DE3422271A1 - Bohrlochuntersuchungsverfahren - Google Patents
BohrlochuntersuchungsverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Untersuchung von
Bohrlöchern und unzugänglichen Hohlräumen, vorzugsweise zur Untersuchung von Erkundungs- und Gasbohrlöchern im Steinkohlenbergbau,
bei dem das Bohrloch im zu untersuchenden Bereich ausgeleuchtet und das Bild zum Bohrlochmund oder einer Auswertestation
übertragen wird. Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Untersuchung von Bohrlöchern und unzugänglichen
Hohlräumen mit einem Hohlrohr zugeordneten Versorgungskabeln, einer Beleuchtungs- sowie einstellbaren Aufnahmevorrichtung.
Bohrlöcher werden zur Gewinnung beispielsweise von Öl oder Gas,
zur Erkundung des umliegenden Bereiches oder für ähnliche Zwecke in das Gebirge eingebracht. Je nach Aufgabe, können derartige
Bohrlöcher mehrere Meter oder gar mehrere hundert Meter lang sein. Hierbei wird sowohl das Bohrklein oder der herausgebohrte
Kern zum Aufschluß der Gebirgsbeschaf fenheit oder der Lage von Mineralien untersucht, als auch die Bohrlochwandung. Gerade
letztere gibt einen genauen Aufschluß, insbesondere dann, wenn Kernbohrungen nicht durchgeführt werden können. Auch Produktionslöchern,
wie beispielsweise Gasbohrlöcher, werden im Steinkohlenbergbau mit untersucht, um Aufschluß über die Beschaffenheit
des Gebirges zu erhalten. Insbesondere in der Großbohrlochtechnik, d.h. bei Öl- und Gasgewinnungsbohrungen
von über Tage aus, werden Bohrlochuntersuchungen mit Hilfe von Fernsehkameras durchgeführt. Hierzu wird eine derartige Kamera
in das Bohrloch abgesenkt, wobei gleichzeitig über eine Beleuchtungsvorrichtung für eine ausreichende Ausleuchtung des zu untersuchenden
Bereiches Sorge getragen wird. Nachteilig bei derartigen Einsätzen ist, daß die Kosten für derartige Kameras
sehr hoch sind, daß ihre Aussagekraft nur bei ausreichender Ausleuchtung aussreichend ist und daß beim Einsatz sehr vorsichtig
gearbeitet werden muß, um den Betrieb derartiger
Überwachungsvorrichtungen nicht zu gefährden. Wegen des hiermit verbundenen Aufwandes werden derartige Bohrlochuntersuchungsverfahren
daher nur in beschränktem Umfange vorgenommen, wobei sie im untertägigen Steinkohlenbergbau bei den kleinkalibrigen
Bohrungen nicht Verwendung finden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vereinfachtes und sicheres Überwachungsverfahren und eine zur Durchführung
'dieses Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen, mit denen Bohrlochuntersuchungen auch in kleinkalibrigen Erkundungsund
Gasbohrlöchern vorgenommen werden können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das notwendige
Licht durch Glasfasern in das Bohrloch und das Bild mit Hilfe von Glasfiber-Leitkabeln aus dem Bohrloch übertragen
werden.
Grundsätzlich ist es bekannt, mit Hilfe derartiger Glasfaserkabel im Bereich der Medizin und auch der Werkstoffprüfung
schlecht zugängliche Bereiche zu untersuchen. Bisher sind derartige Verfahren aber ausschließlich für derart kurze Wege
zum Einsatz gekommen und für verhältnismäßig enge Räume und damit begrenzte Flächen, Das erfindungsgemäße Verfahren ist
gerade im Steinkohlenbergbau, beispielsweise beim Einsatz in Gasbohrlöchern, von erheblichem Vorteil, weil die Lichtquelle
außerhalb des Bohrloches angeordnet ist, wobei aufgrund der Kaltlichtbeleuchtung eine Zündgefahr ausgeschlossen ist. Mit
verhältnismäßig kleinem Aufwand kann so in mittel- bis kleinkalibrige
Bohrungen Licht in den Unterschungsbereich gebracht werden, so daß mit Hilfe von optischen Geräten das Bild an
den Bohrlochmund übertragen werden kann, oder aber, wie geschildert, vorteilhaft mit Hilfe von Glasfiber-Leitkabeln. Aufgrund
der vorteilhaft gleichmäßigen und guten Ausleuchtung und der
— 5 —
Verwendung der Glasfiber-Leitkabel kann ein sehr genaues Bild
der Bohrlochwandung auch über große Entfernungen dort, hingebracht
werden, wo eine Auswertung der Bilder erfolgen kann. Auf diese Weise erhält man Aufschluß über die Lage von Mineralien,
die Schichtung des Gebirges sowie letztlich auch über die Dichte bzw. Porosität des Gebirges und die Beschaffenheit
der Bohrlochwandung. Auch eine Kontrolle der Bohrlochverrohrung, z. B. bei Gefrierbohrlöchern, wird auf diese Weise möglich.
