DE3519115C2 - - Google Patents
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C309/00—Sulfonic acids; Halides, esters, or anhydrides thereof
- C07C309/01—Sulfonic acids
- C07C309/62—Sulfonated fats, oils or waxes of undetermined constitution
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Verflüssigungs- und Stabilisierungs-
Zusatz auf der Basis von sulfoniertem und in die
Salzform überführtem Teer sowie auf ein Verfahren zu seiner
Herstellung.
Im einzelnen bezieht sich die Erfindung auf einen Zusatz
zum Verflüssigen bzw. Fließfähigmachen und Stabilisieren
von Suspensionen fester Stoffe in Flüssigkeiten, vor allem
von Kohle in Flüssigkeiten und insbesondere in Wasser, sowie
jeweils auf das Verfahren zur Herstellung des Zusatzes.
In noch speziellerer Weise bezieht sich die Erfindung auf
einen Verflüssigungs- und Stabilisierungs-Zusatz für hoch
konzentrierte Kohlesuspensionen in Wasser, das heißt für
Suspensionen mit einer Konzentration von mehr als 60 Gew.-%,
insbesondere von 70 bis 80 Gew.-% oder mehr, sowie auf
das Verfahren zur Herstellung des Zusatzes.
In der nachfolgenden Beschreibung wird auf den speziellen
Fall der Kohle/Wasser-Suspensionen Bezug genommen; der erfindungsgemäße
Zusatz kann aber selbstverständlich überall
dort eingesetzt werden, wo sich Probleme der Verflüssigung
und der Stabilisierung aufgrund der Anwesenheit von
suspendierten Feststoffen ergeben.
Aus der US-PS 43 30 301 sind Verflüssigungs- und Stabilisierungszusätze für
wäßrige Kohlesuspensionen bekannt, die aus sulfonierten
und unter Salzbildung neutralisierten Verbindungen von
Teeren bestehen, wobei die sulfonierten Verbindungen durch
Einwirkung von wasserfreier konzentrierter oder rauchender
Schwefelsäure auf Teer bzw. Teerstoffen erhalten werden.
Zusätze auf Basis kondensierter Monoaphthalinsulfonate sind
ferner aus der WO 83/00501 bekannt.
Diese bekannten sulfonierten Zusätze leiden unter dem
Nachteil, daß sie große Mengen an Alkali- oder Ammonium
sulfaten enthalten, die bei der Neutralisierung der Schwefel
säurelösung, die die sulfonierten Teerprodukte enthält,
mit Alkali- oder Ammoniumhydroxiden entstehen.
Um den gesamten Teer zu sulfonieren, muß Schwefelsäure im
Überschuß eingesetzt werden und die Alkali- oder Ammonium
sulfate verbleiben innerhalb der sulfonierten und neutralisierten
Teerprodukte, wenn das Wasser, mit dem die Neutralisierungs
mittel zugeführt worden sind, entfernt
worden ist.
Ein zweiter Nachteil der bekannten Zusätze liegt darin,
daß sie zumindest teilweise mit Formaldehyd kondensiert
werden müssen, um bessere Viskositätseigenschaften zu
erzielen und daß somit bei der Herstellung eine zusätzliche
und sehr kostspielige Stufe erforderlich ist.
Es wurde überraschend gefunden, daß die Nachteile des
Standes der Technik überwunden werden können mit Hilfe
eines Zusatzes auf der Basis von in die Salzform überführtem
sulfoniertem Teer, der bessere Eigenschaften aufweist
als die bekannten Zusätze.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verflüssigungs- und
Stabilisierungs-Zusatz auf der Basis von sulfoniertem und in
die Salzform überführtem Teer, der dadurch gekennzeichnet ist,
daß der Teer während der Sulfonierung mit flüssigem oder gasförmigen
SO₃ in Gegenwart eines hinsichtlich der Sulfonierungsreaktion
inerten halogenierten organischen Lösungsmittels unter
Freisetzung von SO₂ in einer Menge von 2 bis 60 Gew.-%, bezogen
auf den Teer, oxidiert worden ist.
Teer im Sinne der Beschreibung ist Steinkohlenteer als
solcher, wie er beispielsweise in Koksöfen erhalten wird,
insbesondere durch die Destillation bzw. Verkokung von
Kohle bei 1100°C oder darüber; Teerfraktionen mit
Siedepunkten im Bereich von 100 bis 350°C. In Frage
kommen weiterhin der Rückstand der Steinkohlenteer-Destillation
bei 350°C sowie Teere oder Teerfraktionen, die in
Erdöl verarbeitenden Anlagen erhalten werden.
