DE3541737A1 - Zuendeinrichtung fuer brennkraftmaschinen - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Zündeinrichtung für Brenn
kraftmaschinen nach der Gattung des Hauptanspruchs. Bei einer
bekannten Zündeinrichtung dieser Art, bei der die vom um
laufenden Polrad in den Wicklungen des Zündankers erzeugte
Wechselspannung aus einer zur Zündung benötigten positiven
Halbwelle und je einer kleineren vor- und nachgelagerten
negativen Halbwelle besteht, werden die negativen Halb
wellen über eine Gleichrichteranordnung auf den Primär
stromkreis mit dem elektronischen Zündschaltelement ge
geben (DE-PS 22 61 156). Für den oberen Drehzahlbereich
wird hier durch die kleinere erste Halbwelle eine Sprung
verstellung des Zündzeitpunktes in Richtung Frühzündung
erzielt, indem die drehzahlabhängig ansteigenden Halb
wellen der Zündeinrichtung über eine Steuerschaltung beim
Erreichen einer bestimmten Primärspannung auf das Zünd
schaltelement einwirken.
Da in vielen Fällen eine stetige Verstellung des Zündzeit
punktes in Abhängigkeit von der Drehzahl für den Betrieb
der Brennkraftmaschine wesentlich günstiger ist als die
sogenannte Sprungverstellung, ist es ferner bekannt, über
eine geeignete Steuerschaltung den Zündzeitpunkt drehzahl
abhängig festzulegen (DE-OS 33 25 275). Eine Gleichrichtung
der negativen kleineren Halbwellen ist dort nicht erfor
derlich, da die Zündung über den ganzen Drehzahlbereich
mit der größeren positiven Halbwelle durchgeführt wird. Bei
den E-Anker-Zündeinrichtungen hat sich dabei jedoch als
nachteilig herausgestellt, daß die der Zündungshalbwelle
vorgelagerte kleinere negative Halbwelle im oberen Dreh
zahlbereich an der Sekundärwicklung bereits so groß wird,
daß durch diese Induktionsspannungen an der Zündkerze Früh
zündungen ausgelöst werden. Dabei ist es bekannt, zur Ver
meidung solcher Fehlzündungen die negativen Halbwellen im
Primärstromkreis zu bedämpfen, indem eine entsprechende
Diodenschaltung mit einem dazu in Reihe liegenden Wider
stand die Primärwicklung überbrückt (DE-OS 27 30 002).
Dies erfordert jedoch einen zusätzlichen Schaltungsauf
wand, es erhöht in erheblichem Maße die Verlustleistung
im Steuergerät und verzögert durch Ankerrückwirkung den
Beginn der nachfolgenden Zündungshalbwelle.
Mit der vorliegenden Lösung wird angestrebt, mit einfa
chen Mitteln Frühzündungen durch die im Zündanker durch
das umlaufende Polrad erzeugte, der Zündungshalbwelle
vorgelagerten Halbwelle entgegengesetzter Polarität zu
verlässig zu vermeiden.
Die erfindungsgemäße Ausbildung der Zündeinrichtung mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat den
Vorteil, daß bei der Herstellung des Eisenkerns für den
Zündanker ohne zusätzlichen Aufwand durch die Formgebung
des in Umlaufrichtung des Polrades vorderen Schenkels der
magnetische Widerstand gegenüber dem hinteren Schenkel
erhöht und dadurch die Induktivität des vorderen Schenkels
nahezu beliebig verringert werden kann, so daß der über
diesen Schenkel durch die Ankerwicklungen geführte mag
netische Fluß beim Durchlauf des im Polrad befindlichen
Dauermagneten geringer ist als der anschließend durch den
hinteren Schenkel gehende Fluß. Durch den verringerten
magnetischen Fluß wird die der Zündungshalbwelle vorge
lagerte Halbwelle soweit verringert, daß dabei auch im
oberen Drehzahlbereich auf der Sekundärseite keine Span
nungswerte mehr auftreten, die eine Frühzündung an der
Zündkerze auslösen könnten.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des
im Hauptanspruch angegebenen Merkmals möglich. So kann
die geringere Induktivität für den vorderen Schenkel
des Eisenkerns in besonders einfacher Weise dadurch
realisiert werden, daß der vordere Schenkel einen größeren
Luftspalt zum Polrad hin aufweist als die übrigen Schenkel.
