DE3220085A1 - Verfahren und vorrichtung zur regelung des brennprozesses einer zementbrennanlage - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur regelung des brennprozesses einer zementbrennanlageInfo
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Description
H 82/27
Anlage zum Patentgesuch der
Klöckner-Humboldt-Deutz
Aktiengesellschaft
vorn 24. Mai 1982
Verfahrung und Vorrichtung zur Regelung des Brennprozesses einer Zementbrennanlage
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung des Brennprozesses einer Zementbrennanlage,
bei welcher ein Gutstrom nacheinander eine Vorwärm-Zone, eine Kalzinier-Zone, eine Sinter-Zone und eine Kühl-Zone
durchläuft.
Im Wärmetauscher, welcher bei einer modernen Zementbrennanlage des der Erfindung zugrundeliegenden Typs
eine Vorwärm-Zone und eine Kalzinier-Zone umfaßt, wird das Rohmehl bis zu einen, bestimmten Grad vorkalziniert, in
einigen Fallen bis zu 90 %.
Im Interesse einer transparenten und unkomplizierten Prozeßführung ist es hierbei sinnvoll, den Wärmetauscher so
zu betreiben, daß das thermisch behandelte Gut diesen mit einem konstanten, vorgegebenen Entsäuerungsgrad verläßt, um
im Drehrohrofen restlos entsäuert und schließlich gesintert zu werden.
H 82/27
Eine solche Prozeßführung hat den Vorteil, daß zusatzliche
Störungen von der Regelung des Drehrohrofens ferngehalten werden.
Ein erheblicher Teil hierbei zu überwindender Schwierigkeiten liegt darin, daß der Zustand des Brenngutes
hinsichtlich Entsäuerung, aber auch hinsichtlich der Klinkerbildung, nicht ohne großen Aufwand unmittelbar
meßbar ist. Infolgedessen ist es beim Stand der Technik bekannt, auf sogenannte Ersatzgrößen auszuweichen.
Weitere Schwierigkeiten ergeben sich aus der schlechten Zugänglichkeit einzelner Zonen der Brermanlage. Dies hat
zur Folge, daß teilweise nur an deren Grenzen Meßgeräte vorgesehen werden können.
Zur Überwindung solcher Schwierigkeiten wurde bereits vorgeschlagen, als übergeordnete Leitcröße. welche
leistungsbestimmend für die Anlage ist, die Abgasmenge zu wählen und im Verhältnis zu dieser eine bestimmte
Rohmehlmenge aufzugeben. Dabei ist es weiter üblich, die zum Brennprozeß erforderliche Brennstoffmenge im Verhältnis
zu einer dsr LcitgrSSsr; Äbgs Einsöge und/oder Rohnishlsisngs zn
dosieren. Als indirekte Kontrollgröße für den Wärmetausch dient dabei die Abgastemperatur. Es wird stets so viel
Rohmehl zugegeben, daß diese Temperatur konstant bleibt. (DEZ Zement-Kalk-Gips - Nr. h/1912, Seiten 164 bis 166).
C S* C CSt*
KHD H 82/27
Eine weitere Schwierigkeit, die bei der Regelung des Brennprozesses einer Zementbrennanlage zu überwinden ist,
liegt in der Komplexizität der thermischen Calcium-Carbonat-Zersetzung.
Nach GMELINS HANDBUCH DER ANORGANISCHEN CHEMIE, 8. Auflage, 1956, kann die Zersetzungstemperatur bei einem -CCU-Druck
von 760 Torr zwischen 812 0C und 1.120 0C betragen.
Diese außerordentlich großen Unterschiede lassen sich durch das Auftreten einer dritten festen Phase variabler Zusätze
erklären, deren Entstehung wesentlich von den Erhitzungsbedingungen abhängig ist. (Kapitel 28,
Calcium-Oxid, Seite 31 ff.)