Nach einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung wird die
Lichtenergie im Bereich des zu untersuchenden Bohrlochabschnittes teilweise in elektrische Energie umgewandelt und
zum Betreiben von Meßfühlern, vorzugsweise Sensoren verwendet. So ist es möglich, genaue Ergebnisse sowie Dichte, die
Porosität und die Leitfähigkeit des Gebirges zu erhalten. Diese Daten werden ebenfalls über die Glasfiber-Leitkabel
als Lichtimpulse zur Auswertestation geleitet. Vorteilhaft dabei ist die Genauigkeit der Meßwerte sowie ihre Aktualität,
weil sie praktisch im gerade angegriffenen bzw. angefahrenen Gebirge ermittelt werden können.
Zur Durchführung des Verfahrens dient eine Vorrichtung, bei dem Versorgungskabel, eine Beleuchtungs- sowie eine einstellbare
Aufnahmevorrichtung einem Hohlrohr zugeordnet sind. Erfindungsgemäß ist hierzu weiter vorgesehen, daß die Versorgungs-
und Übertragungkabel als Glasfaser-Lichtwellenleiter-Kabel ausgebildet und in einem in das Bohrloch einführbaren
Hohlrohr verlaufend angeordnet sind und daß die Beleuchtungsvorrichtung am außerhalb des Bohrloches befindlichen Ende des
Versorgungskabels positioniert ist. Über das entsprechend als Glasfaserkabel ausgebildete Versorgungskabel wird die notwendige
Lichtenergie von der außerhalb des Bohrloch angeordneten Beleuchtungsvorrichtung aus ins Bohrloch geleitet, um
hier für die zur Überwachung notwendige Ausleuchtung des jeweiligen Bohrlochabschnittes zu sorgen. Dabei sind sowohl
ß- 6 -
die Kabel wie auch die Aufnahmevorrichtung sicher in dem Hohlrohr angeordnet, und mit diesem zusammen jeweils in die Position
zu bringen, die zur Untersuchung eines jeweiligen Bohrioc habschnittes notwendig ist. Da die Kabel und die Aufnahmevorrichtung
im Hohlrohr liegen, ist eine Beschädigung auch bei nicht glatter Bohrlochwandung ausgeschlossen.
Um neben der visuellen Überwachung und Untersuchung des Bohrloches
auch gleichzeitig weitergehende Detailuntersuchungen vornehmen zu können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der
Aufnahmevorrichtung Sensoren zugeordnet sind, die über dem
Versorgungskabel zugeordnete Fotodioden gespeist sind. Auf diese Weise kann vor Ort, d.h. im Bohrloch ein Teil der Lichtenergie
in elektrische Energie umgewandelt werden, um damit dann die Sensoren zu betreiben, mit deren Hilfe die Dichte,
die Porosität und die Leitfähigkeit sowie gegebenenfalls
weitere Daten ermittelt werden können.
Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann das Bohrloch
Abschnitt für Abschnitt und in jedem Bereich genau untersucht
werden, wobei die genaue Verschiebung bzw. Verdrehung des Hohlrohres dadurch möglich wird, daß das Hohlrohr als begrenzt
flexibler Kunststoffschlauch ausgebildet ist. So ist es beispielsweise
möglich, abgewinkelte Bohrlöcher oder aus der Richtung gelaufene Bohrlöcher ebenfalls genau zu untersuchen,
weil das Hohlrohr die Abwinklung des Bohrloches ohne weiteres und ohne Beeinflussung der Vesorgungs- und Übertragungskabel
sowie der übrigen Einrichtung nachvollziehen kann.
Der technische Fortschritt der Erfindung liegt insbesondere darin, daß auch für klein- und mittelkalibrige Bohrlöcher
ein genau arbeitendes Untersuchungsverfahren und eine dazu geeignete Vorrichtung geschaffen ist. Der dafür notwendig
werdende Aufwand ist begrenzt, wobei zusätzlich der Betriebsaufwand sehr gering ist, weil Beschädigungen an der Vorrichtung
beim erfindungsgemäßen Verfahren kaum auftreten können.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes
werden anhand der nachfolgenden einzigen Figur erläutert.
