DE3241639C2 - Photographisches Aufzeichnungsmaterial - Google Patents
Photographisches AufzeichnungsmaterialInfo
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- G03C1/00—Photosensitive materials
- G03C1/005—Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein
- G03C1/0051—Tabular grain emulsions
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Description
Die Erfindung betrifft ein photographisches Aufzeichnungs
material mit einem Schichtträger und mindestens einer hierauf
aufgetragenen strahlungsempfindlichen Emulsionsschicht mit in
einem Dispersionsmedium verteilten tafelförmigen Silberbromid
iodidkörnern.
Die auf dem photographischen Gebiet verwendeten strahlungs
empfindlichen Silberhalogenidemulsionen sind gekennzeichnet
durch ein Dispersionsmedium, in typischer Weise Gelatine, in
dem Mikrokristalle aus strahlungsempfindlichem Silberhalogenid,
normalerweise als Silberhalogenidkörner bezeichnet, vorliegen.
Andere als Silberbromidiodidemulsionen finden zur Herstellung
von photographischen Aufzeichnungsmaterialien von Kamera-
Empfindlichkeit nur eine begrenzte Verwendung. Silberbromid
iodidkörner bestehen nicht aus einigen Kristallen aus Silber
bromid und anderen Kristallen aus Silberiodid. Vielmehr enthalten
alle Kristalle sowohl Bromid als auch Iodid. Die normalerweise
zur Herstellung photographischer Aufzeichnungsmaterialien ver
wendeten Silberbromidiodidkörner weisen ein Silberbromidkristall
gitter auf, in das Silberiodid bis zu seiner Löslichkeitsgrenze
in Silberbromid eingeführt werden kann, d. h. in einer Konzentration
bis zu etwa 40 Mol-% Iodid, je nach der Temperatur der Kornbildung.
Sofern hier nichts anderes angegeben ist, beziehen sich sämtliche
Hinweise auf Halogenidprozentsätze auf das in der entsprechenden
Emulsion, dem Korn oder dem Kornbereich vorhandene Silber, d. h.
ein Korn, das aus Silberbromidiodid besteht und 40 Mol-% Iodid
enthält, enthält demzufolge ebenfalls 60 Mol-% Bromid.
Die Iodidkonzentrationen photographischer Silberbromidiodid
emulsionen stellen einen Kompromiß dar zwischen
Vorteilen, die sich durch Iodid erzielen lassen, beispielsweise
eine erhöhte Wirksamkeit bezüglich der Erzeugung eines latenten
Bildes, erhöhter natürlicher Empfindlichkeit und besserer
Adsorption von Zusätzen sowie Nachteilen, die bei höheren
Konzentrationen auftreten, beispielsweise eine Entwicklungs
inhibierung und ein Widerstand gegenüber einer chemischen Sen
sibilisierung.
Aus dem Buch von Duffin, "Photographic Emulsion Chemistry",
Verlag Focal Press, 1966, Seite 18, ist es beispielsweise bekannt,
daß ein wichtiger Faktor, der im Falle von Iodidbromidemulsionen
zu beachten ist, die Position des Iodides ist, das hauptsächlich
im Zentrum des Kristalles vorliegen kann, über das ganze Korn
verteilt sein kann oder hauptsächlich in den Außenbereichen
zugegen sein kann. Die tatsächliche Position des Iodides wird,
nach der zitierten Literaturstelle, bestimmt durch die Herstellungs
bedingungen und hat eindeutig einen Einfluß auf die physikalischen
und chemischen Eigenschaften des Kristalles.
Da Silberiodid beträchtlich weniger löslich ist als Silberbromid,
wird im Falle eines Einfacheinlauf-Fällungsverfahrens, bei dem
sowohl Iodid- als auch Bromidsalze bereits zu Beginn des Fällungs
prozesses im Reaktionsgefäß vorliegen und Silbersalz in das
Reaktionsgefäß zur Bildung von Silberbromidiodidkörnern einge
führt wird, zunächst primär Silberiodid ausgefällt, das sich im
Zentrum der Körner konzentriert. Bei Durchführung eines Doppel
einlauf-Fällungsverfahrens, bei dem sowohl Iodid- wie auch Bromid
salze gleichzeitig in ein Reaktionsgefäß mit Silbersalz eingeführt
werden, ist es möglich, das Silberiodid über das gesamte Korn zu
verteilen. Bei Fortsetzung der Zugabe von Iodidsalz und Unterbre
chung oder Verminderung der Bromidsalzzugabe ist es möglich, eine
Silberiodid- oder Silberbromidiodidhülle von höherem Iodidgehalt
auf den Körnern zu erzeugen. Verfahren, bei denen Silberiodid in
bestimmte ausgewählte Positionen der Körner eingeführt wird, sind
z. B. aus den US-PS 3 206 313, 3 317 322, 3 505 068 und 4 210 450
und den GB-PS 1 027 146 und 1 477 901 bekannt.
Es sind photographische Silberhalogenidemulsionen mit einer
großen Vielzahl von regulären und irregulären Kornformen bekannt
geworden. Reguläre Körner sind oftmals kubisch oder oktaedrisch.
