DE3448178C2 - Arrangement for sampling milk - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Probeentnahme von
mittels Unterdruck angesaugter oder alternativ mittels
Überdruck geförderter Milch aus einer über einen Luftab
scheider zu einem Sammelbehälter führenden Förderleitung
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Es sind verschiedene Anordnungen zur Probeentnahme bekannt,
bei denen jeweils eine der Durchflußmenge proportionale
Milchmenge in ein Probevorlaufgefäß überführt wird. Ziel
jeder Probeentnahme ist es dabei, eine Milchprobe aus einer
Anlieferungsmenge zu erhalten, deren Volumen in der Regel
genau bemessen ist und die in ihrer physikalischen, chemi
kalischen und bakteriologischen Zusammensetzung den ent
sprechenden Durchschnittswerten der gemessenen Milchmenge
entspricht. Aus diesem Grunde wird von einem Gesamtvolumen
einer Anlieferungsmenge ein proportionaler Teil abgezweigt
und von diesem wieder eine für die durchzuführenden Mes
sungen ausreichende Probemenge entnommen. Daher kommt es bei
der Probeentnahme darauf an, eine Probemenge zu erhalten,
die den genannten Durchschnittswerten der angelieferten und
zu messenden Milchmenge jeweils möglichst genau entspricht.
Zum Zwecke der Probeentnahme von Milch aus einer über einen
Luftabscheider zu einem Sammelbehälter führenden Förderlei
tung ist ein Verfahren bekannt geworden, bei dem die Über
führung der Milchmenge bis in den Luftabscheider ausschließ
lich mittels Unterdruck erfolgt und dieser Unterdruck nach
Überführung der zu prüfenden Milchmenge auch zur Untertei
lung der Milchmenge aus dem Vorlaufgefäß und zur Abführung
der Probemenge in ein Meßvolumen sowie zur Überführung der
Restmenge in den Luftabscheider und zur Reinigung der von
der Milch benetzten Fläche von Flüssigkeit verwendet wird.
Weiterhin wird vorgeschlagen, daß die Probemenge und die
Restmenge wahlweise nacheinander oder gleichzeitig mittels
Unterdruck abgeführt werden (DE-AS 22 45 487). Die Überfüh
rung der bemessenen Probemenge erfolgt durch Belüftung des
entsprechenden Leitungsabschnittes, also unter Einfluß der
Schwerkraft auf die Flüssigkeitssäule, wodurch unter Um
ständen eine Verfälschung der Überführungsbedingungen
möglich ist. Ein Ablaufstutzen unterhalb einer Abgabeein
richtung kann bei der notwendigen Spülung der Meß- und
Abgabeeinrichtung nur mit Luft, nicht aber - wie dies not
wendig wäre - mit Milch durchspült werden. Eine vollständige
und optimale Reinigung aller mit der Probemenge des vor
herigen Lieferanten benetzten Flächen ist daher nicht
möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur Probeent
nahme von Milch der einleitend gekennzeichneten Gattung so
weiterzuentwickeln, daß Verfälschungen der Probeentnahme
dadurch weitgehend ausgeschlossen werden, daß alle wesentlichen mit der Probemenge
des vorherigen Lieferanten benetzten, im Anschluß an das
Probevorlaufgefäß angeordneten Flächen vollständig gereinigt
werden können.
Diese Aufgabe wird durch die Kennzeichenmerkmale des An
spruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der An
ordnung gemäß der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 2 bis 4.
Die Probe-Abgabeeinrichtung verfügt in ihrer
Spülstellung zwischen ihren beiden Anschlüssen für die
Probe- bzw. die Spül- und Entlüftungsleitung über zwei
parallele Verbindungswege innerhalb des Nadelschaftes einer
Füllnadel. Dadurch ist es möglich, in dieser Stellung sämt
liche mit der Probemenge des vorherigen Lieferanten benetz
ten, im Anschluß an das Probevorlaufgefäß angeordneten
Flächen einer Reinigung zu unterziehen. Diese Maßnahme er
faßt auch die gesamte Füllnadel mit allen in ihrem Inneren
von der Probemenge benetzten Flächen zwischen Ein- und Aus
tritt der Probemenge. Außerdem kann fast der gesamte Außenmantel
der Füllnadel, soweit er nicht von Dichtungen abgedeckt ist
und dadurch im Vorwege durch deren Abstreifwirkung gereinigt
wurde, vom Spülvorgang erfaßt werden.
