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Verfahren und Vorrichtung zur Wiedergewinnung des Glases aus Drahtglasplatten.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung, die bezweckt,
zerbrochene Drahtglasplatten zur Wiedergewinnung des Glases zu verarbeiten. Drahtglasbruch
konnte bisher deshalb zum Einschmelzen nicht benutzt werden, weil sich der Draht
aus dem Glas nicht leicht genug entfernen ließ. Auch bei Schmelzen des Drahtglases
im Hafen war das Drahtgewebe für die Weiterbearbeitung des Glases hinderlich, indem
es sich nicht aus dem Hafen entfernen ließ, die Arbeit störte und auch das Glasfabrikat,
namentlich die Glasfarbe verschlechterte. Neuerdings sind die Preise für Glasbruch
wegen Mangel außerordentlich hoch gestiegen, während bisher Drahtglasbruch eben
wegen seines Gehaltes an Draht nicht wiederverwendet werden konnte.
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Das -vorliegende Verfahren und die zur Ausübung des Verfahrens
dienende Vorrichtung bewirken eine vollständige Trennung des Drahtgewebes von dem
Glas und damit eine fast vollständige Wiedergewinnung des zwar in erheblichen Mengen
vorhandenen aber bisher noch nicht ausgenutzten Glases solchen Drahtglasbruches.
Solcher Drahtglasbruch hat bekanntlich. die Gestalt von ebenen, mehr oder minder
starken Platten von unregelmäßiger Form oder Begrenzung.
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Das Verfahren besteht darin, daß die Drahtglasplatteri zwischen die
Walzen eines Brechwerkes eingeschoben werden, dessen Walzen sich wie .üblich entgegengesetzt
und so drehen, daß sie die Glasplatten zwischen sich hineinziehen und daß hierauf
das übriggebliebene Drahtgewebe, an welchem noch vereinzelte kleine Glasstückchen,
besonders an den Knoten der Maschen, haftenbleiben, von Schlägern bearbeitet wird,
die das gegen die Zinken eines Rechens gerückte Drahtgewebe erfassen, zum Teil zerschlagen
und die wenigen noch anhaftenden Glasbrocken abschlagen. Durch die Brechwerkswalzen
wird das Glas innerhalb der Maschen des eingebetteten Drahtgewebes zerdrückt und
zerpulvert, so daß es zum größten Teil aus den Maschen des Drahtgewebes als feineres
oder gröberes Pulver herausfällt.
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Statt des Walzenbrechwerkes kann auch jede andere Vorrichtung benutzt
werden, welche mit zwei in gleicher Richtung fortbewegten Druckflächen auf die in
derselben Richtung eingeschobene Drahtglasplatte wirkt und sie dabei zerdrückt.
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Zur Ausführung der Erfindung dient eine Maschine, in welcher ein Walzenbrechwerk
und ein Schlagwerk kombiniert, und zwar unmittelbar hintereinandergereiht sind.
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Das Brechwerk hat zwei in entgegengesetzter Richtung sich drehende,
durch geeigneten Gewichts- oder bzw. und Federdruck gegeneinandergedrückte glatte
Walzen, zwischen denen die Drahtglasplatten hindurchgeführt werden. Da die Drahtglasplatten
beiderseitig immerhin glatte Oberflächen haben, werden sie von den sich drehenden
mit großem Druck gegen die
Platten angedrückten Walzen nicht mit
dem der Drehgeschwindigkeit der Walzen entsprechenden Vorschub gefaßt, sie bleiben
vielmehr gegen die Walzen zurück, die Walzen schleifen infolgedessen in gewissem
Betrage von beiden Seiten gegen die Drahtglasplatte; dieses Schleifen- unter dem
Walzendruck bedingt in dem Drahfglasgewebe ein Zermürben des Glases zwischen den
Maschen. Denn die Drahtmaschen suchen-das-Glas im Innern festzuhalten, wohingegen
die Walzen ziehend und schleifend auf die Platte wirken. Eine Folge dieser Einwirkung
der Walzen und des Drahtgewebes auf die Platte ist nun, wie die Versuche ergeben
haben, daß das Glas aus den Maschen des Drahtgewebes als feineres und gröberes Pulver-
herausfällt, also in ohne weiteres brauchbarer- Form wiedergewonnen wird, und das
Drahtgewebe nur vereinzelte und vornehmlich an seinen Knotenpunkten haftende kleine
Glasbrocken aufweist. Um auch diese kleinen Glasbrocken noch wieder zu gewinnen,
wird das Drahtgewebe nach Verlassen der Walzen gegen einen Rechen vorgeschoben,
zwischen dessen Zähne sich drehende Schlagarme hindurchgreifen. Das Drahtgewebe
staut sich an den Zähnen des Rechens an, die Scblagarme schlagen zwischendenRechenzähnen
durch, die Glasbrocken werden dadurch von dem Draht des Drahtgewebes abgeschlagen
und für sich abgesondert, während das von den Schlagarmen gefaßte Drahtgewebe teilweise
auseinander gezaust, fortgeschleudert und dadurch räumlich von dem abgeschlagenen
Glas getrennt wird.
