DE3529037C2 - - Google Patents
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- DE3529037C2 DE3529037C2 DE3529037A DE3529037A DE3529037C2 DE 3529037 C2 DE3529037 C2 DE 3529037C2 DE 3529037 A DE3529037 A DE 3529037A DE 3529037 A DE3529037 A DE 3529037A DE 3529037 C2 DE3529037 C2 DE 3529037C2
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B19/00—Selenium; Tellurium; Compounds thereof
- C01B19/02—Elemental selenium or tellurium
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- Inorganic Chemistry (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
- Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
- Photoreceptors In Electrophotography (AREA)
Description
Die Erfindung bezieht auf ein Verfahren zur Wiedergewinnung oder
Reinigung von Selen.
Selen/Tellur-Legierungen, Selen/Arsen-Legierungen usw. werden in großem
Umfang bei den photosensitiven Elementen für elektrophotographische Ko
piergeräte verwendet, welche in der Regel aus einer Aluminiumtrommel
bestehen, auf deren Oberfläche eine Selen/Tellur-Legierung oder eine Selen/
Arsen-Legierung durch Vakuumablagerung aufgebracht ist. Bei dieser Vakuum
ablagerung ist der Ausnutzungsfaktor der selenhaltigen Legierung sehr gering,
weil sich ein großer Teil auf der Oberfläche der Vakuumablagerungskammer
ablagert und somit zu Abfall wird. Auch sonst sammelt sich in den Betrieben
der Kopiergerätehersteller sowie denjenigen der Selenschmelzer usw. eine
große Menge Abfall an selenhaltigen Legierungen an, beispielsweise solcher,
welche von gebrauchten photoempfindlichen Trommeln, von Ausschuß usw.
herrühren. Die Wiedergewinnung von Selen aus diesen Materialien zur neuer
lichen Verwendung ist daher von großer Bedeutung.
Insbesondere dafür ist die Erfindung bestimmt, ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein. Das erfindungsgemäße Verfahren kann allgemein zur selektiven
Abtrennung und Wiedergewinnung von Selen aus selenhaltigen Schlämmen,
Abfällen, Mischungen oder Legierungen angewendet werden.
Das am weitesten verbreitete Verfahren zur Gewinnung oder Wiedergewinnung
von Selen besteht darin, das in einem selenhaltigen Ausgangsmaterial enthal
tene Selen durch oxidierendes oder sulfatierendes Rösten in einem Röstofen
in Selendioxid (SeO₂) umzuwandeln, das Selendioxid in einer wäßrigen Lösung
zu lösen, die Lösung zu reinigen und das gelöste Selendioxid mit Schwefel
dioxid (SO₂) zu reduzieren, um Selen mit einer Reinheit von 99,9% zu
erhalten.
Dieses Verfahren wird deswegen in großem Umfang angewendet,
weil es die Behandlung von Materialien in jeglicher Form erlaubt. Jedoch
ist ein verhältnismäßig großer apparativer Aufwand erforderlich, wozu
ein Röstofen, Geräte zum Sammeln des Selendioxids, Abgasbehandlungsein
richtungen und dergleichen gehören, ferner ist der Energieverbrauch groß
und sind die Kosten für die Schwefeldioxidreduktion sehr hoch.
Daneben sind auch verschiedene nasse Verfahren zur Wiedergewinnung von
Selen bekannt geworden, welche jedoch mit Einschränkungen bezüglich
der Art des zu behandelnden Materials, des Zustandes, in welchem das
Selen vorliegen muß, der einzusetzenden Reagenzien usw. verbunden sind
und in den meisten Fällen eine Abwasserbehandlung erfordern, so daß sie
nicht so weit verbreitet sind, wie das vorstehend erläuterte Verfahren (vgl.
beispielsweise JP-OS 1 28 595/80). Zum Stande der Technik gehört auch
ein nasses Verfahren, bei welchen eine starke Säure, wie Salpetersäure,
Salzsäure und dergleichen, eingesetzt wird. Aus diesem Frunde ist die In
standhaltung der Anlage nicht einfach. Darüber hinaus müssen Maßnahmen
zur Behandlung von NO x getroffen werden, was bei dieser Verfahrensweise
erzeugt wird. Da Hydrazin als Reduktionsmittel verwendet wird, ist das
Verfahren wenig wirtschaftlich (JP-PS 35 006/84).
