Die Erfindung bezieht sich auf ein Gasturbinenstrahl
triebwerk nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei derartigen, in der Fachsprache auch als "Mantel
stromtriebwerke" bezeichneten Strahltriebwerken werden
die Gehäuse temperaturbelasteter Komponenten gekühlt
bzw. die Radialspalte zwischen den Laufschaufelspitzen
und zugehörigen Einlaufbelägen des Gehäuses sowie Axial
bewegungen der Leitschaufeln kontrolliert; dies ge
schieht mittels Prallkühlung.
Bei einem z.B. aus der DE-OS 26 54 300 bekanntem Trieb
werkskonzept soll Kühlluft nach dem Frontgebläse (Fan)
im Nebenstrom abgezapft über Rohrleitungen zu der je
weiligen Komponente (Hoch- und/oder Niederdruckturbine)
geführt und über ein aufwendiges System von Verteiler
leitungen zu Blasleitungen geführt werden, aus denen
über Prallkühlungslöcher das betreffende Komponenten
gehäuse angeblasen werden kann.
Die Nachteile dieses bekannten Konzepts sind:
- - hohe Fertigungskosten,
- - zusätzliches Gewicht,
- - teure Montage durch komplizierten Aufbau,
- - bei notwendigerweise kleiner Dimensionierung der Rohre
(Gewicht) schlechte Umfangsverteilung der Kühlluft
(Druck- bzw. Abzweigverluste von Loch zu Loch in einem
Rohr),
- - erhöhte Fehlerausfallmöglichkeit (gebrochene Rohrlei
tung),
- - geringes Potential zur nachträglichen Erhöhung des
Wärmeübergangs, da ein ursprünglich gewählter Rohr
querschnitt eine Erhöhung der Kühlluftmenge nur unter
Inkaufnahme einer schlechten Umfangsverteilung zuläßt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gasturbi
nenstrahltriebwerk nach dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1 anzugeben, bei dem die Turbinengehäusekühlluft
ohne aufwendige Rohrverteilungssysteme störanfälligkeits
frei sowie unter extrem geringen aerodynamischen Ver
lusten aus dem Sekundärluftstrom entnommen und hoch
effizient gegen betreffende Turbinengehäusestrukturen
ausgeblasen werden kann.
Die gestellte Aufgabe ist mit den Merkmalen des Kenn
zeichnungsteils des Patentanspruchs 1 erfindungsgemäß
gelöst.
Mit der angegebenen Lösung können die zur bekannten
Triebwerkskonzeption nach der DE-OS 26 54 300 erwähnten
Nachteile auf vergleichsweise einfache Weise beseitigt
werden. Im Rahmen der Erfindung kann also zur hoch
effizienten Kühlung beispielsweise des Gehäuses der
Niederdruckturbine die notwendigerweise ohnehin vorhan
dene Innenwandstruktur des Nebenstrom- bzw. Sekundär
kanals hinsichtlich ihres axialen Verlaufs weitgehend
der Außenkontur des Niederdruckgehäuses angepaßt werden,
und zwar in einer senkrechten Entfernung vom Gehäuse, die
weitgehend im Bereich des Optimums bezüglich des
Wärmeübergangs bei einer Prallkühlung liegt. Die
Fertigung dürfte keine Schwierigkeiten bereiten, da
der Sekundärkanal zweischalig ausgeführt ist, um bei
der Wartung einen schnellen Zugang zum Triebwerk zu
ermöglichen. Auf jeweils der axialen Höhe des Gehäuse
bereiches, der bevorzugt gekühlt werden soll, können
also Blasluftbohrungsreihen entlang des Umfangs ange
bracht werden. Somit kann das Niederdruckturbinenge
häuse an jeder Stelle je nach Anzahl bzw. Querschnitt
der Bohrungen bzw. Schlitze mit mehr oder weniger Luft
rotationssymmetrisch bzw. -unsymmetrisch, wenn gewünscht,
versorgt werden. Dabei ist der Lieferdruck an den
Prallkühlungsbohrungen, obwohl es sich um statischen
Druck des Sekundärkanals handelt, im Niveau etwa gleich
dem gängiger, z.B. aus der DE-OS 26 54 300 bekannter
Triebwerkskonzepte, bei denen der Totaldruck am Fan
austritt verwendet wird oder sogar etwa höher, da die
bei Bekanntem als Ursache der Zuführ-Verteiler- und
Blasleitungen auftretenden Druckverluste erfindungs
gemäß vermieden werden können.