Die Kornkanten können aufgrund von Reifungseffekten abgerundet
sein und in Gegenwart von starken Reifungsmitteln, wie beispiels
weise Ammoniak, können die Körner sogar eine sphärische oder
kugelige Form haben oder in Form von vergleichsweise dicken
Plättchen vorliegen, die nahezu kugelig sind, wie es beispiels
weise in der US-PS 3 894 871 und von Zelikman und Levi in dem
Buch "Making and Coating Photographic Emulsions", Verlag Focal
Press, 1964, Seite 223 beschrieben wird.
Auch können stäbchenförmige und tafelförmige Körner in ver
schiedenen Anteilen im Gemisch mit anderen Kornformen beobachtet
werden insbesondere dann, wenn der pAg-Wert der Emulsionen, d. h.
der negative Logarithmus der Silberionenkonzentration während
des Fällungsprozesses verändert wird, was beispielsweise bei
Einfacheinlauf-Fällungsverfahren der Fall ist.
Des weiteren wurden bereits tafelförmige Silberbromidkörner
intensiv studiert, oftmals in Form von Makrogrößen ohne photo
graphische Verwendbarkeit.
Tafelförmige Körner sind hier definiert als solche mit zwei parallel
oder praktisch parallel verlaufenden Kristallflächen, von denen
jede wesentlich oder beträchtlich größer ist als eine jede
andere einzelne Kristallfläche des Kornes. Das Aspektverhältnis,
d. h. das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke der tafelförmigen
Körner ist dabei wesentlich größer als 1 : 1. Silberbromid
emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses sind des weiteren bekannt aus einer Arbeit
von de Cugnac und Chateau, "Evolution of the Morphology of
Silver Bromide Crystals During Physical Ripening", veröffentlicht
in "Science et Industries Photographiques", Band 33, Nr. 2 (1962),
Seiten 121-125.
Obgleich ebenfalls bereits tafelförmige Silberbromidiodid
emulsionen bekannt sind, weist doch keine dieser bekannten
Emulsionen ein hohes durchschnittliches Aspektverhältnis auf.
Eine Diskussion von tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
findet sich in dem Buch von Duffin, "Photographic Emulsion
Chemistry", Verlag Focal Press, 1966, Seiten 66-72 und in
einer Arbeit von Trivelli und Smith "The Effect of Silver Iodide
Upon the Structure of Bromo-Iodide Precipitiation Series",
veröffentlicht in der Literaturstelle "The Photographic Journal",
Band LXXX, Juli 1940, Seiten 285-288. Trivelli und Smith
beobachteten eine ausgeprägte Verminderung in sowohl der Korn
größe als auch im Aspektverhältnis bei der Einführung von Iodid.
In einer Arbeit von Gutoff mit dem Titel "Nucleation and Growth
Rates During the Precipitiation of Silver Halide Photographic
Emulsions", veröffentlicht in der Zeitschrift "Photographic
Sciences and Engineering", Band 14, Nr. 4, Juli-August 1970,
Seiten 248-257 wird des weiteren von der Herstellung von Silber
bromid- und Silberbromidiodidemulsionen des Typs berichtet, der
nach Einfacheinlauf-Fällungsmethoden unter Verwendung einer
kontinuierlich arbeitenden Fällvorrichtung hergestellt wird.
Seit 1937 bis in die fünfziger Jahre wurde von der Anmelderin
ein radiographisches Aufzeichnungsmaterial unter der Handels
bezeichnung "No-Screen X-Ray Code 5133", ein beidseitig beschichteter
Film, in den Handel gebracht. Das Aufzeichnungsmaterial wies auf
beiden Seiten eines Filmschichtträgers mit Schwefel sensibili
sierte Silberbromidemulsionsschichten auf. Da die Emulsions
schichten zur Belichtung mit Röntgenstrahlen bestimmt waren,
waren sie nicht spektral sensibilisiert. Die tafelförmigen
Silberhalogenidkörner hatten ein durchschnittliches Aspektver
hältnis von 5 bis 7 : 1. Die tafelförmigen Körner machten mehr
als 50% der projizierten Fläche aus, wohingegen die nicht-tafel
förmigen Körner mehr als 25% der projizierten Fläche ausmachten.
Die Emulsion mit Körnern mit dem höchsten durchschnittlichen Aspekt
verhältnis, die bei mehreren Wiederholungsversuchen erhalten wurde,
war gekennzeichnet durch einen durchschnittlichen Korndurchmesser
der tafelförmigen Körner von 2,5 µm, eine durchschnittliche
Dicke der tafelförmigen Körner von 0,36 µm und ein durch
schnittliches Aspektverhältnis von 7 : 1. Im Falle von anderen
Wiederholungsversuchen enthielten die Emulsionen dickere tafel
förmige Körner mit geringerem Durchmesser, die ein geringeres
durchschnittliches Aspektverhältnis zeigten.
In jüngster Zeit sind Verfahren zur Herstellung von Emulsionen
bekannt geworden, in denen ein wesentlicher Anteil des Silber
halogenides in Form von tafelförmigen Körnern vorliegt. So ist
aus der US-PS 4 063 951 die Erzeugung von Silberhalogenidkristallen
eines tafelförmigen Habitus, abgegrenzt durch {100} kubische
Flächen mit einem Aspektverhältnis (bezogen auf die Kantenlänge)
von 1,5 bis 7 : 1 bekannt. Die tafelförmigen Körner weisen dabei
quadratische und rechteckige Hauptflächen-Charakteristika von
{100} Kristallflächen auf. Aus der US-PS 4 067 739 ist des weiteren
die Herstellung von Silberhalogenidemulsionen bekannt, in denen
die meisten der Kristalle vom oktaedrischen Zwillingstyp sind.
