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Vorrichtung zur Reinigung und Pflege
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von Flugzeugen Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung'und
Pflege von Flugzeugen mit einer höhenverstellbaren Arbeitsbühne und einem Druckschlauch,
der an seinem vorderen Ende mit einer handbetätigten Sprühdüse versehen ist.
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Zur Beseitigung von korrodierenden Substanzen und korrosionsfördernden
Verunreinigungen müssen Flugzeuge in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Durch
diese Reinigung verringert sich der Gesamtwiderstand des Flugzeuges, wodurch der
Treibstoffverbrauch gesenkt wird. Um ein Eindringen korrodierender Substanzen in
die Oberfläche des Flugzeuges zu verhindern, ist es darüber hinaus angezeigt, Flugzeuge
nach dem Waschen zu wachsen. Das über eine hohe Festigkeit verfügende Wachs sorgt
dafür, daß Feuchtigkeit an der Flugzeugoberfläche abperlt. Der Wachsfilm verringert
darüber hinaus eine Korrosionsbildung. 1 Zum Reinigen und Pflegen der Oberfläche
von Flugzeugen werden bisher im Dock oder Hangar vorhandene Hilfsvorrichtungen benutzt,
die es dem Wartungspersonal gestatten, an die teilweise sehr hoch über dem Boden
liegenden Flächen der Flugzeuge heranzukommen. Da diese Hilfseinrichtungen jedoch
nicht für das Reinigen und Pflegen der Außenfläche von Flugzeugen bestimmt sind,
ergeben sich für das Wartungspersonal häufig ungünstige Arbeitspositionen. Außerdem
sind lange Wege mit
dem teilweise schweren Reinigungsgerät zurückzulegen.Schließ
lich läßt sich nicht vermeiden, daß die Hilfsvorrichtungen mit dem Waschwasser in
Berührung kommen, so daß auch diese regelmäßig gesäubert werden müssen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Reinigung
und Pflege von Flugzeugen der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, welche die
Arbeiten für das Personal erheblich vereinfacht und die Zeiten für die Reinigung
und Pflege erheblich verkürzt, so daß sich die Stillstandszeiten der Flugzeuge maßgeblich
reduzieren lassen. Schließlich soLl auch der Investitionsaufwand für die Hilfsmittel
zum Zwecke des Reinigens und Pflegens der Außenseite von Flugzeugen entscheidend
herabgesetzt und die Möglichkeit geschaffen werden, Flugzeuge außerhalb von Docks
und Hangars zu behandeln.
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Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß die Arbeitsbühne am freien Ende eines teleskopierbaren Auslegers
angeordnet ist, der gemeinsam mit einem Wassertank, einem Reinigungsmitteltank,
einer Dosiervorrichtung für die Beimischung des Reinigungsmittels zum Wasser, einer
Enthärtungsanlage für das Wasser und mindestens einer mit mindestens einem Drucl<schlauch
versehenen Hochdruckpumpe auf einer Plattform angeordnet ist, die um eine senkrechte
Achse frei drehbar auf dem Fahrgestell eines Fahrzeuges angeordnet ist. Gemäß einem
weiteren Merkmal der Erfindung ist die Arbeitsbühne um mindestens eine Achse drehbar
am freien Ende des teleskopierbaren Auslegers angeordnet, der seinerseits um eine
waagerechte Achse verschwenkbar auf der Plattform angeordnet ist Mit dem Vorschlag
der Erfindung wird eine technische Ausstattung zur Reinigung und Pflege von Flugzeugen
geschaffen, die unter Verzicht auf bauseitige Einrichtungen das Bedienungspersonal
in der jeweils günstigsten Stellung an die zu reinigendentzw. zu pflegenden Außenflächen
des Flugzeuges heranbringt. Hierdurch wird jedoch nicht nur die Arbeit des
Bedienungspersonals
erleichtert,sondern auch die Qualität des Wasch- und Pflegevorganges verbessert.
Das Bedienungspersonal muß nicht mehr auf den bauseits vorhandenen Hilfseinrichtungen
lange Wege mit dem Reinigungsgerät zurücklegen.
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Die einzelnen Außenflächen des Flugzeuges können zusammenhängend in
systematischer Weise gereinigt werden. Schließlich wird eine Verschmutzung der Hilfsmittel
vermieden, da sowohl Waschwasser als auch Wachs gezielt ausschließlich aufi die
Oberfläche des Flugzeuges aufgebracht werden können.
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Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin,
daß sie auch außerhalb eines Hangars eingesetzt werden kann.
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Durch den Einbau einer Enthärtungsanlage werden Wasser- und Kalksteinabsonderungen
auf den Flugzeugoberflächen vermieden, die in Form von Streifen sichtbar sind. Die
in hohem Maße für eine Korrosionsbildung ursächlichen Wasser- und Kalsteinabsonderungen
werden auch in denjenigen Regionen verhindert, in denen das Leitungswasser einen
hohen Härtegrad besitzt.
