DE3315654C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem polarographischen Meß
fühler nach der Gattung des Hauptanspruchs. Bei derartigen
polarographischen Meßfühlern, die nach dem Diffusionsgrenz
stromprinzip arbeiten, wird dieser Diffusionsgrenzstrom bei
einer konstanten, an den beiden Elektroden des Meßfühlers
anliegenden Spannung gemessen. Dieser Strom ist in einem
bei Verbrennungsvorgängen entstehenden, mager eingestellten
Abgas von der Sauerstoffkonzentration solange abhängig, wie
die Diffusion des Gases zur Kathode die Geschwindigkeit der
ablaufenden Reaktion bestimmt. Es ist bereits vorgeschlagen
worden, derartige polarographische Meßfühler in der Weise
aufzubauen, daß sowohl Anode als auch Kathode dem zu messen
den Gas ausgesetzt sind, wobei die Kathode eine Diffusions
barriere trägt, um ein Arbeiten im Diffusionsgrenzstrombe
reich zu erzielen. Die Anode ist ohne eine solche Diffusions
barriere dem Meßgas ausgesetzt, was zur Folge hat, daß an
dieser als Referenzelektrode dienenden Anode kein konstanter
Sauerstoffpartialdruck herrscht, was für die Messung im
mageren Bereich nachteilig ist, da die Kennlinie bei λ = 1
einen Stromsprung aufweist und nicht stetig aus dem Mageren
ins Fette verläuft.
Der fertigungstechnisch einfach aufgebaute polarographische
Meßfühler, bei dem sowohl Anode als auch Kathode dem zu messenden
Gas ausgesetzt sind, hat den Nachteil, daß seine Anzeige einer
Temperatur- und Zeitdrift unterliegt und daher eine regelmäßige
Nacheichung notwendig ist.
Zum Zwecke der Kompensation dieser Temperatur- und Zeitdrift wird in
der DE-OS 31 04 986 ein Meßfühler vorgeschlagen, der auf dem
gleichen Festelektrolytkörper zusätzlich zu der aus Anode und mit
Diffusionsbarriere abgedeckter und dem Meßgas ausgesetzter Kathode
bestehenden Meßzelle ein zweites System, bestehend aus Anode und
Kathode trägt, dessen Kathode einem Referenzgas mit konstantem
Sauerstoffpartialdruck, vorzugsweise Luft, ausgesetzt ist.
Der polarographische Meßfühler gemäß der DE-OS 31 04 896 ist als
Breitbandsensor einsetzbar, wenn mindestens eine, vorzugsweise aber
beide Anoden dem Referenzgas ausgesetzt werden, wodurch das Signal
des Meßfühlers stetig aus dem Mageren ins Fette verläuft und in
dieser Kurve kein Stromsprung mehr auftritt.
Der erfindungsgemäße polarographische Meßfühler mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat dem
gegenüber den Vorteil, daß durch die Schaffung einer in
ternen Sauerstoffreferenz eine Sauerstoffreferenz er
reicht wird, ohne eine Verbindung zur Außenluft herstel
len zu müssen. Diese Tatsache führt zu einer Vereinfachung
im Aufbau des Meßfühlers und zu einer größeren Beweglich
keit in der Wahl des Einbauortes gegenüber solchen Meß
fühlern, bei denen die Anode mit der Außenluft als Sauer
stoffreferenz in Verbindung steht.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des
im Hauptanspruch angegebenen Meßfühlers möglich. Beson
ders vorteilhaft ist es, den die beiden Anoden verbinden
den Kanal als poröse Schicht auszubilden, die mit einer
gasdichten Schicht abgedeckt ist, wobei diese gasdichte
Schicht über der Anode der ersten Zelle feine Löcher auf
weist, die als Überdruckbegrenzung innerhalb der porösen
Schicht dienen.
Ein Ausführungsbeispiel ist in der Figur dargestellt und
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 den Schnitt durch die Spitze eines er
findungsgemäßen Meßfühlers in Plättchenform,
Fig. 2
zeigt die Draufsicht von der Unterseite her und
Fig. 3
die Draufsicht von der Oberseite her.
