DE3522382A1 - Stahlbewehrung fuer bauteile - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Stahlbewehrung für Bauteile, im
besonderen für Gasbetonplatten, welche als Decken-, Boden-
oder Wandelemente verwendet werden.
Wie bekannt ist Gasbeton als Baumaterial in Bezug auf Wärme
dämmung, Raumgewicht, Feuerwiderstandsbeständigkeit und an
derer vorteilhafter Eigenschaften ein hochwertiger Baustoff.
Die aus der Materialstruktur resultierende geringe Druck- und
Zugfestigkeit des Gasbetons ist jedoch bei Verwendung als
tragende Decke, Bodenfläche oder Wandelement mit Seitendruck
ein Nachteil und erfordert relativ dicke Materialquerschnitte
mit mehrlagiger Baustahlbewehrung bei beschränkter Tragfähig
keit, weil die von Baustahlgewebestäben bei Belastung aus
gehende Flächenpressung nur begrenzt vom Gasbeton aufgenommen
werden kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist eine Stahlbewehrung,
im besonderen für Gasbetonplatten oder andere Leichtbaustoffe
mit geringer Zugfestigkeit und Druckfestigkeit.
Die Erfindungsaufgabe wird dadurch gelöst, daß die Stahlbe
wehrung aus im wesentlichen einfach oder mehrfach u-förmig
bis v-förmig gekanteten Blechprofilen besteht, welche als
Profilträger in Abständen parallel verlaufend angeordnet
und von der Mörtelmasse eingeschlossen sind.
Die einzelnen Profilträger können über Querverbindungen,
welche gleichzeitig als Abstandshalter dienen miteinander
verbunden sein. Sind diese Querverbindungen an den Ober-
und Unterkanten der Profilträger angeordnet, dann werden
auch Kräfte in der Querachse aufgenommen, wobei die Quer
verbindungen ebenfalls als U-Profile ausgebildet sein
können.
Der Erfindungsgedanke besteht darin, daß bei u-förmig oder
v-förmig gekanteten Blechprofilen, welche vollkommen in
der Betonmasse eingeschlossen sind, das Widerstandsmoment
der Trägerprofile wesentlich erhöht wird, weil die Beton
füllmasse bei Belastung ein seitliches Ausknicken der
senkrechten Profilschenkel verhindert.
Durch die große Anlagefläche ist die Flächenpressung bei
Belastung relativ gering und kann von der Druckfestigkeit
des Gasbetons aufgenommen werden.
Zusätzlich können durch die Mehrfachkantungen als U-Profil
auch erhebliche Belastungsdruckkräfte aufgenommen werden.
Über die parallel zur Plattenebene verlaufenden Flächen
der Profilträger wird je nach Abstandsanordnung der Profil
träger die Plattenfläche weitgehendst durchsetzt und dadurch
die Oberflächenfestigkeit erhöht.
Ausgehend von diesem Erfindungsgedanken sind zahlreiche Aus
führungsformen möglich, wobei die Anwendung nicht auf Gas
beton oder die Plattenherstellung eingeschränkt ist.
In Ausgestaltung der Erfindung können die Randprofile bei
der Plattenherstellung mit einem über den Plattenrand seitlich
vorstehenden Hakenfalz ausgebildet sein, in welchem die Platten
beim Verlegen gegenseitig zusammengehängt werden können.
Ebenso können derartig hergestellte Platten für den ent
sprechenden Verwendungszweck beispielsweise an der Unter
seite zum Tapeten anbringen oder als Strukturdecke und an
der Oberseite als Bodenbelagträger beschichtet sein.
Als speziellen Verwendungszweck können die Platten auch
beidseitig oder einseitig mit einem Feuerschutzbelag oder
Anstrich versehen sein, welcher bei einer Temperaturer
höhung einen feuerhemmend und isolierenden Schaum bildet
oder chemisch gebundenes Wasser freisetzt und damit die
an sich schon hohe Feuerbeständigkeit von beispielsweise
Gasbeton noch erhöht wird.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung können an
den Trägerprofilen an der Verlegungsunterseite beschichtete
Deckenplatten befestigt sein, welche bei einer Deckenher
stellung an der Baustelle mit Ortbeton als Schaltung für den
aufzubringenden Beton dienen und an der Unterseite eine
fertige Decke bilden.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind
in der nachfolgenden Beschreibung unter Bezug auf die Zeich
nung an bevorzugten Ausführungsbeispielen näher erläutert
und in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Es zeigen:
Fig. 1: Deckenplatten in perspektivischer Darstellung im
Querschnitt mit Sicht auf die Stirnfläche und die
Stahlbewehrung als einzelne Profilträger
Fig. 2: Deckenplattendarstellung wie nach Fig. 1 mit Stahl
bewehrung als trapezförmig oder dreieckförmig ge
formte Profile als zusammenhängendes Blech mit
Durchbrüchen im Blech
Fig. 3: Erfindungsgemäß gestaltete Profilträger mit ange
brachten Schalungsplatten bei Herstellung einer
Ortbetondecke
Die Fig. 1 zeigt Bauplatten aus Gasbeton, welche beispiels
weise als Fertigdecke verlegt werden können.
