DE3215655C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Polyolefinen unter Verwendung eines neuen Polymeri
sationskatalysators.
Es war auf diesem technischen Gebiet bereits bekannt,
einen Katalysator zu verwenden, der aus einem Magnesium
halogenid und einer auf diesem aufgetragenen Übergangsmetallver
bindung, wie einer Titanverbindung, bestand (beschrieben
in der japanischen Patentveröffentlichung Nr. 12 105/1964).
Bekannt war ferner ein Katalysator, der erhalten wird
durch gemeinsame Pulverisation eines Magnesiumhalogenids
und von Titantetrachlorid (BE-PS 7 42 112).
Bei der Herstellung von Polyolefinen ist es jedoch wün
schenswert, daß die Katalysatoraktivität so hoch wie möglich
ist. Im Hinblick darauf ist das in der erwähnten japanischen
Patentveröffentlichung 12 105/1964 beschriebene Verfahren
immer noch unbefriedigend im Hinblick auf die Polymerisations
aktivität, während das in BE-PS 7 42 112 beschrie
bene Verfahren zwar eine geringfügig verbesserte Poly
merisationsaktivität erbringt, jedoch noch weiterer
Verbesserungen bedarf.
Gemäß der DE-PS 21 37 872 wird darüber hinaus die
Menge des zu verwendenden Magnesiumhalogenids wesentlich
vermindert, indem das Magnesiumhalogenid zusammen mit
Titantetrachlorid und Aluminiumoxid der Copulverisation
unterworfen wird. Die Aktivität pro Feststoff, die als
Gradmesser für die Produktivität angesehen werden kann,
wird jedoch nicht stark verbessert, so daß ein Katalysator
mit höherer Aktivität wünschenswert ist.
Darüber hinaus ist es bei der Herstellung von Polyole
finen im Hinblick auf die Produktionsleistung und die
Handhabung der Polymeraufschlämmung erwünscht, daß die
Schüttdichte des gebildeten Polymeren so hoch wie mög
lich ist. Im Hinblick darauf wird mit Hilfe des in der
japanischen Patentveröffentlichung 12 105/1964 beschrie
benen Verfahrens ein Polymeres mit niederer Schütt
dichte gebildet und keine zufriedenstellende Polymeri
sationsaktivität erzielt, während bei dem in der BE-PS
7 42 112 beschriebenen Verfahren die Polymerisationsakti
vität hoch ist, die Schüttdichte des gebildeten Polymeren
jedoch niedrig ist. Aus diesem Grund sind weitere Verbes
serungen wünschenswert.
Die DE-OS 24 48 178 sowie die DE-OS 23 65 235 beschreiben
die Herstellung von Polyolefinen mit Hilfe von
Polymerisationskatalysatoren, deren feste Katalysator
komponenten erhalten werden, indem Magnesiumhalogenid,
eine aluminiumorganische Verbindung und eine Titanverbindung
bzw. eine Titan- und/oder Vanadiumverbindung
miteinander in Kontakt gebracht werden. Aus Derwent CPI
1975, Ref. 15 140W/09 ist ein Katalysator zur Herstellung
eines Polyolefins bekannt, dessen feste Katalysator
komponente erhalten wird, indem eine Titanverbindung
und/oder eine Vanadiumverbindung, ein Magnesiumhalogenid
und eine Verbindung der allgemeinen Formel Si(OR)nX4-n
mit R = Alkyl, Aryl und/oder Aralkyl, x = Halogen und
0 < n ≦ 4, miteinander in Kontakt gebracht werden.
Die hier beschriebenen Katalysatoren besitzen jedoch eine
relativ geringe Katalysatoraktivität. Zudem weisen die
damit erhaltenen Polymere eine geringe Schüttdichte und
breite Molekulargewichtsverteilung auf.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend
erläuterten Nachteile der bekannten Verfahren zu besei
tigen.
Erfindungsgemäß sollen ein neuer Polymerisationskatalysator
und ein Verfahren zur Homo- oder Copolymerisation von Ole
finen mit Hilfe dieses Polymerisationskatalysators zur
Verfügung gestellt werden, mit dessen Hilfe ein Polyme
res mit hoher Schüttdichte bei hoher Polymerisationsakti
vität und in hoher Ausbeute erhalten wird und außer
ordentlich leicht ein kontinuierliches Polymerisations
verfahren durchgeführt werden kann.
Andere Aspekte und Vorteile der Erfindung sind aus der
nachstehenden Beschreibung ersichtlich.
Gegenstand der Erfindung ist ein Katalysator zur Poly
merisation von Olefinen, der aus einer Kombination aus
einer festen Katalysatorkomponente und einer Organo
metallverbindung besteht, sowie ein Verfahren zur Poly
merisation von Olefinen in Gegenwart dieses Katalysa
tors. Der Katalysator ist dadurch gekennzeichnet, daß
die feste Katalysatorkomponente eine Substanz darstellt,
die durch Reaktion
- (I) eines Reaktionsprodukts, gebildet durch Um setzung von (1) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe der Magnesiumhalogenide und/oder Manganhalogenide, (2) einer Verbindung der allgemeinen Formel Al(OR) nX3-n, in der R einen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 24 Koh lenstoffatomen, X ein Halogenatom und n eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 < n ≦ 3 be deuten und (3) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe der Titanverbindungen und/oder Vanadin verbindungen, und
- (II) einer Verbindung der allgemeinen Formel SI(OR′)mX4-m, in der R′ einen Kohlenwasser stoffrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, x ein Halogenatom und m eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 ≦ m ≦ 4 bedeuten,
erhältlich ist.
Die Erfindung wird nachstehend ausführlicher erläutert.
Als für die Zwecke der Erfindung verwendete Magnesium
halogenide und/oder Manganhalogenide können im wesentlichen
wasserfreie Verbindungen eingesetzt werden, wie beispiels
weise Magnesiumfluorid, Magnesiumchlorid, Magnesiumbromid,
Magnesiumjodid, Manganchlorid bzw. Gemische solcher Ver
bindungen, wobei Magnesiumchlorid besonders bevorzugt
wird.
