DE3501666C2 - - Google Patents
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- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01J—CHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
- B01J3/00—Processes of utilising sub-atmospheric or super-atmospheric pressure to effect chemical or physical change of matter; Apparatus therefor
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ent
spannen der in einem Hochdruck-Abscheidebehälter im Zuge eines
mehrphasigen Hochdruckprozesses gesammelten flüssigen Phase über
eine Ablaß- bzw. Entspannungsleitung mit Steuerventil. Erfindungs
gemäß soll die flüssige Phase vorzugsweise auf Normaldruck ent
spannt werden.
In mehrphasigen Hochdruckprozessen muß die flüssige Phase aus den
zugehörigen Hochdruck-Abscheidebehältern auf Normaldruck entspannt
werden. Hierbei soll möglichst wenig gasförmige Phase mit abgebla
sen werden, da sonst mit einer Schädigung des den Hochdruckprozeß
initiierenden Katalysatorbetts zu rechnen ist. Das Entspannen der
Flüssigkeit kann entweder in vorgegebenen Zeitintervallen manuell
oder über eine automatische Niveau-Regulierung im Hochdruck-Ab
scheider erfolgen. Während das manuelle Entspannen sehr zeitauf
wendig ist, kann ein automatisches Konstanthalten des Niveaus im
Hochdruckbehälter nur mit hohem technischem Aufwand erreicht wer
den und ist in kleineren Abscheidern häufig nicht praktikabel.
In der Zeitschrift Chemie - Ing. - Technik 56 (1984) Nr 5, Seiten
361 bis 369 ist eine Versuchsanlage zur Untersuchung thermohydrau
lischer Vorgänge beschrieben, bei welcher einem Druckbehälter über
eine Abblaseleitung gasförmige Phase entnommen und einem Auffang
behälter zugeführt wird. In dieser Abblaseleitung sind Druckmeß
einrichtungen und Lochblenden sowie ein Schnellschlußventil ange
ordnet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum ein
fachen und sicheren Entspannen von Flüssigkeiten unter hohem Druck
zu schaffen, das unabhängig von der Art des Hochdruckprozesses
sowie der Konstruktion des Hochdruckbehälters arbeitet.
Bei einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art wird diese Auf
gabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Druck in der über
das Steuerventil geöffneten Ablaßleitung des Hochdruck-Abscheide
behälters während des Abfließens der flüssigen Phase nach Entspan
nung über ein Entspannungsmittel abgetastet wird und daß das
Steuerventil bei einem schnellen, vorgegebenen bzw. eventuelle
Druckschwankungen beim Entspannen der flüssigen Phase deutlich
übersteigenden Druckanstieg geschlossen wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Erkenntnis ausge
nutzt, daß hinter dem Entspannungsmittel in der Ablaßleitung des
Hochdruckbehälters beim Entspannen ein deutlich unterschiedlicher
Druckverlust in der Ablaßleitung bei Flüssigkeitsströmung einer
seits und bei Gasströmung andererseits auftritt. Es wird daher
hinter dem Entspannungsmittel der Druck in der über das Steuer
ventil geöffneten Ablaßleitung während des Abfließens der flüs
sigen Phase abgetastet und bei einem vom Phasenwechsel Flüssig
keit/Gas verursachten Druckanstieg das Steuerventil geschlossen.
Das Signal für ein Schließen des Steuerventils ist vorzugsweise
ein schneller, eventuelle Druckschwankungen beim Entspannen der
flüssigen Phase deutlich übersteigender Druckanstieg. In dem er
findungsgemäßen Verfahren wird zum Schalten des Steuerventils aus
genutzt, daß beim Übergang von der Flüssigkeitsströmung auf eine
zu vermeidende Gasströmung eine je nach Anlagendruck und Quer
schnitt des Ableitrohrs zu einem nachgeschalteten Sammelbehälter
wenige bar bis mehr als 50 bar betragende Druckdifferenz auftritt.
Dieser Druckwechsel beim Übergang von der Flüssigkeitsströmung auf
die Gasströmung erfolgt momentan und kann beispielsweise mit einem
Kontaktmanometer erfaßt werden. Der Manometerausschlag kann zum
Schalten des Steuerventils bzw. Abscheiderventils herangezogen
werden. Wegen des schnellen Druckwechsels und der Möglichkeit, das
Steuerventil sehr schnell zu schließen, kann der Gasverlust bei
Anwendung der erfindungsgemäßen Lehre sehr gering gehalten werden.