Die Probe-Abgabeeinrichtung ist vorteilhafterweise so aus
ausgestaltet, daß sie gleichermaßen geeignet ist für eine
Probeabgabe mittels Überdruck, der von der Probeleitung aus
geht, oder für eine Probeabgabe mittels Unterdruck, wobei
die erforderliche Unterdruckquelle an der Spül- und Entlüf
tungsleitung angeschlossen ist. Die erstgenannte Befüllungs
art eines Probegefäßes wird notwendigerweise immer dann er
forderlich, wenn es sich um ein offenes Probegefäß handelt.
Bei Probegefäßen, die mit einem von der Füllnadel durch
stoßbaren Stopfen verschlossen sind, lassen sich beide Be
füllungsarten anwenden. Da die beiden Befüllungsarten an den
Dichtungen der Probe-Abgabeeinrichtung Druckgradienten mit
unterschiedlichen Vorzeichen hervorrufen, werden entweder
Dichtungen angeordnet, die in beiden Richtungen abdichten,
oder die Dichtungsanordnung und die Dichtungen selbst sind
so ausgebildet, daß sie im Bedarfsfall um 180 Grad gewendet
werden können.
Da die Füllnadel beschädigt oder verbogen werden kann, ist
es von Vorteil, wenn diese, wie es eine Ausführungsform
vorsieht, nach unten ausbaubar ist, ohne daß die gesamte
Probe-Abgabeeinrichtung demontiert werden muß. Eine weitere
Vereinfachung des Ausbauvorganges der Füllnadel ist dadurch
gegeben, daß die formschlüssige Halterung des Nadelschaftes
als federbelastete Schnellspanneinrichtung ausgebildet ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist anhand von
Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher
beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Anordnung zur Probeentnahme in schematischer
Darstellung, wobei die Überführung der zu prüfen
den Milchmenge mittels Unterdruck erfolgt;
Fig. 2 eine weitere Anordnung zur Probeentnahme in
schematischer Darstellung, wobei die Überführung
der zu prüfenden Milchmenge mittels Überdruck
erfolgt;
Fig. 3a in einem Querschnitt von größerem Maßstab die
Probe-Abgabeeinrichtung in
ihrer Spülstellung und
Fig. 3b in einem Querschnitt von größerem Maßstab die
vorgenannte Probe-Angabeeinrichtung in ihrer Füll
stellung.
Die Anordnung zur Probeentnahme nach Fig. 1 gliedert sich
in drei Teilanordnungen A, B und C. Die erste Teilanordnung
A beinhaltet unter anderem einen Luftabscheider 3, der über
einen mit einem Schwimmer 3 a verbundenen Stellungsgeber 3 b
auf einen unteren und/oder oberen Stellungsnehmer 3 c, 3 d
einwirken kann, ein Probevorlaufgefäß 6 mit einem darin an
geordneten Dosiergefäß 7 und einer Mischeinrichtung 8. Eine
Annahmeleitung 1 ist mit einer Ansaugöffnung 2 in einen die
anzunehmende Milchmenge bereithaltenden Behälter eingetaucht
oder ist an diesen angeschlossen und mündet mit ihrem ande
ren Ende in den Luftabscheider 3. Von der Annahmeleitung
zweigt eine über eine Probe-Entnahmeeinrichtung V 2 gesteuer
te Zulaufleitung 20 in das Probevorlaufgefäß 6 ab. Die
Probe-Entnahmeeinrichtung V 2 verfügt über eine Schließ- und
drei voneinander verschiedene Offenstellungen, so daß das
Probevorlaufgefäß 6 von der Annahmeleitung 1 wahlweise ab
sperrbar ist.