Bekannt ist ferner, daß die Kalzinierung im Temperatur-Bereich zwischen 800 und 1.100 0C mit einer konstanten
Geschwindigkeit für jede Temperatur verläuft. Sie findet in einer sehr engen Zone, der Phasengrenze zwischen CaO und
CaCO,, statt. Verschiedene Stoffe wie beispielsweise H90-Dampf oder Kohlenmonoxid haben eine beschleunigende,
gegebenenfalls katalytische Wirkung. Bekannt ist ferner,
daß der Temperatur-Koeffizient der Reaktionskinetik bei der Dissoziation gleich dem Temperatur-Koeffizienten des
Gleichgewichts-Druckes ist. Der Dissoziations-Druck steigt dabei im Verhältnis zur Temperatur nach einer
Exponentialfunktion. Dies erklärt sich daraus, daß die bei der Dissoziation stattfindenden Vorgänge dem
IIS· I 9 · · 1 ■ ·
t a ι ■· 33 si! . ti·*
322008
KHD H 82/27
Verdampfungsvor^ J.ng einer Flüssigkeit vergleichbar sind,
indem dabei die Entwicklung einer Gasphase durch einen chemischen Spaltungsprozeß erfolgt. Beispielsweise steigt
der Dissoziationsdruck von 0,2 Torr bei einer Temperatur von 506 0C auf 879 Torr bei 904 0C und auf 30.000 Torr
bei 1.420 0C.
Im übrigen hängt die Reaktions-Kinetik der Calciumcarbonat-Zersetzung bei der Kalzinierung von
folgenden verfahrenstechnischen Parametern ab:
i
■ ϊ
■ ϊ
- Verweilzeit des Gutes im Reaktionssystem
- Materialtemperatur
- CO^-Partialdruck des umgebenden Gasstromes
Feststoffbeladunc? des Gasstromes mittlere Korngröße des Gut-Kollektivs
stoffliche Zusammensetzung des Gutes
Einfluß beschleunigender oder verzögernder Zusätze
Es wurde festgestellt, daß bei Konstanthalten der wichtigsten verfahrenstechnischen Parameter und Variation
eines der Parameter die kinetischen Daten der spezifischen Calciumcarbonat-Dissoziation experimentell ermittelt werden
können,
(DEZ Zement-Kalk-Gips; Nr. 2/1979, Seite 78 bis 82)
Aufgabe der Erfindung ist es, eine unkomplizierte, möglichst transparente Regelung des Brennprozesses einer
Zementbrennanlage zur Verfügung zu stellen, durch welche es
- 10 - KHD
J H 82/27
gelingt^ mit einer möglichst geringen Anzahl von Leit- oder
Regelgrößen den Wärmetauscher so zu betreiben, daß sich in ihm stabile Gleichgewichte des ablaufenden Prozesses sowohl
hinsichtlich der Wärme- ά±·: such der Reaktionsbilanz
ergeben.
Die Lösung der Aufgabe gelingt dadurch, daß als Regelgröße
der Entsäuerungsgrad des Gutes im Bereich der Kalzinier-Zone verwendet wird.
Dies könnte beispielsweise so verwirklicht werden, daß eine vorzugsweise geringe, konstante Probenmenge des den
Vorwärmer verlassenden Gutes zur On-line-Analyse einem
X-Ray-Analysator zugeführt wird, um gegebenenfalls den Grad
der Entsäuerung beispielsweise anhand des Restgehaltes an Karbonaten oder des Gehaltes an Calciumoxid festzustellen.
Dies würde jedoch einen relativ großen Aufwand erfordern. Um diesen Aufwand zu verringern, schlägt daher eine
Ausgestaltung der Erfindung vor, daß zur Bestimmung des Entsäuerungsgrades die Temperatur des Gutes im Bereich der
Kalzinier-Zone herangezogen wird.