Zur Herstellung von tetrasubstituiertem Harnstoff ist es bekannt, ein pri
märes oder sekundäres Amin mit Kohlenmonoxid und Selen in der folgenden
Weise umzusetzen, wobei R und R′ jeweils einen Kohlenwasserstoffrest
darstellen:
Das Produkt der Reaktion I und die Produkte der Reaktionen
(I′) sowie (I′a) sind im Reaktionssystem löslich (JP-PS 9734/76).
In "Journal of the American Chemical Society", 93, 23, November
17, 1971, Seite 6344, wird (RNH₃)⁺ (RNHCOSe)- mit O₂ zu (RNH₂)
CO oxidiert. Eine Rückgewinnung von Ammoniak (oder Amin) und
CO ist jedoch nicht einfach, da sich darin Sauerstoff- oder
Luftblasen bilden. Dies bedeutet also, daß dort die Herstellung
von substituiertem Harnstoff im Mittelpunkt steht. Dazu
wird Selen mit Amin und CO umgesetzt und die erhaltene Zwischen
verbindung, also das Selenocarbaminsäureaminsalz, mit Sauer
stoff oder Luft weiteroxidiert zu einem di- oder tetrasubsti
tuiertem Harnstoff. Dabei wird auch das als Katalysator die
nende Selen abgetrennt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes
Verfahren zur Wiedergewinnung oder Reinigung von Selen zu
schaffen.
Diese Aufgabe wird wie in den vorstehenden Ansprüchen er
sichtlich gelöst. Erfindungsgemäß wird also die gestellte
Aufgabe dadurch gelöst, daß die Zersetzung des
Selenocarbaminsäureaminsalz ohne Einleiten von
Sauerstoff durch Erhitzen erfolgt, und sich vom Stand
der Technik unterscheidet. Das Zwischenprodukt wird also
einfach zersetzt, so daß sich dadurch dann kein Harnstoff bzw.
keine Harnstoffderivate bilden.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Selenauflösung
zweckmäßig in einem Temperaturbereich von -50°C bis 100°C,
vorteilhafterweise bei Raumtemperatur. Da Kohlenmonoxid ein
gesetzt wird, wird ein Autoklav benutzt, was es ermöglicht,
die Reaktion dadurch zu beschleunigen, daß man das Reaktions
system unter einen Druck im Bereich von 10 bis 30 kg/cm²
setzt.
Es können primäre und sekundäre aliphatische Amine, alizyklische Amine,
heterozyklische Amine, aromatische Amine, Alkanolamine usw. eingesetzt
werden. Im Hinblick auf leichte Reinigung, Entfernung aus dem Reaktions
system durch Destillation usw. sind Dimethylamin, Diäthylamin, Dipropyl
amin, Diisopropylamkn, Dibutylamin, Piperidin, Pyrrolidin, Äthanolamin,
Diäthanolamin und dergleichen besonders geeignet.
Einige Amine können auch als aprotisches Lösungsmittel eingesetzt werden,
wozu es lediglich erforderlich ist, für einen ausreichenden Aminüberschuß
zu sorgen. Im Hinblick auf die Steuerung der Reaktionsbedingungen ist
es jedoch bevorzugt, ein gesondertes Lösungsmittel zu verwenden, welches
aus denjenigen aprotischen Lösungsmitteln ausgewählt werden kann, die
gegenüber der Reaktion inert sind und das jeweils eingesetzte Amin lösen.
Bevorzugte Lösungsmittel sind Tetrahydrofuran, Dimethylformamid, Pyridin,
Triäthylamin, Acetonitril, Benzol, Cyclohexan und dergleichen.
Die Reaktion mit Kohlenmonoxid erfolgt im Temperaturbereich von -50°C
bis 100°C und läuft bei normaler Temperatur unter normalem Druck ab.
Sie kann bei Raumtemperatur in vorteilhafter Weise dadurch beschleunigt
werden, daß man das Reaktionssystem in einem Autoklaven unter einen
Druck im Bereich von 10 bis 30 kg/cm² setzt, wie erwähnt. Auch ist eine Be
schleunigung der Reaktion durch Zusatz eines tertiären Amins, wie Triäthyl
amin, zum Reaktionssystem möglich.