Der Kopfraum des Probevorlaufgefäßes 6 ist mit dem Kopfraum
des Luftabscheiders 3 über eine Druckausgleichsleitung 13
verbunden, in der ein als Wechselventil ausgebildetes Aus
gleichs- und Belüftungsventil V 4 angeordnet ist. An das Aus
gleichs- und Belüftungsventil V 4 ist darüber hinaus eine Be
lüftungsleitung 19 angeschlossen, die über ein Drosselventil
V 10 mit einer Druckquelle 18 verbunden ist. Bei geöffneter
Druckausgleichsleitung 13 herrscht im Probevorlaufgefäß 6
der gleiche Druck wie im Kopfraum des Luftabscheiders 3, wo
bei dieser Druck dem statischen Druck im Bereich der Probe-
Entnahmeeinrichtung V 2 der Annahmeleitung 1 entspricht. Für
den Fall, daß die Druckausgleichsleitung 13 über das Aus
gleichs- und Belüftungsventil V 4 unterbrochen ist, ist der
Kopfraum des Probevorlaufgefäßes 6 über den zugeordneten
Teil der Druckausgleichsleitung 13 und die Belüftungsleitung
19 mit der Druckquelle 18 verbunden. Zwei weitere zueinander
parallele, ventilgesteuerte Leitungsverbindungen stellen
eine Verbindung zwischen dem Fußraum des Probevorlaufgefäßes
6 und dem Kopfraum des Luftabscheiders 3 her. Eine Entlee
rungsleitung 14 mündet außerhalb des Dosiergefäßes 7 an der
tiefsten Stelle in das Probevorlaufgefäß 6. Sie wird über
ein Entleerungsventil V 6 gesteuert. Eine Probeleitung 15 von
kleinerem Querschnitt stellt eine Verbindung her zwischen
der tiefsten Stelle des Dosiergefäßes 7 und einer Probe-Ab
gabeeinrichtung V 5, wobei diese Verbindung über ein Absperr
ventil V 7 geschaltet werden kann. Die Probeleitung 15 setzt
sich im Anschluß an die Probe-Abgabeeinrichtung V 5 in einer
Spül- und Entlüftungsleitung 16 von gleichem Querschnitt
fort, wobei letztere die Probe-Abgabeeinrichtung V 5 mit dem
Kopfraum des Luftabscheiders 3 verbindet. Der Raum unterhalb
des Schwimmers 3 a des Luftabscheiders 3 ist über eine Über
führungsleitung 4 mit einem Sammelbehälter 5 der zweiten
Teilanordnung B verbunden. Innerhalb dieser Überführungs
leitung 4 ist eine Fördereinrichtung 11 für Milch angeord
net, die ebenso wie eine Unterdruckquelle 10 die über eine
durch ein Entlüftungsventil V 3 steuerbare Entlüftungsleitung
17 mit dem Kopfraum des Luftabscheiders 3 in Verbindung
steht, Bestandteil einer dritten Teilanordnung C ist.
Die zweite Teilanordnung B wird vervollständigt durch eine
in der Überführungsleitung 4 der Fördereinrichtung 11 nach
geordnete Volumenmeßeinrichtung 9, einem letzterer nachge
ordneten Mengenregelventil V 8 und einem Rückschlagventil V 9.
Die zweite Teilanordnung B läßt sich insoweit vereinfachen,
als das Mengenregelventil V 8 und das Rückschlagventil V 9 in
einem Mengenregel-und Rückschlagventil V 8/ V 9 zusammengefaßt
werden können. Eine Trennung dieser beiden Funktionen ist
wiederum notwendig, wenn das Mengenregelventil V 8, wie dies
ohne weiteres möglich ist, der Volumenmeßeinrichtung 9 vor
geordnet wird. Das Rückschlagventil V 9 ist in jedem Falle
der Volumenmeßeinrichtung 9 nachzuordnen, damit eine Rück
strömung innerhalb der Volumenmeßeinrichtung 9 verhindert
wird. Das Mengenregelventil V 8 alleine oder in Kombination
mit dem Rückschlagventil V 9 verfügt über eine Schließ- und
drei voneinander verschiedene Offenstellungen; es wird über
die beiden Stellungsnehmer 3 c, 3 d des Luftabscheiders 3 ge
steuert.
