DE3530558A1 - Gleitbuechsenlager - Google Patents
GleitbuechsenlagerInfo
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Description
PATENTÄN\rä\CTSKANZLEI
Anmelder; ÜBE INDUSTRIES, LTD.
12-32, Nishihonmachi 1-chome,
Ube-shi,
Yamaguchi,
Japan
U 416/1-B 85" Pat 27. August 1985
Gleitbüchsenlager
Priorität:
31. August 1984, Japan, Patentanmeldung Nr. 18033/84
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gleitbüchsenlager.
Ein herkömmliches Gleitbüchsenlager besitzt eine stationäre Büchse bzw. Lagerschale, eine sich drehende
Welle und eine Gleitbüchse, die drehbar zwischen diesen beiden Teilen angeordnet ist. Ein solches Gleitbüchsenlager
soll die Lagerungseigenschaften verbessern, in der Hinsicht, daß die produzierte Wärme minimiert wird
und Vibrationen verhindert werden. Fig. 1 zeigt eine Schnittansicht eines herkömmlichen Gleitbüchsenlagers.
Eine sich drehende Welle 2, die von einem Antriebsmotor angetrieben wird, ist mittels einer sich drehenden
Gleitbüchse 3 in einer stationären Lagerschale 1 gehalten,
wobei letztere fest in einem Rahmen oder ähnlichem gehalten ist. Die zylindrische Wand der Gleitbüchse
3 besitzt eine Vielzahl von Ölbohrungen und die innere Oberfläche der Gleitbüchse 3 besitzt eine
umlaufende Rille, die in Verbindung mit diesen Ölbohrungen steht. Wenn ein Schmieröl in den Raum
zwischen die stationäre Lagerschale 1 und die Gleitbüchse 3 zugeführt wird, so wird es durch die Ölbohrungen
und die umlaufende ölrille über die gesamtes innere Wandoberfläche der Gleitbüchse 3 verteilt, so
daß sich an den inneren und äusseren Wandflächen der Gleitbüchse Ölfilme 4 bzw. 5 bilden.
Bei Drehung der Welle 2 schwimmt diese aufgrund des ölfilmes 5, der über die innere Wandfläche der über die
innere Wandoberfläche der Gleitbüchse 3 gebildet wird, und die Gleitbüchse 3 wird von dem inneren Ölfilm 5
mitgezogen und daher gedreht. In diesem Falle schwimmt die Gleitbüchse 3 und dreht sich zwischen dem äusseren
und dem inneren Ölfilm 4 und 5, so daß sie gut geschmiert wird und weniger Hitze entsteht. Die aufgrund
der Viskosität der Ölfilme produzierte Hitze ist eine Funktion des Quadrates der relativen Gleitgeschwindigkeit,
sofern die Ölfilme die gleiche Dicke haben. Falls daher ein Gleitbüchsenlager anstelle eines
herkömmlichen Lagers mit nur einem Ölfilm verwendet wird und sich die Gleitbüchse 3 mit einer Geschwindigkeit
dreht, die der Hälfte der Geschwindigkeit der Welle entspricht, so wird die von jedem der beiden
Ölfilme 4 und 5 der Gleitbüchse 3 erzeugte Wärme ein Viertel der in einem herkömmlichen Lager erzeugten
Wärme. Selbst wenn die kalorischen Werte der Ölfilme 4
und 5 addiert werden, so ist die gesamte erzeugte Wärme nur die Hälfte der Wärme eines herkömmlichen Lagers.
Dreht sich die Gleitbüchse 3 mit halber Geschwindigkeit der Welle 2, so wird - wie oben beschrieben - der
kalorische Wert die Hälfte gegenüber einem herkömmlichen Lager, so daß die Lagereigenschaft verbessert
ist. Allerdings ist es in der Praxis - wie viele Literaturstellen berichten - schwierig, die Gleitbüchse
3 zu drehen; insbesondere dreht sie sich schwer, wenn die Welle 2 ihre Drehung beginnt. Der Grund für die
Schwierigkeit, die Gleitbüchse 3 in Drehung zu versetzen ist folgender: Bei Drehung der Welle 2 wird der
innere Ölfilm 5 gebildet und die Gleitbüchse 3 wird von dem inneren Ölfilm 5 mitgenommen und versucht sich zu
drehen. Die Kraft, die dafür nötig ist, die Drehung der Gleitbüchse 3 zu bewirken, ist eine dynamische Reibkraft,
während eine stationäre Reibkraft (Haftreibung), die weitaus grosser ist als die dynamische Reibkraft
zwischen der Gleitbüchse 3 und der stationären Büchse erzeugt wird, bevor sich der äussere Ölfilm 4 gebildet
hat. Wie oben beschrieben, ist die Leistungsfähigkeit des herkömmlichen Gleitbüchsenlagers nicht so
ok zufriedenstellend, so daß es sich in der Praxis nicht
in grösserem Umfange durchgesetzt hat.
