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Apparat zum Auswaschen von Organstücken menschlicher, tierischer oder
pflanzlicher Körper für histologische Untersuchungen. Die vorliegende Erfindung
betrifft einen Ap-
parat, welcher zum Auswaschen von Organstücken aus menschlichen,
tierischen oder pflanzlichen Körpern mittels in der Konzentration zunehmender Flüssigkeit
bestimmt ist, wie dies histologische (mikroskopische oder makroskopische) Untersuchungen
erfordern.
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Bei derartigen Untersuchungen sollen die Körper aus Wasser bzw. aus
schwachem Al-
kohol o. dgl., in dem sie sich ursprünglich befinden, nach und
nach in Konzentrationsflüssigkeit gebracht werden. Eine solche Behandlung mit Flüssigkeiten
von immer höherer Konzentration, wie z. B. von Alkohol, Säure, Chloroform usw.,
war bisher nicht nur ganz außerordentlich zeitraubend und umständlich, sondern technisch
auch insofern nicht einwandfrei, als die Erhöhung der Konzentration nur stufenweise
vorgenommen werden konnte, wozu überdies eine große Sorgfalt aufgewendet werden
mußte und Erfahrung gehörte. Trotzdem kam es immer wieder vor, daß die Präpaxate
einschrumpften, was eben in der stufenweisen Zunalune der Konzentration seine Ursache
hatte. Außerdem ging die verwendete Flüssigkeit bisher verloren, was einen wesentlichen
Verlust bedeutete.
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Der Apparat vorliegender Erfindung ermöglicht nun, das Verfahren in
ungemein kurzer Zeit, gewissermaßen mechanisch, sowie ohne Fachkenntnis durchzuführen,
wobei zudem die Konzentration ganz allmählich gesteigert wird. Um dies zu ermöglichen,
sind im wesentlichen zwei Aufgaben *zu lösen: einmal muß eine gewisse Menge Flüssigkeit
in beliebig vorbestimmbarer Zeit abtropfen, und sodann sollen die abfallenden Tropfen
eine stetige Zunahme an -Konzentration oder an Gehalt einer anderen Flüssigkeit
aufweisen.
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Der Apparat besteht im wesentlichen aus drei Teilen.-. einem Gefäß
zur Aufnahme der Konzentrationsflüssigkeit, einem Msch- oder Konzentrationsgefäß
und einem Auswaschapparat.
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Das Gefäß zur Aufnahme der Konzentrationsflüssigkeit ist unter Benutzung
des Piinzips der Mariotteschen Flasche derart eingerichtet, daß die abtropfende
Menge in gleichen Zeiträumen und unabhängig vom Flüssigkeitsstand immer
dieselbe
bleibt. Die Flüssigkeit wird mit Hilfe von Kapillartropfern dem Konzentrationsgefäß
zugeführt, in dem sich die zu konzentrierende Flüssigkeit befindet und eine Einrichtung
be-
sitzt, mit welcher eine allmähliche Konzentration durchgeführt werden
kann. -
Die Kapillartropfer bilden eine Batterie und haben verschiedene Abmessungen,
so daß durch Kombination von Tropfern die jeweils gewünschte Tropfenmenge abtropft.
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Die Kapillaren der Tropfer sind spiralig gewunden, so daß ermöglicht
ist, sie trotz großer Länge und lichter Weite auf einen kleinen Raum zusammenzudrängen
und die feinsten Abstufungen in der Tropfenzahl zu erzielen, ohne daß Verstopfungen
eintreten könnten, Der Konzentrationsbehälter arbeitet im übrigen ebenfalls nach
dem Prinzip der Mariottesehen Flasche und die mit steigernder Konzentration durch
Bodenöffnungen austretenden Tropfen gelangen wieder in Kapillartropfer. Von hier
aus werden sie unmittelbar dem Auswaschapparat zugeführt, in dessen Behälter sich
die zu behandelnden Präparate befinden, durch welche in vorbestimmter Zeit eine
Flüssigkeit von steigender Konzentration hindurchgehen soll.
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Der Behälter ist mit einem Ablauf bzw. zur Erhaltung des Flüssigkeitsspiegels
mit einem Überlauf versehen, der sich bei Behandlung mit Flüssigkeiten, deren spezifisches
Gewicht mit zunehmender Konzentration abnimmt, im Boden befindet, im andern Fall
in Höhe des zu erhaltenden Flüssigkeitsspiegels.
