Zusatz zu Patent .:..·..-
P 31 47 030.0-13 - £ - 28. Oktober 1982
D 8915 - MRs
Festo-Maschinenfabrik Gottlieb Stoll ,7300 Esslingen
Magnetventileinheit
Die Erfindung betrifft eine Magnetventi1 einheit zur Steuerung
der Druckmittelver- und -entsorgung eines Druckluftverbrauchers
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige Magnetventileinheit ist in der Deutschen
Patentschrift ... (Deutsche Patentanmeldung P 31 47 030.0-13)
beschrieben. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Weiterentwicklung einer solchen Magnetventi1 einheit in Form eines
3/2-Magnetventils. Sie folgt der Erkenntnis, daß man den
Elektromagneten eines Magnetventils in wünschenswerter Weise
verkleinern kann, wenn man den von ihm bewegten Ventilkörper in erster Linie nur für die Steuerung des unter hohem Druckstehenden
Luftstromes auslegt. Für diesen Luftstrom wird nämlich nur ein geringer Durchströmquerschnitt benötigt, so daß
auch die Überwindung der auf den Ventilkörper einwirkenden Druckbeaufschlagungskräfte durch einen verhältnismäßig kleinen
Elektromagneten bewerkstelligt werden kann. Das Abführen der großen Mengen entspannter Luft bei der Entlastung des
• *
Druckluftverbrauchers erfolgt dagegen über einen zweiten Ventil
körper, durch welchen eine großdimensionierte zusätzliche Druckentlastungsöffnung freigegeben,werden kann. Arbeitet beispielsweise
der Druckluftverbraucher mit einem Speisedruck von etwa 6 atm und einem Entlastungsdruck von etwa 1 atm, so muß
der Durchströmquerschnitt für die entspannte Abluft etwa 5 6 mal größer sein als der Durchströmquerschnitt für die unter
hohem Druck zugeführt Luft. Wollte man die Druckentlastungsöffnung mit einer Magnetventi1 einheit öffnen oder schließen,
so wären entsprechend größere Ventilteile, d. h. höhere zu bewegende Massen erforderlich. Auch wäre die Leistungsaufnahme
einer solchen Magnetventi1 einheit vergleichsweise hoch. Wird
dagegen gemäß der vorliegenden Erfindung in dem Ventilkörper eine zusätzliche, mit einem druckbetätigten zweiten Ventilkörper
zu öffnende und schließende Druckentlastungsöffnung mit einem großen Durchströmquerschnitt vorgesehen, so kann
die Magnetventi!einheit ausschließt ich für die Steuerung des
unter hohem Druck stehenden Luftstromes ausgelegt werden. Man kommt somit mit entsprechend kleineren, billigeren und
einfacher anzusteuernden Elektromagneten aus.
Diesem Grundprinzip der Erfindung entsprechend, besteht die
Magnetventi1 einheit gemäß der vorliegenden Anmeldung aus
einem 3/2-Magnetventi1 mit einem Ventilgehäuse, welches eine
D-rucköf f nung, eine mit dem Verbraucher zu verbindende Arbeitsöffnung
sowie eine erste Entlastungsöffnung aufweist. Vermittels der Magnetventi1 einheit kann der Verbraucher mit
Druckluft aus der Druck!uftquelle beaufschlagt werden, wozu
in einer ersten Schal t-stel lung der Magnetventil einheit die
Arbeitsöffnung mit der Drucköffnung in Verbindung gebracht
wird. Das Durchschalten der Drucköffnung an die Arbeitsöffnung
erfolgt dabei durch die Bewegung eines Venti1 körpers,
der im Innern des Venti1 gehäuses angeordnet ist und mit dem
Anker eines Elektromagneten in Wirkverbindung steht. Der Ventilkörper
ist vorzugsweise in einer Ruhelage vorgespannt. Wird der Elektromagnet durch einen geeigneten Stromstoß aktiviert,
so wird der Ventilkörper aus der Ruhelage in eine Arbeitsstellung
bewegt. In der ersten Schaltstellung des Ventilkörpers
wird dabe.i eine Verbindung zwischen der Drucköffnung und der Arbeitsöffnung des Venti1 gehäuses hergestellt.