Der Teer muß unabhängig von seiner Herkunft zumindest einen
geringen Prozentsatz an Verbindungen mit mehr als zwei
aromatischen kondensierten Ringen enthalten.
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin das Verfahren zur
Herstellung des oben beschriebenen Verflüssigungs- und
Stabilisierungszusatzes. Das erfindungsgemäße Verfahren
ist dadurch gekennzeichnet, daß man
- a) Teer in Gegenwart eines hinsichtlich der Sulfonierungsreaktion inerten halogenierten organischen Lösungsmittels, das mit Wasser nicht oder nur wenig mischbar ist, langsam mit flüssigem oder gasförmigen SO₃ in Berührung bringt,
- b) die Reaktion zwischen SO₃ und Teer bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 140°C unter Freisetzung von 2 bis 60 Gew.-% SO₂, bezogen auf Teer, zu Ende führt,
- c) die Lösung des sulfonierten und oxidierten Teers mit einer wäßrig-alkalischen Lösung neutralisiert,
- d) das organische Lösungsmittel durch Absitzenlassen oder Verdampfen entfernt,
- e) die wäßrige Lösung des sulfonierten, in die Salzform überführten sowie oxidierten Zusatzes isoliert und
- f) die Lösung des Zusatzes gegebenenfalls bis zur Trockene einengt,
wobei man die Stufen c) und d) in beliebiger Reihenfolge
ausführen kann und der lösungsmittelfreie sulfonierte, oxidierte
Teer neutralisiert wird, wenn Stufe d) vor Stufe c) ausgeführt
wird.
Entsprechend einer besonderen Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Teer zunächst in einem
oder mehreren der genannten Lösungsmittel gelöst werden
und das flüssige oder gasförmige Schwefelsäureanhydrid
kann als solches in die Teerlösung eingebracht werden
oder ebenfalls gelöst in einem oder mehreren der genannten
Lösungsmittel, mit der einzigen Maßgabe, daß die Lösungsmittel
miteinander verträglich sein müssen, das heißt
keine chemischen Reaktionen eingehen bzw. verursachen.
Gemäß einer zweiten besonderen Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Verfahrens kann der in einem oder mehreren
der genannten Lösungsmittel gelöste oder der lösungsmittelfreie Teer in
eine Lösung von Schwefeltrioxid in einem oder mehreren
der genannten Lösungsmittel eingegossen werden, wobei im
Falle, daß er als Lösung eingegossen wird, darauf geachtet
werden muß, daß die Lösungsmittel verträglich miteinander
sind und daß sehr langsam eingegossen wird, um eine
zu heftige Reaktion zu vermeiden.
Es werden nun einige Beispiele gegeben, um die Erfindung
besser zu erläutern; dabei ist davon auszugehen, daß die
Erfindung in keiner Weise durch diese Beispiele
beschränkt ist.
Der in allen Versuchen der Beispiele verwendete Teer war
ein Koksofen-Teer mit einem spezifischen Gewicht von
1,1577 g/ml und einer Viskosität von 83,81 mm²/s (cSt)
bei 40°C.
Die Vorrichtung bestand aus einem 500-ml-4-Hals-Kolben,
versehen mit einem mechanischen Rührer mit PTFE-(Polytetra
fluorethylen)-Blättern, einem Thermometer, einem
wassergekühlten Kugelkühler und einem Aufgaben
trichter.
In dem Kolben wurden 44 g Teer, verdünnt mit 100 ml
Tetrachlorethylen vorgegeben und in den Aufgabetrichter
eine Lösung aus 53 g flüssigem SO₃ in 100 ml Tetrachlor
ethylen eingegossen.
Die Schwefeltrioxidlösung wurde im Verlauf von etwa zwei
Stunden in den Reaktionskolben eingetropft, dessen Innen
temperatur durch kontinuierliches Kühlen im Bereich von
10 bis 15°C gehalten wurde.
Am Ende der SO₃-Zugabe ließ man die Innentemperatur
auf 20 bis 25°C ansteigen und etwa eine Stunde später
wurde das Reaktionsgemisch auf Rückflußtemperatur (etwa
120°C) erwärmt und während einer Stunde bei dieser
Temperatur gehalten.
