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Verfahren zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wärmebehandlung von feinkörnigem
Gut, insbesondere von Zementrohmehl, das in einem mehrstufigen Zyklonvorwärmer mit
den heißen Abgasen eines Drehrohrofens und eines Vorkalzinators vorgewärmt, unter
Zugabe von Zusatzbrennstoff und unter Ausnutzung der Drehrohrofenabgase vorkalziniert,
anschließend dem Drehrohrofen zur Restkalzination und zur Sinterung zugeführt und
abschließend in einem Kühler gekühlt wird, wobei zur Vorkalzinierung ein Teil des
aus der vorletzten Stufe des Zyklonvorwärmers austretenden Gutes in die zwischen
Drehrohrofen und Zyklonvorwärmer verlaufende Ofenabgasleitung und der andere Teil
in den Vorkalzinator geführt wird, dem der Zusatzbrennstoff und vorgewärmte Luft,
vorzugsweise aus dem Kühler, zugeführt werden.
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Bei einem derartigen Verfahren ergibt sich der Vorteil, daß die zur
Vorkalzinierung eines Teiles des Gutes durchgeführte Verbrennung des Zusatzbrennstoffes
ohne Belastung durch Abgase aus dem Drehrohrofen stattfindet, so daß eine sogenannte
flammenlose Verbrennung des Zusatzbrennstoffes im Gleichstrom mit dem zu behandelnden
Gut abläuft, die aufgrund der ausreichend langen Verweilzeit im Vorkalzinator eine
vollständige Verbrennung des Zusatzbrennstoffes sicherstellt und einen hohen Kalzinierungsgrad
erzielt.
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Da der im Vorkalzinator behandelte Teil des Gutes anschließend der
Ofenabgasleitung zugeführt wird, in der der andere Teil des im Zyklonvorwärmer vorgewärmten
Gutes mittels der heißen Ofenabgase vorkalziniert wird, hat das eingangs beschriebene
Verfahren verschiedene Nachteile. Zum einen wird der Vorkalzinierungsprozeß in der
Ofenabgasleitung durch das bereits im Vorkalzinator behandelte Gut belastet und
damit dieser Teil des Vorkalzinierungsprozesses behindert. Weil die dem bereits
im Vorkalzinator behandelten Gut in der Ofenabgasleitung dargebotene Energie nicht
mehr in Entsäuerung umgesetzt werden kann, erfährt das bereits im Vorkalzinator
behandelte Gut zum anderen durch den Kontakt mit den heißen Ofenabgasen eine solche
Temperaturerhöhung, daß es durch lokale Überhitzung zur Bildung instabiler Minerale
und damit zu Anbackungen kommt, die zu Betriebsstörungen führen können.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs beschriebene
Verfahren derart weiterzubilden, daß unter Beibehaltung der Vorteile der von den
Ofenabgasen unbeeinflußten Verbrennung des zur Vorkalzination verwendeten Zusatzbrennstoffes
eine Behinderung der in der Ofenabgasleitung stattfindenden Vorkalzinierung vermieden
wird, um einerseits eine Herabsetzung des nutzbaren Wärmeangebots an die in der
Ofenabgasleitung stattfindende Vorkalzinierunq und andererseits eine unerwünschte
thermische Belastung des bereits im Vorkalzinator behandelten Gutes auszuschließen.
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Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß der im Vorkalzinator behandelte Teil des Gutes einem parallel
zur Ofenabgasleitung angeordneten Zyklon der letzten Stufe des Zyklonvorwärmers
zugeführt und das in diesem Zyklon abaeschiedene Gut unmittelbar der Einlaufkammer
des Drehrohrofens zugeführt wird.
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Die direkte Vorkalzination eines Teils des Gutes im Vorkalzinator
durch flammenlose Verbrennung des Zusatzbrennstoffes läuft weiterhin mit einer ausreichend
langen Verweilzeit ab.