Das Verfahren besteht darin, daß zunächst Impfkristalle erzeugt
werden, daß man die Impfkristalle unter Erhöhung ihrer Größe
einer Ostwald-Reifung in Gegenwart eines Silberhalogenidlösungs
mittels unterwirft und daß man das Kornwachstum beendet, ohne
Renucleierung oder Ostwald-Reifung unter Steuerung des pBr-Wertes,
d. h. des negativen Logarithmus der Bromidionen-Konzentration.
Aus den US-PS 4 150 994, 4 184 877 und 4 184 878 sowie der GB-PS
1 570 581 und den DE-OS 29 05 655 und 29 21 077 ist des weiteren
die Bildung von Silberhalogenidkörnern einer flachen oktaedrischen
Zwillingskonfiguration durch Verwendung von Impfkristallen bekannt,
die mindestens zu 90 Mol-% aus Iodid bestehen. Dabei wird von
einer erhöhten Deckkraft berichtet. Des weiteren sollen die Emul
sionen zur Herstellung von Kamera-Filmen, und zwar sowohl zur
Herstellung vom Schwarz-Weiß-Filmen als auch Farbfilmen geeignet
sein. In der US-PS 4 063 951 wird von einer oberen Grenze der
Aspektverhältnisse von 7 : 1 berichtet. Bei den sehr niedrigen
Aspektverhältnissen, die nach den Beispielen erhalten werden,
die lediglich bei 2 : 1 liegen, erscheint das angegebene Aspekt
verhältnis von 7 : 1 unrealistisch hoch. Aus einer Wiederholung
der Beispiele und einer Betrachtung der publizierten Photomikro
graphien ergibt sich, daß die erzielten Aspektverhältnisse im
Falle der anderen oben erwähnten Literaturstellen ebenfalls
geringer waren als 7 : 1. Der Inhalt der japanischen Patent
anmeldung Kokai 142 329, veröffentlicht am 6. Nov. 1980, ist
im wesentlichen gleich mit den Inhalt der US-PS 4 150 994, jedoch
nicht auf die Verwendung von Silberiodid als Impfkristalle be
schränkt.
Bei der bildweisen Belichtung einer Silberhalogenidemulsions
schicht, läßt sich ein latentes Bildzentrum, daß das gesamte Korn
selektiv entwickelbar macht, durch Absorption von lediglich
einigen wenigen Strahlungsquanten erzeugen. Es ist diese besondere
Empfindlichkeit der Silberhalogenidkörner, auf der die besondere
Bedeutung der Silberhalogenid-Photographie gegenüber anderen
Versuchen zur Herstellung von photographischen Bildern beruht.
Die Empfindlichkeit von photographischen Silberhalogenidemulsionen
wurde durch ausgedehnte Forschungen seit mehr als einem Jahr
hundert ständig verbessert. Eine Vielzahl von chemischen Sensi
bilisierungsmitteln wurde aufgefunden, beispielsweise auf Edel
metallbasis (z. B. Gold), auf Basis der mittleren Chalcogene (z. B.
Schwefel und/oder Selen) und auf Basis von Reduktions-Sensibili
sierungsmitteln, durch welche sich die Empfindlichkeit von Silber
halogenidemulsionen verbessern läßt. Wird eine chemische Sensi
bilisierung über optimale Grenzen hinaus ausgedehnt, so lassen
sich nur noch vergleichsweise kleine Empfindlichkeitserhöhungen
erreichen, die jedoch von einem scharfen Abfall der Bildauflösung
begleitet sind (maximale Dichte minus Minimumdichte) aufgrund
eines starken Schleieranstieges (Minimumdichte). Die optimale
chemische Sensibilisierung ist der beste Kompromiß
zwischen Empfindlichkeit, Bildauflösung und Minimumdichte im Falle
eines speziellen photographischen Anwendungsfalles.
Normalerweise wird die Empfindlichkeit von Silberhalogenid
emulsionen nur in vernachlässigbarer Weise auf jenseits ihres
spektralen Eigen-Empfindlichkeits-Bereiches durch chemische
Sensibilisierung ausgedehnt. Die Empfindlichkeit von Silberhaloge
nidemulsionen läßt sich jedoch über das gesamte sichtbare Spektrum
und darüberhinaus ausdehnen durch Verwendung von spektralen Sen
sibilisierungsmitteln, in typischer Weise Methinfarbstoffen. Die
Emulsionsempfindlichkeit jenseits des Bereiches der der Emulsion
eigenen Empfindlichkeit steigt mit der Konzentration an ange
wandtem spektralem Sensibilisierungsmittel an bis zu einem
Optimum und fällt dann im allgemeinen rasch ab. Verwiesen wird
beispielsweise auf das Buch von Mees, "Theory of the Photographic
Process", Verlag Macmillan, 1942, Seiten 1067-1069.