An der Plattenstirnseite 2 ist die Stahlbewehrung 3 nach
der Erfindung sichtbar. Diese besteht aus Blech hergestellten
Trägerprofilen 4, 5, wobei die Blechdicke statisch ausge
legt ist und in der Dicke durch die wirtschaftliche Her
stellungsart der Profile begrenzt ist.
Die Trägerprofile werden vorteilhaft aus einem Blechstreifen
in einer Walzmaschine in einem entsprechenden Rollensatz
kalt gewalzt.
Das einzelne Trägerprofil 4, 5 ist wie im gezeigten Beispiel
durch 10 annähernd 90° Kantungen mehrfach U-Formen bildend
geformt, wobei der senkrechte oder annähernd senkrecht ver
laufende Flächenanteil des ursprünglichen Blechstreifens
mehr als 50% beträgt.
Es können auch mehrfache Querschnittsformen verwendet werden.
Wesentlich ist nur, daß die relativ geringe Blechdicke, vor
allem der senkrecht verlaufenden Flächen 6 durch den umge
benden Mörtel 7 am Ausknicken gehindert sind und dadurch
hohe Kräfte aufnehmen können.
Die einzelnen Trägerprofile 4, 5 können durch querverlaufende
in Abständen angeordnete und beispielsweise mit Punkt
schweißung mit den Trägerprofilen 4, 5 verbundene Flach
stahlstreifen 8 miteinander verbunden sein, welche an der
Unterseite angebracht auch Zugkräfte in der Querachse auf
nehmen.
Gleichzeitig sind diese Querverbindungen 8 auch Abstands
halter für die Trägerprofile 4, 5, damit Zwischenräume 9
gehalten werden und eine Trennung der Mörtelmasse in einen
Oberbereich 10 und einen Unterbereich 10 a verhindert wird.
Die Randprofile 11, 12 sind zweckmäßig mit einer Hakenfalz
anordnung 13 versehen, so daß die Platten 1, 14 beim Verlegen
zusammengehängt werden können.
Das Zusammenhängen kann auch über eine U-Schiene 15 erfolgen,
welche die Haken 13 übergreift.
Aus der Fig. 2 ist eine Stahlbewehrung 16 erkennbar, welche
aus einer zusammenhängend zueinander entgegengesetzten
Trapez- 17 oder Dreiecksprofile 18 bildenden Blechplatte
geformt ist.
Die Schenkel 19 sind in der biegeneutralen Mittelzone
mit Löchern 20 versehen, welche Verbindungsstellen für
die beidseitigen Mörtelbereiche 21, 21 a bilden.
Wie aus einem Schnittbereich 22 der Platte 23 in der
Draufsicht ersichtlich ist, sind zweckmäßig quer zu den
Knickkanten 24 verlaufend in Abständen Querverbindungen 25
mit den Knickkanten 24 verbunden, angebracht.
Diese Querverbindungen können an beiden Höhenkanten 26 und
26 a der Blechprofilplatte angebracht sein, wodurch Quer
kräfte in beiden Richtungen aufgenommen werden.
Die Querverbindungen 25 können auch als U-Profile ausge
bildet sein.
In der Fig. 3 ist die Anwendung der Stahlbewehrung nach der
Erfindung bei der Herstellung einer Decke an der Baustelle
gezeigt.
An mehrfach aus U-Kantung geformten Blechprofilträgern 27,
bei welchen das Profil oben 28 zur Einfüllung von Beton 29
offen ist, sind an der Unterseite Deckenplatten 30 be
festigt. Durch seitliche Auskantungen 31 am Übergang der
senkrechten Profilschenkel zur horizontalen Profilfläche,
wird außer der damit erreichbaren Versteifung eine form
schlüssige Verbindung der Betonfüllmasse 29 mit den Pro
filträgern 27 erreicht.
Diese Deckenplatten 30 sind bevorzugt Gasbetongewebe
platten, sogenannte GFY Bauplatten, welche durch Beschich
tung von Gasbeton mit Glasfaser und Binder an der Oberfläche
eine hohe Festigkeit bei geringem Eigengewicht aufweisen.
Die Deckenplatten 30, welche an den Stoßstellen zur
Abdichtung als Nut- und Federverbindung ausgebildet sein
können, bilden bei der Deckenherstellung die Schalung für
den aufzuschüttenden Beton (29) und gleichzeitig eine von
unten putzfertige 32 Deckenfläche.