In das ins Gebirge eingebrachte Bohrloch 1 ist ein vom Bohrlochmund
2 bis zum Bohrlochtiefsten 3 reichendes Hohlrohr 6 eingeführt, das im Abstand zur Bohrlochwandung 4 gehalten
wird, um mit Hilfe der Überwachungsvorrichtung die Bohrlochwandung rundum ablichten zu können.
In dem Hohlrohr 6 ist eine Aufnahmevorrichtung 7 angeordnet, so daß die Bohrlochwandung 4 kontinuierlich abgeleuchtet
werden kann, während mit Hilfe der Beleuchtungsvorrichtung 8 eine ausreichende Ausleuchtung des jeweils untersuchten Abschnittes
gewährleistet ist. Bei der Beleuchtungsvorrichtung 8 handelt es sich um eine außerhalb des Bohrloches 1
angeordnete Lampe, die die notwendige Lichtenergie über
das Versorgungskabel 9 - ein Glasfaser-Lichtwellenleiter-Kabel - in das Bohrloch bringt. Dieses Versorgungskabel 9
ist so an der Wandung des Hohlrohres 6 befestigt, daß die Enden der einzelnen Glasfasern senkrecht oder in einem vorgegebenen
Winkel dazu stehen. Eine gezielte Ausleuchtung des Untersuchungsbereiches ist so gegeben.
Die aufgenommenen Bilder werden über die Aufnahmevorrichtung bzw. das Übertragungskabel 10 in den Bereich des Bohrlochmundes
2 gebracht, um hier über das Okkular 13 direkt ausgewertet oder zu einer Auswerteeinheit weitergeleitet zu werden.
Über den Übertragungsanschluß 14 kann die Verbindung zu einer solchen Auswerteeinheit hergestellt werden. Im Be-
reich des ftfoertragungskabels 10 bzw. des Versorgungskabels
können Sensoren 11 angeordnet werden, mit deren Hilfe weitere Daten aus dem Bohrloch ermittelt und zum Bohrlochmund 2 gebracht
werden. Diese Sensoren 11 v/erden beispielsweise über Fotodioden 12 gespeist, die mit Hilfe eines Teill ichtStroms
die notwendige elektrische Energie für die Sensoren erzeugen.
1 Bohrloch
2 Bohrlochmund
3 Bohrlochtiefstes
4 Bohrlochv/andung
6 Hohlrohr
7 Aufnahmevorrichtung
8 Beleuchtungsvorrichtung
9 Versorgungskabel
10 Übertragungskabel
11 Sensor
12 Fotodiode
13 Okkular
14 Übertragungsanschluß
- Leerseite -
Claims (5)
1. Verfahren zur Untersuchung von Bohrlöchern und unzugänglichen Hohlräumen, vorzugsweise zur Untersuchung von Erkundungs-
und Gasbohrlöchern im Steinkohlenbergbau, bei dem das Bohrloch im--zu untersuchenden Bereich ausgeleuchtet
und das Bild zum Bohrlochmund oder einer Ausswertestation übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß das
notwendige Licht durch Glasfasern und das Bild mit Hilfe von Glasfiber-Leitkabeln übertragen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lichtenergie im Bereich des zu untersuchenden Bohrlochabschnittes teilweise in elektrische Energie umgewandelt und
zum Betreiben von Meßfühlern, vorzugsweise Sensoren verwendet wird.
— 2 —
3. Vorrichtung zur Untersuchung von Bohrlöchern und unzugänglichen
Hohlräumen mit einem Hohlrohr zugeordneten
Versorgungskabeln, einer Beleuchtungs- sowie einstellbaren Aufnahmevorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 und Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Versorgungs- und Übertragungskabel (9, 10) als
Glasfaser-Lichtwellenleiter-Kabel ausgebildet und in einem in das Bohrloch (1) einführbaren Hohlrohr verlaufend angeordnet sind, und daß die Beleuchtungsvorrichtung (8) am außerhalb des Bohrloches befindlichen Ende des Vo rsorgungskabels positioniert ist.
Versorgungskabeln, einer Beleuchtungs- sowie einstellbaren Aufnahmevorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 und Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Versorgungs- und Übertragungskabel (9, 10) als
Glasfaser-Lichtwellenleiter-Kabel ausgebildet und in einem in das Bohrloch (1) einführbaren Hohlrohr verlaufend angeordnet sind, und daß die Beleuchtungsvorrichtung (8) am außerhalb des Bohrloches befindlichen Ende des Vo rsorgungskabels positioniert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Aufnahmevorrichtung (7) Sensoren (11) zugeordnet sind, die über dem Versorgungskabel (9) zugeordnete Fotodioden
(12) gespeist sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Hohlrohr (6) als begrenzt flexibler Kunststoffschlauch
ausgebildet ist.
— 3 —
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