Hierdurch wird der Druckluftverbraucher mit Druckluft beaufschlagt. Soll dieser Betriebszustand beendet werden, so wird
durch entsprechende Ansteuerung des Elektromagneten der Ventilkörper
in eine wahlweise einzustellende, zweite Schaltstellung
bewegt. Diese dient dazu, den zwischen der Drucköffnung und Arbeitsöffnung bestehenden Durchgang zu sperren. Ist
dies erreicht, also die Druckquelle von dem Druckmittel verbraucher getrennt, muß eine rasche Entlüftung der Magnetventileinheit
einerseits und des Druckluftverbrauchers andererseits erfolgen. Die zu entlüftende Ventilkammer der Magnetventileinheit,
in der der Ventilkörper angeordnet ist, hat dabei ein vergleichsweise kleines Volumen. Sie kann durch eine Entlastungsöffnung
mit nur geringem Durchströmquerschnitt entlüftet werden, die in an sich bekannter Weise von dem magnetisch betätigten
Ventilkörper selbst geöffnet und geschlossen wird. Der Querschnitt der Entlastungsöffnung kann dabei so klein
sein, daß ihr Vorhandensein für die Dimensionierung der Magnetventil
einheit und insbesondere des Elektromagneten eine
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gänzlich untergeordnete Rolle spielt. Dagegen müssen bei der
Entlüftung des Druckluftverbrauchers in der Regel große, bei
einem niedrigen Entlastungsdruck abströmende Druckluftmengen
bewältigt werden. Dies geschieht erfindungsgemäß durch eine
einen großen Durchströmquerschnitt aufweisende zusätzliche Druckentlastungsöffnung y die von einem zweiten Ventilkörper
gesteuert mit der Arbeitsöffnung in Verbindung gebracht wird.
Dieser zweite Ventil körper wird nun nicht magnetisch, sondern
durch den stromab des ersten Venti!körpers herrschenden Druck
betätigt. Er kann deshalb bei der Dimensionierung des Elektromagneten der Magnetventileinheit außer Betracht bleiben. Im
Ergebnis wird so eine sichere Entlüftung großer Druckluftverbraucher
mit sehr kleinen, in der Leistungsaufnahme günstigen
Magnetventileinheiten erreicht, die sich auch elektronisch
gut ansteuern lassen.
In der obengenannten DE-PS ist bereits eine Mag.netve.nti !einheit
in Form eines 3/2-Ventüs beschrieben, das nach dem genannten Prinzip arbeitet und alle funktionswesentlichen
Teile in einem Ventilgehäuse integriert enthält. Hierbei wurde
eine im wesentlichen koaxiale Anordnung gewählt, bei der d.ie Drucköffnung und die Arbeitsöffnung an die einander gegen- '
überliegenden Seiten des Venti!gehäuses angeordnet sind, während
die zusätzliche Druckentlastungsöffnung an einer dritten, rechtwinklig zu den anderen Seiten verlaufenden Fläche des
Ventil gehäuses mündet. Die Druckentlastungsöffnung geht dabei von einer axial zwischen der Drucköffnung und der Arbeitsöffnung
angeordneten Gehäusebohrung aus, in der der zweite Ventilkörper gehaltert ist. Durch diese Bauweise ist es einer-
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seits erforderlich, dem Ventilgehäuse eine sehr langgestreckte
Form zu geben, da es in Axial richtung hintereinander die
Drucköffnung, die Gehä'usebohrung und die Arbeitsöffnung aufnehmen
muß. Diese Form ist wegen ihres großen Platzbedarfs
nicht optimal. Andererseits hat es sich auch als nachteilig erwiesen, drei Seiten des Ventil gehäuses der Magnetventi1 einheit
durch öffnungen zu belegen. Diese Anordnung schränkt die Montagemöglichkeiten der Magnetventi1 einheit ein und ist
auch dann ungünstig, wenn eine baukastenartige Erweiterung
der Magnetventileinheit in Betracht gezogen wird.
Aufgabe der Weiterentwicklung gemäß der vorliegenden Erfindung
ist es, eine Magnetventil einheit der genannten Art zu
schaffen, die ein kompakteres, an weniger Seiten mit öffnungen belegtes Ventilgehäuse aufweist und sich deshalb in vorteilhafter
Weise zu größeren, engbestückten Ventilbänken
zusammensetzen läßt. Des weiteren soll sich das Magnetventil
auf einfache Weise mit dazu passenden anderen pneumatischen Elementen zu einer Vielzahl von Ventilformen kombinieren lassen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den
Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung wird anhand zweier iη den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
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Fig. 1 eine Drauf si ch"t*"au*f ei n*"teT"lweVse**a"uf gebrochenes Ventilgehäuse
einer ersten Ausführungsform der Magnetventileinheit gemäßder Erfindung;
Fig. 2 eine Seitenansicht des Ventilgehäuses mit Schnitt entlang
der Linie H-II von Fig. 1, wobei zusätzlich der magnetisch betätigte Ventil körper eingezeichnet ist;
Fig. 3 eine Draufsicht auf ein Ventilgehäuse einer zweiten Ausführungsform
der Magnetventi1 einheit gemäß der Erfindung;
Fig. 4 eine Seitenansicht des Ventilgehäuses mit Schnitt entTang
der Linie IV-IV von, Fig. 3;
Fig. 5 ein Anwendungsbeispiel der Erfindung.