Merkmal weitgehend jeder aktiven Radialspaltkontrolle
(Active Clearance Control) ist, daß mindestens zwei
Kühlluftmengen zur Verfügung stehen (soweit mit Luft,
gearbeitet wird), nämlich eine kleine Menge bzw. die
Menge Null und eine Menge, für die das System ausgelegt
wurde. Je nach Bauweise, meist jedoch für einen kurzen
Zeitraum während der Beschleunigung bzw. der Wiederbe
schleunigung eines Triebwerks, darf die Prallkühlung
nicht wirksam sein, um ein unerwünschtes Einlaufen der
Rotorschaufeln in die Gehäusebeläge zu verhindern. Bei
bisher bekannten Systemen zur aktiven Spaltkontrolle
wird die Luftmenge kurzzeitig durch ein Ventil abge
schaltet bzw. reduziert. Um den Aufwand nicht zu hoch
zu treiben, begnügt man sich häufig mit den Schalt
stellungen "An" und "Aus". Eine demgemäße Ventil
steuerung als Funktion des Triebwerkszustands ist im
übrigen auch schon aus der zuvor genannten DE-OS 26 54 300
bekannt.
Z.B. im Rahmen der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
nach Patentanspruch 10, bzw. in Kombination der Merkmale
des letzteren mit dem erfindungsgemäßen Grundgedanken
aus Patentanspruch 1, zeigt die Erfindung u.a. einen
Lösungsweg auf, mit dem auf äußerst einfache und wirksame
Art und Weise die beim Beschleunigen oder Wiederbe
schleunigen des Triebwerks kurzzeitig auftretende Gefahr
allzu harter Schaufelanstreifvorgänge gebannt werden kann,
indem das hoch-effektive Aufprall-Kühlsystem funktions
mechanisch nicht verändert werden muß bzw. das Aufprall-
Kühlsystem nach verhältnismäßig kurzer zeitlicher Unter
brechung (z.B. ca. 30-50 sec.) bei Triebwerksbeschleunigung
(Start-Steigflugphase) oder Wiederbeschleunigung des
Triebwerks sofort wieder im Rahmen seiner "normalen"
Auslegung arbeiten kann.
Mithin kann also zu der Zeit, während der die Prall
kühlung unwirksam sein soll, Bypassluft z.B. durch
mindestens ein geöffnetes Ventil in den Raum zwischen
Sekundärstromkanalinnenwand und Gehäuseaußenwand, also
den Raum, in dem die Prallkühlung wirkt, geleitet werden,
um einen Druckausgleich zu schaffen und somit einen
Durchsatz durch die Prallkühlungsbohrungen weitgehend zu
verhindern.
Die Erfindung geht hierbei von der allgemeinen techni
schen Überlegung aus, daß bei einer Beschleunigung des
Triebwerks das Ansprechverhalten der Laufschaufeln,
hier beispielsweise der Niederdruckturbine, sehr
schnell (Schnelle Ausdehnung) erfolgt, während das zu
gehörige Gehäuse aufgrund der größeren Masse erst
verzögert nachkommt, bzw. bezüglich der thermischen
Dehnung zeitlich "hinterherhinkt". Als Folge davon
verringern sich die betreffenden Turbinenlaufschaufel
spalte sehr stark bis zu einem Einlaufen im Dichtungs
belag; wäre nun die Radialspaltkontrolluft bzw. Auf
pralluft (ACC-Luft) schon vom Beginn der Beschleunigung
an voll wirksam, so würde die Dehnung des Gehäuses noch
weiter verzögert, so daß es zu einem verstärkten Dichtungs
einlauf käme, der im geringsten Fall zu einem verhältnis
mäßig starken Verschleiß der Laufschaufelspitzen bzw.