Die Reaktion ist für Selen selektiv. Andere im Reaktionssystem ebenfalls
etwa vorhandene Substanzen sind daran nicht beteiligt. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist daher insbesondere in denjenigen Fällen mit Vorteil anwendbar,
wo solche Verunreinigungen wie Schwefel, Tellur, Arsen, ein Halogen und
dergleichen, zusammen mit dem wiederzugewinnenden Selen vorliegen,
welche gewöhnlich nur schwer von Selen zu trennen sind. Selbst dann, wenn
in organischen Lösungsmitteln lösliche Verunreinigungen zusammen mit
dem wiederzugewinnenden Selen vorhanden sind, kann letzteres mit bemer
kenswert hoher Reinheit wiedergewonnen werden, weil nur Selen bei der
umgekehrten Reaktion während des letzten Schrittes des erfindungsgemäßen
Verfahrens ausgefällt wird.
Es ist daher nicht nur zur Wiedergewinnung
von Seiten aus Abfall und dergleichen geeignet, sondern auch zur Reinigung
von Selen.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt die Wiedergewinnung von Selen
mit einer hohen Reinheit nicht geringer als 99,999% und mit einer Ausbeute
von mindestens 98%. Die wiedergewonnenen Produkte können nicht nur
zur Herstellung von Glas und Pigmenten verwendet werden, sondern auch
für elektrophotographische Elemente. Das eingesetzte Ammoniak oder pri
märe oder sekundäre Amin, das verwendete Kohlenmonoxid und das benutzte
Lösungsmittel können wiedergewonnen und mehrfach gebraucht werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren vermittelt insbesondere die folgenden
Vorteile:
- 1. Es ist möglich, das eingesetzte Ammoniak oder primäre oder sekundäre Amin und das verwendete aprotische Lösungsmittel fast 100%ig wieder zugewinnen und neuerlich zu benutzen.
- 2. Es ist möglich, das eingesetzte Kohlenmonoxid größtenteils wiederzuge winnen und neuerlich zu benutzen.
- 3. Die Reaktion läuft bei einer Temperatur nicht tiefer als 0°C zufrieden stellend ab.
- 4. Die Temperatur der thermischen Zersetzung hängt zwar vom eingesetzten Amin und verwendeten Lösungsmittel ab, ist gewöhnlich aber nicht höher als 100°C und niemals höher als 200°C, so daß nur geringe Energiekosten anfallen.
- 5. Die Reaktion ist für Selen selektiv und erstreckt sich nicht auf andere zusammen mit dem Selen vorliegende Substanzen, so daß beispielsweise Schwefel, Tellur, Arsen und die Halogene vom Selen getrennt werden können.
- 6. Die Reaktionsgeschwindigkeit kann leicht in gesteuerter Weise erhöht werden, indem man das Reaktionssystem unter einen entsprechenden Druck setzt und/oder erhitzt.
10 g Selenabfall aus einer Vakuumablagerungsanlage, welcher im wesentlichen
aus einer Selen/Tellur-Legierung (Tellurgehalt: 9%) besteht, 20 ml Diäthyl
amin und 50 ml Tetrahydrofuran werden in einen Autoklaven mit einem
Volumen von 500 ml gegeben. Nach dem Verschließen des Autoklaven wird
in denselben gasförmiges Kohlenmonoxid unter einem Druck von bis zu
5 kg/cm² eingeführt und das System unter Rühren bei Raumtemperatur
reagieren gelassen. Nach Beendigung der Reaktion wird Kohlenmonoxid
durch den Gasauslaß des Autoklaven hindurch in einen Gummiballon abgezo
gen und restliches Kohlenmonoxid mittels eines Stromes gasförmigen Stick
stoffs ausgespült. Das so erhaltene nicht gasförmige Reaktionsgemisch
wird gesammelt und gefiltert. Das Filtrat wird in einem mit einem Rück
flußkühler versehenen Destilliergerät erhitzt und das sich entwickelnde,
gasförmige Kohlenmonoxid wird gesammelt. Bei einer Temperatur von etwa
70°C zersetzt sich das Reaktionsprodukt und fällt Selen aus, welches durch
Filtern gesammelt wird. Das verbleibende Diäthylamin und Tetrahydrofuran
werden geborgen.
Das mit einer Ausbeute von 99% wiedergewonnene Selen weist eine Rein
heit nicht geringer als 99,999% auf. Die gaschromatographische Analyse
zeigt, daß das Amin, das Tetrahydrofuran und das Kohlenmonoxid jeweils
mit einer Ausbeute nicht geringer als 99% wiedergewonnen werden.
