DE19623507C1 - Drehendes Schneidwerkzeug mit Wechselmesser - Google Patents
Drehendes Schneidwerkzeug mit WechselmesserInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein drehendes Schneidwerkzeug gemäß dem
Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Bei der spanenden Bearbeitung von Holz Kunststoff oder auch Aluminium ist es
bekannt, Wechselmesser in einem Grundkörper einzusetzen. Ein besonderer
Vorteil der Wechselmesser besteht unter anderem auch darin, daß ein
Nachschleifen bis zu einem gewissen Grade möglich ist, bevor das
Wechselmesser gegen ein anderes Messer ausgetauscht werden muß. Es sind
Befestigungsmöglichkeiten des Wechselmessers bekannt, die einen einfachen
Austausch des Wechselmessern am Grundkörper in radialer Richtung erlauben
(z. B. DE 34 37 018 A1). Hierzu wird das Wechselmesser in einer Ausnehmung im
Grundkörper mittels Schraubverbindungen und dergleichen gehalten. Bei
bekannten Anordnungen, wie Sie beispielsweise beim Fensterbau eingesetzt
werden, wird das Messer mittels einer gegen die Brust des Wechselmessers
drückenden Schraube in Verbindung mit Spannkeil gespannt. Allen diesen
Lösungen ist gemeinsam, daß in der Regel ein einfaches Nachschleifen der
Wechselmesser, ohne daß sich der Durchmesser des gesamten Werkzeuges
ändert, nicht möglich ist.
Die DE 36 15 090 A1 bezieht sich auf ein feststehendes Schneidwerkzeug zum
Kontur-Einstechdrehen. Es besteht aus einem Träger 12 mit einem Unterteil 16
und einem über eine Schraube 38 befestigten Oberteil 18. Oberteil 18 und Unter
teil 16 bilden eine Ausnehmung, in die ebenfalls ein konisches Klemmelement 30
eingefügt ist. Der Schneideinsatz 14 liegt mit seinem Rücken an dem Oberteil 18
an und wird über Ansätze 62, die in Ausnehmungen 66 eingreifen, fest hinsichtlich
seiner Lage zu dem Oberteil 18 zentriert. Die die Spannfläche begrenzende
Kontur-Schneidkante wird dadurch sowohl bei einem ungebrauchten neuen als
auch bei einem nachgeschliffenen gebrauchten Schneideinsatz jederzeit, durch
die ortsfeste Rückenfläche 24 bedingt, in Bezug zum bearbeitenden Werkstück
gleich hoch angeordnet, so daß ein Nachjustieren eines nachgeschliffenen
Schneideinsatzes entfallen kann. Zusätzlich weist das Klemmelement 30 noch
eine Ausnehmung 64 auf, in die der Ansatz 62 bei einem Schneideinsatz 14, der
beispielsweise aufgrund des Nachschleifens dünner ist als die Höhe des Ansatzes
62, eingreifen kann. Aufgrund dieser Konstruktion ist ersichtlich, daß das Oberteil
18 über den Ansatz 62 bei einem dünnen Schneideinsatz 14 mit dem
Klemmelement 30 hinsichtlich der Lage fixiert ist. Der Schneideinsatz 14, der
hinsichtlich seiner Lage fest mit dem Oberteil 18 verbunden ist, kann sich auch
dann nicht relativ zu dem Klemmelement 30 bewegen. Ein Verspannen kann
daher nur in der Form erfolgen, daß bei dünnerwerdendem Schneideinsatz 14 mit
der Schraube 38 das Klemmelement 30 relativ zu dem Unterteil 16 bewegt und
mit diesem verspannt wird. Infolge eines Nachschleifen wandert der in Fig. 2
dargestellte obere Eckpunkt der Schneidfläche 32 in der Figur zwangsläufig nach
links. Aufgrund der beschriebenen Funktionsweise gelangt dieser Punkt wieder an
seine ursprünglich Stelle, indem das Oberteil 18 relativ zu dem Unterteil 16 beim
Eindrehen der Schraube 38 bewegt wird, so daß dabei der daran fixierte
Schneideinsatz 14 mit der oberen Ecke der Schneidkante 32 wieder in seine
ursprüngliche Position gelangt. Das Klemmelement 30 wird ab einer gewissen
Dünne des Schneideinsatzes 18 ebenfalls mitbewegt.