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Dieser Behälter des Auswaschapparates ist zweckmäßig doppelwandig
ausgeführt, wobei dann der Überlauf in dem Raum zwischen den beiden Wandungen mündet.
Die aus den Stückchen austretende Körperflüssigkeit fließt bei dieser Anordnung
regelmäßig durch den Überlaufheber ab, während die Flüssigkeit selbst zurück-bleibt
und bei genügendem Luftabschluß wieder verwendet werden kann.
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Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist auf der Zeichnung in beispielsweiser
Ausführungsform im Achsenschnitt näher erläutert.
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Zur Aufnahme der Flüssigkeit, mit welcher konzentriert werden soll,
dient ein Behälter i, der nach dem Prinzip der Mariotteschen Flasche eingerichtet
ist. Zu diesem Zweck geht von dem abnehmbaren und luftdicht abgeschlossenen Deckel
z eine bis nahe zum Boden 3 reichende Röhre 4 aus, so daß der Bodendruck
der darin stehenden Flüssigkeitsmenge unabhängig von ihrem Stand immer derselbe
bleibt, d. h. immer dem Druck der Flüssigkeitsmenge entspricht, welche zwischen
dem Boden 3 und dem unteren Rand der Röhre 4 steht. Zum Einfüllen der Flüssigkeit
ist eine verschließbare Öffnung 5 im Deckel 2 vorgesehen.
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Im Boden 3 des Behälters i befindet sich eine Anzahl Austrittsöffnungen
6, in welche Kapillartropfer eingesetzt sind, die zusammen eine Kapillaibatterie
bilden.
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jeder Kapillartropfer besteht aus einer oben engen und unten weiten
Glasröhre 7, die am Ende zu einer langen Kapillare 8 ausgezogen ist.
Um eine große Länge derselben auf einem möglichst geringen Raum unterzub--ingen,
ist sie spiralig aufgewunden, wobei dann das oben befindliche freie Ende
9 nach unten abgebogen ist. Zum Schutz der Kapillare 8 ist um diese
ein Mantel io gelegt, der nach unten trichterförmig verläuft und durch dessen Öffnung
ii die aus der Kapillare 8 kommenden Tropfen austreten. Zur Sicherung gegen
das Eindringen grober Fremdkörper ist das Innere der Glasröhre 7 mit Glaswolle
o. dgl. gefüllt. Zwischen Boden 3 und Kapillartropfer ist in dem engen Durchgang
der Röhre 7 ein Glashahn 12 angebracht, so daß jeder Tropfen für sich abschließbar
bzw. benutzbar ist. An der Einschmelzungsstelle der Kapillartropfer in den Boden
3 ist ein winziges, nicht dargestelltes Loch gelassen, wodurch beim Öffnen
des Hahnes 12 die Luft entweichen und die Flüssigkeit eintreten kann.
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Die Kapillartropfer münden über einer gemeinsamen Auffangschale 13,
welche nach der Mitte zu trichterföimig gestaltet und dort mit einem Auslaufstutzen
14 versehen ist.
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Von hier fallen die Tropfen in ein datunter angeordnetes Gefäß 15
des Konzentrationsapparates, in dem sich die zu konzentrierende Flüssigkeit befindet.
Dieses Gefäß 15 ist gleichfalls nach dem Prinzip der MaTiotteschen -Flasche ausgebildet,
d. h. es befindet sich an dessen Deckel 16 wieder eine Röhre 1-7, die nahe
über dem Boden 18 endet, in der in der nämlichen Weise, wie oben beschrieben, wieder
eine gleichartige zweite Kapillaxbatterie eingesetzt ist.
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Die Hohlraumwandung des Gefäßes 15 ist bei dem Ausführungsbeispiel
kegehg, wobei die Verengung unten liegt. In diesem Gefäß 15 liegt eine Schraube:ig
mit glatten, schwach ansteigenden Flächen (der Achsenwinikel. beträgt etwa io bis
15 0), welche an der als Spindel dienenden Röhre 17 befestigt sind. Die Fläche
der Schraube ig steigt auch gegen den Rand zu an und schließt an der Wandung des
Gefäßes 15 dicht ab, wobei sich hier mit einem nach unten eingebogenen flanschenartigen
Rand 2o versehen ist.
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Dcr Appa-at, wie oben beschrieben und dargestellt, ist für solche
Flüssigkeiten bestimmt, welche spezifisch leichter sind, als die im Gefäß 15 befindliche
zu konzentrierende Flüssigkeit. Ist die Konz#ritrationsflüssigke#t dagegen die schwerere,
so sind die Flächen der Schraube ig abwärts geneigt und ihr Rand 2o ist aufwärts
gebogen, in welchem Fall die Tropfen nicht
durch das mittlere Rohr,
sondern durch die seitliche Öffnung einfallen dürfen.
