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Sicherheitsvorrichtung
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Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung, insbesondere eine
Vorrichtung, die die Uberladung einer ausgefahrenen Hebebühne oder dergleichen und
ein hieraus resultierendes Umkippen durch Ubergewicht verhindert.
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Bei Bau- oder Instandsetzungsarbeiten ist es üblich, von höhenverfahrbaren
Bühnen aus zu arbeiten. Höhenverfahrbare Bühnen werden ebenso bei Uberprüfungsarbeiten
sowie zur Ausbesserung und Instandsetzung von Überführungen, elektrischen Kabeln
und Installationen oder dergleichen eingesetzt. Eines der bei der Verwendung derartiger
höhenverfahrbarer Bühnen auftretenden Probleme ist eine Uberladung der Plattform,
die zu einem Umkippen der Bühne infolge Übergewichts führen kann, was zu Schäden
an der Bühne, der Umgebung und/oder der Personen führt. Diese Schwierigkeiten treten
insbesondere dann auf, wenn die Hebebühne zum Heben von Werkzeugen, Materialien
oder Personen zu einem höher gelegenen Arbeitsplatz verwendet wird.
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;.enn die ausgefahreneliebebühne rasch abgesenkt werden soll, z.B.
im Gefahrenfalle oder bei Störuna des Steuersystems der Hebebühne, ist es möglich,
daß sie umkippen kann, wenn der Ausleger abgesenkt wird, solange er vollstandig
ausgefahren ist. Eine solche Situation kann auch versehentlich eintreten.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitsvorrichtung
zu schaffen, durch die das Auftreten eines übergewichtes bei einer solchen höhenverfahrbaren
Einrichtung
verhindert werden kann, zumindest aber das Risiko eines
Ubergewichtes verringert werden kann, und zwar unabhängig davon, ob diese Situation
aufgrund eines Notfalles, einer Störung oder zufällig eintritt.
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Die Sicherheitsvorrichtung für eine Hebebühne oder dergleichen hat
einen Grundträger, einen Lastträger, der mittels eines ausfahrbaren Auslegers ,der
um eine im wesentlichen horizontale Achse schwenkbar ist,mit den..Grundträger verbunden
ist, und einen Antrieb zum Aus- und Einfahren sowie zum Hochschwenken und Ab senken
des Auslegers um die Schwenkachse und ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Steuerung aufweist, die beim Absenken des Auslegers den Antrieb so
steuert, daß gleichzeitig mit dem Absenken der Ausleger eingefahren wird.
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Infolge der erfindungsgemäßen Ausbildung wird verhindert, daß der
Ausleger in ausqefahrener Lage abgesenkt wird. Vorzugsweise wird der Ausleger in
einer vorgegebenen Geschwindigkeit relativ zur Absenkgeschwindigkeit eingefahren.
Dadurch liegt der Bewegungsweg des ausgefahrenen Lastträgers am freien Ende des
Auslegers innerhalb einer Sicherheitskurve, durch die ausgeschlossen ist, daß auf
die Hebebühne ein unzulässig hohes Kippmoment wirkt.
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Der Antrieb kann doppelt wirkende Kolben-Zylinder-Anordnungen aufweisen,
mit denen der Ausleger aus- und eingefahren werden kann und mit denen er um die
im wesentlichen horizontale Achse hochgeschwenkt und abgesenkt werden kann.
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Die Sicherheitsvorrichtung kann einen Druckmittel-Kreislauf aufweisen,
wobei das beim Absenken des Auslegers aus dem zweiten Zylinder austretende Medium
in den ersten Zylinder geleitet wird, wodurch der Ausleger eingefahren wird. Vorzugsweise
hat der zweite Zylinder eine größere Kapazität als der erste Zylinder. Die Kapazitäten
können im Verhältnis 10:1,1 liegen.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
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Ein Ausführungsbeispiel einer Hebebühne mit der erfindungsgemäßen
Sicherheitsvorrichtung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt Fig.
1 in perspektivischer Darstellung eine Hebebühne, Fig. 2 einen Hydraulikschaltplan
der Hebebühne gemäß Fig. 1.
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Fig. 1 zeigt eine Hebebühne 10 mit einem Standgerüst 11, das mit Rädern
12 und einer Zugvorrichtung 13 versehen ist, so daß die'Hebebühne 10 hinter einem
(nicht dargestellten) Fahrzeug gezogen werden kann. Die Hebebühne 10 ist mit Stützen
14 versehen, im Ausführungsbeispiel mit vier Stützen.
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Sie weisen erste Stützelemente 15 und zweite Stützelemente 16 auf,
die jeweils zylindrisch ausgebildet sind. Die ersten Stützelemente 15 sind zum Transport
der Hebebühne 10 jeweils gleitend in die zweiten Stützelemente 16 einfahrbar. Die
Stütz elemente 15,16 können auch rechteckigen Querschnitt haben.
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Wenn die Hebebühne 10 zum Einsatzort transportiert worden ist, wird
die Zugvorrichtung 13 vom Zugfahrzeug gelöst und die ersten Stützelemente 15 aus
den zweiten Stützelementen 16 gezoyen. Die Stützen 14 werden dann, wie in Fig. 1
dargestellt, auf den Boden aufgesetzt. Danach ist die Hebebühne 10 einsatzbereit.
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Am freien Ende eines ausfahrbaren Auslegers 18 ist eine Lastaufnahme
in Form einer Personengondel 17 angeordnet.
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Der Ausleger 18 ist um zwei zueinander senkrechte Achsen 19, 20 verschwenkbar
auf dem Standgerüst 11 befestiat. Die
Achse 19 verläuft im wesentlichen
vertikal und die Achse 20 im wesentlichen horizontal. Zum Heben und Senken des Auslegers
18 in bezug auf die Achse 20 ist ein hydraulischer Arbeitszylinder oder ein Haupthubzylinder
21 voraesehen.