Diese vorstehend näher erläuterte Konstruktion ist in einem Werkzeugbereich mit
hoher Umdrehungszahl nicht realisierbar, da durch die Verschiebung des
Oberteils und des Unterteils und der Anordnung dieser relativ großer Teile ein
Auseinanderfliegen des Werkzeugs zu erwarten ist. Darüber hinaus ist die
Übertragung einer derartigen Anordnung auf ein drehendes Werkzeug nicht
möglich, da üblicherweise bei den drehenden Werkzeugen mehrere Messer an
dem Grundkörper angebracht sind um Unwucht zu vermeiden. Ein derart
aufwendige Konstruktion mit verschiedenen, über die Schraube verbundenen
Teilen ist dort aufgrund der Geschwindigkeiten und der damit auch entstehenden
Rundlaufprobleme wegen der Verschiebung der Teile nicht realisierbar.
Ein drehendes Schneidwerkzeug gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs ist
aus der DE-AS 12 52 509 bekannt. Dies Schrift offenbart eine heute allgemein
übliche Spannvorrichtung für Schneidplättchen in einem drehenden Werkzeug,
die den vorstehend beschriebenen Nachteil aufweisen, daß beim Nachschneiden
eine Veränderung des Durchmessers eintritt, da das Schneidplättchen über
Zapfen 14 fest gegen die der Schneidfläche gegenüberliegende Anschlagfläche 7
gepreßt wird. Diese allgemein bekannte und verwendete Anordnung hat
außerdem den Nachteil, daß das Fixieren des Klemmelements vor der
Schneidkante erfolgt, so daß Schleifstaub und Harz in die Schraube gelangen und
diese verschmutzen, so daß sie in der Praxis aufgrund von Verklebungen infolge
der entstehenden Hitze nicht ohne weiteres zu lösen ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein drehendes
Schneidwerkzeug mit Wechselmesser vorzuschlagen, das eine höhere
Nutzungsdauer erlaubt und dessen Profil auch nach dem Schärfen konstant
bleibt.
Diese Aufgabe wird durch ein Schneidwerkzeug mit den Merkmalen des
Hauptanspruch gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den
Unteransprüchen zu entnehmen.
Danach weist das Wechselmesser die Form eines Parallelogramms auf, bei dem
die eine Längsseite die an dem Grundkörper anliegende Brust des
Wechselmessers mit der aus der Ausnehmung herausragenden Spanfläche
darstellt. Das Wechselmesser ist über einen Spannkeil, der mit seiner dem
Rücken des Wechselmessers zugewandten Spannfläche an diesem flächig
anliegt und eine Nut/Feder-Verbindung mit dem Rücken des Wechselmessers
aufweist, mit dem Grundkörper verspannt. Die Verspannung erfolgt mittels einer
zwischen der der Spannfläche gegenüberliegenden Fläche des Spannkeils und
dem Grundkörper angeordneten Schraube, die im Grundkörper eingedreht ist und
gegen die Fläche drückende konische Anpreßflächen aufweist. Bei verschiedenen
Dicken wird das Wechselmesser entlang der Grundkörperfläche verschoben.
