DE3545883A1 - Verfahren zur herstellung von gewindeverbindungen und gewindeverbindung von bauteilen aus hochlegierten chrom-nickel-staehlen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von gewindeverbindungen und gewindeverbindung von bauteilen aus hochlegierten chrom-nickel-staehlenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von kaltverschweißungsfreien Gewindeverbindungen von
Bauteilen aus hochlegierten Chrom-Nickel-Stählen, bei
welchen an einem der zu verbindenden Bauteile ein Außen
gewinde und am anderen ein komplementäres Innengewinde
vorgesehen wird, und die beiden Gewinde dann miteinander
verschraubt werden, sowie mit dem Verfahren hergestellte
Gewindeverbindungen.
Bei Gewindeverbindungen von Bauteilen aus bestimmten
hochlegierten Chrom-Nickel-Stählen besteht die Gefahr,
daß die Bauteile selbst dann im Verschraubungsbereich
zur Kaltverschweißung neigen, wenn sie mit Anzugsmomenten
verschraubt werden, welche noch deutlich von der Streck
grenze entfernt sind. Solche Verschraubungen sind dann
praktisch nicht mehr zerstörungsfrei lösbar. Nun
existieren aber Anwendungsfälle, in denen Schraubver
bindungen an oder mit Bauteilen aus solchen Chrom-Nickel-
Stählen hergestellt werden müssen, weil deren Korrosions
beständigkeit für den speziellen Anwendungsfall gefordert
wird. Als Beispiel sei hierzu auf Gewindeverbindungen
von Steigrohren für Trinkwasser-Förderpumpen oder auch
auf Verschraubungen in Apparaten und Anlagen der lebens
mittelherstellenden oder der chemischen Industrie hinge
wiesen. Die erwähnten Rohrverschraubungen sind beispiels
weise so ausgestaltet, daß an den Enden der eigentlichen
zu verbindenden Rohre Gewindezapfen bzw. Gewindemuffen
angeschweißt sind, von denen der am einen Ende ange
ordnete Gewindezapfen ein Außengewinde und die am anderen
Ende angeordnete Gewindemuffe ein komplementäres Innen
gewinde hat, wobei durch spezielle Ausgestaltung des
Übergangs dieser Gewinde Sorge für die Möglichkeit des
Einlegens zweier Dichtringe getragen ist, welche beim
Zusammenschrauben von Rohren zu längeren Steigrohr
strängen eine sichere Abdichtung des Gewindes bewirken.
Dadurch soll an sich auch das Eindringen von Wasser in
das Gewinde ausgeschlossen sein, so daß also ein Fest
gehen dieser Gewinde durch Korrosion infolge eingedrungenen
Wassers nicht zu befürchten ist.
Nun hat sich aber gezeigt, daß in vielen Fällen bei
erforderlich werdenden Reparaturen die Muffenverbindungen
solcher Steigrohre nicht mehr zerstörungsfrei zu lösen
sind, weil Kaltverschweißung eingetreten ist, und zwar
wird dieses Phänomen eben speziell bei den hier in Frage
stehenden hochlegierten Chrom-Nickel-Stählen beobachtet.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur Herstellung von Gewindeverbindungen von
oder an Bauteilen aus hochlegierten Chrom-Nickel-Stählen
zu schaffen, welches das Auftreten von Kaltverschweißungen
im Verschraubungsbereich unterbindet, so daß die nach
dem Verfahren hergestellten Gewindeverbindungen notfalls
auch mehrfach demontierbar und erneut montierbar bleiben.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst,
daß die beiden Gewinde gegenüber einer normalen Gewinde
verbindung mit vergrößertem Spiel gepaßt werden, und daß
vor dem Verschrauben auf eines der Gewinde, vorzugsweise
das Außengewinde, eine dünne Schicht aus einem thermo
plastischen Kunststoff aus der Gruppe der Superpolyamide
festhaftend aufgebracht wird.
Als Kunststoff wird dabei vorzugsweise Polyamid 11 ver
wendet, welches u.a. von der Firma ATO CHEMIE unter dem
Markennamen RILSAN vertrieben wird.
