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Sehrohr mit wechselbarer Vergrößerung. Bei Sehrohren für Unterseeboote
hat man bisher den erforderlichen Vergrößerungswechsel stets dadurch erreicht, daß
man eine oder mehrere Linsen je nach der jeweilig gewünschten Vergrößerung in den
Strahlengang ein oder aus demselben ausschaltete. Hieraus ergibt sich für den die
bewegliche Linse (oder Linsen) enthaltenden Rohrteil des Instrutnents ein Durchmesser,
der größer ist als derjenige, den der Rohrteil haben müßte, wenn in demselben keine
ein- und ausschaltbaren Linsen angeordnet wären.
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Hierin liegt für Sehrohre von Unterseebooten insofern ein Mangel,
als es bei diesen darauf ankommt, sowohl und besonders ihr verjüngtes Objektwende
als auch das in einer Packung der Bootsdecke geführte weitere Rohrende möglichst
dünn zu halten, damit (las Instrument den Blicken des Feindes nach Möglichkeit verborgen
bleibt und außerdem durch großen Durchmesser nicht unnötige Reibung in der Führung
entsteht.
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Vorliegende Erfindung erreicht den Zweck der Herabsetzung des Rohrdurchmessers
bei Sehrohren dadurch, daß zum Vergrößerungswechsel an Stelle von in den Strahlengang
ein und aus demselben ausschaltbaren Linsen Linsen benutzt werden, welche in .der
Richtung der Sehrohrachse verschiebbar sind, welches Mittel man sonst bei pankratischen
Fernrohren bereits angewandt hat. Im vorliegenden Falle ergibt das :Mittel der verschiebbaren
Linsen die neue Wirkung, daß nicht nur gegenüber einem Fernrohr mit festen Linsen
die optische Leistung gesteigert wird, sondern daß zugleich die erwähnte Steigerung
der Leistung in Ansehung des besonderen Verwendungszweckes erzielt wird.
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Die durch den Verwendungszweck des Sehrohres als Beobachtungsinstrument
für Unterseeboote gegebene Forderung einer möglichst starken Verjüngung des Lichteintrittsendes
des Instruments macht es besonders wichtig, den Ouerschnitt dieses dünnen Rohrteiles
des Instruments in möglichster Vollständigkeit auszunutzen, um möglichst große Bildhelligkeit
zu erzielen. Dieser Zweck läßt sich erreichen, wenn die den Vergrößerungswechsel
bewirkende Linsenverschiebung in dem engen, die L ichteintrittsöffnung tragenden
Rohrteil vorgenommen wird, unter Benutzung von Elementen des Objektivsystems für
die Linsenverschiebung. Die verschiebbaren Elemente des Objektivsystems können dabei
zugleich
Elemente des dem Objektivsystein benachbarten Unikehrsvsteins
bilden, d. h. es kann eine Linse oder ein Linsensvstein so verschoben werden, (laß
sie in der einen Stellung bei der einen Vergrößerung auf der Objektivseite der ersten
Bildebene liegt und in der anderen Stellung auf derUmkehrsystemseite der ersten
Bildebene.
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Es können auch außer verschiebbaren, zum Objektivsystein gehörenden
Elementen noch besondere verschiebbare Elemente vorgesehen sein, -welche ausschließlich
zum Umkehrsystem gehören, d. h. -welche in beiden Arbeitsstellungen auf der Umkehrsystemseite
der ersten Bildebene bleiben. Wichtig ist, daß die verschiebbaren Elemente sich
in denn dein Lichteintrittsende benachbarten Teil des verjüngten Sehrohrabschnitts
befinden. Dies ermöglicht die Wahl eines kurzbrennweitigen Objektivsysteins für
die -schwache und eines langbrennweitigen für die starke Vergrößerung bei dauernder
Benutzung des Fernrohres mit großer Austrittspupille. Durch Anwendung der angegebenen
Linsenverschiebung in dem nahe dem Lichteintritt liegenden verjüngten Ende des Sehrohres
läßt sich die Verjüngung dieses in der Gebrauchslage sichtbaren Sehrohrteiles betächtlich
weiter treiben als bei Anwendung von schwenkbaren Linsen. Während man finit schwenkbaren
Linsen die Reduktion des oberen Sehrohrendes bei normalen Sehrohren von etwa 6 m
Länge und gebräuchlichen relativ großen Antrittspupillen kaum auf ein Drittel des
unteren weiten Rohrendes bringen konnte, kann man bei Benutzung verschiebbarer Linsen
bis auf etwa ein Fünftel des weiten unteren Rohrendes herabgehen.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel mit
einer verschiebbaren Linse dargestellt, bei dem in zwei Endstellungen der verschiebbaren
Linse zwei verschiedene Vergrößerungen erreicht werden.
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Abb. i veranschaulicht in einem Achsialschnitt durch das Instrument
die Optik deselben bei der Stellung der verschiebbaren Linse, -welche der größeren
Vergrößerung entspricht.
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Abb:2 ist ein Achsialschnitt durch (las obere veriüngte Rohrende,
wobei die verschiebbare Linse in ihrer zweiten der ]cleineren Vergrößerung entsprechenden
Lage dargestellt ist.
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Abb.3 zeigt schematisch die ineclianisclie Einrichtung zur Verschiebung
der Linse für den Vergrößerungswechsel.
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Inn Abb. i ist die Lichteintrittsöffnung des Instruments in dein engen
oberen Rohrteil finit i bezeichnet. Derselben ist ein Ablenkungsprisma 2 vorgelagert,
welches die Strahleii dein fest angeordneten Objektiv 3 zuführt. Hinter dein Objektiv
3 befindet sich die verschiebbar angeordnete Linse., welche in dein dargestellten
Ausführungsbeispiel zusammen mit dem Objektiv 3 und der auf die Linse d. folgenden
festen Linse 5 in den beiden Arbeitsstellungen der L inse .. ein teleskopisches
Svstein bildet. Mit 6 ist die erste reelle Bildebene hinter der Lichteintrittsöffnung
i bezeichnet. Diese Bildebene erfährt bei einer Verschiebung der Linse .4 aus der
in Abb. i dargestellten Arbeitsstellung in die in Abb. 2 dargestellte Stellung eine
Veränderung ihrer Lage, -wobei jedoch die Größe des Bilddurchinessers in der Bildebene
6 erhalten bleibt. Mit 7, 8 und 9 sind Übertragungslinsen bezeichnet, welche das
Licht dem aus zwei im Winkel zueinander angeordneten Linsen und einem zwischengeschalteten
Prisma bestehenden Winkelokular io zuführen.
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Nach der Darstellung der Abb. 3 erfolgt die Verschiebung der Linse
4. durch ein Gestänge i i, welches am unteren Ende als Zahnstange ausgebildet ist
und durch die Kurbel 12 bewegt werden kann.
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Der in die Abb. i und 2 eingezeichnete Strahlengang zeigt, daß als
Folge der Anordnung der verschiebbaren Linse in dem engen Rohrteil hinter dem Objektiv
sowohl in der einen wie in der anderen Arbeitsstellung der Linse .4 sämtliche Linsen
voll ausgenutzt -werden und die Bilder schon in der ersten Bildebene hinter der
Lichteintrittsöffnung gleichen und die Bohrung des engen Rohres annähernd voll ausfüllenden
Durchmesser besitzen.