Als erfindungsgemäß eingesetzte Verbindung der allgemeinen
Formel Al(OR)nX3-n, in der R einen Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 24, vorzugsweise 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, wie
eine Alkyl-, Aryl- oder Aralkylgruppe, wobei Alkylgrup
pen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen besonders bevorzugt
werden, bedeutet, X für ein Halogenatom und n für eine
Zahl entsprechend 0 < n ≦ 3 stehen, können beispiels
weise Aluminiumtrimethoxid, Aluminiumtriethoxid, Di
ethoxymonochloraluminium, Monoethoxydichloraluminium,
Monomethoxydiethoxyaluminium, Aluminium-tri-n-propoxid,
Aluminiumtriisopropoxid, Diisopropoxymonochloraluminium,
Monoisopropoxydichloraluminium, Monomethoxydiisopropoxy
aluminium, Aluminium-tri-n-butoxid, Aluminium-tri-sec.-
butoxid und Aluminium-tri-t-butoxid verwendet werden,
wobei Aluminiumtrimethoxid und Aluminiumtriethoxid be
sonders bevorzugt werden.
Als Titanverbindung und/oder Vanadinverbindung eignen
sich für die Zwecke der Erfindung beispielsweise Haloge
nide, Alkoxyhalogenide, Alkoxide und halogenierte Oxide
des Titans und/oder Vanadins. Als Titanverbindungen wer
den Verbindungen des dreiwertigen und vierwertigen Ti
tans bevorzugt, insbesondere bevorzugt sind vierwertige
Titanverbindungen der allgemeinen Formel Ti(OR)nX4-n, in
der R einen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 Kohlen
stoffatomen, wie eine Alkyl-, Aryl- oder Aralkylgruppe,
X ein Halogenatom und n eine Zahl entsprechend 0 ≦ n ≦ 4
bedeuten, wie beispielsweise Titantetrachlorid, Titan
tetrabromid, Titantetrajodid, Monomethoxytrichlortitan,
Dimethoxydichlortitan, Trimethoxymonochlortitan, Tetra
methoxytitan, Monoethoxydichlortitan, Diethoxydichlor
titan, Triethoxymonochlortitan, Tetraethoxytitan, Mono
isopropoxytrichlortitan, Diisopropoxydichlortitan, Tri
isopropoxymonochlortitan, Tetraisopropoxytitan, Mono
butoxytrichlortitan, Dibutoxydichlortitan, Monopentoxy
trichlortitan, Monophenoxytrichlortitan, Diphenoxy
dichlortitan, Triphenoxymonochlortitan und Tetraphenoxy
titan. Zu geeigneten Beispielen für dreiwertige Titan
verbindungen gehören Titantrihalogenide, die durch Re
duktion von Titantetrahalogeniden, wie Titantetrachlorid
und Titantetrabromid, mit Wasserstoff, Aluminium, Ti
tan oder Organometallverbindungen von Metallen der Grup
pen I bis III des Periodensystems der Elemente gebildet
werden, sowie dreiwertige Titanverbindungen, die durch
Reduktion von vierwertigen Alkoxytitanhalogeniden der
allgemeinen Formel Ti(OR)mX4-m, in der R einen Kohlen
wasserstoffrest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, wie eine
Alkyl-, Aryl- oder Aralkylgruppe, X ein Halogenatom und
m eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 < m < 4 bedeu
ten, mit Organometallverbindungen von Metallen der Grup
pen I bis III des Periodensystems der Elemente gebildet
werden. Zu Beispielen für geeignete Vanadiumverbindungen
gehören vierwertige Vanadiumverbindungen, wie Vanadiumtetrachlorid,
Vanadiumtetrabromid, Vanadiumtetrajodid
und Tetraethoxyvanadium, fünfwertige Vanadiumverbindungen,
wie Vanadiumoxytrichlorid, Ethoxydichlorvanadyl, Tri
ethoxyvanadyl und Tributoxyvanadyl, und dreiwertige
Vanadiumverbindungen, wie Vanadiumtrichlorid und Vana
diumtriethoxid.
Um die Wirksamkeit erfindungsgemäß zu steigern, werden
häufig eine Titanverbindung und eine Vanadiumverbindung
in Kombination eingesetzt und in diesem Fall liegt das
Molverhältnis V/Ti vorzugsweise im Bereich von 2:1
bis 0,01:1.
Als erfindungsgemäß eingesetzte Verbindung der allgemei
nen Formel Si(OR′) mX4-m, in der R′ einen Kohlenwasser
stoffrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wie eine
Alkyl-, Aryl- oder Aralkylgruppe, X ein Halogenatom und
m eine Zahl entsprechend 0 ≦ m ≦ 4, vorzugsweise
0 < m ≦ 4, bedeuten, können beispielsweise Silicium
tetrachlorid, Monomethoxytrichlorsilan, Monoethoxytri
chlorsilan, Monoisopropoxytrichlorsilan, Mono-n-butoxy
trichlorsilan, Monopentoxytrichlorsilan, Monooctoxytri
chlorsilan, Monostearoxytrichlorsilan, Monophenoxy
trichlorsilan, Mono-p-methylphenoxytrichlorsilan, Di
methoxydichlorsilan, Diethoxydichlorsilan, Diisopropoxy
dichlorsilan, Di-n-butoxydichlorsilan, Dioctoxydi
chlorsilan, Trimethoxymonochlorsilan, Triethoxymono
chlorsilan, Triisopropoxymonochlorsilan, Tri-n-butoxy
monochlorsilan, Tri-sec.-butoxymonochlorsilan, Tetra
ethoxysilan und Tetraisopropoxysilan, verwendet werden.
Wie bereits angegeben, werden erfindungsgemäß (1) ein
Magnesiumhalogenid und/oder Manganhalogenid (nachstehend
häufig vereinfacht als Komponente (I)-(1) bezeichnet),
(2) eine Verbindung der allgemeinen Formel Al(OR)nX3-n
(nachstehend einfach als Komponente (I)-(2) bezeichnet)
und (3) eine Titanverbindung und/oder eine Vanadinver
bindung (nachstehend einfach als Komponente (I)-(3) be
zeichnet) miteinander in Berührung gebracht und umgesetzt,
wobei die Methode des miteinander Inberührungbringens
und Umsetzens nicht speziell beschränkt ist. Diese
Komponenten können durch eine sogenannte Copulverisations
behandlung, d. h. eine gemeinsame Pulverisationsbehandlung
in Kontakt gebracht werden oder können in Gegenwart
oder Abwesenheit eines inerten Lösungsmittels mit
einander in Kontakt gebracht und umgesetzt werden.
