DE3530077C2 - Magnetische Farbe für magnetische Aufzeichnungsmedien - Google Patents
Magnetische Farbe für magnetische AufzeichnungsmedienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine magnetische Farbe bzw. ein
magnetisches Anstrichmittel (diese Ausdrücke werden im
folgenden synonym verwendet) für die Verwendung in magne
tischen Aufzeichnungsmedien.
Magnetische Aufzeichnungsmedien, wie Magnetbänder oder
-karten, werden im allgemeinen hergestellt, indem man
ein Substrat, wie einen Polyesterfilm, mit einem magne
tischen Anstrichmittel, das ein magnetisches Pulver und
ein Bindemittel enthält, beschichtet, wobei auf dem Sub
strat eine magnetische Schicht gebildet wird. In den ver
gangenen Jahren wurden feinverteilte, magnetische Metall
pulver mit hoher spezifischer Oberfläche als solche ma
gnetische Pulver verwendet, um die Koerzitivkraft, die
maximale Sättigungsmagnetisierung, die S/N-Verhältnisse
und die Aufzeichnungsdichte zu erhöhen.
Die Verwendung üblicher Bindemittel, wie einem Vinylchlo
rid/Vinylacetat/Vinylalkohol-Terpolymeren, einem Vinyl
chlorid/Vinylacetat/Maleinsäure-Terpolymeren oder Nitro
cellulose, besitzt jedoch den Nachteil, daß während der
Herstellung die magnetische Farbe, die das magnetische
Metallpulver enthält, geliert oder daß die magnetischen
Metallpulver eine ungenügende Dispersionsfähigkeit auf
weisen. Bei magnetischen Farben wird ein oberflächenakti
ves Mittel mit niederem Molekulargewicht als Dispersions
mittel verwendet, um die Dispersionsfähigkeit des magne
tischen Pulvers zu verbessern. Die Menge an Dispersions
mittel, die verwendet werden kann, ist beschränkt, da,
wenn es in größeren Mengen eingesetzt wird, es die Dauer
haftigkeit des entstehenden magnetischen Aufzeichnungs
mediums verringert oder die Aufzeichnungsköpfe verunrei
nigt.
Man hat andererseits allgemein Versuche unternommen, um
die Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit magnetischer
Aufzeichnungsmedien zu verbessern, insbesondere bei der
Herstellung magnetischer Videobänder. Es wurde versucht,
die magnetische Schicht durch Zugabe eines flexiblen Ma
terials, wie eines Polyurethanharzes, eines Polyesterhar
zes oder eines Acrylnitril/Butadien-Kautschuks, und ei
nes Vernetzungsmittels, das mit einem Teil oder dem ge
samten Bindemittel reagiert, zu vernetzen. Das Bindemit
tel muß daher mit dem flexiblen Material verträglich sein
und gegenüber dem Vernetzungsmittel eine geeignete Reak
tivität aufweisen. Das Bindemittel muß weiterhin eine
ausgezeichnete chemische Stabilität besitzen, da es er
forderlich ist, die Zuverlässigkeit der magnetischen Bän
der zu erhöhen, und es darf keine Zersetzungsprodukte
bilden, welche das magnetische Pulver zersetzen oder eine
Korrosion des Aufzeichnungskopfes bewirken.
In der DE 35 16 781 A1 wird eine magnetische Anstrichfarbe
für magnetische Aufzeichnungsmedien beschrieben, die ein
Bindemittel enthält, welches 0,1 bis 4 Gew.-% Gruppen einer
schwefel- oder phosphorhaltigen starken Säure enthält. Die
Verwendung eines Bindemittels, welches Säuregruppen enthält,
ist nachteilig, da die Dispersionsfähigkeit für magnetisches
Pulver eines solchen Bindemittels nicht ausreicht. Das be
kannte Bindemittel besitzt keine ausreichende Wärmestabili
tät, und es findet eine Korrosion des Aufzeichnungskopfes
statt. Die Abnutzungsbeständigkeit und Dauerhaftigkeit der
bekannten magnetischen Anstrichfarbe sind ungenügend.
In der DE-AS 19 46 553 wird ein magnetisches Aufzeichnungs
medium beschrieben, welches ein spezifisches Fettsäurege
misch in einer magnetischen Schicht zusammen mit einem Bin
demittel enthält. Werden in Beispiel 1 die Mengen auf 100
Gew.-Teile magnetisches Pulver umgerechnet, so ist erkenn
bar, daß 31,1 Gew.-Teile Vinylchlorid-Vinylacetat-Vinylalko
hol-Copolymer und 8,3 Gew.-Teile Fettsäuregemisch mit 189
Gew.-Teilen Lösungsmittel vermischt werden, d. h. gemäß die
ser Literaturstelle muß das Gemisch aus Copolymer, Bindemit
tel und Fettsäure in großer Menge verwendet werden, bedingt
durch die schlechte Dispersionsfähigkeit des magnetischen
Pulvers (Gesamtmenge von beiden beträgt 39,4 Gew.-Teile).