Das Reaktionsgemisch wurde dann abgekühlt, mit Wasser
verdünnt und das erhaltene rohe Reaktionsprodukt in ein
Becherglas überführt und dort mit Natronlauge bis pH 7
neutralisiert. Anschließend wurde unter Atmosphärendruck
destilliert und das Lösungsmittel als azeotropes Gemisch
aus Wasser und Tetrachlorethylen zurückgewonnen.
Es wurde eine feststoffreie wäßrige Lösung in einer
Menge von 975 g erhalten, sowie 196 ml der ursprünglichen
200 ml Lösungsmittel zurückgewonnen:
| Na₂SO₄-Gehalt der Lösung|1,70% | |
| trockene aktive Substanz | 107 g |
| Natriumsulfat entstanden | 16,6 g |
| SO₂ entstanden | 2,1 g |
Es wurde in der Vorrichtung gemäß Beispiel 1 gearbeitet.
In den Kolben wurden 43 g Teer, verdünnt mit 100 ml
Tetrachlorkohlenstoff, vorgegeben und in den Aufgabetrichter
51,7 g SO₃, verdünnt mit 100 ml Tetrachlorkohlenstoff.
Die SO₃-Lösung wurde im Verlauf von zwei Stunden zulaufen
gelassen unter äußerem Kühlen des Kolbens mit Wasser (Innen
temperatur 15 bis 18°C). Das Reaktionsgemisch wurde
dann eine Stunde bei Raumtemperatur belassen und anschließend
im Verlauf von zwei Stunden unter Rückfluß (etwa
80°C) erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde auf Raumtemperatur
abgekühlt, mit Wasser verdünnt, in ein Becherglas
überführt und der Kolben erneut mit Wasser gewaschen und
dann mit Natronlauge (wäßrige Natriumhydroxidlösung) bis
pH 7 neutralisiert.
Das azeotrope Gemisch aus Tetrachlorkohlenstoff und Wasser
wurde als Kopffraktion abdestilliert; zurück blieben
1176 g wäßrige Lösung:
| Na₂SO₄-Gehalt|1,7% | |
| trockene aktive Substanz | 94,5 g |
| Natriumsulfat entstanden | 20 g |
| SO₂ entstanden | 2,6 g |
Die Beispiele 3 bis 17 wurden unter gleichen experimentellen
Bedingungen hinsichtlich Temperatur, Verdünnung des
Teeres von SO₃ mit Lösungsmittel sowie Zugabezeit für
SO₃ ausgeführt. Die Vorrichtung war die gleiche wie im
Beispiel 1.
Reaktionsverlauf: In dem Kolben wurde Teer, verdünnt mit
100 ml Tetrachlorethylen (TCE) vorgelegt und in den
Aufgabetrichter SO₃ verdünnt mit weiteren 100 ml TCE gegeben.
Die Zugabe der SO₃-Lösung erfolgte im Verlauf von etwa 90 min,
wobei von außen mit Wasser gekühlt wurde (Innentemperatur
10 bis 15°C).
Das Reaktionsgemisch wurde dann während etwa einer Stunde
bei Raumtemperatur (etwa 20 bis 30°C) gehalten und anschließend
während einer Stunde bei 120°C unter Rückfluß
erwärmt. Das Reaktionsgemisch wurde auf Raumtemperatur
gekühlt, mit Wasser verdünnt und dann mit Natronlauge
neutralisiert. Der Hauptteil des Lösungsmittels wurde als
untere Phase des nach der Neutralisation erhaltenen
Reaktionsgemischs abgetrennt und teilweise als azeotropes
Gemisch mit Wasser zurückgewonnen. Insgesamt wurden etwa
96 bis 97% des Lösungsmittels zurückgewonnen.
Die einzelnen Daten dieser Versuche sind in der Tabelle 1
aufgeführt.
Die Abgase (hauptsächlich SO₂ sowie einige Spuren an SO₃)
wurden in allen Beispielen analysiert mittels Absorption
in einer dem Kühler nachgeschalteten Falle, die eine
titrierte wäßrige NaOH-Lösung enthielt.
Die Vorrichtung war die gleiche wie in Beispiel 1.
Vorlage im Reaktionskolben: 80 g SO₃, verdünnt mit 100 ml TCE.
Vorlage im Tropftrichter: 44 g Teer, verdünnt mit TCE.
Vorlage im Reaktionskolben: 80 g SO₃, verdünnt mit 100 ml TCE.