Innerhalb des Bereiches von Silberhalogenidkorngrößen, der normaler
weise zur Herstellung photographischer Aufzeichnungsmaterialien
angewandt wird, steigt die maximale Empfindlichkeit, die bei
optimaler Sensibilisierung erreicht wird, linear mit steigender
Korngröße an. Die Anzahl von absorbierten Quanten, die erforder
lich ist, um ein Korn entwickelbar zu machen, ist im wesentlichen
unabhängig von der Korngröße, doch hängt die Dichte, die eine
gegebene Anzahl von Körnern bei der Entwicklung erzeugt, direkt
von ihrer Größe ab. Ist es beispielsweise das Ziel, eine maximale
Dichte von 2 zu erreichen, werden weniger Körner eines durch
schnittlichen Durchmessers von 0,4 µm benötigt als eines durch
schnittlichen Durchmessers von 0,2 µm, um diese Dichte zu
erhalten. Weniger Strahlung ist erforderlich, um weniger Körner
entwickelbar zu machen.
Bedauerlicherweise bestehen größere Punkt-Punkt-Fluktuationen
in der Dichte, da die Dichte, die im Falle von größeren Körnern
erzeugt wird, auf weniger Kornzentren konzentriert ist. Der Be
trachter nimmt die Punkt-Punkt-Fluktuationen in der Dichte als
"Korn" oder "Kornbildung" wahr. Das objektive Maß für Punkt-
Punkt-Fluktuationen der Dichte wird als "Körnigkeit" bezeichnet.
Obgleich die quantitative Messung der Körnigkeit auf verschiedenem
Wege erfolgen kann, wird die Körnigkeit doch in den meisten Fällen
gemessen als "RMS-Körnigkeit", die definiert ist als die Standard
abweichung der Dichte innerhalb einer Meßblende, z. B. von 24-
48 µm). Ist die maximal zulässige Körnigkeit (oftmals auch als
Korn bezeichnet) für eine spezielle Emulsionsschicht festgestellt,
so ist die maximale Empfindlichkeit, die sich im Falle dieser
Emulsionsschicht realisieren läßt, ebenfalls festgelegt.
Aus dem vorstehenden ergibt sich, daß über die Jahre hinaus auf
dem Gebiet der Photographie intensive Forschungen zur Erzielung
maximaler photographischer Empfindlichkeiten im absoluten Sinne
betrieben wurden, daß diese Forschungen jedoch auf die Erzielung
maximaler Empfindlichkeit bei optimaler Sensibilisierung und
zufriedenstellenden Körnigkeits- oder Kornkritiken hin zielten.
Wirkliche Verbesserungen der Empfindlichkeit von Silberhalogenid
emulsionen ermöglichen die Erhöhung der Empfindlichkeit ohne
Erhöhung der Körnigkeit, die Verminderung der Körnigkeit ohne
Abnahme der Empfindlichkeit oder die gleichzeitige Verbesserung
sowohl der Empfindlichkeit als auch der Körnigkeit. Eine derartige
Empfindlichkeitsverbesserung wird in der Literatur häufig und kurz
auch als eine Verbesserung des Empfindlichkeits-Körnigkeits-Ver
hältnisses einer Emulsion bezeichnet.
In dem Diagramm der Fig. 1 sind für fünf verschiedene Silber
halogenidemulsionen 1, 2, 3, 4 und 5 der gleichen Zusammensetzung,
jedoch unterschiedlicher Korngröße, die in gleicher Weise sensi
bilisiert, in gleicher Weise auf Träger aufgetragen und in gleicher
Weise entwickelt wurden, die Empfindlichkeiten in Abhängigkeit
von der Körnigkeit aufgetragen. Obgleich die einzelnen Emulsionen
sich in ihrer maximalen Empfindlichkeit und Körnigkeit vonein
ander unterscheiden, ergibt sich eine vorhersagbare lineare
Beziehung zwischen den Emulsionen, wie durch die Empfindlichkeits-
Körnigkeits-Gerade A angezeigt. Sämtliche Emulsionen, die auf der
Geraden A liegen, weisen das gleiche Empfindlichkeits-Körnig
keits-Verhältnis auf. Emulsionen, die durch eine wirkliche Empfind
lichkeitsverbesserung gekennzeichnet sind, liegen über der
Empfindlichkeits-Körnigkeits-Geraden A. Beispielsweise sind die
Emulsionen 6 und 7, die auf der gemeinsamen Empfindlichkeits-
Körnigkeits-Geraden liegen, in ihrem Empfindlichkeits-Körnig
keits-Verhältnis jeder der Emulsionen 1 bis 5 überlegen. Die
Emulsion 6 weist eine höhere Empfindlichkeit als die Emulsion 1
auf, doch keine höhere Körnigkeit. Die Emulsion 6 weist die gleiche
Empfindlichkeit wie die Emulsion 2 auf, jedoch eine beträchtlich
geringere Körnigkeit. Die Emulsion 7 wiederum hat eine höhere
Empfindlichkeit als die Emulsion 2, jedoch eine geringere Körnig
keit als die Emulsion 3, die wiederum eine geringere Empfindlich
keit als die Emulsion 7 aufweist. Die Emulsion 8, die unter der
Empfindlichkeits-Körnigkeits-Geraden A liegt, weist das schlechteste
Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis der in Fig. 1 dargestellten
Emulsionen auf. Obgleich die Emulsion 8 die höchste photographische
Empfindlichkeit der Emulsionen aufweist, ist die Empfindlichkeit
doch nur durch einen unverhältnismäßig starken Anstieg der Körnig
keit erreicht worden.
