DE3328272C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein elektrisches Gasschweißverfahren
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
sowie ein Gasgemisch.
Bei diesem Verfahren wird die Hitze zum Schweißen
durch einen elektrischen Strom erzeugt, der zwischen
einer Abschmelz-Elektrode und einem getrennten
Werkstück fließt. Die Elektrode verzehrt sich
selbst nach Maßgabe ihres kontinuierlichen Vorschubs
zum Schweißbereich und wird dabei zum Zusatzmaterial,
das sich mit dem Grundwerkstoff vermischt
oder legiert, um die Schweißnaht zu bilden.
Das Puddle- oder Schweißgut wird durch eine Gasumhüllung
vor Verunreinigung geschützt. Diese Gasumhüllung
oder -abschirmung besteht aus einem die
Elektrode und das Schweißgut umgebenden Gasstrom.
Es sind drei verschiedene Arten von GMA-Schweißverfahren
bekannt, die sich durch ihre Lichtbogeneigenschaften
sowie durch die Art und Weise unterscheiden,
nach der Metall von der Abschmelz-Elektrode
auf das Werkstück übertragen wird.
Hierbei wird in einem ersten Verfahren des Sprüh
lichtbogenschweißens Metall vom Ende der Elektrode
auf das Werkstück oder Schweißgut in einem Fluß
oder einer Reihe von kleinen Schmelztröpfchen übertragen.
Die Übertragung beim Sprühlichtschweißen
läuft ab bei bisher als relativ hoch angesehenen
Stromdichten. Die Übertragung wird normalerweise
in Argon oder in einer mit Argongas angereicherten
Atmosphäre durchgeführt.
Beim nächsten zu erwähnenden Verfahren
wird ein verhältnismäßig
großes Kügelchen am Elektrodenende gebildet,
das dann auf das Werkstück fällt, wenn die
Schwerkraft die Oberflächenspannung des Schmelztropfens
überwindet. Bei der Überführung des Kügelchens
über den Lichtbogen wird es den Kräften im
Lichtbogen ausgesetzt und nimmt dabei eine unregelmäßige
Gestalt sowie eine rotierende Bewegung an.
Dies führt manchmal dazu, daß sich das Kügelchen
wieder mit der Elektrode und dem Grundwerkstoff verbindet
und somit einen Kurzschluß bewirkt, wobei der
Lichtbogen für diesen Augenblick gelöscht wird.
Eine Übertragung dieser Art läuft bei gegenüber dem
Sprühlichtschweißen niedrigeren Stromdichten sowie
unter verschiedenartigen Schutz- oder Umhüllungsgasen
ab.
Die Kurzschlußübertragung des dritten Verfahrens
eignet sich aufgrund der relativ geringen Wärmeübertragung
besonders gut zum Schweißen von dünnem Profilstahl.
Bei einer derartigen Übertragung wird am
Ende der Elektrode ein aus flüssigem Metall bestehendes
Kügelchen gebildet, das zunehmend länger wird,
bis es zum Kontakt und somit zum Kurzschluß kommt.
Auch hier kommt die Metallübertragung durch Schwerkraft
und Oberflächenspannung zustande. Wird die
Brücke zwischen der Elektrode und dem
Werkstück durch eine Pinch- oder Quetschkraft zerbrochen,
kommt es zu einer Unterbrechung des Lichtbogens,
wonach der Lichtbogen wiederhergestellt wird;
und der Zyklus erneut einsetzt. Normalerweise wird
eine solche Übertragung in einer Schutzgasatmosphäre
aus Kohlendioxid, Argon/Kohlendioxid oder Helium
durchgeführt. Werden hier hohe Stromdichten und
normale Lichtbogenspannungen verwendet, läuft
die Metallübertragung bei diesem Verfahren weit
heftiger ab, so daß es zu einem Verspritzen des
Schweiß- oder Zusatzmaterials kommt, und zwar derart,
daß eine Schweißung zustande kommt, die sowohl
nach ihrem Aussehen als auch ihrer räumlichen
Beschaffenheit nicht zufriedenstellend ist.
Die Charakteristika der Metallübertragung in den
drei Verfahren lassen sich wie folgt zusammenfassen:
| Verfahren | |
| Metallübertragung | |
| 1. Sprühlichtbogen (langer Lichtbogen) | |
| Besonders kleine Tröpfchen - kein Kurzschließen | |
| 2. Globular (langer Lichtbogen) | Große Tröpfchen - willkürlich auftretender Kurzschluß möglich |
| 3. Kurzschluß (kurzer Lichtbogen) | Kurzschließen |
Beim Gasmetallichtbogenschweißen von Nichteisenstoffen
werden am häufigsten Argon (siehe DE 21 33 257 A1) und Helium als Schutzgase
verwendet, die beide vollständig inert sind.
Obgleich diese beiden Gase gleichermaßen inert sind,
unterscheiden sie sich jedoch hinsichtlich ihrer Eigenschaften.
Diese Unterschiede spiegeln sich in der
Metallübertragung durch den Lichtbogen hindurch,
in der Schmelznahtdurchdringung, der Gestalt der
Schweiße und der Hinterschneidung sowie weiterer
Schweißvariablen wider.
Hierbei weist Helium eine höhere Wärmeleitfähigkeit
als Argon auf. Für eine gegebene Lichtbogenlänge
und einen gegebenen Strom liegt die Lichtbogenspannung
beim Schutzgas Helium höher als beim Schutzgas
Argon. Demzufolge wird auch mit einem gegebenen
Strom beim Schutzgas Helium mehr Wärme erzeugt als
bei Argon als Schutzgas. Hierdurch erweist sich Helium
für das Schweißen von dicken Metallen, insbesondere
denen von hoher Wärmeleitfähigkeit wie Aluminium-
und Kupferlegierungen als vorteilhafter.
Demgegenüber zieht man Argon vor, wenn man dünnere
Teile aus Metall und Metalle mit einer niedrigen Wärme
leitfähigkeit verschweißt. Dies trifft insbesondere
beim Schweißen in von der Flachstellung abweichenden
Stellungen zu.
Die Schweißraupen- und Durchdringungsmuster weichen
für Argon und Helium sowie deren Gemischen voneinander
ab. Die mit Helium geschaffenen Schweißungen
haben gegenüber denen mit Argon breiteren Raupen.
Auch sind die Schweißstellen, die beim Schweißen unter Argon entstehen,
in der Mitte tiefer durchdrungen
als an den Kanten. Helium wurde dem Argon beigegeben,
um an die Durchdringung der Verbindungsstelle unter
Wahrung der gewünschten Metallübertragungscharakteristik
von Argon zu erhöhen. Die Form oder Gestalt der
Schweißraupe und Durchdringung werden von diesen
Charakteristiken der Metallübertragung weitgehend be
einflußt. Die Übertragung beim Sprühlichtbogenschweißen
führt aufgrund des Plasmaeffekts zu
relativ tiefer Durchdringung längs der Mittellinie
der Schweißungen und zu relativ flacher Durchdringung
an den Rändern. Die Übertragungen beim Globular-
und Kurzschlußverfahren führen zu breiterer und
flacherer Durchdringung. In der Regel läßt sich die
Übertragung beim Sprühlichtverfahren leichter
unter Argon als Helium durchführen.
Obgleich die reinen Inertgase bei der Verwendung
zum Schweißen von Nichteisenmetallen oftmals unerläßlich
oder wünschenswerter ist, so liefern sie
jedoch bei der Verwendung zum Schweißen von Eisenmetallen
nicht immer die günstigsten Arbeitserfordernisse.
Es besteht dabei unter reinem Argon als Schutzgas
die Neigung, daß das Metall von der Verbindungslinie
oder Schweißspitze bei Kohlenstoffstahl und
den meisten niedriglegierten Stahlsorten wegströmt
und nicht zu dieser Linie oder Spitze hinströmt.
Darüber hinaus ist die Metallübertragung regellos
und spritzerartig. Dieser Tatbestand ändert sich
auch nicht zum Besseren, wenn Helium oder Argon-
Heliumgemenge verwendet werden. Auch beim Schweißen
der höherlegierten Eisenmetalle verläuft die Metall
übertragung unter reinem Inertgas als Schutzgas
ähnlich regellos und spritzerhaft.
