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Messerhalterung für den Schrägschnittmesserkopf einer Holz-
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zerspanungsmaschine Die Erfindung betrifft eine Messerhalterung für
den Schrägschnittmesserkopf einer Holzzerspanungsmaschine , vorzugsweise bestückt
mit nachschleifbaren Streifenmessern, welche fast auf der gesamten Länge ihrer Schneidkanten
schneiden und an ihren Spanablaufflächen angeformte Rippen mit Ritzerspitzen aufweisen.
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Derartige Messer werden auch als "Vollschnittmesser mit integrierten
Ritzern"bezeichnet, im Gegensatz zu Kamm-Messern, die nur auf der Hälfte ihrer Länge
schneidend wirksam sind.
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DE-PS 28 18 143 zeigt ein solches Vollschnittmesser. Die von diesen
Messern bezogene Schnittkraft ist wesentlich größer als bei Kamm-Messern. Die vom
Fliehkeil aufzubringende Klemmkraft muss entsprechend stärker sein. Bei Spitzenbelastung,
z.B. bei verstopften Spanräumen, Einwirkung von Fremdkörpern etc, kann die bezogene
Schnittkraft so groß werden, daß die Messerkopfwangen aufbäumen oder der Fliehkeil
gegen sein Federpaket nach innen zurückgeschoben wird. Das hat meist zur Folge ,
daß der Messerhalter aus seiner Halteleiste herausrutscht, wodurch u.U.
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schwere Beschädigungen verursacht werden.
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Bei Einsatz von Vollschnittmessern mit integrierten Ritzern ist es
ferner erforderlich, die Gleitfläche am Fliehkeil und die Magnetplatte der Schleifmaschine
mit Nuten zur Aufnahme der Ritzerrippen zu versehen.
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Um derartige Vollschnittmesser möglichst kostengünstig herstellen
zu können, wird eine Toleranz der Ritzerrippenabstände von + 0,3 mm zugelassen.
Die Nuten in der Gleitfläche am Fliehkeil müssen entsprechendes Spiel aufweisen,
in denen sich im Verlauf einer Standzeit Staub ablagert, der nach und nach einen
harten Belag bildet. Dieser Belag muss vor dem Nachschliff des Messers entfernt
werden , weil die Ritzerrippen allenfalls zufällig wieder in die Nuten gelangen
, in denen sie zuvor lagen.
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Die bekannten Messerhalterungen unterscheiden sich u.a. nach der Lage
des Messers im Schrägschnittmesserkopf. Das Messer kann entweder zwischen Messerkopfwange
und Messerhalter geklemmt werden, wobei letzterer dem Fliehkeil anliegt, oder zwischen
Fliehkeil und Messerhalter , der seinerseits der Messerkopfwange anliegt.
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Beide Messerhalterungen wurden nicht speziell für die Aufnahme
von
Vollschnittmessern mit integrierten Ritzern entwickelt, sondern für Kamm-Messer,Doppel-Kamm-Messer
und Xtreifenmesser mit separaten Ritzern. Sie sind somit für Vollschnittmesser mit
integrierten Ritzern nur bedingt geeignet.
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Die gebräuchlichste Messerhalterung, bei der der Messerhalter der
Messerkopfwange anliegt, z.B. entsprechend DE-AS 26 48 231, Fig. 1, hat sich jedoch
bei Einsatz von Vollschnittmessern mit integrierten Ritzern insoweit bewährt, als
das in den Spanraum einschießende Material, darunter Fremdkörper etc, zunächst auf
die Spanleitfläche des im Messergrund fest verankerten Messerhalters aufprallt,wobei
es den größten Teil seiner Bewegungsenergie verliert. Dadurch wird die Gefahr, daß
der Fliehkeil nach innen gedrückt wird, wesentlich vermindert. Außerdem kann bei
dieser Messerhalterung die Selbsthemmung des Fliehkeils durch konische Ausbildung
des Messerhalters in dessen oberen Bereich gezielt beeinflusst werden. Auch der
freie Messervorstand auf der Spanablauffläche des Messers kann entsprechend den
Anforderungen an die Spanform verändert werden.