Andererseits kann es aus Montagegründen zweckmäßig sein,
den Luftspalt an allen drei Eisenkernschenkeln zum Pol
rad hin gleich groß zu machen. In diesem Fall ist es
zweckmäßig, am vorderen Schenkel einen zusätzlichen Luft
spalt vorzusehen, oder die geringere Induktivität am
vorderen Schenkel auf einfache Weise dadurch zu reali
sieren, daß der vordere Schenkel einen geringeren Quer
schnitt als der hintere Schenkel aufweist. Eine be
sonders einfache und wirksame Lösung besteht darin, den
vorderen Schenkel gegenüber dem hinteren Schenkel zum
Polrad hin mit einem kleineren Polschuh zu versehen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Magnet
zünder mit vergrößertem Luftspalt am vorderen Schenkel,
Fig. 2 zeigt den Fluß- und Spannungsverlauf am Zündanker
beim Durchlaufen des Polrades und
Fig. 3 zeigt ein wei
teres Ausführungsbeispiel für den vorderen Schenkel des
Zündankers.
In Fig. 1 ist als erfindungsgemäße Zündeinrichtung ein
Magnetzünder für Brennkraftmaschinen mit 10 bezeichnet.
Er besteht aus einem Zündanker 11, der mit Befestigungs
bohrungen 12 versehen, am Gehäuse der nicht dargestellten
Brennkraftmaschine anzuschrauben ist sowie aus einem Pol
rad 13, das auf der Antriebswelle der Brennkraftmaschine
befestigt wird und von dieser in Richtung des Pfeiles 13 a
angetrieben wird. Der Zündanker 11, der gleichzeitig als
Zündspule wirkt, hat einen aus Blechen geschichteten
E-förmigen Eisenkern 14. Auf dem mittleren Schenkel 15
des Eisenkerns 14 ist eine Primärwicklung 16 und eine
Sekundärwicklung 17 angeordnet. Das freie Ende der Sekun
därwicklung 17 ist über ein Zündkabel 18 mit einer Zünd
kerze 19 verbunden. Das freie Ende der Primärwicklung 16
ist mit einem Primärstromkreis 20 mit einem elektronisch
gesteuerten Zündschaltelement 21 verbunden. Das Zünd
schaltelement 21 wird zum Zündzeitpunkt durch eine Steuer
schaltung 22 umgeschaltet, welche ebenfalls an die
Primärwicklung 16 angeschlossen ist. Das andere Ende
der Primär- und der Sekundärwicklung 16, 17 ist ebenso
wie die Zündkerze 19, das Zündschaltelement 21 und die
Steuerschaltung 22 auf Masse gelegt. Im Polrad 13 ist
ein Dauermagnet 23 eingegossen, dessen Polstücke 24 bis
zum äußeren Umfang des Polrades reichen.
Der mittlere Schenkel 15 des Eisenkerns 14 sowie der in
Umlaufrichtung des Polrades 13 gesehen hintere Schenkel
25 haben zum Polrad 13 hin einen Arbeitsluftspalt von
Xo = 0,3 mm. Dagegen beträgt der Arbeitsluftspalt zum
Polrad 13 am vorderen Schenkel X = 1 mm. Durch diesen
größeren Arbeitsluftspalt wird der magnetische Wider
stand für den mit der Primär- und Sekundärwicklung 16,
17 gekoppelten Magnetfluß Φ größer als im hinteren Schen
kel 25 bzw. die Induktivität am vorderen Schenkel 26
wird geringer als die am hinteren Schenkel 25.
In Fig. 2 ist auf der Zeitachse t 1 der Flußverlauf in
der Primär- und Sekundärwicklung 16, 17 des Zündankers
11 dargestellt. Bei in Pfeilrichtung umlaufendem Polrad
13 nimmt demnach zunächst der Fluß Φ bei Annäherung des
Dauermagneten 23 allmählich zu, bis er ein Flußmaximum
erreicht, was etwa bei der in Fig. 1 dargestellten Stel
lung des Polrades 13 der Fall ist. Danach kehrt sich der
Fluß um und der Magnetkreis schließt sich nunmehr - wie
in Fig. 1 gestrichelt angedeutet - über den hinteren
Schenkel 25. Durch die gestrichelte Kurve auf der Zeit
achse t 1 ist dargestellt, welchen zeitlichen Verlauf der
Fluß Φ hätte, wenn am vorderen Schenkel 23 anstelle des
größeren Luftspaltes X ein Luftspalt Xo von 0,3 mm vor
handen wäre. Auf der Zeitachse t 2 ist der Verlauf der
Leerlaufspannung Uo in der Primär- bzw. Sekundärwicklung
16, 17 dargestellt. Hier ist erkennbar, daß durch den
größeren Arbeitsluftspalt X am vorderen Schenkel 26
des Eisenkerns 14 die vordere negative Spannungshalb
welle wesentlich geringer ist als die gestrichelt ange
deutete Halbwelle bei einem kleineren Arbeitsluftspalt
Xo, wie er bei den zwei übrigen Schenkeln 15 und 25 vor
handen ist. Auf der Zeitachse t 3 ist dargestellt, daß
die zur Zündung verwendete positive Spannungshalbwelle
des Magnetzünders 10 im Primärstromkreis bei angeschlos
senem Zündschaltelement 21 und angeschlossener Zündkerze 19
zunächst stark gedämpft wird, da der Primärstromkreis 20
durch das Zündschaltelement 21 nahezu kurzgeschlossen ist.