So kann beispielsweise eine Methode angewendet werden,
gemäß der die Komponente (I)-(1) und die Komponente
(I)-(2) miteinander bei einer Temperatur im Bereich
von 20 bis 400°C, vorzugsweise von 50 bis 300°C, in
Gegenwart oder Abwesenheit eines inerten Lösungsmittels
miteinander in Berührung gebracht und umgesetzt werden
und danach das so erhaltene Reaktionsprodukt mit der
Komponente (I)-(3) bei einer Temperatur im Bereich
von 50 bis 300°C, vorzugsweise 100 bis 150°C, in Gegen
wart oder Abwesenheit eines inerten Lösungsmittels
in Berührung gebracht wird, eine Methode, wonach die
Komponente (I)-(3) zu dem vorstehend erwähnten Reaktions
produkt aus den Komponenten (I)-(1) und (I)-(2) gegeben
wird und danach eine Copulverisation nach einer be
kannten Methode durchgeführt wird, um die Reaktion
zum Ablauf zu bringen, eine Methode, gemäß der die
Komponente (I)-(1) mit der Komponente (I)-(2) gemeinsam
pulverisiert wird und das dabei erhaltene Produkt dann
mit der Komponente (I)-(3) bei einer Temperatur im Be
reich von 50 bis 300°C, vorzugsweise 100 bis 150°C,
in Gegenwart oder Abwesenheit eines inerten Lösungsmit
tels in Berührung gebracht wird, eine Methode, gemäß
der die Komponente (I)-(3) zu dem Produkt der gemeinsamen
Pulverisation der Komponenten (I)-(1) und (I)-(2) ge
geben wird und anschließend eine weitere Copulverisation
durchgeführt wird, oder eine Methode, gemäß der die Kom
ponenten (I)-(1), (I)-(2) und (I)-(3) gleichzeitig co
pulverisiert werden.
Inerte Lösungsmittel, die für die vorstehend beispielhaft
erläuterten Umsetzungen verwendet werden, unterliegen
keiner speziellen Beschränkung. Gewöhnlich sind Kohlen
wasserstofflösungsmittel, welche nicht zur Inaktivierung
von Ziegler-Katalysatoren und/oder deren Derivaten
führen, anwendbar. Zu Beispielen für solche inerte Lö
sungsmittel gehören verschiedene gesättigte ali
phatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwas
serstoffe und alicyclische Kohlenwasserstoffe, wie
Propan, Butan, Pentan, Hexan, Heptan, Octan, Benzol,
Toluol, Xylol und Cyclohexan.
Es ist wünschenswert, daß die Komponenten (I)-(1),
(I)-(2) und (I)-(3) in einer von Sauerstoff und
Feuchtigkeit freien Inertgasatmosphäre miteinander
in Berührung gebracht werden und daß die Kontakt
dauer für jede Komponente normalerweise nicht weni
ger als 5 Minuten beträgt. Eine längere Kontakt
dauer, von beispielsweise 5 Minuten bis 20 Stunden,
verursacht zwar keine Schwierigkeiten, ist jedoch
nicht notwendig. Nach Beendigung der Reaktion kann
ein nichtumgesetzter Anteil der Komponente (I)-(3)
mehrere Male mit einem für Ziegler-Katalysatoren inerten
Lösungsmittel ausgewaschen werden und die Waschflüssig
keit kann unter vermindertem Druck verdampft werden,
eine Methode, die vorzugsweise angewendet wird.
Was das Mengenverhältnis der Komponenten (I)-(1) und
(I)-(2) betrifft, so können sowohl zu geringe, als auch
zu große Anteile der Komponente (I)-(2) die Polymeri
sationsaktivität vermindern. Zur Herstellung eines
Katalysators mit hoher Aktivität ist es wünschenswert,
daß das Mengenverhältnis, ausgedrückt als Molverhält
nis, von Komponente (I)-(1) zu der Komponente (I)-(2)
im Bereich von 1:0,001 bis 20, vorzugsweise 1:0,01
bis 1 und insbesondere 1:0,05 bis 0,5 liegt. Die
Komponente (I)-(3) kann in einer Menge entsprechend
der 0,01- bis 50-fachen Gewichtsmenge der Komponente
(I)-(1) eingesetzt werden; es ist jedoch wünschens
wert, die Anteile so einzustellen, daß das die Menge
an Titan und/oder Vanadin, die in dem Reaktionsprodukt
enthalten ist (nachstehend einfach als "Komponente (I)"
bezeichnet) in der Summe aus den Komponenten (I)-(1),
(I)-(2) und (I)-(3) im Bereich von 0,5 bis 20, vor
zugsweise 1 bis 10 Gew.-% liegt.
Die so erhaltene Komponente (I) wird dann mit einer
Verbindung der allgemeinen Formel Si(OR′)mX4-m (nach
stehend einfach als "Komponente (II)" bezeichnet) umge
setzt, wobei die erfindungsgemäß eingesetzte feste
Katalysatorkomponente erhalten wird.
Die Methode der Umsetzung der Komponenten (I) und (II)
unterliegt keiner speziellen Beschränkung. Beide Kompo
nenten können durch eine Copulverisationsbehandlung
umgesetzt werden oder können in Gegenwart oder Abwesen
heit eines inerten Lösungsmittels miteinander umgesetzt
werden. Es ist wünschenswert, daß diese Reaktion wäh
rend 5 Minuten bis 20 Stunden bei einer Temperatur im
Bereich von 20 bis 400°C, vorzugsweise von 50 bis 300°C,
durchgeführt wird.
Was das Reaktionsverhältnis zwischen den Komponenten (I)
und (II) betrifft, so werden zweckmäßig 0,05 bis 50 g, vorzugsweise
0,1 bis 30 g, der Komponente (II) mit 100 g der Komponen
te (I) umgesetzt.