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Als nachteilig wird angesehen , daß das Messer bei jedem Messerwechsel
durch Lösen von zwei Schrauben vom Messerhalter getrennt werden muss , bevor es
gesäubert und geschliffen wird. Dieser Arbeitsgang ist notwendig, weil bei Schrägschnittmesserköpfen,
o Schrägschnitt z.B. 14 , Messervorstand gegenüber der Messerwelle 1,0 mm , die
voreilende Schneide um 1,2 mm , die nacheilende Schneide aber um 1,5 mm vorgestellt
werden muss. Die parallel zur Oberkante verlaufende Unterkante des Messerhalters
kann hierbei in der Schleifmaschine nicht als Anschlag benutzt werden, weil sonst
die Schneidkante des Messers konisch geschliffen würde. Nachteilig ist ferner ,
daß der Messerhalter bei der Entnahme aus dem Messerkopf zunächst eine Kippbewegung
vollziehen muss, damit die Halteleiste zur Me ss erhalt er nut den Messerhalter
freigeben kann. Diese Kippbewegung macht ein bestimmtes Spiel erforderlich, so daß
die Messervorstände nie exakt reproduzierbar sind. Bei dieser Art der Messerhalterung
kann es vorkommen, daß beim Einsetzen des Messerhalters dessen Messerhalternut nicht
richtig einrastet, wobei dennoch der Fliehkeil nach Rücknahme der Niederdrücker
fast in Arbeitsposition gelangt. Dieser Bedienungsfehler ist schwer zu erkennen.
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Messer in Schrägschnittmesserköpfen unterliegen unterschiedlichem
Schneidenuersatz vom voreilenden zum nacheilenden Messerende. In der Schleiferei
werden üblicherweise die Schneidkanten der Messer gegen einen entsprechenden Anschlag
gepresst. Unterschiedlicher Schneidenversatz führt nach einer entsprechenden Zahl
von Nachschliffen eines Messers dazu , daß die Schneide konisch verläuft. Bei Vollschnittmessern
mit integrierten Ritzern ist dies besonders nachteilhaft, weil es vorkommen kann,
daß hierdurch die Ritzerrippen nicht mehr in die Nuten in der Gleltfläche am Fliehkeil
hineinpassen und das Messer bricht.
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Im Herstellerwerk werden die Messer üblicherweise unter mechanischem
Klemmdruck geschliffen. Vollschnittmesser mit integrierten Ritzern neigen dazu,
anschließend leicht aufzufedern. Es kommt vor, daß die Klemmkraft der Magnetplatte
der Schleifmaschine nicht ausreicht , diese Auffederung voll zu kompensieren. Das
beeinflusst die Qualität des Messerschliffs.
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Schließlich beeinflußt bei der Messerhalterung gemäß DE-AS 26 48 231
die Lage der Halteleiste im Messerkopfgrund die max. mögliche Messerbreite, die
hierbei statt 80 mm z.B. nur 57 mm beträgt.
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Demgegenüber lässt die Messerhalterung gemäß DE-PS 31 20 249 größere
Messerbreiten bis etwa 80 mm zu. Messer und Messerhalter können unmittelbar nach
der Entnahme aus dem Messerkopf ohne Lösen von Schrauben voneinander getrennt werden.
Der Messerhalter kann sogar für mehrere Standzeiten im Messerkopf verbleiben bevor
er entnommen und gesäubert werden muss.
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Als schwerwiegender Nachteil wird jedoch angesehen , daß das in den
Spanraum einschießende Material, z.B. Fremdkörper ,Aste etc direkt auf den Fliehkeil
aufprallt bzw. auf die mit ihm fest verschraubte Verschleißleiste, wobei der Fliehkeil
mit den eingangs dargestellten Folgen zurückgedrückt werden kann.
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Die Selbsthemmung des Fliehkeils kann nicht beeinflußt werden weil
das Messer diesem direkt anliegt. Nur durch Ersatz der mit dem r ziehkeil fest verschraubten
Verschleißleiste kann der freie Messervorstand an der Spanablauffläche des Messers
verändert werden, eine Nachstellmöglichkeit ist nicht gegeben. Zur Entnahme des
Messers muss der Messerhalter gekippt werden. Der konische Schliff lasst sich nur
bei entsprechendem
Aufwand vermeiden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die beiden vorgenannten
Messerhalterungen unter Beibehaltung ihrer jeweiligen Vorteile so weiterzuentwickeln,
daß insbesondere der besonderen Formgebung des Vollschnittmessers mit integrierten
Ritzern Rechnung getragen wird, d.h. , das Messer soll ohne Kippbewegung entnommen
werden können, Bedienungsfehler beim Einsetzen des Messers sollen sofort erkannt
werden, die Nutung von Magnetplatte und Fliehkeil soll entfallen, und alle Messer
sollen unter mechanischer Flächenpressung stets parallel zu ihrer Unterkante geschliffen
werden ,ohne hierbei die Schneidkanten gegen einen Anschlag pressen zu müssen.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe durch Anbringung einer Messerbrustplatte
zwischen Messer und Gleitfläche am Fliehkeil bzw.
