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Wiegeeinrichtung für Fahrzeuge u: dgl. Den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung bildet ein Fahrzeug, auf dem mehrere Wiegevorrichtungen vorgesehen sind,
um die Abnehmer der Ladung in die Lage zu versetzen, das Gewicht der Ladung oder
eines Teiles derselben bei der Abnahme festzustellen. Es werden hierbei an Stelle
der sonst üblichen Laufgewichtswaagen Flüssigkeitswaagen verwendet, bei denen die
durch das unvermeidliche Spiel der üblichen Übertragungsmittel entstandenen Fehlerquellen
vermieden werden. Zu diesem Zweck ist zur Aufnahme der Flüssigkeit ein Sammelbehälter
vorgesehen, sowie die Waagen anstatt mit an den Wiegebalken pendelnd aufgehängten
Flüssigkeitsbehältern versehen, welche durch Röhren mit dem Sammelbehälter verbunden
sind. Hierbei wird die überschüssige Flüssigkeit an den Waagen selbsttätig zu dem
Sammelbehälter zurückgeführt bzw. die zum Gleichgewicht der Waage noch fehlende
Flüssigkeit dem Sammelbehälter entzogen und den Waagen automatisch zugeführt, bis
das Gleichgewicht zwischen Fahrzeugladung und den Waagengewichten hergestellt ist.
Die verschiedenen Waagen sind zwischen Kastenboden und Wagenuntergestell pendelnd
aufgehängt, so daß sie sich selbsttätig, sobald sie in Wiegestellung gebracht werden,
horizontal einstellen. Durch die im Sammelbehälter nach der selbsttätigen Gleichgewichtseinstellung
noch verbleibende Flüssigkeit kann das Gewicht der Ladung festgestellt werden, zu
welchem Zweck der Behälter ebenfalls an einer besonderen Waage oder an deren Wiegebalken,
welcher anderseits mit Laufgewicht versehen sein kann, aufgehängt ist.
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Dem Wesen nach kann der vorliegende Erfindungsgegenstand auch bei
stationären Waagen, Kranwaagen, Eisenbahnwaagen usw. sowie bei allen möglichen Wiegeeinrichtungen
Anwendung finden: Die Bewegung der Flüssigkeit erfolgt durch eine in irgendeiner
Weise betriebene gleichmäßig arbeitende Pumpe, deren Saug- und Druckrohr mit den
Flüssigkeitsbehältern der einzelnen Waagen in Verbindung stehen.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen
Ausführungsart dargestellt.
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Die Abb. r, 2 ünd 3 zeigen die Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes
in einer Seitenansicht mit teilweisem Schnitt, im Querschnitt und in der Draufsicht,
während in-Abb. q. ein teilweiser Schnitt durch den an den Wiegebalken der Waagen
aufgehängten Flüssigkeitsbehälter dargestellt ist.
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Die Abb. 5, 6 und 7 zeigen die Ausgestaltung der den Sammelbehälter
aufnehmenden besonderen Waage in Seitenansicht, Stirnansicht und Draufsicht, und
Abb. ß zeigt eine in der besonderen Waage angeordnete Verteilungskammer im Längsschnitt
und in zwei wagerechten Schnitten.
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An den Wiegebalken z ist mittels einer Schneide 2 ein Flüssigkeitsbehälter
3 pendelnd aufgehängt. Von einem Sammelbehälter q. (s. Abb. 5 und 7) führen nun
die Röhren 5 und 6 bzw. die mit diesen beweglich verbundenen Röhren
7,
8 zu der Waage (Abb. i bis 3). Diese Röhren 7 und 8 münden. in ein gemeinsames Standrohr
g, in welches noch ein zweites Rohr io geschoben ist. In das äußere Rohrg mündet
das unter Druckwirkung stehende Rohr 7, während in dem Rohr $ Saugwirkung herrscht.
Am unteren Ende der Röhre g und io sind Öffnungen vorgesehen, über welche ein gemeinsamer
Schieber m geschoben ist, welcher seinerseits mittels eines Querstückes 12, einer
Stange 13 und eines mit Druck des Waagebalken betätigten Hebels 14 verschoben wird.
Die Röhren 7 und 8 sind mit dem Waagengerippe fest verbunden und schwingen nicht
mit dem Wiegebalken.
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Sobald in dem Behälter 3 zu wenig Flüssigkeit ist, d. h. die an den
Wiegehebeln angreifende Last des Fahrzeugkastens größer ist als das Gewicht des
Behälters 3, so bewegt sich derselbe nach oben. Hierdurch bewegt der Hebel 14 durch
die Stange 13 und Verbindungsstück 12 den Schieber ii nach unten und öffnet die
oberen Öffnungen 15 des Standrohres g. Diese stehen aber mit der Druckröhre 7 in
Verbindung, und es tritt somit so lange Flüssigkeit in den Behälter 3, bis die Gleichgewichtslage
des Wiegebalkens i erreicht ist, d. h. der Schieber ii die Öffnung 15 wieder verdeckt.
Ist zu viel Flüssigkeit in den Behälter 3 gelangt, so senkt sich derselbe, wodurch
der Schieber ii die unteren öffnungen 16 des Innenrohres io öffnet, wodurch Flüssigkeit
durch das Saugrohr 8 abgesaugt wird, und zwar wieder so lange, bis das Gleichgewicht
hergestellt ist. Der Schieber ii kann mit etwas Spiel über das Rohr io geschoben
sein, so daß eine Störung des Wiegebalkens durch die Reibung desselben nahezu vermieden
ist. Die Schlitze 15 und 16 sind oben und unten etwas versenkt, so daß in der Nähe
der Gleichgewichtslage die Flüssigkeitsbewegung langsamer stattfindet. Die Bewegung
des Wiegebalkens i wird oben und unten durch leichte Federn begrenzt, so daß dieser
keinen zustarken Ausschlag bekommt, während er in der Mittellage frei schwingen
kann. Die Standrohre g und io samt dem Schieber ix tauchen in das etwas weiter gehaltene
Rohr 17 ein, welches mit dem Flüssigkeitsbehälter 3 durch Öffnungen 18 und ig in
Verbindung steht. In der Ruhelage der Waage, d. h. beim Fahren, ist das Rohr 17
durch einen dicht schließenden Verschlußdeckel 2o abgeschlossen.