Durch diesen Aufbau des Schneidwerkzeugs wird erreicht, daß das
Wechselmesser an seiner Brust am Grundkörper an liegt so daß ein mehrmaliges
Nachschleifen des Messers auf jeder herkömmlichen Flachschleifmaschine
möglich ist. Durch den Aufbau des Wechselmessers in Form eines
Parallelogramms und der entsprechenden Fläche im Grundkörper wird
gewährleistet, daß der Durchmesser des Werkzeugs sich nach dem Abschleifen
nicht ändert und das Profil nach dem Schärfen konstant bleibt. Der entsprechend
ausgestaltete Spannkeil drückt dann das Wechselmesser entlang des Anschlages
am Grundkörper solange, bis es wieder mit der Brust am Grundkörper des
Grundkörpers an liegt. Durch die Nut-Federverbindung zwischen dem Spannkeil
und dem Rücken des Wechselmessers wird sichergestellt, daß das
Wechselmesser nicht herausgeschleudert werden kann. Mittels einer konischen
Schraube, die entweder einen konischen Kopf oder einen konischen Körper
aufweisen kann, wird der Spannkeil zwischen dem Grundkörper und dem sich mit
der Brust am Grundkörper abstützenden Wechselmesser verspannt. Das
Einschrauben der Schraube bewirkt eine Verschiebung des Spannkeils in
Richtung Wechselmesser und letztlich die Verspannung in der Ausnehmung im
Grundkörper.
Ein derart ausgebildetes Schneidwerkzeug hat den Vorteil, daß die Messer radial
gewechselt werden können, was eine Zerlegung der Garnituren nicht erforderlich
macht, so daß beim Wechseln und Instandhalten der Werkzeuge eine erhebliche
Zeitersparnis auftritt. Darüber hinaus kann das wertvolle Schneidenmaterial der
Wechselmesser durch ständiges Nachschärfen vollständig aufgebraucht werden,
da sich am Profil nichts ändert (radialer wie auch stirnseitiger Anschlag der
Messer).
Vorteilhafter Weise besteht das Wechselmesser je nach Anwendungsfall aus
einem den Rücken des Wechselmessers bildenden Grundmaterial
(Stahlgrundkörper) auf dem ein Hartmetall aufgelötet ist.
Bei abrassiven Werkstoffen, wie z. B. schichtverleimte Hölzer, Kunststoffen,
exotische Hölzer, oder harten, auf sandhaltigen Böden gewachsenen Hölzer,
weist das Schneidwerkzeug gemäß einer weiteren Ausbildung einen zusätzlichen
Anti-Errosions-Einsatz auf, der mittels seiner Schraubverbindung mit dem
Grundkörper verbunden ist und an dessen die eine Wand der Ausnehmung
bildenden Seitenfläche sich das Wechselmesser mit der Brust abstützt. Er
verhindert ein Auswaschen des Grundkörpers.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert.
In der Figur ist die schematische Darstellung eines Grundkörpers 1 gezeigt, der in
einer Ausnehmung 2 einen Anti-Errosions-Einsatz 3, ein Wechselmesser 4, einen
Spannkeil 5 und eine konische Schraube 6 aufweist. Selbstverständlich kann der
Grundkörper 1 mehrere derartige Ausnehmungen mit der beschriebenen
Anordnung enthalten. Der Anti-Errosions-Einsatz 3 verhindert ein Auswaschen
des Grundkörpers bei der Bearbeitung von abrassiven Werkstoffen. Er besteht
aus gehärtetem Material. Der Anti-Errosions-Einsatz wird beispielsweise mit einer
Schraubverbindung an den Grundkörper 1 angeschraubt. Das Wechselmesser 4
besteht aus einem Stahlgrundmaterial 7 auf den ein Hartmetall 8 aufgelötet ist.