Vorlage im Tropftrichter: 44 g Teer, verdünnt mit TCE.
Die Teerlösung wurde im Verlauf von etwa 50 min zu der
SO₃-Lösung gegeben, während die Temperatur des Reaktions
gemisches von 22 auf 72°C anstieg. Das Reaktionsgemisch
wurde dann auf 120°C erhitzt und diese Temperatur während
einer Stunde beibehalten. Der Hauptteil des Lösungsmittels
trennte sich dann durch Absitzen bei 80°C. Der Kolben
wurde darauf in ein mit einem Thermostaten bei 140°C
gehaltenes Bad eingetaucht.
Der Hauptteil des Lösungsmittels wurde im Verlauf von
80 min zurückgewonnen (etwa 98%). Das Reaktionsgemisch
wurde noch heiß (80 bis 85°C) bis pH 7 mit 15%iger
Natronlauge neutralisiert und anschließend mit Wasser
verdünnt.
Es wurden 795 g wäßrige Lösung erhalten:
| Na₂SO₄-Gehalt der Lösung|2,9% | |
| aktive Substanz Trockengewicht | 92,9 g |
| Natriumsulfat (entstanden) | 23,1 g |
| SO₂ freigesetzt während der Reaktion | 13 g |
| organischer Schwefel | 14,3 g |
Vorrichtung wie im Beispiel 1.
Vorlage im Kolben: 44 g Teer, verdünnt mit 326 g TCE.
Vorlage im Tropftrichter: 81 g flüssiges SO₃.
Vorlage im Kolben: 44 g Teer, verdünnt mit 326 g TCE.
Vorlage im Tropftrichter: 81 g flüssiges SO₃.
Die Zugabe des flüssigen SO₃ zu der Teerlösung erfolgte
im Verlauf von 40 min, ohne Kühlen des Reaktionskolbens
von außen. (Die Temperatur, ursprünglich 23°C, stieg bis
zu einem Spitzenwert von 90°C an und betrug am Ende der
Zugabe 65°C).
Das Reaktionsgemisch wurde im Verlauf von 15 min auf
120°C erwärmt und während einer Stunde bei dieser Temperatur
gehalten.
Darauf schied sich das Lösungsmittel durch Absitzenlassen
bei etwa 90°C ab (zurückgewonnen 274 g TCE); der Reaktions
kolben wurde dann in ein mit einem Thermostaten bei
132 bis 134°C gehaltenes Ölbad eingetaucht, um das Lösungsmittel
abzudestillieren. Hierdurch wurde das restliche
TCE zurückgewonnen. Das zurückbleibende Gemisch
wurde bei etwa 80 bis 90°C mit Natronlauge bis zu pH 7
neutralisiert. Das Gewicht der als Endprodukt erhaltenen
wäßrigen Lösung von sulfoniert-oxidiertem und in die
Salzform überführtem Teer: 477 g.
| Na₂SO₄-Gehalt|6,8% | |
| aktive Substanz, Trockengewicht | 97,5 g |
| Natriumsulfat | 32,4 g |
| SO₂ freigesetzt | 13,9 g |
| organischer Schwefel | 17,1 g |
Vorrichtung wie im Beispiel 1.
Vorlage im Reaktionskolben: 44 g Teer, verdünnt mit 327 g TCE.
Vorlage im Tropftrichter: 79 g flüssiges SO₃.
Vorlage im Reaktionskolben: 44 g Teer, verdünnt mit 327 g TCE.
Vorlage im Tropftrichter: 79 g flüssiges SO₃.
Das flüssige SO₃ wurde im Verlauf von 40 min zu der
Teerlösung gegeben, ohne äußeres Kühlen des Reaktions
kolbens (Innentemperatur: anfangs 21°C, Anstieg bis auf 90°C
und am Ende der SO₃-Zugabe 65°C).
Das Reaktionsgemisch wurde dann im Verlauf von 15 min bis
zur TCE Siedetemperatur (etwa 120°C) erhitzt und diese
Temperatur während einer Stunde beibehalten. Der Hauptteil
des Lösungsmittels (270 g) schied sich durch Absitzen
lassen bei etwa 85°C ab; der Reaktionskolben wurde dann
in ein thermostatisch bei 140°C gehaltenes Bad eingetaucht
und das restliche Lösungsmittel innerhalb von zwei Stunden
abdestilliert. Der feste Rückstand in dem Kolben wurde
mit Natronlauge bis pH 7 neutralisiert.
| Gewicht der als Endprodukt erhaltenen wäßrigen Lösung|474,4 g | |
| Na₂SO₄-Gehalt | 7,4% |
| aktive Substanz, Trockengewicht | 93,9 g |
| Natriumsulfat | 35,1 g |
| SO₂ freigesetzt im Verlauf des Versuches | 13,1 g |
| organischer Schwefel | 15,4 g |
Vorrichtung wie im Beispiel 1 beschrieben.