Die Wichtigkeit der Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnisse hat
zu einem starken Bemühen geführt, Empfindlichkeits-Körnigkeits-
Verhältnisse quantitativ zu erfassen und zu verallgemeinern.
Normalerweise ist es ein einfacher Vorgang, die Empfindlichkeits-
Körnigkeits-Verhältnisse der Emulsionen einer Emulsionsreihe genauer
miteinander zu vergleichen, die sich durch ein Merkmal vonein
ander unterscheiden, beispielsweise die Silberhalogenidkorngröße.
Oftmals werden die Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnisse
photographischer Produkte miteinander verglichen, welche gleiche
oder ähnliche Charakteristikkurven liefern. Universelle quanti
tative Empfindlichkeits-Körnigkeits-Vergleiche photographischer
Aufzeichnungsmaterialien sind bis heute jedoch noch nicht er
reicht worden, da Empfindlichkeits-Körnigkeits-Vergleiche in
steigendem Maße einer subjektiven Beurteilung unterliegen, wenn
andere photographische Merkmale voneinander abweichen. Schließlich
sind bei Vergleichen von Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnissen
von photographischen Aufzeichnungsmaterialien, die Silberbilder
liefern, z. B. Schwarz-Weiß-Aufzeichnungsmaterialien mit Auf
zeichnungsmaterialien, die zur Herstellung von Farbbildern ver
wendet werden, z. B. Farbaufzeichnungsmaterialien und chromo
gene Aufzeichnungsmaterialien, zahlreiche andere Gesichtspunkte
zu beachten als die Silberhalogenid-Kornempfindlichkeiten, da
die Natur und der Ursprung der Stoffe, die die Dichte erzeugen,
und infolgedessen zur Körnigkeit beitragen, sehr verschieden sind.
Bezüglich Körnigkeitsmessungen im Falle von Silber- und Farbbildern
sei beispielsweise verwiesen auf die Kodak-Publikation Nr. F-20 mit
der Überschrift "Understanding Graininess and Granularity",
erhältlich von der Firma Eastman Kodak Company, Rochester, New York
14650; die Arbeit von Zwick "Quantitative Studies of Factors
Affecting Granularity", veröffentlicht in der Literaturstelle
"Photographic Science and Engineering", Band 9, Nr. 3, Mai-Juni
1965; Die Arbeit von Ericson und Marchant "RMS Granularity of
Monodisperse Photographic Emulsions", veröffentlicht in der
Literaturstelle "Photographic Science and Engineering", Band 16,
Nr. 4, Juli-August 1972, Seiten 253-257 und die Arbeit von
Trabka, "A Random-Sphere Model for Dye Clouds", veröffentlicht
in der Zeitschrift "Photographic Science and Engineering",
Band 21, Nr. 4, Juli-August 1977, Seiten 183-192.
Eine Silberbromidiodidemulsion mit besonders vorteilhaftem
Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis für die Herstellung
von Schwarz-Weiß-Silberbildern ist aus der US-PS 3 320 069
bekannt. In dieser Patentschrift werden Gelatine-Silberbromid
iodidemulsionen mit vorzugsweise 1-10 Mol-% Iodid beschrieben.
Die Emulsionen sind mit einem Sensibilisierungsmittel auf Schwefel-,
Selen- oder Tellurbasis sensibilisiert. Eine derartige Emulsion
führt nach Auftragen auf einen Träger in einer Beschichtungs
stärke von 300 bis 1000 mg Silber pro 0,0929 m² und Belichtung
in einem Sensitometer mit einer Intensitätsskala sowie 5 Minuten
langem Entwickeln in einem Entwickler der im folgenden
angegebenen Zusammensetzung bei 20°C:
| Wasser (50°C)|500 ml | |
| Methyl-p-aminophenolsulfat | 2,5 g |
| Natriumsulfit, entwässert | 30,0 g |
| Hydrochinon | 2,5 g |
| Alkali | 10,0 g |
| Kaliumbromid | 0,5 g |
| mit H₂O aufgefüllt auf 1 Liter |
zu einer logarithmischen Empfindlichkeit von 280-400 und
einem sog. Restwert, erhalten durch Abziehen des Körnigkeits
wertes von dem logarithmischen Empfindlichkeitswert von 180
bis 220.
Zur Herstellung derartiger Emulsionen wird vorzugsweise ein Gold-
Sensibilisierungsmittel in Kombination mit einem Sensibilisierungs
mittel aus der Schwefelgruppe verwendet. Des weiteren kann Thio
cyanat während der Silberhalogenidausfällung zugegen sein oder
ggf. zu einem Zeitpunkt vor dem Wässern der Emulsion zugegeben
werden. Die Verwendung von Thiocyanaten während der Silberhalogenid
ausfällung und Sensibilisierung ist des weiteren beispielsweise aus
den US-PS 2 221 805, 2 222 264 sowie 2 642 361 bekannt. Die aus
der US-PS 3 320 069 bekannten Emulsionen sind des weiteren durch
ausgezeichnete Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnisse im Falle
von farbphotographischen Aufzeichnungsmaterialien gekennzeichnet,
obgleich quantitative Werte für die Farbbildkörnigkeit nicht mit
geteilt werden.