Bezugnehmend zunächst auf Fig. 1, weist die erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Magnetventi !einheit ein quaderförmiges
Ventilgehäuse auf, das insgesamt mit 10 bezeichnet ist. Das Ventilgehäuse ist an seiner Oberseite 16 mit einer in konzentrischen
Stufen verlaufenden Ausnehmung versehen, die eine Ventilkammer 12 für einen magnetisch betätigten Ventilkörper
14 bildet. Fig. 1 zeigt nur die den Ventilkörper 14 aufnehmende
Ventil kammer 12; dagegen ist der Ventil körper 14 in Fig. 2
geschnitten dargestellt. Der Ventilkörper 14 wird vermittels einer
Magnetanordnung (nicht dargestellt) bewegt, die oberhalb
der Ausnehmung 12 auf der Oberseite 16 des Venti1 gehäuses 10
festgelegt werden kann. Die Magnetanordnung kann aus einem vorzugsweise ringförmigen Elektromagneten bestehen, in dessen Ringspalt
ein durch magnetische Einwirkung verschiebbarer Anker läuft. Mit diesem Anker ist der Ventilkörper 14 verbunden. Der
Ventilkörper 14 wird so in Richtung des Doppelpfeils 18 bewegt, wobei er in der dargestellten Position von einem Dichtsitz
an dem axialen Ende der Ventilkammer 12 abgehoben ist. Der Dichtsitz wird durch eine ebene Platte 20 vermittelt, die einen
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Teil des Bodens der y«ntj.tkanuiier.:J2 iij'litei, Der Ventilkörper
wird durch Aktivierung der Magnetanordnung dichtend auf die Platte 20 abgesenkt bzw. unter öffnung eines Durchlasses in
der Magnetventileinheit von der Platte 20 abgehoben.
Die Platte 20 ist mittig unter Bildung eines Kanals 22 angebohrt, der koaxial zu der Venti1 kammer 12 verläuft und diese
mit einer quer dazu angeordneten Bohrung 24 in dem Ventilgehäuse 10 verbindet. Die Bohrung 24 erweitert sich stufenförmig
zu einer Drucköffnung 26, die an einer Seitenwand 28 des Venti1 gehäuses 10 mündet. Vermittels dieser Drucköffnung
26 läßt sich die erfindungsgemäße Magnetventil einheit
mit einer Druckluftquelle (nicht dargestellt) verbinden.
Befindet sich der Ventilkörper 14 in der in Fig. 2 dargestellten, von der Platte 20 abgehobenen Position, so kann
Druckluft aus der Druckluftquelle durch die Bohrung 24 und
den Kanal 22 in die Ventilkammer 12 einströmen. Wird dagegen der Ventilkörper 14 auf die Platte 20 abgesenkt, so ist die
Druckluftzufuhr in die Ventil kammer 12 gesperrt. Der in der
Venti1 kammer 12 herrschende überdruck kann dann über eine
Entlastungsöffnung (nicht dargestellt) entweichen, die von
dem Ventilkörper 14 freigegeben wird. Die Entlastungsöffnung,
die wegen des nur sehr kleinen zu entlüftenden Volumens der Ventilkammer 12 einen sehr geringen Durchlaßquerschnitt aufweisen
kann, ist vorzugsweise im Gehäuse der Magnetanordnung vorgesehen.
An der der Drucköffnung 26 gegenüberliegenden Seitenwand 30
des Ventilgehäuses 10 sind zwei weitere Gehäusebohrungen 32, 34 ausgenommen. Die Mündung der Gehäusebohrung 32 bildet da-
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bei eine Arbeitsöff'nungv'^vermitters derer die Magnetventil-Feinheit
an-einfen Dr^ckM-iite-lverbHäüdher angeschlossen wird.