Mit der Anordnung nach Fig. 2 kann alternativ zur Anordnung
nach Fig. 1 die Förderung der Milch durch die Annahmelei
tung 1 mittels Überdruck durchgeführt werden. Dabei bleiben
die erste Teilanordnung A und die zweite Teilanordnung B in
ihrem Aufbau vollständig unverändert. Die dritte Teilanord
nung C entfällt, wobei die Überführungsleitung 4 unmittelbar
mit der Volumenmeßeinrichtung 9 verbunden ist. Die Entlüf
tungsleitung 17 kann zweckmäßigerweise mit dem Sammelbehäl
ter 5 verbunden werden. Eine vierte Teilanordnung D beinhal
tet eine Fördereinrichtung für Milch und/oder Luft 12, die
innerhalb der Annahmeleitung 1 angeordnet ist. Während die
Fördereinrichtung für Milch 11 nach Fig. 1 ausschließlich
zur Förderung von Milch auszulegen ist, muß die Förderein
richtung für Milch und/oder Luft 12 nach Fig. 2 in der Lage
sein, sowohl Milch als auch Luft zu fördern.
Die Probe-Abgabeeinrichtung V 5 (Fig. 3a) verfügt an einem
unteren Gehäuseteil 29 über einen ersten Anschluß 29 a für
die Probenleitung 15 und über einen zweiten Anschluß 29 b für
die Spül- und Entlüftungsleitung 16. An den beiden Enden des
unteren Gehäuseteils 29 sind eine erste bzw. eine zweite zy
lindrische Ausnehmung 29 c bzw. 29 d vorgesehen, die über eine
Verbindungsbohrung 29 e miteinander verbunden sind. Über
einen Bund 29 f am unteren Gehäuseteil 29 ist bei geeigneter
Ausgestaltung desselben eine Verbindung mit einem oberen Ge
häuseteil 30 mittels einer geeigneten Verbindungseinrichtung
38 gegeben. Das obere Gehäuseteil 30 umschließt mit seiner
nach unten offenen Gehäusebohrung 30 a haubenartig das untere
Gehäuseteil 29, wobei am oberen Ende ein Druckmittelanschluß
30 b vorgesehen ist. Die Verbindungsbohrung 29 e wird auf
ihrer ganzen Länge und beiderseits darüber hinaus von einer
Füllnadel 31 durchdrungen. Im Bereich der unteren und ersten
zylindrischen Ausnehmung 29 c ist die Füllnadel 31 in zwei in
einem Abstand voneinander angeordnete Dichtungen 32 a, 36
eingebettet, wobei die untere Dichtung 32 a über einen unte
ren Spreizring 33 a sowohl gegen die Füllnadel 31 als auch
gegen die erste zylindrische Ausnehmung 29 c gepreßt wird.
Die oberhalb der unteren Dichtung 32 a angeordnete mittlere
Dichtung 36 wird über eine die Füllnadel 31 konzentrisch um
schließende, mit einer ersten und einer zweiten Öffnung 34 a
bzw. 34 b versehenen Hülse 34 aufgespreizt, so daß sie sich
einerseits gegen die Füllnadel 31 und andererseits gegen die
erste zylindrische Ausnehmung 29 c unter Druck anlegt. Die
Dichtungen 32 a und 36 bilden in Verbindung mit der zylin
drischen Ausnehmung 29 c und einem Nadelschaft 31 b der Füll
nadel 31 eine erste Kammer 29 g, die mit dem zweiten Anschluß
29 b für die Spül- und Entlüftungsleitung 16 in Verbindung
steht. In der oberen und zweiten zylindrischen Ausnehmung
29 d ist eine obere Dichtung 32 b vorgesehen, die über einen
oberen Spreizring 33 b sowohl gegen den Nadelschaft 31 b als
auch gegen die zylindrische Ausnehmung 29 d vorgespannt ist.
Von der mittleren und der oberen Dichtung 36 bzw. 32 b, der
Verbindungsbohrung 29 e und dem Nadelschaft 31 b wird eine
zweite Kammer 29 h gebildet, die mit dem ersten Anschluß 29 a
für die Probeleitung 15 verbunden ist. Ein unterer und ein
oberer Sicherungsring 35 a bzw. 35 b sorgen für die axiale
Fixierung der gesamten Dichtungsanordnung innerhalb des un
teren Gehäuseteils 29. Der Nadelschaft 31 b wird vom Bereich
in der Nähe seiner Nadelspitze 31 a bis in den Bereich der
oberen Dichtung 32 b von einem äußeren Rohr 31 c gebildet. In
nerhalb dieses äußeren Rohres 31 c ist ein inneres Rohr 31 d
angeordnet, das beiderseits jeweils ein Stück in die das
äußere Rohr 31 c tragenden massiven Nadelschäfte 31 b hinein
reicht.
