DE3508453A1 - Nutzlastgeschoss - Google Patents
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Description
RHEINMETALL GMBH Düsseldorf, dervj
Akte R 973 Bs/Sch
Nut zlastgeschoß
Die Erfindung betrifft ein Nutzlastgeschoß nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Nachdem es der modernen Gefechtsfeldartillerie gelungen
ist, immer größere Schußreichweiten zu erzielen, die 40 km und mehr betragen, ergibt sich die Notwendigkeit einer
verbesserten Aufklärung, um den Waffeneinsatz wirkungsvoller
zu lenken. Weiter werden Geschosse entwickelt, die z. B. einen Minenladung enthalten, die zwecks Sperrung /
eines Geländeabschnitts über große Entfernungen verschossen
werden und die ihre Nutzlast erst dann aktivieren, wenn ein lohnenswert es Ziel in Bekämpfungsreichweite gelangt.
Um diesen Einsatzprofilen gerecht zu werden, werden
die Geschosse mit intelligenten Sensoren ausgestattet,
die Aufklärungsergebnisse vom Gefechtsfeld übermitteln und/oder selbsttätig oder ferngesteuert eine Nutzlast
aktivieren.
Bei der Konstruktion derartiger Geschosse sind stark widersprechende Forderungen zu erfüllen. Zum einen müssen
nämlich die hochempfindlichen Sensoren abschußsicher im
Geschoß angeordnet werden, damit sie die großen Beschleunigungskräfte
unbeschadet aufnehmen, die beim Abschuß und beim Aufprall auf dem Zielgebiet auftreten.
Großkalibrige Geschosse sind bekanntlich beim Abschuß ei
ner Belastung ausgesetzt, die ein Viel tausendfaches der Erdbeschleunigung beträgt. Zum anderen müssen nach dem
Eintreffen des Geschosses im Zielgebiet die Sensoren mög liehst hoch über die Erdoberfläche ausgefahren werden,
um eine große Auffassungsreichweite sicherzustellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Nutzlastgeschoß anzugeben, mit dem diese Forderungen erfüllbar
sind .
Ausgehend von einem Nutzlastgeschoß der eingangs näher
bezeichneten Art wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale
gelöst .
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor. Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnungen
näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1: teilweise im Längsschnitt den Heckbereich eines Geschosses;
Fig. 2: ein im Zielgebiet in das Erdreich eingedrungenes Geschoß mit einem ausgefahrenen
Sensor ;
Fig. 3: eine vergrößerte Teildarstellung von Bestandteilen
des Geschosses nach Fig. 1, nämlich einen Sensor und einen Sensorträger;
-S-
Fig. 4: eine vergrößerte Darstellung von Teilen des Geschosses nach Fig. 1, nämlich einen Sensor
und einen Sensorträger im ausgefahrenen Zustand
.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung im wesentlichen
nur den Heckbereich eines Nutzlastgeschosses 1 im Ruhezustand.