Der Meßfühler besteht aus einem Festelektrolytplättchen 1
von beispielsweise 50 mm×8 mm×1 mm aus stabilisiertem
Zirkondioxid. Dieses Plättchen trägt zwei Elektroden 2 a
und 2 b, die entweder aus Platin oder aus einem Gemisch
aus Platin und stabilisiertem Zirkondioxid bestehen, wobei
dieses Zirkondioxid etwa 40 Vol.-% ausmacht. Diese aus den
Elektroden 2 a und 2 b sowie dem Elektrolyten 1 bestehende
erste Zelle stellt die eigentliche Meßzelle dar, an die
eine Gleichspannung von einigen Volt gelegt wird derart,
daß die Elektrode 2 a die Kathode und die Elektrode 2 b die
Anode bildet. Die Kathode 2 a ist vollständig von einer
Poren oder Kanäle aufweisenden Schicht 7, einer soge
nannten Diffusionsbarriere, von etwa 15 µm Dicke abge
deckt, die derart angeordnet ist, daß das Gas nur durch
diese Diffusionsbarriere hindurch an die Kathode 2 a ge
langen kann. Die Diffusionsbarriere 7 besteht beispiels
weise ebenfalls aus Zirkondioxid und weist eine solche
Porosität auf, daß der aus der Kathode 2 a und der Anode
2 b sowie dem Festelektrolytkörper 1 gebildete Teil des
gesamten Meßfühlers über einen möglichst weiten Bereich
des Sauerstoffpartialdruckes im Grenzstrombereich arbeitet.
Zur Bildung der zweiten Zelle trägt das Festelektrolyt
plättchen 1 in einigem Abstand von den Elektroden 2 a und
2 b zwei weitere Elektroden 3 a und 3 b, die in der gleichen
Weise aufgebaut sind wie die zuvor genannten Elektroden.
Bei dieser zweiten Zelle bildet die Elektrode 3 a die Katho
de und die Elektrode 3 b die Anode. Zwischen den beiden
Kathoden 2 a und 3 a ist zunächst eine isolierende Schicht
6 a aus Aluminiumoxid aufgebracht, die ihrerseits eine
Leiterbahn 4 a trägt, die teilweise über die Elektroden 2 a
und 3 a gezogen ist und diese elektrisch verbindet. Eine
weitere Leiterbahn 5 a ist an der Gegenseite der Elektrode
3 a angebracht und übernimmt die elektrische Kontaktierung
der beiden Kathoden 2 a und 3 a. Zwischen den beiden Elek
troden 2 b und 3 b befindet sich auf dem Festelektrolyten
zunächst wieder eine isolierende Schicht 6 b aus Aluminium
oxid, die eine weitere Leiterbahn 4 b zur Kontaktierung
der Elektrode 2 b trägt, die aber nicht die Elektrode 3 b be
rührt. Die Kontaktierung der Elektrode 3 b erfolgt über
eine weitere Leiterbahn 5 b. Die Leiterbahnen können eben
falls aus Platin oder einem Platin-Zirkondioxid-Gemisch
oder aus einem anderen elektrisch leitfähigen Material be
stehen. Über den Elektroden 2 b und 3 b sowie der Leiterbahn
4 b befindet sich eine in hohem Maße poröse Schicht 8, die
beispielsweise aus Aluminiumoxid mit einem hohem Anteil
eines Porenbildners wie beispielsweise Ammoncarbonat be
stehen kann. Diese poröse Schicht 8 ist mit einer gas
dichten Schicht 9 aus einem rekristallisierenden Glas
wie z. B. Erdalkalisilikatglas überzogen, wobei diese
Schicht 9 um die Elektrode 2 b herumgreift und bis auf den
Festelektrolyten 1 reicht, während am anderen Ende auch ein
Teil der Leiterbahn 5 b mit dieser Schicht abgedeckt ist.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Kathodenseite des
plättchenförmigen Meßfühlers, während Fig. 3 die Anoden
seite zeigt. Es ist ersichtlich, daß die Elektroden 2 a
und 2 b zentral an der Spitze des Meßfühlers angeordnet
sind. Die Elektrode 3 a ist als Ring und die Elektrode 3 b
als U ausgeführt. Aufgrund dieser Anordnung können die
Leiterbahnen 4 a und 5 a in einem durchgehenden Band zusam
mengefaßt werden. Auf der Anodenseite verlaufen die Lei
terbahnen 4 b und 5 b getrennt. Die Kathode 2 a ist mit der
Diffusionsbarriere 7 überdeckt. In Fig. 3, die die Anoden
seite zeigt, wurden die Schichten 8 und 9 weggelassen.
