Sand fließt. Parallel dazu wird ein konstant
belasteter, die beschichtete Glasplatte berührender Dorn mit
der gleichen Geschwindigkeit von 1 cm/Stunde gezogen. Nach 24 Stunden
wird der überschüssige Sand abgekehrt und sowohl die Strecke
(cm = Stunden), auf der der Sand festgeklebt ist, als auch die
Strecke, auf der der Dorn die Beschichtung markiert hat, gemessen.
2. Benzinbeständigkeit:
2. Benzinbeständigkeit:
Bei Normklima wird ein mit Superbenzin getränkter Wattebausch
10 Minuten lang auf die unter den angegebenen Härtungsbedingungen
erhaltene Lackierung gelegt. Anschließend wird abgewischt, mit dem
Fingernagel auf Kratzfestigkeit geprüft und die Kratzfestigkeitsprüfung
nach 24 Stunden Lagerzeit wiederholt. Bewertung: 0 = kratzfest,
5 = Lackierung zerstört.
Durch den Einbau von H3PO4 in einem gesättigten hydroxylgruppenhaltigen
Polyester, wird also die Reaktivität mit Polyisocyanaten erheblich verbessert,
was sich in einer Verkürzung des Pot-life, Verkürzung der Trocknungszeiten,
Erhöhung der Pendeldämpfung besonders nach 30′60°C sowie
nach 20′80°C und nach 1 Tag bei Raumtemperatur und erheblicher Verbesserung
der Benzinbeständigkeit zeigt.
Einer xylolischen Lösung eines nach Beispiel 2 (in Gegenwart von 2%
H3PO4) hergestellten hydroxylgruppenhaltigen gesättigten Polyesterharzes
auf Basis Methylhexahydrophthalsäure/Trimethylolpropan/Neopentylglykol
(Hydroxylzahl 129 mg KOH/g Festharz), die eine Säurezahl von 20,4 mg
KOH/g Harzlösung aufweist, werden unter Rühren der Säurezahl äquivalente
Mengen folgender flüchtiger tertiärer Amine bzw. Amide sekundärer Amine
zugefügt und anschließend durch Vermischen mit einer der OH-Zahl entsprechenden
Menge eines trimerisierten Isophorondiisocyanats (NCO-Gehalt:
112%) ein Polyurethanlack hergestellt. In der folgenden Tabelle 3 wird
angegeben, um wieviel sich das pot-life und die Trocknungszeit der tertiäres
Amin bzw. Amid eines sekundären Amins enthaltenden Lackproben
gegenüber den entsprechenden Werten des gleichen PUR-Lackes ohne diese
Zusätze verändert.
) Trocknung "Sand bzw. Dorn", vgl. Legende zu Tabelle 2
Claims (6)
1. Hydroxylgruppenhaltiges, mit Isocyanatgruppen reaktives gesättigtes
Polyesterharz, dadurch gekennzeichnet, daß das Polyesterharz saure
Phosphorsäurreestergruppen eingebaut enthält, wobei die von der Phosphorsäure
herrührende Säurezahl der Harze 5 bis 60 mg KOH/g beträgt
und dieses Polyesterharz gegebenenfalls einen Zusatz eines flüchtigen
tertiären Amins oder eines flüchtigen Amids eines sekundären Amins
enthält.
2. Verfahren zur Herstellung von hydroxylgruppenhaltigen gesättigten
Polyesterharzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Herstellung der Polyesterharze in Gegenwart von Phosphorsäure oder
Phosphorpentoxid erfolgt.
3. Verfahren zur Topfzeitverlängerung von Zweikomponenten-Polyurethanlacken,
die hydroxylgruppenhaltige gesättigte Polyesterharze mit
sauren Phosphorsäureestergruppen nach Anspruch 1 enthalten, dadurch
gekennzeichnet, daß der hydroxylgruppenhaltigen Harzkomponente flüchtiges
tertiäres Amin oder flüchtiges Amid eines sekundären Amins in
solchen Mengen zugesetzt werden, daß die Menge an basischem Stickstoff
10 bis 100% der sauren Gruppierung entspricht.
4. Verwendung des hydroxylgruppenhaltigen gesättigten Polyesterharzes
nach Anspruch 1 in Kombination mit Polyisocyanaten für Zwei-Komponenten-
Lacke.
5. Verwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die saure
Phosphorsäureestergruppen enthaltenden Polyesterharze nach Anspruch 1
teilweise durch hydroxylgruppenhaltige Harze, die keine sauren
Phosphorsäureestergruppierungen eingebaut enthalten, ersetzt sind.
6. Verwendung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß als
Polyisocyanat ein isocyanuratisiertes Isophorondiisocyanat verwendet
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853532865 DE3532865A1 (de) | 1985-09-14 | 1985-09-14 | Hydroxylgruppenhaltiges gesaettigtes polyesterharz, seine herstellung und verwendung fuer zweikomponenten-polyurethanlacke sowie verfahren zu deren topfzeitverlaengerung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853532865 DE3532865A1 (de) | 1985-09-14 | 1985-09-14 | Hydroxylgruppenhaltiges gesaettigtes polyesterharz, seine herstellung und verwendung fuer zweikomponenten-polyurethanlacke sowie verfahren zu deren topfzeitverlaengerung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3532865A1 true DE3532865A1 (de) | 1987-04-02 |
Family
ID=6280991
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853532865 Withdrawn DE3532865A1 (de) | 1985-09-14 | 1985-09-14 | Hydroxylgruppenhaltiges gesaettigtes polyesterharz, seine herstellung und verwendung fuer zweikomponenten-polyurethanlacke sowie verfahren zu deren topfzeitverlaengerung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3532865A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0922736A1 (de) * | 1997-12-09 | 1999-06-16 | Performance Polymers (Proprietary) Limited | Polyurethanharze |
| WO1999031186A1 (en) * | 1997-12-17 | 1999-06-24 | Ppg Industries Ohio, Inc. | Flexible phosphatized polyester-urethane primers and improved coating systems including the same |
-
1985
- 1985-09-14 DE DE19853532865 patent/DE3532865A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0922736A1 (de) * | 1997-12-09 | 1999-06-16 | Performance Polymers (Proprietary) Limited | Polyurethanharze |
| US6221955B1 (en) | 1997-12-09 | 2001-04-24 | Dekro Paints (Proprietary) Limited | Polyurethane resins |
| WO1999031186A1 (en) * | 1997-12-17 | 1999-06-24 | Ppg Industries Ohio, Inc. | Flexible phosphatized polyester-urethane primers and improved coating systems including the same |
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