Der Zusatzstoff dieser Literaturstelle muß daher in größerer
Menge verwendet werden als das erfindungsgemäße Bindemittel,
um die gleiche Menge magnetisches Pulver zu dispergieren.
Aus dieser Literaturstelle lassen sich auch keinerlei Hin
weise auf die Wirkung von Epoxygruppen entnehmen. Ein Binde
mittel, welches Epoxygruppen enthält, ist ein wesentliches
Merkmal der vorliegenden Erfindung.
In der JP-57 152 531 in Derwent-Referat Nr. 82-91741E [43]
wird ein magnetischer Lack beschrieben, der unter Verwendung
eines Vinylchloridcopolymeren, das Epoxygruppen enthält, zu
sammen mit dem grenzflächenaktiven Mittel Dialkylsulfosucci
nat hergestellt worden ist. Wie oben bereits ausgeführt wur
de, muß das grenzflächenaktive Mittel, wenn es zu der magne
tischen Schicht zugegeben wird, in großer Menge verwendet
werden, um die Dispersionsfähigkeit des magnetischen Pulvers
zu verbessern. Wenn es in zu großer Menge verwendet wird,
treten Nachteile auf, d. h. die Beständigkeit des magneti
schen Aufzeichnungsmediums verschlechtert sich oder der Auf
zeichnungskopf wird verunreinigt.
In der DE 32 48 403 A1 wird ein magnetisches Anstrichmittel
beschrieben, welches ein Vinylchlorid-Vinylcarboxylat-Vinyl
alkohol-ungesättigte-Carbonsäure- (oder ungesättigtes Car
bonsäureanhydrid)-Copolymer als Bindemittel enthält. Unter
Verwendung dieses Bindemittels hergestellte magnetische An
strichfarbe besitzt eine sehr schlechte Wärmestabilität, und
die Dispersionsstabilität und die Laufeigenschaften sind
nicht zufriedenstellend.
Die Anmelderin hat ausgedehnte Untersuchungen durchgeführt,
um ein Bindemittel zu entwickeln, das die hohen Forderun
gen an magnetische Aufzeichnungsmedien erfüllt, und es
wurde gefunden, daß durch Verwendung eines spezifizierten
Vinylchloridharzes ein magnetisches Anstrichmittel erhal
ten wird, welches eine hohe Dispersionsfähigkeit besitzt,
keine Gelbildung zeigt und eine ausgezeichnete Reaktivi
tät mit Vernetzungsmitteln sowie Wärmestabilität aufweist.
Es wurde weiterhin gefunden, daß ein magnetisches Auf
zeichnungsmedium, das unter Verwendung dieser magneti
schen Farbe erhalten wird, eine gute Filmoberflächen
glätte und Dauerhaftigkeit besitzt, eine ausgezeichnete
Laufeigenschaft, magnetische Eigenschaften und elektro
magnetische Umwandlungscharakteristika besitzt.
Die Erfindung betrifft eine magnetische Farbe für die Ver
wendung in magnetischen Aufzeichnungsmedien, dadurch gekenn
zeichnet, daß sie als wesentliche Bestandteile ein magneti
sches Pulver und als Bindemittel dafür 5 bis 50 Gew.-Teile
pro 100 Gew.-Teile magnetisches Pulver eines Copolymerhar
zes, welches einen Gehalt an gebundenen Carboxylgruppen von
0,3 bis 5,0 Gew.-%, einen Gehalt an gebundenen Epoxygruppen
von mindestens 0,5 Gew.-%, einen Gehalt an Vinylchloridein
heiten von mindestens 60 Gew.-% und einen durchschnittlichen
Polymerisationsgrad von 100 bis 900 besitzt, enthält, wobei
das Copolymerharz keine schwefel- oder phosphorenthaltenden
Gruppen starker Säuren enthält.
Das erfindungsgemäße Copolymerisat kann durch Copolymeri
sation von Vinylchlorid, einem durch Radikale polymeri
sierbaren Monomeren mit einer Carboxylgruppe, einem durch
Radikale polymerisierbaren Monomeren mit einer Epoxygrup
pe und gegebenenfalls einem weiteren Monomeren, das mit
diesen Monomeren copolymerisierbar ist, in Anwesenheit
eines Polymerisationsinitiators erhalten werden.