Um angesichts der Komplexizität des Dissoziationsprozesses
als repräsentative Leitgröße im wesentlichen mit der Temperatur zu einer aussagefähigen, dem Kalzinierungsgrad
proportionalen Regelgröße zu gelangen, schlägt die
• ■* **·## mm
4
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H 82/27
Erfindung weiterhin vor, daß der Verlauf des
Entsauerungsgrades für eine bezüglich Korn- und
Materialzusammensetzung repräsentative Gutprobe in
Abhängigkeit von der Guttemperatur bei konstanter
Einwirkungszeit bestimmt wird, und daß hieraus für die
Regelung der Entsäuerungsgrad in Abhängigkeit von der
gemessenen Gifttemperatur bestimmt wird.
Entsauerungsgrades für eine bezüglich Korn- und
Materialzusammensetzung repräsentative Gutprobe in
Abhängigkeit von der Guttemperatur bei konstanter
Einwirkungszeit bestimmt wird, und daß hieraus für die
Regelung der Entsäuerungsgrad in Abhängigkeit von der
gemessenen Gifttemperatur bestimmt wird.
In ähnlicher Weise und insbesondere zur Kontrolle der
Plausibilität des Wertes der Guttemperatu" wird mit der
Erfindung weiter vorgeschlagen, daß der Verlauf des
Entsäuerungsgrades für eine bezüglich Korn- und I
Materialzusammensetzung repräsentative Gutprobe in |
Abhängigkeit von der Gastemperatür bei konstanter \
Einwirkungszeit bestimmt wird, und daß hieraus für die |
Regelung der Entsäuerungsgrad in Abhängigkeit von der jf
gemessenen Gastemperatur bestimmt wird. §
Um aus der Temperatur des vorkalzinierten Mehles 4
f beziehungsweise der annähernd proportionalen Gastemperatur |.
i des Reaktionssystems, die miteinander verküpft sind, den Γ
Entsäuerungsgrad exakt bestimmen zu können, wird eine
Gleichung vorgeschlagen. Diese lautet:
Gleichung vorgeschlagen. Diese lautet:
-TEu
Darin bedeutet TMD die Mehltemperatur des Gutes beim
Austritt aus der Kalzinier-Zone und TEo beziehungsweise TEu
Austritt aus der Kalzinier-Zone und TEo beziehungsweise TEu
rf« *«fl »ft*
I H I ItII ·· S
f · · t I ·*β = t
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eine Temperatur-Obergrenze beziehungsweise eine Temperatur-Untergrenze des material-spezifischen
Entsäuerungsgrad-Verlaufes.
Durch Wahl und Festlegen der Ober- und Untergrenzen des
material-spezifischen En tsä'uerungs-Temperaturint ervall es
soll der nicht lineare Zusammenhang zwischen effektivem
Entsäuerungsgrad und der messbaren Temperatur des vorkalzinierten Mehls angenähert erfassbar gemacht werden.
Die aus der Gleichung ermittelte Rechengröße EV erlaubt somit repräsentative Rückschlüsse auf den Prozeßverlauf im
Wärmetauscher. Abweichungen von einem hierfür vorgegebenen Sollwert können unmittelbar zur Regelung des
3rennprozesses, und insbesondere zur Regelung der Brennstoffmenge für die Kalzinierzone herangezogen werden.
Von den theoretischen Grundlagen des Dissoziationsprozesses von Calziumcarbonat ist es bekannt, daß, bedingt durch die
Vorherrschaft des chemischen Teilvorganges, eine sich zersetzende Kalkpartikel die gleiche Temperatur wie das
umgebende Gas hat. Weil bei einem solchen Partikel die Zersetzungsfront mit konstanter Geschwindigkeit, welche der
Differenz zwischen dem der Gastemperatur entsprechenden Gleichgewichts-Zersetzungsdruck und dem Kohlendioxid-Partialdruck
des Gases proportional ist, gegen den Partikelmittelpunkt vordringt, ist infolgedessen die
ir ι ♦
- 13 -
KHD H 82/27
Zersetzungszeit der Partikelgröße direkt proportional.