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an der mit dem Fliehkeil fest verschraubten Verschleißleiste.
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Diese relativ dünne Messerbrustplatte entspricht in ihrer Formgebung
einer Matrize, in welche das Vollschnittmesser mit integrierten Ritzern genau hineinpasst.
Messerbrustplatte mit Vollschnittmesser werden mit mindestens zwei Schrauben fest
miteinander verbunden. Sie bleiben stets zusammen , bis das Messer nach Erreichung
seiner Restbreite ausgesondert werden muss.
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Insbesondere beim Schleifen bleiben alle Verbindungsschrauben fest
angezogen. Lediglich zur Einstellung des Messervorstandes, vorzugsweise vor dem
Nachsch 1 i ff, werden die Verbindungsschrauben kurzeitig gelöst. Die zur Oberkante
der Messerbrustplatte konisch verlaufende Unterkante wird in der Schleifmaschine
als Anschlagkante benutzt, wobei die entsprechende Anschlagleiste in der Schleifmaschine
ihre feste Lage stets beibehält.
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Die Messerbrustplatte ist mit Langlöchern und Verbindungsschrauben
versehen,über die der gewünschte Messervorstand eingestellt wird. In ihrem unteren
Bereich erhält die Messerbrustplatte zwei Passlöcher, in welche Indexstifte gleiten,
die über eine entsprechende Gleitfläche im Fliehkeil betätigt werden. Jeder Indexstift
mit Bund ist mit einer Spiralfeder ausgestattet, die von einer Führungsbuchse umgeben
ist. Diese Führungsbuchsen werden im Materialsteg des Messerkopfes zwischen Messernut
und Fliehkeilnut untergebracht. Im Grund der Messernut befinden sich festverschraubte
, verstellbare
Anschläge mit konischen Leistenaufsätzen, welche
in eine entsprechend ausgebildete Rille in der Unterkante der Messerbrustplatte
eingreifen. Wenn die Niederdrücker den Fliehkeil zurückdrücken,gleiten die beiden
Indexstifte entlang der Gleitfläche am Fliehkeil und geben die Messerbrustplatte
zur Entnahme frei.
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Die Messerbrustplatte erhält im Bereich ihrer Spanleitfläche an sich
bekannte Holzabstützungen,vorzugsweise aus Hartmetall, die zur Messerbrustseite
hin so ausgebildet sind, daß sie jeweils eine Ritzerspitze aufnehmen. Die Holzabstützungen
an der Messerbrustplatte liegen auf einer Linie mit den Holzabstützungen im Fliehkeil
Die erfindungsgemäße Messerhalterung kann auch nachträglich in vorhandene Messerhalterungen
entsprechend DE-PS 31 20 249 eingebaut werden. Sie eignet sich grundsätzlich auch
für andere Vollschnittmesser, auch mit separaten Ritzern.
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Die besonderen Vorteile der erfindungsgemäßen Messerhalterung werden
darin gesehen , daß Messer und Messerbrustplatte eine Einheit bilden,wodurch Staubaufbackungen
zwischen Ritzerrippen und Nuten in der Messerbrustplatte nur einen geringen Umfang
annehmen können und nicht entfernt zu werden brauchen. Die Spanleitfläche der Messerbrustplatte
absorbiert einen großen Teil der Aufprallenergie von Fremdkörpern etc. Hierbei ist
die Messerbrustplatte gegen Lageverschiebungen zweifach gesichert Durch die Indexstifte
und durch den konischen Leistenaufsatz.
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Messerbrustplatte und Vollschnittmesser können ohne Kippbewegung direkt
radial entnommen werden. Die Einstellung des Messervorstandes in Verbindung mit
Indexstiften verbessert die Einhaltung der geforderten Spandicken. Bedienungsfehler
beim Einsetzen der Messerbrustplatte werden sofort erkannt. Während des Schliffs
wird das Messer nicht nur magnetisch sondern auch mechanisch fest angepresst. Starre
Anschläge in der Schleifmaschine liegen allen Unterkanten der Messerbrustplatten
an und gewährleisten einen exakten und keinesfalls konisch verlaufenden Schliffs
. Die Tiefe der Messernut im Fliehkeil kann durch Messer von Maximalbreite voll
ausgenutzt werden.