Die japanische Patentveröffentlichung Nr. 48-15536 beschreibt
ein Zwischengetriebe, das hinsichtlich seiner
ο« Konstruktion gewisse Ähnlichkeiten mit dem Gleitbüchsenlager
hat. Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt desselben. Eine Antriebswelle 7 und eine Ausgangswelle 8
sind koaxial zueinander mittels Rahmen 6 gehalten. Eine Planetengetriebe-Welle 10 ist mittels eines
or Stützrahmens 9, der mit der Ausgangswelle 8 verbunden
-δι
ist, parallel zu der Antriebs- und Ausgangswelle 7 und 8 gelagert. Ein Planetenrad 12, das mit einem Antriebsrad
11 kämmt, welch letzteres mit der Antriebswelle 7 verbunden ist, wird über ein Hilfsrad 13 von der
Planetenradwelle 10 getragen. Das Hilfsrad 13 kämmt ebenfalls mit dem Antriebsrad 11. Die Bezugszeichen 14
und 15 bezeichnen ein inneres Zahnrad bzw. einen Abstandhalter. Eine Vielzahl von Planetenradwellen 10,
von Planetenrädern 12, von Hilfsrädern 13 und von
Abstandhaltern 15 sind in gleichen Winkelabständen angeordnet.
Wenn die Antriebswelle 7 gedreht wird, so drehen sich die Planetenräder 12 selbst, wobei sie sich an dem
Antriebszahnrad 11 abwälzen, so daß die Ausgangswelle gleichsinnig mit dem Stützrahmen 9 gedreht wird.
Vergleicht man das beschriebene Zwischengetriebe mit dem Gleitbüchsenlager der Fig. 1, so erkennt man, daß
die Planetenradwelle 10, die nicht gedreht wird, der
stationären Lagerbüchse 1 entspricht und daß das Hilfsrad 13, das an der Planetenradwelle 10 gehalten
ist, der Gleitbüchse 3 entspricht. Weiterhin entspricht das Planetenrad 12, das mit dem Hilfsrad 13 kämmt und
sich dreht, der sich drehenden Welle 2. Vom Standpunkt der Konstruktion und hinsichtlich der Tatsache, daß
Schmieröl zu den miteinander kämmenden Zahnrädern geliefert wird, kann das Zwischengetriebe der oben beschriebenen
Art als ein Gleitbüchsenlager angesehen
QQ werden. Bei dem Zwischengetriebe übernimmt das Hilfsrad
13 - wie oben beschrieben - die Funktion der Gleitbüchse 3, wenn das Hilfsrad 13 mit dem Antriebszahnrad
" 11 kämmt und mit gleicher Geschwindigkeit wie das Planetenrad 12 gedreht wird. Im Ergebnis wird weniger
g5 Wärme erzeugt und Bearbeitungsfehler können absorbiert
— Q —
werden. Da darüber hinaus die Ölfilme Vibrationen verhindern,
kann die Last gleichmässig auf die Planetenräder 12 verteilt werden.
Allerdings ist bei dem oben beschriebenen Zwischengetriebe die Kraft, die die Drehung des Hilfsrades 13
bewirkt, so klein, daß die statischen Auslenkungen der Zähne des Hilfsrades 13 beträchtlich kleiner sind als
IQ die Bearbeitungsfehler. Wenn also im Ergebnis ein Zahn ausser Eingriff mit einem anderen Zahn kommt und in
Eingriff mit dem nächsten Zahn, so werden Vibrationen verursacht, daß sich die Zahnflächen verschleissen und
ausbrechen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Gleitbüchsenlager zu schaffen, bei dem eine Gleitbüchse gleichlaufend
mit einem sich drehenden Körper gedreht werden kann, wobei im wesentlichen keine dynamische Last entsteht,
so daß weniger Hitze produziert wird, Vibrationen verhindert werden und die Leistungsfähigkeit des
Lagers verbessert wird.
