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Einzelliger Silo
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Die Erfindung betrifft einen einzelligen Silo mit rechteckigem Grundriss
für spezifisch leichte Massengüter.
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Silos sind grosse Behälter für Massenware bzw. Schüttgut, beispielseise
für Getreide oder Zement. Sie bestehen im allgemeinen aus einer Vielzahl von Zellen,
die in wenigstens einer Reihe nebeneinander angeordnet sind. Der Grundriss des Silos
insgesamt ist also durch Trennwände in einzelne Silozellen unterteilt. Die Unterteilung
in mehrere bzw. eine Vielzahl von Zellen ist auch erforderlich, um verschiedene
Sorten des Schüttgutes getrennt lagern zu können. Die Ware, z.B. Getreide, muss
aus einer Silozelle entnommen, behandelt, z.B. getrocknet und sodann in eine andere
Zelle eingefüllt werden können. Auf diesen räumlichen, statischen und betrieblichen
Gesichtspunkt ist natürlich der Aufbau eines Mehrzelllensilos abgestellt.
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Ausser diesen vielzelligen Grossilos gibt es auch einzellige Silos;
besonders bekannnt sind einzellige Silos für Grünfutter-Silage in der Landwirtschaft.
Wegen des im gefüllten Silo auftretenden Seitendruckes sind einzellige Silos bisher
kreisrund im Grundriss. Derartige kreisrunde, also zylindrische Silobehälter, gibt
es aus Stahlblech, Holz, Kunststoff, aber auch aus zylinderausschnittförmigen Betonformsteinen
oder Stahlbetonfertigteilen. Als besonderer Mangel ist festzustellen, dass die zylindrischen
Silos architektonisch bzw. optisch nicht gut zu den vorhandenen Gebäudekomplexen
passen. Alle übrigen Gebäude eines Gebäudekomplexes haben rechteckige Grundrisse
und vertikale Wände; hierzu würde ein rechteckiger bzw. quadratischer Silo viel
besser passen als der übliche Rundsilo.
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Es gibt auch verhältnismässiy kleine Betriebe, in denen Massengut
gelagert oder bereitgehalten werden muss, welches relativ leicht ist. Bezüglich
der anfallenden Menge genügt ein einzelliger Silo. Weil einzellige Silos bisher
in runder Bauweise eingeführt sind, werden bisher runde einzellige Silos auch für
diese spezifisch leichten Massengüter aufgebaut, obwohl wegen des geringen spezifischen
Gewichtes nur ein entsprechend geringer Seitendruck auftritt. In diesem Fall wäre
es zwar möglich, einen rechteckigen bzw. quadratischen Silo zu bauen. Dieser müsste
aber aus Ziegelsteinen oder quaderförmigen Betonsteinen in herkömmlicher
Bauweise
gemauert oder in Ortbeton betoniert werden.
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Diese Bauweise wäre aber weit teurer als die eingeführte zylindrische
Bauweise. Zu erwähnen ist, dass es gerade bei relativ kleinen gewerblichen Betrieben
wichtig wäre, einen einzelligen Silo rasch aufbauen und eventuell an eine andere
Stelle des Betriebes versetzen zu können; der Silo sollte also relativ leicht montierbar
und demontierbar sein. Als anschauliches Beispiel seien sogenannte Spänesilos für
Schreinerel-Betriebe genannt, in welchen die bei Hobelmaschinen, Sägemaschinen,
Fräsmaschinen anfallenden Holzspäne gesammelt und aufbewahrt werden.
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In der Erkenntnis dieser Umstände, insbesondere des relativ geringen
Seitendrucks aufgrund des spezifisch geringen Gewichtes dieser Güter, liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, einzellige Silos mit rechteckigem Grundriss für
spezifisch leichte Massengüter bzw. Fertigbauteile hierfür zu schaffen, so dass
hierfür einzellige Silos kostengünstig, unkompliziert und schnell montiert und demontiert
werden können.
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Die Lösung dieser Aufgabe ist in den Patentansprüchen angegeben.
