DE3444051C2 - Neue Retinoide, deren Herstellung und Verwendung - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft neue Retinoide,
deren Herstellung und Verwendung im pharmazeutischen Prä
paraten auf der Basis dieser Retinoide. Die neuen Retinoide
sind Verbindungen der allgemeinen Formel
worin R einen über eine Hydroxygruppe gebundenen
Rest eines Zuckers oder einen über die Aminogruppe
gebundenen Rest eines Amino-Zuckers oder von O-
oder N-Acylaten, Acetalen, Methyl- oder
Aminoäthylglykosiden solcher Zucker darstellt und
n 1 oder n 2 ist.
Die in den Verbindungen der Formel I in Form des
Restes R enthaltenen Zucker sind insbesondere Monosaccharide
und Aminozucker wie Glucose, Fructose, Mannose, Galaktose,
Ribose, Xylose, Glucosamin, Fructosamin, Mannosamin und
Galaktosamin; und Disaccharide wie Saccharose, Lactose,
Maltose und Trehalose. Vorzugsweise liegen die Zucker in
der natürlichen (D)-Konfiguration vor. Als Derivate dieser
Zucker oder Aminozucker kommen z. B. O- oder N-Acylate,
Glycoside, Deoxyzucker, Acetale und Uronsäuren in Betracht.
Beispiele von Acylaten solcher Zucker oder Aminozucker sind
solche, in denen eine oder mehrere Hydroxygruppen oder die
Aminogruppe einen Acylrest, z. B. einen C1-6-Alkanoylrest wie
den Acetylrest tragen, wie 2,3,4-tri-O-Acetylglucose.
Beispiele von Aminoäthylglykosiden sind [Aminoäthyl]
glucosid, [Aminoäthyl]-2-deoxy-2-aminoglucosid und
[Aminoäthyl]-N-acetyl-tri-O-acetyl-2-deoxy-2-aminoglucosid.
Die Doppelbindungen in der Polyenkette, d. h. dem
9-(4-Nethoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-
nonatetraenylrest in den Verbindungen der Formel I können
cis- oder trans-Konfiguration haben. Bevorzugt sind Ver
bindungen der Formel I, in denen die Polyenkette all-trans
Konfiguration hat.
Die Verbindungen der Formel I können erfindungsgemäß
dadurch hergestellt werden, daß man einen Zucker oder
einen Aminozucker oder ein Derivat eines solchen Zuckers,
der mindestens eine freie Hydroxy- oder Aminogruppe ent
hält, mit einem reaktiven Derivat der 9-(4-Methoxy-2,3,6-
trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraensäure
umsetzt und gewünschtenfalls im Reaktionsprodukt ent
haltene reaktionsfähige Gruppen funktionell abwandelt.
Beispiele reaktiver Derivate der 9-(4-Methoxy-2,3,6-
trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraensäure
sind die Halogenide, insbesondere das Chlorid, reaktive
Amide wie das Imidazolid, und gemischte Anhydride. Die
erfindungsgemäße Acylierung kann in einem inerten orga
nischen Lösungsmittel, z. B. einem Kohlenwasserstoff, wie
Benzol oder Toluol oder einem Aether wie Dioxan oder
Tetrahydrofuran in Gegenwart einer Base, z. B. einem Amin,
wie Pyridin (das gleichzeitig als Lösungsmittel dienen
kann) durchgeführt werden. Die Reaktionstemperatur ist
nicht kritisch. Zweckmäßig arbeitet man bei Temperaturen
zwischen 0°C und 50°C, insbesondere bei 0°C bis 30°C.
Im Reaktionsprodukt enthaltene reaktionsfähige Gruppen
können gewünschtenfalls funktionell abgewandelt werden.
Beispielsweise können in Reaktionsprodukten der Formel I,
in denen R amidartig gebunden ist, im Rest R enthaltene
O-Acylgruppen durch Behandlung mit Basen, wie Alkali
metallalkoholaten, verseift werden.
Die Verbindungen der Formel I sind als Wirkstoffe für
Pharmazeutika, z. B. zur Behandlung von Neoplasmen, insbe
sondere zur topischen Verabreichung von Wert. Sie können
weiterhin zur Behandlung von Akne und Psoriasis, und zur
Behandlung von entzündlichen und allergischen Dermatosen
eingesetzt werden. Die Verbindungen zeichnen sich besonders
durch eine gute Verträglichkeit, z. B. das Fehlen von Haut
irritationen bei der topischen Verabreichung, aus.