Die Zugabe eines reaktionsfähigen Gases wie Sauerstoff
oder Kohlendioxid zum Argon stabilisiert den
Lichtbogen und fördert die Metallübertragung, wobei
das Verspritzen auf ein Mindestmaß beschränkt wird.
Gleichzeitig wird durch eine derartige Zugabe
die Gestalt des Querschnitts der Schweiße verändert
und die Netzung und der Fluß des Schweißmetalls
längs der Kanten der Schweiße im gekohlten
und niedriglegierten Stahl gefördert.
Das reaktionsfähige Gas vermindert oder beseitigt
dabei auch noch den Hinterschnitt. Durch diese
Veränderung im Querschnitt, eine Verminderung im
Mittelfinger der Durchdringung, wird die Porosität
verringert.
Die beim Kurzschlußverfahren angewandten Schutzgase
unterscheiden sich oft von denen, die im
Tropfverfahren verwendet werden. Beispielhalber
werden häufig zum Umhüllen von Stahl beim Kurz
schlußverfahren der Übertragung Argon/Kohlendioxidgemische
verwendet; sie kommen jedoch, wenn überhaupt,
nur selten bei der Übertragung nach dem
Tropfenverfahren zur Anwendung. Es werden Argon
oder Argon/Heliumgemische zum Abschirmen der meisten
Nichteisenmetalle verwendet. Reaktionsfähige Gase
oder Gemische aus inerten und reaktionsfähigen Gasen
werden beim Verbinden von Stahlteilen verwendet.
Mehratome oder "Hochspannungs"-Gase werden in
Schutzgemischen beim Kurzschlußschweißen häufiger
als beim Tropfübertragungsschweißen verwendet, um
die Wärmezufuhr sowie die Netzung zu erhöhen.
Der Prozentsatz des reaktionsfähigen Gases muß beschränkt
werden auf die Kontrolle der Gasmetallreaktionen,
die metallurgisch schädlich sind.
Argon/Kohlendioxidgemische arbeiten zur Abschirmung
von rostfreien Stählen zufriedenstellend, sie er
höhen jedoch den Kohlenstoffgehalt des Schweißguts
und senken die Korrosionsbeständigkeit, insbesondere
bei Schweißungen mit mehreren Durchgängen.
Es wurde ein weniger reaktionsfähiges Schutzgemisch
aus 90% Helium - 7,5% Argon - 2,5% Kohlendioxid
zur Sicherung einer hinreichenden Korrosionsbeständigkeit
und zur Verminderung der Oxidation
der Schweiße verwendet. Bei diesem Gemisch wird die
Wärmezufuhr für einen gegebenen Strom durch sowohl
das Helium als auch das Kohlendioxid erhöht.
Auch wird das Kohlendioxid die Lichtbogenstabilität
verbessert. Demzufolge erhält man eine bessere
Netzung und eine bessere Schweißform.
Ein weiteres Beispiel der Wirkung des Schutzgas
gemisches ergibt beim Tropfenübertragungsverfahren
unter Verwendung von Kohlendioxid
als Schutzgas eine Übertragung, die gekennzeichnet
ist durch gegenüber dem Elektrodendurchmesser größere
Tropfen oder Kügelchen (gewöhnlich die zweifache
Größe), wobei jedoch die Tröpfchenübertragung regellos
und nicht axial ist. Wird Argon dem Schutzgas
beigegeben, verändern die mit Argon angereicherten
Kohlendioxidgase die Tröpfchen auf kleinere Größe,
die unter dem Durchmesser des Schweißdrahtes liegt,
und diese werden in Richtung der Elektrode übertragen.
Die Schwerkraft führt in Zusammenwirkung mit den elektromagnetischen
Kräften zu einem weiterführenden Werk
stofftransfer. Mit weiteren Beimengungen von Argon
geht die Tröpfchengröße noch weiter zurück, bis die
Übertragung nach dem Sprühlichtbogenverfahren abläuft,
ohne daß es zu Kurzschlüssen kommt.
In einem in der Februarausgabe 1975 erschienenen
Artikel des "Metalworking Engagement" wurde
von dem Anmelder dieser Erfindung, John Church,
der Hintergrund des Plasmaschweißverfahrens (Plasma
Welding Process) beschrieben, das er 1971 entwickelte.
In diesem Artikel beschreibt John Church dieses
Verfahren, in dem das Dreigasgemisch aus Argon,
Kohlendioxid und Sauerstoff verwendet wurde, wobei
er noch nahelegte, daß weitere Gase wie Helium oder
Wasserstoff hinzugemengt werden können, die jedoch
nach seiner Kenntnis zum Zeitpunkt des Schreibens
jenes Artikels noch nicht beigemengt worden sind.
Vor dem Verfahren von Church wurden im Handel zum
Schweißen von Stahl noch keine Dreigasgemische
verwendet. Es verblieb also der Anmelderin, dieses
einmalige proportionierte Viergasgemisch zu entwickeln
und die unerwarteten, dadurch gewonnenen
günstigeren Ergebnisse aufzuzeigen. Durch diese
Fortbildung hat die Anmelderin die Schweißtechnik
im Hinblick auf Schweißqualität und -geschwindigkeit
bei gleichzeitiger Ersparnis an Schweißkosten
um ein beträchtliches Stück vorangetrieben.
Die US-PS 31 39 506, Wolff et al., offenbart ein
Lichtbogenschweißverfahren, in dem ein Schutzgasgemisch
einer Zusammensetzung aus 20 bis 70 Vol.%
CO₂, 1 bis 15% O₂ und dem Rest Argon beansprucht
wird. Im letzten Satz dieser Patentschrift legen
Wolff et al. nahe, daß Helium oder ein Gemisch aus
Helium und Argon anstelle von Argon in ihrem Schutz
gasgemisch verwendet werden können. Hierbei schweigt
sich die Patentschrift jedoch über die Mischungsprozentsätze
von Helium und Argon aus, so daß keine
kritischen Bereiche aufgestellt wurden. Es ist
auch anzumerken, daß Wolff et al Bereiche der
Volumina für CO₂ und O₂ angeben, die über die
von der Anmelderin verwendeten hinausgehen.
Zielsetzung der Erfindung ist, die Schweißauftra
gungsrate wesentlich zu erhöhen und dabei auch
die gewünschte Qualität und das Aussehen der
Schweiße zu verbessern.
Die Erfindung löst diese
Aufgabe mittels eines Gasschweißverfahrens
gemäß Patentanspruch 1, in dem wesentlich höhere
Stromdichten, Spannungen, Elektrodendurchmesser zusammen
mit einem Schweißgasgemisch besonderer
Zusammensetzung angewandt werden, durch das ein
einzigartiges Schweißplasma mit weitgehend verbesserter
Stabilität geschaffen wird. Bei einer Verbesserung
der physikalischen Eigenschaften der Verbindungs
schweiße werden durch das neue Verfahren auch
Schweißauftragungsraten erzielt, die gegenüber denen
des Sprühlichtbogenverfahrens zweimal so hoch
liegen.
Das Verfahren nach der Erfindung weist die gewünschten
Charakteristiken sowohl des Sprühlichtbogen-
(eine große Anzahl von Kügelchen pro Sekunde) als
auch des Tropfenverfahrens
(Kügelchen größerer Abmessung) auf, ohne daß es
zu Kurzschließungen kommt. Durch das Verfahren
werden, mit anderen Worten, vergrößerte Kügelchen
geschaffen. Die hohe Auftragungsrate
tritt unerwartet auf, da die
Tropfenübertragung mit großen Tropfen des Elektrodenhandwerkstoffes
bisher dem Schweißen mit niedriger Stromdichte
zugeordnet wurde.
Ein Schweißverfahren, das regelmäßiges oder inter
mittierendes Kurzschließen zwischen der Elektrode
und dem Werkstück bedingt, läßt der Auftragungsrate
aufgrund der Unterbrechung des Stromflussses die Auftragungsrate
und somit die Menge der Werkstoffübertragung
von der Elektrode an das Werkstück unausweichlich
langsamer und geringer werden. Das Auftragen
des Schweißgutes und die Güte der Schweißverbindung
steht in unmittelbarem Verhältnis zur
Menge des von der Elektrode übertragenen Materials,
zum vorgewärmten Zustand der Werkstückverbindung und
zur Fähigkeit, den übertragenen Schmelzstrom in der
Schweißverbindung zu halten.