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Dieser Teil des Guts wird nach Erreichen des gewünschten Kalzinierungsgrades,
vorzugsweise größer als 90m, nach Abscheiden der Abgase im Zyklon unmittelbar dem
Drehrohrofen zugeführt. Da dieser vorkalzinierte Gutstrom parallel zur Ofenabgasleitung
geführt wird, entfällt eine Belastung der in der Ofenabgasleitung durch die heißen
Ofenabgase stattfindenden Vorkalzination des anderen Teilstromes durch das bereits
vorkalzi,l,erte Material. Gleichzeitig wird eine unerwünschte thermische Nachbehandlung
des bereits vorkalzinierten Materials vermieden. Durch die Trennung der beiden Kalzinierungsvorgänge
lassen sich beide Wärmebehandlungsprozesse gezielt steuern, insbesondere durch eine
den anfallenden Ofenabgasen entsprechende Aufteilung des Gut stromes und eine entsprechende
Anpassung der Menge des Zusatzbrennstoffes an die jeweils im Vorkalzinator zu behandelnde
Gutmenge. Hierdurch ist es möglich, daß nach Abschluß der beiden Vorkalziniervorgänse
das aus den getrennten Gutströmen stammende Material nahezu den gleichen Kalzinierungsgrad
aufweist, so daß ein ruhiger Betrieb des Drehrohrofens erzielt werden kann.
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Durch die Parallel führung der Abgase aus dem Kalzinator und der Abgase
aus dem Drehrohrofen ergibt sich die Notwendigkeit, diese beiden Abgasströme, nachdem
ihnen die Energie für den jeweiligen Vorkalzinierungsvorgang entzogen worden ist,
zu vereinen und gemeinsam den nachgeschalteten Zyklonen zuzuführen, und zwar zwischen
der letzten und vorletzten Stufe.
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Um bei auftretenden Temperaturdifferenzen zwischen diesen beiden Abgas
strömen vor dem gemeinsamen Eintritt in die vorletzte Stufe des Zyklonvorwärmers
eine möglichst gleichmäßige Temperatur zu erzielen, müßten lange Mischstrecken geschaffen
werden.
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Dies kann gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch vermieden
werden, daß das im Zyklon der drittletzten Stufe abgeschiedene Gut entsprechend
dem jeweiligen Wärmeinhalt des einerseits aus der Ofenabgasleitung und andererseits
aus dem Vorkalzinator stammenden Abgases auf die parallel zueinander geführten Gasleitunoen
der letzten Stufe aufgeteilt wird, die vor dem gemeinsamen Zyklon der vorletzten
Stufe zusammengeführt werden. Diese erfindungsgemäße Aufteilung des mit den Abgasen
vorzuwärmenden Gutes schafft somit die Möglichkeit einer differenzierten und gezielten
Abkühlung der noch voneinander getrennten Abgasströme einerseits aus der Ofenabgasleitung
und andererseits aus dem Vorkalzinator, so daß bei einem Zusammenführen der beiden
Abgasströme nahezu gleiche Temperaturen vorliegen und auf lange Mischstrecken vor
der Einführung in den Zyklon der vorletzten Stufe verzichtet werden kann.
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Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden die Abgase
des Drehrohrofens unmittelbar einer in bekannter Weise als Schacht ausgebildeten
Stufe zugeführt, in der neben der Vorkalzinierung auch eine Trennung zwischen Abgas
und behandeltem Gut stattfindet und das Gut im Gegenstrom zum Ofenabgas der Einlaufkammer
des Drehrohrofens zugeführt wird. Durch eine derartige Ausbildung der Ofenabgasleitung
als Schacht wird das erfindungsgemäße Verfahren unempfindlich gegen kritische Materialien
und damit gegen störendes Anbacken, weil die im Drehrohrofen verdampften kreislaufbildenden
Bestandteile am Gut im Schacht kondensieren, so daß - auch im Hinblick auf das große
Volumen des Schachtes - auf einen mit einem hohen Energieverlust verbundenen Teilabzug
der Ofenabgase zur Verringerung der Schadstoffkonzentration verzichtet bzw. dieser
erheblich geringer werden kann.