Die tumorhemmende Wirkung der Verbindungen wurde an
Mäusen geprüft, bei denen durch Behandlung mit Dimethyl
benzanthracen und Krotonöl Papillome der Haut erzeugt
wurden. Durch Verabreichung von Verbindungen der Formel I
wurde eine Rückbildung der Papillome beobachtet. Weiter
hin wurde die Toxizität der Verbindungen anhand ihrer
Vitamin A-Wirksamkeit ermittelt. Die Versuchsmethodik
für diese Untersuchungen ist in Europ. J. Cancer Vol. 10,
731-737 (1974) beschrieben. Die Versuchsresultate sind in
Tabelle I zusammengefaßt.
Die den vorliegenden Verbindungen zugrunde liegende
Retinoidcarbonsäure ist z. B. aus der US-PS 4 224 244 bekannt
und besitzt ebenfalls tumorhemmende Wirkung. Im Gegensatz zu
dieser bekannten Verbindung sind die neuen Verbindungen bei
topischer Anwendung besser verträglich wie aus dem
nachstehenden Versuchsbericht (nachgereicht) deutlich wird.
a) Tumor-hemmende Wirkung und Vitamin-A-Hypervitaminoseaktivität: siehe
Europ. J. Cancer Vol. 10, 731-737 (1974).
b) Hautreizung: Eine 1%ige Lösung oder Suspension in Aceton wurde 8 mal
innerhalb von 10 Tagen auf die rasierte Rückhaut von 2 Meerschweinchen
aufgetragen. Am 11. Tag wurde die mittlere Hautreizung nach der folgenden
Skala bewertet:
| Keine Reaktion | |
| 0 | |
| Leichte Hautschuppung | 1 |
| mäßige - keine Entzündung | 2 |
| starke Hautschuppung, Entzündung, leichte Keratose | 3 |
| sehr starke Hautschuppung, Entzündung starke Keratose | 4 |
Mit dieser Versuchsanordnung wurden die nachstehenden Resultate erhalten:
Die Verbindungen der Formel I können als Heilmittel,
z. B. in Form pharmazeutischer Präparate, Anwendung finden.
Die zur systemischen Anwendung dienenden Präparate können
z. B. dadurch hergestellt werden, daß man eine Verbindung
der Formel I als wirksamen Bestandteil nicht-toxischen,
inerten, an sich in solchen Präparaten üblichen festen
oder flüssigen Trägern zufügt. Die Mittel können enteral
oder parenteral verabreicht werden. Für die enterale
Applikation eignen sich z. B. Mittel in Form von Tabletten,
Kapseln, Drage´s, Sirupen, Suspensionen, Lösungen und
Suppositorien. Für die parenterale Applikation sind Mittel
in Form von Infusions- oder Injektions-Lösungen geeignet.
Die Dosierungen, in denen die Verfahrensprodukte
verabreicht werden, können je nach Anwendungsart und An
wendungsweg sowie nach den Bedürfnissen der Patienten
variieren.
Die Verfahrensprodukte können in Mengen von ca. 5 bis
ca. 200 mg täglich in einer oder mehreren Dosierungen ver
abreicht werden. Eine bevorzugte Darreichungsform sind
Kapseln mit einem Gehalt von ca. 10 mg bis ca. 100 mg
Wirkstoff.
Die Präparate können inerte oder auch pharmakodyna
misch aktive Zusätze enthalten. Tabletten oder Granula
z. B. können eine Reihe von Bindemitteln, Füllstoffen,
Trägersubstanzen oder Verdünnungsmitteln enthalten.
Flüssige Präparate können beispielsweise in Form einer
sterilen, mit Wasser mischbaren Lösung vorliegen. Kap
seln können neben dem Wirkstoff zusätzlich ein Füllmate
rial oder Verdickungsmittel enthalten. Des weiteren können
geschmacksverbessernde Zusätze, sowie die üblicherweise
als Konservierungs-, Stabilisierungs-, Feuchthalte- und
Emulgiermittel verwendeten Stoffe, ferner auch Salze zur
Veränderung des osmotischen Druckes, Puffer und andere
Zusätze vorhanden sein.
