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Legemaschine
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Die Erfindung beschäftigt sich mit Legemaschinen zum lageweisen Auslegen
von Flachmaterial wie textilen Stoffen auf einem Tisch mittels eines längs des Tischs
hin- und herfahrbaren Legewagens, der meist auch eine Vorratsrolle des auszulegenden
Flachmaterials trägt.
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Um eine ausgelegte Materiallage vom Flachmaterialvorrat abzutrennen,
ist bei einer bekannten Stofflegemaschine der Firma Krauss u. Reichert GmbH &
Co. KG am Legewagen ein Abschneideaggregat vorgesehen, das einen mit einer angetriebenen,
geschärften Messerscheibe versehenen Schlitten aufweist, der am Legewagen quer zur
Längsrichtung der auszulegenden Flachmaterialbahn verschiebbar geführt ist und mittels
eines ersten Elektromotors und einer endlosen Kette oder dergleichen hin- und hergefahren
werden kann; ein zweiter, am Schlitten selbst angebrachter Elektromotor dient dem
Antrieb der Messerscheibe, die dann einer Kante einer die abzuschneidende Materialbahn
tragenden Auflagefläche des Legewagens entlang verfahren wird und so in jeder Fahrtrichtung
des Schlittens eine ausgelegte Materiallage vom Materialvorrat abtrennen kann. Dies
ist deshalb von Bedeutung, weil man dann nach einem Schnitt nicht zuerst den Schlitten
des Abschneideaggregats wieder zurückfahren muss, ehe man mit dem Auslegen fortfahren
kann; man spart also Maschinen zeit, was angesichts
der hohen Kosten
und des Leistungsvermögens moderner Legemaschinen ins Gewicht fällt. Andererseits
muss die Messerscheibe eines solchen Abschneideaggregats verhältnismässig oft nachgeschliffen
werden.
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Es ist deshalb schon ein sogenanntes Quetschrollen-Abschneideaggregat
bekannt geworden, bei dem der Schlitten des Abschneideaggregats anstelle einer Messerscheibe
eine scheibenförmige Quetschrolle trägt, die mit ihrer Umfangskante gegen eine von
einer Leiste gebildete Auflagefläche für die abzuschneidende Materialbahn gepresst
wird und so das durchzutrennende Material mit hohem Druck abquetscht. Um diesen
Quetschdruck erzeugen zu können, besitzt der Schlitten eine die erwähnte Leiste
unterfangende und sie abstützende Widerlagervorrichtung, welche über einen in Schneidrichtung
hinter der Quetschrolle liegenden Steg mit dem Quetschrollenlager des Schlittens
verbunden ist; die Auflagefläche für die abzuschneidende Materialbahn bildende Leiste
kann sich also unter dem Druck der Quetschrolle nicht durchbiegen. Dieses bekannte
Quetschrollen-Abschneideaggregat hat den Vorzug, dass das Schärfen einer Messerscheibe
entfällt - die Quetschrolle wird einfach nach einigen Monaten ausgewechselt - andererseits
besitzt es den Nachteil, dass es wegen des die Widerlagervorrichtung tragenden Stegs
des Schlittens nur in einer Fahrtrichtung des letzteren zu schneiden vermag und
deshalb nach dem Abtrennen einer ausgelegten Materiallage zunächst wieder in seine
Ausgangsstellung zurückgefahren werden muss, ehe man den Legevorgang fortsetzen
kann. Jedoch besitzt ein Quetschrollen-Abschneideaggregat wiederum den Vorteil,
dass man ausser dem Motor für den Antrieb des Schlittens keinen zweiten Motor benötigt,
da man die auf der Auflageleiste bzw. dem durchzutrennenden Flachmaterial abrollende
Quetschrolle
nicht antreiben muss.
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Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Abschneideaggregat für
eine Legemaschine zu schaffen, das die Einfachheit eines Quetschrollen-Abschneideaggregats
aufweist, aber den Nachteil beseitigt, dass man nach dem Abtrennen einer ausgelegten
Material lage mit der Fortführung des Legevorgangs zuwarten muss, bis das Abschneideaggregat
wieder in seine Ausgangsposition zurückgefahren wurde.