Beispiele des durch Radikale polymerisierbaren Monomeren
mit einer Carboxylgruppe sind ungesättigte Mono- oder Di
carbonsäuren, wie Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure,
Itaconsäure und Crotonsäure, sowie Monoalkylester oder
Monoalkanolester ungesättigter Dicarbonsäuren, wie Malein
säure und Itaconsäure. Das Carboxyl enthaltende, durch
Radikale polymerisierbare Monomere wird in einem solchen
Anteil verwendet, daß ein Carboxylgruppen-Gehalt von 0,3
bis 5,0 Gew.% in dem entstehenden Copolymeren erhalten
wird. Wenn er geringer ist als die angegebene Grenze, ist
die Dispersion des magnetischen Pulvers in dem Copolyme
ren schlecht, und wenn er über der spezifizierten Grenze
liegt, neigt die entstehende Farbe zum Verdicken.
Beispiele des durch Radikale polymerisierbaren Monomeren
mit einer Epoxygruppe sind Glycidylether ungesättigter
Alkohole, wie Allylglycidylether und Methallylglycidyl
ether; Glycidylester ungesättigter Säuren, wie Glycidyl
acrylat, Glycidylmethacrylat, Glycidyl-p-vinylbenzoat,
Methylglycidylitaconat, Glycidylethylmaleat, Glycidyl
vinylsulfonat und Glycidyl(meth)allylsulfonat; und Ole
finepoxide, wie Butadienmonoxid, Vinylcyclohexenmonoxid
und 2-Methyl-5,6-epoxyhexen.
Es können auch Monomere mit sowohl einer Carboxylgruppe
als auch einer Epoxygruppe eingesetzt werden.
Beispiele des anderen Monomeren, das erfindungsgemäß ver
wendet werden kann, sind Vinylester von Carbonsäuren, wie
Vinylacetat und Vinylpropionat; Vinylether, wie Methyl
vinylether, Isobutylvinylether und Cetylvinylether; Viny
lidenhalogenide, wie Vinylidenchlorid und Vinyliden
fluorid; ungesättigte Carbonsäuren, wie Diethylmaleat,
Butylbenzylmaleat, Dimethylitaconat, Methyl(meth)acrylat,
Ethyl(meth)acrylat, 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat und Lau
ryl(meth)acrylat; Olefine, wie Ethylen und Propylen; un
gesättigte Alkohole, wie Allylalkohol, 3-Buten-1-ol und
5-Hexen-1-ol; ungesättigte Nitrile, wie (Meth)Acryl
nitril; und aromatische Vinylverbindungen, wie Styrol,
α-Methylstyrol und p-Methylstyrol. Diese Monomeren werden
auf geeignete Weise ausgewählt, um die Löslichkeit des
erfindungsgemäßen Gemisches aus dem Copolymerharz mit
dem anderen Harz zu erhöhen, wobei gleichzeitig die Ver
träglichkeit dieser Harze miteinander und ihre Erwei
chungspunkte reguliert werden oder wobei die Eigenschaf
ten des aufgetragenen Films verbessert werden oder das
Beschichtungsverfahren erleichtert wird.
Das erfindungsgemäße Copolymerharz kann nach irgendeinem
an sich bekannten Polymerisationsverfahren hergestellt
werden. Wegen der Löslichkeit des Polymeren ist es be
vorzugt, es durch Suspensionspolymerisation unter Verwen
dung eines niedrigen Alkohols, wie Methanol oder Ethanol
oder eines Gemisches davon mit entionisiertem Wasser als
Polymerisationsmedium, durch Lösungs-Polymerisation oder
Emulsions-Polymerisation herzustellen.
Beispiele für Polymerisationsinitiatoren, die bei der
Herstellung des Copolymeren verwendet werden können, sind
organische Peroxide, wie Lauroylperoxid, Benzoylperoxid,
3,5,5-Trimethylhexanoylperoxid, Diisopropylperoxydicarbo
nat, Di-2-ethylhexylperoxydicarbonat, Di-2-ethoxyethyl
peroxycarbonat, t-Butylperoxypivalat und t-Butylperoxy
neodecanoat; Azo-Verbindungen, wie 2,2′-Azo-bis-isobutyro
nitril, 2,2′-Azo-bis-2,4-dimethylvaleronitril und 4,4′-
Azo-bis-4-cyanovalerat; und anorganische Peroxide, wie
Ammoniumpersulfat, Kaliumpersulfat und Ammoniumperphosphat.
