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Verfahren und Einrichtung zur Entwässerung von Torf. Bekanntlich löst
sich das im Rohtorf vorhandene Wasser, das ausschließlich durch Pressung, sogar
unter Aufwand sehr hoher Drücke, nicht frei gemacht werden kann, leichter, nachdem-
der Torf der Einwirkung. von Wärme, wie solcher von eingeleitetem Dampf; ausgesetzt
ist.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zu dieser Art von Behandlung
des Torfes mittels Wärme (Dampf) und hierauf folgender Auspressung des Wassers in
stetigem Betrieb. Es kommen außer Torf auch andere Stoffe in Betracht,« die in ähnlicher
Weise ent-,sässert werden können.
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Das Verfahren besteht darin, daß der Rohtorf ununterbrochen ausschließlich
durch eigene Schwere durch einen erhitzten Raum geführt wird, in dem er eine, so
hohe Säule bildet und vor seinem Austritt einen derartigen Widerstand findet, daß
der hierdurch erzeugte Druck unter Mithilfe der Wärme das Wasser der Torfmasse freilegt
und herauspreßt.
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Die Erfindung betrifft ferner zur Ausführung dieses Verfahrens eine
Einrichtung,- die aus einem heizbaren Turm oder Schacht besteht. An den Turm ist
z. B. eine Dampf-Leitung angeschlossen. Unterhalb des Dampfeinlasses ist der Turm
finit einem Auslaß für das ausgepreßte Wasser und darunter mit einem- allmählich
verengten, also hohen Widerstand bietenden Auslaß für den entwässerten Torf versehen.
Die Höhe des Turmes oder Schachtes über dein Dampfeinlaß ist derart, daß auf den
mit Dampf behandelten Torf eine genügend große Pressung ausgeübt wird, um das Wasser
durch den dafür bestimmten Auslaß auszutreiben und den in dieser Weise ent«rässerten
Torf durch die Ahfuhröffnung hinauszupressen. Auch kann die Höhe des Turmes, anstatt
nach dem Grad der Entwässerung. auch 'nach der Dampftemperatur und somit nach der
Dampfspannung, welche man anzuwenden beabsichtigt, gewählt «erden. -Die Einrichtung
arbeitet, abgesehen -von der Beschickung, vollständig selbsttätig und ist. sehr
einfach im Betriebe.
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In der Zeichnung ist die Einrichtung im senkrechten Schnitt veranschaulicht.
Die Zeichnung ist skizzenmäßig, sie stellt nur die Teile dar, die hier für ein gutes
Verständnis der Erfindung erforderlich sind.
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r ist der Turmaus Stahlblech o. dgl. Er ist am oberen Ende offen,
d. h. nicht hermetisch geschlossen. Er kann derart abgedeckt sein, däß die Beschickung,
wie es ein stetiger Betrieb erfordert, ohne Hindernisse vor sich gehen kann. Der
Torf wird durch eine Fördervorrichtung hinaufgeführt und in den Turm geschüttet:
Zur Erzielung des gewünschten Druckes werden für die Höhe des Turmes etwa
50 m gewählt.
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In einiger Entfernung über dem Boden ist auf die Turmwand eine Dampfleitung
2 mit
Ventil 3 angeschlossen, die sich im Innern des Tutmes. fortsetzt
in der Form eines nach unten eingebogenen Dampfrohres 4. Dieses Röhr 4 ist über
einen Teil 5 seiner Länge durchlocht. ' Unterhalb des- Rohres 4 ist die Turmwand
durch einen hohlzylindrischen Rost 6, der von einem Kasten 7 umgeben ist, unterbrochen.
An den Boden dieses Kastens 7 ist die Abfuhrleitung 8 für das Wasser angeschlossen.
Unterhalb des zylindrischen Rostes 6 geht der Turm in einen Trichter io mit Mundstück
9 über. Die Öffnung i I des Mundstücks ist mit einem Schieber i2 versehen,
der unter Vermittlung eines Zahnhügels 13 mit Ritzel 14 und eines Handrades i5 nach
Wunsch zur Seite geschoben und auf seinen Platz gebracht werden kann. Der Trichter
io verläuft mit einer Krümmung derart,, daß der entwässerte Torf wagerecht hinaustritt.
Der Querschnitt ist derart gewählt, daß der in Stabform aus dem Mundstück tretende
Torf in Brikett- oder Sodenform geschnitten werden kann.
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Der Betrieb der Einrichtung ist folgender-Der Turm i wird stets mit
Torf gefüllt gehalten. Durch die Leitung :2 und das Ventil,3 wird in das Rohr 4
ununterbrochen Dampf zugelassen, der durch den Torf hindurchdringt und in gewünschter
Weise auf ihn einwirkt. Der Druck auf den Torf in Höhe des Dampfeinlasses und des
Wasserauslasses ist sehr ansehnlich. Er würde z. B. bei einer Turmhöhe von
50 m, wenn abgesehen wird von der Reibung des Torfes an der Wand, etwa 5
Atmosphären betragen. Es känn .somit Dampf von hoher Temperatur angewandt werden,
was die Einwirkung des Dampfes günstig beeinflußt. - Der Dampf dringt indem Torf
aufwärts und kondensiert schließlich in den höheren Schichten. Diese werden somit
bereits vorgewärmt.
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Nachdem der Torf der Einwirkung des Dampfes ausgesetzt ist, kommt
er vor den Rost 6. Vermöge des hohen Druckes der auf ihm ruhenden Torfsäule wird
der Torf hier entwässert. Das Wasser fließt durch den Rost 6 in den Kasten 7 und
wird durch die Leitung 8 daraus-abgeführt. Die Vorwärmung des Torfes in dem Turm
kann verstärkt werden, indem man den Wasserkasten 7 nach oben hin verlängert und
somit den Turm sozusagen mit einer doppelten .Wand versieht, in der das heiße ausgepreßte
Wasser hinaufsteigt und am oberen Ende abgefühlt wird oder über den äußeren Rand
hinwegströmt.
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Auch kann man das dem Kasten 7 entnommene Wasser zum Vorwärmen des
frisch in den Turm zu schüttenden Torfes dienstlich machen.
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Der entwässerte Torf gelangt in den Trichter io und wird ununterbrochen
durch die Abfuhröffnung i i hinausgepreßt.
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Die Abmessungen des Trichters io und die Abfuhröfnung i i sind derart
gewählt, daß der entwässerte. Torf einen großen Widerstand findet Lind somit ein
genügender Gegendruck für die Torfsäule in dem Turm erzeugt wird. Der Torf tritt
in Form eines harten Stabes -hervor und kann, wie gesagt, leicht zu Briketten oder
Soden geschnitten werden. Im selben Maße wie am unteren Ende des Turmes der Torf-
hervortritt; wird oben stets beigeschüttet.