Als erfindungsgemäß verwendete Organometallverbindung
können Organometallverbindungen von Metallen der Gruppen
I bis IV der Periodensystems, die als eine Komponente
eines Ziegler-Katalysators bekannt sind, verwendet werden.
Unter diesen Verbindungen werden Organoaluminiumverbin
dungen und Organozinkverbindungen bevorzugt. Zu geeig
neten Beispielen dafür gehören Organoaluminiumverbin
dungen der allgemeinen Formeln R3Al, R2AlX, RAlX2, R2AlOR,
RAl(OR)X und R3Al2X3, worin R eine Alkyl- oder Arylgruppe
mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen bedeutet und die Reste
R gleich oder verschieden sein können und X für ein
Halogenatom steht, und Organozinkverbindungen der all
gemeinen Formel R2Zn, worin R eine Alkylgruppe mit 1
bis 20 Kohlenstoffatomen bedeutet und die Reste R gleich
oder verschieden sein können, wie Triethylaluminium,
Triisopropylaluminium, Triisobutylaluminium, Tri-sec.-
butylaluminium, Tri-tert.-butylaluminium, Trihexylaluminium,
Trioctylaluminium, Diethylaluminiumchlorid, Diisopropyl
aluminiumchlorid, Ethylaluminiumsesquichlorid, Diethyl
zink, und Gemische aus solchen Verbindungen. Diese
Organometallverbindungen können auch zusammen mit Or
ganocarbonsäureestern, wie Ethylbenzoat, Ethyl-o- oder
-p-toluylat und Ethyl-p-anisat, eingesetzt werden.
Die Menge der in dem erfindungsgemäßen Katalysator vor
liegenden Organometallverbindung unterliegt keiner spe
ziellen Beschränkung, sie kann jedoch gewöhnlich 0,1
bis 1000 Mol pro Mol der Titanverbindung und/oder Va
nadinverbindung betragen.
Die Olefinpolymerisation unter Verwendung des erfin
dungsgemäßen Katalysators kann in Form einer Suspensions
polymerisation, Lösungspolymerisation oder Dampfphasen
polymerisation durchgeführt werden. Die Polymerisations
reaktion wird in gleicher Weise wie die übliche Olefin
polymerisationsreaktion unter Verwendung eines Ziegler-
Katalysators, d. h. in einer im wesentlichen sauerstoff-
und wasserfreien Umgebung und in Anwesenheit oder Abwe
senheit eines inerten Kohlenwasserstofflösungsmittels,
durchgeführt. Zu geeigneten Bedingungen für die Olefin
polymerisation gehören Temperaturen im Bereich von
20 bis 120°C, vorzugsweise 50 bis 100°C, und Drücke
im Bereich von Atmosphärendruck bis 70 bar (70 kg/cm2),
vorzugsweise von 2 bis 60 bar. Das Molekulargewicht
kann in gewissem Umfang durch Veränderung der Polymeri
sationsbedingungen, wie der Polymerisationstemperatur
und des Molverhältnisses der Komponenten des Kataly
sators, eingestellt werden, die Zugabe von Wasserstoff
zu dem Polymerisationssystem ist jedoch zu diesem
Zweck wirksamer. Unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Katalysators können natürlich ohne Schwierigkeit auch
zwei- oder mehrstufige Polymerisationsreaktionen durch
geführt werden, wobei in den verschiedenen Stufen un
terschiedliche Wasserstoffkonzentrationen und unter
schiedliche Polymerisationstemperaturen angewendet
werden können.
Das erfindungsgemäße Polymerisationsverfahren läßt
sich für die Polymerisation von allen Olefinen anwen
den, die in Gegenwart von Ziegler-Katalysatoren poly
merisierbar sind, insbesondere für die Homopolymeri
sation von α-Olefinen, wie Ethylen, Propylen, Buten-1,
Hexen-1, 4-Methylpenten-1 und Octen-1, für die Copoly
merisation von Ethylen und Propylen, Ethylen und Buten-1,
Ethylen und Hexen-1, Ethylen und 4-Methylpenten-1,
Ethylen und Octen-1 sowie Propylen und Buten-1, und
für die Copolymerisation von Ethylen und zwei oder
mehr anderen α-Olefinen.
Bevorzugt wird auch die Copolymerisation von Olefinen
mit Dienen zur Modifizierung von Polyolefinen, beispiels
weise mit Butadien, Hexadien-1,4, Ethyliden-norbornen
und Dicyclopentadien.
Der erfindungsgemäße Polymerisationskatalysator hat
sehr hohe Polymerisationsaktivität, so daß während
der Polymerisation der Partialdruck der Monomeren
niedrig ist und ein Polymeres mit hoher Schüttdichte
gebildet wird, so daß eine Verbesserung der Produkti
vität erreicht wird, und darüber hinaus die Menge des
nach Beendigung der Polymerisation in dem gebildeten
Polymeren verbliebenen Katalysatorrückstands sehr
klein ist. Infolgedessen kann die Stufe zur Entfernung
des Katalysators bei dem Herstellungsverfahren für
Polyolefine weggelassen werden, so daß die Aufarbeitung
der Polymeren vereinfacht wird und die Herstellung von
Polyolefinen insgesamt in äußerst wirtschaftlicher
Weise durchgeführt werden kann.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Polymere
mit so hoher Schüttdichte erhalten, daß die Menge des
pro Polymerisationseinheit gebildeten Polymeren groß
ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist außerdem auch im
Hinblick auf die Teilchengröße des gebildeten Polymeren
vorteilhaft. Der Anteil an groben Teilchen und feinen
Teilchen von weniger als 50 µm ist trotz der hohen
Schüttdichte gering und es ist daher nicht nur leicht,
eine kontinuierliche Polymerisationsreaktion durch
zuführen, sondern auch die Zentrifugalabscheidung
in der Stufe der Aufarbeitung des Polymeren und die
Handhabung der Polymerteilchen, wie der Pulvertrans
port, werden erleichtert.
