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Verfahren zum Brikettieren von Kohle. Gegenstand der Erfindung- ist
ein neues Brikettierungsverfahren für Brennstoffziegel, die große Härte und Zähigkeit
besitzen sollen. Bei diesem Verfahren wird der zum Brikettieren verwendete Rohstoff
bis auf den Zustand eines sehr feinen Pulvers, das beispielsweise noch durch ein
Sieb von 3o Maschen auf den Quadratzentimeter hindurchgeht, zerkleinert und darauf
dieses feine Pulver einem sehr hohen Druck in einer allseitig geschlossenen Presse
ausgesetzt, die eine Ausdehnung des Briketts in einer senkrecht zur Druckrichtung
liegenden Linie gestattet, und zwar erfolgt die Pressung in an sich bekannter Weise
in Stufen unter jedesmal erhöhtem Druck.
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Gemäß der Erfindung wird das Preßgut zwischen je zwei aufeinanderfolgenden
Preßstufen nochmals fein zerkleinert. Dies hat den Zweck, ein hartes, dichtes und
vollkommen gleichmäßiges Brennstoffbrikett zu erzeugen, das sich zum allgemeinen
Gebrauch eignet und unter den gewöhnlichen Bedingungen in einem offenen Ofen in
ähnlicher Weise wie Anthrazit vollständig und mit sehr geringem Aschenrückstand
verbrennt. Dieses Verfahren ist besonders verwendbar für Kohle, die vermöge ihrer
Beschaffenheit ohne Bindemittel gar nicht oder nur sehr schwer zu brikettieren ist;
ferner für alle anderen kohlenartigen Stoffe, wie Anthrazit, Koks usw. Bei der praktischen
Ausführung dieses Verfahrens werden die zu brikettierenden Stoffe in einer geeigneten
Vorrichtung, beispielsweise in einer Mühle, zu sehr feinem Pulver zermahlen und
in diesem Zustande ohne Anwendung von Hitze der Pressung unterworfen, so daß man
zunächst verdichtete Brikette erhält. Darauf werden diese Brikette abermals zerkleinert
und das Mahlgut einer zweiten oder Nachpressung unterworfen, die bei einem höheren
Druck als die erste Pressung ausgeführt wird. Wenn nötig, kann das durch die zweite
Pressung erhaltene Erzeugnis nochmals zerkleinert und einer dritten Pressung unter
noch höherem Druck untertvorfen werden, wodurch man ein Brikett erhält, welches
vollkommen- fest und dicht und dabei sehr hart ist. Die Eigenschaften eines derartigen
Briketts beim Brennen kommen dem Abbrande von Holz, Kohle und Anthrazit sehr nahe;
es verbrennt auch bei ungünstiger Luftzufuhr unter Zurücklassung eines sehr geringen
Ascherückstandes.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in der Zeichnung an einem Beispiel
schematisch dargestellt.
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Fig. i zeigt schematisch den Querschnitt durch eine Brikettpresse,
wie sie zur Herstellung eiförmiger Brikette benutzt wird und zur erstmaligen Pressung
des feingemahlenen Rohstoffes dient.
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Fig. 2 zeigt schematisch einen Schnitt durch ein Walzenpaar, das ebenfalls
zur Ausführung der ersten Pressung verwendet wird, wobei der Rohstoff auf einem
biegsamen Förderband zwischen den Walzen hindurchgeführt wird.
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Fig.3 endlich zeigt einen schematischen Schnitt einer Trichter- und
Kolbenpresse, die
sowohl zur ersten wie zu allen nachfolgenden Pressungen
verwendet werden kann.
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Bei der praktischen Ausführung des .Verfahrens zwecks Erzeugung großer
Brikettstücke aus Kohlenklein oder Kohlenabfällen wird der Rohstoff in einen sehr
fein zerteilten oder pulverförmigen Zustand durch Mahlen übergeführt. Dieses Pulverisieren
wird vorteilhaft in einer Rohrmühle ausgeführt, und zwar so lange, bis der zerkleinerte
Rohstoff eben noch durch ein Sieb von 30 Maschen auf i qcm hindurchgeht.