Ein Gleitbüchsenlager nach der Erfindung enthält folgendes:
ein Paar von äußeren und inneren Teilen, von denen eines festgehalten und das andere drehbar gelagert ist,
wobei die einander zugewandten Oberflächen dieser im OQ wesentlichen koaxial zueinander liegenden Teile zylindrisch
sind, eine zwischen diesen Teilen eingesetzte Gleitbüchse mit inneren und äußeren zylindrischen
Oberflächen,
-ΙΟΙ
eine fließfähige Flüssigkeit (Schinierflüssigkeit) , die
in den beiden Räumen beidseitig der Gleitbüchse vorhanden ist,
wobei die Erfindung darin besteht, daß die Gleitbüchse und das drehbare Teil des Paares von äußeren und
inneren Teilen an einander gegenüberliegenden Oberflächen je eine halbzylindrische Rille aufweisen, wobei die
Achsen der beiden Rillen im wesentlichen parallel zur
IQ Achse des drehbaren Teiles verlaufen, wobei eine der
Rillen einen geringfügig größeren Durchmesser aufweist als die andere Rille und wobei die beiden Rillen
zusammen ein im wesentlichen zylindrisches Loch bilden, in welche ein Stift eingesetzt ist, wobei der Durchmesser
des Stiftes im wesentlichen gleich dem Durchmesser der Rille mit dem kleineren Durchmesser ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles
im Zusammenhang mit der Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt eines herkömmlichen Gleitbüchsenlagers ;
Fig. 2 einen Längsschnitt eines weiteren bekannten Gleitbüchsenlagers;
Fig. 3 einen Querschnitt eines ersten Ausführungsbeispieles der vorliegenden Erfindung;
Fig. 4 einen Längsschnitt desselben; Fig. 5 einen Querschnitt eines zweiten AusführungsgO
beispieles der Erfindung;
Fig. 6 einen Längsschnitt desselben;
Fig. 7 einen Längsschnitt eines dritten Ausführungsbeispieles der vorliegenden Erfindung; und
Fig. 8 ein Diagramm zur Erläuterung der Effekte des dritten Ausführungsbeispxeles der Fig. 7.
Die Fig. 3 und 4 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Fig. 3 ist ein Querschnitt
desselben während Fig. 4 ein Längsschnitt ist. Eine zylindrische stationäre Büchse 21 ist fest in einem
Maschinenrahmen gehalten, während eine zylindrische Gleitbüchse 22 drehbar in der stationären Büchse 21
befestigt ist. Eine sich drehende Welle 23, die ein Beispiel für einen Rotor darstellt, wird von der
IQ Gleitbüchse 22 gelagert. Der Raum zwischen der sich
drehenden Welle 23 und der Gleitbüchse 22 einerseits und der Raum zwischen der Gleitbüchse 22 und der
stationären Büchse 21 stehen durch eine Vielzahl von Ölbohrungen 24 miteinander in Verbindung. Ein Schmierig
öl, das von einem (nicht dargestellten) öleinlass zugeführt wird, füllt den Raum zwischen der sich
drehenden Welle 23 und der Gleitbüchse 22 und den Raum, der zwischen der Gleitbüchse 22 und der stationären
Büchse 21 gebildet ist, so daß Ölfilme 25 und 26 gebildet werden, die miteinander über die Ölbohrungen
24 in Verbindung stehen. Der Innendurchmesser der Gleitbüchse 22 ist geringfügig grosser als der Aussendurchmesser
der sich drehenden Welle 23, während der Aussendurchmesser der Gleitbüchse 22 geringfügig
kleiner ist als der Innendurchmesser der stationären Büchse 21. An der inneren zylindrischen Oberfläche der
Gleitbüchse 22 und an der äusseren zylindrischen Oberfläche der sich drehenden Welle 23 sind jeweils
halbzylindrische Löcher 27 und 27a vorhanden, die OQ zusammen ein im wesentlichen zylindrisches Loch bilden.