In lediglich einigen wenigen Fällen sind die höchsten erreich
baren photographischen Empfindlichkeiten bei höheren als den
normalerweise verwendeten Körnigkeitsgraden untersucht worden.
So berichtet Farnell in einer Arbeit mit der Überschrift
"The Relationship Between Speed and Grain Size", veröffentlicht
in der Zeitschrift "The Journal of Photographic Science", Band 17,
1969, Seiten 116-125 über Blau-Empfindlichkeits-Untersuchungen
an Silberbromid- und Silberbromidiodidemulsionen ohne spektrale
Sensibilisierung. Der Autor beobachtete, daß bei Korngrößen
entsprechend einer projizierten Fläche von über 0,5 µm
(Durchmesser: 0,8 µm) kein weiterer Anstieg der Empfindlich
keit mit der Korngröße mehr erzielt werden kann. Dies ist nicht
überraschend, wenn man davon ausgeht, daß die Anzahl von ab
sorbierten Lichtquanten, die für die Entwickelbarkeit benötigt
wird, unabhängig von der Korngröße ist. Des weiteren wird von
einer Empfindlichkeitsabnahme bei steigender Korngröße berichtet.
Der Autor führt die Abnahme der Empfindlichkeit von großen Körnern
auf ihre Größe in Beziehung zu dem begrenzten mittleren Diffusions
weg von photoerzeugten Elektronen, die zur Erzeugung von latenten
Bildzentren benötigt werden, zurück. So müssen mehr Lichtquanten
durch ein großes Korn absorbiert werden als durch ein kleines
Korn, um ein entwickelbares latentes Bildzentrum zu erzeugen.
Ein weiterer Autor, Tani, stimmt in einer Arbeit mit dem Titel
"Factors Influencing Photographic Sensitivity", veröffentlicht
in der Literaturstelle "J. Soc. Photogr. Sci. Technol. Japan",
Band 43, Nr. 6, 1980, Seiten 335-346 mit Farnell überein und
erweitert die Diskussion der verminderten Empfindlichkeit von
großen Silberhalogenidkörnern auf zusätzliche Gründe, die auf das
Vorhandensein eines spektral sensibilisierenden Farbstoffes
zurückzuführen sind. In der zitierten Arbeit berichtet Tani,
daß die Empfindlichkeit von spektral sensibilisierten Emulsionen
zusätzlich beeinflußt wird durch (1) die relative Quantenausbeute
der spektralen Sensibilisierung, (2) eine Farbstoffdesensibili
sierung und (3) eine Lichtabsorption durch Farbstoffe. Tani stellt
fest, daß die relative Quantenausbeute der spektralen Sensibili
sierung nahezu theoretisch ist und infolgedessen praktisch nicht
zu verbessern ist. Der Autor stellt des weiteren fest, daß die
Lichtabsorption durch Körner, die von Farbstoffmolekülen bedeckt
sind, proportional dem Kornvolumen ist, wenn die Körner blauem
Licht exponiert werden und proportional der Kornoberfläche, wenn
die Körner Minus-Blau-Licht exponiert werden. Dies bedeutet, daß
die Größe des Anstieges der Minus-Blau-Empfindlichkeit im allge
meinen geringer ist als der Anstieg der Blau-Empfindlichkeit,
wenn die Größe der Emulsionskörner erhöht wird. Versuche zur
Erhöhung der Lichtabsorption durch Erhöhung der Farbstoffbedeckung
führen nicht notwendigerweise zu einer erhöhten Empfindlichkeit,
da die Farbstoffdesensibilisierung mit der Menge an zugesetztem
Farbstoff ansteigt. Die Desensibilisierung ist dabei eher auf eine
verminderte latente Bilderzeugung als eine verminderte Photo
generation von Elektronen zurückzuführen. Tani schlägt Verbesserungen
in dem Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis von größeren Silber
halogenidkörnern durch Herstellung von Kern-Hüllenemulsionen
zur Vermeidung einer Sensibilisierung vor. Eine interne Dotierung
von Silberhalogenidkörnern mit dem Ziel der Verwendung von an
sonsten desensibilisierend wirkenden Konzentrationen von Farb
stoffen ist ferner aus der US-PS 3 979 213 bekannt.
Während die Körnigkeit aufgrund ihrer Beziehung zur Empfindlichkeit
oftmals ein Diskussionspunkt bei der Erörterung der Bildqualität
ist, ist die Bildschärfe hiervon unabhängig. Einige Faktoren,
welche die Bildschärfe beeinflussen, wie beispielsweise die
laterale Diffusion von bilderzeugenden Verbindungen während des
Entwicklungsprozesses (gelegentlich auch als "Bildverschmierung"
bezeichnet) stehen in einem näheren Zusammenhang zur Bilder
zeugung und zu Entwicklungsmaterialien als die Silberhalogenid
körner. Andererseits beeinflussen die Silberhalogenidkörner selbst
aufgrund ihrer lichtstreuenden Eigenschaften die Schärfe bei der
bildweisen Exponierung. Bekannt ist, daß Silberhalogenidkörner
mit einem Durchmesser von 0,2 bis 0,6 µm zu einer maximalen
Streuung von sichtbarem Licht führen.