Wenn der Ventilkörper T4 von der Platte 2o abgehoben ist,
wird eine noch im einzelnen beschriebene Verbindung zwischen der Drueköffnung" 26 und der Ärbeitsöffhühg 36 hergestellt
und der Druckluftverbraucher so mit Druckluft versorgt. Wird Mngeg-ender Ventilkörper.14 dichtend auf die Platte 2o abgesenkt,
so erfolgt- eine Entlüftung des Druckluftverbrauchers
über eine zusätzliche" Drucfcerit lastungsöffnung 38, die durch
die Mündung der anderen Gehäusebohrung 34 gebildet wird.
Die Gehäusebohrung 34 weist'arv ihrem axialen Ende 4o eine
zu der Ventilkammer 12 führende, von dem Ventilkörper 14
gesteuerte Arbeitsleitüng 42 auf. Die Arbeitsleitung 42 mündet am Boden der ■■ Ventil kammer 12, sodaß diese mit dem axialen
Ende der Gehäusebölirung 34 kommuniziert. Am Mantel 44 der
Gehäusebohrung-34 mündet :ern zu'der Gehäusebohrung 32 mit
der Arbeitsöffnung 36 führender Querkanal 46. Dieser ist in
dem „Ausführungsbei spiel gemäß Fig. 1 aus herste 1 lung stechnischen
©runden als Bohfrüng in dem Ventilgehäuse Io ausgenommen
, deren; Mündung "difrcfr ei-ne Kugel 47 dichtend verschlossen
ist. Ein von der Drucköffnung 26 her durch die Ventilkammer
12 einströmendes Druckmedium wird durch den Querkanal 46 ausschließlich
der Arbeitsöffnung 36 zugeführt. In dieser, einer Offenstellung der Magnetventileinheit entsprechenden Schalt
I T.Z
stellung ist die zusätzliche Druckentlastungsöffnung 38 durch
einen zweiten Ventilkörper in Gestalt eines Venti1 te!1ers 48
verschlossen. Die Anordnung dieses Venti1tellers wird nachstehend
unter Bezug auf Fig. 2 näher erläutert.
In der Gehäusebohrung 34 mit der zusätzlichen Druckentlastungsöffnung
38 ist ein konischer Einsatz 50 dichtend festgelegt. In einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei der konische
Einsatz 50 in einer Schulter 52 der Gehäusebohrung 34 gehaltert und mittels eines O-Rings 53 gegen den Mantel 44 der
Gehäusebohrung 34 abgedichtet. Der konische Einsatz 50 hat die Grundform eines an den Stirnseiten offenen Hohlkegelstumpfs.
Die Stirnseite mit dem größeren Querschnitt ist in der genannten Dichtstellung der zusätzlichen Druckentlastungsöffnung
38 zugewandt. Die im Durchmesser verjüngte Stirnseite 54 ragt hingegen in die Gehäusebohrung 34 hinein und kommt
in einem Abstand zu der Mündung der Arbeitsleitung 42 zu liegen.
Die Wand 56 des konischen Einsatzes 50 verläuft dabei im Abstand zu der Mündung des Querkanals 46 am Mantel 44 der
Gehäusebohrung 34. Es verbleibt somit ein Ringspalt zwischen der Wand 56 des konischen Einsatzes 50 und dem Mantel 44 der
Gehäusebohrung 34, der einen Durchtritt von Druckluft gestattet.
Die im Durchmesser verjüngte Stirnseite 54 des konischen Einsatzes
50 bildet einen Dichtsitz für den Ventilteller 48, der zwischen der Stirnseite 54 und dem axialen Ende 40 der
Gehäusebohrung 34 beweglich angeordnet ist. Der Ventilteller 48 kann dabei zwischen zwei alternativen Dichtstellungen
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verschoben werden, wobei er in der einen die Stirnseite 54 des konischen Einsatzes 50 und in der anderen die Arbeitsleitung
42 am axialen Ende 40 der Gehäusebohrung 34 dichtend verschließt. Der Ventilteller 48 wird dabei vermittels einer
Ringlippe 58 geführt, die dichtend an dem Mantel 44 der Gehäusebohrung
34 anliegt. In einer bevorzugten Ausführungsform besteht der Ventilteller 48 aus einem zylindrischen Grundkörper,
dessen ebene Flächen in Dichtkontakt mit dem axialen Ende 40 der Gehäusebohrung 34 und der Stirnseite 54 des konischen
Einsatzes 50 gebracht werden können,und einer am Umfang des Grundkörpers angeformten, sich becherförmig radial nach
außen erweiternden Ringlippe 58. Diese setzt vorzugsweise an der dem axialen Ende 40 der Gehäusebohrung 34 zugewandten
ebenen Fläche des Grundkörpers an und ragt über die dem konischen Einsatz 50 zugewandte ebene Fläche des Grundkörpers
hinaus. Auf Grund dieser Formgebung kann die Ringlippe 58 unter dem Einfluß eines durch die Arbeitsleitung 42 einströmenden
Druckmediums von dem Mantel 44. der Gehäusebohrung abgehoben werden. Daraus ergibt sich die folgende Schaltfunktion
des Venti1 te!lers 48:
Befindet sich der Venti1 körper 14 in der in Fig. 2 dargestellten,
von der Platte 20 abgehobenen Position, so strömt ein Druckmedium, insbesondere Druckluft, durch die Arbeitsleitung 42 in die Gehäusebohrung 34 ein. Der Ventilteller
wird dabei an seiner der Mündung der Arbeitsleitung 42 zugewandten,
eine Angriffsfläche bildenden Seite durch das Druckmedium
beaufschlagt und gegen die Stirnseite 54 des konischen Einsatzes 50 verschoben, an der er dichtend zu liegen kommt.
