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Revolver
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Die Erfindung betrifft einen Revolver mit einem Hahn, der vor dem
Abschuss in eine Bereitschaftsstellung gespannt wird, in welcher der Hahn bereit
zur Betätigung mittels eines Abzugs ist, um einen Schlagbolzen zu beaufschlagen
und dadurch das Abfeuern einer Patrone aus dem Lauf des Revolvers auszulösen.
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Bei üblichen Revolvern dieser Art muß der Hahn mit dem Daumen direkt
oder mit dem Zeigefinger über den Abzug indirekt gespannt werden. Dieser Spannvorgang
ist nach jedem Abschuss zu wiederholen. Wird der Hahn über den Abzug gespannt, so
ist eine vergleichsweise große Kraft aufzubringen, die eine Größenordnung von 50
N erreichen kann. Dies erschwert das genaue Zielen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Revolver der eingangs
genannten Art so auszubilden, daß die Kraft beim Spannen des Hahnes über den Abzug
erheblich vermindert und das Zielen erleichtert ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist gemäß der Erfindung bei einem Revolver
der eingangs genannten Art vorgesehen, daß der Hahn durch den Gasdruck der beim
Abschuss entstehenden Verbrennungsgase selbsttätig gespannt wird.
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Varzugsweise läßt sich dieser Erfindungsgedanke konstruktiv dadurch
verwirklichen, daß am freien Ende
des Laufes eine Gaskammer vorgesehen
ist, die mit einem Kolben kommuniziert, welcher auf einen Spannbolzen zum Spannen
des Hahnes wirkt.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
vorgesehen, daß ein kraftschlüssig mit dem Hahn zusammenwirkender Spanner an dem
mehrteilig ausgebildeten Abzug gegen die Kraft einer Spannfeder verschwenkbar angeordnet
und beim automatischen Spannen des Hahnes in eine den Hahn sichernde Spannstellung
verschwenkbar ist Bei Trommelrevolvern mit einer Patronenaufnahmen aufweisenden
Trommel, welche vor dem Abschuss einer Fluchtungslage einer Patronenaufnahme mit
dem Lauf in die Fluchtungslage der nächstfolgenden Patronenaufnahme mittels eines
Transporthebels zu transportieren ist, muß mit dem Spannen des Hahnes auch der Transport
der Trommel bewirkt werden, und zwar auch beim Spannen des Hahnes über den Abzug.
Der Transporthebel ist dazu mit dem Hahn gekoppelt.
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Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführung der Erfindung ist bei
einem solchen Trommelrevolver der Transporthebel vom Hahn entkoppelt und mit einem
mit dem Abzug festen Auslöseteil des mehrteilig ausgebildeten Abzuges gekoppelt.
Hierdurch wird erreicht, daß bei der Anwendung der Erfindung auf einen Trommelrevolver
der Hahn gespannt wird, ohne daß gleichzeitig der Transport der Trommel erfolgt.
Der Transport wird erst durch Betätigen des Abzuges bewirkt. Dies erhöht die Sicherheit
gegen ein unbeabsichtigtes Auslösen eines Schusses bei gespanntem Hahn, ohne die
Kraft am Abzug unerwünscht zu erhöhens denn die für den Trommeltransport am Abzug
aufzubringende Kraft ist vergleichsweise kleinl Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung
zeichnet sich dadurch aus, daß ein Sicherungshebel im Hahn beweglich geführt und
in eine den Spanner zur Freigabe des Hahnes betätigende Stellung bewegbar
Der
Spanner kann gegen die Kraft einer Feder schwenkbar mit einem Spannerträger verbunden
und mit diesem gemeinsam gegen die Kraft der Spannfeder gegenüber dem Abzug verschwenkbar
sein.
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Der Revolver nach der Erfindung entlastet den Schützen von der zum
Spannen des Hahnes erforderlichen Kraft, weil diese Kraft durch den Gasdruck bei
Schussabgabe zur Verfügung gestellt wird. Aufgrund dieser Entlastung kann der Schütze
genauer zielen. Außerdem ist eine schnellere Schussfolge mit dem Revolver nach der
Erfindung erzielbar, weil vor Abgabe des nächsten Schusses nicht erst der Hahn gespannt
werden muß.
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Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen mit
weiteren Einzelheiten näher erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 einen Teilschnitt durch den erfindungsgemäßen Revolver
mit entspanntem Hahn; Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig.
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1; Fig. 3 einen im Maßstab vergrößerten Ausschnitt von Fig. 1 bei
entspanntem Hahn; Fig. 4 ebenfalls in vergrößertem Maßstab einen Teilschnitt bei
gespanntem Hahn; Fig. 5 eine teilweise geschnittene Ansicht des mehrteilig ausgebildeten
Abzuges des Revolvers nach der Erfindung und Fig. 6 eine ebenfalls teilweise geschnittene
Ansicht des Abzuges nach Fig. 5 von rechts gesehen.
