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"Zetter zur Bearbeitung von Gras, Heu od.dergl."
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Die Erfindung betrifft einen Zetter zur Bearbeitung von Gras, Heu
od.dergl., der insbesondere an die Dreipunkt-Aufhängung eines Schleppers anbaubar
ist, mit einer angetriebenen rotierenden Welle mit Bearbeitungswerkzeugen, die horizontal
und parallel zu der Achsrichtung des Schleppers od.dergl. angeordnet ist.
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Es sind Zetter der vorbeschriebenen Gattung bekannt, bei denen das
Gut von feststehenden Federzinken oder festmontierten Greifelementen aufgenommen
und über einen Förderkanal nach hinten ausgeworfen wird.
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Bei diesen Maschinen geht es nur darum, daß Erntegut zu lockern, neu
zu verteilen und gegebenenfalls auch zu wenden, so daß der Trocknungsvorgang verbessert
wird.
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Eine Aufbereitung oder Bearbeitung innerhalb des Zetters ist nicht
beabsichtigt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, im gleichen Arbeitsgang
das Gut so zu bearbeiten, dal; die Trocknung erheblich beschleunigt wird. Zur Lösung
dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß die gegen die Fahrtrichtung wirksamen
Werkzeuge das Bearbeitungsgut gegen eine Bearbeitungskante fördern, die parallel
zur Welle am Beginn eines Förderkanals angeordnet ist, der über die Welle hinweg
nach hinten führt. Die rasch umlaufenden Bearbeitungswerkzeuge fördern das Gut gegen
die Bearbeitungskante, wobei die einzelnen Pflanzenteile geknickt und gequetscht
werden, so daß sich eine Aufspaltung der Halm- und Blattstruktur ergibt, die die
weitere Trocknung erheblich beschleunigt. Die Bearbeitungswerkzeuge an der Welle,
die vorzugsweise schaufelartig ausgebildet sind, erzeugen insbesondere auch einen
Luftstrom, der die Weiterförderung sicher stellt.
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Die Werkzeuge können fest auf der Welle angeordnet sein.
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Besser ist es jedoch, wenn die Welle von einem Rohr gebildet ist,
das mit Laschenpaaren bestückt ist, die Bolzen tragen für die Aufhängung von frei
beweglichen Schaufeln als Bearbeitungswerkzeuge.
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Die kreuzweise, um 90 Grad versetzte Anordnung der Schaufeln auf der
Welle hat sich hierbei als vorteilhaft erwiesen,
da für das Aufnehmen
des Gutes auf den einzelnen Schaufeln genügend Raum vorhanden ist und gleichzeitig
eine ausreichend schnelle Schaufelfolge zur vollständigen Gutaufnahme auf der gesamten
Arbeitsbreite gewährleistet ist.
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Die Schaufeln sind vorzugsweise gekrümmt bzw. gewölbt, wobei die Schaufelvorderfläche
konkav ist. Dadurch entsteht ein ausreichender Luftstrom, der das Gut in den Arbeitsraum
hineinzieht.
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Durch die erfindungsgemäße Ausbildung entfällt im wesentlichen die
mechanische Aufnahme des Gutes vom Boden, wodurch eine größere Bodenfreiheit möglich
ist; Die positive Folge davon ist eine Vermeidung der Beschädigung der Werkzeuge
bzw. der Schaufeln, bzw. ein vorzeitiger Verschleiß. Außerdem wird Antriebsenergie
eingespart.
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Eine Bearbeitung des Erntegutes erfolgt nicht nur an der Kante, die
vorzugsweise in verschiedener Weise verstellbar ist, um ihre Wirkung den jeweiligen
Verhältnissen anzupassen. Bei der Bewegung des Bearbeitungsgutes über die Welle
hinweg nach hinten, wird das Gut durch die Zentrifugalkräfte zusätzlich an die Wand
des Förderkanals geschlagen und hierdurch bearbeitet, insbesondere gequetscht.
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Diese und weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung des in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels
der Erfindung. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht des Zetters teilweise im Schnitt,
Fig.
2 eine Draufsicht auf die Darstellung der Fig. 1, mit teilweise aufgeschnittenem
Arbeitsraum des Förderkanals, Fig. 3 einen Schnitt durch die von einem Rohr gebildete
Welle, gemäß der Schnittlinie III - III der Fig. 4, Fig. 4 eine teilweise Ansicht
der Welle, Fig. 5 eine Ansicht der Bearbeitungskante mit Verstelleinrichtung und
Fig. 6 einen Schnitt durch die Darstellung der Fig. 5, entsprechend der Schnittlinie
VI - VI.
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Der Zetter ist in bekannter Weise über den verstellbaren Oberlenker
7 und die beiden Unterlenker 8 am Schlepper 9 angekuppelt. Im abgekuppelten Zustand
wird der Zetter vom Hilfsrad 10 gestützt. Die Führung im Betriebszustand erfolgt
durch die beiden hinteren Lenkrollen 11, die jede Fahrtrichtungsänderung ermöglichen.
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Der Antrieb des Zetters erfolgt durch eine Zapfwelle 12, wie dies
an sich bekannt ist.