In diesem im wesentlichen zylindrischen Raum, der von den einander gegenüberliegenden halbzylindrischen
Löchern 27 und 27a gebildet ist, ist ein Stift 28 eingesetzt, um so die relative Drehung zwischen der
Gleitbüchse 22 und der sich drehenden Welle 23 zu
3S3Ü558
begrenzen bzw. unterbinden. Es sei darauf hingewiesen, daß der Radius des halbzylindrischen Stiftloches 27a
auf der Seite der sich drehenden Welle 23 im wesentlichen gleich dem des Stiftes 28 ist, daß jedoch
der Radius des Stiftloches 27 auf der Seite der Gleitbüchse 22 grosser ist als der Radius des Stiftes
28, da ein Spalt für den Ölfilm 26 zwischen der sich drehenden Welle 23 und der Lagerbüchse 22 berücksichtigt
wurde. Liegt beispielsweise der Aussendurchmesser der Welle 23 bei 175mm und haben die Welle 23
und die Gleitbüchse 22 einen radialen Abstand von ca. 0,5 mm zueinander, so sind der Radius des Stiftes 28
und der des Stiftloches 27a auf 15mm festgesetzt, während der Radius des Stiftloches 27 bei 16,25 mm
liegt. Die Länge des Stiftes 28 ist verhältnismässig kurz und liegt beispielsweise bei 20 mm.
Im folgenden wird die Arbeitsweise des ersten Ausführungsbeispieles
der oben beschriebenen Konstruktion erläutert werden. Wenn die Welle 23 gedreht wird, so
wird die Gleitbüchse 22 gezwungen, sich in Einklang mit der Welle 23 zu drehen, da eine relative Drehung
zwischen der Welle 23 und der Gleitbüchse 22 mittels des Stiftes 28 begrenzt ist, so daß die Ölfilme 25 und
26 über die äusseren und inneren zylindrischen Oberflächen der Gleitbüchse 22 gebildet wird. Im Ergebnis
schwimmt die Gleitbüchse 22 und dreht sich zwischen diesen beiden Ölfilmen 25 und 26.
Da der Radius des Stiftes 28 geringfügig kleiner ist
als der des Stiftloches 27 auf der Seite der Gleitbüchse 22 und daher dort ein kleiner Zwischenraum
zwischen der äusseren zylindrischen Oberfläche der gg Welle 23 und der inneren zylindrischen Oberfläche der
' ' 3'5 3Ό 5 5
Gleitbüchse 22 vorhanden ist, bewegt sich der Berührungspunkt zwischen dem Stift 28 und dem Stiftloch
27 geringfügig, wenn die Welle 23 sich dreht und damit auch die Gleitbüchse 22.
Nach der oben erläuterten Arbeitsweise des Gleitbüchsenlagers weist dieses vollständig die wesentlichen
Merkmale eines Gleitbüchsenlagers auf, nämlich daß die erzeugte Wärme klein ist und Vibrationen verhindert
werden, wobei es gleichzeitig die Lagereigenschaften beibehält.
Das Gleitbüchsenlager mit dem oben beschriebenen Aufbau Ig ist einfach und mit wenig Bearbeitungsfehlern herzustellen.
Im Gegensatz zu einem wechselseitigen Eingriff von Zahnrädern wird darüber hinaus hier kein Stoss
erzeugt, so daß keine Vibrationen auftreten und folglich eine "weiche" Energieübertragung sichergestellt
ist. Die auf den Stift 28 ausgeübte dynamische Last ist sehr klein.
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt eines zweiten Ausführungsbeispieles
der vorliegenden Erfindung, während
ok Fig. 6 einen Längsschnitt desselben zeigt. Die Fig. 5
und 6 entsprechen den Fig. 3 und 4. Bei dem zweiten, nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die
Beziehung zwischen dem stationären Körper und dem sich drehenden Körper umgekehrt zu dem ersten Ausführungs-
go beispiel. Dies heisst, daß eine Welle 29 stationär von
Maschinenrahmen oder ähnlichem gehalten ist und daß ein sich drehender Zylinder 30 mittels einer Gleitbüchse
über der stationären Welle 29 gehalten ist. Mit Ausnahme dieser Anordnung entspricht das zweite Aus-
gc führungsbeispiel hinsichtlich seiner Konstruktion im
wesentlichen dem oben im Zusammenhang mit den Fig. 3 und 4 beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel. Dies
bedeutet, daß an dem äusseren und inneren zylindrischen Oberflächen der Gleitbüchse 31 Ölfilme 32 und 33 ausgebildet
sind; weiterhin ist ein Stiftloch 30a ist an der inneren zylindrischen Oberfläche des sich drehenden
Zylinders 30 ausgebildet, während ein Stiftloch 31a an der äusseren zylindrischen Oberfläche der Gleitbüchse
31 ausgebildet ist; schliesslich ist ein Stift 34 in diese beiden Stiftlöcher 30a und 31a eingepasst.