Ein zwischen dem äußeren Rohr 31 c und dem inneren Rohr 31 d
gebildeter Ringraum 31 e verfügt an seinen Enden über zweite
Verbindungsöffnungen 31 g innerhalb des äußeren Rohres 31 c.
Die beiden Enden des inneren Rohres 31 d sind ebenfalls über
erste Verbindungsöffnungen 31 f mit der Umgebung der Nadel
schäfte 31 b verbunden. Bei der in Fig. 3a dargestellten
Spulstellung der Probe-Abgabeeinrichtung V 5 befinden sich
die oberen Verbindungsöffnungen 31 f und 31 g innerhalb der
zweiten Kammer 29 h, während die entsprechenden unteren in
der ersten Kammer 29 g ausmünden, wodurch über den Ringraum
31 e und das innere Rohr 31 d parallel geschaltete Verbin
dungswege zwischen der ersten und der zweiten Kammer 29 g
bzw. 29 h und damit dem ersten Anschluß 29 a für die Probe
leitung 15 und dem zweiten Anschluß 29 b für die Spül- und
Entlüftungsleitung 16 gegeben sind.
Das obere Ende des Nadelschaftes 31 b findet Aufnahme in
einer Aufnahmebohrung 43 c eines zweiten Zapfens 43 b eines
Verbindungsbolzens 43, der über einen ersten Zapfen 43 a
innerhalb einer ersten Bohrung 39 a eines Kolbens 39 zent
riert ist. Der Kolben 39 trägt eine Kolbendichtung 40, die
in Verbindung mit der Gehäusebohrung 30 a einen Raum be
grenzt, der mit dem Druckmittelanschluß 30 b in Verbindung
steht. Der erste Zapfen 43 a ist über eine zweite Dichtung 41
innerhalb des Kolbens 39 abgedichtet, so daß ein über den
Druckmittelanschluß 30 b einströmendes Druckmittel den Kolben
39 und damit den Verbindungsbolzen 43, der von einem Füh
rungsteil 42 umschlossen wird, verschiebt. Das Führungsteil
42 stützt sich einerseits an einem Bund 42 c gegen den Kolben
39 und andererseits gegen eine Antriebsfeder 37 ab. Es ver
fügt auf seiner dem Kolben 39 zugewandten Seite über eine
größere zylindrische Ausnehmung 42 a, in der der Verbin
dungsbolzen 43 gegen den Druck einer Verriegelungsfeder 44
um einen begrenzten Hub verschiebbar ist. Letztere stützt
sich andererseits auf einer den zweiten Zapfen 43 b um
schließenden Scheibe 45 ab; die Scheibe 45 ruht wiederum auf
zwei Nadeln 46, die innerhalb zweier schräg nach unten ver
laufender, einander gegenüberliegender Schlitze 43 d inner
halb des zweiten Zapfens 43 b angeordnet sind. Die Schlitze
43 d reichen so weit in das Zentrum des zweiten Zapfens 43 b,
daß die Nadeln 46 dabei in eine Nut 31 h innerhalb des Nadel
schaftes 31 b formschlüssig eingreifen können.
Beim Ausbau der Füllnadel 31 wird nun der Verbindungsbolzen
43 über seinen ersten Zapfen 43 a vom Druckmittelanschluß 30 b
aus gegen den Druck der Verriegelungsfeder 44 nach unten
verschoben. Sein zweiter Zapfen 43 b kann dabei durch eine
zweite Bohrung 42 d des Führungsteils 42 hindurchgreifen, bis
er mit seinem zwischen dem ersten und dem zweiten Zapfen 43 a
bzw. 43 b befindlichen Bund an der stirnseitigen Begrenzung
der größeren Ausnehmung 42 a zur Anlage kommt. Dabei hat sich
die Scheibe 45 unter dem Druck der Verriegelungsfeder 44 in
nerhalb einer kleineren Ausnehmung 42 b des Führungsteils 42
soweit nach unten verschoben, daß sie an letzterer zur An
lage gekommen ist, so daß die Nadeln 46, die nunmehr ohne
Vorspannung innerhalb der Schlitze 43 d angeordnet sind, bei
Zugbeanspruchung der Füllnadel 31 nach unten zur Seite aus
weichen können. Damit ist die formschlüssige Verbindung des
Nadelschaftes 31 b innerhalb des zweiten Zapfens 43 b gelöst,
so daß die Füllnadel 31 nach unten herausgezogen werden
kann. Der Einbau der Füllnadel 31 erfolgt in umgekehrter
Richtung, ohne daß dabei die Nadeln 46 durch Herunterdrücken
des Verbindungsbolzens 43 entlastet werden müssen.
