DE3317132C2 - - Google Patents
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- G—PHYSICS
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung der elek
trischen Stromdichteverteilung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Die Erfindung betrifft insbesondere die galvanische Bear
beitung von Gegenständen, auch Ware genannt, in einem
elektrisch leitenden Bad. Die Bearbeitung betrifft
beispielsweise ein galvanisches Metallisieren oder ein
galvanisches Ätzen und/oder Beizen. Insbesondere bei Gegen
ständen mit gekrümmter Oberfläche ist es besonders wichtig,
die Stromdichteverteilung innerhalb des Bades und insbesondere
auf der Oberfläche der Ware zu kennen, da ansonsten
eine fehlerhafte Bearbeitung möglich ist. So
kann beispielsweise eine galvanisch aufgebrachte Metalli
sierung in störender Weise ungleichmäßig dick sein. Soll
beispielsweise bei einem Gegenstand die Oberfläche ledig
lich dünn vergoldet werden (Hauchvergoldung), so führen
unerwünschte Dickenschwankungen zu unerwünschten wirt
schaftlichen Verlusten. Beispielhafte Ätz- und/oder Beiz
vorgänge können fehlerhaft sein, so daß eine vorgesehene
nachfolgende Bearbeitung erschwert wird oder sogar unmög
lich wird. Zur Vermeidung derartiger Fehler ist es nahe
liegend, die Ware in bestimmten Zeitabständen aus dem Bad
zu entfernen und den Bearbeitungsvorgang zu kontrollieren,
z. B. durch eine mechanische Messung der aufzubringenden
Schichtdicke. Es ist möglich, aus einer derartigen Messung
die elektrische Stromdichteverteilung innerhalb des Bades
und/oder auf der Oberfläche der Ware zu bestimmen. Derartige
Bearbeitungsverfahren sind unwirtschaftlich, da sie
insbesondere zeitaufwendig sind sowie hochqualifiziertes
Fachpersonal benötigen.
Außerdem sind Stromdichtemesser bekannt, bei denen die
Meßsonde unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche parallel zur
Oberfläche der im Elektrolyten befindlichen Werkstück
geführt wird, ohne dabei die Werkstücke zu berühren
(Taschenbuch für Galvanotechnik, 12. Ausgabe 1970; Langbein-
Pfauhauser-Werk AG, Neuss/Rhein; Kapitel 4.421).
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein gattungsgemäßes
Verfahren anzugeben, das insbesondere an einer gekrümmten
Oberfläche eines Gegenstandes eine Messung der Stromdichte
verteilung innerhalb des Bades und während der Bearbei
tung ermöglicht, so daß Korrekturen der Stromdichteverteilung
während der Bearbeitung ermöglicht werden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale. Ausge
staltungen und Weiterbildungen sind den Unteransprüchen
entnehmbar.
Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß für jede Meß
fläche lediglich eine einadrige Zuleitung genötigt wird,
die Messung im wesentlichen unabhängig von der Badtemperatur
ist, daß keine fortlaufende elektrische Eichung der
Meßstellen und/oder Meßfläche erforderlich ist und daß
nicht benötigte (inaktive) Meßflächen auf ein beliebiges
elektrisches Potential legbar sind, vorzugsweise auf das
Potential der Oberfläche der Ware.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungs
beispieles näher erläutert. Bei einer äußerst gleichmäßigen
galvanischen Metallisierung einer gekrümmten Oberfläche
eines Gegenstandes (Ware) ist es erforderlich, daß auf
allen Punkten der Oberfläche die gleiche elektrische Strom
dichte vorhanden ist. Diese Stromdichteverteilung wird
dadurch gemessen, daß auf der Oberfläche elektrisch iso
lierte Meßflächen angebracht werden, deren Flächeninhalt
bekannt ist. Als Meßfläche wird z. B. eine kreisförmige
Metallfolie mit einem Flächeninhalt von 5 mm² verwendet, die
vorzugsweise aus dem gleichen Material besteht wie die zu
metallisierende Oberfläche. Die Meßfläche wird unter
Zwischenlage einer elektrisch isolierenden Folie auf die
Oberfläche geklebt. Dadurch ist es möglich, auch an
gekrümmten Oberflächenbereichen Meßflächen anzubringen. Bei
einer zu metallisierenden Oberfläche, die sich bereits auf
einem elektrisch isolierenden Trägermaterial befindet, ist
es alternativ möglich, die Meßfläche(n) aus der Oberfläche
herauszuarbeiten, z. B. durch Fräsen und/oder Ätzen. An
derartigen Meßflächen wird ein erstes Ende einer elektrischen
Zuleitung befestigt, z. B. durch Punktschweißen oder
Löten, die einen elektrisch isolierenden Mantel besitzt.