Zum Zündzeitpunkt Zzp wird nun das Zündschaltelement 21
durch die Steuerschaltung 22 gesperrt und damit der Primär
strom unterbrochen. Diese Unterbrechung löst in den Wick
lungen 16 und 17 einen starken Spannungsanstieg aus, der
an der Zündkerze 19 einen Zündfunken zur Folge hat. Nach
einem Einschwingvorgang geht dann die Spannung auf die
Leerlaufspannung gemäß der Zeitachse t 2 zurück, welche
durch die vom umlaufenden Polrad 13 verursachte Flußände
rung in den Wicklungen 16 und 17 induziert wird. Durch
den größeren Luftspalt X am vorderen Schenkel 26 ist
sichergestellt, daß die vordere, negative Halbwelle in
der Sekundärwicklung 17 soweit herabgesetzt wird, daß
auch im oberen Drehzahlbereich durch diese Spannungshalb
welle von kleiner 2 kV keine Frühzündungen an der Zünd
kerze 19 auftreten können.
Fig. 3 zeigt eine weitere Möglichkeit zur Herabsetzung
der Induktivität bzw. zur Erhöhung des magnetischen Wider
standes am vorderen Schenkel 26 a des nur teilweise dar
gestellten Zündankers 11 a. Der vordere Schenkel 26 a hat
hier einen geringeren Querschnitt als der hintere Schenkel
25. Außerdem hat er an seinem zum Polrad 13 gerichteten
Ende eine wesentlich kleinere Polschuhfläche 27 als die
zwei anderen Polschuhe der Schenkel 15 und 25. Dagegen
ist hier der Arbeitsluftspalt mit Xo = 0,3 mm nicht größer
als an den zwei anderen Schenkeln 15 und 25. Dies er
leichtert die Montage des Zündankers 11, da hier nicht
mehr am vorderen Schenkel ein größerer Luftspalt einge
stellt werden muß.
Abhängig von den jeweiligen Erfordernissen der Zündein
richtung ist es im Rahmen der Erfindung möglich, den
vorderen Schenkel des Eisenkerns mehr oder weniger zu
verkürzen oder zu schmälern. Außerdem kann die Verrin
gerung des Querschnitts am vorderen Schenkel auch durch
Reduzieren der Anzahl der Eisenkernbleche in diesem
Bereich realisiert werden. Schließlich ist es auch
möglich, die gewünschte Herabsetzung der vorderen Span
nungshalbwelle durch eine Abrundung oder Abstufung an
der Polschuhfläche des vorderen Schenkels oder durch
einen in Fig. 3 gestrichelt angedeuteten Luftspalt 28
im vorderen Schenkel vorzunehmen.
Claims (5)
1. Zündeinrichtung für Brennkraftmaschinen mit einem gleich
zeitig als Zündspule wirkenden Zündanker aus einem E-för
migen Eisenkern und einer Primär- und Sekundärwicklung
auf dem mittleren Eisenkernschenkel sowie mit einem um
laufenden, von der Brennkraftmaschine angetriebenen Pol
rad zur Erzeugung einer Wechselspannung, die in einem
Primärstromkreis einen Strom treibt, der zum Zündzeit
punkt von einem elektronisch gesteuerten Zündschalt
element unterbrochen wird, um an einer mit der Sekundär
wicklung verbundenen Zündkerze einen Zündfunken zu er
zeugen, dadurch gekennzeichnet, daß der bei richtiger
Drehrichtung in Umlaufrichtung des Polrades (13) gesehen
vordere Schenkel (26, 26 a) des E-förmigen Eisenkerns
(14, 14 a) eine geringere Induktivität als der hintere
Schenkel (25) aufweist.
2. Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der vordere Schenkel (26) einen größeren Luftspalt
(X) zum Polrad (13) aufweist als die übrigen zwei Schen
kel (15, 25).
3. Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der vordere Schenkel (26) einen zusätzlichen Luft
spalt (28) aufweist.
4. Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der vordere Schenkel (26 a) einen geringeren Quer
schnitt als der hintere Schenkel (25) aufweist.
5. Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der vordere Schenkel (26 a) gegenüber dem hinte
ren Schenkel (25) eine kleinere Polschuhfläche (27) hat.
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