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Sofern das erfindungsgemäße Verfahren bei einer Anlage mit
einem
zweisträngigen mehrstufigen Zyklonvorwärmer angewendet wird, wird mit der Erfindung
vorgeschlagen, zwischen den Gasleitungen zwischen der letzten und vorletzten Stufe
beider Stränge eine Verbindungsleitung mit veränderlichem Strömungsquerschnitt zum
Ausgleich unterschiedlicher Gasmengen aus der Ofenabgasleitung bzw. dem Vorkalzinator
anzuordnen.
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Hierdurch kann bei gleich großer Aufgabemenge von frischem Gut auf
jeden Strang des Zyklonvorwärmers sichergestellt werden, daß das Verhältnis zwischen
Abgas- und Gutmenge in jedem Strang trotz unterschiedlicher Abgasmengen aus Vorkalzinator
und Drehrohrofen etwa gleich groß eingestellt werden kann. Damit ergibt sich eine
optimale Ausnutzung der Abgase fur den Vorwärmprozeß auch bei einer zJeisträngigen
Ausfuhrunn des Zyklonvorwärmers mit unveränderlicher Aufteilung der Aufgabemengen
des Frischgutes.
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Auf der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele einer Anlage zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt, und zwar zeigen: Fig.
1 ein erstes Ausführungsbeispiel mit einem am Ende der Ofenabgasleitung angeordneten
Zyklon, Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel mit einer schachtartigen Ausbildung
der Ofenabgasleitung und Fig. 3 eine Abwandlung der zweiten Ausführungsform durch
Verwendung eines zweisträngigen Zyklonvorwärmers.
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Bei allen drei Ausführungen der schematisch dargestellten Anlagen
zur lSärmebehandlung von feinkörnigem Gut, insbesondere von Zementrohmehl, erfolgt
die Restkalzination und Sinterung des Gutes in einem Drehrohrofen 1, dem ein kühler
2 nachgeschaltet
ist, um das fertigbehandelte Gut abzukühlen. Die
im Kühler 2 durch die Abkühlung des Gutes erwärmte Luft wird dem Drehrohrofen 1
als sogenannte Sekundärluft zugeführt, um den zugeführten Hauptbrennstoff im Drehrohrofen
1 zu verbrennen.
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Das Ofenabgas wird durch den Ofeneinlauf la für das im Drehrohrofen
1 zu behandelnde Gut hindurch in eine Ofenabgasleitung 3 abgezogen und anschließend
einem mehrstufigen Zyklonvorwärmer 4 zur Erwärmung des zu behandelnden Gutes zugeführt.
Dieser Zyklonvorwärmer 4 ist bei den Ausführungsbeispielen vierstufig ausgeführt
und umfaßt beim Ausführungsbeispiel nach Fig.l einen Zyklon 4a der ersten Stufe,
einen Zyklon 4b der zweiten Stufe, einen Zyklon 4c der dritten Stufe und zwei Zyklone
4d und 4dl als vierte Stufe. Mittels eines Gebläses 5 wird das Abgas aus dem Zyklonvorwärmer
4 abgezogen.
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Die Aufgabe des zu behandelnden Gutes erfolgt durch eine Gutaufgabe
6 in die vom Zyklon 4b zum Zyklon 4a verlaufende Abgasleitung. In dieser Leitung
wird das zu behandelnde Gut vorgewärmt, bevor es im Zyklon 4a vom Abgas abgeschieden
wird. Danach gelangt das Gut in die vom Zyklon 4c zum Zyklon 4b führende Abgasleitung,
in der eine weitere Vorwårmung stattfindet, bevor das Gut im Zyklon 4b abgeschieden
wird.