Der Entsäuerungsgrad hängt demnach außer von der Temperatur im wesentlichen von dem Verhältnis der mittleren
Partikelgröße des Einzelkorns zur Verweilzeit ab.
Um in Anbetracht der vielfachen Einflußgrößen eine überprüfung der Regelgröße beim Betrieb der
Zementbrennanlage vornehmen zu können, und um damit zugleich den Bestpunkt des Brennprozesses einregeln zu
können, wodurch vorteilhaft eine Optimierung der Entsäuerungsreaktion erreichbar ist, sowie insbesondere zur
Plausibilitä'ts-Kontrolle ermittelter Werte des Entsäuerungs-Grades schlägt die Erfindung weiter eine
Analyse der Reaktion vor.
Diese besteht darin, daß für die Kalzinier-Zone eine
Reaktions-Bilanz aus den Mengenströmen von Gut und Gas sowie deren Temperaturen und spezifischen Wärminhalten und
dem Massenstrom des zugeführten Brennstoffes mit der zugehörigen Elementaranalyse errechnet, und daraus ein
Kontroll-Maß für den Entsäuerungsgrad gebildet wird.
Dabei ist es vorteilhaft, daß die Betriebsparameter während einer Messung im wesentlichen konstant gehalten werden.
Die Errechnung der Wärmebilanz für die Kalzinier-Zone wird.
in der Weise durchgeführt, daß die dem System der
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Kalzinier-Zone pro Masseneinheit des Gutes zugeführte
Wärmemenge und die aus dem System abgeführte Wärmemenge errechnet und miteinander verglichen werden, und die im
System verbrauchte, der Differenz entsprechende Wärmemenge zur Bestimmung des Entsäuerungsgrades verwendet wird.
Dabei ist vorgesehen, daß als Stellgröße insbesondere die der Kaliinier-Zone zugefünrte Brennstoffmenge verwendet
wird.
Eine Vorrichtung ?.ur Regelung des Brennprozesses einer
Zementbrennanlage, umfassend eine Vorwärm-Zone, eine Kalzinier-Zone, eine Sinter-Zone und eine Kühl-Zone, sowie
wenigstens je eine Meßstelle für eine Temperatur des Gases und/oder des Gutes ist erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet, daß diese eine Regeleinrichtung aufweist, ; welche die der Kalzinier-Zone zugeführte Brennstoffmenge
]■' nach Maßgabe des Entsäuerungsgrades des Gutes regelt.
: Zu diesem Zweck weist die Vorrichtung insbesondere folgende
[ Einrichtungen zur Erfassung von Meßwerten auf:
mengenregelbare Dosiereinrichtungen zur Einstellung und Erfassung der Massenströme der der
Brennanlage an verschiedenen Stellen zugeführten Brennstoffe;
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- eine mengenregelbare Dosiereinrichtung zur Einstellung und Erfassung des Massenstromes des
der Kalzinierzone zugeführten Gutes;
- je einen O^-Gasanalysator an einer Stelle
zwischen Sinter-Zone und
Verbrennungsluft-Zuführung zur Kalzinier-Zone,
sowie am Austritt der Kalzinier-Zone und gegebenenfalls am Abgas-Austritt;
- je einen CO^-Gasanalysator, insbesondere an den
beiden ersten Stellen ;
- je eine Temperatur-Meßeinrichtung
a) für die Gastemperatur zwischen Sinter-Zone und Verbrennungsluftzuführung zur
Kalzinier-Zone,
b) für die Guttemperatur beim Eintritt in die Kalzinier-Zone,
c) für die Guttemperatur beim Austritt aus der Kalzinierzone,
d) für die Gastemperatur beim Austritt aus der Kalzinierzone,
e) für die Gastemperatur der der Kalzinierzone zugeführten Brennluft.