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Gemäss der Erfindung sind zur Lösung dieser Aufgabe drei Bauarten
einzelliger Silos bzw. drei Arten von Stahlbeton-Fertigteilen angegeben. Zur Vermeidung
von Wiederholungen wird auf die Ansprüche verwiesen.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung werden nachfolgend Ausführungsbeispiele
anhand der Zeichnung beschrieben.
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Fig.la, lb, lc, ld und le zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemässen Silos bzw. ein Stahlbeton-Fertigteil hierfür, und zwar Fig.la
im Grundriss Fig.lb in Seitenansicht (Pfeil Ib in Fig.l) Fig.lc in Perspektive.
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Fig.ld zeigt in Perspektive einen solchen Silo etwas ausführlicher.
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Fig.le zeigt ein silohohes Stahlbeton-Bauteil an einem Kranhaken hängend
und veranschaulicht somit die Montage bzw. Demontage eines solchen Silos.
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Fig.2a, 2b, 2c und 2d zeigen eine weitere Ausführungsform sowie das
entsprechende Stahlbeton-Fertigteil, wiederum Fig.2a im Grundriss, Fig.2b in Seitenansicht
(Pfeil IIb in Fig.2a) und Fig.2c in Perspektive.
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Fig.2d zeigt einen solchen Silo in grösserem Masstab, im Bau neben
einer Werkstatthalle.
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Fig.3a, 3b, 3c und 3d zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel, wiederum
Fig.3a im Grundriss Fig.3b in Seitenansicht (Pfeil IIIb in Fig.3) und Fig.3c perspektivisch.
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Fig.3d zeigt einen solchen Silo in der Montage begriffen.
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Das erfindungsgemässe Einzellensilo hat quadratischen bzw. rechteckigen
Grundriss und ist aus einzelnen, winkelförmigen bzw.
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U-förmigen Stahlbeton-Bauteilen zusammengesetzt.
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Gemäss Fig.la - le bestehen die Bauteile 1 aus zwei Schenkeln 2, die
einen rechten Winkel zwischen sich einschliessen. Die horizontale) Breite der Schenkel
2 entspricht der halben Seitenlänge des Silos. In der Ecke bzw. Kante 3 sind die
Bauteile verstärkt, wodurch sich ein diagonaler innerer Wandteil 4 ergibt. Diese
rechtwinkligen Stahibeton-Bauteile können in ihrer Länge der Höhe eines Silos von
beispielsweise 10 Metern entsprechen. Ein solcher Silo wird also im wesentlichen
von vier derartigen Winkelteilen gebildet. Hinzu tritt natürlich ein sockelförmiges
Unterteil 5 mit einer Eingangstür. In diesem Unterteil kann ein Entnahmetrichter
nebst Entnahmevorrichtung und zugehörigen Geräten untergebracht sein. In einem der
Bauteile ist oben die vorgeschriebene Öffnung 7 ausgespart. Der Silo wird mit einem
Dach 6 beliebiger, architektonisch passender Bausweise abgedeckt.Die Bauteile 1
können in an sich bekannter Weise mit Schwerlasttransportwagen vom Betonwerk zur
Baustelle transportiert und dort mit einem entsprechend schweren Baukran (Lasthaken
8) montiert werden. Es ergeben sich dabei vier vertikale Längsnähte 9 jeweils längs
des Stosses zwischen zwei Bauteilen 2 auf der Mitte jeder Siloseite. Längs dieser
Stossfuge 9 ist das vom Seitendruck der Füllung herrührende Biegemoment gleich null
und nimmt zu den Ecken auf einen Höchstwert zu; die Ecken sind entsprechend verstärkt(Wandteil
4). Die Stossfugen können
auf vielfältige Weise, beispielsweise
durch eine Zapfen-Nut-Verbindung miteinander verbunden sein. Man kann auch gegeneinander
ausgerichtete, horizontale Gewindebuchsen einbetonieren, in die ein Bolzen mit zwei
gegenläufigen Gewinden eingeschraubt wird.