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In der Gutaustragleitung 7 des Zyklons 4b, d.h. des Zyklons der drittletzten
Stufe, ist ein Verteiler 7a angeordnet, der ein Teil des Gutes einer Abgasleitung
8 zwischen dem Zyklon 4d und dem Zyklon 4c und den anderen Teil einer Abgasleitung
9 zuführt, die vom Zyklon 4dl ebenfalls zum Zyklon 4c führt.
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Die Aufteilung des Gutes durch den Verteiler 7a erfolgt entsprechend
dem jeweiligen Wärmeinhalt der in den Abgasleitungen 8 und 9 strömenden Abgase.
Beide Teilströme des Gutes
gelangen in den Zyklon 4c der dritten,
d.h. der vorletzten Stufe und werden hier wiederum vom Abgasstrom getrennt.
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Auch in der Gutaustragleitung 10 des Zyklons 4c ist ein Verteiler
lûa angeordnet, der das nunmehr vorgewärmte Gut aufteilt. Ein Teil dieses Gutes
gelangt in einen Vorkalzinator 11, der als Flugstaubkalzinator ausgebildet ist und
mit Zusatzbrennstoff 12 sowie Tertiärluft aus dem Kühler 2 betrieben wird. Der Vorkalzinator
11 stellt somit eine Verlängerung einer vom Kühler 2 kommenden Tertiärluftleitung
13 dar. Der andere Teil des im Zyklon 4c abgeschiedenen Gutes wird der Ofenabgasleitung
3 zugeführt. In dieser Ofenabgasleitung 3 wird dieser Teil des Gutes unter Ausnutzung
des Wärmeinhaltes der Ofenabgase ohne Zugabe zusätzlichen Brennstoffes vorkalziniert.
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In den verhältnismäßig langen Rohrleitungen des Vorkalzinators 11
erfolgt eine direkte Vorkalzinierung durch flammenlose Verbrennung des Zusatzbrennstoffes
2 im Gleichstrom mit dem vorzukalzinierenden Gut. Dieses Gut, die durch die Tertiärluftleitung
13 herangeführte Verbrennungsluft und der vorzugsweise in der Nähe des Guteintrittes
zugeführte Zusatzbrennstoff 12 werden derart innig miteinander vermischt, daß die
durch die Verbrennung frei werdende Wärme direkt an das feinkörnige Gut übergeht
und in Entsäuerung umgesetzt wird.
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Die homogene Vermischung der Reaktionspartner ergibt somit durch eine
ideale Wärme- und Stoffübertragung eine sogenannte flammenlose Verbrennung. Dieser
Verbrennungs- und Vorkalzinierungsvorgang wird nicht durch Abgase aus dem Drehrohrofen
1 behindert, weil diese getrennt von denen des Vorkalzinators 11 in den Zyklon 4c
geführt werden.
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Das im Vorkalzinator 11 behandelte Gut gelangt mit den Abgasen aus
der Verbrennung des Zusatzbrennstoffes 12 in den Zyklon 4d der letzten Stufe. Es
wird in diesem Zyklon 4d abgeschieden
und über den Gutaustrag
14 unmittelbar dem Ofeneinlauf la des Drehrohrofens 1 zugeführt. Hierdurch wird
eine unerwünschte thermische Nachbehandlung des im Vorkalzinator 11 behandelten
Gutes ausgeschlossen.
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Der der Ofenabgasleitung 3 zugeführte Teil des aus dem Zyklon 4c abgezogenen
Gutes wird durch den Wärmeinhalt der aus dem Drehrohrofen 1 kommenden Abgase im
Gleichstrom vorkalziniert.