Suspensionsstabilisatoren, die bei der Herstellung des er
findungsgemäßen Copolymerharzes verwendet werden können,
sind beispielsweise Polyvinylalkohol und ein teilweise
verseiftes Produkt von Polyvinylacetat; Cellulosederivate,
wie Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose und Carboxy
methylcellulose; synthetische Polymere, wie Polyvinyl
pyrrolidon, Polyacrylamid, Maleinsäure/Styrol-Copolymeri
sat, Maleinsäure/Methylvinylether-Copolymerisat und Male
insäure/Vinylacetat-Copolymerisat; sowie natürliche Poly
mere, wie Stärke und Gelatine.
Geeignete Emulgiermittel, die bei der Herstellung des Co
polymeren verwendet werden können, sind beispielsweise
anionische Emulgiermittel, wie Natriumalkylbenzolsulfona
te oder Natriumlaurylsulfat, und nicht-ionische Emulgier
mittel, wie Polyoxyethylenalkylether und Partialester
von Polyoxyethylensorbitanfettsäuren.
Erforderlichenfalls können Mittel zur Regulierung des
Molekulargewichts, wie Trichlorethylen oder Thioglykol,
bei dem Polymerisationsverfahren verwendet werden.
Der zuvor erwähnte Polymerisationsinitiator, das Vinyl
chlorid, das andere Monomere, das Suspensionsmittel, das
Emulgiermittel, das Mittel zur Kontrolle des Molekularge
wichts, etc. können zum Zeitpunkt der Polymerisation zu
Beginn der Polymerisation zugegeben werden oder sie kön
nen portionsweise während der Polymerisation zugesetzt
werden. Die Polymerisation erfolgt unter Rühren, normaler
weise bei einer Temperatur von 35 bis 80°C.
Das erfindungsgemäße Copolymerharz kann auch durch Co
polymerisation von Vinylchlorid und dem Epoxy enthalten
den Monomeren, gegebenenfalls zusammen mit einem mit
diesen Monomeren copolymerisierbaren Monomeren,in Anwe
senheit eines Polymerisationsinitiators unter Bildung ei
nes Vinylchloridcopolymeren, das Epoxygruppen enthält,
erhalten werden, wonach man das Copolymere einer Additi
onsreaktion mit einer Carboxylgruppen enthaltenden Verbin
dung unterzieht. Beispiele von Monomeren, die bei dem
Copolymerisationsverfahren verwendet werden können, und
das Copolymerisationsverfahren können gleich sein, wie
oben beschrieben.
Beispiele für die Verbindung mit Carboxylgruppen, welche
zu dem Epoxygruppen enthaltenden Vinylchloridcopolymeren
zugegeben wird, sind Polycarbonsäuren mit mindestens zwei
Carboxylgruppen, wie Oxalsäure, Malonsäure, Bernstein
säure, Adipinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Phthalsäure
und Trimellitsäure, sowie Sulfocarbonsäuren, wie Sulfo
benzoesäure. Zur Inhibierung einer Vernetzungsreaktion
während der Additionsreaktion und zur wirksamen Einfüh
rung der Carboxylgruppen in das Copolymere ist es bevor
zugt, Verbindungen zu verwenden, welche Carboxylgruppen
enthalten, bei denen der Unterschied in der Dissoziations
konstanten zwischen den beiden Säuren groß ist und die
Dissoziationskonstante (pKa₁) einer stärkeren Säure
nicht über 4 liegt. Die Additionsreaktion kann in Lösung
oder Suspension (Emulsion) unter Verwendung von Wasser
oder ein Abwassermedium durchgeführt werden. Sie kann
auch durch direktes Vermischen des Epoxy enthaltenden
Vinylchloridcopolymeren mit der eine Carboxylgruppe ent
haltenden Verbindung durchgeführt werden.
Das erfindungsgemäße Copolymerharz besitzt einen durch
schnittlichen Polymerisationsgrad von 100 bis 900, be
vorzugt 200 bis 500, und einen Gehalt an Vinylchlorid
einheiten von mindestens 60 Gew.-%. Wenn der Polymerisa
tionsgrad unter 100 liegt, ist die Abriebsbeständigkeit
der magnetischen Schicht unzulänglich. Wenn er 900 über
steigt, ist die Viskosität der Farbe zu hoch und die Di
spersion des magnetischen Pulvers ist ungenügend. Wenn
andererseits der Gehalt an Vinylchlorideinheiten unter
60 Gew.-% liegt, ist die Verträglichkeit des Copolymer
harzes mit dem flexiblen Material verringert oder die Ab
trennung des Lösungsmittels von dem beschichteten Film
wird drastisch verringert.