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Unter der zweiten Kapillarbatterie 7' bis i?' ist wieder eine
gemeinsame Auffangschale qi angebracht, in der die Tropfen steigender Konzentration
aufgefangen und durch deren Austrittsstutzen23 dem darunter angeordnetenAuswaschapparat
zugeleitet werden.
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Die Objekte liegen in diesem Apparat auf einem in das doppelwandige
Gefäß 23 eingehängten Siebboden 25 beliebiger Ausführung. Von der
Mitte des Gefäßbodens 24 geht ein Überlaufheber 26 aus, der stets eine bestimmte
Flüssigkeitshöhe hält und in dem Zwischenraum zwischen den beiden Wandungen des
Gefäßes 23 mündet, welcher im unteren Teil trichterförmig gestaltet ist.
Unter dem Auslauf 27 des Gefäßes --3 kann eine Auffangschale
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aufgestellt sein.
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Der Diffusionsapparat vorliegender Erfindung arbeitet in folgender
Weise: Die im Behälter i befindliche Flüssigkeit gelangt tropfenweise in gleichen
Mengen und regelbar in die Auffangschale 13, wird hier gesammelt und tropft nun
in das Mischgefäß 15 ab, in welchem sich die zu konzentrierende Flüssigkeit befindet.
Ist diese spezifisch schwerer als die Konzentrationsflüssigkeit, so tropfen die
Tropfen durch die Mittelröhre 17 ab. Auf dem Boden 18 des Gefäßes 15 angelangt,
steigen sie ihres geringeren spezifischen Gewichtes halber nach oben. Sie bewegen
sich dabei auf der Unterfläche der Schraubengänge ig und infolge der auch nach außen
ansteigenden Neigung außerdem gegen den Rand zu, woran sie z. B. durch auf der Unterfläche
noch versetzt angebrachte Einzelerhöhungen o. dgl. behindert werden können, so daß
sie sich mit der zu konzentrierenden Flüssigkeit gründlich mischen.
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Praktisch wird die Konzentrati * on in folgender Weise durchgeführt:
Es soll beispielsweise aus dem Apparat innerhalb 48 Stunden Alkohol von Prozentgehalt
2o bis 96 kontinuierlich abtropfen. Man füllt zu diesem Zweck das untere
Gefäß 15 z. B. mit ioo ccm :zoprozentigen Al-
kohols, das obere, i, mit 5o
ccm 96prozentigen Alkohols. Werden nun die beiden Kappillar-Batterien in der der
Zeit und der Menge entsprechenden, erfahrungsgemäß festgesetzten Weise geöffnet,
so tropft der goprozentige Al-
kohol in die Röhre 17 des unteren Apparates,
verdrängt nach einiger Zeit den 2oprozentigen Alkohol aus dem Lumen der Röhre und
gelangt an den unteren Rand derselben. Die dort austretenden Tropfen haben das Bestreben,
infolge ihres geringeren spezifischen Gewichtes sofort aufzusteigen, sind ab2r gezwungen,
den Weg über die ganze Spirale des Schraubenblattes zu nehmen. Dadurch tritt eine
rasche und ,gleichmäßige Mischung des unteren Alkohols ein. Sein Gehalt nimmt stetig
zu und die dir ch Hahn 12' abfallenden Tropfen zeigen gleichfalls eine stetige Zunahme
des Alkoholgehalts. Wie sich mathematisch feststellen läßt, ist die Steigerung des
Alkoholgehalts im unteren Gefäß 15 eine wechselnde, je nachdem - aus dem
oberen Gefäß i die gleiche oder eine geringere Menge zutropft, als im unteren abtropft.
Man kann die Konzentration auf diese Weise als gerade Linie oder als flache oder
steile Kurve erhalten.
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Die abtropfende Flüssigkeit der Schale 2o gelangt nun in die im Behälter
23 mit den Ob-
jekten b.-findliche Flüssigkeit, wobei die aus den Stückchen
austretende Flüssigkeit durch den Üb3rIaufheber 26 abzieht, so daß sich da-in
allmählich nur noch die konzentrierte Flüssigkeit befindet, die infolge des, z.
B. durch einen Deckel:28, erzielten Luftabschlusses erhalten bleibt.