der Laufschaufelspitzendichtungen auf der einen Seite,
wie aber auch der betreffenden Einlaufbeläge am Gehäuse
auf der anderen Seite führt. Im Wege der nach Patentanspruch
10 oder 11 angegebenen Ventilfunktion und -anordnung
("erste" oder "weitere" Ventile), bzw. im Wege der Schalt
zykluskombination "erster" und "zweiter" Ventile im
Rahmen des Anspruchs 12 kann also ein normalerweise am
Anfang einer Triebwerksbeschleunigungsphase im Rahmen
eines triebwerksspezifischen zeitlichen Sekundenbereiches
zu erwartender harter Dichtungseinlaufvorgang, z.B.
in der Start-Steigflugphase, verhindert werden. Trotz
zeitlich kurzer Prallkühlungsunterbindung kann er
findungsgemäß aber eine verhältnismäßig "milde" Kühlung,
beispielsweise des Niederdruckturbinengehäuses, sicher
gestellt bleiben.
Bezüglich vorteilhafter weiterer Ausgestaltungen wird
auf die übrigen Patentansprüche hingewiesen.
Anhand der Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise
erläutert, es zeigen:
Fig. 1 ein entlang der oberen Hälfte in Längs
richtung gänzlich, entlang der unteren
Hälfte teilweise aufgeschnitten und
schematisiert wiedergegebenes Gasturbinen
strahltriebwerk,
Fig. 2 einen zur gleichzeitigen Sekundärluftent
nahme und Kühlluftausblasung ausgebildeten
Innenwandstrukturabschnitt des Sekundärkanals
unter Zuordnung eines teilweise abgebrochen
dargestellten Niederdruckturbinengehäuse
abschnitts nebst zugehörigen Turbinenleit
und -laufschaufeln, jeweils als Längsschnitt
dargestellt,
Fig. 3 eine Abwandlung der Fig. 2 dergestalt, daß
der betreffende Innenwandstrukturabschnitt
unter Einschluß von Luftverteilerkammern für
die Aufprallkühlung doppelwandig ausgebildet
ist,
Fig. 4 eine weitere Abwandlung gegenüber Fig. 2 und 3
dergestalt, daß der betreffende Innenwand
strukturabschnitt unter Einschluß von
Luftleit- und/oder Luftverteilerkammern nicht
nur doppelwandig, sondern auch - im Längs
schnitt gesehen - keilförmig ausgebildet ist,
Fig. 5 einen quergeschnitten dargestellten, in wech
selnder Folge Luftverteiler- und -leitkammern
enthaltenden Abschnitt eines doppelwandigen
Innenwandstrukturabschnitts, unter entsprechen
der radial beabstandeter Zuordnung zum Nieder
druckturbinengehäuse, als erste Konfiguration,
Fig. 6 eine gemäß Fig. 5 gesehene, gegenüber dieser
jedoch abgewandelte zweite Konfiguration
mit in wechselnder Folge ausgebildeten Luft
verteiler- und -leitkammern,
Fig. 7 eine gemäß Fig. 5 und 6 gesehene, gegenüber
diesen wiederum abgewandelte dritte Konfi
guration mit in wechselnder Folge ausge
bildeten Luftverteiler- und -leitkammern,
die als Anwendungsfall für Fig. 4 geeignet
ist,
Fig. 8 eine längs geschnitten dargestellte Sekundär
und Ringkanalendsektion des Triebwerks nebst
hohler Stützschaufel und in letztere inte
griertem zweiten Ventil, welches als der
Schaufelinnengeometrie angepaßtes Klappen
ventil ausgebildet ist,
Fig. 9 eine gegenüber Fig. 8 abgewandelte Anordnung
und Ausbildung eines zweiten, am äußeren
Ende der Stützschaufel innerhalb eines
Rohrleitungsstücks angeordneten Ventils und
Fig. 10 einen als Längsschnitt sowie schematisiert
dargestellten Strahltriebwerksabschnitt unter
Verdeutlichung der Niederdruckturbinenge
häusekühlung bei einer gegenüber Fig. 1 ver
kürzten Sekundärkanalbaulänge sowie unter
beispielhaftem Einschluß von Bauelementen
aus Fig. 3.