Bei einer Vorrichtung der eingangs bezeichneten Art wird die Auf
gabe gelöst durch ein der Ablaßleitung zugeordnetes und in Fließ
richtung nach einem Entspannungsmittel angeordnetes Manometer mit
Maximaldruckkontakt in Steuerverbindung mit einem bei Erreichen
eines vorgegebenen Maximaldruckwertes das Steuerventil schließen
den Steuergerät.
Zum Entspannen wird beispielsweise eine enge Blende in die Ablaß-
bzw. Entspannungsleitung gesetzt. Das Steuerventil wird - im Hoch
druckbereich - der Blende vor- oder nachgeschaltet. Der erfin
dungsgemäß abzutastende Druckanstieg beim Übergang von flüssiger
zu gasförmiger Phase wird im Anschluß an die Entspannungsblende
abgetastet. Um den Druckanstieg in einem der Messung gut zugäng
lichen Bereich zu halten, kann es zweckmäßig sein, im Anschluß an
die Abtaststelle eine Drosselblende in die Ablaßleitung einzu
bauen. Der Durchlaßquerschnitt der Drosselblende soll wesentlich
größer als derjenige der Entspannungsblende sein. Als Manometer
kommt auch ein Drucktransmitter, Druckaufnehmer nach dem Deh
nungsmeßstreifenprinzip, ein piezoelektrischer Druckaufnehmer oder
ähnliches in Betracht.
Die vorgenannten Blenden erlauben neben einem dosierten Entspannen
und einem für die Messung ausreichenden Druckanstieg den Betrieb
mit katalysatorhaltigen Abläufen, ohne zu verstopfen. Die Verwen
dung von Nadelventilen und anderen Entspannungsmitteln bzw. Dros
seln ist jedoch ebenfalls vorteilhaft, solange ein katalysatorab
riebfreier Ablauf sichergestellt ist.
In Verbindung mit einer einfachen Zeitsteuerung kann der Abschei
debehälter, aus dem die flüssige Phase entspannt werden soll,
automatisch in vorgewählten Zeitabschntten vollständig entleert
werden. Das Steuerventil kann vorzugsweise solange geöffnet gehal
ten werden, bis an der Entspannungsblende ein Druckanstieg auf
tritt, der das Erscheinen von Gas anzeigt und ein Verschließen des
Steuerventils zur Folge hat. Wenn kein definiertes Entspannungs
mittel und auch keine Drossel nachgeschaltet wird, tritt durch den
hohen Gasverlust ein starker Druckabfall ein.
Anhand der schematischen Darstellung einer Prinzipskizze der Ent
spannungseinrichtung einer Hochdruck-Hydrieranlage werden Einzel
heiten der Erfindung erläutert.
In dem Ausführungsbeispiel wird der Hydrierablauf 1 in ein unter
Druck stehendes Abscheidegefäß 2 geleitet. Von dem Abscheidegerät
2 aus, in dem der Druck beispielsweise 250 bar betragen kann,
führt eine Wasserstoffleitung 3 zum H2-Kreislauf. An das Abschei
degefäß 2 schließt sich außerdem eine Ablaßleitung 4 an, in die im
Hochdruckbereich ein Steuerventil 5 eingeschaltet wird.
Im Ausführungsbeispiel wird die über die Abscheideleitung 4 aus
dem Abscheidegefäß 2 durch das geöffnete Ventil 5 gelangende flüs
sige Phase über eine Blende 6 entspannt. Die Blende 6 kann mit
einer Bohrung von 0,5 mm ausgestattet werden, um ein zu schnelles
Entspannen und damit eine Druckschwankung in der Hydrieranlage zu
verhindern.
In dem sich an die Blende 6 anschließenden Niederdruckbereich wird
der Ablaßleitung 4 erfindungsgemäß ein Kontaktmanometer 7 zugeord
net. Um im Bereich des Manometers 7 einen deutlichen Druckanstieg
beim Übergang von der flüssigen zur gasförmigen Phase zu erhalten,
wird dem Manometer eine Drosselblende 8 nachgeschaltet. Der Durch
messer der Bohrung der Drosselblende 8 kann beispielsweise etwa
1 mm betragen, wenn derjenige der Entspannungsblende 6 etwa 0,5 mm
beträgt. Solche Blenden 6, 8 erlauben ein dosiertes Entspannen und
Drosseln, ohne hierbei zu verstopfen. Im Anschluß an die Drossel
blende 8 gelangt die entspannte flüssige Phase in einen Sammelbe
hälter 9 (1 bar), der belüftet sein kann. Der Sammelbehälter 9
kann eine Wasserstoffableitung 10 besitzen, durch die mit der
flüssigen Phase mitgeführtes H2-Gas sowie beim Übergang von der
flüssigen zur gasförmigen Phase durchschlagendes H2-Gas abgezogen
werden kann.