Bei dem Schweißverfahren nach der Erfindung gibt
es einen kurzschlußlosen freien Flug des
geschmolzenen Elektrodenmaterials wie beim Sprüh
lichtbogenübertragungsverfahren in Verbindung mit
Tropfgrößen, die normalerweise dem globularen Über
tragungsverfahren zugeordnet werden, um so ein wesentlich
größeres Übertragungsvolumen des Elektroden
schweißgutes zu erzielen. Gleichzeitig ermöglicht
das neue Schweißgasgemisch und das Verfahren
das Festhalten des derart
vergrößerten Metallstromflußvolumens in der
Schweißverbindung, eine verbesserte Qualität der
Schweißverbindung sowie eine bessere Durchdringung
durch weitgehend weitergeführtes Vorwärmen des Grund
werkstoffes.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Be
schreibung einer in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsform näher erläutert. Hierbei
zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Gas
metallichtbogenschweißsystems,
Fig. 2 eine Ansicht einer theoretischen Schweiß
verbindung, die nach der Erfindung hergestellt
wurde,
Fig. 3 schematische Einzeldarstellungen der drei
grundsätzlichen Arten des Gasmetallicht
bogenschweißverfahren,
Fig. 4 eine schematische Ansicht des in der Erfindung
angewandten Gasschweißsystems,
Fig. 5 bis 13 Ansichten von Schweißverbindungen,
die mit verschiedenen Schutzgasen im Vergleich
zu dem erfindungsgemäßen Schweißgas
geschaffen wurden,
Fig. 14 bis 16 Darstellungen von Bildern aus einem
photographischen Hochgeschwindigkeitsfilm,
der das entwickelte Plasma unter Verwendung
einer gasförmigen Schutzhülle aus 85% Argon
und 15% Kohlenstoffdioxid,
Fig. 17 bis 19 Darstellungen von Bildern eines Hochgeschwindigkeitsfilmes
mit einer gasförmigen Schutzhülle und 100% Kohlenstoffioxid,
Fig. 20 bis 22 Darstellungen von Bildern aus
einem photographischen Hochgeschwindigkeitsfilm,
der das entwickelte Plasma unter Verwendung
des erfindungsgemäßen Schweißgasgemisches
zeigt.
In dem schematisch dargestellten typischen Gas
metallichtbogenschweißsystems der Fig. 1 führt
die Spule 10 einer Schweißdrahtfördervorrichtung
14 Schweißdraht zu, die den Draht durch eine
nachgiebige Leitung 16 schiebt, die in einen Elektroden
halter oder eine Schweißpistole 18 oder dgl.
ausläuft. Durch die Stromversorgungseinheit 20
wird Strom an den Schweißdraht geführt.
Die Stromversorgungseinheit umfaßt dabei auch Steuerungen
der Normalspannung und Stromstärke. Ein
Schutzgastank 22 liefert Gas an eine Durchflußregelung
24, die ihrerseits das Gas an die Leitung 16
und an die Schweißpistole 18 weiterleitet.
Die Fig. 2 zeigt schematisch eine Schweißverbindung
von der Art, wie sie nach der Erfindung geschaffen
werden kann.
In der Fig. 2 ist eine horizontale Platte 26,
eine senkrechte Platte 28 und das Schweißgut oder
eingeschweißte Material 30. Folgende Bezeichnungen
betreffen Teile der Schweißverbindung der Fig. 2:
A. Theoretische Nahthöhe
B. Senkrechter Schenkel
C. Horizontaler Schenkel
D. Wurzel der Schweißung
E. Schweißspitze
F. Schweißoberfläche
G. Wurzel der Schweißverbindung
B. Senkrechter Schenkel
C. Horizontaler Schenkel
D. Wurzel der Schweißung
E. Schweißspitze
F. Schweißoberfläche
G. Wurzel der Schweißverbindung
Die Schweißung nach der Erfindung ist so beschaffen,
daß die Schenkel B und C mit vergleichbaren Längen
sowie eine ebene bis geringfügig konvexe Oberfläche
F gebildet werden können. Nach den bekannten
Verfahren, in denen hohe Stromdichten und hohe Auf
tragungsraten zur Anwendung kommen, werden oft
Schenkel von weitgehend ungleichen Abmessungen erzielt,
wobei der längere Schenkel auf der horizontalen
Fläche und der kürzere auf der vertikalen
Fläche liegt. Darüber hinaus sind die Schweißflächenprofile
nicht beständig gewesen, so daß die
Spitze der Schweißung oft nicht glatt an den Platten
anliegt und es häufig zum Hinterschneiden der vertikalen
Platte um die Spitze E herum kommt.
Die Fig. 3 zeigt schematische Darstellungen von
typischen Sprühlichtbogen- (A), Globular- (B) und
Kurzschlußverfahren (C) der Übertragung. In dem
Sprühlichtbogenverfahren (A) ist eine Elektrode (32)
in einer Entfernung vom Grundwerkstoff oder Werkstück
34 angeordnet und weist eine Reihe von diskreten
kleinen Tröpfchen 36 auf, die im Lichtbogenstrom
zum Schweißpuddel 38 hin strömen. Bei dem
globularen Übertragungsverfahren (B) bildet sich ein
großes Kügelchen 40 am Ende der Elektrode 42, das
auf den Schweißpuddel 44 fällt, wenn der Zug der
Schwerkraft auf das Kügelchen größer wird als die
Oberflächenspannung zwischen Elektrode und dem
Kügelchen. Beim Kurzschlußverfahren (C) schmilzt
die Spitze der Elektrode 46 und bildet einen Tropfen
48, der sich unter der Schwerkraft längt, bis er
mit dem Schweißpuddel 50 in Berührung kommt, wodurch
es zu einem Kurzschluß kommt, worauf die Brücke zwischen
dem Tropfen und der Elektrode abbricht und der
Lichtbogen seinen Zyklus sowie Tropfenbildung erneut
aufnimmt.
Insofern das Sprühlichtverfahren bei verhältnismäßig
hohen Stromdichten abläuft, die jedoch
normalerweise 20155 A/cm₂
nicht überschreiten, weist dieses Verfahren eine
verhältnismäßig hohe Auftragungsgeschwindigkeit
oder -rate auf, z. B. 54,432 Gramm bis 136,08 Gramm
pro Minute.
Die kurzschließende Übertragung findet
bei niedrigen Stromdichten und mit geringeren
Auftragungsraten statt.
Die Fig. 4 zeigt eine schematische Ansicht eines
Teils einer allgemein mit dem Bezugszeichen 60
gekennzeichneten Schweißpistole, wobei auch das
erfindungsgemäße Metallübertragungsverfahren dargestellt
ist. Die Spitze 64 wird von der Pistolendüse
62 koaxial umfaßt. Durch die Spitze 64 wird
der Schweißdraht oder die Elektrode 66 zugeführt.
Die Stromeinspeisung erfolgt an der Spitze 64 und
über die Entfernung P zwischen dem Ende der
Spitze und dem Ende der Düse wird vorgewärmt.
Schutzgas 68 strömt durch die Düse 62 und umhüllt
die Elektrode sowie den Schmelzpuddel 70 im Werkstück
72.
Der Schweißlichtbogen ist bei 73 angezeigt.
Der Elektrodenstrom hebt die Energiehöhe des
Schweißgases hinreichend an, um zumindest die innere
Lage zu ionisieren, so daß ein Plasmastrahl 74 um
die Elektrode herum zwischen der Düse und dem Werkstück
entsteht und den Schweißpuddel 70 mit umfaßt.
Da ionisiertes Gas oder Plasma die bekannten Gesetze
der Physik oder Thermodynamik nicht befolgt,
wurde es auch als "vierter Zustand der
Materie" bezeichnet, d. h. also fest, flüssig,
gasförmig und plasmatisch. Das Plasma bietet zwei
hauptsächliche Vorteile gegenüber herkömmlichem Gas zu
Heizzwecken: höhere Temperatur und bessere Wärme
übertragung auf andere Gegenstände. Es ist dabei
offensichtlich, daß es beim Schweißen äußerst erwünscht
ist, das Zusatzmaterial schnell zu erwärmen,
was durch bestimmte Plasmen weitgehend unter
stützt werden kann. Es hat sich auch bei der Erfindung
herausgestellt, daß ein
stabilisiertes Plasma die Vorerwärmung des Grundwerkstoffs
weitgehend erleichtert oder fördert,
wodurch die Durchdringung oder Eindringtiefe
der Schweißung verbessert wird.