Ein Bildschärfeverlust aufgrund einer Lichtstreuung nimmt im
allgemeinen mit steigender Dicke einer Silberhalogenidemulsions
schicht zu. Der Grund hierfür läßt sich unter Bezugnahme auf
Fig. 2 erklären. Wird ein Photon eines Lichtstrahles 1 von einem
Silberhalogenidkorn bei einem Punkt 2 um einen Winkel θ, gemessen
als Abweichung vom ursprünglichen Weg, abgelenkt, und wird das
Photon von einem zweiten Silberhalogenidkorn bei einem Punkt 3
nach Passieren einer Dicke t¹ der Emulsionsschicht absorbiert,
so erfolgt die Aufzeichnung des Photons um die Distanz x seitlich
verschoben. Durchmißt das Photon anstatt innerhalb des Dicken
bereiches t¹ absorbiert zu werden, eine zweite gleiche Dicke t²
und wird das Photon bei einem Punkt 4 absorbiert, so erfolgt die
photographische Aufzeichnung des Photons seitlich versetzt, und
zwar um das Zweifache der Distanz x. Somit ist offensichtlich, daß
um so größer die Dicke der Silberhalogenidkörner im Aufzeichnungs
material ist, um so größer das Risiko einer Verminderung der
Bildschärfe aufgrund einer Lichtstreuung ist. Obgleich in Fig. 2
das Prinzip der Lichtstreuung vereinfacht dargestellt worden ist,
ist doch offensichtlich, daß in der Praxis ein Photon in typischer
Weise von mehreren Körnern reflektiert wird, bevor es absorbiert
wird und es sind statistische Methoden erforderlich, um den
wahrscheinlichen Absorptionspunkt vorherzusagen.
Im Falle von photographischen Mehrfarb-Aufzeichnungsmaterialien
mit drei oder mehr übereinander angeordneten Silberhalogenid
emulsionsschichten besteht eine erhöhte Gefahr der Verminderung
der Bildschärfe, da die Silberhalogenidkörner über mindestens
drei Schichtdicken verteilt sind. In manchen Fällen wird die
Dicke der Silberhalogenidemulsionsschicht oder der Aufzeichnungs
materialien weiter erhöht, durch das Vorhandensein von zusätz
lichen Stoffen, die entweder (1) die Dicke der Emulsionsschichten
selbst erhöhen, beispielsweise in den Fällen, in denen farbstoff
bildende Verbindungen in der Emulsionsschicht untergebracht werden
oder (2) zusätzliche Schichten bilden, die die Silberhalogenid
emulsionsschichten voneinander trennen, wodurch die Dicke er
höht wird, beispielsweise wenn besondere Abfangschichten und
Schichten mit farbbilderzeugenden Verbindungen getrennt von
benachbarten Emulsionsschichten erzeugt werden. Im Falle von
mehrfarbigen photographischen Aufzeichnungsmaterialien können
des weiteren mindestens drei übereinander angeordnete Schichten
einheiten vorliegen, von denen eine jede mindestens eine Silber
halogenidemulsionsschicht aufweist. Somit besteht ein beträchtliche
Gefahr für einen Bildschärfeverlust aufgrund von Lichtstreuung.
Aufgrund der cumulativen Lichtstreuung im Falle von übereinander
liegenden Silberhalogenidemulsionsschichten können die Emulsions
schichten, die von der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle
weiter entfernt sind, zu beträchtlichen Schärfeverminderungen
führen.
In der US-PS 3 302 046 wird die Erzeugung von klaren, scharfen
Bildern in einer grünempfindlichen Emulsionsschicht eines
photographischen Mehrfarbmaterials diskutiert. Die grünempfindliche
Emulsionsschicht liegt dabei unterhalb einer blauempfindlichen
Emulsionsschicht, wobei diese Anordnung zu einem Schärfeverlust
durch die grünempfindliche Emulsionsschicht führt. In der US-PS
3 402 046 wird die Verminderung einer Lichtstreuung durch Ver
wendung von Silberhalogenidkörnern in der darüberliegenden
blauempfindlichen Emulsionsschicht vorgeschlagen, die einen mittleren
Durchmesser von mindestens 0,7 µm, vorzugsweise von 0,7 bis
1,5 µm haben, was in Übereinstimmung mit dem Durchmesser von
0,6 µm steht, auf den oben verwiesen wird.
Es ist des weiteren bekannt, daß Silberbromid- und Silberbromid
iodidemulsionen eine ausreichende natürliche Empfindlichkeit
gegenüber dem blauen Bereich des Spektrums aufweisen, um blaue
Strahlung aufzeichnen zu können, ohne daß eine spektrale Blau-
Sensibilisierung erfolgt. Werden derartige Emulsionen zur Auf
zeichnung von grünem und/oder rotem Licht (Minus-Blau-Licht)
verwendet, so werden sie entsprechend spektral sensibilisiert.
Im Falle der Schwarz-Weiß-Photographie sowie der monochromen
(z. B. chromogenen) Photographie ist die dabei erzielte ortho
chromatische oder panchromatische Empfindlichkeit vorteilhaft.