Während des Betriebes wird aufgrund der Drehung des sich drehenden Zylinders die Gleitbüchse 31 gezwungen,
sich im Gleichklang mit dem sich drehenden Zylinder 30 zu drehen, wobei dann die Ölfilme 32 und 33 gebildet
werden. Folglich sind die Wirkungen, Merkmale und Vorteile des zweiten Ausführungsbeispieles im wesentlichen
gleich denen des oben beschriebenen ersten Ausführungs-
Fig. 7 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung in Form eines Längsschnittes eines
Gleitbüchsenlagers gemäss der vorliegenden Erfindung,
welches im Zusammenhang mit einem Planetengetriebe verwendet wird. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen in den
Fig. 2 bis 7 durchgängig die gleichen Teile, wobei die bereits erläuterten Bauteile hier nicht noch einmal beschrieben
werden sollen. In dem dritten Ausführungsbei-
gO spiel ist das Planetenrad 12 über eine Gleitbüchse 35
von der Planetenradwelle 10 gehalten, die ihrerseits fest von den Rahmen 9 gehalten ist. Das dritte Ausführungsbeispiel
ist eine Anwendung bzw. Modifikation des oben im Zusammenhang mit den Fig. 5 und 6 beschrie-
gg benen Ausführungsbeispieles. Dies heisst, daß ein Stift
36 drehbar in die entsprechend angepassten halbzylindrischen Vertiefungen eingesetzt ist, welche an
der äusseren zylindrischen Oberfläche der Gleitbüchse 35 und der inneren zylindrischen Oberfläche des
Planetenrades 12 ausgebildet sind. Es werden sich also auch hier Ölfilme an den äusseren und inneren zylindrischen
Oberflächen der Gleitbüchse 35 ausbilden.
Fig. 8 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der Änderungsfrequenz des Drehmomentes und dem Variationsbereich des Drehmomentes zeigt und dazu dient, den
Effekt der Absorbtion von Drehmomentänderungen bei dem oben in Zusammenhang mit Fig. 7 beschriebenen dritten
5 Ausführungsbeispiel zu erläutern. Die dargestellten Grossen wurden durch Messung des Variationsbereiches
des Drehmomentes einer Welle relativ zur Variation des Drehmomentes erhalten und zwar mit einem speziellen
Energiezirkulations-Getriebetester. Längs der Abszisse ist die Drehmomentvariation in Hz aufgetragen, während
der Änderungsbereich des Drehmomentes längs der Ordinate in kg.m aufgetragen ist. Die Kurve A wurde erhalten,
als kein Gleitbüchsenlager verwendet wurde; die Kurve B wurde bei einem Gleitbuchsenlager erhalten, das
ein Hilfszahnrad entsprechend dem im Zusammenhang mit Fig. 2 beschriebenen Zwischengetriebe besass; die Kurve
C wurde bei einem Gleitbuchsenlager gemäss Fig. 7 erhalten.
go Es ist zu erkennen, daß bei einem Gleitbüchsenlager der
Änderungsbereich des Drehmomentes klein ist, wie aus den Kurven B oder C zu erkennen ist. Dies bedeutet, daß
die Gleitbüchse dazu dient, Vibrationen zu verhindern. Es ist zu erkennen, daß das Gleitbüchsenlager gemäss
gc dem Stand der Technik, welches ein Hilfszahnrad
besitzt, im wesentlichen den gleichen Effekt hat, wie das Gleitbüchsenlager nach der vorliegenden Erfindung.
Allerdings ist ersteres in seiner Konstruktion offensichtlich komplizierter und hat eine grössere Masse. Im
Ergebnis ist die zum Drehantrieb benötigte Kraft beträchtlich grosser als die bei der vorliegenden Erfindung
benötigte Kraft. Dies rührt daher, daß - wie oben beschrieben - die Antriebskraft im wesentlichen
IQ von einer dynamischen Last bestimmt wird, die proportional
der Masse des sich drehenden Körpers ist.
Wie die Kurve B zeigt, wirkt beim Stand der Technik die Antriebskraft auf einen Punkt, an dem sich ein Rücken
und ein Tal berühren, da eine Aussenverzahnung verwendet wird. Im Gegensatz hierzu wirkt im Falle der
vorliegenden Erfindung - wie im Zusammenhang mit Fig. gezeigt - die Antriebskraft auf einen Punkt, an dem
sich der Radius des Stiftes 34 und das Stiftloch 30a auf der Seite des sich drehenden Körpers 30 berühren.