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Die Verteilung des Gutes durch den Verteiler lOa in der Gutaustragleitung
10 erfolgt hierbei derart, daß der Ofenabgasleitung 3 nur soviel Gut aufgegeben
wird, daß der Wärmeinhalt der Ofenabgase ausreicht, eine nahezu vollständige Vorkalzinierung
dieses Gutstromes sicherzustellen. Dieser Teil des Gutes wird anschließend im Zyklon
4dl, der ebenso wie der Zyklon 4d die letzte Stufe des Zyklonvorwärmers 4 bildet,
aus den Ofenabgasen abgeschieden und durch den Gutaustrag 15 unmittelbar dem Ofeneinlauf
la zugeführt.
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Die vom Verteiler 10a getrennten Teilströme des vorgewärmten Gutes
werden somit entweder im Vorkalzinator 11 oder in der Ofenabgasleitung 3 vorkalziniert,
wobei durch die Trennung und eine den Gegebenheiten angepaßte Mengenaufteilung dafür
gesorgt werden kann, daß beide parallel zueinander verlaufenden Vorkalzinierungsprozesse
mit hohem Kalzinierungsgrad ablaufen, so daß dem Drehrohrofen 1 Gut mit etwa gleichem
Kalzinierungsgrad zugeführt wird, womit ein ruhiger Ofenbetrieb erzielt wird. Die
aus den beiden getrennten Vorkalzinierungsprozessen stammenden Abgase in den Abgasleitungen
8 und 9 haben durch die voranstehend beschriebene Aufteilung des vorgewärmten Gutes
mit Hilfe des Verteilers 7a etwa die gleiche Temperatur, bevor sie miteinander vermischt
dem Zyklon 4c zugeführt werden. Auch gasseitig ist somit unter Verzicht auf lange
Mischstrecken für einen gleichmäßigen Verfahrensablauf gesorgt.
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Um die im Vorkalzinator 11 benötigte Energie der jeweils zugeführten
Gutmenge anzupassen, ist sowohl die Menge des zugeführten Zusatzbrennstoffes 12
als auch die Menge der Tertiärluft veränderlich. Zu diesem Zweck ist in der Tertiärluftleitung
13 eine Drosselklappe 13a angeordnet. Um bei Störfällen das im Vorkalzinator 11
befindliche Gut austragen zu können, ist eine zum Ofeneinlauf la führende Austragleitung
15 am unteren Ende des Vorkalzinators 11 vorgesehen.
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Die in Fig.2 ebenfalls schematisch dargestellte Anlage unterscheidet
sich von der voranstehend beschriebenen Anlage durch die Ausbildung der Ofenabgasleitung
3 zu einem Schacht 3a, in dem sowohl der Vorkalzinierungsprozeß als auch der Trennvorgang
zwischen Gut und Abgas stattfindet, so daß auf den beim ersten Ausführungsbeispiel
nach Fig.l verwendeten Zyklon 4dl verzichtet werden kann.
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Auch bei der zweiten Ausführungsform nach Fig.2 verbrennt der Zusatzbrennstoff
12 im Gleichstrom in Anwesenheit des vor zukalzinierenden Materials im Vorkalzinator
11 unter optimalen Bedinoungen. Der Start der Verbrennung findet in reiner Luft
(Tertiärluft) unter hohem Temperaturniveau (850 - 10000C) ohne Verdünnung der Tertiärluft
durch inerte Ofenabgase statt, die zu einem verzögerten Ausbrand führen würden.
Ein vollständiger Ausbrand wird durch eine entsprechende Verweilzeit, d.h. durch
die Länge des als Verlängerung der Tertiärluftleitung 13 anzusehenden Vorkalzinators
11 gewährleistet.
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Da der Prozeß im Vorkalzinator ll getrennt von den im Schacht 3a befindlichen
Ofenabgasen abläuft, erfolgt keine Kondensation von kreislaufbildenden Bestandteilen,
wie Alkalien, Chlor und Schwefel, an den relativ kalten Brennstoffpartikeln, so
daß auch insoweit eine Oxydationsverzögerung entfällt. Der dem Vorkalzinator 11
durch den Verteiler lOa zugeführte Gutstrom kann somit über 90% entsäuert werden.