Die vorstehend erwähnten Trägersubstanzen und Ver
dünnungsmittel können aus organischen oder anorganischen
Stoffen, z. B. aus Wasser, Gelatine, Milchzucker, Stärke,
Magnesiumstearat, Talkum, Gummi arabicum und Polyalkylengly
kolen bestehen. Voraussetzung ist, daß alle bei
der Herstellung der Präparate verwendeten Hilfsstoffe
untoxisch sind.
Zur topischen Anwendung werden die Verfahrensprodukte
zweckmäßig in Form von Salben, Tinkturen, Crèmen, Lö
sungen, Lotionen, Sprays und Suspensionen verwendet.
Bevorzugt sind Salben und Crèmen sowie Lösungen. Diese
zur topischen Anwendung bestimmten Präparate können da
durch hergestellt werden, daß man die Verfahrensprodukte
als wirksamen Bestandteil nichttoxischen, inerten, für
topische Behandlung geeigneten, an sich in solchen Präparaten
üblichen festen oder flüssigen Trägern zumischt.
Für die topische Anwendung sind zweckmäßig ca. 0,01
bis ca. 0,3%ige, vorzugsweise 0,02 bis 0,1%ige Lösungen,
sowie ca. 0,05 bis ca. 5%ige, vorzugsweise ca. 0,1 bis
ca. 2%ige, Salben oder Crèmen geeignet.
Den Präparaten kann gegebenenfalls ein Antioxydations
mittel, z. B. Tocopherol, N-Methyl-γ-tocopheramin sowie
butyliertes Hydroxyanisol oder butyliertes Hydroxytoluol
beigemischt werden.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter
erläutern.
Eine Lösung von 15,6 g Methyl-α-D-glucopyranosid in
150 ml Pyridin wurde bei 0° mit einer Lösung von 9-(4-
Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nona
tetraenoylchlorid (hergestellt aus 13 g der entsprechenden
Säure) in 200 ml Toluol 2 Stunden unter Argon gerührt. Das
Gemisch wurde weitere 2 Stunden bei 0° und weitere 2 Stun
den bei Raumtemperatur gerührt, und dann zur Trockne ein
gedampft. Chromatographie an Silicagel mit Hexan-Aethyl
acetat als Elutionsmittel lieferte vier Produkte. Als am
wenigsten polare Fraktion wurden 2,1 g [Methyl]-2,6-bis-O-
[9-(4-methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-
nonatetraenoyl]-α-D-glucopyranosid, Schmelzpunkt 144-145°
(aus Aethylacetat-Isopropyläther), [α]25 D = +59,0° (c = 1
in Chloroform) erhalten.
Als nächstes Produkt wurden 0,6 g [Methyl]-4-O-[9-(4-
methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nona
tetraenoyl]-α-D-glucopyranosid, Schmelzpunkt 159-160°
(aus Aethylacetat-Isopropyläther), [α]25 D = +147,60 (c = 1
in Chloroform) erhalten.
Als dritte Substanz wurden 2 g [Methyl]-2-O-[9-(4-
methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nona
tetraenoyl]-α-D-glucopyranosid, Schmelzpunkt 197° (aus
Aethylacetat), [α]25 D +176,6° (c = 1 in Pyridin) erhalten.
Als letztes Produkt wurde 1 g [Methyl]-6-O-[9-(4-
methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nona
tetraenoyl]-α-D-glucopyranosid als Schaum erhalten,
[α]25 D = +28,9° (c = 1 in Chloroform).
In Analogie zu Beispiel 1 wurden durch Acylierung von
D-Trehalosedihydrat mit einem Äquivalent Säurechlorid die
6,6-bis-O-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-
2,4,6,8-nonatetraenoyl]-D-trehalose, Schmelzpunkt 163-164°
(aus Methanol), [α]25 D = +58,2° (c = 1 in Chloroform) in
einer Ausbeute von 8% erhalten.