Bei weicheren Materialien kann das Wechselmesser auch eine einstückige
massive HSS-Schneide sein. Die Spanfläche 9 bildet die Brust des
Wechselmessers 4, die durch die Schraube 6 und den Spannkeil 5 gegen den
Rand der Ausnehmung 2 - in dem Ausführungsbeispiel der Anti-Errosions-Einsatz
3 - gedrückt wird. Um ein Herausschleudern des Wechselmessers 4 zu
verhindern, weist der Spannkeil 5 eine Feder 10 auf, die in einer Nut 11 in dem
Stahlgrundmaterial (Rücken) 7 eingreift. Der Spannkeil 5 liegt mit der Spannfläche
20 flächig an dem Rücken 7 des Wechselmessers 4 an. Die Freifläche 12 ist
aufgrund der Parallelogrammform des Wechselmessers 4 parallel zu der sich am
Grundkörper 1 abstützenden Fläche 13 des Wechselmessers 4. Eine
entsprechende Fläche 14 am Grundkörper gewährleistet bei abgeschliffenem
Schneidenmaterial 8 eine Verschiebung des Wechselmessers 4, so daß die
Spitze des Wechselmessers 4 sich immer an der gleichen Stelle befindet und
damit der Durchmesser des Schneidwerkzeugs konstant bleibt. Die besondere
Ausgestaltung der Schraube 6, im Ausführungsbeispiel mit einem Kopf 15 mit
einer an die Schräge 16 des Spannkeils 5 angepaßten Kopffläche 17 sowie einer
an die Wand 18 der Ausnehmung angepaßte Kopffläche 19, gewährleistet ein
sicheres Verspannen der Teile in der Ausnehmung 2.
Es ist auch möglich, die Fläche 16 am Spannkeil 5 anders auszubilden, so daß
die Verspannung durch eine insgesamt konische Schraube erfolgen kann.
Diese Anschlagtechnik gilt auch analog stirnseitig, d. h. die Messer werden immer
radial und stirnseitig an die Anschläge gedrückt und radial gespannt. Die
Schneiden werden zum größten Teil mit Achswinkeln eingesetzt, um den
Schneiddruck zu reduzieren und die Oberfläche zu verbessern.
Nicht dargestellt sind die in der Praxis bekannten Anschläge, die ein Herausragen
der Wechselmesser aus der oberen und unteren Ebene des Grundkörpers
verhindern und für einen eindeutigen Sitz der Wechselmesser sorgen.
Claims (3)
1. Drehendes Schneidwerkzeug für eine spanende Bearbeitung von Holz
NE-Metallen oder Kunststoff mit mindestens einem radial in einer Ausnehmung in
einem Grundkörper gelagerten Wechselmesser, das mittels eines konische
Flächen aufweisenden Klemmelements verspannt und mittels einer Feder/Nut-Ver
bindung gegen radiales Herausschleudern gesichert ist und sich mit der der
Freifläche des Wechselmessers gegenüberliegende Fläche des Wechselmessers
an einer entsprechenden Grundkörperfläche abstützt, dadurch gekennzeichnet,
daß das Wechselmesser (4) die Form eines Parallelogramms aufweist, bei dem
die eine Längsseite des Wechselmessers (4) die an dem Grundkörper (1)
an liegende Brust des Wechselmessers mit der aus der Ausnehmung (2)
herausragenden Spanfläche (9) darstellt, und das Wechselmesser (4) über einen
Spannkeil (5), der mit seiner dem Rücken (7) des Wechselmessers zugewandten
Spannfläche (20) an diesem flächig anliegt und eine Nut/Feder-Verbindung (10,
11) mit dem Rücken des Wechselmessers aufweist, mittels einer zwischen der der
Spannfläche (20) gegenüberliegenden Fläche (16) des Spannkeils (5) und dem
Grundkörper (1) angeordneten Schraube (6), die im Grundkörper (1) eingedreht
ist und gegen die Fläche (16) drückende konische Anpreßflächen (17) aufweist,
verspannt ist, so daß das Wechselmesser bei verschiedenen Dicken entlang der
Grundkörperfläche (14) verschoben wird.
2. Drehendes Schneidwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Wechselmesser (4) aus einem den Rücken (7) des Wechselmessers (4)
bildenden Grundmaterial und einem darauf aufgebrachten Schneidmaterial
besteht.
3. Drehendes Schneidwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß vor der Brust des Wechselmessers ein Anti-Errosions-Ein
satz (3) angeordnet ist, der lösbar mit dem Grundkörper (1) verbunden ist und
an dessen die eine Seitenwand der Ausnehmung (2) bildenden Seitenfläche sich
das Wechselmesser (4) mit der Brust abstützt.
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