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Da nun das zerdrückte Glas direkt hinter den Walzen aus den Drahtmaschen
heraus und abfällt, etwaige Glasbrocken aus dem -Drahtgewebe am Rechen abgeschlagen
werden, während das Drahtgewebe ganz oder zerzaust von den Schlagarmen weggeschleudert
wird, ist eine vollständige Abscheidung des Glases von dem Draht des Drahtgewebes
erzielt und eine Nachscheidung durch Siebe vollständig überflüssig.
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Eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens ist auf beiliegender
Zeichnung dargestellt.
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Fig. i zeigt dieselbe in Vorderansicht, Fig. 2 in Oberansicht, wobei
nur die wirkenden Teile dargestellt sind.
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Die Vorrichtung besteht aus einem Preß-"valzw erk A und dem Schlagwerk.
Das Preßwalzwerk A hat die glatten, durch Gewichts-oder Federdruck oder beides gegeneinandergepreßten
Walzen, zwischen denen die Drahtglasplatten hindurchgeschickt werden. Die Walzen
nehmen diese Platten nur langsam, langsamer als der ihrer Umfangsgeschwindigkeit
entsprechende Vorschub wäre, mit, sie schleifen mit Druck auf der Drahtglasplatte,
deren Glas von dem Drahtgewebe festgehalten wird, wodurch ein Zerdrücken des Glases
in den Glasmaschen eintritt. Dieses zerdrückte Glas fällt als feineres oder gröberes
Pulver unmittelbar hinter den Walzen i, 2 ab.
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In geeigneter Entfernung hinter dem Preßwalzwerk A ist das Schlagwerk
angeordnet. E"s besteht aus einem einfachen oder Doppelrechen, dessen Stäbe q.,
5 durch geeignete Drahtzinken 6 miteinander verbunden sind, und den Schlagarmen
7, die auf einer Welle 1q. angeordnet sind und durch ein Getriebe 8, 9 von dem Getriebe
io des Brechwalzwerkes aus angetrieben werden. Die Bügel 6 des Rechens q., 5 sind
in ungefähr q. cm Abstand voneinander angeordnet und liegen in der Förderrichtung
des aus den Walzen i, 2 heraustretenden Drahtgewebes, das noch vereinzelte anhaftende
Glasbrocken aufweist.
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Die Schlagarme 7 liegen ebenfalls ungefähr q. cm voneinander. Sie
haben an dem einen Ende einen geraden Schlagarm ii, an ihrem hinteren Ende einen
geraden Arm 12 mit quer zu denselben stehendem Fuß 13. Das Drahtgewebe gelangt-
zwischen die Zinken 6 des Rechens q., 5, die sich rasch drehenden Schlagarme 7 schlagen
auf das so gefangene Drahtgewebe, schlagen die noch daran haftenden Glasbrocken
ab und reißen das Drahtgewebe mit sich, es teilweise zerzausend, und schleudern
es nach hinten ab. Die Füße 13 an den Schlagarmen 7 bewirken hierbei ein besseres
Ergreifen des Drahtgewebes an seinen Längs- und Querdrähten.
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Die Glasbrocken fallen am Rechen q., 5 zu Boden, die Überbleibsel
des Drahtgewebes werden hingegen fortgeschleudert und fallen getrennt vom Glaspulver
und den Glasbrocken zu Boden, so daß eine sorgfältige Trennung herbeigeführt ist
und eine Durchsiebung nicht mehr nötig ist.