Fig. 1 verkörpert ein für die Anwendung der Erfindung
geeignetes Gasturbinenstrahltriebwerk in Zweistrombau
weise. Dieses Gasturbinenstrahltriebwerk besteht der
Reihe nach - von links nach rechts - aus einem Front
gebläse 1, einem Hochdruckverdichter 2, einer Ring
brennkammer 3, einer Hochdruckverdichterantriebsturbine
4, der eine Niederdruckturbine 5 zum Antrieb des Front
gebläses 1 aero-thermodynamisch nachgeschaltet ist.
Dabei ist das Frontgebläse 1 mit der Niederdruckturbi
ne 5 über ein gemeinsames inneres Rotorsystem 6 ge
koppelt. Beim Hochdruck- oder Gaserzeugerteil sind der
Hochdruckverdichter 2 und die zugehörige Verdichter
antriebsturbine 4 über ein gemeinsames Rotorsystem 7
miteinander gekoppelt. Das Rotorsystem 7 ummantelt
dabei in koaxialer Bauweise einen Teil des Rotorsystems 6.
Der wesentliche Teil des vom Frontgebläse 1 geförderten
Luftstroms (Mantel- oder Sekundärluftstrom S) wird zur
Vortriebsschuberzeugung in den Sekundärkanal 8 des Trieb
werks gefördert, ein übriger Teil S′ des vom Frontgebläse 1
geförderten Luftstroms gelangt zum Hochdruckverdichter 2
des Gaserzeugers. Der aus der Niederdruckturbine 5 ent
weichende Heißgasstrom wird ebenfalls zur Vortriebsschub
erzeugung genutzt.
Normalerweise müssen bei einem derartigen Triebwerk wesent
liche Turbinenkomponenten zwecks Beherrschung der Heißgas
temperatur gekühlt werden, es wären also beispielsweise
die Eintrittsleitschaufeln der Hochdruckturbine 4 kühl
bar, ferner beispielsweise die Laufschaufeln der Hoch
druckturbine 4 wie gegebenenfalls aber auch z.B. die
Leitschaufeln der zweiten Stufe der Hochdruckturbine 4.
Die für die genannten Kühlungsfälle der Hochdruckturbine 4
zu verwendende Verdichterluft kann an einer oder mehreren
geeigneten Stellen aus dem Hochdruckverdichter 2 entnommen
werden und z. B. über das betreffende innere Rotorsystem
dem entsprechenden Verwendungszweck zugeführt werden.
Es ist bekannt, die betreffenden ringförmigen Gehäuse
strukturen 9 bzw. 10 von Hochdruck- und Niederdruck
turbine 4 bzw. 5 über verhältnismäßig aufwendige und
komplizierte Rohrverteilersysteme mit Kühlluft zu
beaufschlagen, die aus dem Sekundärkanal des Triebwerks
entnommen wird.
Die Erfindung vermeidet die derartigen bekannten Trieb
werkskonzepten nachgesagten Nachteile (u.a. hoher Bauauf
wand, mögliche Störanfälligkeiten, hohe Druckverluste)
dadurch
- - daß sich der Sekundärkanal im wesentlichen über die
gesamte Triebwerkslänge erstreckt und
- - daß ein zwecks Turbinenbauteilkühlung und Schaufelspalt
optimierung beigezogener Sekundärluftanteil über
in unmittelbarer Nähe der betreffenden, hier z.B.
der Niederdruckturbine 5 zugehörigen Turbinengehäuse
struktur angeordnete Öffnungen 11 (s.h. auch Fig. 2) in
der Innenwandstruktur 12 des Sekundärkanals 8 aus dem
Sekundärstrom entnommen wird und im Wege einer Aufprall
kühlung (Pfeile F) gegen die Turbinengehäusestruktur 10
ausgeblasen wird.