An die Leiterbahnen 5 a und 4 b wird eine Gleichspannungs
quelle von etwa einem Volt angelegt, die den Diffusions
grenzstrom zur Messung der Sauerstoffkonzentration zwi
schen den Elektroden 2 a und 2 b liefert. An die Leiterbahnen
5 a und 5 b wird eine weitere Gleichspannungsquelle von etwa
einem Volt angelegt, und zwar derart, daß für beide Fälle
an der Leiterbahn 5 a der negative Pol der Gleichspannungs
quellen liegt. Die Gleichspannungsquelle zwischen den Lei
terbahnanschlussen 5 a und 5 b verursacht nun einen soge
nannten Pumpstrom, der dafür sorgt, daß Sauerstoffmole
küle von der Elektrode 3 a in Form von Ionen durch den
Festelektrolyten 1 hindurch zur Elektrode 3 b wandern, dort
wieder entladen werden und somit als Sauerstoffmoleküle
zur Verfügung stehen. Diese Sauerstoffmoleküle, deren An
gebot höher ist als an der Elektrode 2 b, da die Elektrode
3 a im Gegensatz zur Elektrode 2 a keine Diffusionsbarriere
aufweist und die Sauerstoffmoleküle des Meßgases daher
ungehindert Zutritt zu der Elektrode 3 a haben, wandern
durch die poröse Schicht 8 bis an die Elektrode 2 b, wo
die feinen Löcher 10 einen Sauerstoffüberdruck verhindern.
Es herrscht aber an der Elektrode 2 b ein Sauerstoffüber
schuß, so daß die aus den Elektroden 2 a und 2 b sowie dem
Festelektrolyten 1 bestehende Zelle mit einem Sauerstoff
überschuß, d. h. einer Sauerstoffreferenz an der Elektrode
2 b arbeiten kann, ohne daß eine Verbindung zum Sauerstoff
der Außenluft geschaffen werden muß.
Claims (5)
1. Polarographischer Meßfühler zur Bestimmung des Sauer
stoffgehaltes in Gasen, der nach dem Grenzstromprinzip
arbeitet, mit einem sauerstoffionenleitenden Festelektro
lytkörper (1), der eine zu einer ersten Zelle gehörige
Anode (2 b) und eine einem Meßgas ausgesetzte Kathode (2 a)
trägt, an die eine konstante Spannung anlegbar ist, wobei
die Kathode (2 a) durch eine Poren oder Kanäle aufweisende
Schicht (7) bedeckt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die
Anode (2 b) über einen Kanal (8) mit der Anode (3 b) einer
zweiten Zelle in Verbindung steht, deren Kathode (3 a) dem
Meßgas direkt ausgesetzt ist, daß an die zweite Zelle (3 a,
1, 3 b) ebenfalls eine Spannung anlegbar ist, so daß an der
Anode (2 b) der ersten Zelle ein Sauerstoffüberschuß vor
liegt.
2. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kanal (8) aus einer porösen Schicht gebildet ist, die
mit einer gasdichten Schicht (9) abgedeckt ist.
3. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die gasdichte Schicht (9) über der Anode (2 b) als Überdruck
begrenzung wirkende feine Löcher (10) aufweist.
4. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kathoden (2 a) und (3 a) mit einer Leiterbahn (4 a) ver
bunden sind und einen gemeinsamen Leiterbahnanschluß (5 a)
aufweisen, während die Anoden (2 b) und (3 b) je einen Lei
terbahnanschluß (4 b) bzw. (5 b) aufweisen.
5. Meßfühler nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Leiterbahnen (4 a) und (4 b) durch Schichten (6 a) und
(6 b) gegen den Festelektrolytkörper (1) elektrisch iso
liert sind.
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