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Zum Drehen des Auslegers 18 um die Achse 19 sind weitere hydraulische
Arbeits- o«r Gelenkzylinder 22 voraesehen, die auf eine Zahnstange und ein (nicht
dargestelltes) Zahnradgetriebe wirken. Der Ausleger 18 ist mittels Kolben-' Zylinder-Anordnungen,
die im Ausleger untergebracht sind, hydraulisch aus- und einfahrbar. Zur Betätigung
der hydraulischen Arbeitszylinder ist eine (nicht dargestellte) hydraulische Druckmittelquelle
vorgesehen.
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Mit der beschriebenen Vorrichtung können Personen, Werkzeuge, Materialien
oder dergleichen angehoben und zu einem gewünschten Arbeits- oder flbergabeplatz
bewegt werden, so zum Beispiel bei astandsetzungsarbeiten oder bei über den Boden
angeordneten Vorrichtungen oder Einrichtungen. In bestimmten Fällen kann es jedoch
möglich sein, die Personengondel 17 derart zu beladen und in eine Lage zu bewegen,
in der auf die Hebebühne 10 ein Kippmoment aufgrund eines Ubergewichtes wirkt. Selbstverständlich
sollte eine solche Lage, wenn möglich, vermieden werden. Die erfindungsgemäße Sicherheitsvorrichtung
ist dazu vorgesehen, in einer solchen Situation ein Umkippen der Hebebühne auf rund
eines Übergewichtes zu verhindern. Wenn der Ausleger 18 gesenkt wird, das heißt
wenn der Hebezylinder 21 eingefahren wird, bewegt sich die Personengondel 17 längs
des Weges A, wenn sie ihre voll ausgefahrene Lage einnimmt. Das auf die Hebebühne
10 wirkende Kippmoment wird hierbei in dem Maße vergrößert, in dem der Ausleger
abgesenkt wird. Es kann dann ein Punkt erreicht werden, der von der Last in der
Gondel 17 abhänt, bei dem die Hebebühne 10 umkippen wird. Um dies zu verhindern,
wird mit der erfindunsgemäßen Sicherheitseinrichtung ein
Hydraulikmedium
vom Zylinder 21 in das obere Ende des oder der Zylinder im Ausleger 18 geleitet,
wodurch gleichzeitig mit dem Absenken der Ausleger 18 eingefahren wird. Dadurch
wird die Gondel 17 längs des Weges B bewegt, wodurch das Kippmoment nicht bis zu
einer kritischen Grenze erhöht wird.
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Der Weg B liegt innerhalb einer Sicherheits- Arbeitszone der Hebebühne
10.
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In Fig. 2 ist der Hydraulikschaltplan der Hebebühne 10 dargestellt.
Der größte Teil dieses Kreislaufes ist kein Teil der Erfindung und braucht daher
nicht im einzelnen beschrieben zu werden. Der Schaltkreis enthält Ventile 23, mit
denen das Hydraulikmedium zum unteren Ende 24 oder oberen Ende 25 der Zylinder 32
im Ausleger 18 geleitet werden kann, um ihn aus- oder einzufahren. Das Hydrauliksystem
enthält ferner Ventile 26,mit denen das Hydraulikmedium zum unteren Ende 27 oder
oberen Ende 28 des Hebezylinders 21 geleitet werden kann. Ein anderes Ventil 29
steuert die Gelenkzylinder 22. Aus den Zylindern 32, 21 und 22 strömendes Hydraulikmedium
wird in herkömmlicherstise zu einem Reservoir zurückgeführt. Wenn das Ventil 26
zum Senken des Auslegers 18 derart betätigt wird, daß das Hydraulikmedium zum oberen
Ende 28 des Zylinders 21 strömt, wird das am unteren Ende 27 des Hebezylinders 21
ausströmende Hydraulikmedium in einer Hydraulikleitung 30 über ein Ventil 31 zum
oberen Ende 25 der Zylinder 32 geleitet, wodurch gleichzeitig mit dem Absenken der
Ausleger 18 auch eingefahren wird. Das Ventil 31 kann mechanisch oder elektrisch
mit dem Ventil 26 gekoppelt sein, um sicher-zustellen, daß der Ausleger 18 gleichzeitig
eingefahren und abgesenkt wird.
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Infolge der unterschiedlichen Kapazitäten der Zylinder 21 und 32 wird
der Ausleger 18 mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit
relativ
zur Absenkgeschwindigkeit eingefahren.
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Diese Einfahrgeschwindigkeit bestimmt den Weg B. In der Praxis hat
sich gezeigt, daß sich die Gondel 17 stets innerhalb des Sicherheits- Arbeitsbereiches
der Hebebühne 10 unter maximaler Belastung der Gondel 17 befindet, wenn der Ausleger
18 bei jeweils 10 cm Einfahrweg des Hebezylinders 21 um jeweils 1, 1 cm eingefahren
wird.
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Anstelle der beschriebenen Hydraulikzylinder können auch Pneumatikzylinder
verwendet werden. Darüber hinaus können auch ein Elektromotor oder gekoppelte Elektromotoren
mit entsprechenden Zahnradgetrieben eingesetzt werden.
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Im dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiel wird die Hebebühne
gezogen. Die erfindungsgemäße Sicherheitsvorrichtung kann aber auch bei einem selbst
angetriebenen Fahrzeug eingesetzt werden, das einen schwenkbaren und ausfahrbaren,
lasttragenden Ausleger aufweist.
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