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Wie im vorstehenden schon erwähnt, stehendie Flüssigkeitsbehälter
3 der einzelnen Waagen durch Röhren 5 und 6 mit dem Sammelbehälter q. in Verbindung.
Zur Anschließung aller Druck- und Saugröhren sämtlicher Waagen ist eine Zentralkammer
21 (Abb. 8) vorgesehen, in deren Raum 22 sämtliche Druckröhren münden, während an
den Raum 23 sämtliche Saugröhren angeschlossen sind. An diese beiden Räume 22, 23
ist die schon in der Einleitung erwähnte Pumpe angeschlossen, und zwar an die Öffnungen
24 und 25, wobei diese jeweils in 22, 23 Druck- bzw. Saugwirkung herstellt. Durch
Ventile 26, 27 und die Röhren 28, 29 ist die Verteilungskammer 21 mit dem Sammelbehälter
q. der Zentralwaage (Abb. 5 bis 7) in Verbindung.
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Mit dieser Einrichtung wird also eine Flüssigkeitsverteilung bewirkt,
die jeweils von dem Gleichgewicht der verschiedenen Waagen abhängig ist. Nachdem
die Gleichgewichtslage sämtlicher Waagen erreicht ist, wird die im Sammelbehälter
q. noch verbleibende Flüssigkeit mittels des Wiegebalkens 3o der Zentralwaage und
des Laufgewichtes 31 gewogen. Zur tewegung des Laufgewichtes 31 ist ein Handrad
32 vorgesehen, mit Hilfe dessen' der Wiegebalken3o ins Gleichgewicht gebracht wird
-und welches zugleich ein Zählwerk 33 bewegt, von welchem das Endergebnis der Wägung
angezeigt wird. Durch die Zunge 34- wird hierbei die Gleichgewichtslage des Wiegebalkens
3o der Zentralwaage erkenntlich gemacht.
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Die Art der Flüssigkeit ist für das Wesen der Erfindung gleichgültig,
am vorteilhaftesten wird sich aber Glyzerin hierfür eignen.
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Beim Tarieren des unbeladenen Gefährts wird der Zähler 33 auch wieder
abgeschaltet und auf o eingestellt. Sodann wird die Zentralwaage durch einen Hebelmechanismus
in Wiegestellung gebracht, ebenfalls die einzelnen Waagen. Hierauf wird die Pumpe
in Tätigkeit gesetzt, bis die Gleichgewichfslage der einzelnen Waagen erreicht ist,
d. h. eine Flüssigkeitsbewegung in den Röhren nicht mehr stattfindet, was durch
Schaugläser o. dgl. sichtbar gemacht werden kann. Nachdem durch das Handrad
32 auch die Gleichgewichtslage der Zentralwaage hergestellt ist, wird der
Zähler 33 wieder eingeschaltet.
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Der Wiegevorgang mit beladenem Fahrzeug ist analog, doch mit eingeschaltetem
Zähler. Hierbei wird entsprechend der auf die Waagen wirkenden Last die Flüssigkeit
vom Sammelbehälter4. zu denBehältern 3 der einzelnenWaagen gepumpt, wo dann nach
Erreichung des Gleichgewichts das Nettogewicht der Last abgelesen werden kann.
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Die Ungenauigkeit durch Wärmeausdehnung der Flüssigkeit in den Rohren
kann leicht durch einen Expansionsapparat aufgehoben werden.
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Durch das Eintauchen der Röhren in die Flüssigkeitsbehälter der Waagen
wird Flüssi&-keit verdrängt, welcher Mißstand Ungenauigkeiten beim Wiegen hervorrufen
könnte, was aber, wenn die Röhren und Behälter gleichmäßigen Querschnitt haben,
d. h. prismatisch bzw. zylindrisch sind, für das Wiegeergebnis keinen Einfluß hat,
weil die dadurch hervorgerufene Nebenwirkung jeweils proportional und beim Eichen
berücksichtigt ist. Durch das Eintauchen der nicht mit dem Wiegebalken schwingenden
Röhren wird die Bewegung der ersteren
nur gedämpft, aber nicht gehemmt,
wobei außerdem ein ruhiges Einspielen begünstigt wird. Die Flüssigkeitsbehälter
3 und q. sind mit durchbrochenen senkrechten Zwischenwänden versehen, so daß beim
Fahren ein zu starkes Schlagen der Flüssigkeit vermieden wird, während durch die
Ventile 26 und 27 ein Umlauf der Flüssigkeit nur ermöglicht wird, wenn die Pumpe
arbeitet. Beim Außerbetriebsetzen der ganzen Wiegeeinrichtung werden auch hier sämtliche
Wiegehebel sowie die aufgehängten Flüssigkeitsbehälter von den Pfannen bzw. Schneiden
abgehoben und festgehalten. Die Regulierung des Zu- und Abflusses der Flüssigkeit
der einzelnen Behälter der Waagen kann auch von einer Zentralstelle aus betätigt
werden, zu welchem Zweck beispielsweise auch elektromagnetische Einrichtungen Verwendung
finden können.