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Der in Fig. 1 gezeigte Revolver weist einen Körper 1 mit Trommel 2
und gezogenem Lauf 4 auf, vor dessem freien Ende sich eine Gasrückschlagkammer 10
befindet.
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Die Gasrückschlagkammer 10 kommuniziert über vier
Kanäle
9 (vgl. Fig. 2) mit einem Ringraum 8 vor einem Ringkolben 37, der den Lauf 4 umgibt
und eine Nase 37' aufweist. Diese Nase 37' wirkt mit dem Kopf eines Bolzens 32 zusammen,
der in einer unterhalb des Laufes 4 und zentral durch die Trommel 2 verlaufenden
Bohrung 18 beweglich ist. Der Bolzen 32 ist mittels einer Feder 33 mit seinem Kopf
gegen die Nase 37' angedrückt.
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Am in Fig. 1 linken Ende des Revolvers ist ein Hahn 45 um einen Schwenkpunkt
22 schwenkbar gelagert und mittels einer Feder 24 in Anlagestellung an den Körper
1 gedrückt. Die Bohrung 18 ist zum Hahn 45 hin offen.
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Der Revolver umfaßt ferner einen mehrteiligen Abzug 46, der außer
einem Auslöseteil 46' einen Spanner 59 und einen Spannerträger 60 aufweist. Spanner
59 mit Spannerträger 60 sind um einen Schwenkpunkt 51 am Abzug 46 gegen die Kraft
einer Feder 57 am Abzug 46 schwenkbar gelagert. Der Abzug selbst ist um einen Schwenkpunkt
27 am Revolverkörper 1 schwenkbar gelagert.
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Am Auslöseteil 46' sind über einen Schwenkpunkt 30 ein üblicher Transporthebel
12 für die Trommel 2 und über einen Schwenkpunkt 31 eine Hahnsperre 29 schwenkbar
gelagert. Die Hahnsperre 29 liegt im gesicherten Zustand im Abstand von einem Schlagbolzen
52, der vor einer in Fluchtung mit dem Lauf 4 stehenden Patronenaufnahme 3 steht.
Nur zum Abschuss liegt die Hahnsperre 29 über dem Schlagbolzen 52, so daß der Hahn
45 über die Hahnsperre 29 den Schlagbolzen 52 zur Zündung der in der Patronenaufnahme
3 befindlichen Patrone beaufschlagen kann.
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Im Hahn 45 ist gemäß einer nur in Fig. 4 gezeigten Weiterbildung der
Erfindung ein Sicherungshebel 45.1 beweglich geführt, der über eine Rast 45.2 mit
dem Daumen betätigbar ist. Der Sicherungshebel
45.1 steht mit seinem
abzugseitigen Ende in Eingriff mit einer Kerbe am Spanner 59, so daß er in dem in
Fig. 4 gezeigten gespannten Zustand des Hahnes 45 diesen an einer Schwenkung entgegen
dem Uhrzeigersinn in Fig. 3, d. h. in Richtung des Schlagbolzens 50 hindert.
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Der Revolver nach der Erfindung funktioniert wie folgt: Nach dem Abschuss
einer Patrone verläßt diese den Lauf 4, und die beim Abschuss entstehenden Gase
strömen aus der Gasrückschlagkammer 10 über die Kanäle 9 in die Ringkammer 8 und
drücken den Ringkolben 37 in Fig. 1 gesehen nach links. Über die Nase 37' wird die
auf den Ringkolben 37 ausgeübte Kraft über den Bolzen 32 direkt auf den Hahn 45
zu dessen Schwenkung um den Schwenkpunkt 22 im Uhrzeigersinn aus der Stellung nach
Fig. 1,3 in die Stellung nach Fig. 4 übertragen.
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Somit wird der Hahn 45 gespannt. Der Hahn 45 wird in seiner gespannten
Endlage vom Spanner 59 gehalten, der während des Spannvorganges um den Schwenkpunkt
51 am Abzug 46 verdreht worden ist, wobei aufgrund der Wirkung der Feder 54 der
Spannerträger 60 mitgedreht worden ist (s. Fig. 3).
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Der Bolzen 32 kehrt jedoch unter der Wirkung der Kraft der Feder 33
in seine in Fig. 1 rechte Ausgangslage zurück, wobei er den Ringkolben 37 in seine
Ausgangslage benachbart der Gasrückschlagkammer 10 zurückführt.
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Nach aem Loslassen des Abzuges 46 kehrt dieser unter der Wirkung der
Feder 21 in seine normale Ruhelage zurück. Der Hahn 45 wird aber durch den Spanner
59 in gespanntem Zustand gehalten und kann aufgrund des Zusammenwirkens des Entsicherungshebels
45.1 mit der Kerbe am Spanner 59 nicht bewegt werden. Der Transporter 12 und die
Hahnsperre 29 befinden sich in ihrer unteren Ruhelage, in der sie bereit zum Bringen
in ihre Betriebs-
stellung, d. h. zum Abgeben des nächsten Schusses
sind.