Bei der Schaffung eines Plasmas werden die Gas
atome in Ionen und freie Elektronen dissoziiert,
wobei die geladenen Gasteilchen auf sehr hohe Tem
peraturen z. B. auf 6650° bis 22 200°C
angehoben werden.
Wenn nun solche derart hocherhitzten Gasteilchen
über den Lichtbogen hinweg übertragen werden, geben
die geladenen Plasmateilchen ihre Wärme ab, um die
Elektrode zu schmelzen und den Grundwerkstoff vorzuwärmen,
wonach sich die gekühlten Gasteilchen
wiederverbinden, um das Molekulargefüge des oder
der ursprünglichen Gase zu bilden.
Während man annimmt, daß etwas Plasma mit den meisten
Schutzgasen geschaffen wird, die beim Licht
bogenschweißen verwendet werden, so besitzt jedes
derartige Gas oder deren Gemische ein einzigartiges Plasma mit eigenen physikalischen und
elektrischen Eigenschaften. Allgemein verbindet sich
die Wärme des Plasmas, z. B. 74 der Fig. 4, mit
der Wärme, die von dem Elektrodenlichtbogen erzeugt
wurde, um die Gesamtwärme zum Schmelzen
der Elektrode zu ergeben. Jedoch wurde bisher anscheinend
von der Bedeutung, der Form und Größe
eines solchen Plasmas als Mittel der Verbesserung
der Schweißgüte und der Auftragungsrate,
keine Kenntnis genommen.
Demgemäß muß hier näher auf das erfindungsgemäße
Plasma eingegangen werden.
Zur Erfindung gehört die Feststellung, daß es notwendig
ist, das elektrische Potential zwischen
dem Schweißlichtbogen und dem Plasma zu beeinflussen,
um eine kontrollierte und koaxiale Übertragung
der geschmolzenen Elektrodenteilchen oder -tröpfchen
ans Werkstück zu erzielen, ohne daß es dabei
zu einem Ausblasen oder Verspritzen des Zusatz
materials und einem Hinterschneiden des Werkstücks
kommt, wobei gleichzeitig die Übertragung zunehmender
Mengen des Elektrodenzusatzmaterials an die
Schweißverbindung ermöglicht wird.
Es besteht sowohl im Schweißlichtbogen als auch in
dem die Elektrode umgebenden Plasma ein Strom. Diese
Ströme verbinden sich, um die gesamte verfügbare
Wärme zum Schmelzen der Elektrode und zum Vorwärmen
des Werkstücks zu erzeugen. Das Plasmapotential ist
die Differenz zwischen der Lichtbogenspannung
und der Plasmaspannung. Wenn die Potentialdifferenz
verhältnismäßig groß ist, was bei dem
Plasma der Fall ist, das im typischen Sprühlicht
bogenverfahren mit einem aus Argon bestehenden
oder mit Argon angereicherten Schutzgas geschaffen
wird, möchte die Plasmakraft die Auftragung
des Schweißmetalls bei hohen Stromdichten
herausblasen oder -waschen, weshalb eine Stromverminderung
erforderlich wird, wodurch die Auftragungs
raten gesenkt werden, um eine zufriedenzustellende
Schweißverbindung zu erhalten.
Beim Schweißverfahren nach der Erfindung wird ein
einzigartiger Plasmastrahl oder eine Plasmahaube
geschaffen, bei dem bzw. der das Plasmapotential
(die Differenz von Lichtbogen- und Plasmabespannungen)
niedriger als bei den bekannten Sprühlichtbogenverfahren
ist, wodurch höhere Stromdichten ermöglicht
werden, so daß es zu weitgehend gesteigerten Übertragungen
des Elektromaterials an die Schweißverbindung
kommen kann, ohne daß dies zu einem Herauswaschen
oder Verspritzen der Schweißauftragung führt.
Es hat sich beim GMA-Schweißen bisher als im allgemeinen
nicht praktisch erwiesen, Elektroden zu verwenden,
die Durchmesser über 0,158 cm (1/16 Zoll)
aufweisen, und zwar aufgrund der Begrenzung der an
wendbaren Strommenge unter Beibehaltung der gewünschten
Schweißverbindungsausbildung. Ein solcher Strom
wurde bisher auf den 100-400-Amperebereich oder
Stromdichten beschränkt, die nicht über 20 155 A/cm²
hinausgehen.
Durch die Erfindung wird die Verwendung des neuartigen
Schweißgases in Strombereichen bis zu
1100 Ampere, Stromdichten im Bereich bis zu
69 770 A/cm² und Elektroden
bis zu 0,4 cm Durchmesser ermöglicht.
Gleichzeitig erlaubt das Gemisch Schweißdrähte mit
kleinerem Durchmesser zum Führen höherer Stromdichten,
z. B. kann ein 0,076 cm Draht
55 800 A/cm² verglichen mit
normalerweise 18 600 A/cm²
führen. Der Schweißgasfluß liegt im Bereich von
0,99 m³ bis 1,98 m³ pro Stunde.
Zur Schaffung des erfindungsgemäßen Plasmas besteht
das neuartige Schweißgas aus einem Gemisch aus Argon,
Helium, Sauerstoff und Kohlendioxid, und zwar
in den folgenden Mischungsbereichen:
| Argon | |
| 40% bis 70% | |
| Helium | 25% bis 60% |
| Kohlendioxid | 3% bis 10% |
| Sauerstoff | 0,1% bis 1% |
Wie nachstehend noch näher erläutert wird, werden
die spezifischen Gasgemische sowie die Amperezahlen
und Spannungspegel mit den zu schweißenden Metallen
oder Metallegierungen und der Größe der gewünschten
Schweißung variiert.
Wie bereits vorstehend vermerkt, wurden die bisher
schnellsten Schweißauftragungsraten mit dem Sprüh
lichtbogenverfahren erzielt. Abhängig von der
gewünschten Durchdringungstiefe bedingte ein
derartiges Verfahren normalerweise eine gasförmige
Schutzhülle aus Argon und Kohlendioxid oder Argon
und nur Sauerstoff. Schweißverbindungen, die mit
derartigen gasförmigen Schutzhüllen gegenüber dem
erfindungsgemäßen Gasgemisch erzielt wurden, sind
in den Fig. 5 bis 13 dargestellt. Um einen sinnvollen
Vergleich anzustellen, wurden grundsätzlich
identische Schweißbedingungen aufgestellt, wobei
die Hauptvariante das verwendete Schutzgas oder
Schutzgasgemisch darstellte. Bei den Vergleichstests
wurden 2 cm dicke kohlenstoffarme
Flußstahlplatten 82 und 84 verwendet, die horizontal
und vertikal zueinander angeordnet sind und
eine T-Verbindung bilden. Als Schweißelektroden
wurden E 70 S6 und E 70 S7 Stahldraht mit einem
Durchmesser von 0,132 cm verwendet.
Die verwendeten Schweißelektroden waren entweder
mit Kupfer überzogen oder nicht überzogen und erbrachten
bei den Schweißergebnissen keinen Unterschied.
Ein erster Qualitätsstandard einer Schweißung besteht
in der Eindringtiefe der Schweißung von der
Wurzel der Schweißvertiefung G zur Wurzel der
Schweißung D. Die Durchdringungs- und Eindringtiefen
der Schweißstellen sind im Vergleich in den Fig. 5
bis 7 dargestellt.
Zunächst zeigt die Fig. 5 eine Sprühlichtbogen-
Schweißverbindung, für die ein als bisher äußerst
wirksam angesehenes Schutzgasgemisch aus 85%
Argon und 15% Kohlendioxid verwendet wurde.
Die Durchdringung bei x mißt 2,5 mm (0,10 Zoll)
in die vertikale Platte von der Wurzel der
Schweißverbindung G aus bis zur Wurzel der
Schweißung D.