In der Anlage gemäß gezeichnetem Ausführungsbeispiel wird das Ven
til 5 mit Hilfe eines Zeitsteuergeräts 11 geschaltet. Hierzu wird
eine Steuerverbindung 12 zwischen Zeitsteuergerät 11 und Steuer
ventil 5 vorgesehen. Das Zeitsteuergerät 11 besitzt außerdem eine
Steuerverbindung 13 zum Kontaktmanometer 7, über die das Steuer
gerät 11 bei von dem Kontaktmanometer 7 abgetasteten plötzlichen
Druckanstieg den Befehl erhält, das Steuerventil 5 zu schließen.
Hierzu kann das Kontaktmanometer 7 beispielsweise mit einem Maxi
malwert-Kontakt ausgestattet werden, der über das Zeitsteuergerät
11 ein fast augenblickliches Schließen des Steuerventils 5 veran
lassen kann.
Vorzugsweise wird das Zeitsteuergerät 11 so ausgebildet, daß durch
den vom Kontaktmanometer 7 kommenden Abschaltimpuls zugleich ein
Zeitrelais auf Null gesetzt wird, so daß nach Ablauf eines vorge
wählten Zeitintervalls das Entspannen automatisch wiederholt wird.
Claims (7)
1. Verfahren zum Entspannen der in einem Hochdruck-Abscheidebehäl
ter (2) im Zuge eines mehrphasigen Hochdruckprozesses gesammel
ten flüssigen Phase über eine Ablaß- bzw. Entspannungsleitung
(4) mit Steuerventil (5),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Druck in der über das Steuerventil (5) geöffneten Ab
laßleitung (4) des Hochdruck-Abscheidebehälters (2) während des
Abfließens der flüssigen Phase nach Entspannung über ein Ent
spannungsmittel (6) abgetastet wird und daß das Steuerventil
(5) bei einem schnellen, vorgegebenen bzw. eventuelle Druck
schwankungen beim Entspannen der flüssigen Phase deutlich über
steigenden Druckanstieg geschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerventil (5) jeweils nach einer bestimmten vorgege
benen Zeit nach Schließen geöffnet und jeweils erst bei dem
Druckanstieg wieder geschlossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Druckanstieg durch eine dem Entspannungsmittel (6) und
der Druckmeßstelle nachgeschaltete Drossel (8) verdeutlicht
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchflußquerschnitt der Drossel (8) wesentlich größer
als derjenige des Entspannungsmittels (6) ausgewählt wird.
5. Vorrichtung zum Entspannen der in einem Hochdruck-Abscheidebe
hälter (2) im Zuge eines mehrphasigen Hochdruckprozesses gesam
melten flüssigen Phase über eine Ablaß- bzw. Entspannungslei
tung (4) mit Steuerventil (5),
gekennzeichnet durch
ein der Ablaßleitung (4) zugeordnetes und in Fließrichtung nach
einem Entspannungsmittel (6) angeordnetes Manometer (7) mit
Maximaldruckkontakt in Steuerverbindung (13) mit einem bei Er
reichen eines vorgegebenen Maximaldruckwertes das Steuerventil
(5) schließenden Steuergerät (11).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Manometer (7) einer Drossel (8) mit einem den Durch
flußquerschnitt des Entspannungsmittels (6) übersteigenden
Querschnitt vorgeschaltet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Entspannungsmittel und die Drossel als Blende (6, 8)
oder Nadelventil ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853501666 DE3501666A1 (de) | 1985-01-19 | 1985-01-19 | Verfahren und vorrichtung zum entspannen der in einem hochdruckprozess gesammelten fluessigen phase |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853501666 DE3501666A1 (de) | 1985-01-19 | 1985-01-19 | Verfahren und vorrichtung zum entspannen der in einem hochdruckprozess gesammelten fluessigen phase |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3501666A1 DE3501666A1 (de) | 1986-07-24 |
| DE3501666C2 true DE3501666C2 (de) | 1990-10-25 |
Family
ID=6260214
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3501666A1 (de) |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4995889A (en) * | 1990-02-23 | 1991-02-26 | Air Products And Chemials, Inc. | Control of product withdrawal from a sorptive separation system |
| CN115999448B (zh) * | 2022-12-26 | 2023-08-29 | 山东一诺生物质材料有限公司 | 一种糠醇生产用自动配料装置及其配料方法 |
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1985
- 1985-01-19 DE DE19853501666 patent/DE3501666A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3501666A1 (de) | 1986-07-24 |
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