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In der Zeichnung ist der erfindungsgemäße Zetter an eine Dreipunkt-Aufhängung
eines Schleppers angebaut. Diese Anordnung empfiehlt sich dann, wenn der Schlepper
beispielsweise an seiner Vorderseite ein Mähwerk aufweist,
so daß
im gleichen Arbeitsgang mit dem Mähen der erfindungsgemäße Zetter eingesetzt werden
kann. Der erfindungsgemäße Zetter kann jedoch auch in Kombination mit einem Heckmähwerk,
beispielsweise einem Heck- Kreiselmähwerk, benutzt werden, wobei dann sinngemäß
der erfindungsgemäße Zetter hinter dem Mähwerk angeordnet wird, beispielsweise in
Art eines zusätzlichen Anhängegeräts.
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Es ist gefunden worden, daß die Drehzahl für die Welle 3 von etwa
eintausend Umdrehungen pro Minute optimalste Ergebnisse bringt, wobei jedoch die
Drehzahl in besonderen Fällen angepaßt werden kann.
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Die Welle 3 ist bezüglich ihrer Arbeitshöhe Xl einstellbar, und zwar
mittels der Verstellmutter 13 am Oberlenker 7.
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Auch die Höhe X2 der Bearbeitungskante 2 ist ebenfalls einstellbar.
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Je nach Erntegut wird hierdurch ein veränderbarer Eingang squerschnitt
möglich.
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Aus der Fig. 2 ergibt sich, daß die Summe der Einzelbreiten b. der
Schaufeln 1 die gesamte Arbeitsbreite b bestreicht.
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Auf der rohrartigen Welle 3 sind die Laschen 5 angeordnet, und zwar
jeweils um 90 Grad kreuzweise versetzt.
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Die Laschen 5 tragen Bolzen 6, die axial beidseitig gesichert sind,
und an denen die Schaufeln 1 freibeweglich aufgehängt sind. Im Betrieb stellt sich
durch
die auftretenden Zentrifugalkräfte eine Schaufel stellung
ein, wie diese in den Fig. 3 und 4 gezeigt ist. Die Schaufeln sind gewölbt bzw.
gekrümmt, und die Schaufelaußenkante ist in Drehrichtung nach vorne gerichtet.
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Die Bearbeitungskante 2 ist mittels der Klemmeinrichtung 17 in der
Höhe verstellbar. Die Klemmeinrichtungen halten den Eingangsteil 14 des Förderkanals
4, und der Eingangsteil 14 seinerseits bildet die Lagerung der Kante 2.
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Die Bearbeitungskante kann nicht nur in der Höhe verstellt werden,
um die richtige Höhe X2 zu regulieren. Die Arbeitskante kann auch in sich verdreht
werden, und zwar um eine Drehachse parallel zu den Radachsen. In der Arbeitsstellur,g
A ist der große Radius R1 wirksam, der die im Regelfall erforderliche Quetschung
des Erntegutes ergibt. Dies ist in der Fig. 6 gezeigt. Die Bearbeitungskante kann
jedoch auch gewendet werden, so daß der vorstehende Bereich 18 mit der schärferen
Kante R2 wirksam wird. Dies ist die Arbeitsstellung B, die in der Fig. 6 mit strichpunktierten
Linien angeceutet ist.
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Die Verstellung erfolgt durch Betätigung der Klemmmutter 16 und des
StellhebeLs 15. In der Arbeitsstellung B wird eine wesentlich stärkere Knick- und
Quetschwirkung erzielt, was je nach Beschaffenheit des Bearbeitungsgutes wünschenswert
sein kann. Diese erhöhte Knick- und Quetschwirkung ergibt sich einerseits durch
den kleineren Radius R2, der intensiver wirkt, und andererseits auch durch den geringeren
Abstand der Bearbeitungskante 2 von den rotierenden Werkzeugen 1.
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Es ist gefunden worden, daß es mittels des erfindungsgemäßen Zetters
möglich ist, die Trocknungszeit stark zu verkürzen. Wenn unter gleichbleibenden
Voraussetzungen für die Trocknung von frischem Grüngut drei bis fünf Tage benötigt
wurden, so läßt sich durch die Anwendung des beschriebenen Zetters die Trocknungszeit
auf maximal zwei Tage verkürzen. Das bedeutet auch gleichzeitig eine Ersparnis,
da das Erntegut nicht so oft gewendet werden muß.
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Bei dem in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispiel sind die
Schaufelvorderkanten gerundet. Unter besonderen Umständen kann es empfehlenswert
sein, Schaufeln mit scharfkantigen Vorderkanten zu verwenden, die insbesondere eine
meiselartige Gestalt besitzen.
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Der erfindungsgemäße Zetter kann vielseitig eingesetzt werden. Beispielsweise
kann der Zetter benutzt werden.
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um Pflanzen oder Pflanzenreste, die nicht geerntet werden sollen,
zu zerschlagen, um diese anschließend unterzupflügen. Dabei kann auch Gut, das ungemäht
ist, bearbeitet werden. Insbesondere in diesem Falle empfiehlt sich die scharfkantige
Ausbildung der Vorderkanten der Werkzeuge.
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Der Zetter kann auch als Weidemulch benutzt werden, also zur Bearbeitung
von Grünland nach dem Weidebetrieb, und zur Beseitigung der stehen gebliebenen,
vom
Vieh nicht angenommenen Reste. In diesem Falle empfiehlt es sich, die Bearbeitungskante
in die Bearbeitungsstellung A zu bringen, oder auch ganz zu demontieren. Das Gerät
kann ferner als Wender für Heu und Langgut eingesetzt werden, wobei bei ausreichendem
Bodenabstand nur die Ventilatorwirkung der Werkzeuge 1 genutzt wird.
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