In Fig. 3b ist die Probe-Abgabeeinrichtung V 5 in ihrer
Füllstellung dargestellt. Der nicht dargestellte Kolben 39
wurde unter dem Einfluß eines Druckmittels so weit nach un
ten verschoben, daß das Führungsteil 42 am unteren Gehäuse
teil 29 zur Anlage kommt. Dadurch wurde die Füllnadel 31 so
weit nach unten verbracht, daß sie einen Stopfen 48 einer
Probeflasche 47 durchstoßen hat. Die untere erste und die
untere zweite Verbindungsöffnung 31 f bzw. 31 g befinden sich
nunmehr innerhalb des Kopfraums der Probeflasche 47. Die
obere erste Verbindungsöffnung 31 f mündet in die zweite Kam
mer 29 h, während die obere zweite Verbindungsöffnung 31 g in
nerhalb der ersten Kammer 29 g angeordnet ist. Damit ist in
dieser Stellung eine Verbindung zwischen dem ersten Anschluß
29 a für die Probeleitung 15 und dem Kopfraum der Probe
flasche 47 über das innere Rohr 31 d hergestellt. Über diesen
Verbindungsweg kann die Probemenge nunmehr aus dem Dosierge
fäß 7 über die Probeleitung 15 in die Probeflasche 47 über
führt werden. Ein zweiter Verbindungsweg zwischen dem Kopf
raum der Probeflasche 47 und der ersten Kammer 29 g wird über
den Ringraum 31 e zwischen dem äußeren Rohr 31 c und dem inne
ren Rohr 31 d hergestellt. Auf diesem Weg kann die aus der
Probeflasche 47 verdrängte Luft in die erste Kammer 29 g ent
weichen. Sie tritt unterhalb der mittleren Dichtung 36 über
die untere zweite Verbindungsöffnung 31 g aus, passiert die
Hülse 34 über ihre erste und zweite Öffnung 34 a bzw. 34 b und
gelangt von dort in den zweiten Anschluß 29 b für die Spül-
und Entlüftungsleitung 16. Unabhängig davon, ob die Probe
flasche 47 mittels Überdruck vom ersten Anschluß 29 a oder
mittels Unterdruck vom zweiten Anschluß 29 b befüllt bzw. be
saugt wird, bleiben die vorstehend beschriebenen Verbin
dungswege und die ihnen zugeordneten Fluide erhalten. Die in
Fig. 3b dargestellte Dichtungsanordnung ist für einen von
außen nach innen gerichteten Druckgradienten, d.h. für eine
Besaugung der Probeflasche 47 geeignet. Anstelle dieser
Dichtungen können auch solche eingesetzt werden, die unab
hängig von der Richtung des wirksamen Druckgradienten arbei
ten. Die dargestellte Dichtungsanordnung läßt sich ohne
weiteres um 180 Grad umdrehen, so daß eine Befüllung der
Probeflasche 47 mittels Überdruck über den ersten Anschluß
29 a ohne weiteres möglich ist.
Die Wirkungsweise der Anordnung zur Probeentnahme soll nach
folgend im Zusammenhang kurz erläutert werden. Während der
gesamten Übernahme der Milch durch die Annahmeleitung 1 ist
die Druckausgleichsleitung 13 über das Ausgleichs- und Be
lüftungsventil V 4 geöffnet, so daß die statischen Druckver
hältnisse im Kopfraum des Probevorlaufgefäßes 6 und dem
Kopfraum des Luftabscheiders 3 gleich sind. Die Entleerungs
leitung 14 ist über das Entleerungsventil V 6 und die Probe
leitung 15 ist über das Absperrventil V 7 geschlossen. Mit
der Eingabe des Startbefehls für die Übernahme der Milch in
der Annahmeleitung 1 wird gleichzeitig die Probe-Entnahme
einrichtung V 2 entsprechend dem vorgewählten Annahme-Mengen
bereich geöffnet, so daß während der Überführung der zu prü
fenden Milchmenge eine der veränderlichen Gesamtmenge pro
portionale, vom Staudruck abhängige Menge fortlaufend aus
der Annahmeleitung 1 entnommen und in das Probevorlaufge
fäß 6 überführt wird.