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Die Selbsthemmung des Fliehkeils kann gezielt beeinflußt werden .0er
freie Messervorstand ist beliebig einstellbar, vorzugsweise auf einen Abstand zwischen
Schneidkante und Oberkante i t der MsMsoierbruitpI r M : c r h .3tote u t p 1 t
t von ca. 3-4 mm.
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Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch die Messerhalterung, senkrecht
zur Drehachse der Messerwelle, wobei der Flehkeil in Arbeitsposition sitzt.
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Fig. 2 zeigt den gleichen Querschnitt, wobei der Fliehkeil in Messerentnahmeposition
sitzt.
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Fig. 3 zeigt den gleichen Querschnitt wie Fig. 1, jedoch in Verbindung
mit einer Messerhalterung gemäß DE-PS 31 20 249.
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Vollschnittmesser 1 mit Ritzerrippe 2 und Ritzerspitze 3 liegt zwischen
Messerkopfwange 4 bzw. Verschleißplatte 29 und Messerbrustplatte 6. Messerbrustplatte
6 ist vom voreilenden zum nacheilenden Ende leicht konisch geformt. Sie liegt an
der Gleitfläche 7 am Fliehkeil 8 bzw. an Verschleißleiste 27 an.
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Bei Betätigung der zeichnerisch nicht dargestellten Niederdrücker
wird Fliehkeil 8 gegen sein Federpaket 9 nach innen gepresst, wobei zwei Indexstifte
10 entlang Gleitfläche 11 im Fliehkeil 8 aus den Passlöchern 12 in Messerbrustplatte
6 herausgleiten und letztere zur Entnahme freigeben. Jeder Indexstift 10 mit Bund
14 ist mit einer Spiralfeder 13 versehen. Indexstift 10 und Spiralfeder 13 finden
Aufnahme in Führungsbuchse 15, die im Materialsteg 30 zwischen Messernut und Fliehkeilnut
fest verankert ist. Vollschnittmesser 1 und Messerbrustplatte 6 werden durch mindestens
zwei Verbindungsschrauben 16 fest miteinander verbunden.Zur Verstellung des Messervorstandes
gleiten Verbindungsschrauben 16 in Langlöchern 17 der Messerbrustplatte 6 . Messerbrustseitig
erhält Messerbrustplatte 6 Nuten 18 zur Aufnahme der Ritzerrippen 2. Spanraum 19
im Fliehkeil 8 erhält im Abstand der Ritzerrippen 2 Holzabstützungen 20, die auf
einer Linie liegen mit den Holzabstützungen 21 in Messerbrustplatte 6. Messerbrustplatte
6 wird zusätzlich gesichert durch verstellbare Anschläge 22 , versehen mit im Querschnitt
konisch gestalteten Leistenaufsätzen 23 , welche in eine entsprechende Rille 24
in der Unterkante von Messerbrustplatte 6 eingreifen.
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Bei nachträglicher Anbringung der erfindungsgemäßen Messerhalterung
in die Messerhalterung gemäß DE-PS 31 20 249 sind Gleitfläche 7 am Fliehkeil 8 bzw.
an Verschleißleiste 27 und die Holzabstützungen 20 um die Dicke der Messerbrustplatte
6 atzuhobeln. Hierbei können unter Verzicht auf eine
kippbewegungsfreie
Entnahme des Vollschnittmessers 1 die - - - -Indexstifte 10 nebst Zubehör ggf. entfallen,
wobei Vollschnittmesser 1 dann über Schrauben 26 mit Steg 25 und über Verbindungsschrauben
16 mit Messerbrustplatte 6 beidseitig verschraubt ist.
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[3ezugszeichen 1 Vollschnittmesser 2 Ritzerrippen 3 Ritzerspitzen
4 Messerkopfwange 5 Schrägschnittmesserkopf 6 Messerbrustplatte 7 Gleitfläche am
Fliehkeil 8 Fliehkeil 9 Federpaket 10 Indexstifte 11 Gleitfläche im Fliehkeil 12
Passlöcher 13 Spiralfedern 14 Bund am Indexstift 15 Führungsbuchsen 16 Verbindungsschrauben
17 Langlöcher 18 Nuten 19 Spanraum 20 Holzabstützungen im Spanraum 21 Holzabstützungen
an der Messerbrustplatte 22 verstellbare Anschläge 23 konische Leistenaufsätze 24
Rille 25 Steg 26 Schrauben 27 Verschleißleiste am Fliehkeil 28 Verschleißleiste,ausgebildet
als Aufnahmeleiste 29 Verschleißplatte an der Messerkopfwange 30 Materialsteg
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