Zugleich wird die Ringlippe 58 unter dem Einfluß des Druckmediums von dem Mantel 44 der Gehäusebohrung 34 abgehoben und
radial nach innen gepreßt. Das Druckmedium kann dadurch an dem Ventilteller 48 und dem konischen Einsatz 50 vorbei in
den Querkanal 46 einströmen und die Arbeitsöffnung 36 erreichen. Somit wird in dieser -Stellung ein an die Arbeitsöffnung
36 angeschlossener Druckluftverbraucher mit Druckmittel
versorgt. Wird nun die Magnetventi1einheit in ihre Schließstellung
versetzt, d. h. der Ventilkörper 14 dichtend auf die Platte 20 abgesenkt, so wird dadurch der Kanal 22 verschlossen
und die Ventilkammer 12 sowie die Arbeitsleitung
42 von der an die Drucköffnung 26 angeschlossenen Druckluftquelle
getrennt. Zugleich öffnet der Ventilkörper 14 eine nicht dargestellte Entlastungsöffnung, durch die das in der
Ventilkammer 12 und Arbeitsleitung 42 enthaltene Druckmedium
abströmen kann. Hierdurch ergibt sich gegenüber dem an der Arbeitsöffnung 36 herrschenden Betriebsdruck ein Druckabfall.
Die Ringlippe 58 kann sich dadurch spreizen und ihre Dichtstellung
an dem Mantel 44 der Gehäusebohrung 34 wieder einnehmen. Sodann wird der Ventilteller 48 durch den Differenzdruck
und die einsetzende Rückströmung des Druckmediums aus dem uruckluftverbraucher von der Stirnseite 54 des konischen
Einsatzes 50 gelöst und in eine Endstellung geschoben, in der er die Arbeitsleitung 42 dichtend verschließt. Hierdurch öffnet
sich . ein Strömungsweg durch das Innere des konischen Einsatzes 50 zu der zusätzlichen Druckentlastungsöffnung
38, durch die der Druckluftverbraucher auf Grund des
durchweg bestehenden großen Durchströmquerschnitts schnell
von dem Druckmittel entsorgt wird. Die zusätzliche Druck-
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entlastungsöffnung 38 kann mit einer Niederdruckleitung verbunden
sein, die das abströmende Druckmedium aufnimmt. Sie kann aber auch unmittelbar zur Außenluft hin münden, wobei
die Druckentlastungsöffnung 38 vorteilhafterweise zur Geräuschdämpfung
mit einem Dämpfungsfilter 60, z. B. einer Scheibe
aus Sintermetall, verschlossen wird.
Bezugnehmend auf Fig. 1, istauf die äußerst günstige Raumaufteilung
in dem Ventilgehäuse 10 zu verweisen, durch die eine sehr kompakte Magnetventileinheit geschaffen wird. Wie
dort ersichtlich, sind die Gehäusebohrungen 32, 34 für die Ärbeitsöffnung 36 bzw. die zusätzliche Druckentlastungsöffnung
38 annähernd achsparallel angeordnet. Dies wird durch eine Führung des Querkanals 46 annähernd rechtwinklig zu der
Gehäusebohrung 34 und die entsprechende Gestaltung des die zusätzliche Druckentlastungsöffnung 38 steuernden zweiten
Venti1 körpers erreicht. Erfindungsgemäß können so die Arbeits-Öffnung
36 und die zusätzliche 'Druckentlastungsöffnung 38 nebeneinander an einer Seitenwand 30 des Ventilgehäuses 10
münden. Weiterhin ist es möglich, die Drucköffnung 26, die Arbeitsöffnung 36 und die zusätzliche Entlastungsöffnung
achsparallel in einer Ebene anzuordnen, die vorzugsweise parallel zu der Oberseite 16 des Ventilgehäuses 10 verläuft.
