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Stuhl
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Die Erfindung betrifft einen Stuhl mit einem in Sitzhöhe angeordneten
-horizontalen Sitzteil und einem nach hinten geneigten Rückenteil, bei dem das Sitzteil
aus einer Sitzplatte gebildet ist, die auf mit Beinen versehenen Seitenträgern befestigt
ist, und bei dem das Rückenteil als Beine mit verwendete Längsholme aufweist, die
in dem über die Sitzplatte hinausragenden Teil mittels Querleisten starr miteinander
verbunden sind.
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Die bekannten Stühle dieser Art sind starre Einheiten, die nur in
beschränktem Maße als Trittstufe verwendbar sind, da die Sitzplatte in Sitzhöhe
als Trittstufe eine zu große Höhe hat. Für den Haushalt sind deshalb auch schon
kleine Trittleitern mit drei und vier Stufen geschaffen worden, um auf unterschiedliche
Arbeitshöhe aufsteigen und dort stehen und arbeiten zu können.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Stuhl der eingangs erwähnten Art
so zu gestalten, daß er leicht und schnell in eine mehrstufige Trittleiter umgewandelt
werden kann, die in Bezug auf Stand- und Trittsicherheit die in den DIN-Vorschriften
gestellten Bedingungen einhält.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Sitzplatte
parallel zur Vorderseite in zwei gelenkig miteinander verbundene Teilsitzplatten
mit Teilseitenträgern unterteilt ist, daß an den Teilseitenträgern der vorderen
Teilsitzplatte jeweils zwei sich Vrförmig spreizende Beine angebracht sind, daß
die Teilseitenträger der hinteren Teilsitzplatte jeweils ein zusätzliches Bein tragen,
daß diese zusätzlichen Beine sich an die Rückseite der hinteren Beine der vorderen
Teilsitzplatte
anlegen, daß das Rückenteil kürzere innere und längere äußere Längsholme aufweist,
die jeweils an ihren oberen Enden mittels Querleisten starr miteinander verbunden
sind, daß die einander zugekehrten unteren Enden der inneren und äußeren Längsholme
jeweils gelenkig miteinander und mittels Lenker etwa in halber Höhe mit dem zugeordneten
zusätzlichen Bein der hinteren Teilsitzplatte gelenkig verbunden sind, daß an den
unteren Enden der zusätzlichen Beine eine Trittplatte mit ihrer einen Längsseite
angelenkt ist, deren andere Längsseite über Lenker etwa in halber Sitzhöhe mit den
inneren Längsholmen gelenkig verbunden ist, daß die äußeren Längsholme in Sitzhöhe
jeweils mittels eines Lenkers mit dem zugeordneten Teilseitenträger der vorderen
Teilsitzplatte gelenkig verbunden sind und daß die hinteren Beine der vorderen Teilsitzplatte
und die zusätzlichen Beine der hinteren Teilsitzplatte etwa in halber Sitzhöhe mittels
Trittleisten starr miteinander verbunden sind.
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Mit dieser Ausgestaltung des Sitzteiles und des Rückenteiles wird
erreicht, daß allein durch Verschwenken des Rückenteils der Stuhl in eine vierstufige
Trittleiter umgewandelt werden kann, die bei ausreichender Stand- und Trittsicherheit
noch den Vorteil bringt, daß die benutzende Person die inneren Längsholme des Rückenteils
mit ihrer Querleiste als zusätzliche, über die oberste Trittplatte vorstehende Halteelemente
verwenden kann. Die vor die vordere Teilsitzplatte geschwenkten, äußeren Längsholme
dienen als zusätzliche Stützen für die Trittleiter und vergrößern bei dieser Einstellung
die STandfläche beachtlich. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, daß die die
äußeren Längsholme mit den Teilseitenträgern der vorderen Teilsitzplatte gelenkig
verbundenen Lenker im Bereich der vorderen Enden der Teilseitenträger angelenkt
sind, da dabei die äußeren Längsholme möglichst weit vor der vorderen Teilsitzplatte
als zusätzliche Stützen zu liegen kommen.
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Damit die durch-die inneren Längsholme gebildeten zusätzlichen Halteelemente
der Trittleiter das Betreten der obersten Trittplatte nicht beeinträchtigen,
ist
vorgesehen, daß die die unteren Enden der gelenkig miteinander verbundenen, inneren
und äußeren Längsholme mit den zusätzlichen Beinen der hinteren Teilsitzplatte verbindenden
Lenker etwa eine Länge aufweisen, die der Breite der an den unteren Enden der zusätzlichen
Beine angelenkten Trittplatte entspricht.