Die Schweißparameter und -ergebnisse für die in
Fig. 5 gezeigte Schweißverbindung sind folgende:
| Schutzgas | |
| - 85% Argon/15% Kohlendioxid | |
| Drahtzufuhrgeschwindigkeit | - 1358,9 cm/min (535 Zoll/min.) |
| Abschmelzrate | - 8,6 kg/h (19 lbs./hr) |
| Strom | - 400 Ampere |
| Spannung | - 33 Volt |
| Schweißgeschwindigkeit | - 50 cm/min (19,7 Zoll/min). |
Es ist bekannt, daß die Verwendung einer Umhüllung
aus Kohlendioxid die Schweißeindringtiefe verbessert.
Demgemäß zeigt die Fig. 6 eine Schweißverbindung
unter Verwendung eines 100% aus Kohlendioxid bestehenden
Schutzgases. In diesem Falle erhöht sich
die Schweißeindringtiefe y auf 3,4 mm (0,13 Zoll).
Die Schweißparameter und -ergebnisse für die Schweiß
verbindung der Fig. 6 sind folgende:
| Schutzgas | |
| - 100% Kohlendioxid | |
| Drahtzufuhrgeschwindigkeit | - 1230 cm/min (484 Zoll/min.) |
| Abschmelzrate | - 8,165 kg/h (18 lbs./hr) |
| Strom | - 350 Ampere |
| Spannung | - 33 Volt |
| Schweißgeschwindigkeit | - 50 cm/min (19,7 Zoll/min). |
Die Fig. 7 zeigt die Schweißverbindung, bei
der das am meisten bevorzugte Schweißgasgemisch
nach der Erfindung für niedriglegierten
Flußstahl verwendet wurde. In diesem Falle lag
die Eindringtiefe z. B. bei 5,4 mm.
Die Schweißparameter und -ergebnisse für die
Schweißverbindung der Fig. 7 sind folgende:
| Schutzgas | |
| - 65,0% Argon | |
| - 26,5% Helium | |
| - 8,0% Kohlendioxid | |
| - 0,5% Sauerstoff | |
| Drahtzufuhrgeschwindigkeit | - 1600 cm/min |
| Abschmelzrate | - 9,979 kg/h |
| Strom | - 400 Ampere |
| Spannung | - 37,5 Volt |
| Schweißgeschwindigkeit | - 80 cm/min |
Es hat sich herausgestellt, daß durch Variieren jeder
der vorstehend erwähnten einzelnen Gasgemische
in einem Bereich von plus oder minus 5% der meistbevorzugten
Werte im wesentlichen die gleichen weitgehend
verbesserten Ergebnisse liefert.
Ein Vergleich der Ergebnisse der Schweißverfahren
der Fig. 5 und 6 nach den herkömmlichen Sprüh
lichtbogenverfahren mit dem Schweißverfahren nach
der Erfindung der Fig. 7 zeigt an:
die Schweißdurchdringung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist um 216% besser als die nach der Fig. 5
und um 159% besser als die der Fig. 6. Die Schweiß
geschwindigkeit und somit die Auftragungsrate
der Verfahren der Fig. 5 und 6 lag in beiden
Fällen bei 50 cm/min gegenüber
80 cm pro Minute beim erfindungsgemäßen
Verfahren. Die Auftragsgeschwindigkeit
nach der Erfindung liegt um 160% höher als bei
den vergleichbaren Sprühlichtbogenverfahren unter
Verwendung vergleichbaren Stromstärken und Spannungen.
Somit werden mit dem erfindungsgemäßen Schweißverfahren
eine bessere Durchdringung und bessere Auftragungsraten
erzielt, als dies mit den bisherigen
besten Sprühlichtbogenverfahren möglich war.
Ein weiterer Standard zum Messen der Qualität einer
Schweißverbindung besteht darin, die (Rockwell B)
Härte des Zusatzmaterials mit dem des Grundwerkstoffes
oder Werkstücks zu vergleichen. Idealerweise
wäre eine Schweißverbindung am besten, wenn
die Härte des aufgetragenen Zusatzmaterials und des
Grundwerkstoffs oder Werkstücks um die Schweißverbindung
dieselbe wäre. Man hat jedoch bis jetzt
akzeptiert, daß das aufgetragene Zusatzmaterial
normalerweise härter als das Werkstück ist.
Beim Messen der Härte des aufgetragenen Zusatzmaterials
und der Werkstücke nach dem Sprühlicht
bogenverfahren der Fig. 5 und 6 mit der des er
findungsgemäßen Verfahrens hat sich gezeigt, daß
die Härte des aufgetragenen Zusatzmaterials des
erfindungsgemäßen Verfahrens im wesentlichen dieselbe
ist wie die des Werkstücks. Diese Ergebnisse
zeigen die Fig. 8 bis 10.
In den Fig. 8 bis 10 stellen die eingezeichneten
Ziffern die Rockwellhärtezahlen (bei einem
Gewicht von 102,06 kg) dar, die an verschiedenen
Punkten auf dem Werkstück um die Schweißverbindung
herum sowie auf dem aufgetragenen Zusatzmaterial
genommen wurden.
Die Fig. 8 entspricht der Schweißverbindung der
Fig. 5 unter Verwendung des Schutzgases mit 85%
Argon und 15% Kohlendioxid. In diesem Fall schwankt
die Härte des Werkstücks um die Schweißverbindung
von 66 bis 72, wobei die Härte des aufgetragenen
Zusatzmaterials bei annähernd 96 liegt. Somit ist
der Zusatzstoff um 146% bis 134% härter als das
Werkstück.
Die Fig. 9 entspricht der Schweißverbindung der
Fig. 6, wobei hier ein Schutzgas aus 100% Kohlendioxid
verwendet wurde. Die Härte in diesem Werkstück
um die Verbindung schwankt in diesem Falle
von 65 bis etwa 67; die Härte des Zusatzstoffes
liegt dabei bei etwa 88. Somit ist hier der Zusatzstoff
um 135% bis 131% härter als das Werkstück.
Die Fig. 10 entspricht der Fig. 7 unter Verwendung
des erfindungsgemäßen Schweißgases. In diesem Falle
variiert die Härte des Werkstücks um die Schweißverbindung
von 86 bis 87 und die Härte des Zusatzstoffes
beträgt etwa 86. Somit ist die Härte des Zusatzstoffes
im wesentlichen dieselbe wie die des Werkstücks.
Als weiterer Test für die Güte der Schweißverbindung
ist es sehr erwünscht, daß die Zugfestigkeit
des Werkstücks und die des aufgetragenen Zusatzstoffes
so weit wie nur möglich annähernd
gleich ist. Derartige vergleichbare Zugefestigkeiten
sind in den Fig. 11 bis 13 wiedergegeben.
Hierbei entsprechen die in diesen Fig. 11-13
dargestellten Zugfestigkeiten Werte, die in kg/mm²
gemessen sind.
Die Fig. 11 entspricht der Schweißverbindung der
Fig. 5. Hier wird ein Schutzgas aus 85% Argon und
15% Kohlendioxid verwendet. Die Zugfestigkeit des
Werkstücks schwankt dabei von annähernd 43 bis 47,
während die des Zusatzstoffes bei annähernd 75
liegt. Somit liegt die Zugfestigkeit des Zusatzstoffes
um etwa 172% höher als die des Werkstücks.
Die Fig. 12 entspricht der Schweißverbindung der
Fig. 6. Hier wird ein Schutzgas aus 100% Kohlendioxid
verwendet. Die Zugfestigkeit des Werkstücks
liegt dabei bei annähernd 43 und die des Zusatzstoffes
bei 64. Somit liegt die Zugfestigkeit des Zusatzstoffes
um etwa 149% höher als die des Werkstückes.
Die Fig. 13 entspricht der Schweißverbindung der
Fig. 7. Hier wird ein Schweißgas nach der Erfindung
verwendet. In diesem Falle beträgt die Zug
festigkeit des Werkstücks und die des Zusatzstoffes
für beide gleich etwa 61.
Ein weiterer Standardtest stellt der Kerbschlag
test nach Charpy dar. Durch diesen Test wird die
Fähigkeit einer Schweißung ermittelt, einem vorbestimmten
Kerbschlag bei einer gegebenen Temperatur
zu widerstehen. Zum Vergleich wird das Handbuch
"Pocket Welding Guide" von Hobart Brothers
Company von 1979 angezogen, in dem auf Seite 74
die Ergebnisse nach Charpy für ein AWS E7OS-6 Elek
trodenmaterial unter Verwendung von CO₂ als Schutzgas
eine Kerbschlagzahl von 30,4 Nm
für einen Draht von 0,1143 cm bei einer
Temperatur von -28,9°C angegeben wird.