Im Gegensatz zu den später noch erläuterten Erfindungs
varianten, wird bezüglich Fig. 1 und 2 zunächst davon
ausgegangen, daß die Innenwandstruktur 12 des Sekundär
kanals 8 als einfache Einzelwand 13 ausgebildet sein
kann, wobei die Öffnungen 11 also zugleich als Ent
nahmeluftöffnungen und Ausblaseöffnungen ausgebildet
sind.
Bezüglich der in Fig. 1 lediglich schematisch wieder
gegebenen Niederdruckturbine 5 verkörpern die Fig. 2,
3 und 4 detaillierte Einzelheiten einer vergleichbaren
Niederdruckturbine, wobei die betreffenden Bauteile in
Fig. 2, 3 und 4 jeweils mit gleichen Bezugszeichen be
legt sind; es sind darin also die Leitschaufeln dreier
aufeinanderfolgender Turbinenstufen der Reihe nach mit
14, 15 und 16, die zugehörigen Laufschaufeln mit 17, 18
und 19 bezeichnet. Jeweils auf der linken Seite sind den
Leitschaufeln 14, 15 und 16 zugehörige Fußsegmente 20, 21
22 an Haken 23, 24, 25 des Turbinengehäuses 10 aufgehängt.
Jeweils auf der rechten Seite sind die Fußsegmente 20, 21,
22 an die Laufschaufeldeckbanddichtspitzen ummantelnden
Dichtungssegmentträgern 26, 27, 28 aufgehängt; die letzten
sind einerseits an Gehäusehaken 29, 30, 31 aufgehängt,
andererseits zwischen den Enden der Gehäusehaken, z.B.
24, 25 sowie den angrenzenden Abschnitten der Fußsegmente,
z.B. 21, 22 eingeklemmt.
Gemäß Fig. 2 ist also der jeweilige Prallkühlfluß F ge
zielt auf die betreffenden Haken 23, 29, 24, 30, 25, 31
bzw. 25′ gerichtet, so daß auch die jeweils aufgrund der
Hakenausbildung spezifisch größten Massenanteile der
Turbinengehäusestruktur 10 intensiv in den Kühlprozeß mit
einbezogen werden können; ferner soll u.a. die Einhaltung konstanter
und minimaler Laufschaufelradialspalte gefördert werden.
Die Öffnungen 11 (Fig. 2) münden in einen zwischen der
Einzelwand 13 der Innenwandstruktur 12 des Sekundär
kanals 8 (Fig. 1) und der Turbinengehäusestruktur 10
ausgebildeten Ringraum 32 ein.
Gemäß Fig. 3 und 5 soll die Innenwandstruktur 12′ des
Sekundärkanals unter Einschluß von Luftverteilerkammern
33 doppelwandig ausgebildet sein; es besteht dabei also
die Innenwandstruktur 12′ des Sekundärkanals 8 aus einer
die Öffnungen 34 für die Sekundärluftentnahme enthaltenden
Außenwand 35 und einer die Prallkühlbohrungen 11 enthalten
den Innenwand 13. Öffnungen 34 (Fig. 3) und Bohrungen 11
können, müssen aber nicht in den betreffenden Aufprall
radialebenen übereinander angeordnet sein (siehe auch
Fig. 4). In konkreter Ausführung gemäß Fig. 5 ist dort
die Innenwandstruktur 12′ des Sekundärkanals 8 unter
Einschluß von in Umfangsrichtung in wechselnder Folge
voneinander getrennten Luftverteilerkammern 33 und Luft
leitkammern 36 doppelwandig ausgebildet, von denen die
letzteren zur seperaten Führung anderweitiger, aus dem
Triebwerkskreisprozeß entnommener Luftanteile (Pfeil
K - Fig. 3) in Richtung K′, auf eine weiter stromab liegen
de Triebwerkszone ausgebildet sind. Über die Luftleit
kammern 36 kann z.B. zuvor zur Hochdruckturbinenkühlung
verwendete Luft als Abluft weitergeführt und ander
weitigen Zwecken zugeführt werden, z.B. als Lager
kammerluft oder Sperrdichtungsluft. Ferner können gemäß
Fig. 5 die Luftleitkammern 36 und die Luftverteilerkammern
33 aus als wandversteifende Abstandshalter zwischen der
Außen- und Innenwand 35, 13 ausgebildeten, in geeigneter
Weise in Umfangsrichtung hier fortlaufend U-förmig ge
wellt vorgeformten Profilstreifen 37 hergestellt sein;
in diesem Falle können die Prallkühlbohrungen 11 durch
Abschnitte der die Luftverteilerkammern 33 bildenden
Profilstreifen 37 hindurchgeführt sein.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 ist unter Zugrunde
legung der gleichen technisch funktionellen Gegebenheiten
wie Fig. 5 konzipiert, weicht jedoch von Fig. 5 durch die
Verwendung eines über dem Umfang gleichförmig wellen
förmig und weich geschwungen ausgebildeten Profilstreifens
37′ ab, der in wechselnder Folge voneinander getrennte
Luftverteilerkammern 33′ und -leitkammern 36′ entstehen
läßt.