Zu einer Suspension von 16,3 g 9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethyl
phenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraensäure in 200 ml
Dioxan wurden bei 0° unter Rühren 6,9 ml Triäthylamin und
4,8 ml Chlorameisensäureäthylester gegeben. Das Gemisch
wurde 2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt und dann mit
einer Lösung von 10,8 g D-Glucosamin-hydrochlorid in 15 ml
Wasser und 6,9 ml Triäthylamin versetzt. Nach 5 Stunden
Rühren wurde der Niederschlag gesammelt, mit Aether ge
waschen und an Silicagel chromatographiert. Elution mit
Methanol-Dioxan lieferte 12,9 g 2-Deoxy-2-[9-(4-methoxy-
2,3,6-dimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraen
amido]-D-glucose, Schmelzpunkt 195° (aus Äthanol, Zer
setzung), [α]25 D = +43,1° (c = 1 in Pyridin) erhalten.
Eine Lösung von 19,5 g [2-Aminoäthyl]-2-acetamido-
3,4,6-tri-O-acetyl-2-deoxy-β-D-glucopyranosid in 400 ml
Pyridin wurde wie in Beispiel 1 beschrieben acyliert. Der
nach Eindampfen des Reaktionsgemisches erhaltene Trocken
rückstand wurde in 3 l Chloroform gelöst, die Lösung mit
Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet und zu
einem Sirup eingedampft. Chromatographie an einer Silicagel
säule mit Chloroform und Äthanol als Elutionsmittel lie
ferten 19,8 g [2-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-
dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenamido]äthyl]-2-acetamido-3,4,6-
tri-O-acetyl-2-deoxy-β-D-glucopyranosid, Schmelzpunkt 228°
(aus 2-Propanol), [α]25 D = -49,9° (c = λ in Chloroform).
Eine Suspension von 12 g [2-[9-(4-Methoxy-2,3,6-tri
methylphenyl)-3,7-dimetyl-2,4,6,,8-nonatetraenamido]äthyl]-
2-acetamido-3,4,6-tri-O-acetyl-2-deoxy-β-D-glucopyranosid
in 500 ml Methanol wurden mit 40 ml 0,5 N methanolischem
Natriummethoxid behandelt. Nach 20 Minuten Rühren bei
Raumtemperatur wurden die Kristalle abfiltriert, mit Metha
nol gewaschen und aus Methanol umkristallisiert. Man er
hielt 7,4 g [2-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-
dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenamido]äthyl]-2-acetamido-2-
deoxy-β-D-glucopyranosid, Schmelzpunkt 223°, [α]25 D = -25,0°
(c = 1 in Dimethylsulfoxid).
Eine Lösung von 1,6 g 1-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethyl
phenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]imidazol und
5,62 g β-D-Glucose in 180 ml Pyridin wurde nach Zusatz
einer Spatelspitze Imidazolnatrium 5 Stunden bei 30° ge
rührt. Danach wurde das Reaktionsgemisch unter vermindertem
Druck eingedampft, der Rückstand in 500 ml n-Butanol gelöst
und die Lösung zweimal mit je 150 ml Phosphatpuffer (pH 7)
und viermal mit je 200 ml Eiswasser extrahiert. Die orga
nische Lösung wurde dann unter vermindertem Druck einge
dampft und der Rückstand an 90 g Silicagel chromatogra
phiert. Elution mit Isopropanol-Methylenchlorid (1 : 1)
lieferte D-Glucopyranosyl-9-(4-methoxy-2,3,6-trimethyl
phenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraensäureester als
α,β-Anomerengemisch.
Das als Ausgangsmaterial verwendete Imidazolid wurde
wie folgt hergestellt:
25,1 g 9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-
dimethyl-2,4,6,8-nonatetraensäure und 37,3 g N,N-Carbonyl
diimidazol wurden in 890 ml Tetrahydrofuran gelöst und
18 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Das Reaktionsge
misch wurde dann unter Rühren auf 9 l Wasser gegossen,
15 Minuten gerührt und abfiltriert. Der Rückstand wurde
in 1 l Methylenchlorid gelöst, über Natriumsulfat getrock
net und eingedampft. Umkristallisation aus Methylenchlorid-
Pentan lieferte das 1-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethyiphenyl)-
3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]imidazol in Form orange
gelber Kristalle vom Schmelzpunkt 184-185°.