Und schließlich weist die Vorrichtung eine Regeleinrichtung
mit folgenden Einheiten auf:
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eine Einheit zur Berechnung des Entsäuerungsgrades, welche durch Signalleitungen
mit den Einrichtung zur Meßwerterfassung in Verbindung steht,
eine Sollwert-Eingabe-Einheit,
eine Soliwert/Istwert-Vergleicher-Einheit,
eine Regeleinheit zur Einstellung der Regelgröße für die Brennstoffzufuhr zur Kalzinierzone nach
Maßgabe des ermittelten Entsäuerungsgrades;
eine regelbare Dosier-Einhelt fur die Brennstoffzufuhr zur Kalzlnlexzone,
Eih Musführungsbeispiel der Erfindung ist anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein stark vereinfachtes Fließbild einer
Zementanlage der der Erfindung zugrundeliegenden Gattung,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer der Erfindung zugrundeliegenden Brennanlage, nebst
Meßstellenplan und Blockschaltbild der Regeleinrichtung.
Das Fließbild gemäß Fig. 1 zeigt die vier voneinander
unterschiedenen Zonen der Brennanlage. Diese setzen sich
• · 3 B ■ · I*
C » ι »i » S tin ; , ■■··
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zusammen aus der Vorwärmzone "W", der Kalzinierzone "C",
der Klinkerzone "D" und der Kühlzone "R". Durch Pfeile sind die Massenströme von ut und Gas sowie von Brennstoff
gekennzeichnet. Dabei haben die unterschiedlichen Buchstaben folgende Bedeutung:
| F | = Massenstrom | D | = Klinker-Zone |
| M | = Gut | PL | = Primärluft |
| W | = Vorwärm-Zone | B | = Brennstoff |
| AG | = Abgas | K | = Klinker |
| C | = Kalzin5„er-Zone | R | = Kühlzone |
| G | = Brenngas | A | = Gasanalyse |
| L | = Luft |
Demnach bedeutet der mit FMB bezeichnete Pfeil den Mengenstrom des in die Vorwärmzone eintretenden Gutes und
TMW die Temperatur dieses Gutes. Der mit FAG bezeichnete Pfeil kennzeichnet den Massenstrom des Abgases, mit TAG ist
die Austrittstemperatur des Abgases bezeichnet. AO7W
kennzeichnet den Analysenwert-Sauerstoffgehait des die Vorwärmzone (W) verlassenden Abgases. Mit ACO2C ist der
Kohlendioxidgehalt des aus der Kalzinierzone in die Vorwärmzone übertretenden Gases bezeichnet, mit
AO2C desgleichen der Sauerstoffgehalt dieses Gases. Mit
FWC ist der in die Kalzinierzone eingeführte Brennstoff bezeichnet, mit FBD der in die Klinkerzone eingeführte
Brennstoff.
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Eine exfindungsgemäß gebildete Wäxmebilanz des Systems der
Kaizinier-Zone entspricht der Formel
i - Tür - ^ —
. H K = «vti evar {te.&wrzr-t des
]^ t
UT = ^ (f BB · Fsö - AQC *
- AQ
Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung die Brennanlage mit der Vorwärmzone W, der Kslzinierzone C, der
Klinkerzone D und der Kühlzone R. Eine Dosiereinheit 2 zur Aufgabe von Rohmehl in der Vorwarmzone W ist mit einer
gravimetrischen Dosiereinrichtung 2,3, ausgestattet. Dieser ermittelt auch den aufgegebenen Mengenstrom des Gutes
"FMW". Der für die Klinkerzone 11D" bestimmte Brennstoff
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"FBD" wird mit der Dosier-Einheit 4 aufgegeben, welche den
gravimetrisch bestimmten Mengenstrom des Brennstoffs an der Wäge-Einrichtung 5 anzeigt. Desgleichen wird der
Mengenstrom des der Kalzinierzone C aufgegebenen Brennstoffs "FBC" von der Dosiereinheit 6 mengengeregelt
eingestellt und die eingegebene Menge von der Wägeeinrichtung 7 angezeigt.