Der Gehalt an Carboxylgruppen, die an das Copolymerharz
gebunden sind, beträgt 0,3 bis 5,0 Gew.-%. Wenn
er unter der angegebenen Grenze liegt, ist die Dispersi
on des magnetischen Pulvers in dem Copolymerharz gering,
und wenn er über der angegebenen Grenze liegt, neigt die
Farbe zur Gelbildung und zum Verdicken. Der Gehalt an
Epoxygruppen, die an das Harz gebunden sind, sollte min
destens 0,5 Gew.-% betragen. Liegt er unter 0,5 Gew.-%,
ist die thermische Stabilität des Harzes ungenügend.
Das bei der vorliegenden Erfindung verwendete Copolymer
harz wird, wie im Falle üblicher Vinylchloridharz-Binde
mittel für magnetische Farben, als Lösung in einem Lö
sungsmittel zusammen mit einem flexiblen Material, wie
einem Polyurethanharz, Polyesterharz oder Acrylnitril/
Butadien-Copolymeren, einem Vernetzungsmittel, z. B. Poly
isocyanaten, und einem magnetischen Pulver und gegebenen
falls anderen bekannten Materialien, wie Schmiermitteln,
Dispersionsmitteln, antistatischen Mitteln und einem Ab
riebmittel, hergestellt.
Da ein magnetischer, aufgetragener Film, der unter Ver
wendung des erfindungsgemäßen Harzes erhalten wird, eine
ausgezeichnete Wärmestabilität aufweist, bedingt durch
die Epoxygruppen im Harz, erlaubt er die Herstellung ei
nes magnetischen Aufzeichnungsmediums mit ausgezeichneter
Zuverlässigkeit, das den Aufzeichnungskopf nicht korro
diert. Es ist weiterhin unter Ausnutzung der Reaktivität
der Epoxygruppen möglich, den beschichteten Film mit ei
ner Polyaminverbindung oder einer Polycarbonsäurever
bindung zu vernetzen. Da das erfindungsgemäße Copolymere
sowohl Carboxylgruppen als auch Epoxygruppen aufweist,
ist es selbst vernetzbar, d. h. es besitzt die Eigenschaft,
daß es in Abwesenheit eines Vernetzungsmittels vernetzt
werden kann.
Gewünschtenfalls kann das erfindungsgemäße Harz zusammen
mit einem üblichen Harzbindemittel für magnetische Far
ben verwendet werden, wie Vinylchlorid/Vinylacetat-Co
polymerharz, Vinylchlorid/Vinylalkohol/Vinylacetat-Co
polymerharz, einem cellulosehaltigen Harz, einem Phen
oxyharz, einem Aminoharz, einem Epoxyharz, einem Butyral
harz und einem Acrylharz, in Arten und Mengen, die die Auf
gabe der vorliegenden Erfindung lösen.
Das magnetische Pulver, das bei der vorliegenden Erfin
dung verwendet werden kann, ist ein magnetisches Metall
pulver, und spezifische Beispiele sind Pulver aus Eisen
oxid, wie γ-Fe₂O₃, Fe₃O₄, Co-haltiges γ-Fe₂O₃, Co-halti
ges Fe₃O₄ und Bariumferrit, ein Pulver aus CrO₂, ein Pul
ver aus Fe, ein Pulver aus Co und ein Pulver aus Ni-Fe.
Die Menge an Copolymerharz, das als Bindemittel bei der
vorliegenden Erfindung verwendet wird, beträgt
5 bis 50 Gew.-Teile/100 Gew.-Teile Magnetpulver.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. In die
sen Beispielen sind alle Teile durch das Gewicht ausge
drückt.
Ein Autoklav wird mit 5 Teilen Vinylacetat, 3 Teilen
Itaconsäure, 100 Teilen Methanol, 100 Teilen entionisier
tem Wasser, 0,6 Teilen Methylcellulose, 0,2 Teilen Poly
oxyethylen-sorbitanfettsäureester, 0,35 Teilen Trichlor
ethylen, 0,42 Teilen 3,5,5-Trimethylhexanoylperoxid und
1,0 Teilen Natriumbicarbonat beschickt. Das Innere des
Autoklaven wird entlüftet und 100 Teile Vinylchlorid zuge
geben. Bei einer Temperatur von 58°C wird die Polymeri
sation in Gang gesetzt. Gleichzeitig wird ein Gemisch aus
5 Teilen 2-Hydroxypropylmethacrylat, 10 Teilen Glycidyl
methacrylat und 25 Teilen Methanol kontinuierlich in den
Autoklaven eingeleitet. Die Zugabe des Gemisches wird be
endet, bevor der Druck des Autoklaven 5 kg/cm² erreicht.