Das Nutzlastgeschoß 1 ist f liigel st ab il is iert und
verfügt dazu über in der gezeigten Ruhelage eingeklappte Stabilisierungsflügel 12, die um Drehachsen 12a schwenkbar
gelagert sind. Das Geschoß 1 verfügt weiter über eine Nutzlast 18, bei der es sich um eine Sende/Empfangseinrichtung
und/oder eine Sprengladung handeln kann. Im Heckteil 11 des Geschosses 1 ist eine Ausnehmung 14 vorgesehen,
in der ein ausfahrbar gelagerter Sensor 16 angeordnet ist. Bei diesem Sensor 16 kann es sich um einen *
empfindlichen akusto-elektrischen Wandler handeln, der
Schallwellen in elektrische Signale umsetzt, also bei- "T
spielsweise ein Mikrofon, oder um einen Magnetfeldsensor
oder um einen Detektor, der auf Änderung des elektrisehen Feldes anspricht o. dgl. Während der Lagerung,
während des Abschußvorgangs, während des Geschoßflugs
und beim Aufprall auf das Zielgebiet ist der Sensor geschützt in der Ausnehmung 14 angeordnet, so daß er
alle auftretenden Belastungen unbeschadet überstehen
25kann. Nach dem Aufprall des Geschosses 1 im Zielgebiet stellt sich jedoch die Aufgabe, den Sensor 16 aus seiner
geschützten Lage auszufahren, so daß er möglichst weit über die Erdoberfläche hinausragt, in die das
Geschoß eingedrungen ist. Zur Verdeutlichung zeigt
30Fig. 2 in schematischer Darstellung ein im Zielgebiet
in das Erdreich 20 eingedrungenes Nutzlastgeschoß 1
mit einem ausgefahrenen Sensor 16, der, von einem
Sensorträger 15 gestützt, möglichst weit über die Erdoberfläche 20a hinausragt, um beispielsweise auftreffende
Schallwellen 21 aufnehmen und verarbeiten zu können. Die ausgeklappten Flügel 12, die das Geschoß auf der Flugbahn stabilisierten, verhindern beim Aufprall des Geschosses im Zielgebiet ein zu tiefes Eindringen des Geschosses 1 in das Erdreich 20, um den Sensor 16 noch in eine möglichst günstige Position gelangen zu lassen. Als Sensorträger 15 ist ein Faltenbalg vorgesehen, der aus Kunst- stoff, Gummi oder einer biegeelastischen Metallegierung, wie beispielsweise Tombak, besteht. In der in Fig. 1
dargestellten Ruhelage des Sensors 16 und des Sensorträgers 15 ist der Sensorträger 15 möglichst eng zusammengefaltet in der Ausnehmung 14 im Heckteil 11 des Ge-
Schallwellen 21 aufnehmen und verarbeiten zu können. Die ausgeklappten Flügel 12, die das Geschoß auf der Flugbahn stabilisierten, verhindern beim Aufprall des Geschosses im Zielgebiet ein zu tiefes Eindringen des Geschosses 1 in das Erdreich 20, um den Sensor 16 noch in eine möglichst günstige Position gelangen zu lassen. Als Sensorträger 15 ist ein Faltenbalg vorgesehen, der aus Kunst- stoff, Gummi oder einer biegeelastischen Metallegierung, wie beispielsweise Tombak, besteht. In der in Fig. 1
dargestellten Ruhelage des Sensors 16 und des Sensorträgers 15 ist der Sensorträger 15 möglichst eng zusammengefaltet in der Ausnehmung 14 im Heckteil 11 des Ge-
Schosses 1 angeordnet. Er ist dabei mit einem Tank 13
im Heckteil 11 des Geschosses 1 verbunden, der mit Polyurethanschaum
17 gefüllt ist, der mit einem unter hohem Druck stehenden Treibgas versetzt ist. Der Polyurethanschaum
17 kann über einen Kanal 13b und über eine Aus-
nehmung im Gehäuse 13 in Abhängigkeit vom Steuerzustand
eines Ventilelements 13c, das von einer Steuerelektronik
13a beaufschlagt wird, in das Innere des Sensorträgers 15 gelangen. Fig. 3 zeigt eine vergrößerte Teildarstellung
des Sensors 16 und des mit diesem Sensor 16 verbundenen Sensorträgers 15 in der in Fig. 1 angegebenen
Ruhelage, in der sich Sensor 16 und der Sensorträger 15 noch innerhalb der Ausnehmung 14 im Heckteil 11