Die Temperaturmeßstelie TAG zeigt die Abgastemperatur an,
die Temperaturmeßstelle TMC die Temperatur des in die Kalzinierzone eingegebenen Gutes, die Tercperaturmeßstelle
TMD die Temperatur des aus der Kalzinierzone in die Klinkerzone einfließenden Gutes. Analysenwerte des
Gashaushaltes der Brennanlage 1 werden an den Meßstellen AO2W, AO2C, AO2D sowie ACO2C und ACO2D angezeigt.
Die Regeleinrichtung der gezeigten Anlage umfaßt erfindungsgemäß eine Recheneinheit 8, eine
Sollwerteingabe 9 und eine Regeleinheit 10, die überdie Steuerleitung 11 mit der Brennstoff-Dosiereinheit 6 in
Wirkungsverbindung steht. Ferner umfaßt die Regeleinrichtung die Vergleichsreinheit 12jwelche in
bekannter Weise einen der Sollwert-Eingabeeinheit 9 aufgeschalteten Sollwert mit dem von der Recheneinheit 8
errechneten Wert "EV" für den Entsäuerungsgrad vergleicht und bei Abweichung einen Stellimpuls der Regeleinheit 10
über die Steuerleitung 13 aufschaltet.
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- 20 - KHD
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Die Funktion der Anlage ist folgende:
Während des Betriebes der Brennanlage wird davon ausgegangen, daß - gewissermaßen als Momentaufnahme eines
Gleichgewichtszustandes betrachtet - in den vier miteinander vermaschten Zonen W, C, D und R Gleichgewicht
zwischen den Massenströmen von Gut und Gas und den Wärmeströmen herrscht.
Erfindungsgemäß überwacht dabei die Recheneinheit 8 das
Verhältnis EV-Soll/EV-Ist. Solange zwischen beiden Werten,
dem Sollwert für den Entsäuerungsgrad und dem Istwert des Entsäuerungsgrades keine Differenz besteht, greift die
Regeleinrichtung nicht in das Massen- und Wärmegleichgewicht der Anlage 1 ein. Die Recheneinheit 8 ermittelt den Istwert "EV"
erfindungsgemäß aus der Temperatur TMD des aus der Kalzinierzone in die Klinkerzone übertretenden Gutes.
Solange im wesentlichen keine Veränderungen der übrigen Betriebsparamter eintreten, ist die Bestimmung des
Entsäuerungsgrades 11EV" aus der Temperatur TMD als
Regelgröße für die Brennstoffzugabe FBC zur Kalzinier-Zone
C ausreichend.
Nach den vorgängig erläuterten Zusammenhängen kann sich der Fachmann Korrelationswerte für den Verlauf des
Entsäuerungsgrades für ein bezüglich Korn- und
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- 21 -
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Materialzusammensetzung repräsentatives Gut in Abhängigkeit von der Guttemperatur experimentell ermitteln und hieraus
für die Regelung den Entsäuerungsgrad in Abhängigkeit von der Temperatur TMD bestimmen. Weiter kann zur Überprüfung
des auf diese Weise ermittelten Entsäuerungsgrades 11EV" die
Gasternperatur TGW gemessen und aufgrund eines vorher
experimentell ermittelten Korrelations-Faktors zur zusätzlichen Bestimmung des Entsäuerungsgrades und/oder
gegebenenfalls zur Plausibilitätskontrolle des mit der Guttemperatur TMD ermittelten Entsäuerungsgrades verwendet
werden.