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Man kann natürlich auch zwei oder mehr derartige Bauteile 1 übereinander
zu einem entsprechend höheren Silo zusammenfügen. Die Breite des Silos kann ca.
5m bis 6m, somit die Breite der Schenkel (halbe Silobreite) 2,5 m bis 3 m betragen.
Derartige Teile sind ohne weiteres, wie beschrieben, handhabbar.
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Gemäss Fig. 2a, 2b, 2c und 2d ist ein im Grundriss quadratischer Silo
aus im Grundriss U-förmigen Stahlbeton-Bauteilen zusammengesetzt. Der Steg 10 jedes
Bauteils 20 erstreckt sich dabei über die ganze Breite einer Silowand; die beiden
Schenkel 11 erstrecken sich jeweils über die halbe andere Silowand. Jedes Bauteil
20 weist also zwei Ecken bzw. zwei vertikale Kanten 12 auf, die ebenfalls innen
abgeschrägt und damit verstärkt sind.
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Diese Bauweise hat den Vorteil, dass sich an jedem Stockwerk oder
Abschnitt jeweils nur zwei Stossfugen 9 ergeben, die Montage an Ort und Stelle ist
also entsprechend einfacher. Die Bauteile erstrecken sich nur über einen Bruchteil
der Silohöhe; bei einer Fertigteilhöhe von zwei Metern erhält man somit mit fünf
Bauteilen übereinander einen zehn Meter hohen Silo. Die Bauteile werden jeweils
um 900 versetzt übereinander angeordnet, so dass also die Stossfuge 9 zwischen den
Schenkeln 11 jedes nächst höheren "Stockwerkes" jeweils über dem Steg 10 des nächst
tiefeiten (bzw. höheren) Bauteils 20 erscheint. Jede Stossfuge 9 (bis auf die des
obersten und des untersten Abschnitts) erstreckt
sich als zwischen
zwei U-Stegen 10. Hierbei können Zapfen an den Enden der Schenkel 11 in entsprechende
Ausnehmungen jeweils etwa auf der Mitte der Stege 10 eingreifen, womit sich die
Bauteile 20 gegenseitig verriegeln. An den Ecken der Bauteile 20 sind vorstehende
Bewehrungsstäbe 13 einbetoniert, die in entsprechende Buchsen oder Löcher 14 des
jeweils höheren Bauteiles eingreifen.
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Eine weitere Variante zeigen die Fig.3a, 3b, 3c und 3d. Dieser Silo
ist aus ebenfalls rechtwinkligen Bauteilen 30 zusammengegesetzt. Bei diesen Bauteilen
30 sind aber die Schenkel nicht gleich lang (bzw. gleich der halben Silobreite),
sondern jedes Bauteil hat einen längeren Schenkel 15 und einen kürzeren Schenkel
16, die sich beide zusammen zu der vollen Silobreite ergänzen. Diese Bauteile erstrecken
sich wiederum nur über einen Bruchteil der Silohöhe. Somit tritt auf jeder Silowand
in jedem Stockwerk oder Höhenabschnitt je eine Stossfuge 9 auf, die Stossfugen 9
sind aber seitlich gegeneinander versetzt. Es ergibt sich somit ein interessantes
optisches Muster. Dieser optische Effekt kann durch besondere Farb- und Mustergestaltung
noch gesteigert werden.
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Bezugszeichenliste 1,20,30 Bauteil 2 Schenkel von 1 3 Kante von 1
4 innerer Wandteil an Ecken von 1,20,30 5 Unterteil 6 Dach 7 Öffnung 8 Lasthaken
9 Längsnaht/Stossfuge 10 Steg von 20 11 Schenkel von 20 12 Kante von 20 bzw. 30
13 Bewehrungsstab in Kante von 20 bzw. 30 14 Löcher in Kante von 20 bzw. 30 15 längerer
Schenkel von 30 16 kürzerer Schenkel von 30
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