DE326178C - Verfahren zur Herstellung von Extrakten oder Wuerzen aus frischem Gemuese, Gemueseabfaellen o. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Extrakten oder Wuerzen aus frischem Gemuese, Gemueseabfaellen o. dgl.Info
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-
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Description
Es ist bereits bekannt, Gemüse oder Obst einer Dampfbehandlung·, zwecks Aufschließung
der Saftzellen und Austritts des Saftes zu unterwerfen. Bei diesem Verfahren wurden
die Rohstoffe längere Zeit gekocht, um eine möglichst große Extraktmenge zu bekommen.
Dies geschieht aber auf Kosten des Aromas·, denn die aromatischen Öle wurden
dabei ganz oder zum größten Teil vernichtet.
ίο Um einen dem betreffenden Gemüse entsprechenden
Extrakt zu erhalten, war ein solcher Verlust von aromatischen Stoffen nicht angebracht.
Es wurde auch schon vorgeschlagen, die beim Kochen entweichenden Aromastoffe zu
kondensieren und das Kondensat dem Extrakt zuzusetzen. Aber auch hierbei wird der Zellsaft
einer langen· übermäßigen Erhitzung ausgesetzt, welche das Aroma zerstört. Auch
diese Art der Behandlung kann das feine Gemüsearoma nicht ertragen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung soll nun bei der Herstellung derartiger Gemüseextrakte
neben einer möglichst großen Ausbeute vor allem die Erhaltung des lieblichen
Aromas der ■ einzelnen Gemüsesorten erreicht werden.
Dies wird auf folgende Weise ermöglicht: Es werden im Autoklaven die verschiedenen
3.0 Gemüsearten oder Mischungen oder Abfälle derselben -in· frischem Zustande kurze Zeit
mit Dampf unter solchem Druck -(etwa 3 Atm.) behandelt, daß die Saftzellen zum Platzen
und Auslaufen gelangen. Der gewonnene Saft wird nach Austritt aus dem Autoklaven
abgekühlt und während der Abkühlung allmählich dem Drucke entzogen.
Hierbei behält der auslaufende Saft das gesamte Aroma des frischen Gemüses.
Würde der Saft nicht in einem geschlosse-η en Gefäße gewonnen" und bis zu seiner Abkühlung
unter dem gleichen Druck gehalten, so würde das Aroma zum Teil oder ganz verlorengehen.
Die Einwirkung des Dampfes auf das. frische Gemüse muß ferner sofort nach dem
Austritt des Saftes -verhindert werden, da sonst.der Saft durch den Dampf eine dunkle
Farbe und einen brandigen Geschmack annimmt oder eine Karamelisierung der Zuckerstoffe
stattfindet.
Da der Extraktionsprozeß in vollständig, geschlossenen- Gefäßen erfolgt und diese aucK
noch geschlossen bleiben, bis die Temperatur genügend tief gesunken ist, so werden die
flüchtigen Bestandteile der Gemüse wieder kondensiert,- wobei das Kondensat zu dem
übrigen Saft zurückfließt.
Für einzelne Gemüse, wie. z. B. Spargel und Pilze, ist mehr Wert auf die Gewinnung der
bestimmten Würze, bei anderen wieder, wie z. B. bei Sellerie, Petersilie und Pastinaken,
mehr Wert auf ein bestimmtes Aroma zu legen.
Die Ausführung des Verfahrens geschieht in der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung.
In einen dampfdicht verschlossenen Auto-
klaveri α wird ein Siebkorb b eingesetzt, der
mit dem Gemüse bzw. den Gemüseabfällen gefüllt wird. Der Autoklav wird nach der Füllung
dampf dicht verschlossen und durch die Dampfzuleitung c kurze Zeit direkter Dampf
von etwa 3 Atm. Spannung in den Autoklaven α eingelassen, wodurch die Saftzellen der
Gemüseteile zum Platzen und Auslaufen gebracht werden.