Bei der experimentellen Ermittlung des Entsäuerungsverlaufes einer repräsentativen Gutprobe erhält
man an den Unstetigkeits-Stellen der Temperaturkurve einen unteren und einen cberen Temperaturwert, welche
annäherungsweise die Grenzen des Reaktionsverlaufes markieren. Diese sind im folgenden als TEU beziehungsweise
TEO bezeichnet. Diese Werte können zur weiteren Vergleichmäßigung des aus der Guttemperatur zu bestimmenden
Entsäuerungsgrades "EV" verwendet werden und zwar nach der in Anspruch 5 angegebenen Formel. Desweiteren kann für sich
allein oder zusätzlich eine Ermittlung des' Entsäuerungsgrades "EV" dadurch erfolgen, daß die
| C02-Konzentration im | - 22 - | 3220085 | • | |
| kann beispielsweise, | Gashaushalt gemessen werden. | KHD H 82/27 |
||
| Formel | wie vorgängig dargelegt, nach | Daraus | ||
| ■ ' 1 |
der | |||
F CO2C
FCO2 + FCO2D
der Entsäuerungsgrad EV rechnerisch ermittelt werden. Eine weitere überprüfung und/oder Korrektur, insbesondere der
Korrelations-Beiwarte ist möglich durch eine mit der
!Erfindung vorgesehene Aufstellung einer Wärmebilanz,
insbesondere für das System der Kalzinier-Zone. Diese
·Wärmebilanz umfaßt die Berechnung der zu- und abgeführten Wärmemengen, worauf sich nach der Formel
EV == Qzugefünrt - Qabgeführt
der Entsäuerungsgrad "EV" errechnet.
Im übrigen sind die regelungstechnischen Grundprinzipien fachmännisch bekannt. Bei zu geringem Entsäuerungsgrad EV
wird die Brennstoffzufuhr FBC erhöht, während bei zu hohem Entsäuerungsgrad oder zu hoher Guttemperatur TMD die
Brennstoffzugabe FBC gedrosselt wird.
Claims (1)
- J * ■ ■ CB * » ·■ - *32200827. Mai 1982 KHDGr/Ju H 82/27Patentansprüche•\1/ Verfahren zur Regelung des Brennprozesses einer Zementbrennanlage, bei welcher ein Gutstrom nacheinander eine Vorwärm-Zone, eine Kaiziniex-Zone, eine Sinter-Zone und eine Kühl---Zone- durchläuft, dadurch gekennzeichnet, daß als Regelgroße der Entsäuerungsgrad des Gutes im Bereich der Kalzinier-Zone verwendet wird.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bestimmung des Entsäuerungsgrades die Temperatur des Gutes im Bereich dtr Palzinier-Zone verwendet wird.3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder .2, dadurch= ^ekermzedchnet-, daß der Verlauf des Entsäuerungsgrades für eine bezüglich Korn- und Materialzusammensetzung repräsentative Gutprobe in Abhängigkeit" von der Guttemperatur bei konstanter Einwirkungszeit experimentell bestimmt wird, und daS hieraus für die Regelung der Entsäuerungsgrad in Abhängigkeit von der gemessenen Guttemperatur bestimmt wird.H 82/274* Verfahren nsch einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verlauf des Entsäuerungsgrades für eine bezüglich Korn- und Materialzusammensetzung repräsentative Rutprobe L·. Abhängigkeit von der Gastemperatur bei konstanter Einwirkungszeit experimentell bestimmt wird, u:»d daß hieraus für die Regelung der Entsäuerungsgrad in Abhängigkeit von der gemessenen Gastemperatur bestimmt wira.5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Entsäuerungsgrad EV nach der GleichungTMD - TEo EV=TEo - TEufür die Regelung laufend bestimmt wird, worin TMD die Temperatur des Gutes beim Austritt aus der Kalzinier-Zone und TEo beziehungsweise TEu eine Temperatur^Obergrenze beziehungsweise eine iemperatur-Untergrenze des materialspezifischen Entsäuerungsgrad-Verlaufes darstellen.6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, oadurch gekennzeichnet, daß die Guttemperatur und axe Gastemperatur im Bereich der Kalziniar-Zone gemessen, und aus beiden Temperaturen ein Kennwert für den Entsäuerungsgrad gebildet wird.