Darauf erfolgt die erste Pressung. - Es hat sich praktisch herausgestellt, daß die
angegebene feine Vermahlung durchaus notwendig ist, um eine wirksame Brikettierung
solcher kohlehaltigen Rohstoffe zu erzielen, welche an sich ohne Bindemittel keinen
festen Block ergeben würden. Die erste Pressung kann entweder in besonderen Pressen,
wie sie in den Fig. i und 2 der beiliegenden Zeichnung dargestellt sind, ausgeführt
werden, oder es kann die in Fig. 3 dargestellte Presse, welche auch zu den folgenden
Pressungen unter höherem Druck verwendet wird, schon hier Anwendung finden. Bei
Ausführung der Pressung mittels der Presse gemäß Fig. i sind die beiden zusammenwirkenden
Formzylinder a mit symmetrischen Formen oder Aussparungen b= versehen, wie sie zur
Herstellung eines eiförmigen Briketts benutzt zu werden pflegen. Es können selbstverständlich
auch Brikette anderer Form, z. B. würfel- oder kugelförmige, mittels der gleiche4
Presse hergestellt werden. Die erste Pressung kann jedoch auch mittels zweier Walzen
a' (Fig. 2) voitj verhältnismäßig großem Durchmesser erfolgen, zwischen denen der
Rohstoff in fein gemahlenem Zustande auf einem Förderband o von Drahtgeflecht hindurchgeführt
wird, so daß dadurch gepreßte Kuchen erzeugt werden. Die erste Pressung kann ferner
auch in jeder anderen Maschine oder Presse ausgeführt werden, beispielsweise auch
in der, in welcher die darauffolgenden Pressungen stattfinden. Das Erzeugnis der
ersten Pressung, welches die Form von Blöcken oder Kuchen hat, wird in kleine Stücke
zerbrochen, die' noch durch ein Sieb von 1,6 qcm Maschenweite gehen; -die gesiebte
Masse wird dann der Fertigpressung in einer oder mehreren aufeinanderfolgenden Stufen
unterworfen, wobei vor- jeder folgenden Stufe der Pressung ein Zerkleinern in einem
geeigneten Apparat stattfindet.
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In Fig. 3 ist eine zur Fertigpressung bzw. zur Herstellung der höheren
Pressungen dienende Trichter- oder Kolbenpresse schematisch dargestellt. Die zerkleinerten
und gesiebten Blöcke, Kuchen oder Flocken werden in den Trichter e geschüttet. Es
ist zweckmäßig, eine Form a2 vorzusehen, die sich nach dem Ausstoßende hin erweitert
und welcher der zu pressende Stoff d mittels des beweglichen Kolbens b zugeführt
wird. 'Die fertigen Blöcke werden hierbei durch Zusammenpressen der Ladungen zwischen
den beweglichen Kolben b und c hergestellt. Die Enden der Kolben sind mit Aussparungen
b' und cl versehen, so daß der Rand der vorderen und hinteren Fläche des Blockes
beim Pressen vertieft wird. Von der in Fig. 3. dargestellten Lage ausgehend, wird
der Kolben b vorwärts bewegt, um eine weitere Ladung in die Mündung der Form einzuführen,
und gleichzeitig der Kolben c in entgegengesetzter Richtung bewegt, so daß der von
der vorhergehenden Pressung herrührende, im vorderen Teil der Form liegende Block
fertiggepreßt und die in die Mündung der Form eingeführte Ladung der ersten Pressung
unterworfen wird. Der Kolben b wird darauf zwecks Vorschubs einer -weiteren Ladung
in die Form zurückgeführt und stößt dabei den fertiggepreßten Block aus der Form
aus. Infolge der Erweiterung der Form nach dem Austrittsende zu wird sich der Block
unter den von der ersten Pressung herrührenden inneren Kräften -im weiteren Teil
der Form frei ausdehnen, so daß die erzeugten Blöcke dicht und frei von Rissen und
Sprüngen sind. Die aufeinanderfolgenden Pressungen können selbstverständlich auch
in einer anderen als in der in Fig. 3 dargestellten Presse ausgeführt werden, wenn
nur dafür Sorge getragen wird, daß das Brikett sich unter den bei seiner Erzeugung
tätigen Kräften frei ausdehnen kann.
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Durch die wiederholte Pressung und Zerkleinerung des Rohstoffes -vor
j edesmaligem Pressen wird als Erzeugnis ein sehr hartes und zähes Brikett erhalten,
falls Kohle als Rohstoff verwendet worden ist. Die dem Brikett verliehene Härte
und Zähigkeit ermöglicht es, große und schwere Stücke zu erzeugen, die jedem Stoß
beim Transport widerstehen, ohne zu zerbrechen oder in sich zu verfallen. Es hat
sich auch gezeigt, daß durch das wiederholte feine Zerkleinern vor jeder Pressung
dem Brikett ein ganz bestimmter physikalischer Charakter erteilt wird; während man
nämlich bei der gewöhnlichen Erzeugung von Briketten in der Trichter- und Kolbenpresse
nach Fig. 3 einen Block erhält, der im Bruch demjenigen von Sandstein ähnlich ist,
weist ein nach dem neuen Verfahren erzeugtes Brikett im Bruch das Aussehen von Granit
auf. Schon dieses Verhalten zeigt, daß das Verfahren nach der Erfindung dem Brikett
eine große Widerstandsfähigkeit gegen Stöße verleiht, so daß danach ohne Gefahr
besonders große und schwere Brikette hergestellt werden können.
Die
Höhe der ersten und der nachfolgenden Druckstufen braucht nicht übermäßig hoch zu
sein. Es genügt ein Druck von 166 bis 83o kg auf den Quadratzentimeter, jedoch richtet
sich die Höhe des Druckes ganz nach den verwendeten Rohstoffen und namentlich nach
deren Bindefähigkeit; der zweite Druck, welcher zur Fertigpressung der Brikette
angewendet wird, kann 1328 bis 1666 kg auf den Quadratzentimeter betragen.
Statt der zweiten Pressung können aber auch mehrere aufeinanderfolgende Pressungen
mit allmählich gesteigertem Druck Anwendung finden, wodurch ein besonders gutes
Enderzeugnis erhalten wird.