Danach wird, wenn der Druck des Autoklaven 3 kg/cm² er
reicht hat, nichtumgesetztes Vinylchlorid wiedergewonnen
und das Copolymere durch Entfernen der Flüssigkeit ge
wonnen. Es wird mit kaltem Wasser gewaschen und dann ge
trocknet, wobei man ein Copolymeres (A) erhält.
Ein Autoklav wird mit 10 Teilen Allylglycidylether,
250 Teilen entionisiertem Wasser, 2 Teilen Kaliumpersul
fat, 3 Teilen Natriumlaurylsulfat und 0,7 Teilen Natrium
hydroxyl beschickt. Nach Entlüftung gibt man 100 Teile
Vinylchlorid und 10 Teile Vinylidenchlorid zu und setzt
die Polymerisation bei 60°C in Gang. Gleichzeitig wird
ein Gemisch aus 3 Teilen Acrylsäure und 27 Teilen ent
ionisiertem Wasser kontinuierlich in den Autoklaven ein
geleitet. Die Zugabe wird beendet, ehe der Druck im
Autoklaven 6 kg/cm² erreicht. Wenn der Druck im Auto
klaven 3 kg/cm² erreicht hat, wird nichtumgesetztes Vi
nylchlorid wiedergewonnen. Die entstehende Dispersion
wird gefroren und dann aufgetaut. Durch Entfernung der
Flüssigkeit wird das Copolymere gewonnen. Es wird mit
warmem Wasser gewaschen und dann getrocknet, wobei man
ein Copolymeres (B) erhält.
Ein Autoklav wird mit 20 Teilen Allylglycidylether,
0,5 Teilen Polyacrylamid, 0,2 Teilen Polyoxyethylen
laurylether, 200 Teilen entionisiertem Wasser, 1 Teil
t-Butylperoxypivalat und 1 Teil Natriumbicarbonat be
schickt. Nach Entlüftung gibt man 50 Teile Vinylchlorid
zu und startet die Polymerisation bei 52°C. Nach Beginn
der Polymerisation gibt man alle 2 h 10 Teile Vinylchlo
rid in fünf Teilen in den Autoklaven. Wenn der Druck
des Autoklaven 5 kg/cm² erreicht hat, wird nichtumge
setztes Vinylchlorid wiedergewonnen. Die Flüssigkeit
wird entfernt und der Rückstand mit Wasser gewaschen und
getrocknet, wobei man ein Copolymeres (C) erhält.
10 Teile des in Vergleichsbeispiel 1 erhaltenen Copolymeren
(C) werden in 40 Teilen Tetrahydrofuran gelöst und mit
1,0 Teil Malonsäure versetzt. Das Ganze wird 2 h bei 60°C
vermischt. Das Gemisch wird in 500 Teile entionisiertes
Wasser gegeben. Die Flüssigkeit wird entfernt, das Präzi
pitat gewonnen und erneut in 40 Teilen Tetrahydrofuran
gelöst. Die Lösung wird in 500 Teile entionisiertes Was
ser gegeben. Das Präzipitat wird gewonnen und getrocknet,
wobei man ein modifiziertes Copolymeres (D) erhält.
Ein Copolymeres (E) wird erhalten, indem man Beispiel 1
wiederholt, jedoch die Menge an Itaconsäure in 20 Teile
und die Menge an 3,5,5-Trimethylhexanoylperoxid in 1,0
Teil ändert und kein Trichlorethylen verwendet.
Ein Copolymeres (F) wird erhalten, indem man Beispiel 1
ohne Verwendung von Glycidylmethacrylat wiederholt.
Ein Copolymeres (G) wird erhalten, indem man Beispiel 2
wiederholt, jedoch die Menge an Vinylchlorid in 70 Teile
und die Menge an Vinylidenchlorid in 40 Teile ändert.
Die Eigenschaften der in den Beispielen 1 bis 3 und den
Vergleichsbeispielen 1 bis 4 erhaltenen Copolymerharze
und des im Handel erhältlichen Vinylchlorid/Vinylacetat/
Maleinsäure-Terpolymeren (H) und des im Handel erhältli
chen Vinylchlorid/Vinylacetat/Vinylalkohol-Terpolymeren
(I) werden bestimmt und die Ergebnisse sind in der fol
genden Tabelle aufgeführt. Der Gehalt an Vinylchloridein
heiten wird durch Bestimmung der Menge an Chlor durch Ver
brennen und C¹³-NMR bestimmt. Der Gehalt an Epoxygruppen
und Carboxylgruppen wird durch Titration bestimmt.