Nach einer Untersuchung seitens einer unabhängigen
Prüfinstitution wurden in vergleichbaren Tests mit
E7OS-6 Elektrodenmaterial und obigen Flußstahl-
sowie niedriglegiertem Stahlschweißgasgemischen
der Erfindung bei -28,9°C die folgenden
Ergebnisse in den fünf Festproben ermittelt.
Verfahrensgemäß wurden die hohen (165,96 Nm)
und die niedrigen (103,725 Nm)
Ergebnisse außer Betracht gelassen, was zu
einer durchschnittlichen Kerbschlagfestigkeit von
annähernd 124,47 Nm oder zu einem
drei- bis viermal größerem Wert des im Leitfaden
von Hobart angegebenen führte.
Bei dem Bemühen, den Grund für diese unerwarteten
besseren Kerbschlagwerte zu ermitteln, wurden
von demselben Testinstitut verschiedene weitere
Untersuchungen der Schweißung durchgeführt und
auch eine photomikrographische Aufnahme eines
Schwefeldrucks erstellt, aus dem hervorging, daß
die Schweiße im Grunde genommen schwefelfrei war.
Hieraus folgerte man, daß die weitgehend verbesserten
Kerbschlagergebnisse auf die Reinheit oder
Schwefelfreiheit der Schweiße zurückzuführen seien,
die durch das Verfahren und das Gasgemisch nach der
Erfindung erzielt wurden. Nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren wird der Puddel oder die Heißlache (cauldron),
wie nachstehend beschrieben, auf eine höhere Temperatur
angehoben und mit den Großtropfen der Elektrode
ungewöhnlich intensiv gepulst und/oder bombardiert,
um zum Reinigen der Schweißverbindung beizutragen.
Hierbei geht man von der theoretischen Überlegung
aus, daß die nahe Anpassung des Zusatzstoffes und
die Schweißhärten, Zugfestigkeiten, die verbesserte
Durchdringung sowie die weitgehend verbesserten
Kerbschlagfestigkeiten der Schweiße, die nach der
Erfindung erzielt werden, zurückzuführen sind auf
das weitgehend verbesserte Mischen oder Legieren
des Zusatz- und des Grundwerkstoffes, das durch
wesentlich höhere Wärmemengen durch das erfindungsgemäße
Verfahren verfügbar gemacht, einschließlich
des Vorwärmens des Grundstoffes bedingt ist. Auch
glaubt man, daß diese Ergebnisse zurückzuführen
sind auf die schnelle Beschließung der Schweißverbindung
mit großen Mengen geschmolzener Großtropfen
sowie auf die Schwefelfreiheit der Schweißen.
Somit ist offensichtlich, daß durch das erfindungsgemäße
Schweißsystem eine Schweißverbindung
geschaffen wird, die im Hinblick auf Kerbschlagfestigkeit
Eindringtiefe, Auftragungsrate sowie
Abstimmung des aufgetragenen Zusatzstoffes mit
dem Werkstück hinsichtlich Härte und Zugfestigkeit
eine weitgehende Verbesserung erfahren hat.
Diese Stahlsorten stellen eine Kategorie dar, für
die nach der Erfindung erhöhte Verbesserungen verzeichnet
werden konnten. Das nach der Erfindung am
meisten bevorzugte Schweißgasgemisch für diese Kategorie
hat folgende Zusammensetzung:
| Argon|44,00% | |
| Helium | 52,00% |
| Kohlendioxid | 3,82% |
| Sauerstoff | 0,18% |
Unter Anwendung des obigen Gemischs zum Stumpf
schweißen von zwei 0,37-0,23 m dicken Profilen niedriglegierten
Vergütungsstahls wurden Kerbschlagtests
nach Charpy bei einer Temperatur von -51°C
aus fünf 10 mm Querschnitten genommen an der oberen
(Seite A) und unteren (Seite B) Abschnitt der
Schweißverbindung durchgeführt, was zu den folgenden
Ergebnissen führte:
| Seite A | |
| Seite B | |
| 1. 94,044 Nm|1. 142,449 Nm | |
| 2. 112,023 Nm | 2. 139,683 Nm |
| 3. 141,066 Nm | 3. 134,8425 Nm |
| 4. 128,619 Nm | 4. 85,746 Nm |
| 5. 142,449 Nm | 5. 87,8205 Nm |
Werden wiederum die höchsten und die niedrigsten Ergebnisse
herausgenommen, so erhält man durchschnittliche
Kerbschlagwerte von 127,236 Nm für die
Seite A und 118,938 Nm für die Seite B.
Diese Resultate waren in etwa zweimal besser als die
höchsten Standard- oder Normalwerte, die jemals für
die Kerbschlagfestigkeit für das Schweißen derartiger
Werkstoffe aufgestellt wurden.
Das nach der Erfindung am meisten bevorzugte Gemisch
hat folgende Zusammensetzung:
| Argon|41,66% | |
| Helium | 55,00% |
| Kohlendioxid | 3,20% |
| Sauerstoff | 0,14% |
Zeitlich vor der Erfindung wurde wenig Aufmerksamkeit,
wenn überhaupt, der Eigenschaft des beim
GMA-Schweißverfahrens entstehenden Plasmas im
Hinblick auf dessen Gestalt, Größe und Konsistenz
entgegengebracht. Die Einzigartigkeit des Plasmas
nach der Erfindung hat zu den verbesserten Schweißungen
geführt, die durch die Erfindung möglich wurden.
Bisher wurden die Gase hauptsächlich im Hinblick
auf den Schutz der Schweißverbindung vor Verunreinigung
(siehe US-PS 34 96 323, Lesnewitch et al),
auf Änderung der Eindringtiefe (siehe US-PS 31 39 506,
Wolff et al) und hinsichtlich der Lichtbogenstabilisierung
(US-PS 29 16 601) gewählt.
Sämtliche dieser Faktoren sind beim Schweißen von
Bedeutung. Jedoch wurde das geschaffene Schutzgasplasma
als für diese Faktoren nebensächlich angesehen.
Wie nachstehend noch bei der Anwendung von
bereits bekannten und bevorzugten Gasmischungen noch
dargelegt wird, waren die erzeugten Plasmen hinsichtlich
Gestalt und Form unregelmäßig und unkontrolliert;
sie kamen manchmal sogar während des Schweißverfahrens
zum Verschwinden.
Die Anmelderin hat den Einfluß
und Stabilisierung des Plasmas ermittel, um sowohl
die Güte der Schweiße als auch die Schweißauftragungs
raten zu verbessern. Somit ist es Hauptzielsetzung
der Erfindung, die Gestalt und Form, die Größe sowie
Konsistenz des Plasmas zu kontrollieren, das die
Elektrode und den Schweißpuddel oder die Schweißverbindung
umgibt. Durch die Kontrolle der Gestalt und
Größe des Plasmas sowie durch eine genaue Einschränkung
des Plasmas an der Elektrode und in der Schweißzone
wird die Plasmawärme konzentriert, um so das
Elektrodenmaterial schnell zu schmelzen und die
Schweißzone vorzuwärmen, so daß die Durchdringung,
die Auftragsrate und die Schweißqualität verbessert
werden.
Um die Einzigartigkeit aufzuzeigen, wurde eine Reihe
von Hochgeschwindigkeitsfilmen (4000 Bilder
pro Sekunde) angefertigt, die zum Vergleich des
erfindungsgemäßen Plasmas mit denen von zwei anderen,
als besonders günstig angesehenen Schutzgasen
herangezogen wurden. Die beiden anderen
Schutzgase waren im einzelnen das Gemisch (1)
aus 85% Argon und 15% Kohlendioxid und das Gemisch
(2) aus 100% Kohlendioxid.
Die bei der Verwendung dieser Schutzgase ermittelten
Auftragungsraten und Schweißqualitäten wurden in bezug
auf die Fig. 5-13 verglichen und beschrieben.
Da es schwer ist, Hochgeschwindigkeitsphotos in den
Patentzeichnungen wiederzugeben, sind in den Zeichnungen
Darstellung oder Abzeichnungen von den Vergleichsphotos
in den Fig. 14-22 wiedergegeben.
Somit stellt jedes der Fig. 14 bis 22 ein Photo
dar, das mit einer Geschwindigkeit von 1/4000 Sekunden
aufgenommen wurde.