Zur Messung des durch die Meßfläche fließenden elektrischen
Stromes wird das zweite Ende der Zuleitung z. B. mit
dem invertierenden Eingang eines Operationsverstärkers
verbunden, dessen elektrischer Ausgang über ein Rückkopp
lungsnetzwerk mit dem invertierenden Eingang verbunden
ist. Der nichtinvertierende Eingang des Operationsverstärkers
ist über eine weitere Zuleitung mit der zu metalli
sierenden Oberfläche verbunden. Durch eine derartige
Anordnung ist es möglich, die Stromstärke und/oder die
Stromdichte am Ort der Meßfläche zu messen, ohne daß eine
störende elektrische Potentialdifferenz zwischen der Meß
fläche und der Oberfläche auftritt. Mögliche störende
Potentialdifferenzen, z. B. der durch die Zuleitungen
bewirkte Spannungsabfall, sind kompensierbar, z. B. durch die
sogenannte Offseteinstellung des Operationsverstärkers.
Die auf der Oberfläche vorhandenen Meßflächen werden
beispielsweise über einen Umschalter mit dem invertierenden
Eingang verbunden. Es ist zweckmäßig, nicht benötigte
(inaktive) Meßflächen unmittelbar elektrisch leitend mit der
Oberfläche zu verbinden, um Störungen der Stromdichtever
teilung zu vermeiden. Wird diese Verbindung an dem zweiten
Ende der ersten Zuleitung vorgenommen, so bewirkt deren
elektrischer Widerstand eine möglicherweise störende
Potentialdifferenz die jedoch durch Zwischenschalten einer
geeigneten elektrischen Spannungsquelle kompensierbar ist.
Bei mehreren Meßflächen ist eine Auswertung der gemessenen
Stromdichte mit Hilfe eines Mikroprozessors und/oder einer
Datenverarbeitungsanlage zweckmäßig. Eine derartige Aus
wertung erfolgt seriell (zeitmultiplex) und/oder parallel
(zeitgleich).
Das beschriebene Meßverfahren ist nicht auf die galvanische
Metallisierung beschränkt, sondern sinngemäß auf weitere
Ausführungsbeispiele anwendbar, z. B. zur Überwachung
der Formänderung einer Badanode oder zum gleichmäßigen
Ätzen (Erodieren) von Gegenständen.
Für die galvanische Bearbeitung, z. B. Metallisieren, Ätzen
(Erodieren) oder Beizen, sind selbsttätig (automatisch)
arbeitende Bearbeitungsverfahren zweckmäßig. Insbesondere
das beschriebene Meßverfahren ermöglicht Bearbeitungsver
fahren mit einem Steuer- und/oder Regelkreis zur zeitlichen
und/oder räumlichen Beeinflussung der Stromdichte.
Soll beispielsweise ein Gegenstand (Ware) mit gekrümmter
Oberfläche äußerst gleichmäßig metallisiert werden, so ist
die dafür erforderliche elektrische Stromdichteverteilung
steuer- und/oder regelbar mittels veränderlicher Blenden,
die im Bad zwischen der Anode und der Ware angeordnet
sind. Derartige Blenden sind beispielsweise elektrisch
und/oder pneumatisch steuer- und/oder regelbar nach Maß
gabe der gemessenen und/oder ausgewerteten Stromdichtever
teilung. Im folgenden werden Ausführungsbeispiele derartiger
Blenden näher erläutert.