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Ausgehend von einer Legemaschine zum lageweisen Auslegen von Flachmaterial
auf einem Tisch mittels eines längs des Tischs hin- und herfahrbaren Legewagens,
an dem ein mit einer Quetschrolle versehener Schlitten quer zur Längsrichtung der
auszulegenden Flachmaterialbahn hin- und herverfahrbar geführt und der mit einer
Auflagefläche für die abzuschneidende Materialbahn versehen ist, auf welcher die
Quetschrolle abrollt und die von einer Widerlagervorrichtung unterfangen und abgestützt
ist, welche über einen in Schneidrichtung hinter der Quetschrolle liegenden Steg
mit dem Quetschrollenlager des Schlittens verbunden ist, wird diese Aufgabe erfindungsgemäss
dadurch gelöst, dass in Fahrtrichtung des Schlittens zu beiden Seiten des Stegs
jeweils eine Quetschrolle am Schlitten gelagert ist. Ein besonders hoher Quetschdruck
wird bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Abschneideaggregats
dadurch erzielt, dass die V;iderlagervorrichtung einem jeden Quetschrollenlager
gegenüber eine Abstützrolle für die Auflagefläche aufweist. Ausserdem ist es zweckmässig,
den Schlitten quer zu seiner Fahrtrichtung dadurch zu führen, dass man für die Bildung
der Auflagefläche
eine Leiste verwendet, an der die Abstützrollen
mit jeweils zwei im Abstand der Leistenbreite voneinander angeordneten Bünden quer
zur Leistenlängsrichtung geführt sind.
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Da bei dem erfindungsgemässen Abschneideaggregat in jeder Fahrtrichtung
des Schlittens vor dem die Widerlagervorrichtung tragenden Steg eine Quetschrolle
liegt, kann mit diesem Abschneideaggregat in jeder Fahrtrichtung des Schlittens
geschnitten werden, so dass die Wartezeit für das Zurückfahren des Schlittens in
eine Ausgangsstellung entfällt.
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Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung sowie der beigefügten zeichnerischen Darstellung
einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemässen Legemaschine; in der
Zeichnung zeigen: Fig. 1: Eine Seitenansicht des Legewagens und eines Teils des
Tischs der erfindungsgemässen Legemaschine; Fig. 2: eine Vorderansicht des Abschneideaggregats
in seiner einen Endstellung, gesehen in Richtung des Pfeils A in der Fig. 1; Fig.
3: einen Schnitt durch das Abschneideaggregat und die diesem benachbarten Teile
des Legewagens nach der Linie 3-3 in Fig. 2; Fig. 4: einen Schnitt durch das Abschneideaggregat
nach der Linie 4-4 in Fig. 2, und
Fig. 5: eine Ansicht der Widerlagervorrichtung
des Abschneideaggregats von unten gesehen in Richtung des Pfeils B in Fig. 2.
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Die Fig. 1 zeigt einen Legewagen (10), der mittels eines nicht dargestellten
Antriebs längs eines Legetisches (12) hin- und hergefahren werden kann. Er trägt
eine Vorratsrolle (14), von der mit Hilfe einer der Fahrtgeschwindigkeit des Legewagens
entsprechend angetriebenen Abzugswalze (16) eine auszulegende Warenbahn (18) abgezogen
werden kann.
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Diese Warenbahn tritt von oben in einen in Fig. 3 im Schnitt gezeigten,
vom Legewagen (10) getragenen Umlenktrichter (20) ein und verlässt diesen und damit
den Legewagen in nahezu horizontaler Richtung, wobei die Warenbahn über eine nahezu
horizontal verlaufende Auflagewand (22) hinweggleitet, die das untere Ende des Umlenktrichters
bildet. Auf diese Weise lässt sich eine Stofflage (24) (sh. Fig. 1) auf dem Legetisch
(12) bzw. auf einer zuvor ausgelegten Stcfflage auslegen, wenn der Legewagen (10)
gemäss Fig. 1 von rechts nach links fährt.
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Der Umlenktrichter (20) ist Bestandteil eines Legeaggregats (26) des
Legewagens (10), welches sich entsprechend der Zunahme der Höhe des ausgelegten
Stofflagenpakets anheben lässt, wozu am Legewagen Führungsschienen (28) für das
Legeaggregat angebracht sind. Vor dem Umlenktrichter (20) trägt das Legeaggregat
(26) eine Schwenkachse (30) für zwei eine Klemmleiste (32) tragende Schwenkarme
(34), so dass die Klemmleiste aus ihrer in Fig. 3 gezeigten wirksamen
Stellung
um die Schwenkachse (30) im Gegenuhrzeigersinn in eine unwirksame Stellung geschwenkt
werden kann.