Die Dauer der Dampf einleitung richtet sich danach, welche Gemüse behandelt werden und
welche Stoffe aus denselben extrahiert werden sollen. Wenn z. B. Selleriekraut, Petersilienkraut,
Petersilienwurzeln und Spargel behandelt werden, darf die Dampfeinwirkung nur 15 bis 30 Minuten dauern, da sonst den
Geschmack schädlich beeinflussende Stoffe in den Extrakt kommen.
•Bei anderen Gemüsearten ist die Dauer oft
a° eine längere, kann aber auch geringer nötig
werden.
Der auslaufende Saft sammelt sich dann an der tiefsten Stelle des Behälters α und fließt
durch die Leitung d in den Behälter e. Letzterer
ist mit einem sich nach oben verjüngenden, haubenartigen Einbau, dem Abscheider f,
versehen, welcher durch das Rohr g· in direkter Verbindung mit der Zuleitung steht und
den Zweck hat, die mit dem Saft etwa noch übertretenden, mitgerissenen Dampf- und
Luftblasen auszuscheiden. -Der Autoklav a steht mit dem Abscheider / bzw. dem Behälter
e durch das Rohr d in offener Verbindung. Der Dampf tritt in den Autoklaven α mit etwa
3 Atm. Druck ein, wobei der Ablaßhahn k des Abscheiders / etwas geöffnet ist. Es tritt
daher schon im Autoklaven, dann in dem anschließenden Rohr d und im Behälter e entsprechend
den Reibungswiderständen eine allmähliche Druckverminderung ein. Diese
Druckverminderung kann durch Einstellen des Haiines k reguliert werden.
Bei plötzlich fallendem Druck im Behälter α
wird ein Zurückdrücken des -im Behälter e befindlichen Saftes durch das oben offene und
mit einer Haube h auf dem Deckel i des Behälters e versehene Rohr g verhindert.
Aus dem Abscheider / tritt der Saft sodann
durch den Hahn1 k nach dem Kessel I über und
wird von da durch eine kleine Pumpe r- durch das Rohr m und die Filterpresse η gedrückt,
so daß er sich ha dem Sammelbehälter 0 sammelt, aus dem er durch das Rohr p in den Vakuumkocher
q gezogen wird.
In dem Vakuumkocher wird der Saft nach Belieben eingedickt, und zwar unter hohem
Vakuum bei gefinger Temperatur, um schließlich direkt in Flaschen gefüllt zu werden.
Die Abkühlung des Saftes erfolgt einerseits in der von kalter Luft umspülten Abflußleitung
d des Autoklaven, anderseits in dem nichtbeheizten Abscheider e.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Extrakten oder Würzen aus frischem Gemüse, Gemüseabfällen o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhaltung des Aromas die Rohstoffe im Autoklaven einer kurzen Einwirkung von Dampf unter hohem Druck (etwa 3 Atm.) zwecks Öffnung der Zellen und Austritts des Saftes ausgesetzt werden, worauf der abfließende Saft unter Abschluß der Luft sofort abgekühlt und bei der Abkühlung allmählieh dem Drucke entzogen wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE326178T | 1918-03-03 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE326178C true DE326178C (de) | 1920-09-24 |
Family
ID=6183652
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1918326178D Expired DE326178C (de) | 1918-03-03 | 1918-03-03 | Verfahren zur Herstellung von Extrakten oder Wuerzen aus frischem Gemuese, Gemueseabfaellen o. dgl. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE326178C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2580472A1 (fr) * | 1985-04-22 | 1986-10-24 | Prod Alimentaires Biolog | Procede d'extraction d'arome naturel a partir de rejets de parage de champignons |
-
1918
- 1918-03-03 DE DE1918326178D patent/DE326178C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2580472A1 (fr) * | 1985-04-22 | 1986-10-24 | Prod Alimentaires Biolog | Procede d'extraction d'arome naturel a partir de rejets de parage de champignons |
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