ι»ι ι ι in rt ι- 3 - KHDH 82/277. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß |.die C09-Konzentrationen im Gashaushalt vor und nach der Aiialzinierzone gemessen und aus dem Verhältnis der beiden hΨ Konzentrationswerte ein Maß für die Bestimmung des SEntsäuerungsgrades ermittelt wird. ■ t \8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Kalzinier-Zone und gegebenenfalls auch für die Vorwärm-Zone eine Wärme-Bilanz aus den Massenströmen von Gut und Gas sowie deren Temperaturen und spezifischen Wärmeinhalten und dem Massenstrom des der Kalzinier-Zone zugeführten Brennstoffs mit der zugehörigen
Elementaranalyse errechnet, und daraus ein Maß für den Entsäuerungsgrad gebildet wird.9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Errechnung der Wärme-Bilanz die dem System der Kalzinier-Zone pro Masseneinheit des Gutes zugeführte Wärmemenge und die aus dem System abgeführte Wärmemenge errechnet us«d miteinander verglichen werden, und die im System verbrauchte, der Differenz entsprechende Wärmemenge zur Bestimmung des Entsäuerungs-Grades verwendet wird.10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Stellgröße die der
zugeführte Brennstoffmenge verwendet wird.I gekennzeichnet, daß als Stellgröße die der Kalzinier-Zone 1f «·-A - KHDH 82/27-11. Vorrichtung zur Regelung des Brennprozesses einer Zementbrennanlage, umfassend eine Vorwärm-Zone, eine Kalzinier-Zone, eine Sinter-Zone und eine Kuhl-Zone, sowie wenigstens je eine Meßstelle für eine Temperatur des Gases und/oder des Gutes, dadurch gekennzeichnet, daß diese eine Regeleinrichtung (8 bis 13) aufweist, welche die der --* Kalzinier-Zone (C) zugeführte Brennstoffmenge (FBC) nachMaßgabe des Entsäuerungsgrades (EV) des Gutes regelt.12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet f daß diese insbesonder folgende Einrichtungen zur Erfassung von Meßwerten aufweist:mengenregelbare Dosiereinrichtungen (4 bis 7) zur Einstellung und Erfassung der Massenströme der der Brennanlage an verschiedenen Stellen zugeführten Brennstoffe (FBDjFBC);eine mengenregelbare Dosiereinrichtung (2, 3) zur Einstellung und Erfassung des Massenstromes (TMW) des der Brennanlage zugefuhrten Gutes;je einen CU-Gasanalysator (AO2D) an einer Stelle zwischen Sinter-Zone (D) und Verbrennungsluft-Zuführung zur Kalzinier-Zone (C), sowie am Austritt der Kalzinier-Zone (AO2C);je einen C02-Gasanalysator an diesen Stellen (ACO2D; ACO2O;je eine Temperatur-Meßeinrichtung"' 322008S- 5 - KHDH 82/27a) für die Gastemperatur (TGC) zwischen Sinter-Zone (D) und Verbrennungsluftzufuhr™} zur Kalzinier-Zone (C),b) für die Guttemperatur (TMC) beim Eintritt in die Kalzinier-Zone (C),c) für die Guttemperatur (TMD) beim Austritt aus der Kalzinierzone (C),d) für die Gastemperatur (TGW) beim Austritt aus der Kalzinierzone (C),e) für die Temperatur (TLC) der der Kalzinierzone (C) zugeführten Brennluft.13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung folgende Einheiten umfaßt:sine Einheit (8) zur Berechnung des Entsäuerungsgrades (EV), welche durch Signalleitungen mit den Einrichtung zur Meöwerterfassung in Verbindung steht,eine Sollwert-Eingabe-Einheit (9),eine Sollwert/Istwert-Vergleicher-Einheit (12),eine Regeleinheit (10) zur Einstellung der Regelgröße für die Brennstoffzufuhr (FBC) zur Kalzinierzone (C) nach Maßgabe des ermittelten Entsäuerungsgrades (EV);eine regelbare Dosier-Einheit (6, 7) für die Brennstoffzufuhr zur Kalzinierzone (C),
Priority Applications (9)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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