Folglich wird ein Vorteil hinsichtlich der Festigkeit erhalten. Bei Experimenten, die durchgeführt wurden, um
die in Fig. 8 abgebildeten Messgrössen zu erhalten, hatten das Hilfszahnrad und das mit ihm kämmende Zahnrad
gleichen Radius mit einem Teilkreis von 150mm, einen Druckwinkel von 20° und eine Zahnbreite von 40mm.
Bei der vorliegenden Erfindung lag der Radius des Stiftloches 31a bei 15mm; der Radius des Stiftloches
30a bei 16,25mm und die Länge des Stiftes 34 bei 20mm.
gO Die Kontaktspannungen (δ') wurden in den beiden Fällen
wie folgt berechnet:
Im Falle der Kurve B des Standes der Technik:
Im Falle der Kurve B des Standes der Technik:
| - 17 - | X | 40 | 3530558 | |
| I | W | .83 W | ||
| f 150^ | tan 20° | |||
= 60.6
Im Falle der Kurve C bei der vorliegenden Erfindung:
= 60.6 \/ !? = 0.97 W
16.25 X 15 __ on
—II.. ■ ■-, ■ ι .1. .1 !■ A £\J
16.25 - 15
wobei W die Antriebskraft ist und die Konstante von 60,6 in Abhängigkeit von dem Young'sehen Modulus und
dem Poisson-Verhältnis des verwendeten Materiales bestimmt wurde. Obwohl - wie oben erwähnt - bei der vorliegenden
Erfindung ein kleiner Stift verwendet wird, kann die Kontaktbeanspruchung ungefähr auf die Hälfte
reduziert werden, so daß die vorliegende Erfindung hinsichtlich der Festigkeit sehr vorteilhaft ist.
Darüber hinaus ist die Erfindung - wie oben beschrieben - auch dahingehend vorteilhaft, daß die Last W in
obiger Gleichung verringert werden kann.
Sofern die Stifte 28 und 34 als feste zylindrische Körper beschrieben wurden, sei darauf hingewiesen, daß
sie auch als kurze hohle Rohre ausgebildet sein können. Darüber hinaus kann ein hierfür verwendetes kurzes
hohles Rohr auch die Form eine "C" im Querschnitt haben, so daß die Flexibilität des Rohres verbessert
werden kann. Zusätzlich kann ein Stift in das kurze, im Querschnitt C-förmige Rohr eingesetzt werden. Weiterhin
können mehrere in ümfangsrxchtung versetzt angeordnete Stifte 22 oder 31 verwendet werden. Bei den ersten,
zweiten und dritten Ausführungsbeispielen wird nur eine Gleitbüchse 22 oder 31 verwendet; es sei jedoch darauf
hingewiesen, daß eine Vielzahl von Gleitbüchsen in koaxialer Beziehung zueinander angeordnet werden können
und daß sie mittels Stiften miteinander verbunden werden können.
Wie oben beschrieben, wird bei einem Gleitbüchsenlager nach der vorliegenden Erfindung die Gleitbüchse gezwungen,
im Gleichklang mit dem sich drehenden Körper zu drehen, ohne daß eine dynamische Last entsteht. Dies
wird mit einer sehr einfachen und sehr zuverlässigen Konstruktion erreicht, bei der eine zylindrische
Gleitbüchse zwischen einem sich drehenden Körper und einem festen Körper angeordnet ist und bei dem ein
^g Stift die relative Drehung zwischen der Gleitbüchse und
dem sich drehenden Körper verhindert, wobei dieser in zueinander angepasste Oberflächen der Gleitbüchse und
der sich drehenden Körper eingesetzt ist. Damit ist die Leistungsfähigkeit des Gleitbüchsenlagers hinsichtlich
<äer Verringerung von Wärme und hinsichtlich der Unterdrückung
von Vibrationen beträchtlich verbessert und das Gleitbüchsenlager kann unter grosser Last mit hohen
Drehzahlen betrieben werden.
