DE1571672C3 - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10B—DESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
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- C10B53/08—Destructive distillation, specially adapted for particular solid raw materials or solid raw materials in special form in the form of briquettes, lumps and the like
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
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- Organic Chemistry (AREA)
- Coke Industry (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Koks mit hoher Dichte und niedriger Reaktionsfähigkeit
unter Verwendung von Petrolkoks und/oder Anthrazit und Pech.
Je nach dem Verwendungszweck werden von Koks in verschiedene Richtungen gehende Eigenschaften
verlangt. Während man für die Edelmetallurgie im allgemeinen einen leichten Koks mit einer sehr hohen
Reaktionsfähigkeit bevorzugt, wird für den Gebrauch als Gießereikoks im Kupolofen und noch mehr für die
Herstellung von Elektroden und Kunstkohle ein sehr dichter und reaktionsträger Koks benötigt.
Aus der DT-AS 10 42 527 und der DT-AS 10 75 554 ist bekannt, daß sich unter Verwendung von Petrolkoks,
auch zusammen mit Anthrazit, in Verbindung mit Hartpech als Bindemittel ein für Gießereizwecke besonders
geeigneter, dichter und reaktionsträger Koks herstellen läßt. In beiden Auslegeschriften ist dabei eine
Einsatzmischung des Koksofens vorgeschlagen, die einen Anteil an einer blähenden bituminösen Kohle
bzw. Fettkohle, also einer gutkokenden Kohle, enthält. Von ausschließlich aus Petrolkoks und Pech bestehenden
Mischungen ist in der DT-AS 10 42 527 gesagt, daß ihre Verwendung vielfach versucht worden sei, immer
jedoch zu Rückschlägen, entweder bei dem Verkokungsprozeß oder beim Verhalten der Bestandteile im
Ofen, beispielsweise infolge Fehlens von Pech oder mangels geeigneter Mischungsverhältnisse, geführt
habe; zur Vermeidung dieser Nachteile ist nach der Auslegeschrift eine Einsatzmischung mit blähender bituminöser
Kohle in bestimmten Zusammensetzungsverhältnissen vorgesehen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die, Aufgabe zugrunde, einen Koks von hoher Dichte und extrem niedriger
Reaktionsfähigkeit herzustellen.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß Petrolkoks und/oder Anthrazit in feingemahlener
Form mit feingemahlenem Brikettpech, Hartpech aus Steinkohlenteer oder hochschmelzendem
Bitumen aus der Erdölindustrie oder der Kohleextraktion vermischt wird, in einer Stampfmaschine auf mindestens
0,95 t/m3 verdichtet wird und in einem für die Stampfbeschickung eingerichteten Koksofen bei üblicher
Verkokungstemperatur verkokt wird.
Nach diesem Verfahren ist Petrolkoks und auch Anthrazit ohne einen weiteren Mischungsbestandteil aus
kokender Kohle mit Pech als Bindemittel ohne Schwierigkeiten verkokbar. Die vorteilhaften Eigenschaften
des Petrolkokses, wie geringer Aschegehalt und großer Anteil an fixem Kohlenstoff, können damit in größerem
Maße ausgeschöpft werden, was die Herstellung von Koks mit extremen Eigenschaften hinsichtlich Dichte
und Reaktionsträgheit ermöglicht. Entsprechendes gilt für den Anthrazit, der teilweise oder ganz an die Stelle
von Petrolkoks treten kann.
Im Sinne der Erfindung, einen Koks im wesentlichen nur aus mit Rücksicht auf die gewünschten Kokseigenschäften
ausgewählten inerten Bestandteilen einerseits und Pech als Bindemittel andererseits herzustellen,
können je nach den Verhältnissen auch noch Magerkohle oder Eßkohle der Mischung zugegeben werden.
Bei der vorgeschlagenen Feinmahlung und Verdichtung durch Stampfen ist auch dann eine einwandfreie
Verkokung möglich.
■Vorzugsweise beträgt in der Einsatzmischung der Anteil der Körnung unter 3 mm 100%, der Anteil unter
2 mm mindestens 90% und der Anteil unter 1 mm mindestens 50 %. Es kann zweckmäßig sein, eine derartige
Körnung erst durch Nachmahlung der fertigen Mischung herzustellen.
Vorzugsweise wird die Einsatzmischung in der Stampfmaschine auf mehr als 1,05 t/m3 verdichtet.
Der Anteil an Hartpech oder Bitumen in der Einsatzmischung kann bis zu 50% betragen; vorzugsweise
liegt er zwischen 10 und 30%.
Die Wahl der Mischungszusammensetzung und der Körnung richtet sich im wesentlichen danach, ob beim
Koks bevorzugt auf die geringe Reaktionsfähigkeit oder die extrem hohe Dichte Wert gelegt wird. Eine
Erhöhung des Pech- oder Bitumengehalts senkt die Reaktionsfähigkeit und fördert die Porosität des Kokses,
welcher man wiederum durch feinere Aufmahlung des verkokungstechnisch inerten Mischungsanteils entgegenwirken
kann.
Eine Mischung aus 80% Petrolkoks mit 0,2% Asche und 10% flüchtigen Bestandteilen und aus 20% zerkleinertem
Brikettpech mit 0,3% Asche und 50% flüchtigen Bestandteilen wurde auf eine Körnung von
100% < 2 mm gemahlen, auf 8% Wassergehalt nachge- j
feuchtet und in einer Stampfmaschine einer Stampfkokerei auf eine Verdichtung von 1,08 t/m3 gebracht. Der
erzeugte Stampfkuchen wurde in eine Koksofenkammer mit 18 t Fassungsvermögen eingefahren. Die Ver-
kokung wurde bei einer Heizzugtemperatur von 1200°C durchgeführt. Der gare Kammerinhalt wurde
auf übliche Weise ausgestoßen und gelöscht. Der gedrückte Koks zeigte ein scheinbares spezifisches Gewicht
von 1,22, ein wahres spezifisches Gewicht von 2,02 und eine Reaktionsfähigkeit von 0,12 cm3/g · see.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Koks mit hoher Dichte und niedriger Reaktionsfähigkeit unter Verwendung
von Petrolkoks und/oder Anthrazit und Pech, dadurch gekennzeichnet, daß Petrolkoks
und/oder Anthrazit in feingemahlener Form mit feingemahlenem Brikettpech, Hartpech
aus Steinkohlenteer oder hochschmelzendem Bitumen aus der Erdölindustrie oder der Kohleextraktion
vermischt wird, in einer Stampfmaschine auf mindestens 0,95 t/m3 verdichtet wird und in einem
für die Stampfbeschickung eingerichteten Koksofen bei üblicher Verkokungstemperatur verkokt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischung ferner Magerkohle oder
Eßkohle zugegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsatzmischung nachgemahlen
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der Einsatzmischung
der Anteil der Körnung unter 3 mm 100%, der Anteil unter 2 mm mindestens 90% und der Anteil
unter 1 mm mindestens 50% beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsatzmischung
in der Stampfmaschine auf mehr als 1,05 t/m3 verdichtet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an Hartpech
oder Bitumen in der Einsatzmischung 10 bis 50%, vorzugsweise 10 bis'30%, beträgt.
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1966
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