Bei einem ersten Ausführungsbeispiel besteht die Blende
aus beweglichen Kugeln unterschiedlicher Größe. Die
Größenveränderung kann zum Beispiel manuell und/oder auto
matisch erfolgen. Durch Öffnungen (Düsen) in den Blenden
wird zusätzlich frischer und/oder umgewälzter Elektrolyt
in das Bad eingebracht.
Derartige Blenden bestehen beispielsweise aus einem elek
trisch isolierenden Kunststoff und/oder aus einem leitenden
Material, das elektrisch isoliert in das Bad einge
bracht wird, oder auf ein die Blendenfunktion unter
stützendes elektrisches Potential gelegt wird.
Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel besteht die Blende
aus in das Bad absenkbaren Stäben und/oder aus einer ver
stellbaren jalousieartigen Anordnung von flächenhaften
Körpern. Weiterhin ist es möglich, in dem Bad einen Vor
hang aus aufsteigenden Gas- und/oder Dampfblasen zu erzeugen,
die den elektrischen Widerstand des Elektrolyten der
art verändern, daß auf der Ware eine möglichst gleich
mäßige Stromdichteverteilung erreicht wird.
Claims (9)
1. Verfahren zur Messung der elektrischen Stromdichtever
teilung auf einer Oberfläche, die in einem elektrisch
leitenden Bad behandelt wird, gekennzeichnet durch folgende
Merkmale:
- a) auf der Oberfläche werden elektrisch leitende Meßflächen erzeugt, die parallel und elektrisch isoliert zu der Oberfläche angeordnet werden
- b) ein zwischen der Meßfläche und der Oberfläche fließender elektrischer Strom wird gemessen
- c) während der Messung des elektrischen Stromes wird zwischen der Meßfläche und der Oberfläche eine elektrische Potentialdifferenz aufrecht erhalten, deren absoluter Wert vernachlässigbar ist gegenüber den im Bad und/oder an der Ober fläche herrschenden elektrischen Potentialen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Meßfläche und die Oberfläche elektrisch leitend mit
einem rückgekoppelten elektrischen Verstärker verbunden
werden, durch dessen Beschaltung die Potentialdifferenz
bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
Meßfläche und Verstärker über mindestens eine Zuleitung
verbunden werden und daß eine an der Zuleitung entstehende
elektrische Potentialdifferenz elektrisch kompensiert
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Meßflächen
verwendet werden und daß die zugehörigen elektrischen
Signale in einer Auswerteeinheit seriell und/oder parallel
verarbeitet werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Meßfläche aus
der Oberfläche herausgearbeitet wird und/oder daß minde
stens eine Meßfläche auf einem elektrischen Isoliermaterial
befestigt wird, das auf der Oberfläche angebracht wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Meßfläche im
wesentlichen aus dem gleichen Material besteht wie die
Oberfläche.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine inaktive Meß
fläche unmittelbar mit der Oberfläche elektrisch leitend
verbunden wird oder daß die inaktive Meßfläche mit der
Oberfläche verbunden wird über mindestens eine Zuleitung
sowie eine elektrische Spannungsquelle, durch welche die an
der Zuleitung entstehende Potentialdifferenz im wesent
lichen kompensiert wird.
8. Verfahren zur Bearbeitung einer elektrisch leitenden
Oberfläche in einem elektrisch leitenden Bad unter Verwen
dung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß in dem Bad mindestens eine ver
änderliche Blende zur Steuerung und/oder Regelung der im
Bad wirkenden Stromdichte angeordnet wird und daß die
Blende gesteuert und/oder geregelt wird nach Maßgabe der
gemessenen Stromdichteverteilung.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
elektrisch leitende und/oder elektrisch isolierende Körper
als Blende zwischen Anode und Ware derart angeordnet werden,
daß in den Blenden Öffnungen gebildet werden, durch
die ein im Bad enthaltener Elektrolyt und/oder ein Gas
und/oder Dampf gepreßt werden.
Priority Applications (1)
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| DE19833317132 DE3317132A1 (de) | 1983-05-11 | 1983-05-11 | Verfahren zur messung der elektrischen stromdichteverteilung |
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Publications (2)
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