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Das erfindungsgemäß enthärtete Wasser hat darüber hinaus den Vorteil,
daß es eine höhere Reinigungswirkung erzielt. Diese Reinigungswirkung kann erfindungsgemäß
weiter dadurch erhöht werden, daß der Wassertank durch eine mit mindestens einem
Brenner versehene Heizvorrichtung beheizbar ist, deren Brennstofftank ebenfalls
auf dem Fahrzeug angeordnet ist.
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Um die erfindungsgemäße Vorrichtung vollständig unabhängigbetreiben
zu können, wird gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung auf dem Fahrzeug ein
von einem Verbrennungsmotor angetriebener Stromerzeuger angeordnet, dessen Strom
insbesondere zum Antrieb der Hydraulikaggregate verwendet wird, die den teleskopierbaren
Ausleger betätigen. Erfindungsgemäß ist das Fahrzeug weiterhin mit einem Frostwächter
und einem Feuerlöscher ausgestattet.
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Damit gleichzeitig mehrere Bedienungspersonen auf der Arbeitsbühne
arbeiten können, sind vorzugsweise mehrere Hochdruckschläuche über die Enthärtungsanlage
an den Wassertank angeschlossen. Der auf dem Fahrzeug angeordnete Wassertank ist
hierbei gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung mit einem Anschlußstutzen für
einen Füllschlauch versehen. Sofern die erfindungsgemäße Vorrichtung unabhängig
vom Wassernetz arbeiten soll, ist es erfindungsgemäß möglich, den Füllschlauch mit
einem vorzugsweise auf einem Anhänger für das Fahrzeug angeordneten Wasservorratsbehälter
zu verbinden. Mit Hilfe dieses Wasservorratsbehälters, der auf einfache Weise mit
seinem Anhänger vom Fahrzeug nachgezogen werden kann, ist ein Einsatz der erfindungsgemäßen
Vorrichtung auch außerhalb von Docks und Hangars und fernab von jeder ortsfesten
Wasserversorgung möglich.
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Mit der Erfindung wird schließlich vorgeschlagen, die Sprühdüse jedes
Hochdruckschlauches gegen eine Dampfstrahldüse auswechselbar auszuführen, der mit
Hilfe der einstellbaren Hochdruckpumpe und der Heizvorrichtung eine Reinigungsflüssigkeit
mit einem Dampfanteil bis zu 25m zuführbar ist. Hierzu ist es lediglih erforderlich,
einen möglichst hohen Druck an der Hochdruckpumpe und eine hohe Temperatur an der
Heizvorrichtung einzustellen, damit ein Teil des aus dem Wassertank zugeführten
Wassers verdampft. Durch diesen Dampfanteil ßn der gegebenenfalls mit Reinigungsmittel
versehenen Reinigungsflüssigkeit lassen sich auch stark verschmutzte Außenflächen
des Flugzeugs auf einfache Weise und in kürzester Zeit reinigen.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung dargestellt, und zwar zeigen: Fig.l eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und Fig.2 eine Draufsicht auf Fig.l.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt ein Fahrzeug 1 mit einem Führerhaus
la, wobei auf das Fahrgestell lb des Fahrzeuges 1 ein teleskopierbarer Ausleger
2 unmittelbar hinter dem Führerhaus la aufgebaut ist. Der beim dargestellten Ausführungsbeispiel
aus drei teleskopierbaren Teilen bestehende Ausleger 2 ist sowohl um eine senkrechte
Achse 2a als auch um eine waagerechte Achse 2b verschwenkbar. Am freien Ende des
Auslegers 2 ist eine Arbeitsbühne 3 drehbar angeordnet.
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Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt sich die Beweglichkeit
der Arbeitsbühne 3 gegenüber dem Ausleger 2 durch eine senkrechte Drehachse 3a sowie
eine waagerechte Schwenkachse 3b.
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Durch die voranstehend beschriebene Ausbildung ist die Arbeitsbühne
3 nicht nur in der Höhe verstellbar, sondern kann auch relativ zum Fahrzeug 1 in
waagerechter Richtung bewegt werden. Durch die gelenkige Anordnung der Arbeitsbühne
3 am Ausleger 2 ergibt sich schließlich die Möglichkeit, die Arbeitsbühne 3 stets
optimal an die jeweils zu reinigende Außenfläche eines Flugzeuges anzupassen. In
Fig.l ist ein Hydraulikzylinder 4 zu erkennen, durch den der Ausleger 2 gegenüber
dem Fahrgestell lb in der Höhe verschwenkbar ist.
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Um auch bei weit ausgefahrener Arbeitsbühne 3 die Standsicherheit
des Fahrzeuges 1 zu garantieren, ist dieses mit Stützauslegern 5 versehen.