Zur Herstellung der Schicht wird dabei vorzugsweise
so verfahren, daß der mit dem zu beschichtenden Gewinde
versehene Bauteil zumindest im Bereich des Gewindes
auf eine Temperatur von 260° bis 280°C erwärmt und der
Gewindebereich dann in einen Vorrat des in Form eines
Pulvers vorliegenden Kunststoff-Beschichtungsmaterials
eingetaucht wird, wobei das direkt mit dem Bauteil in
Berührung kommende Beschichtungsmaterial in einer dünnen
Schicht aufschmilzt, und daß der Bauteil anschließend
aus dem pulverförmigen Beschichtungsmaterial heraus
genommen und zusammen mit der aufgeschmolzenen Schicht
abgekühlt wird. Es hat sich gezeigt, daß bei einer Wahl
der Erwärmungstemperatur des zu beschichtenden Gewindes
im angegebenen Bereich gerade eine aufgeschmolzene Schicht
erhalten wird, welche nach der Abkühlung die angestrebte
Schichtdicke von 250-300 µm hat.
Um eine möglichst gleichmäßige Schichtdicke zu erhalten,
wird dabei zweckmäßig so verfahren, daß der Bauteil mit
der aufgeschmolzenen Schicht des Beschichtungsmaterials
nach dem Herausnehmen aus dem pulverförmigen Beschichtungs
material zumindest zu Beginn des Abkühlungsvorganges so
lang um die in die horizontale Lage geführte Gewinde-
Mittelachse gedreht wird, bis eine Abkühlung der Schicht
unter die Erstarrungstemperatur des Beschichtungsmaterials
erreicht ist. Ein Zusammenlaufen des noch schmelzflüssigen
Beschichtungsmaterials infolge der Einwirkung der Schwer
kraft wird so mit Sicherheit vermieden.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugte Gewinde
verbindung bei den hier in Frage stehenden Bauteilen aus
hochlegierten Chrom-Nickel-Stählen ist also dadurch
gekennzeichnet, daß von den gegenüber normalen Gewinden
mit vergrößertem Spiel gepaßten Gewinden das eine, und
zwar vorzugsweise das Außengewinde, mit einer dünnen
festhaftenden Schicht eines thermoplastischen Kunststoffs
aus der Gruppe der Superpolyamide, und zwar vorzugsweise
Polyamid 11, belegt ist. Beschichtungen mit diesem
Kunststoffmaterial sind bisher nur zum Zwecke des Schutzes
der Oberfläche gegen Korrosion und Erosion hergestellt
worden, während nicht bekannt war, daß dieses Kunststoff
material in der angegebenen Schichtdicke geeignet ist,
Kaltverschweißungen zu verhindern.
Versuche der Anmelderin an Verschraubungen von Gewinde-
Steigrohren mit nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
beschichteten Gewindezapfen haben gezeigt, daß solche
Gewindeverbindungen auch beim Anziehen mit gegenüber den
normalerweise vorgeschriebenen Anzugsmomenten
erheblich erhöhten Anzugsmoment auch bei vielfachem
Lösen und erneutem Verschrauben keinerlei Kaltver
schweißung zeigen.
Die Erfindung ist in der folgenden Beschreibung in
Verbindung mit der im Längsmittelschnitt dargestellten
Zeichnung der Verschraubung zweier Gewinde-Steigrohre
aus Stahl näher erläutert.
Die in ihrer Gesamtheit mit 10 bezeichnete erfindungs
gemäße Gewindeverbindung dient im dargestellten Fall
zur dichten Verbindung von Rohren 12, 14, von denen
jeweils nur die Endabschnitte dargestellt sind.
An den einander zugewandten Stirnkanten der Rohre 12, 14
sind jeweils muffenartige Verbindungsstücke 16, 18
angeschweißt, deren Innendurchmesser dem Innendurch
messer der Rohre entspricht, während ihre Wandstärke
sich gegenüber der Wandstärke der Rohre deutlich ver
größert.
In das Verbindungsstück 16 ist ein als Spitzgewinde aus
geführtes Innengewinde 20 eingeschnitten, so daß das
Verbindungsstück 16 also eine Gewindemuffe bildet.
Auf das Verbindungsstück 18 ist andererseits ein
komplementäres Außengewinde 22 aufgeschnitten, wobei
die Passung dieses Außengewindes 22 relativ zum Innen
gewinde 20 so gewählt ist, daß im eingeschraubten Zustand
ein gewisses geringes Spiel zwischen den Gewindeflanken
verbleibt. Das bedeutet, daß bei der Abänderung von
Gewindeverbindungen von Rohren mit normal gepaßten
Gewinden eines dieser Gewinde überschnitten werden muß,
um das erwähnte Spiel zur Verfügung zu stellen.