Claims (7)
1. Gleitbüchsenlager mit
einem Paar von äusseren und inneren Teilen (21, 23 oder 29, 30), wobei eines der äusseren und inneren
Teile (21 oder 29) fest gehalten ist, während das andere (23 oder 30) drehbar gelagert ist, wobei
das äussere Teil (21 oder 30) eine zylindrische innere Oberfläche aufweist, während das innere
Teil (23 oder 29) eine zylindrische äussere Oberfläche aufweist und in das äussere Teil (21 oder
30) in einer im wesentlichen koaxialen Beziehung mit diesem eigesetzt ist;
mit einer Gleitbüchse (22 oder 31), die zwischen dem äusseren und dem inneren Teil angeordnet ist
und innere und äussere zylindrische Oberflächen aufweist;
mit einer fliessfähigen Flüssigkeit (25, 26 oder 32, 33), die in den Raum zwischen dem äusseren
Teil (21 oder 30) und der Gleitbüchse (22 oder 31) einerseits und den Raum zwischen der Gleitbüchse
(22 oder 31) und dem inneren Teil (23 oder 29) eingefüllt ist,
gekennzeichnet durch: ein Rillenpaar bestehend aus einer im wesentlichen
halbzylindrischen äusseren Rille (27 oder 30a) und
2g einer im wesentlichen halbzylindrischen inneren
Rille, wobei die Rillen in einander gegenüberliegenden Oberflächen des drehbaren Teiles (23
oder 30) des Paares von äusseren und inneren Teilen und der Gleitbüchse (22 oder 31) ausgebildet
sind, wobei die Achse der im wesentlichen halbzylindrischen äusseren und inneren Rillen sich
im wesentlichen parallel zur Achse des drehbaren Teiles erstrecken, wobei eine der im wesentlichen
halbzylindrischen äusseren und inneren Rillen (27 oder 30a) einen geringfügig grösseren Durchmesser
aufweist als die andere Rille des Paares von im wesentlichen halbzylindrischen äusseren und
inneren Rillen (27a oder 31a); und einen Stift (28 oder 30), der in ein im wesent-
OQ liehen zylindrisches Loch eingesetzt ist, welches
durch die im wesentlichen halbzylindrischen äusseren und inneren Rillen (27, 27a oder 30a,
31a), welche miteinander ausgerichtet sind, gebildet ist, wobei der Durchmesser des Stiftes (28
gg oder 34) im wesentlichen gleich demjenigen
Durchmesser einer der Rillen des Paares von im wesentlichen halbzylindrischen äusseren und
inneren Rillen (27a, 31a) ist, dessen Durchmesser kleiner als der Druchmesser der anderen Rille des
Paares von im wesentlichen halbzylindrischen äusseren und inneren Rillen (27 oder 30a) ist.
2. Gleitbüchsenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Paar von halbzylindrischen äusseren und inneren Rillen (27, 27a oder 30a,
31a) und der Stift (28 oder 34) im wesentlichen gleiche Länge haben.
3. Gleitbüchsenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das äussere Teil (21) stationär gehalten und hohl ist, daß das innere Teil (23) in
dem äusseren Teil (21) drehbar gehalten ist und die Form eines Vollzylinders hat, daß die Gleitbüchse
(22) die Form eines Ringes hat und in den Raum zwischen dem äusseren und dem inneren Teil
eingesetzt ist, und daß der Stift (28) in die innere zylindrische Oberfläche der Gleitbüchse und
die äussere zylindrische Oberfläche des inneren Teiles eingesetzt ist.
4. Gleitbüchsenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das innere Teil (29) stationär gehalten und ein Vollkörper ist, daß die Gleit-
QQ büchse (31) über das innere Teil (29) gesetzt ist,
daß das äussere Teil (31) hohl ist, über die Gleitbüchse (31) gesetzt und drehbar ist, und daß
der Stift (34) in die zylindrische äussere Oberfläche der Gleitbüchse (31) und die zylindrische
innere Oberfläche des äusseren Teiles (30) eingesetzt ist.
5. Gleitbüchsenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß der Durchmesser der äusseren Rille (27 oder 30a) grosser ist als der der
inneren Rille (27a oder 31a).
6· Gleitbüchsenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vielzahl von Stiften und von im wesentlichen zylindrischen Löchern der oben
beanspruchten Art vorhanden ist.
7. Gleitbüchsenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es im Zusammenhang mit einem
Planetengetriebe verwendet wird und daß das äussere Teil ein drehbares Planetenrad (12) ist,
während das innere Teil eine festgehaltene Planetenradwelle (10) ist.
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