Magnetische Farben und magnetische Aufzeichnungsmedien
werden unter Verwendung der Harze A bis I hergestellt
und ihre Eigenschaften geprüft. Die Ergebnisse sind in
der Tabelle zusammengefaßt. Es werden folgende Testver
fahren verwendet.
Eine 100 Teile Vinylchlorid-Copolymeres, 200 Teile Methyl
ethylketon und 200 Teile Toluol enthaltende Lösung wird
hergestellt. Die Transparenz der Lösung wird visuell be
obachtet und nach der folgenden Skala bewertet:
O = transparent (vollständig gelöst),
∆ = nicht-transparent (nicht vollständig gelöst),
X = gequollen ohne Lösung.
∆ = nicht-transparent (nicht vollständig gelöst),
X = gequollen ohne Lösung.
1,0 g des Vinylchlorid-Copolymeren wird in ein 15 ccm
Reagenzglas gegeben, dessen Öffnung mit Absorptionsbaum
wolle, in der ein Kongorot-Testpapier steckt, verschlos
sen. Das Reagenzglas wird in einem Ölbad bei 150°C gege
ben und die Zeit (min), die vergeht, bis das Kongorot-
Testpapier durch Erzeugung von HCl seine Farbe ändert,
wird bestimmt.
Ein 400 Teile eines magnetischen, mit Kobalt dotierten
Eisenoxidpulvers, 100 Teile des Vinylchlorid-Copolymeren,
300 Teile Methylethylketon, 300 Teile Methylisobutylketon
und 300 Teile Toluol enthaltendes Gemisch wird 90 min
unter hoher Schergeschwindigkeit dispergiert. Die ent
stehende Dispersion wird in eine Probenflasche gegeben
und in einem Bad mit konstanter Temperatur bei 25°C auf
bewahrt. Es wird beobachtet, ob sich ein Gel bildet. Das
Auftreten eines Gels wird bestimmt, indem man einen Teil
der Dispersion auf eine Glasplatte gibt, ihn mit etwa der
5fachen Menge Methylethylketon verdünnt und die Verdün
nung visuell beobachtet, während man mit einem Glasstab
rührt. Die Menge an Gel wird auf einer Skala von O (keine
Gelbildung), ∆ (geringe Gelbildung) und X (starke Gel
bildung) ausgedrückt.
Ein 400 Teile eines mit Kobalt dotierten Eisenoxidpulvers,
60 Teile des Vinylchlorid-Copolymeren, 40 Teile eines
Polyurethanharzes (Nippolane 2304 der Nippon Polyurethane
Industry Co., Ltd.), 300 Teile Methylethylketon, 300 Tei
le Methylisobutylketon, 300 Teile Toluol und 4 Teile
Lecithin enthaltendes Gemisch wird 90 min unter hoher
Scherkraft dispergiert und dann mit 15 Teilen Polyiso
cyanat (Coronate L der Nippon Polyurethane Industry Co.,
Ltd.) versetzt. Das Gemisch wird weitere 15 min disper
giert. Die entstehende, magnetische Überzugsmasse
(magnetische Farbe) wird auf einen Polyesterfilm in einer
Dicke von 5 µm aufgetragen, einer Magnetfeld-Orientie
rungsbehandlung unterzogen und getrocknet. Das Reflexions
vermögen der magnetischen Überzugsschicht bei einem Re
flexionswinkel von 60° wird mit einem Glossmeter gemessen.
Das Reflexionsvermögen wird nach dem gleichen Verfahren
wie bei Glanz (1) gemessen, mit der Ausnahme, daß Poly
amid (Versamide 125 der General Mills, Inc.) anstelle des
Polyisocyanats verwendet und die Menge an Polyurethan
harz in 20 Teile geändert wurde.
Eine 12,5 mm × 50 mm große Probe wird aus der magneti
schen Überzugsschicht, die bei der Messung des Glanzes
verwendet wurde, herausgeschnitten und das Rechteckig
keitsverhältnis der Probe unter Verwendung einer charak
teristischen magnetischen Meßeinrichtung bestimmt.