Sofern - wie in Fig. 4 dargestellt - die zu kühlende
Turbinengehäusestruktur 10 eine in Richtung der Trieb
werkshauptströmung verhältnismäßig ausgeprägt diver
gente Kontur aufweist, kann es äußerst vorteilhaft sein,
daß die Sekundärluftentnahme- und Kühlsektion der Innen
wandstruktur 12′′ des Sekundärkanals 8, den Divergenz
winkel überbrückend - im Längsschnitt gesehen - keilförmig
ausgebildet ist, indem die betreffende Innenwand 13,
gemäß Fig. 2, nach wie vor parallel zum betreffenden
divergenten Teil der Turbinenaußengehäusestruktur 10,
die betreffende Außenwand 35′ jedoch triebwerksachs
parallel verläuft. Trotz vorhandener örtlicher Sekundär
luftentnahme- und Kühlluftaufbereitungskriterien zwecks
hoch-effizienter Aufprallkühlung gelingt es somit, die
Innenwandstruktur 12′′ des Sekundärkanals 8 über die
betreffende Außenwand 35′ im Hinblick auf die geforderte
Triebwerksauslegung einwandfrei aerodynamisch glatt
flächig zu gestalten. Abweichend von Fig. 3 zeigt Fig. 4
lediglich stromaufwärtig angeordnete, entsprechend groß
dimensionierte Sekundärluftentnahmeöffnungen 34.
Fig. 7 veranschaulicht eine Querschnittsdarstellung des
Sekundärkanals 8 einschließlich der keilförmigen, doppel
wandigen Innenwandstruktur 12′′ des Sekundärkanals nach
Fig. 4, wobei hier im wesentlichen fortlaufend V-förmig
gewellte Profilstreifen 37′′ vorgesehen sind, die hier
ebenfalls fortlaufend abwechselnd Luftverteilerkammern
33′′ und Luftleitkammern 36′′ ausbilden, die jeweils
voneinander getrennt sind. Wie bei den vorangegangenen
Ausführungsbeispielen nach Fig. 5 und 6 wäre es aber
auch für Fig. 7 durchaus möglich, ausschließlich der
optimalen Aufprallkühlungsaufbereitung dienende Luft
verteilerkammern vorzusehen. Die Ausbildung nach Fig. 7
ermöglicht es, eine verhältnismäßig große Anzahl kleiner
Aufprallkühlbohrungen 11 pro gegebener Fläche in der
Innenwand 13 der Innenwandstruktur 12′′ vorzusehen:
und zwar im Sinne einer sieblochartigen Gestaltung.
Fig. 6 könnte in ähnlicher Form an Fig. 7 angepaßt
werden, indem die in Fig. 6 als "Luftleitkammern 36′"
bezeichneten Kammern als Luftverteilerkammern ausge
bildet werden, wodurch eine verhältnismäßig große
Prallkühlbohrungsfläche entlang der Innenwand 13 zur
Verfügung gestellt werden könnte.
Erfindungsgemäß besteht durchaus die Möglichkeit, die
genannten Prallkühlbohrungen 11 nach Bedarf gleich
förmig oder ungleichförmig verteilt im Hinblick auf
die betreffende Gestaltung des Turbinengehäuses und
die betrieblich zu erwartenden thermischen Dehnungs
kriterien anzuordnen.