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In ihrer in Fig. 3 gezeigten Position presst die Klemmleiste (32)
die auszulegende Warenbahn (18) gegen die Auflagewand (22) und hält sie so fest,
während mit Hilfe eines vom Legeaggregat (26) getragenen Abschneideaggregats (38)
die zuletzt ausgelegte Stoff lage (24) von der auszulegenden Warenbahn (18) abgetrennt
wird.
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Das Abschneideaggregat (38) besteht im wesentlichen aus einem Schlitten
(40), einer am Legeaggregat (26) befestigten Führungsleiste (42), einer an der Auflagewand
(22) angebrachten Auflageleiste (44) und einem Antriebsmotor (46) mit angebautem
Winkelgetriebe (48), über die und einen Zahnriemen (50) der Schlitten (40) quer
zur Längsrichtung des Legetischs (12) hin- und hergefahren werden kann - selbstverständlich
verläuft der Zahnriemen (50) nicht nur über die in Fig. 2 gezeigte angetriebene
Zahnscheibe (52), sondern am gemäss Fig. 1 vorderen Ende des Legeaggregats (26)
über eine entsprechende, nicht dargestellte und frei drehbare weitere Zahnscheibe.
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Wie die Figuren 2 und 3 erkennen lassen, trägt der Schlitten (40)
zwei obere, genutete Führungsrollen (54), die auf der Führungsleiste (42) laufen.
In der Mitte besitzt er einen Steg (56), an dem eine die Auflageleiste (44) unterfangende
Widerlagervorrichtung (58) angeschraubt ist, welche zwei drehbar gelagerte Abstützrollen
(60) trägt und mit diesen an der Auflageleiste (44) geführt ist; zu diesem Zweck
besitzt
jede der Abstützrollen an ihren beiden Enden jeweils einen Bund (62), der die Führung
an jeweils einer der Längskanten der Auflageleiste (44) übernimmt.
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Der Schlitten (40) besitzt zwei in Richtung auf die Abstützrollen
(60) verlaufende Langlöcher (66), deren gegenseitiger Abstand dem Abstand der Achsen
der Abstützrollen (60) voneinander entspricht, und in diesen Langlöchern ist jeweils
ein Achskörper (70) in ungefähr vertikaler Richtung verschiebbar geführt. Er dient
mittels von ihm getragener Kugellager (72) der Lagerung eines Quetschrollenkörpers
(74), der eine mit einem Anschlagbund (76a) versehene Gewindebüchse (76), eine auf
diese aufschraubbare Gewindekappe (78) und eine Quetschscheibe (80) umfasst, die
zwischen der Gewindebüchse (76) und der Gewindekappe (78) eingespannt und auf diese
Weise auswechselbar angeordnet ist. Sie wird gegen die Auflageleiste (44) gepresst,
und zu diesem Zweck ist jedem der Achskörper (70) ein Anpressgewindestift (82) zugeordnet,
der in einer Gewindebohrung (84) des Schlittens (40) sitzt und mit dessen Hilfe
sich der zugehörige Achskörper (70) und damit dessen Quetschscheibe (80) in Richtung
auf die Auflageleiste (44) vorschieben lassen. Jede der Quetschscheiben (80) kann
also individuell eingestellt werden, und da die ihr zugeordnete Abstützrolle (60)
stets unmittelbar unter derjenigen Stelle liegt, an der die betreffende Quetschscheibe
gegen die Auflageleiste (44) gepresst wird, kann auch ein noch so hoher Anpressdruck
kein Ausweichen der Auflageleiste (44) zur Folge haben.
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Da der Trenneffekt des Abschneideaggregats (38) nicht auf der Schärfe
einer Schneide beruht, sondern auf dem hohen Druck, mit dem die Quetschscheiben
(80) gegen die Auflageleiste (44) gepresst werden, benötigen die Quetschscheiben
keine scharfen Schneidkanten.
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Da in jeder Fahrtrichtung des Schlittens (40) eine der Quetschscheiben
(80) vorn liegt, kann trotz des die Widerlagervorrichtung (58) haltenden Stegs (56)
in jeder Fahrtrichtung des Schlittens (40) geschnitten werden.
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Nachzutragen ist noch, dass es selbstverständlich nicht auf die Orientierung
des Abschneideaggregats ankommt, so dass man mit seiner Hilfe z.B. auch eine vertikal
nach unten hängende Warenbahn abschneiden könnte, wobei die Auflageleiste (44) dann
hochkant stehen und die Quetschscheibe (80) horizontal liegen würde.
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L e e r s e i t e