Weitere Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß
unter Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators
hergestellte Polyolefine, wie bereits angegeben, hohe
Schüttdichte haben und daß zur Erzielung eines Poly
meren mit dem gewünschten Schmelzindex die benötigte
Wasserstoffkonzentration niedriger als bei üblichen
Methoden ist und infolgedessen der Gesamtdruck während
der Polymerisation bei relativ niederen Werten gehal
ten werden kann, wodurch eine wirksame Verbesserung
der Wirtschaftlichkeit und Produktivität erzielt wird.
Darüber hinaus ist bei der Polymerisation von Ethylen
unter Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators
die Verminderung der Ethylen-Absorptionsrate selbst
im Lauf der Zeit gering und die Polymerisation kann
daher während langer Dauer mit einer geringeren Kataly
satormenge durchgeführt werden.
Darüber hinaus haben Polymere, die unter Verwendung
des erfindungsgemäßen Katalysators hergestellt wurden,
sehr schmale Molekulargewichtsverteilung und ihr durch
Hexan extrahierter Anteil ist gering. Das bedeutet,
daß die Bildung von Niederpolymeren als Nebenprodukt bis
auf ein Minimum unterdrückt wird. Infolgedessen ist es
beispielsweise bei der Herstellung eines für Filme und
Folien geeigneten Polymeren möglich, ein Produkt mit
hoher Qualität zu erzielen, das überlegene Antiblock-
Eigenschaften besitzt.
Erfindungsgemäß wird ein neues Katalysatorsystem zur
Verfügung gestellt, welches die vorstehend erläuterten
Vorteile aufweist und mit dessen Hilfe die mit bekannten
Verfahren und Katalysatoren verbundenen Nachteile besei
tigt werden können. Es ist überraschend, daß die erfin
dungsgemäßen Vorteile in einfacher Weise unter Verwendung
dieses Katalysators erzielt werden können.
Die nachstehenden Beispiele werden zur weiteren Veran
schaulichung der Erfindung gegeben.
In einen mit einem magnetischen Induktionsrührer ausge
statteten 300 ml-Dreihalskolben wurden 100 ml Ethanol,
20 g wasserfreies Magnesiumchlorid und 12 g Aluminium
tri-sec.-butoxid gegeben und 3 Stunden unter Rückfluß
von Ethanol umgesetzt. Danach wurden 150 ml n-Hexan
zugesetzt, um das Produkt auszufällen. Nach dem Stehen
lassen wurde dann die überstehende Flüssigkeit entfernt
und bei 200°C unter Vakuum getrocknet, wobei ein weißes
trockenes Pulver erhalten wurde. Danach wurden 60 ml
Titantetrachlorid zugesetzt und die Reaktion eine Stunde
bei 130°C durchgeführt. Schließlich wurde überschüssiges
Titantetrachlorid entfernt und das Produkt wiederholt
mit n--Hexan gewaschen, bis in der Waschflüssigkeit kein
Titantetrachlorid mehr festzustellen war, wobei ein
weißes festes Pulver (A) erhalten wurde.
10 g des weißen Pulvers (A) und 2 g Tetraethoxysilan
wurden in ein Gefäß aus rostfreiem Stahl mit einem
Fassungsvermögen von 400 ml, das 25 rostfreie Stahlku
geln mit einem Durchmesser von je 1,27 cm enthielt,
und das Mahlen in der Kugelmühle wurden 16 Stunden bei
Raumtemperatur unter einer Stickstoffatmosphäre durch
geführt. Auf diese Weise wurde ein festes Pulver (B)
erhalten, das 15 mg Titan pro g des Pulvers enthielt.
Ein Autoklav aus rostfreiem Stahl wurde als Vorrichtung
für die Dampfphasen-Polymerisation verwendet und eine
Schleife wurde aus einem Gebläse, einem Regler für die
Strömungsrate und einem Trockenzyklon gebildet. Die
Temperatur des Autoklaven wurde durch Leiten von
warmem Wasser durch den Mantel eingestellt. In den
auf 80°C eingestellten Autoklaven wurden das feste
Pulver (B) in einer Rate von 50 mg/h und Triethyl
aluminium in einer Rate von 5 mMol/h zugegeben, wonach
Buten-1, Ethylen und Wasserstoff in Gasform zugeleitet
wurden, wobei das Molverhältnis von Buten-1/Ethylen
in der Dampfphase im Autoklaven bei 0,25 und die
Wasserstoffkonzentration bei 15% des Gesamtdruckes
gehalten wurden. Die Polymerisation wurde unter einem
Gesamtdruck von 10 bar (10 kg/cm2) durchgeführt,
während die Gase in dem Polymerisationssystem mit
Hilfe des Gebläses im Kreislauf geführt wurden. Das
gebildete Ethylen-Copolymere hatte eine Schüttdichte
von 0,39, einen Schmelzindex (MI) von 1,2 und eine
Dichte von 0,9203.
Die Katalysatoraktivität betrug 564 000 g Polymeres/g Ti
und war somit sehr hoch.
Nach kontinuierlichem Betrieb während 10 Stunden wurde
der Autoklav geöffnet und sein Inneres überprüft. Dabei
wurde gefunden, daß die Innenwandung und der Rührer
sauber waren und daß kein Polymeres daran haftete.
Der F.R.-Wert (F.R. = MI10/MI2,16) dieses Polymeren,
ausgedrückt als Verhältnis des Schmelzindex MI10, gemes
sen unter einer Belastung von 10 kg, zu dem Schmelz
index MI2,16, gemessen unter einer Belastung von 2,16 kg
bei 190°C gemäß der Methode nach ASTM-D 1238-65T, be
trug 7,1, was anzeigte, daß die Molekulargewichtsvertei
lung sehr schmal war.
Ein aus diesem Copolymeren gebildeter Film wurde 10 Stun
den lang in siedendem Hexan extrahiert. Dabei wurde gefun
den, daß die durch Hexan extrahierte Menge 1,3 Gew.-%
betrug und somit sehr niedrig war.
Unter Verwendung der in Beispiel 1 beschriebenen
Vorrichtung wurde die nachstehend erläuterte Dampfpha
sen-Polymerisation durchgeführt.