des Geschosses 1 befinden. Die Steuerelektronik 13a umfaßt vorzugsweise einen Zeitschalter, der beispielsweise nach einer vorgebbaren Flugzeit das Ventilelement
des Geschosses 1 befinden. Die Steuerelektronik 13a umfaßt vorzugsweise einen Zeitschalter, der beispielsweise nach einer vorgebbaren Flugzeit das Ventilelement
13c öffnet und den unter hohem Druck stehenden Polyurethanschaum 17 in den Sensorträger 15 eindringen läßt,
wodurch dieser gestreckt wird und dadurch den Sensor 16
wodurch dieser gestreckt wird und dadurch den Sensor 16
aus der Ausnehmung 14 im Heckteil 11 des Geschosses 1 hinaus treibt, um ihn in die in Fig. 2 dargestellte Lage
gelangen zu lassen. Fi4*. 4 zeigt in einer vergrößerten
Darstellung den Sensor 16 in der in Fig. 2 erläuterten Lage, zusammen mit einem Teil des jetzt mit Polyurethanschaum
17 ausgefüllten und dadurch völlig gestreckten Sensorträgers 15. Der Polyurethanschaum 17 härtet in verhältnismäßig
kurzer Zeit aus, versteift daher den Sensorträger 15 in seiner gestreckten Lage und bietet somit dem
Sensor 16 eine hinreichend stabile, ggf. jedoch elastisch nachgebende Halterung. Der Sensor 16 ist über ein Kabel
30, das innerhalb des Sensorträgers 15 geführt wird, mit
der Nutzlast 18 (Fig. 3, Fig. 4) verbunden, so daß die vom Sensor 16 aufgenommene und ggf. umgewandelten Signale
an die Nutzlast 18 weitergeleitet werden können.
In der in Fig. 2 dargestellten Position ist der Sensor
16 aus seiner geschützten Lage ausgefahren und wird vom Sensorträger 15 möglichst weit über der Erdoberfläche
20a gehalten und nimmt dort beispielsweise auftreffende
Schallwellen 21 auf. Je nach Intensität bzw. Schallspektrum der auftreffenden Schallwellen 21 spricht eine
beispielsweise als Nutzlast 18 vorgesehene Sprengladung
auf die Sensorsignale an und zerstört dadurch ein in
Bekämpfungsreichweite gelangtes Ziel, bei dem es sich
beispielsweise um ein Fahrzeug, insbesondere einen
Kampfpanzer handeln kann.
In einem anderen Anwendungsfall dient das Nutzlastgeschoß
1 lediglich der Lageerkundung. Zu diesem Zweck besteht die Nutzlast 18 aus einem Hochfrequenzsender,
der die vom Sensor 16 aufgenommenen Informationen auf
dem Funkweg zur Lagedarstellung zu einem rückwärtigen
Befehlsstand übermittelt.
In diesem Fall wird zweckmäßig der Sensorträger 15 als Antenne für den als Nutzlast 18 vorgesehenen Hochfrequenzsender
benutzt.
Claims (6)
1. Nutzlastgeschoß mit einem Sensor, dadurch
gekennzeichnet, daß der Sensor (16) mit einem Sensorträger (15) verbunden ist, und daß
Sensor (16) u. Sensorträger (15) aus dem Geschoß (1) ausfahrbar ausgebildet, während des Abschusses jedoch
geschützt in einer im Heck (11) des Geschosses (1) angeordneten Ausnehmung (14) angeordnet sind.
2. Nutzlastgeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensorträger
(15) aus einem Faltenbalg besteht, der über eine durch eine Ventileinrichtung (13c) verschließbare
Öffnung (13b) mit einem Behälter (13) verbunden ist, der von mit hochgespanntem Treibgas versetztem
Polyurethanschaum (17) gefüllt ist.
3. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ventileinrichtung (13c) von einer im oder am Behälter
(13) angeordneten Steuerelektronik (13a) nach Aufschlag des Geschosses (1) im Zielgebiet im Öffnungssinne
beaufschlagbar ist.
4. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
( die Steuerelektronik (13a) einen Verzögerungs-
schalter und/oder einen Aufschlagschalter umfaßt.
5. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (16) vermittels eines Kabels (30) mit der
Nutzlast (18) verbunden ist.
\ 15
6. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kabel (30) durch den Sensorträger (15) hindurchgeführt
ist.
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