Wie im übrigen ferner aus Fig. 1 erkennbar, kann das
stromabwärtige Ende des jeweiligen Ringraums 32
- zwischen der betreffenden Turbinengehäusestruktur 10
und der Innenwandstruktur 12 des Sekundärkanals 8 -
über hohle, den Sekundärkanal durchkragende Luftführungs
körper, z.B. Stützschaufeln 38, gegen die Atmosphäre
geöffnet sein, um einen gegenüber dem Sekundärstrom unge
hinderten Abfluß der verbrauchten Kühlluft zu gewähr
leisten. Die Anordnung und Ausbildung der hohlen Stütz
schaufeln 38 geht im übrigen auch aus Fig. 8 hervor.
Um die erwähnte Aufprallkühlung im eingangs schon um
rissenen Sinne bei einer Triebwerksbeschleunigungs- oder
Wiederbeschleunigungsphase kurzfristig nicht voll zur
Geltung bringen zu können (Gefahr harter Schaufelan
streifbedingungen), sieht die Erfindung an der Innen
wandstruktur 12 des Sekundärkanals 8 mindestens ein
erstes, dem für die Prallkühlung verantwortlichen Ringraum
32 vorgeschaltetes Ventil 39 vor, mit dem, zur kurzfristigen
Unterbrechung der Prallkühlung, Sekundärluft aus dem
Sekundärkanal 8 entnommen und dem Ringraum 32 zugeführt
wird.
Ein vergleichbarer bzw. noch intensiverer Aufprallkühl
unterbrechungseffekt im Wege kurzfristigen Gegendruckauf
baus im Ringraum 32, z.B. bei einer Konfiguration nach
Fig. 3 oder 4, wäre auch dadurch möglich, daß anstelle
des zuvor erwähnten ersten Ventils 39 mindestens ein
zweites Ventil 41 (Fig. 8) vorgesehen ist. Gemäß Fig. 8
können die genannten zweiten Ventile 41 also in die Luft
führungskörper oder Stützschaufeln 38 integriert sein;
dabei weisen die Ventile 41 hier ein jeweils der elliptischen
Innenkontur der hohlen Stützschaufeln 38 angepaßtes Ab
sperrklappenprofil 42 auf; aufgrund Verschwenkens um die
betreffende Drehachse D kann demnach also entweder der
betreffende Durchströmquerschnitt einer Stützschaufel 38
gänzlich abgesperrt oder - gemäß Fig. 8 wiedergegebener
Klappenendstellung - freigegeben sein, um die verbrauchte
Kühl- und Steuerluft F ACC gegen die Atmosphäre abzublasen.
Als klappenartige Absperrventile ausgebildet, könnten
betreffende zweite Ventile aber auch so örtlich - zwischen
dem Ringraum 32 und z.B. den Stützschaufeln 38 - ange
ordnet sein, daß sie in einer ersten Endsteilung die Luft
strömung aus dem Ringraum 32 in die Stützschaufeln 38 er
möglichen und in einer zweiten Endstellung die Schaufel
durchströmquerschnitte absperren. Stromab der Stütz
schaufeln 38 wäre dabei der betreffende Ringraum 32 immer
als geschlossen zu betrachten (Fig. 8).
Anstelle einer Ausbildung in Form von Absperrklappen
können die ersten und/oder zweiten Ventile als axial oder
in Umfangsrichtung verstellbare Ringschieber ausgebildet
sein, die mit Durchströmöffnungen ausgestattet sind,
die in einer ersten Endstellung des Ringschiebers
(Öffnungsstellung) mit Gehäuseöffnungen deckungsgleich
fluchten und in einer zweiten Endstellung abgesperrt
sind. Die ersten und/oder zweiten Ventile können aber
auch als Federteller-Ventile ausgebildet sein. Hierzu
wird auf Fig. 9 verwiesen, worin z.B. das betreffende
zweite Ventil 40 als Federteller-Ventil ausgebildet und
in einer an die Stützschaufel 38 seitlich außen sich an
schließenden zylindrischen Rohrführung 43 angeordnet ist.