In den auf 80°C eingestellten Autoklaven wurden das
in Beispiel 1 erhaltene feste Pulver (A) in einer Rate
von 50 mg/h und Triethylaluminium in einer Rate von
5 mMol/h eingeführt. Dann wurden Buten-1, Ethylen und
Wasserstoff in Gasform zugeleitet, wobei die Zuführung
so eingestellt wurde, daß das Molverhältnis Buten-1/
Ethylen in der Dampfphase in dem Autoklaven 0,27 be
trug und daß die Wasserstoffkonzentration 15% des
Gesamtdruckes ausmachte, und die Polymerisation wurde
unter einem Gesamtdruck von 10 bar durchgeführt, während
die Gase innerhalb des Polymerisationssystems mit Hilfe
des Gebläses im Kreislauf geführt wurden. Das gebildete
Ethylen-Copolymere hatte eine Schüttdichte von 0,31,
einen Schmelzindex (MI) von 1,2 und eine Dichte von
0,9195.
Die Katalysatoraktivität betrug 315 000 g Copolymeres/g Ti.
Nach kontinuierlichem Betrieb während 10 Stunden wurde
der Autoklav geöffnet und das Innere überprüft. Dabei
wurde leichtes Anhaften des Polymeren an der Innenwan
dung und an dem Rührer beobachtet.
Der F.R.-Wert dieses Copolymeren betrug 8,1, d. h., daß
die Molekulargewichtsverteilung breiter ist als bei dem
Polymeren gemäß Beispiel 1.
Ein aus dem Copolymeren gebildeter Film wurde 10 Stun
den lang in siedendem Hexan extrahiert. Dabei betrug
der in Hexan extrahierte Anteil 3,7 Gew.-%.
2 g des in Beispiel 1 erhaltenen festen Pulvers (A)
und 0,4 g Tetraethoxysilan wurden zu 100 ml Hexan
gegeben und eine Stunde unter Rückfluß von Hexan um
gesetzt, wobei eine Katalysatoraufschlämmung (C) erhal
ten wurde.
In den auf 80°C eingestellten Autoklaven wurden die
Katalysatoraufschlämmung (C) in einer Rate von 2,5 ml/h
und Triethylaluminium in einer Rate von 5 mMol/h ge
geben. Dann wurden Buten-1, Ethylen und Wasserstoff in
Gasform zugeleitet, wobei die Einstellung so erfolgte,
daß das Molverhältnis Buten-1/Ethylen in der Dampfphase
in dem Autoklaven 0,27 und die Wasserstoffkonzentration
15% des Gesamtdruckes betrug, und die Polymerisation
wurde unter einem Gesamtdruck von 10 bar durchgeführt,
während die Gase in dem Polymerisationssystem mit Hilfe
des Gebläses im Kreislauf geführt wurden. Das gebildete
Ethylen-Copolymere hatte eine Schüttdichte von 0,38,
einen Schmelzindex (MI) von 1,1 und eine Dichte von
0,9203.
Die Katalysatoraktivität betrug 436 000 g Polymeres/g Ti
und war somit sehr hoch.
Nach kontinuierlichem Betrieb während 10 Stunden wurde
der Autoklav geöffnet und sein Inneres überprüft. Dabei
wurde gefunden, daß die Innenwandung und der Rührer
sauer und ohne anhaftendes Polymeres waren.
Der F.R.-Wert dieses Copolymeren betrug 7,2; die Mole
kulargewichtsverteilung war somit sehr schmal.
Ein aus diesem Copolymeren gebildeter Film wurde 10 Stun
den in siedendem Hexan extrahiert. Dabei wurde gefunden,
daß der in Hexan extrahierte Anteil 1,1 Gew.-% betrug
und somit sehr gering war.
In das in Beispiel 1 beschriebene Kugelmühlengefäß
wurden 10 g wasserfreies Magnesiumchlorid, 4,3 g Alumi
niumtriethoxid und 2,7 g Titantetrachlorid gegeben und
das Mahlen in der Kugelmühle erfolgte 16 Stunden lang
in einer Stickstoffatmosphäre. Dann wurden 2 g Tetra
ethoxysilan zugesetzt, wonach weitere 16 Stunden in
der Kugelmühle gemahlen wurde, wobei ein festes Pulver
erhalten wurde, das 35 mg Titan pro g enthielt.
Dann wurden in den vorstehend beschriebenen auf 80°C
eingestellten Autoklaven das oben erhaltene feste
Pulver in einer Rate von 50 mg/h und Triethylaluminium
in einer Rate von 5 mMol/h eingeleitet, wonach Buten-1,
Ethylen und Wasserstoff in Gasform in der Weise zuge
leitet wurden, daß das Molverhältnis Buten-1/Ethylen
in der Dampfphase in dem Autoklaven 0,27 und die Wasser
stoffkonzentration 15% des Gesamtdruckes betrugen,
und die Polymerisation wurde bei einem Gesamtdruck von
10 bar durchgeführt, während die Gase in dem Polymeri
sationssystem mit Hilfe des Gebläses im Kreislauf ge
führt wurden. Das gebildete Ethylen-Copolymere hatte
eine Schüttdichte von 0,41, einen Schmelzindex (MI)
von 0,9 und eine Dichte von 0,9210.
Die Katalysatoraktivität betrug 625 000 g Copolymeres/
g Ti und war somit sehr hoch.
Nach kontinuierlichem Betrieb während 10 Stunden wurde
der Autoklave geöffnet und sein Inneres überprüft. Dabei
wurde gefunden, daß die Innenwandung und der Rührer
sauber und frei von anhaftendem Polymeren waren.
Der F.R.Wert dieses Copolymeren betrug 6,9; die Mole
kulargewichtsverteilung war somit sehr schmal.
Ein aus dem Copolymeren gebildeter Film wurde 10
Stunden lang in siedendem Hexan extrahiert. Dabei wurde
gefunden, daß der in Hexan extrahierte Anteil 0,8
Gew.-% betrug und somit sehr niedrig war.