Die bei der Messung des Glanzes verwendete, magnetische
Überzugsschicht wird mit einer Kalanderwalze geglättet
und 65 h bei 65°C in der Wärme behandelt. Sie wird dann
in Kontakt mit einer Last von 100 g mit einer rotieren
den Trommel mit einem Abriebspapier, das an ihrer Ober
fläche befestigt ist, gehalten. Die Trommel wird mit ei
ner Geschwindigkeit von 150 U/min rotiert und die Menge
an magnetischer Farbe, die zu diesem Zeitpunkt an dem
Schmirgelpapier haftet, visuell beobachtet und auf fol
gender Skala ausgedrückt:
O = geringe oder keine Adhäsion,
∆ = gewisse Adhäsion,
X = starke Adhäsion.
∆ = gewisse Adhäsion,
X = starke Adhäsion.
Die zwischen der magnetischen Auftragsschicht und der ro
tierenden Trommel erzeugte Kraft wird mit einem U-Meß
instrument in einer Atmosphäre, die bei einer Temperatur
von 65°C und einer relativen Feuchtigkeit von 80% gehal
ten wird, nach dem gleichen Verfahren wie bei dem Dauer
haftigkeits-Test bestimmt. Das Ergebnis wird gemäß fol
gender Skala ausgedrückt:
O = niedriger Widerstand,
∆ = mittlerer Widerstand,
X = hoher Widerstand.
∆ = mittlerer Widerstand,
X = hoher Widerstand.
Claims (8)
1. Magnetische Farbe für die Verwendung in magnetischen
Aufzeichnungsmedien, dadurch gekennzeichnet, daß
sie als wesentliche Bestandteile ein magnetisches Pulver und als
Bindemittel dafür 5-50 Gew.-Teile/100 Gew.-Teile magnetisches Pulver eines
Copolymerharzes, welches einen Gehalt an gebundenen Carb
oxylgruppen von 0,3 bis 5,0 Gew.-%, einen Gehalt an ge
bundenen Epoxygruppen von mindestens 0,5 Gew.-%, einen
Gehalt an Vinylchlorideinheiten von mindestens
60 Gew.-% und einen durchschnittlichen Polymerisationsgrad
von 100 bis 900 besitzt, enthält, wobei das Copolymerharz keine
schwefel- oder phosphorenthaltenden Gruppen starker Säuren
enthält.
2. Magnetische Farbe nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Copolymerharz ein Copolymer es ist, das
sich von Vinylchlorid, einem Monomeren, welches eine Carb
oxylgruppe enthält und durch Radikale polymerisierbar
ist, einem Monomeren, welches eine Epoxygruppe enthält
und durch Radikale polymerisierbar ist, und gegebenen
falls einem anderen Monomeren, das mit diesen Monomeren
copolymerisierbar ist, ableitet.
3. Magnetische Farbe nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das durch Radikale polymerisierbare Monome
re mit einer Carboxylgruppe ausgewählt wird unter unge
sättigten Monocarbonsäuren, ungesättigten Dicarbonsäuren,
Monoalkylestern ungesättigter Dicarbonsäuren und Mono
alkanolestern von ungesättigten Dicarbonsäuren.
4. Magnetische Farbe nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das durch Radikale polymerisierbare Monome
re mit einer Epoxygruppe ausgewählt wird unter Glycidyl
ethern ungesättigter Alkohole, Glycidylestern ungesättig
ter Säuren und Olefinepoxiden.
5. Magnetische Farbe nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das andere Monomere ausgewählt wird unter
Vinylestern von Carbonsäuren, Vinylether, Vinylidenhalo
geniden, ungesättigten Carbonsäureestern, Olefinen, unge
sättigten Alkoholen, ungesättigten Nitrilen und aromati
schen Vinylverbindungen.
6. Magnetische Farbe nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Copolymerharz ein Additions-Reaktions
produkt eines Copolymeren aus Vinylchlorid, einem Monome
ren mit einer Epoxygruppe und gegebenenfalls einem weite
ren Monomeren, das mit diesen Monomeren copolymerisierbar
ist, mit einer Verbindung mit einer Carboxylgruppe ist.
7. Magnetische Farbe nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß das durch Radikale polymerisierbare Monome
re mit einer Epoxygruppe ausgewählt wird unter Glycidyl
ethern ungesättigter Alkohole, Glycidylestern ungesättig
ter Säuren und Olefinepoxiden.
8. Magnetische Farbe nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß das andere Monomere ausgewählt wird unter
Vinylestern von Carbonsäuren, Vinylethern, Vinylidenhalo
geniden, ungesättigten Carbonsäureestern, Olefinen, unge
sättigten Alkoholen, ungesättigten Nitrilen und aromati
schen Vinylverbindungen.
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| JP59174400A JPS6153368A (ja) | 1984-08-22 | 1984-08-22 | 磁性塗料 |
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| DE3530077A1 DE3530077A1 (de) | 1986-02-27 |
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