In den Kolben wurden 38,8 g Teer, verdünnt
mit 200 ml Tetrachlorethylen aufgegeben und in den
Zugabetrichter 43,8 g flüssiges SO₃. Dieses wurde im Verlauf
von etwa 80 min tropfenweise in den Reaktionskolben
eingebracht, der von außen mit fließendem Wasser gekühlt
wurde, so daß die Innentemperatur 17 bis 20°C betrug.
Das Gemisch wurde dann weitere 4 Stunden gerührt und die
Innentemperatur dabei im Bereich von 17°C gehalten. Das
Gemisch aus sulfoniertem Teer wurde dann mit Notronlauge
bis pH 7 neutralisiert.
Das Lösungsmittel wurde anschließend durch azeotrope
Destillation zurückgewonnen.
Es wurden 897,3 g wäßrige Lösung erhalten:
| Natriumsulfat-Gehalt|3,82% | |
| aktive Substanz, Trockengewicht | 63,9 g |
| Natriumsulfat | 34,3 g |
| SO₂ freigesetzt | analytisch nicht mehr nachweisbar |
| organischer Schwefel | 9,2 g |
Das so erhaltene Produkt besaß keine Dispergier
eigenschaften.
Vorrichtung wie im Beispiel 1 beschrieben mit der
Abwandlung, daß ein 250-ml-Kolben anstelle eines 500-ml-
Kolbens verwendet wurde.
In den Kolben wurden 17,0 g Teer, verdünnt
mit 50 ml TCE, aufgegeben.
In den Trichter wurden 31,8 g SO₃, verdünnt mit 50 ml TCE, gegeben.
In den Trichter wurden 31,8 g SO₃, verdünnt mit 50 ml TCE, gegeben.
Die SO₃-Lösung wurde im Verlauf von etwa 135 min in den
Reaktionskolben getropft, unter Kühlen von außen mit fließendem
Wasser, so daß die Innentemperatur im Bereich von
16 bis 18°C gehalten wurde. Das Gemisch wurde anschließend
weitere 130 min stets bei einer Temperatur von etwa
18°C gerührt.
Das Reaktionsgemisch wurde dann mit Natronlauge bis
pH 7 neutralisiert.
Es wurden 787,4 g wäßrige Lösung von Natriumsalz von
sulfoniertem Teer erhalten:
| Natriumsulfat-Gehalt|1,45% | |
| wirksame Substanz, Trockengewicht | 58,6 g |
| Natriumsulfat | 11,4 g |
| SO₂, freigesetzt während der Reaktion | analytisch nicht mehr nachweisbar |
| organischer Schwefel | 9,4 g |
Das so erhaltene Produkt besaß keine Dispergier
eigenschaften.
Um die verschiedenen Dispergiermittel-Proben (sowohl hier
beschrieben als auch handelsüblich) zu bewerten wurden
Viskositätsmessungen bei unterschiedlichen Geschwindigkeits
gradienten mit Hilfe eines handelsüblichen Rotationsviskometers (Haake RV 12,
ausgestattet mit einem MVI-Sensor und einem M 500-Meßkopf)
durchgeführt.
Hierzu wurden 70 g Kohle in einer Korngröße < 250 µm und
mit einem Feuchtigkeitsgehalt von weniger als 0,5% in
ein 200 ml Becherglas abgewogen und dann mit einer
wäßrigen Mischung des Dispergiermittels, das geprüft werden
sollte, versetzt, so daß insgesamt vorlagen:
70 Gew.-% Kohle
29,5 Gew.-% Wasser
0,5 Gew.-% Dispergiermittel.
70 Gew.-% Kohle
29,5 Gew.-% Wasser
0,5 Gew.-% Dispergiermittel.