Die Drucköffnung 26 befindet sich dabei vorzugsweise mittig an der den übrigen öffnungen gegenüberliegenden Seitenwand
Diese Anordnung, bei der mit einem hohen Grad an Symmetrie
nur zwei Seitenwände 28; 30 des Venti1 gehäuses 10 mit Anschlußöffnungen
belegt sind, ist insbesondere von Vorteil,
• · V · W W W
wenn die Magnetventi1einheit nach Art eines Baukastensystems
mit weiteren pneumatischen Einrichtungen, insbesondere
Steuer- und Regeleinrichtungen, kombiniert werden soll. Beispielsweise
kann der Drucköffnung 26 eine Montageplatte vorgeordnet
sein, die eine zu einer Druckquelle führende Verteilerleitung und mehrere Abzweigungen für eine entsprechende
Anzahl von Magnetventi1einheiten enthält. Weiterhin kann der
Arbeitsöffnung 36 eine Reglerplatte nachgeordnet sein, welche
ein einstellbares Druckregelventi1 trägt. Hierdurch kann
die Stärke des von der Magnetventi1 einheit geschalteten
Druckluftstroms gesteuert und an den jeweiligen Druckluftverbraucher
angepaßt werden. Der zusätzlichen Druckentlastungs· öffnung 38 kann eine Geräuschreduzierungsplatte nachgeordnet
sein, die weitere Schall dämpfungselemente enthält. Durch die
benachbarte Stellung der Arbeitsöffnung 36 und zusätzlichen Druckentlastungsöffnung 38 ist es überdies von Vorteil, die
Regelplatte und Geräuschreduzierungsplatte zu kombinieren und insbesondere einstückig auszuführen. Die genannten Platten
werden jeweils unter Zwischenschaltung von Dichtelementen,
die die öffnungen 26; 36; 38 des Ventilgehäuses 10 umschließen,
an dem Ventilgehäuse 10 festgelegt.
Bezugnehmend nunmehr auf Fig. 3 und Fig. 4, ist eine zweite Ausführungsform der Erfindung dargestellt, übereinstimmende
Teile sind dabei mit gleichen Bezugszeichen versehen; auch
auf die obige Funktionsbeschreibung wird in vollem Umfang
Bezug genommen. Nachstehend werden nur Merkmale der zweiten Ausführungsform behandelt, die von denen der ersten Ausführungsform
abweichen. -14-
BAD ORIGINAL
::···■■:■
Ein wesentlicher Unterschied besteht zunächst hinsichtlich der
Anordnung der Drucköffnung 26, Arbeitsöffnung 36 und zusätzlichen Druckentlastungsöffnung 38 in dem Ventilgehäuse 10.
Drucköffnung 26 und Arbeitsöffnung 36 münden beide an der
Unterseite 62 des Ventilgehäuses 10, während die zusätzliche
Druckentlastungsöffnung 38 seitlich an dem Ventilgehäuse 10
vorgesehen ist. Die Unterseite 62 des Ventilgehäuses 10 ist dabei mit zwei Druck-öffnungen 26 belegt, von denen jeweils
Bohrungen 24 ausgehen, die in einem gemeinsamen Kanal 22 zusammengeführt sind. Die Druck-öffnungen 36 haben vorzugsweise
die Gestalt von Langlöchern, und die Bohrungen 24 können herstellungstechnisch
besonders einfach in Gestalt einer einzigen, quer durch die Langlöcher geführten Bohrung geschaffen werden,
die durch eines der Langlöcher, hindurchführt und in dem anderen
Langloch mündet. Die dabei entstehende, einzige Gehäuseöffnung
der Bohrungen 24 ist durch eine Kugel 64 dichtend verschlossen.