Fig. 9 kennzeichnet die geöffnete Ventilstellung, in der der
von einer Rückstellfeder belastete Ventilteller 44 sich von
der Ventilsitzfläche abgehoben hat, um die Strömung F ACC
durch das Ventil 40 freizulegen.
Die genannten ersten und/oder zweiten Ventile können als
Funktion des Triebwerkszustandes (Beschleunigungs- bzw.
Wiederbeschleunigungsphase) vom Triebwerksregler ge
steuert werden.
Im Rahmen des Grundgedankens der Erfindung (Patentan
spruch 1) ist durchaus die Möglichkeit mit eingeschlossen,
den Sekundärkanal 8 (Fig. 10) gegenüber Fig. 1, worin
sich derselbe über die gesamte Triebwerksbaulänge er
streckt, verkürzt auszuführen und trotzdem die der Er
findung zugrunde liegende Aufgabenstellung im vollen Um
fange zu erfüllen.
Im vorliegenden Falle (Fig. 10) endet also der Sekundär
kanal 8 etwa unmittelbar am Beginn der hier z.B. diver
genten Turbinengehäusestruktur 10 der Niederdruckturbine
des Gasturbinenstrahltriebwerks.
Gemäß gestrichelter Kontur wäre es ferner durchaus im
Rahmen des Grundgedankens der Erfindung auch möglich,
den Sekundärkanal 8 sich geringfügig weiter axial, d.h.,
über die betreffende Turbinengehäusestruktur 10 hinweg
erstrecken zu lassen.
Im Hinblick darauf erstreckt sich also in Fig. 10 die
doppelwandige Innenstruktur 12′ von entsprechend örtlich
vorverlagerten Entnahmestellen (Öffnungen 34) über das
Sekundärkanalende hinweg sowie längs der Turbinengehäuse
struktur 10 unter Einschluß der in die doppelwandige
Innenstruktur 12′ integrierten Luftverteiler- und
-leitkammern 33, 36 im Sinne der Fig. 5; Fig. 10 kann
selbstverständlich im Sinne der Fig. 4, 6 und 7 modi
fiziert werden.
In Fig. 10 sind ferner erste und zweite Ventile 39, 50
gemeinsam bei einem Triebwerk vorgesehen und hier beide
als Klappenventile ausgebildet. Solange also die Aufprall
kühlung F voll wirksam sein soll, verbleibt die betreffende
Klappe 51 des Ventils 50 stets in der dargestellten
öffnungslage, so daß die verbrauchte Luft F ACC hier z.B.
unmittelbar gegen die Atmosphäre ausgeblasen werden kann,
ohne auf die insbesondere in Verbindung mit Fig. 1 ge
nannten hohlen Stützschaufeln 38 oder dergleichen ange
wiesen zu sein. Ventil 39 ist dabei geschlossen.
Die jeweils gestrichelt dargestellte Position der Klappen
51, 52 der Ventile 39, 50 verkörpert die mit Beginn einer
Triebwerksbeschleunigungsphase kurzzeitige Stör- bzw.
Unterbrechungsstellung der hoch-effizienten Aufprall
kühlung F über den im Wege des Ventils 39 aus dem Sekundär
kanal 8 zugeführten Störluftstrom St.
Der für die erfindungsgemäße Unterbrechung der Aufprall
kühlung F erforderliche Gegendruckaufbau im Ringraum 32
setzt voraus, daß das mindestens eine Ventil 39 einen
relativ zur Gesamtdurchströmfläche der Prallkühlbohrungen
11 hinreichend groß bemessenen Durchströmquerschnitt in den
Ringraum 32 bereitstellt. Der freie Gesamtdurchström
querschnitt z.B. der "hinteren" Stützschaufeln 38 (Fig. 8)
- sei es, ob darin Ventilklappen 42 integriert sind,
oder nicht - muß so groß bemessen sein, daß die er
wünschte Aufprallkühlung nicht beeinträchtigt wird.