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Ist nach einer Ausgestaltung vorgesehen, daß die Breite der Trittplatte
kleiner ist als die halbe Sitzhöhe und daß die Trittplatte sich an die Innenseiten
der Beine und zusätzlichen Beine anschließt und daß die die Trittplatte mit den
inneren Längsholmen verbindenden Lenker jeweils zwischen der Innenseite des inneren
Längsholmes und der Außenseite der Trittplatte angeordnet sind, dann kann bei der
Einstellung als Stuhl die Trittplatte zwischen die zusätzlichen Beine der hinteren
Teilsitzplatte eingeschwenkt werden, so daß sie nicht über das Rückenteil hinaussteht.
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Damit die inneren und äußeren Längsholme mit ihren Querleisten bei
der Einstellung als Stuhl eine einheitliche Ebene für das Rückenteil einnehmen können,
sieht eine Ausgestaltung vor, daß die Länge der äußeren Längsholme kleiner ist als
die doppelte Sitzhöhe und daß die inneren Längsholme mindestens um die in Längsrichtung
der Längsholme ausgerichtete Abmessung der die äußeren Längsholme verbindenden Querleiste
kürzer sind.
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Der Schwenkvorgang der hinteren Teilsitzplatte und der inneren und
äußeren Längsholme beim Einstellen als Trittleiter wird durch die Lenker und die
vordere Teilsitzplatte dann nicht behindert, wenn die Auslegung so ist, daß die
Beine der vorderen Teilsitzplatte und die zusätzlichen Beine der hinteren Teilsitzplatte
sich jeweils an die Innenseiten der inneren Längsholme anschließen und daß die die
inneren Längsholme und die zusätzlichen Beine gelenkig miteinander verbindenden
Lenker jeweils zwischen der Innenseite des inneren Längsholm und der Außenseite
des zusätzlichen Beines angeordnet sind, sowie daß die die äußeren Längsholme
mit
den Teilseitenträgern der vorderen Teilsitzplatte verbindenden Lenker jeweils zwischen
der Innenseite des äußeren Längsholm und der Außenseite des Teilseitenträgers angeordnet
sind.
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Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt: Fig. 1 die Seitenansicht des Stuhles, Fig. 2 die Vorderansicht
des Stuhles, Fig. 3 eine erste Zwischenstellung zwischen Stuhl und Trittleiter,
Fig. 4 eine zweite Zwischenstellung zwischen Stuhl und Trittleiter, Fig. 5 die Seitenansicht
der Trittleiter und Fig. 6 die Vorderansicht der Trittleiter.
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In den Fig. 1 und 2 ist der Stuhl in seiner Gebrauchsstellung dargestellt.
Die Sitzplatte ist parallel zur Vorderseite in die Teilsitzplatten 17 und 18 unterteilt,
welche mittels des Gelenkes 19 gelenkig miteinander verbunden sind.Im folgenden
werden nur die Teile an einer Seite des Stuhles beschrieben, da an der gegenüberliegenden
Stuhlseite gleiche Teile in gleicher Anordnung und Reihenfolge vorgesehen sind Die
Teilsitzplatten 17 und 18 sind auf den Teilseitenträgern 10 und 14 befestigt, die
im Bereich der Trennebene aufeinanderliegen. An dem Teilseitenträger 10 sind die
beiden, sich V-förmig spreizenden Beine 11 und 12 angebracht, wobei in halber Sitzhöhe
die beiden Beine 12 mittels einer flach liegenden Trittleiste 13 starr miteinander
verbunden sind.
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An dem hinteren Teilseitenträger 14 ist ein zusätzliches Bein 15 angebracht,
das sich in der Trennebene auf die Rückseite des Beines 12 legt.
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Auch diese beiden zusätzlichen Beine 15 sind in halber Sitzhöhe mittels
der flach liegenden Trittleiste 16 starr miteinander verbunden.