Nachdem die im Probevorlaufgefäß 6 abgezweigte Milchmenge
hinreichend durchmischt ist, wird das Ausgleichs- und Belüf
tungsventil V 4 umgeschaltet, so daß nunmehr über die Belüf
tungsleitung 19 und das Drosselventil V 10 Luft unter defi
nierten Bedingungen über die Druckquelle 18 in das Probevor
laufgefäß 6 eingeleitet werden kann. Das Absperrventil V 7
wird geöffnet, so daß nachfolgend in der Spülstellung der
Probe-Abgabeeinrichtung V 5 die Probeleitung 15, die Spül-
und Entlüftungsleitung 16 und sämtliche Flächen innerhalb
der Probe-Abgabeeinrichtung V 5, die mit der Probemenge des
vorherigen Lieferanten benetzt wurden, mit einem Teil der im
Probevorlaufgefäß 6 abgezweigten Milchmenge gereinigt wer
den. Dabei wird die Spülmenge durch das Dosiergefäß 7 hin
durchgeführt, da die Probeleitung 15 an dessen tiefster
Stelle einmündet. Der Spül- und Reinigungsvorgang wird durch
Schließen des Absperrventils V 7 beendet.
Zur Überführung der Probemenge in die Probeflasche wird die
Probe-Abgabeeinrichtung V 5 in ihre Füllstellung überführt.
Das Absperrventil V 7 wird geöffnet, so daß mittels Über
druck, ausgehend von der Druckquelle 18, die Probemenge in
die Probenflasche gedrückt wird. Die aus der Probeflasche
verdrängte Luft kann über die Spül- und Entlüftungsleitung
16 in den Kopfraum des Luftabscheiders 3 gelangen. Der Spül-
und Reinigungsvorgang, die Überführung der Restmenge in den
Luftabscheider 3 und die Überführung der Probemenge in
die Probeflasche erfolgen jeweils ausgehend vom Probevor
laufgefäß mittels Überdruck, der unter genau definierten Be
dingungen und wahlweise einstellbar von der Druckquelle 18
erzeugt wird. Im Anschluß an die Überführung der Probemenge
in die Probeflasche werden die Entlüftungsleitung 14 und die
Probeleitung 15 in Verbindung mit der Spül- und Entlüf
tungsleitung 16 (die Probe-Abgabeeinrichtung 5 befindet sich
nunmehr wiederum in ihrer Spülstellung) wahlweise gleich
zeitig oder nacheinander mittels Überdruck von der Druck
quelle 18 durchgeblasen, bis sie mit hinreichender Güte von
sämtlichen anhaftenden Flüssigkeitsresten befreit sind.
Die Anordnung gemäß Fig. 2 erlaubt auch die Überführung der
zu prüfenden Milchmenge in den Luftabscheider alternativ
mittels Überdruck. Die Maßnahmen, die hierzu notwendig sind,
wurden bereits in der vorstehenden Beschreibung zu Fig. 2
erläutert. Sie unterscheiden sich von den bereits beschrie
benen nur geringfügig. Auch alle weiteren Maßnahmen im Zuge
der Probebehandlung laufen so wie im vorstehend bereits be
schriebenen Verfahren ab.