10 g des Selenabfalls gemäß Beispiel 1 werden zusammen mit dem gesamten
beim Versuch gemäß Beispiel 1 wiedergewonnenen Diäthylamin und Tetra
hydrofuran in denselben Autoklaven gegeben, in welchen ferner ein Teil
des wiedergewonnenen Kohlenmonoxids unter einem Druck von 2 kg/cm²
eingeführt wird. Es wird 6 h lang bei Raumtemperatur gerührt. Das Reak
tionsgemisch wird in derselben Weise behandelt, wie in Beispiel 1 beschrieben,
um Selen wiederzugewinnen.
Die Reinheit des mit einer Ausbeute von 97% wiedergewonnenen Selens
ist nicht geringer als 99,999%. Das Amin, das Tetrahydrofuran und das
Kohlenmonoxid werden jeweils mit einer Ausbeute von mindestens 99%
wiedergewonnen.
10 g des Selenabfalls gemäß Beispiel 1 werden zusammen mit 50 ml Tetra
hydrofuran in denselben Autoklaven gegeben, welcher ferner mit gasförmigem
Ammoniak unter einem Druck von 6 kg/cm² und dann mit gasförmigem
Kohlenmonoxid unter einem Druck von 50 kg/cm² beschickt wird. Nach
dem Rühren des Reaktionssystems bei Raumtemperatur während 1 h wird
es in der in Beispiel 1 geschilderten Weise behandelt, um Selen wiederzuge
winnen. Auch wird Ammoniak und Kohlenmonoxid wiedergewonnen. Die
thermische Zersetzung erfolgt bei einer Temperatur von etwa 60°C.
Die Reinheit des mit einer Ausbeute von 99% wiedergewonnenen Selens
ist nicht geringer als 99,999%. Das Ammoniak, das Tetrahydrofuran und
das Kohlenmonoxid werden jeweils mit einer Ausbeute von 98% bzw. 99%
bzw. 99% wiedergewonnen.
10 g Selenabfall aus einer Vakuumablagerungsanlage, welcher im wesentli
chen aus einer Selen/Tellur-Legierung (Tellurgehalt: 20%) besteht, 50 ml
Dipropylamin und 50 ml Benzol werden in denselben Autoklaven gegeben,
in welchen ferner gasförmiges Kohlenmonoxid unter einem Druck von 10
kg/cm² eingeführt wird. Das Reaktionssystem wird bei Raumtemperatur
während 3 h gerührt und dann in der in Beispiel 1 geschilderten Weise be
handelt, um Selen wiederzugewinnen. Die thermische Zersetzung des Reak
tionsprodukts erfolgt bei einer Temperatur von etwa 80°C.
Die Reinheit des mit einer Ausbeute von 96% wiedergewonnenen Selens
ist nicht geringer als 99,999%. Das Dipropylamin, das Benzol und das Kohlen
monoxid werden jeweils mit einer Ausbeute nicht geringer als 99% wieder
gegeben.
10 g Selenabfall, welcher von der photoempfindlichen Trommel eines elek
trophotographischen Kopiergeräts abgekratzt wird und im wesentlichen
aus einer Selen/Arsen-Legierung (Arsengehalt: 10%), 20 ml Diäthylamin,
20 ml Triäthylamin und 50 ml Tetrahydrofuran werden in denselben Auto
klaven gegeben, welcher dann mit gasförmigem Kohlenmonoxid unter einem
Druck von 40 kg/cm² beschickt wird. Das Reaktionssystem wird bei einer
Temperatur von 50°C während 3 h gerührt und dann in der in Beispiel 1
geschilderten Weise behandelt, um Selen wiederzugewinnen.
Das mit einer Ausbeute von 98% wiedergewonnene Selen weist eine Rein
heit nicht geringer als 99,999% auf. Das Amin, das Hydrofuran und das
Kohlenmonoxid werden jeweils mit einer Ausbeute nicht geringer als 99%
wiedergewonnen.
10 g einer Selen/Arsen-Legierung (Arsengehalt: 35%) ähnlich derjenigen
gemäß Beispiel 5, abgesehen davon, daß der Arsengehalt unterschiedlich
ist, 30 ml Diisopropylamin und 60 ml Dioxan werden in denselben Autoklaven
gegeben, welcher dann mit gasförmigem Kohlenmonoxid unter einem Druck
von 40 kg/cm² beschickt wird. Das Reaktionssystem wird bei einer Tempera
tur von 50°C während 4 h gerührt und dann in der in Beispiel 1 geschilderten
Weise behandelt, um Selen wiederzugewinnen. Die thermische Zersetzung
erfolgt bei einer Temperatur von etwa 100°C.