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Das Rückenteil wird, wie insbesondere aus Fig. 2 zu entnehmen ist,
aus den äußeren Längsholmen 27 und den inneren Längsholmen 29 gebildet. Die oberen
Enden der äußeren Längsholme 27 sind mittels der Querleiste 28 starr miteinander
verbunden. Dabei ist die Querleiste 28 mit ihrer größeren Querschnittsabmessung
in die Längsrichtung der äußeren Längsholme 27 ausgerichtet. Die inneren Längsholme
29 sind um mindestens diese Querschnittsabmessung der Querleiste 28 kürzer als die
äußeren Längsholme 27. Die oberen Enden der inneren Längsholme 29 sind mittels der
Querleiste 30 starr miteinander verbunden. Die unteren Enden der einander zugekehrten
äußeren und inneren Längsholme 27 und 29 sind drehbar miteinander verbunden, wie
die Gelenkstelle 26 zeigt. Die äußeren und inneren Längsholme 27 und 29 mit ihren
Querleisten 28 und 30 können daher eine gemeinsame Ebene einnehmen und ein zusammengesetztes
Rückenteil für den Stuhl bilden. In Sitzhöhe sind die äußeren Längsholme 27 mittels
Lenker 20 gelenkig mit den Teilseitenträgern 10 der vorderen Teilsitzplatte 17 verbunden.
Dabei liegt die Gelenkstelle 21 an der Außenseite des Teilseitenträgers 10 und im
Bereich seines vorderen Endes, während die Gelenkstelle 22 auf der Innenseite des
äußeren Längsholmes-27 angeordnet ist.
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An den unteren Enden der zusätzlichen Beine 15 ist, wie die Gelenkstelle
33 zeigt, ein Träger 23 für die Trittplatte 32 angelenkt und zwar längs einer Längsseite
der Trittplatte 32. Die andere Längsseite der Trittplatte 32 ist über Lenker 34
an den inneren Längsholmen 27 gelenkig gelagert. Dabei sind die Gelenkstellen 35
auf den Außenseiten der freien Enden der Träger 33 und die Gelenkstellen 36 etwa
in halber Sitzhöhe auf den Innenseiten der inneren Längsholme 29 angeordnet.
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Die Breite der Trittplatte 32 ist kleiner als der lichte Abstand der
Beine 11, 12 und 13 auf beiden Stuhlseiten, wie Fig. 2 erkennen läßt.
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Die Trittplatte 32 ist daher auf die Innenseiten der zusätzlichen
Beine 15 eingeschwenkt. Die Lenker 34 halten die Trittplatte 32 in dieser Stellung.
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Wird, wie Fig. 3 zeigt, die Gelenkstelle 26 entgegen dem Uhrzeigersinn
hochgeschwenkt, dann wird die hintere Teilsitzplatte 18 um das Gelenk 19 verschwenkt
und nähert sich der vorderen Teilsitzplatte 17. Die zusätzlichen Beine 15 heben
sich von den Beinen 12 ab. Die Lenker 20 führen die äußeren Lagerholme 27 über die
vordere Teilsitzplatte 17 hinweg in Richtung Vorderseite des Stuhles. Die inneren
Längsholme 29 können aus der Ebene der äußeren Längsholme 27 hochgeschwenkt werden,
wobei die Lenker 34 die Trittplatte 32 mit verschwenken.
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Wird die Schwenkbewegung weitergeführt, dann stützt sich die hintere
Teiltrittplatte 18 auf der vorderen Teiltrittplatte 17 ab und die zusätzlichen Beine
15 wirken mit den Beinen 12 als Leiterholme der zu bildenden Trittleiter. Die Lenker
24 heben die Gelenkstellen 26 zwischen den äußeren und inneren Längsholmen 27 und
29 von den zusätzlichen Beinen 15 ab und verlagern diese mehr in Richtung zur Vorderseite
der zu bildende Trittleiter. Die inneren Längsholme 29 werden senkrecht gestellt,
so daß die Querleiste 30 als obere Halteleiste verwendet werden kann. Die oberen
Enden der äußeren Längsholme 27 mit der Querleiste 28 werden als Stützen weit vor
den Beinen 11 der vorderen Teilsitzplatte 17 in Richtung Boden bewegt, bis sie auf
dem Boden aufstehen, wie Fig. 5 zeigt. Dabei werden die inneren Längsholme 29 so
weit mit nach unten geführt, daß die Trittplatte 32 durch die Lenker 34 in horizontaler
Stellung gebracht und in dieser gehalten wird.
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Wie die Vorderansicht nach Fig. 6 zeigt, dienen die Trittleiste 13
zwischen den Beinen 12, die aufeinander liegenden Teilsitzplatten 18 und 17, die
Trittleiste 16 zwischen den Beinen 15 und die Trittplatte 32 in gleichmäßiger Abstufung
als die vier Stufen der so aus dem Stuhl nach Fig. 1 umgewandelten Trittleiter nach
Fig. 5.