Auf dem Außengewinde 22 ist festhaftend eine dünne,
etwa 250-300 µm starke Kunststoffschicht aus einem
thermoplastischen Polyamid 11 aus der Gruppe der Super
polyamide aufgebracht. Dieses Material wird von der
Firma ATO CHEMIE unter der Bezeichnung RILSAN u.a.
auch in Pulverform angeboten und kann durch Aufsintern
oder Aufschmelzen zu der gewünschten festhaftenden
porenfreien und dichten Schicht verarbeitet werden.
Die Kunststoff-Schicht 24 gleicht das erwähnte Spiel
zwischen den Gewindeflanken aus und verhindert metallischen
Kontakt zwischen den Gewinden 20 und 22, wodurch Kalt
verschweißung des Materials der Gewinde mit Sicherheit
ausgeschlossen wird.
Zwei Dichtringe 26, 28, von denen jeweils einer zwischen
den an den Enden der Gewinde gebildeten radialen Flächen
der Verbindungsstücke 16 bzw. 18 angeordnet ist, ver
hindern das Eindringen von Feuchtigkeit oder Verschmutzung
aus dem Rohrinnern bzw. von außen in den Gewindebereich.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung von kaltverschweißungs
freien Gewindeverbindungen von Bauteilen aus hoch
legierten Chrom-Nickel-Stählen, bei welchen an
einem der zu verbindenden Bauteile ein Außengewinde
und am anderen ein komplementäres Innengewinde vor
gesehen wird und die beiden Gewinde dann miteinander
verschraubt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Gewinde gegenüber einer normalen Gewindever
bindung mit vergrößertem Spiel gepaßt werden, und
daß vor dem Verschrauben auf eines der Gewinde,
vorzugsweise das Außengewinde, eine dünne Schicht aus
einem thermoplastischen Kunststoff aus der Gruppe der
Superpolyamide festhaftend aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Kunststoff Polyamid 11 verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der mit dem zu beschichtenden Gewinde versehene
Bauteil zumindest im Bereich des Gewindes auf eine
Temperatur von 260° bis 280° erwärmt und der Gewinde-
Bereich dann in einen Vorrat des in Form eines Pulvers
vorliegenden Kunststoff-Beschichtungsmaterials einge
taucht wird, wobei das direkt mit dem Bauteil in
Berührung kommende Beschichtungsmaterial in einer
dünnen Schicht aufschmilzt, und daß der Bauteil an
schließend aus dem pulverförmigen Beschichtungsmaterial
herausgenommen und zusammen mit der aufgeschmolzenen
Schicht abgekühlt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Bauteil mit der aufgeschmolzenen Schicht
des Beschichtungsmaterials nach dem Herausnehmen aus
dem pulverförmigen Beschichtungsmaterial zumindest
zu Beginn des Abkühlungsvorgangs so lange um die
in die horizontale Lage geführte Gewinde-Mittelachse
gedreht wird, bis eine Abkühlung der Schicht unter
die Erstarrungstemperatur des Beschichtungsmaterials
erreicht ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kunststoff-Schicht in einer
Dicke von 250 bis 300 µm aufgebracht wird.
6. Gewindeverbindung von Bauteilen aus hochlegierten
Chrom-Nickel-Stählen, bei welcher der eine Bauteil (18)
ein Außengewinde (22) aufweist, welches in ein
komplementäres Innengewinde (20) des zweiten Bauteils
(16) eingeschraubt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
von den gegenüber normalen Gewinden mit vergrößertem
Spiel gepaßten Gewinden (20; 22) das eine, vorzugsweise
das Außengewinde (22), mit einer dünnen festhaftenden
Schicht (24) eines thermoplastischen Kunststoffs aus
der Gruppe der Superpolyamide belegt ist.
7. Gewindeverbindung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kunststoff-Schicht (24) aus Polyamid 11
besteht.
8. Gewindeverbindung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kunststoff-Schicht (24) eine
Schichtdicke von 250-300 µm hat.
Priority Applications (1)
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| DE19853545883 DE3545883A1 (de) | 1985-12-23 | 1985-12-23 | Verfahren zur herstellung von gewindeverbindungen und gewindeverbindung von bauteilen aus hochlegierten chrom-nickel-staehlen |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3545883A1 true DE3545883A1 (de) | 1987-07-02 |
Family
ID=6289443
Family Applications (1)
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| DE19853545883 Withdrawn DE3545883A1 (de) | 1985-12-23 | 1985-12-23 | Verfahren zur herstellung von gewindeverbindungen und gewindeverbindung von bauteilen aus hochlegierten chrom-nickel-staehlen |
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