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Beim Ziehen des Abzuges 46 mit dem Zeigefinger schwenkt der Abzug
um den Schwenkpunkt 27 im Uhrzeigersinn (Fig. 3) und verlagert dabei den Trommeltransporter
12 nach oben zum Transport der Trommel in eine Lage, bei welcher die nächstfolgende
Patronenaufnahme 3 mit darin befindlicher Patrone (nicht dargestellt) vor den Schlagbolzen
52 gelangt. Gleichzeitig wird durch Schwenken des Abzuges 46 die Hahnsperre 29 nach
oben in eine Stellung hinter dem Schlagbolzen 52 geführt.
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Die zu diesen Vorgängen am Abzug aufzubringende Kraft beträgt ca.
10 N. Die Abzugsbewegung dauert so lange, bis der Abzug 46 mit der Fläche 47 an
seinem Auslöseteil 46' (Fig. 6) an einer Gegenfläche 61 an Spanner 59 bzw. Spannerträger
60 aufläuft. In diesem Moment vergrößert sich die am Abzug 46 aufzubringende Kraft
um 2 bis 2,5 N, weil nun auch noch Spanner 59 und Spannerträger 60 mitgeschwenkt
werden müssen. Diese Vergrößerung der Kraft am Abzug 46 schafft einen Druckpunkt,
der dem Benutzer anzeigt, daß die Schussauslösung unmittelbar bevorsteht. In diesem
Moment weiß der Schütze, daß er richtig zielen muß.
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Bei geringfügiger weiterer Auslenkung des Abzuges 46 mit einer nun
auf etwa 12 bis 12,5 N angestiegenen Gesamtkraft bewegt sich der Spanner 59 mit
dem Spannerträger 60, und der Hahn 45 wird von der Rückhaltung frei, so daß er sich
unter der Wirkung der Feder 24 schnell nach vorne bewegt und über die Hahnsperre
29 einen Schlag auf den Schlagbolzen 52 überträgt.
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Die Patrone wird gezündet und der Schuss abgegeben.
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Dabei erfolgt erneut ein automatisches Spannen des Hahnes 45 durch
die beim Schuss erzeugten Gase wie oben beschrieben.
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Wenn der Hahn 45 vor Abgabe eines Schusses nicht gespannt ist, kann
dennoch ein Schuss abgegeben werden. Hierzu zieht der Schütze den Abzug 46 mit dem
Zeigefinger, wobei sämtliche Teile des Abzuges 46, also das mit ihm einstückige
Auslöseteil 46', der Spanner 59 und der Spannerträger 60 geschwenkt werden. Dabei
wird der Hahn 45 durch kraftschlüssiges Zusammenwirken seines in den Fig. 1, 3 und
4 rechten Endes mit dem Abzug 46 gespannt. Gleichzeitig wird die Trommel 2 transportiert
und die Hahnsperre 29 vor den Schlagbolzen 52 gestellt. In diesem Fall arbeitet
der Revolver in der konventionellen Weise.
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Wenn nach dem Spannen des Hahnes 45 nicht mehr geschossen werden soll,
läßt sich der Hahn 45 mit dem Sicherungshebel 45.1 aus seiner gespannten Lage in
eine entspannte Lage überführen. Ein mit dem Daumen aufgebrachter Druck auf den
Sicherungshebel 45.1 befreit hierbei Spanner 59 und Spannerträger 60 aus der kraftschlüssigen
Verbindung mit dem Hahn 45, der nun frei in seine Ruhelage am Revolverkörper 1 zurückgebracht
wird.
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Ein unerwünschter Abschuss kann nicht erfolgen, weil die Hahnsperre
29 nicht vor dem Schlagbolzen 52 steht und der Hahn die Patrone bzw. die leere Patronenaufnahme
3 überdeckt. Der Abzug 46 befindet sich nach wie vor in seiner vorderen Ruhelage.Da
beim vorherigen Spannen des Hahnes 45 kein Trommeltransport erfolgte, steht überdies
nach einem vorherigen Abschuss eine leere Patronenaufnahme 3 vor dem Schlagbolzen
52, so daß unter allen Umständen vermieden ist, daß der Hahn 45 beim.Entspannen
eine Patrone zündet. Dies erhöht die Sicherheit.
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Bei einem Revolver nach der Erfindung lassen sich ohne weiteres übliche
Zubehörteile verwenden, z. B.
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Schalldämpfer, ein Feuerdämpfer, ein Granatwerfer
für
ränengas u. dgl. auf die Laufmündung aufsetzen.
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Die Erfindung ist nicht nur bei Trommelrevolvern sondern auch bei
Revolvern anderer Bauart anwendbar, bei denen zur Schussabgabe ein Hahn zu spannen
ist.
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