Durch die erfindungsgemäße Verwendung der Blechprofilträger
27 bei der Herstellung einer Decke wird mit geringem Stahl
aufwand, weil mit senkrecht verlaufenden Blechen, welche am
Ausknicken gehindert sind, hohe Kräfte aufgenommen werden
können, eine Verbilligung bei der Deckenherstellung erreicht.
Bei der Herstellung einer Decke nach der Erfindung an der
Baustelle besteht neben der Stahleinsparung, der Wegfall
einer betondichten Schalung, weil bis zur Aushärtung des
Betons 29 nur eine Punktabstützung der Decke erforderlich
ist und der beachtliche Vorteil einer zweischichtigen Decke,
deren Unterseite den hohen Isolierwert des Gasbetons hat
und deren tragender Teil aus Zementbeton 29 besteht. Nach
dieser Art können natürlich auch Fertigdeckenplatten her
gestellt werden.
Zweckmäßig werden vor allem Fertigplatten dem Verwendungs
zweck entsprechend bei der Herstellung beschichtet.
So kann bei Platten zur Deckenherstellung speziell die
Oberseite als Bodenbelagträger 33 und die Unterseite bei
spielsweise als Strukturdecke 34 ausgebildet sein oder
es können beide Seiten mit bekannten Feuerschutzmaterialien
35 beschichtet sein.
Claims (15)
1) Stahlbewehrung für Bauteile, umfassend Blechprofile bis zu
Blechdicken, wie das Blech kalt gewalzt oder gekantet werden
kann, gekennzeichnet dadurch, die daß die Stahlbewehrung
(4, 5, 16, 27) aus einfach bis vielfach u-förmig, trapez-
(17) bis v-förmig (18) gekanteten Blechprofilträgern
(4, 5, 17, 18, 27) besteht, welche wenigstens mit den
senkrecht verlaufenden Schenkeln (6) in der Mörtelmasse (7)
eingeschlossen sind.
2) Stahlbewehrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Blechprofilträger (4, 5) parallel zueinander verlaufend
über Zwischenabstände (9) angeordnet sind.
3) Stahlbewehrung für Bauteile nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Blechprofilträger (4, 5, 16, 27) über ein-
oder beidseitig angebrachte Querverbindungen (8, 26) mitein
ander verbunden sind.
4) Stahlbewehrung für Bauteile nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Querverbindungen (8) als Profilbleche
ausgebildet sind.
5) Stahlbewehrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stahlbewehrung (16) aus einer zusammenhängenden zuein
ander entgegengesetzten Trapez- (17) oder Dreiecksprofile
(18) bildenden Blechplatte geformt ist.
6) Stahlbewehrung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Schenkeln (19) in der biegeneutralen Mittelzone
Löcher (20) angebracht sind.
7) Stahlbewehrung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß quer zu den Knickkanten (24) verlaufend in Abständen
Querverbindungen (25) mit den Knickkanten (24) verbunden
angebracht sind.
8) Stahlbewehrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Randprofile (11, 12) mit einer Hakenfalzanord
nung (13) versehen sind.
9) Stahlbewehrung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Zusammenhängen der Platten (1, 14) über eine auf
die Haken (13) aufgesteckte U-Schiene (15) erfolgt.
10) Stahlbewehrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß an mehrfach aus U-Kantungen geformten Blechprofil
trägern (27), bei welchen das Profil oben (28) offen ist,
an der Unterseite Deckenplatten (30) befestigt sind.
11) Stahlbewehrung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß an den Blechprofilträgern (27) seitliche Auskantungen
(31) am Übergang der senkrechten Profilschenkel zur
horizontalen Profilfläche angebracht sind.
12) Stahlbewehrung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckenplatten (30) aus Gasbeton bestehen, welche
mit Glasfaser und Binder an der Oberfläche beschichtet
sind.
13) Stahlbewehrung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckenplatten (30) an den Stoßstellen als Nut-
und Federverbindung ausgebildet sein können.
14) Stahlbewehrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Decke oder Platte zur Deckenherstellung zwei
schichtig an der Unterseite aus Gasbetonmaterial und
an der Oberseite als tragender Teil als Zementbeton (29)
mit der Bewehrung (27) ausgeführt ist.
15) Stahlbewehrung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß derartig hergestellte Platten speziell für den Ver
wendungszweck (33, 34, 35) einseitig oder beidseitig
beschichtet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853522382 DE3522382A1 (de) | 1985-06-22 | 1985-06-22 | Stahlbewehrung fuer bauteile |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE3522382A1 true DE3522382A1 (de) | 1987-01-02 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3522382A1 (de) |
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-
1985
- 1985-06-22 DE DE19853522382 patent/DE3522382A1/de not_active Withdrawn
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