Claims (4)
1. Anordnung zur Probeentnahme von mittels Unterdruck ange
saugter oder alternativ mittels Überdruck geforderter Milch
aus einer über einen Luftabscheider zu einem Sammelbehälter
führenden Förderleitung, der eine auf unterschiedliche
Eintrittsquerschnitte umschaltbare Entnahmevorrichtung im
Bereich vor dem Luftabscheider und eine an den Kopfraum des
Luftabscheiders angeschlossene Unterdruckquelle bzw. eine in
der Förderleitung vor der Entnahmevorrichtung angeordnete
Fördereinrichtung zugeordnet sind, bei der ein Probevor
laufgefäß mit Mischeinrichtung vorgesehen ist, das über eine
Zulaufleitung mit der Entnahmevorrichtung und über eine
ventilgesteuerte Druckausgleichsleitung und eine von einem
Absperrventil gesteuerte Probeleitung, die zu einer Probe-
Abgabeeinrichtung führt und sich von dort in einer Spül- und
Entlüftungsleitung fortsetzt, mit dem Kopfraum des Luftab
scheiders verbunden ist, und das eine von einem Entleerungs
ventil gesteuerte Entleerungsleitung aufweist, und wobei der
Anordnung eine ventilgesteuerte Einrichtung zur Unterteilung
der im Probevorlaufgefäß enthaltenen Milchmenge in eine
Probemenge zur Abführung zu einem Probegefäß und in eine
Restmenge zur Abgabe in den Luftabscheider zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Spülstellung der Probe-Abgabeeinrichtung (V 5)
deren erster Anschluß (29 a) für die Probeleitung (15) und
deren zweiter Anschluß (29 b) für die Spül- und Ent
lüftungsleitung (16) über zwei parallele Verbindungswege
innerhalb des Nadelschaftes (31 b) einer Füllnadel (31)
miteinander verbunden sind, wobei ein inneres Rohr (31 d)
mit endseitigen ersten Verbindungsöffnungen (31 f) zur
Umgebung des Nadelschaftes (31 b) den einen und ein
zwischen dem inneren Rohr (31 d) und einem äußeren Rohr
(31 c) gebildeter Ringraum (31 e) mit endseitigen zweiten
Verbindungsöffnungen (31 g) innerhalb des äußeren Rohres
(31 c) den anderen Verbindungsweg bilden.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Füllnadel (31) am oberen Ende ihres Nadelschaftes
(31 b) formschlüssig gegen Herausziehen nach unten
gehalten und nach unten ausbaubar ist.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die formschlüssige Halterung des Nadelschaftes (31 b)
als federbelastete Schnellspanneinrichtung (31 h, 42 bis
46) ausgebildet ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet,
daß bei einer dem zweiten Anschluß (29 b) für die Spül- und
Entlüftungsleitung (16) nachgeordneten Unterdruckquelle
eine untere und eine obere Dichtung (32 a, 32 b) jeweils
innen und ein zugeordneter unterer bzw. oberer Spreizring
(33 a, 33 b) jeweils außen angeordnet sind, und daß
alternativ bei einer dem ersten Anschluß (29 a) für die
Probeleitung (15) vorgeordneten Überdruckquelle die
umgekehrte Dichtungs- und Spreizringanordnung (32 a bis
33 b) vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19843448178 DE3448178C2 (en) | 1984-11-02 | 1984-11-02 | Arrangement for sampling milk |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19843448178 DE3448178C2 (en) | 1984-11-02 | 1984-11-02 | Arrangement for sampling milk |
| DE19843440092 DE3440092A1 (de) | 1984-11-02 | 1984-11-02 | Verfahren und anordnung zur probeentnahme und volumenmessung von milch |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3448178C2 true DE3448178C2 (en) | 1990-05-03 |
Family
ID=25826184
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19843448178 Expired - Lifetime DE3448178C2 (en) | 1984-11-02 | 1984-11-02 | Arrangement for sampling milk |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3448178C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3933754A1 (de) * | 1989-10-10 | 1991-04-18 | Schwarte Werk Gmbh | Vorrichtung zur abgabe von fluessigkeitsproben |
| DE9201647U1 (de) * | 1992-02-11 | 1992-06-04 | Kochsiek, Werner, 4920 Lemgo | Milchprobenvordosierung für Milchsammelfahrzeuge |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1236960B (de) * | 1966-05-05 | 1967-03-16 | Schwarte Gmbh Alfons | Vorrichtung zur UEbernahme von Milch aus Milchbehaeltern in Milchsammelbehaelter |
| DE1607022A1 (de) * | 1966-06-15 | 1970-07-09 | Otto Tuchenhagen | Vorrichtung zur Milchprobeentnahme |
| DE2245487B2 (de) * | 1972-09-15 | 1979-01-25 | Ahrens & Bode, Maschinen- Und Apparatebau, 3338 Schoeningen | Verfahren und Anordnung zur Probeentnahme von Milch |
-
1984
- 1984-11-02 DE DE19843448178 patent/DE3448178C2/de not_active Expired - Lifetime
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