Das Ganze wurde mit einem Rührer mit zwei Metallarmen
1 min mit 650 min-1 und 2 min mit 1200 min-1
gerührt. Die erhaltene Suspension wurde in den äußeren
Meßzylinder des Viskometers eingebracht, der bereits isotherm
auf 20°C gebracht worden war und nach einer Verweilzeit
von 15 min bei 20°C wurden die Werte der Scherspannung
(τ) bei verschiedenen Geschwindigkeitsgradienten
von 3,8 bis etwa 150 s-1) gemessen. Die experimentellen
Werte wurden mit Hilfe der Ostwaldschen Gleichung
die für pseudoplastisches Verhalten gültig ist, ausgewertet.
Für jede Reihe experimenteller Messungen τ- wurden die
Werte von K und n und die Kurve τ ber. - mit linearer Regression
berechnet. Weiterhin wurden für die letzten fünf getesteten
-Werte ( = 37, 60, 75, 120 und etwa 150 s-1) die
Werte der asymptotischen Viskosität η asympt berechnet, wozu
die Korrektur der experimentellen Daten τ- notwendig ist.
Die für einige Proben auf diese Weise erhaltenen Werte
lauten wie folgt:
Eine Probe des erfindungsgemäßen Dispergiermittels wurde
mit der Probe eines handelsüblichen Dispergiermittels
(DAXAD 15) verglichen, entsprechend der nachfolgend
beschriebenen Verfahrensweise, die als "Stabilität
als eine Funktion der Schubspannungen" bezeichnet wird.
In einen 1-Liter-Glasreaktor mit Flansch, Höhe und Durchmesser
jeweils 10 cm, wurden 336 g trockene (Feuchtigkeit
<0,5%) Kohle in einer Korngröße < 250 µm gegeben, sowie
eine Lösung des Dispergiermittels in Wasser, so daß man
schließlich eine Vorlage hatte, die aus 70 Gew.-% Kohle,
29,5 Gew.-% H₂O und 0,5 Gew.-% des Dispergiermittels
bestand.
Das Gemisch wurde bei offenem Reaktor zunächst
2 min mit 650 min-1 und dann 10 min mit 1200 min-1
gerührt.
Der Flansch wurde verschlossen, auf der Höhe von 200 ml
wurde ein Impeller mit einem Kreiselrad von 2 cm Durchmesser
angeordnet und das Gemisch während 24 Stunden mit
200 min-1 gerührt. Dann wurde der Impeller entfernt und das
Ganze drei Tage stehengelassen. Nach dieser Zeitspanne
wurde das Becherglas geneigt und der Schlamm abgegossen.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle
angegeben mit Hilfe folgender Symbole:
| * | |
| = der gesamte Schlamm fließt spontan | |
| ** | = der am Boden verbleibende Rückstand läßt sich leicht mit Hilfe eines Glasstabes oder ähnlichen Werkzeuges wieder verflüssigen |
| *** | = am Boden hat sich ein kompakter Niederschlag gebildet, der mit einem Spatel oder einem ähnlichen Werkzeug nicht leicht entfernt werden kann. |
Es wurden weitere Beispiele durchgeführt, bei denen als Ausgangs
materialien für die Sulfonierung Teere verwendet wurden, die
von der Öldestillation stammten, entsprechend dem folgenden
Verfahren: Der Rückstand der Destillation unter Atmosphärendruck
wurde im Vakuum destilliert, wobei verschiedene Fraktionen
darunter die SN 80-, SN 150- und SN 450-Schnitte (SN = Lösungs
mittel-neutral) erhalten wurden.
Diese Schnitte wurden mit Furfural extrahiert, wodurch die
meisten aromatischen Verbindungen und ein Teil der naphthenischen
Verbindungen aus den Ausgangsfraktionen extrahiert wurden.
Diese aromatischen Extrakte bzw. Auszüge (ESAR) wurden
als Ausgangssubstanzen für die Sulfonierung verwendet.
Mittlere physikalische Eigenschaften dieser Extrakte, die bei
der Verarbeitung von Rohöl aus dem mittleren Osten erhalten
wurden, sind
Die Vorrichtung war die gleiche wie in Beispiel 1. Die Beispiele
wurden unter den gleichen experimentellen Bedingungen
hinsichtlich Temperatur, Verdünnung der Ölfraktion und von
SO₃ in Tetrachlorethylen sowie Zugabezeit für SO₃ zu dem Teer
durchgeführt.