Durch die Anordnung von zwei Drucköffnungen 26 an der Unterseite 62 des Ventilgehäuses 10 wird eine Magnetventileinheit geschaffen,
die sich besonders flexibel nach Art eines Baukastensystem mit anderen pneumatischen Einrichtungen kombinieren
läßt. Das Ventilgehäuse 10 wird dazu vermittels geeigneter Montagebohrunge.n 66 auf einem passenden Teil derart festgelegt,
daß wahlweise eine der Drucköffnungen 26 mit einer zugehörigen
Anschlußleitung in eine fluchtende Durchgangsstellung kommt,
während die andere Drucköffnungen 26 blindgeflanscht sein kann.
Die beiden Drucköffnungen 26 bilden dabei ein Anschlußsystem, das einen hohen Grad an Kompatibilität mit.anderen Teilen eines
Baukastens gewährleistet.
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,:-BAD ORIGINAL
Der gemeinsame Kanal 22, in dem die den Drucköffnungen 26 zugeordneten
Bohrungen 24 zusammengeführt sind, kann seinerseits derart von der Oberseite 16 her in dem Ventilgehäuse 10 verbohrt
sein, daß er die Bohrungen 34 trifft. Der Kanal 22 tritt an der Oberseite 16 des Venti1 gehäuses 10 aus einer Platte 20
aus, an der eine mit einer Ventilkammer versehene Magnetanordnung (nicht dargestellt) dichtend festgelegt wird. Anders als
bei dem ersten Ausführungsbeispiel, ist also die Ventilkammer
nicht in dem Ventilgehäuse 10, sondern oberhalb von demselben
vorgesehen. Die Platte 20 bildet einen Dichtsitz für den in der Venti!kammer magnetisch bewegten Ventilkörper, der auf
die Platte 20 abgesenkt bzw. von ihr abgehoben wird.
Im Bereich der Mündung des Kanals 22 tritt aus der Platte 20 eine Arbeitsleitung 42 aus, die an das axiale Ende 40 einer
seitlich in dem Ventilkörper 10 ausgenommenen Gehäusebohrung 34 führt. Die Mündung dieser Gehäusebohrung 34 bildet die zusätzliche
Druckentlastungsöffnung 38, die wie in dem ersten
Ausführungsbeispiel durch einen zweiten Ventil körper in Gestalt eines Venti1tellers 48 verschlossen wird. Am Mantel 44
der Gehäusebohrung 34 mündet wiederum ein Querkanal 46, der zu einer von der Mündung einer Gehäusebohrung 32 gebildeten
Arbeitsöffnung 36 führt. Der Querkanal 46 verläuft annähernd
rechtwinklig zu der Gehäusebohrung 34 nach unten und tritt über einen abgewinkelten Abschnitt in die Gehäusebohrung 32,
die etwa mittig an der Unterseite 62 des Ventilgehäuses 10
angeordnet ist.
Der von der Magnetanordnung bewegte Ventilkörper (nicht dargestellt)
steht nun so mit der Platte 20 an der Oberseite 16
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des Ventil gehäuses 10 in dichtender Anlage, daß er den Kanal
22 verschließt. Wird die Magnetanordnung aktiviert, so wird der Ventilkörper von der Platte 20 abgehoben und über die
an der Magnetanordnung ausgenommene Ventil kammer eine Verbindung
zwischen dem Kanal 22 und der Arbeitsleitung 42 hergestellt/
Auf diese Art kann das dem Ventilgehäuse 10 über eine
der Drucköffnungen 26 zugeführte Betriebsmedium in die Arbeitsleitung 42 eintreten und den Ventilteller 48 derart beaufschlagen,
daß er von dem axialen Ende 40 der Gehäusebohrung 34 v/eggedrückt wird. Zugleich wird die Ringlippe 58 des Ventilteller
48 radial nach innen gepreßt und der Strömungsweg in den Querkanal
46 freigegeben. Das Betriebsmedium kann also über die Arbeitsöffnung 36 in einen Druckluftverbraucher eintreten,
während die zusatz!iche Drückentlastungsöffnung 38 geschlossen
bleibt. Wird nun die Schaltstellung der Magnetventi1 einheit
gewechselt und der Ventilkörper auf die Platte 20 abgesenkt, so wird zugleich eine nicht dargestellte ,kleine Druckentlastungsöffnung
in der Magnetanordnung geöffnet und der Ventilteller 48 durch den Differenzdruck derart mit dem axialen Ende
40 der Gehäusebohrung 34 in Anlage gebracht, daß sich die zusätzliche
DruckentTastungsöffnung 38 öffnet. Der an die Arbeitsöffnung
36 angeschlossene 'Druckluftverbraucher wird dann von
dem unter niedrigem Druck ausströmenden Betriebsmedium über
die zusätzliche Druckentlastungsöffnung 38 entsorgt.