Der Mengenanteil beträgt etwa 70:j des im Zyklon 4c anfallenden
Gutes,
so daß die Gastemperatur in der Abgasleitung 8 nach dem Zyklon 4d sich zwischen
840 bis 9000C einpendelt.
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Im Schacht 3a findet die Vorkalzination des anteiligen Gutes (ca.
30%) ohne Zugabe von Zusatzbrennstoff durch den Wärmeinhalt der Ofenabgase, des
Ofenstaubes sowie der Kondensation der kreislaufbildenden Bestandteile im Gegenstrom
statt.
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Diese Energien reichen zur nahezu vollständigen Entsäuerung des dem
Schacht 3a zugeführten Gutanteils aus, so daß der im Gutaustrag 14 anfallende Teilstrom
des vorkalzinierten Gutes einen vergleichbaren Entsäuerungsgrad aufweist wie das
aus dem unteren Teil des Schachtes 3a in den Ofeneinlauf la herabfallende Gut.
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Durch den Austrag des vorkalzinierten Gutes am unteren Ende des Schachtes
3a durch eine Art Düse 16 mit einem im Verhältnis zum Auslauf eines Zyklons großen
Querschnitt wird die Gefahr von Verstopfungen durch kreislaufbildende Bestandteile
beseitigt. Diese Bestandteile werden dem Schacht 3a gasförmig mit den Abgasen des
Drehofens 1 zugeführt. Durch die Verwendung eines Schachtes 3a besteht somit die
Möglichkeit, sowohl kritische Rohmaterialien als auch minderwertige Brennstoffe
mit hohen Anteilen von kreislaufbildenden Bestandteilen zu verarbeiten.
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Die kreislaufbildenden Bestandteile, insbesondere Alkalien, Chlor
und Schwefel, finden im Schacht 3a eine gegenüber einer normalen Ofenabgasleitung
3 vielfach höhere tilaterialoberfläche des zu behandelnden Gutes vor, weil im Gegenstrom
zwischen Ofenabgas und Gut sich eine größere Gutmenge im Schacht 3a in der Schwebe
hält, an der die Schadstoffe kondensieren können. Außerdem kann zwischen dem Schacht
3a und dem Zyklon 4c ein Materialkreislauf entstehen, der einen weiteren Verdünnungseffekt
hinsichtlich
der kreislaufbildenden Bestandteile bewirkt. Insgesamt wird somit durch die Verwenduna
des Schachtes 3a die Biriebsstabilitat der Anlage erhöht, so daß selbst bei kritischem
Rohmaterial und minderwertigen Brennstoffen für den Drehrohrofen 1 auf einen Teilabzug
der Ofenabgase zwecks Verringerung der Schadstoffkonzentration verzichtet werden
bzw. dieser erheblich kleiner ausfallen kann, so daß insoweit keine Energieverluste
entstehen.
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Um auch Anlagen mit hohen Durchsatzleistungen, d.h. Durchsatzleistungen
über 2000 Tonnen pro Tag erstellen zu können, kann die Anlage gemäß Fig.3 mit einem
zweistr.ngigen mehrstufigen Zyklonvorwärmer ausgestattet werden.
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Wie Fig.3 erkennen läßt, sind bei dieser Anlage zwei Gutaufgaben 6a
und 6b vorgesehen, die jeweils einen Teil des zu behandelnden Gutes in eine Leitung
des Zyklonvorwärmers 4 führen, die zwischen einem Zyklon 4al bzw. 4a2 der ersten
Stufe und einem Zyklon 4b1 bzw. 4b2 der zweiten Stufe verläuft. Das im Zyklon 4bl
bzw. 4b2 abgeschiedene Material gehangt durch eine Gutaustragleitung 7' bzw. 7''
jeweils zu einem Verteiler 7al bzw. 7a2, die das vorgewärmte Gut entsprechend dem
Wärmeinhalt in den Abgasleitungen 8 und 9 verteilen.