Die mit etwa 100 ml Tetrachlorethylen (TCE) verdünnte
Ölfraktion wurde in den Kolben gegeben und in den Aufgabetrichter
SO₃, verdünnt mit weiteren 70 ml TCE. Die Zugabe
der SO₃-Lösung erfolgte im Verlauf von etwa 60 min, wobei von
außen mit Wasser gekühlt wurde, um die Reaktionstemperatur bei
etwa 20 bis 27°C zu halten.
Das Reaktionsgemisch wurde dann während etwa 30 min auf die
Siedetemperatur (115 bis 120°C) erhitzt und während 60 min
auf dieser Temperatur gehalten.
Die Abgase (hauptsächlich SO₂ sowie einige Spuren an SO₃)
wurden in allen Beispielen analysiert mittels Absorption in
einer dem Kühler nachgeschalteten Falle, die eine titrierte
wäßrige NaOH-Lösung enthielt. Das Reaktionsgemisch wurde dann
gekühlt, mit Wasser verdünnt und mit wäßriger NaOH-Lösung
neutralisiert.
Das TCE wurde unter Atmosphärendruck als azeotropes Gemisch mit Wasser
abdestilliert. Man erhielt eine wäßrige Lösung von sulfoniert
oxidiertem und in die Salzform übergeführtem Produkt.
Tabelle 2 gibt die Daten im Zusammenhang mit den durchgeführten
Versuchen an und Tabelle 3 zeigt die bei den rheologischen
Untersuchungen dieser Dispergieradditive erhaltenen Ergebnisse.
Claims (8)
1. Verflüssigungs- und Stabilisierungs-Zusatz auf der Basis von
sulfoniertem und in die Salzform überführtem Teer,
dadurch erhalten,
daß der Teer während der Sulfonierung mit flüssigem oder gas
förmigen SO₃ in Gegenwart eines hinsichtlich der Sulfonierungs
reaktion inerten halogenierten organischen Lösungsmittels unter
Freisetzung von SO₂ in einer Menge von 2 bis 60 Gew.-%, bezogen
auf den Teer, oxidiert worden ist.
2. Zusatz nach Anspruch 1,
dadurch erhalten,
daß bei der Oxidation 10 bis 35 Gew.-% SO₂ freigesetzt worden
sind.
3. Verfahren zur Herstellung des Zusatzes nach Anspruch 1 durch
Sulfonieren von Teer und anschließendes Überführen in die
Salzform, dadurch gekennzeichnet,
daß man
- a) Teer in Gegenwart eines hinsichtlich der Sulfonierungsreaktion inerten halogenierten organischen Lösungsmittels, das mit Wasser nicht oder nur wenig mischbar ist, langsam mit flüssigem oder gasförmigen SO₃ in Berührung bringt,
- b) die Reaktion zwischen SO₃ und Teer bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 140°C unter Freisetzung von 2 bis 50 Gew.-% SO₂, bezogen auf Teer, zu Ende führt,
- c) die Lösung des sulfonierten und oxidierten Teers mit einer wäßrige-alkalischen Lösung neutralisiert,
- d) das organische Lösungsmittel durch Absitzenlassen oder Verdampfen entfernt,
- e) die wäßrige Lösung des sulfonierten, in die Salzform überführten sowie oxidierten Zusatzes isoliert und
- f) die Lösung des Zusatzes gegebenenfalls bis zur Trockene einengt,
wobei man die Stufen c) und d) in beliebiger Reihenfolge
ausführen kann und der lösungsmittelfreie sulfonierte, oxidierte
Teer neutralisiert wird, wenn Stufe d) vor Stufe c) ausgeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß man in der Stufe b) eine Temperatur von 90 bis 120°C
einhält.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß man in der Stufe b) 10 bis 35 Gew.-% SO₂, bezogen auf den
Teer, freisetzt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß man ein Lösungsmittel mit einem Siedepunkt von 30 bis
130°C, insbesondere Tetrachlorkohlenstoff, Tetrachlorethylen
oder Dichlorethan verwendet.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß man in der Stufe c) bis zu einem pH-Wert von mindestens 7,
insbesondere 10, mit Base umsetzt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IT8421140A IT1206704B (it) | 1984-05-29 | 1984-05-29 | Additivo fluidificante e stabilizzante e suo metodo di preparazione. |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3519115A1 DE3519115A1 (de) | 1985-12-05 |
| DE3519115C2 true DE3519115C2 (de) | 1989-03-30 |
Family
ID=11177335
Family Applications (1)
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