Bei einem Plasma, das durch Beigabe von Argon während
eines Schweißvorgangs erzeugt wurde, verändert
sich, wie die Hochgeschwindigkeitsphotos zeigen,
die Gestalt, die Abmessung sowie, was am wichtigsten
ist, die Richtung des Schutzgasplasmas gewissermaßen
kontinuierlich während des Schweißzyklus.
Während also das bei 74 der Fig. 4 ange
deutete Plasma eine Augenblicksdarstellung des
erfindungsgemäßen Plasmas ist, so variieren die
Proportionen des Plasmas zu einem anderen Moment.
Bei einem Vergleich der Fig. 14 bis 22 ist ersichtlich,
daß die Plasmen verschiedener Schutzgase
insgesamt unterschiedliche physikalische
und elektrische Eigenschaften haben, was zu großen
Unterschieden der Schweißcharakteristiken führt.
In den abgezeichneten Photos der Fig. 14 bis 22
betrugen die Elektrodengrößen 0,13208 cm;
die Spannungen lagen im Bereich von 33 bis 38 Volt
und die Amperezahlen im Bereich von 350 bis 410
Ampere. Es sei noch angemerkt, daß die Elektrodengröße,
die Spannungen und die Amperezahlen im allgemeinen
die bei vergleichbaren Schutzgasen, wie
Argon/Kohlendioxid/und nur Kohlendioxid, praktisch
anwendbaren Größtwerte darstellen.
Im ersten Hochgeschwindigkeitsfilm der Fig. 14
bis 16 besteht das Schutzgas aus 85% Argon und
15% Kohlendioxid. Man beobachte in diesem Falle,
daß das Plasma 90 die Elektrode 92 über der Spitze
94 nicht eng umgibt, sondern eher an der Spitze
seinen Anfang zu nehmen und die feingeschmolzenen,
von der Spitze fallenden Tröpfchen zu verschlingen
scheint.
Hierbei ist anzumerken, daß die feingeschmolzenen
Tröpfchen jedes für sich beträchtlich kleiner sind
als der Durchmesser der Elektrode.
Das Plasma 90 trifft auf die Grundwerkstoffplatten
96 und 98 und steigt (Fig. 14-16) nach
einem unkontrollierten Zufallsmuster von der Basisbreite
w von annähernd 0,508 cm bis 1,016 cm
um den Schweißpuddel 100 nach oben und
erstreckt sich bis auf eine Höhe h von etwa 1,016 cm.
Wenn die Stromdichte nicht unter einen gegebenen
Wert gehalten wird, der im allgemeinen 20155 A/cm²
nicht übersteigt, möchte das Plasma 90
in seinem regellosen und unkontrollierten Verhalten
das geschmolzene Metall vom Schweißpuddel 100 herauswaschen.
Die Potentialdifferenz zwischen dem
Elektrodenlichtbogen und dem Plasma erlaubt es
offensichtlich den beiden nicht, ihre Wärmeenergien
wirksam zu verbinden, um ein Größtmaß für die Elektrodenschmelze
und für die Grundstoffvorwärmewirkung
zu erreichen. Der Film zeigt auch, daß die Größe der
Tröpfchen 102 vom Ende der Elektrode einen feinen
Sprühstrahl ergeben, der an der Elektrode kein regelmäßiges
Muster hinterläßt. Vielmehr trennen sich die
Tropfen willkürlich von der einen Seite der Elektrodenspitze
und dann von der anderen.
Aufgrund des unkontrollierten Verhaltens des Plasmas
90 und des regellosen Abgehens der Tröpfchen
von der Elektrode ist es notwendig, die Stromdichte
zu begrenzen, um die Tendenz einzuschränken, daß
das geschmolzene Metall vom Schweißpuddel herausgewaschen
wird.
Zum Zwecke eines Vergleichs der Schweißauftragungs
raten liegen die Parameter des ersten Films (85%
Argon/15% Kohlendioxid) wie folgt:
| Drahtgeschwindigkeit | |
| - 1371,6 cm/min | |
| Abschmelzrate | - 7,71 kg/h |
| Schweißgeschwindigkeit | - 48,26 cm/min |
Im zweiten Hochgeschwindigkeitsfilm, deren abgezeichnete
Einzelphotos in den Fig. 17 bis 19
wiedergegeben ist, besteht das Schutzgas aus 100%
Kohlendioxid. Auch hier umgibt das Plasma 104 die
Elektrode nicht sehr viel über der Spitze 108, sondern
erstreckt sich allgemein zwischen der Spitze
und dem Schweißpuddel 110, wobei es eine sehr geringe
Breite von annähernd 0,2032 cm
bis 0,3048 cm um den Schweißpuddel und
eine Höhe von etwa 0,254 cm aufweist.
Es wurde während des Schweißvorgangs beobachtet,
daß das Plasma periodisch zu verschwinden oder zu
erlöschen scheint. Es ist noch anzumerken, daß das
Gesamtplasma ziemlich klein ist. Eine über den Film
gelegte Oszillographspur bestätigt das regellose
Lichtbogenverhalten, das durch die Kurzschließung
bedingt ist.
Der Kurzschluß kommt zustande, wenn sich der Tropfen
112 von der Elektrode verlängert und mit dem Werkstück
114-116 in Berührung kommt, um dann in den
Schweißpuddel einzutreten.
Die Parameter der Auftragsrate beim zweiten Film
(100% Kohlendioxid) sind wie folgt:
| Drahtgeschwindigkeit | |
| - 1270 cm/min | |
| Abschmelzrate | - 7,25 kg/h |
| Schweißgeschwindigkeit | - 48,26 cm/min |
Im dritten Hochgeschwindigkeitsfilm, deren abgezeichnete
Einzelphotos in den Fig. 20 bis 22
wiedergegeben sind, besteht das Schutzgas aus
dem erfindungsgemäßen Gemisch aus 65%-70% Argon,
25 bis 35% Helium, 5-10% Kohlendioxid
und 0,1 bis 1% Sauerstoff. Hierbei weist das
Plasma 120 eine allgemein auseinandergehende oder
kegelförmige Gestalt auf und erstreckt sich von
über der Spitze 122 der Elektrode 124 zur Basis,
die den Schweißpuddel 126 umgibt, wobei es eine
im wesentliche konstante Basisbreite von annähernd
1,016 cm (0,4 in) bei einer Höhe von 0,762 cm
(0,3 in) bis 1,27 cm (0,5 in) aufweist.
Während die Größe und Gestalt von Plasma 120, wie
bereits vermerkt, beim Schweißvorgang fluktuiert,
so behält es dennoch seine auseinandergehende oder
kegelförmige Gestalt bei und bewahrt ein engumliegendes
Verhältnis zur Elektrode und dem Schweißpuddel.
Die Parameter der Auftragsrate beim dritten Film
unter Verwendung der erfindungsgemäßen Schutzgasmischung
für Flußstahl sind wie folgt:
| Drahtgeschwindigkeit | |
| - 1651 cm/min (650 in/min) | |
| Abschmelzrate | - 10,432 kg/h (23 lbs/hr) |
| Schweißgeschwindigkeit | - 91,44 cm/min (36 in/min) |
Im Verfahren nach der Erfindung lassen die Fig. 20
bis 22 eine Pulsierung erkennen, die beim Plasma
in Zusammenhang mit der Ausbildung der Großtropfen
128 auftritt, die vor der Trennung von der Elektrode
geringfügig bis wesentlich größer als der
Durchmesser der Elektrode sind. Es wurde gemessen,
daß diese Tropfen sich mit einer Geschwindigkeit
von 800 Stück pro Sekunde bildeten.
Zu Vergleichszwecken ist festzustellen, daß bei
einem typischen Kurzschluß- oder Kurzlichtbogen
schweißen die geschmolzenen Elektrodentropfen
mit einer Geschwindigkeit von 90 Stück pro Sekunde
übertragen werden und in den Schweißpuddel eindringen.
Auch treten die geschmolzenen Tropfen
nach dem Verfahren der Erfindung in den Krater ein,
ohne daß es dabei zum Verspritzen oder Auswaschen
kommt. Man nimmt an, daß das Fortbestehen des eng
einschließenden Plasmas 120 und die wesentliche
Vorwärmung des Grundwerkstoffs 130-132 bedeutend
zum Rückhalten der Tropfen im Krater oder der Mulde
sowie zur Vermeldung der Verspritzung beiträgt.