Die Reinheit des mit einer Ausbeute von 98% wiedergewonnenen Selens
ist nicht geringer als 99,999%. Das Diisopropylamin, das Dioxan und das
Kohlenmonoxid werden jeweils mit einer Ausbeute nicht geringer als 99%
wiedergewonnen.
10 g Selenabfall bestehend im wesentlichen aus 65% Selen, 20% Aluminium,
8% Tellur und 5% Eisen, welcher aus den USA stammt und vermutlich
von ausrangierten photoempfindlichen Trommeln, Gleichrichtern usw. her
rührt, 20 ml Diäthylamin und 50 ml Dimethylformamid werden in denselben
Autoklaven gegeben, welcher dann mit gasförmigem Kohlenmonoxid unter
einem Druck von 20 kg/cm² beschickt wird. Das Reaktionssystem wird
bei einer Temperatur von 50°C während 4 h gerührt und dann in der in
Beispiel 1 geschilderten Weise behandelt, um Selen wiederzugewinnen. Die
thermische Zersetzung bei einer Temperatur von etwa 100°C.
Die Reinheit des mit einer Ausbeute von 98% wiedergewonnenen Selens
ist nicht geringer als 99,999%. Das Diäthylamin, das Dimethylformamid
und das Kohlenmonoxid werden jeweils mit einer Ausbeute nicht geringer
als 99% wiedergewonnen.
10 g Selenabfall bestehend im wesentlichen aus 40% Selen, 30% Kadmium
und 10% Blei, 40 ml n-Butylamin und 50 ml Pyridin werden in denselben
Autoklaven gegeben, welcher dann mit gasförmigem Kohlenmonoxid bis
zu einem Druck von 20 kg/cm² beaufschlagt wird. Das Reaktionssystem
wird bei Raumtemperatur während 3 h gerührt und dann in der in Beispiel 1
geschilderten Weise behandelt, um Selen wiederzugewinnen. Die thermische
Zersetzung erfolgt bei einer Temperatur von etwa 110°C.
Das mit einer Ausbeute von 88% wiedergewonnene Selen weist eine Rein
heit von 99,999% auf. Das Amin und das Pyridin werden jeweils mit einer
Ausbeute von 90% bzw. 99% wiedergewonnen.
10 g Selenabfall bestehend im wesentlichen aus 70% Selen, 20% Tellur,
3% Arsen und 2% Aluminium, 30 ml Äthanolamin und 50 ml Dimethyl
formamid werden in denselben Autoklaven gegeben, welcher dann mit Kohlen
monoxid unter einem Druck von 30 kg/cm² beschickt wird. Das Reaktions
system wird bei Raumtemperatur während 3 h gerührt und nach Beendigung
der Reaktion in der in Beispiel 1 geschilderten Weise behandelt, indem Koh
lenmonoxid gesammelt, das nicht gasförmige Reaktionsgemisch gefiltert
und das Filtrat in einem Destilliergerät erhitzt wird, um das restliche Koh
lenmonoxid auszutreiben. Bei einer Temperatur von etwa 110°C erfolgt
die thermische Zersetzung des Reaktionsprodukts und fällt Selen aus.
Das mit einer Ausbeute von 90% wiedergewonnene Selen weist eine Rein
heit nicht geringer als 99,999% auf. Das Äthanolamin und das Dimethyl
formamid werden jeweils mit einer Ausbeute nicht geringer als 99% wieder
gewonnen.
Claims (5)
1. Verfahren zur Wiedergewinnung bzw. Reinigung von Selen,
durch Umsetzen von selenhaltigem Material mit Kohlenmono
xid, Ammoniak oder primärem oder sekndärem Amin in einem
aprotischen Lösungsmittel zu Selenocarbaminsäureaminsalz, da
durch gekennzeichnet, daß man das erhal
tene Selenocarbaminsäureaminsalz nach dem Abtrennen fester Res
te zur Zersetzung erhitzt, und das ausgefallene Selen ab
trennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Amin ein niederes Mono- oder
Dialkylamin, Piperidin, Pyrrolin oder Mono- oder Diäthanol
amin einsetzt.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Anspüche, da
durch gekennzeichnet, daß das Reaktions
system ein tertiäres Amin enthält.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß überschüssi
ges Amin als Lösungsmittel verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß Tetrahydrofuran, Dimethyl
formamid, Toluol oder Cyclohexan als Lösungsmittel verwendet
wird.
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