7,0 g 1-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-
dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]imidazol und 6,34 g
D-(+)-Maltose wurden in 500 ml Pyridin gelöst und nach
Zusatz einer Spatelspitze Imidazolnatrium 18 Stunden bei
Raumtemperatur gerührt. Das Reaktionsgemisch wurde unter
vermindertem Druck eingedampft, der Rückstand in 2 l
n-Butanol gelöst und viermal mit je 250 ml Phosphatpuffer
(pH 7) extrahiert. Die organische Phase wurde eingedampft
und der Rückstand an 180 g Silicagel chromatographiert.
Elution mit Isopropanol-Methylenchlorid lieferte [4-O-α-D-
Glucopyranosyl-D-glucopyranosyl]-9-(4-methoxy-2,3,6-tri
methylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraensäureester
als α,β-Anomerengemisch.
In Analogie zu Beispiel 7 wurde aus 1-[9-(4-Methoxy-
2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]
imidazol und D-Ribose der D-Ribofuranosyl-9-(4-methoxy-
2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraen
säureester als Gemisch der α- und β-Anomeren erhalten.
In Analogie zu Beispiel 7 wurde aus [9-(4-Methoxy-
2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]
imidazol und L-Rhamnose die 1-O-[9-(4-Methoxy-2,3,6-tri
methylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl)-L-rham
nose, [α]25 D = +6,9° (c = 1 in Chloroform) erhalten.
In Analogie zu Beispiel 7 wurde aus 2-Acetamido-2-
deoxy-D-glucose und 1-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-
3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]imidazol die 2-Acet
amido-2-deoxy-1,6-bis-O-[9-(4-methoxy-2,3,6-trimethyl
phenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]-D-glucose,
Schmelzpunkt 128-130°C (aus Aethylacetat-Hexan) erhalten.
In Analogie zu Beispiel 7 wurde aus 4,6-O-Aethyliden-
D-glucose und 1-[9-(4-Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-
dimethyl-2,4,6,8-nonatetraenoyl]imidazol die 4,6-O-Aethyli
den-1-O-[9-(4-methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-
2,4,6,8-nonatetraenoyl]-D-glucose, Schmelzpunkt 146-147°C
(aus Tetrahydrofuran-dexan) erhalten.
Kapseln zur oralen Verabreichung können folgende Zu
sammensetzung aufweisen:
| pro Kapsel | |
| Verbindung der Formel I|0,1 mg | |
| Wachsmischung | 50,5 mg |
| Pflanzenöl | 98,9 mg |
| Trinatriumsalz der Aethylendiamintetraessigsäure | 0,5 mg |
Eine Salbe kann in üblicher Weise aus folgenden Be
standteilen hergestellt werden:
Claims (9)
1. Verbindungen der allgemeinen Formel
worin R einen über eine Hydroxygruppe gebundenen
Rest eines Zuckers oder einen über die Aminogruppe
gebundenen Rest eines Amino-Zuckers oder von O-
oder N-Acylaten, Acetalen, Methyl- oder
Aminoäthylglykosiden solcher Zucker darstellt und
n 1 oder n 2 ist.
2. Verbindungen gemäß Anspruch 1, in denen der
Zucker ein Nono- oder Disaccharid ist.
3. Verbindungen gemäß Anspruch 1, in denen sich der
Zuckerrest von Glucose, Maltose, Trehalose oder Ribose
oder einem Derivat davon ableitet.
4. Verbindungen gemäß den Ansprüchen 1-3, in denen
die Polyenkette all-trans Konfiguration hat.
5. [4-O-α-D-Gluccpyranosyl-D-glucopyranosyl]-9-
(4-methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-
nonatetraensäureester.
6. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel I
von Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in jeweils an
sich bekannter Weise einen Zucker oder einen Aminozucker oder
ein Derivat davon mit einem reaktiven Derivat der 9-(4-
Methoxy-2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl-2,4,6,8-nona
tetraensäure umsetzt und gewünschtenfalls im Reaktionsprodukt
enthaltene reaktionsfähige Gruppen funktionell abwandelt.
7. Verwendung einer Verbindung gemäß den Ansprüchen 1-5 als
Arzneimittel.
8. Verwendung einer Verbindung gemäß den Ansprüchen 1-5 zur
Behandlung von Neoplasien, Akne oder Psoriasis.
9. Verwendung einer Verbindung gemäß den Ansprüchen 1-5 zur
Herstellung eines Mittels zur Behandlung von Neoplasien, Akne
oder Psoriasis.
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