Die in Fig. 3 und 4 dargestellte zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Magnetventi1 einheit eignet sich besonders zur
Kombination mit anderen pneumatischen Einrichtungen, da sämtliche
Anschlußstellen, nämlich die Arbeitsöffnung 36 sowie eine,
zwei oder auch mehrere Drucköffnungen 26 an einer Seite des
Venti1 gehäuses 10 angeordnet sind. Hierfür eignet sich besonders
die Unterseite 62, d. h. die der Magnetanordnung abgewandte Seite des Venti!gehäuses 10. Hingegen mündet die zu- .
sätzliche Druckentlastungsöffnung 38 sei ti ich am Ventilgehäuse
10. Eine räumlich besonders gedrängte, platzsparende Anordnung
wird dadurch erreicht, daß die zusätzliche Druckentlastungsöffnung
38 auf einer Diagonalen des Ventilgehäuses 10 verläuft.
Eine bevorzugte Anwendung der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Magnetventileinheit wird anhand von Fig. 5 erläutert, die zugleich die Kombination der Magnetventi1 einheit
mit anderen Teilen eines pneumatischen Baukastensystems demonstriert. Die Magnetventi1 einheit bildet dabei das Schaltventil eines pneumatisch angesteuerten, verschiedene Betriebszustände
aufweisenden Wegeventils, das in Fig. 5 exemplarisch als an sich bekanntes 5/2-Wegeventi1 dargestellt ist. Der
Druckeingang des Wegeventils ist mit P, die Arbeitsausgänge
mit A und B und die Entlastungsausgänge mit R und S bezeichnet,
In der ersten Schaltstellung des Wegeventils ist der Druckeingang
P mit dem Arbeitsausgang B verbunden, während der Arbeitsausgang A über den Entlastungsausgang R entlüftet wird.
Der Entlastungsausgang S ist ohne Funktion. In der zweiten
Schaltstellung des Wegeventils wird der Druckeingang P mit
dem Arbeitsausgang A verbunden und der Arbeitsausgang B über
den Entlastungsausgang S entlüftet, während der Entlastungsausgang
R .ohne Funktion ist. Der Wechsel der Schaltstellungen
erfolgt durch einen im Inneren des Wegeventils angeordneten,
pneumatisch gegen die Kraft einer Rückstellfeder betätigten
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Kolben (nicht dargestellt). Die Ansteuerung dieses Kolbens
erfolgt durch die erfindungsgemäße Magnetventi1 einheit mit
der zusätzlichen Druckentlastungsöffnung 38. Man erkennt in
Fig. 5 das auf dem Wegeventil in den Montagebohrungen 66 verschraubte Ventilgehäuse 10. Dabei kommt die Unterseite 62
68 des Ventilgehäuses 10 auf einer Anschlußplatte/des Wegeventils
zu liegen. An dieser Unterseite 62 münden eine oder mehrere Drucköffnungen 26 der Magnetventileinheit, von denen wenigstens
eine über einen in dem Wegeventil ausgenommenen, an der Anschl ußplatte.6.8 mündenden Kanal (nicht dargestellt) mit dem
Druckeingang P des Wegeventils kommuniziert. Ebenso mündet auch die Arbeitsöffnung 36 der Magnetventi!einheit an der
Unterseite 62 des Venti ^gehäuses JLO. Sie steht über einen
Durchlaß in der Anschlußplatte 68 mit dem Zylinder in Verbindung, in dem der den Schaltwechsel des Wegeventils vermittelnde
Kolben läuft. Oberhalb des Venti!gehäuses 1Oi st eine Magnetanordnung
70 angeordnet, die die erfindungsgemäße Magnetventileinheit
in der beschriebenen -Weise schaltet. Wird die Magnetanordnung
70 aktiviert, so wird der Kolben des Wegeventils mit Druckluft beaufschlagt und dadurch ein Schaltwechsel des
Wegeventils herbeigeführt. Umgekehrt wird bei einer Entaktivierung
der Magnetanordnung 70 der Zylinder des Wegeventils, in dem der Kolben läuft, über die zusätzliche Druckentlastungsöffnung
38 entlüftet und der Kolben durch die Kraft einer Rückstellfeder in seine dem anderen Schaltzustand zugeordnete Ausgangsstellung
zurückgeführt.
Die erfindungsgemäße Magnetventileinheit kann in entsprechender
Weise auch zur Ansteuerung anderer pneumatischer Aggregate eines Baukasensystems dienen.