Auch liegt die Größe der geschmolzenen Tropfen 128
zumindest bei der des Durchmessers der Elektrode
(0,132 cm; 0,052 in) und fällt allgemein in den Bereich
von 0,1422 cm (0,056 in) bis 0,32 cm (0,126 in).
Die feinen Tröpfchen 102 der Sprühlichtbogenübertragung
nach den Fig. 14 bis 16 waren für eine
Messung in der Praxis zu klein. Andererseits war
es, da die Tropfen 112 der Fig. 17 bis 19 normalerweise
durch Kurzschließen übertragen wurden, nicht
ausführbar, ihre Größe genau zu bestimmen, obgleich
sie wahrscheinlich doch der Dauermessergröße der
Elektrode sehr nahe kommen.
Es wird angenommen, daß die Pulsierung in Verbindung
mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und
Übertragung von Großtropfen mit hoher Übertragungsrate
von 400 bis 1200 Großtropfen pro Sekunde in
den Schmelzpuddel bedeutsam zur Verbesserung der
Schweißgüte beiträgt, wie dies in bezug auf die
Fig. 5 bis 13 bereits beschrieben wurden.
Durch die Verwendung von Elektrodengrößen und
Stromdichten beim oder in der Nähe des praktischen
Höchstwerts, der bei den bisherigen hohen Auftragungsraten
in den GMA-Verfahren genutzt werden
konnten, konnten durch die Erfindung der Anmelderin
wesentlich verbesserte Schweißauftragungsraten und
-eigenschaften erzielt werden. Die Anmelderin erzielt
nach vorstehenden Ausführungen anhand der
Fig. 5 bis 13 unter Verwendung ähnlicher Betriebsparameter,
ausgenommen für Schutzgase, eine
gegenüber den bekannten Schweißverfahren um 160%
schnellere Auftragungsrate mit zusätzlich verbesserten
Eigenschaften der Schweißverbindung.
Durch die Anwendung von Elektrodengrößen und Stromdichten,
die wesentlich größer sind als diejenigen,
die mit bisher bekannten Schutzgasen oder -gasgemischen
praktikabel waren, hat die Anmelderin eine
weitgehend verbesserte Qualität der Schweißverbindung
sowie sehr viel bessere Auftragungsraten erzielt.
Als weiteres Beispiel wurden von der Anmelderin
Flußstahlplatten mit einer Elektrode von 0,132 cm
(0,052 in) und den folgenden Parametern verschweißt:
| Schutzgas | |
| - 65% Argon | |
| - 26,5% Helium | |
| - 8,0% Kohlendioxid | |
| - 0,5% Sauerstoff | |
| Drahtfördergeschwindigkeit | - 3302 cm/min |
| Abschmelzrate | - 21,23 kg/h |
| Stromdichte | - 69770 A/cm² |
| Spannung | - 38-42 |
In sämtlichen oben angeführten und sonstigen bevorzugten
Schweißgasgemischen ist Argon in einer Menge
von 0,5 bis 3,5 Teilen pro Volumen pro Volumenteil
Helium vorhanden.
Ein weiteres einzigartiges Ergebnis, das mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren erzielt wird, besteht
in der Fähigkeit, eine 100%ige Verschweißung von
Stahlplatten bis zu einer Dicke von 1,27 cm durchzuführen.
Hierbei werden die bei 1,27 cm dicken
Stahlplatten aneinanderstoßend ausgerichtet, ohne
daß dabei die Stoßkanten vorher aufbereitet werden.
Bei Verwenden der erfindungsgemäßen Gasmischung
für Flußstahl wird eine erste Schweißverbindung oder
Raupe längs der Länge der Stoßkanten auf einer Seite
der Platten und dann eine zweite Schweißraupe längs
der Länge der Stoßkanten auf der anderen Seite der
Platten erstellt. Ein Querschnitt durch die geschweißte
Verbindung zeigt, daß die erste und die zweite Raupe
sich miteinander verbunden haben oder zusammengeflossen
sind, was eine 100%ige Schweißung ergibt.
Nach der Kenntnis der Anmelderin wurden derartige
100%ige Schweißungen mit 1,27 cm dicken Stahlplatten
mit den bisherigen Gasmetallichtbogenverfahren
nicht erreicht.
Claims (8)
1. Elektrisches Gasschweißverfahren zur Verwendung
mit einer Schweißpistole mit einer eine Ab
schmelz-Elektrode aufnehmenden Spitze, einer mit
der Spitze koaxial und radial getrennt davon
liegenden Düse zum Bilden eines ringförmigen Gasdurchganges,
wobei das Verfahren besteht aus den
Schritten des Zuführens der Schweißelektrode zur
zu verschweißenden Metallverbindung oder -fuge,
des Durchleitens eines durch die Elektrode zur
Bildung eines elektrischen Lichtbogens zwischen
dem Ende der Elektrode und der Metallfuge hindurch
gehenden elektrischen Stroms, der den Endteil der
Elektrode abschmilzt, so daß das abgeschmolzene
Elektrodenmaterial an der Schweißfuge aufgetragen
wird und diese füllt, und das Hindurchleiten eines
Gases durch die Düse an ein Lichtbogenplasma
zwischen der Elektrode und der Schweißfuge,
gekennzeichnet durch
- a) ein aus Argon, Helium, Kohlendioxid und Sauerstoff bestehendes Schweißgasgemisch,
- b) einen elektrischen Strom einer zur Bildung von geschmolzenen Kügelchen mit einer Rate von 400 bis 1200 Kügelchen pro Sekunde an der Elektrodenspitze geeigneten Größe.
- c) Kügelchen, die eine Durchmesserabmessung von zumindest der Größe des Durchmessers der Elektrode aufweisen.
2. Elektrisches Gasschweißverfahren zum Schweißen
von Flußstahl und niedriglegiertem Stahl nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) das Schweißgasgemisch im wesentlichen besteht
aus
(1) Argon|- 65,0% (2) Helium - 26,5% (3) Kohlendioxid - 8,0% (4) Sauerstoff - 0,5%
3. Elektrisches Gasschweißverfahren zum Schweißen
von niedriglegiertem Vergütungsstahl nach
Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein Schweißgasgemisch
bestehend im wesentlichen aus:
(1) Argon|- 44,00%
(2) Helium - 52,00%
(3) Kohlendioxid - 3,82%
(4) Sauerstoff - 0,18%
4. Elektrisches Gasschweißverfahren zum Schweißen
von rostfreiem Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch ein Schweißgasgemisch bestehend
im wesentlichen aus:
(1) Argon|- 41,66%
(2) Helium - 55,00%
(3) Kohlendioxid - 3,20%
(4) Sauerstoff - 0,14%
5. Gasgemisch zur Verwendung in einem elektrischen
Lichtbogenschweißverfahren für Flußstahl und
niedriglegiertem Stahl, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gasgemisch im wesentlichen besteht aus:
(a) Argon|- 65,0%
(b) Helium - 26,5%
(c) Kohlendioxid - 8,0%
(d) Sauerstoff - 0,5%
6. Gasgemisch zur Verwendung in einem Lichtbogen
schweißverfahren für niedriglegierten Vergütungsstahl,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch
im wesentlichen besteht aus:
(a) Argon|- 44,00%
(b) Helium - 52,00%
(c) Kohlendioxid - 3,82%
(d) Sauerstoff - 0,18%
7. Gasgemisch zur Verwendung in einem Lichtbogen
schweißverfahren für rostfreien Stahl,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch im
wesentlichen besteht aus:
(a) Argon|- 41,66%
(b) Helium - 55,00%
(c) Kohlendioxid - 3,20%
(d) Sauerstoff - 0,14%
8. Schweißgasgemisch gekennzeichnet durch eine
Zusammensetzung aus 3 Vol.-% bis 10 Vol.-% Kohlendioxid,
0,1 Vol.-% bis 1 Vol.-% Sauerstoff und
dem Rest aus Helium und Argon in einem Verhältnis
von 0,5 bis 3,5 Volumenteilen Argon für jedes
Volumenteil Helium.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US06/404,722 US4463243A (en) | 1981-02-17 | 1982-08-03 | Welding system |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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