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Diese beiden Abgasleitungen 8 und 9 sind miteinander durch eine Verbindungsleitung
17 verbunden, die mit einem Drosselorgan 17a ausgestattet ist, um den Strömungsquerschnitt
zu verändern. Hierdurch ist es möglich, einen Teil des aus dem Zyklon 4d der letzten
Stufe kommenden Gases in den Gasstrom einzuführen, der aus dem Schacht 3a und damit
aus dem Drehrohrofen 1 komnt. Das Verhältnis zwischen der Abgasmenge und der Gutmenge
in jedem der getrennten Stränge des Zyklonvorwurrners kann somit trotz unterschiedlicher
Abgasmenge einerseits
aus dem Vorkalzinator 11 und andererseits
aus dem Drehrohrofen 1 etwa gleich groß eingestellt werden, so daß sich eine optimale
Ausnutzung für den Vorwärmprozeß auch bei einer zwelsträngigen Ausführung des Zyklonvorwärmers
4 ergibt.
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Die Fig.3 läßt erkennen, daß es sich um ein durchgehend zweisträngiges-
Vorwärmersystem handelt. Beide Stränge besitzen ein eigenes Gebläse 5a bzw. 5b.
In der zum Zyklon 4cl führenden Abgasleitung 8 für das aus dem Vorkalzinator 11
kommende Abgas ist in Strömungsrichtung hinter der Verbindungsleitung 17 schließlich
ein Absperrschieber 18 angeordnet. Durch Schließen dieses Absperrschiebers 18 wird
der in Fig.3 linke Strang des Zyklonvorwärmers 4 vom rechten Strang abaetrennt,
so daß ein Teillastbetrieb der Anlage ausschließlich über den rechten Strang möglich
ist, ohne daß Falschluft in den im Betrieb befindlichen Strang eintreten kann. Durch
Öffnen des Absperrschiebers 18 und entsprechendes Einstellen des Schiebers 17a in
der Verbindungsleitunc' 17 kann bei anschließender Aufgabe von Gut über beide Gutaufgaben
Ca und 6b die Anlage aus dem Teillastbetrieb ohne großen Aufwand in den Nennleistungsbetrieb
wechseln. Die voneinander getrennten Vorkalzinierungsprozesse im Vorkalzinator 11
und Schacht 3a laufen in der voranstehend beschriebenen Weise ab.
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Bezugsziffernliste: 1 Drehrohrofen la Ofeneinlauf 2 Kühler 3 Ofenabgasleitung
3a Schacht 4 Zyklonvorwärmer
| 4a Zyklon |
| 4a1 Zyklon # der ersten Stufe |
| 4a2 Zyklon |
| 4b Zyklon |
| 4b1 Zyklon der zweiten Stufe |
| 4b2 Zyklon |
| 4c Zyklon# |
| 4c1 Zyklon der dritten Stufe |
| 4c2 Zyklon |
| # |
| 4d Zyklon |
| 4d1 Zyklon der vierten Stufe |
5 Gebläse 5a Gebläse 5b Gebläse 6 Gutaufgabe Ca Gutaufgabe 6b Gutaufgabe 7 Gutaustragleitung
7' Gutaustragleitung 7'' Gutaustragleitung 7a Verteiler 7al Verteiler 7a2 Verteiler
Ab gasleitung 9 Abgasleitung 10 Gutaustragleitung 10a Verteiler 11 Vorkalzinator
12 Zusatzbrennstoff 13 Tertiärluftleitung 13a Drosselklappe 14 Gutaustrag 15 Austragleitung
16 Düse 17 Verbindungsleitung 17a Drossel organ 18 Absperrschieber
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L e e r s e i t e -