In das in Beispiel 1 beschriebene Kugelmühlengefäß
wurden 10 g wasserfreies Magnesiumchlorid, 4,3 g Alu
miniumtriethoxid und 2,7 g Titantetrachlorid gegeben und
das Mahlen in der Kugelmühle erfolgte 16 Stunden lang
in einer Stickstoffatmosphäre. Dann wurden 2 g Tri
ethoxymonochlorsilan zugesetzt, wonach weitere 16
Stunden in der Kugelmühle gemahlen wurde. Auf diese
Weise wurde ein festes Pulver erhalten, das 36 mg
Titan pro g enthielt.
In den auf 80°C eingestellten Autoklaven wurden das
vorstehend erhaltene feste Pulver in einer Rate von
50 mg/h und Triethylaluminium in einer Rate von 5 mMol/h
eingeleitet. Dann wurden Buten-1, Ethylen und Wasser
stoff in Gasform in der Weise eingeleitet, daß das Mol
verhältnis von Buten-1/Ethylen in der Dampfphase im
Autoklaven 0,27 und die Wasserstoffkonzentration 15%
des Gesamtdruckes betrugen, und die Polymerisation wurde
unter einem Gesamtdruck von 10 bar durchgeführt, während
die Gase in dem Polymerisationssystem mit Hilfe des
Gebläses im Kreislauf geführt wurden. Das gebildete
Ethylen-Polymere hatte eine Schüttdichte von 0,39, einen
Schmelzindex (MI) von 1,0 und eine Dichte von 0,9211.
Die Katalysatoraktivität betrug 716 000 g Copolymeres/g Ti
und war somit sehr hoch.
Nach kontinuierlichem Betrieb während 10 Stunden wurde
der Autoklav geöffnet und sein Inneres überprüft. Dabei
wurde gefunden, daß die Innenwandung und der Rührer
sauber und frei von anhaftendem Polymeren waren.
Der F.R.-Wert dieses Copolymeren betrug 7,2; die Mole
kulargewichtsverteilung war somit sehr schmal.
Ein aus diesem Copolymeren gebildeter Film wurde
10 Stunden in siedendem Hexan extrahiert. Dabei wurde
gefunden, daß der in Hexan extrahierte Anteil 1,2 Gew.-%
betrug und somit sehr klein war.
Ein 2-l-Autoklav aus rostfreiem Stahl, der mit einem
Induktionsrührer versehen war, wurde mit Stickstoff
gespült. In den Autoklaven wurden 1000 ml Hexan und
danach 1 mMol Triethylaluminium und 10 mg des in Bei
spiel 1 erhaltenen festen Pulvers (B) gegeben und die
Temperatur wurde unter Rühren auf 90°C erhöht. Durch den
Dampfdruck von Hexan stand das System unter einem Druck
von 2 bar über Atmosphärendruck. Dann wurde Wasserstoff
bis zu einem Gesamtdruck von 4,8 bar über Atmosphären
druck und schließlich Ethylen bis zu einem Gesamtdruck
von 10 bar über Atmosphärendruck eingeleitet und die
Polymerisation gestartet. Die Polymerisation wurde eine
Stunde lang durchgeführt, während Ethylen kontinuierlich
eingeleitet wurde, um den Gesamtdruck bei 10 bar über
Atmosphärendruck zu halten. Schließlich wurde die
Polymeraufschlämmung in ein Becherglas übergeführt und
Hexan unter vermindertem Druck entfernt, wobei 196 g
weißes Polyethylen mit einem Schmelzindex von 1,1,
einer Dichte von 0,9635 und einer Schüttdichte von
0,39 erhalten wurden.
Die Katalysatoraktivität betrug 251 300 g Polyethylen/g Ti.
h.C2H4-Druck bzw. 3770 g Polyethylen/g Feststoff.h.C2H4-
Druck. Somit konnte Polyethylen mit hoher Schüttdichte
bei extrem hoher Katalysatoraktivität erhalten werden.
Der F.R.-Wert des Polyethylens betrug 8,3, was gegen
über Vergleichsbeispiel 2 eine sehr schmale Molekular
gewichtsverteilung anzeigt. Der in Hexan extrahierte
Anteil betrug 0,1 Gew.-%.
Die Polymerisation wurde eine Stunde lang in gleicher
Weise wie in Beispiel 5 durchgeführt, mit der Abän
derung, daß 10 mg des in Vergleichsbeispiel 1 ver
wendeten festen Pulvers (A) verwendet wurden. Auf diese
Weise wurden 171 g weißes Polyethylen mit einem Schmelz
index von 1,3, einer Dichte von 0,9638 und einer
Schüttdichte von 0,31 erhalten. Die Katalysatoraktivität
betrug 183 000 g Polyethylen/g Ti.h.C2H4-Druck bzw.
3300 g Polyethylen/g Feststoff.h.C2H4-Druck. Der F.R.-
Wert des Polyethylens betrug 9,3 und der in Hexan
extrahierte Anteil betrug 0,8 Gew.-%.
Ein 300-ml-Dreihalskolben, ausgestattet mit einem Rührer und
einem Rückflußkühler, wurde zuerst mit Stickstoff gespült und
anschließend mit 10 g handelsüblichen wasserfreiem
Magnesiumchlorid beschickt, wonach 3 Stunden lang bei 150°C im
Vakuum getrocknet wurde. Dazu wurden 33,6 g Ethanol gegeben
und es wurde bei 100°C gerührt, um das Magnesiumchlorid zu
lösen. Nach Abziehen des Ethanols bei 200°C und Unterdruck
wurden 41,6 g Si(OEt)₃Cl zugegeben und die Reaktion bei 100°C
eine Stunde lang durchgeführt. Die nicht umgesetzte flüssige
Phase wurde dann bei 200°C und Unterdruck entfernt, wodurch
ein feines graues Pulver erhalten wurde. Zu den so erhaltenen
Feststoff wurden 50 ml TiCl₄, zugefügt und die Reaktion wurde
eine Stunde bei 130°C durchgeführt. Dann wurde das
Reaktionsprodukt mit Hexan solange gewaschen, bis kein
Titantetrachlorid in der Waschlösung mehr nachgewiesen werden
konnte. Nach Trocknen wurde ein festes Pulver (A) erhalten.
Die Analyse dieses festen Pulvers ergab eine Einlagerung von
16 mg Titan pro g Festsubstanz.