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Hinter dem Ausleger 2 befindet sich auf dem Fahrgestell Ib ein abschließbares
Gehäuse 6, welches die technischen Geräte zur Durchführung der Reinigungs- und Pflegearbeiten
enthält.
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Hinter diesem Gehäuse 6 ist auf dem Fahrgestell lb ein Reinigungsmitteltank
7 angeordnet.
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Im Inneren des Gehäuses 6 befindet sich ein Wassertank 8, der zum
Befüllen mit einem Anschlußstutzen 8a versehen ist. Dem Wassertank 8 ist eine Heizvorrichtung
9 zugeordnet, die vorzugsweise
mit Heizöl betrieben wird und mindestens
einen Brenner umfaßt. Das Heizöl befindet sich in einem Brennstofftank 10. Aus diesem
Brennstofftank 10 kann auch ein Verbrennungsmotor 11 versorgt werden, der einen
Stromerzeuger 12 antreibt. Der mit Hilfe dieses Stromerzeugers 12 erzeugte Strom
dient insbesondere dem Antrieb bzw. der Betätigung der vorhandenen Hydraulikaggregate
und Pumpen.
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An den Wassertank 8 ist eine Enthärtungsanlage 13 angeschlossen. Uber
diese Enthärtunganlage 13 steht sowohl der Wassertank 8 als auch der Reinigungsmitteltank
7 durch entsprechende Leitungen mit einer Dosiervorrichtung 14 in Verbindung, in
der dem enthärteten und gegebenenfalls aufgewärmten Wasser Reinigungsmittel dosiert
beigegeben wird.
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Die Dosiervorrichtung gestattet es, entsprechend der jeweiligen Reinigungsaufgabe
dem Wasser eine bestimmte Menge Reinigungsmittel zuzumischen. Selbstverständlich
ist es möglich,lediglich enthärtetes, nicht mit Reinigungsmnittel versehenes Wasser
zu entnehmen, insbesondere wenn gereinigte Flächen nachgespült werden sollen.
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Der Dosiervorrichtung 14 sind beim dargestellten Ausführungsbeispiel
zwei Hochdruckpumpen 15 nachgeschaltet, die die Reinigungsflüssigkeit jeweils einem
Hochdruckschlauch 16 zuführen. Diese Hochdruckschläuche 16 sind jeweils durch einen
Schlauchanschluß 17 an das Gehäuse 6 angeschlossen und verlaufen bis zur Arbeitsbühne
3. Vorzugsweise sind selbsttätige Aufwickelvorrichtungen für die Hochdruckschläuche
16 vorgesehen, so daß deren freie Länge dem jeweiligen Abstand der Arbeitsbühne
3 von den Schlauchanschlüssen 17 entspricht und der Rest der Länge heschädigungssicher
im Gehäuse 6 untergebracht ist.
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Am freien, auf der Zeichnung nicht dargestellten Ende der Hochdruckschläuche
16 ist jeweils eine handbetätigte Pistole
oder Lanze angeordnet,
die zum Versprühen der Reinigungsflüssigkeit bzw. des gehärteten Wassers dient.
Die zu diesem Zweck vorgesehene Sprühdüse kann durch eine Dampfstrahldüse ersetzt
werden, wenn der Druck der Hochdruckpumpen 15 und die Temperatur des Wassers derart
erhöht werden, daß den Hochdruckschläuchen 16 Reinigungsflüssigkeit mit einem Dampfanteil
bis zu 25 zugeführt wird.
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Da der Wassertank 8 nur ein begrenztes Fassungsvermögen hat, besteht
die Möglichkeit, diesen Wassertank 8 über seinen Anschlußstutzen 8a mit einem Wasservorratsbehälter
zu verbinden, der auf einem au er Zeichnung nicht dargestellten Anhänger angeordnet
ist, der ständig hinter dem Fahrzeug 1 angekuppelt ist. Auf diese Weise ist es möglich,
die beschriebene Vorrichtung auch hinsichtlich der Reinigungsflüssigkeit unabhängig
von einem ortsfesten Wsssernetz zu machen.
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Bezugszeichenliste: 1 Fahrzeug la Führerhaus lb Fahrgestell lc Plattform
ld Achse 2 Ausleger 2a Achse 3 Arbeitsbühne 3q Drehachse 3b Schwenkachse 4 Hydraulikzylinder
5 Stützausleger 6 Gehäuse 7 Reinigungsmitteltank 8 WassertanI< 8a Anschlußstutzen
9 Heizvorrichtung 10 Brennstofftank 11 Verbrennungsmotor 12 Stromerzeuger 13 Enthärtungsanlage
14 Dosiervorrichtung 15 Hochdruckpumpe 16 Hochdruckschlauch 17 Schlauchanschluß