Als Vorrichtung für die Dampfphasenpolymerisation wurde ein
Autoklav aus rostfreiem Stahl verwendet, und es wurde ein
Kreislauf mit einem Gebläse, einem Regler für die
Strömungsrate und einem Trockenzyklon gebildet. Die Temperatur
des Autoklaven wurde durch Leiten von heißem Wasser durch den
Mantel des Autoklaven geregelt. In den bei 80°C gehaltenen
Autoklaven wurde das feste Pulver (A) in einer Rate von 50
mg/Std. und Triethylaluminium in einer Rate von 5 mMol/Std.
zugegeben, wonach Buten-1, Ethylen und Wasserstoff in Gasform
zugeleitet wurden, wobei das Molverhältnis von Buten-1/Ethylen
in der Dampfphase im Autoklaven bei 0,25 und die
Wasserstoffkonzentration bei 15% des Gesamtdruckes gehalten
wurde. Die Polymerisation wurde unter einem Gesamtdruck von
10 bar (kg/cm²) durchgeführt, während die Gase in dem
Polymerisationssystem mit Hilfe des Gebläses im Kreislauf
geführt wurden.
Das gebildete Ethylen-Copolymere hatte eine Schüttdichte von
0,30, einen Schmelzindex (MI) von 1,0 und eine Dichte von
0,920.
Die Katalysatoraktivität betrug 403 000 g Copolymeres/g Ti.
Nach kontinuierlichem Betrieb während 10 Stunden wurde der
Autoklav geöffnet und das Innere überprüft. Dabei wurde
leichtes Anhaften des Polymeren an der Innenwand und an dem
Rührer beobachtet.
Der F. R.-Wert dieses Copolymeren betrug 8,0, das heißt, daß
die Molekulargewichtsverteilung breiter ist als bei den
Polymeren gemäß Beispiel 1.
Ein aus den Copolymeren gebildeter Film wurde 10 Stunden lang
in siedendem Hexan extrahiert. Dabei betrug der in Hexan
extrahierte Anteil 4,0 Gew.-% und war damit höher als in
Beispiel 1.
Claims (12)
1. Verfahren zur Herstellung von Polyolefinen durch
Polymerisation mindestens eines Olefins in Gegenwart
eines Katalysators, der eine Kombination aus einer
festen Katalysatorkomponente und einer Organometall
verbindung darstellt, dadurch gekennzeich
net, daß die feste Katalysatorkomponente eine
Substanz ist, die durch Reaktion der folgenden Ver
bindungen I und II erhältlich ist:
- (I) eines Reaktionsprodukts, gebildet durch Um setzung von (1) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe der Magnesiumhalogenide und Manganhalogenide, (2) einer Verbindung der allgemeinen Formel Al(OR)nX3-n, in der R einen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 24 Koh lenstoffatomen, X ein Halogenatom und n eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 < n ≦ 3 be deuten und (3) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe der Titanverbindungen und Vanadin verbindungen, und
- (II) einer Verbindung der allgemeinen Formel Si(OR′)mX4-m, in der R′ einen Kohlenwasser stoffrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, X ein Halogenatom und m eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 ≦m ≦ 4 bedeuten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Katalysator verwendet wird,
in welchem das Mengenverhältnis der Komponenten (I)-(1) :
(I)-(2), ausgedrückt als Molverhältnis, 1:0,001 bis
1:20 beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein Katalysator verwendet
wird, in welchem der Gewichtsanteil der Komponente (I)-(3)
das 0,01- bis 50-fache des Gewichts der Komponente (I)-(1)
beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Katalysator ver
wendet wird, zu dessen Herstellung die Umsetzung der
Komponenten (I)-(1), (I)-(2) und (I)-(3) so durchge
führt wurde, daß zuerst beliebige zwei Komponenten umge
setzt und danach die verbliebene Komponente mit dem erhal
tenen Reaktionsprodukt umgesetzt wird oder indem die drei
Komponenten gleichzeitig umgesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Umsetzung oder die Umsetzungen
durch gemeinsame Pulverisation (Copulverisation) durch
geführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Katalysator ver
wendet wird, zu dessen Herstellung 0,05 bis 50 g der
Komponente (II) mit 100 g der Komponente (I) umge
setzt worden sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß die Poly
merisationsreaktion bei einer Temperatur im Bereich
von 20 bis 120°C und unter einem Druck im Bereich von
Atmosphärendruck bis 70 bar durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß als Olefin
Äthylen verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß als Komponente
(I)-(1) wasserfreies Magnesiumchlorid verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Komponente (I)-(2) der
angegebenen allgemeinen Formel verwendet wird, in der
R eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen be
deutet.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß als Komponente
(I)-(3) ein Halogenid, Alkoxyhalogenid, Alkoxid oder
halogeniertes Oxid des Titans oder Vanadiums verwendet
wird.
12. Katalysator zur Polymerisation von Olefinen, be
stehend aus der Kombination aus einer festen Kataly
satorkomponente und einer Organometallverbindung, da
durch gekennzeichnet, daß die feste
Katalysatorkomponente eine Substanz ist, die durch Um
setzung der folgenden Verbindungen I und II gebildet
wird:
- (I) Eines Reaktionsprodukts, gebildet durch Um setzung von (1) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe der Magnesiumhalogenide und Manganhalogenide, (2) einer Verbindung der allgemeinen Formel Al(OR)nX3-n, in der R einen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 24 Koh lenstoffatomen, X ein Halogenatom und n eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 < n ≦ 3 be deuten und (3) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe der Titanverbindungen und Vanadin verbindungen, und
- (II) einer Verbindung der allgemeinen Formel Si(OR′)mX4-m, in der R′ einen Kohlenwasser stoffrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, X ein Halogenatom und m eine Zahl entsprechend der Beziehung 0 ≦ m ≦ 4 bedeuten.
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1982
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Also Published As
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|---|---|
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Representative=s name: STREHL, P., DIPL.-ING. DIPL.-WIRTSCH.-ING. SCHUEBE |
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| D2 | Grant after examination | ||
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: NIPPON MITSUBISHI OIL CORP., TOKIO/TOKYO, JP |