Im Falle der Mehrfarbenphotographie ist die natürliche Empfind
lichkeit des Silberbromides und des Silberbromidiodides in
Emulsionen, die zur Aufzeichnung von blauem Licht verwendet werden,
vorteilhaft. Werden diese Silberhalogenide jedoch in Emulsions
schichten verwendet, die zur Aufzeichnung des grünen oder roten
Bereichs des Spektrums verwendet werden, so ist die natürliche
Blau-Empfindlichkeit störend, da ein Ansprechvermögen für sowohl
blaues als auch grünes Licht oder sowohl blaues und rotes Licht
in den Emulsionsschichten den Farbton des Mehrfarbbildes, das
aufgezeichnet werden soll, verfälscht.
Im Falle von Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien, die unter Ver
wendung von Silberbromid- oder Silberbromidiodidemulsionen her
gestellt worden sind, läßt sich die Farbverfälschung auf zwei
getrennte Ursachen zurückführen. Die erste Ursache beruht auf
dem Unterschied zwischen der Blau-Empfindlichkeit, der grünen
oder roten aufzeichnenden Emulsionsschicht und ihrer Grün-
oder Rot-Empfindlichkeit. Die zweite Ursache beruht auf der
Differenz zwischen der Blau-Empfindlichkeit von jeder blau
aufzeichnenden Emulsionsschicht und der Blau-Empfindlichkeit
der entsprechenden grün- oder rotaufzeichnenden Emulsionsschichten.
Ganz allgemein ist es bei der Herstellung von photographischen
Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien, die zur Aufzeichnung von
naturgetreuen Bildfarben unter Tageslicht-Bedingungen (z. B.
5500°K) bestimmt sind, das Ziel, einen Unterschied von etwa
einer Größenordnung zwischen der Blau-Empfindlichkeit einer
jeden blaues Licht aufzeichnenden Emulsionsschicht und der Blau-
Empfindlichkeit der entsprechenden grünes oder rotes Licht auf
zeichnenden Emulsionsschichten zu erreichen. Es hat sich jedoch
gezeigt, daß die angestrebten Empfindlichkeitsunterschiede bei
Verwendung von Silberbromid- oder Silberbromidiodidemulsionen
nicht erreicht werden, es sei denn, es erfolgen ein oder mehrere
Modifizierungen, um die Farbverfälschung zu korrigieren. Doch auch
dann lassen sich Empfindlichkeitsdifferenzen einer vollen Größen
ordnung im Produkt nicht immer realisieren. Jedoch auch dann, wenn
die angestrebten Empfindlichkeitsunterschiede realisiert sind,
führt eine weitere Erhöhung der Trennung zwischen der Blau- und
Minus-Blau-Empfindlichkeit zu einer weiteren Verminderung der
Aufzeichnung von blauem Licht durch Schichten, die für die Auf
zeichnung von Minus-Blau-Licht bestimmt sind.
Der bei weitem häufigste Versuch, die Belichtung von rot- und grün
sensibilisierten Silberbromid- und Silberbromidiodidemulsions
schichten mit blauem Licht zu vermindern, um dadurch ihre Blau-
Empfindlichkeit wirksam zu vermindern, besteht darin, diese
Emulsionsschichten unterhalb einer gelben (blaue Licht absor
bierenden) Filterschicht anzuordnen. Für diesen Zweck lassen
sich sowohl gelbe Filterfarbstoffe wie auch gelbes kolloidales
Silber verwenden. In einem üblichen Mehrfarbaufzeichnungsmaterial
bestehen sämtliche der Emulsionsschichten aus Silberbromid-
oder Silberbromidiodidemulsionsschichten. Die Emulsionsschichten,
die grünes und rotes Licht aufzeichnen sollen, befinden sich
dabei unterhalb eines gelben Filters, wohingegen die Emulsions
schicht oder die Emulsionsschichten, die blaues Licht aufzeichnen
sollen, oberhalb der Filterschicht angeordnet sind.
Diese Anordnung der Schichten hat jedoch eine Reihe von Nachteilen.
Während die Aufzeichnung von blauem Licht durch die grünes Licht
und rotes Licht aufzeichnenden Schichten auf ein tolerierbares
Maß vermindert wird, wird durch die Verwendung einer gelben Filter
schicht eine weniger als ideale Schichtenanordnung geschaffen.
So trifft auf die grünes Licht und rotes Licht aufzeichnenden
Emulsionsschichten Licht auf, das bereits die blaue Emulsions
schicht oder die blauen Emulsionsschichten und die gelbe Filter
schicht passiert hat. Dabei wurde das Licht in einem gewissen
Ausmaße gestreut, wodurch die Bildschärfe vermindert werden kann.
Da die blaues Licht aufzeichnende Emulsionsschicht, die bezüglich
der sichtbaren Aufzeichnung am wenigsten wichtige Schicht ist,
trägt ihre bevorzugte Position nächst der Lichtquelle nicht zur
Bildschärfe in dem Maße bei, wie etwa durch eine entsprechende
Anordnung der rotes Licht oder grünes Licht aufzeichnenden Emul
sionsschicht. Des weiteren ist die gelbe Filterschicht selbst
unvollkommen und absorbiert tatsächlich in geringem Maße auch
Licht des grünen Teiles des Spektrums, was zu einem Verlust
der Grün-Empfindlichkeit führt. Hinzu kommt, daß das gelbe Filter
material insbesondere dann, wenn es aus gelbem kolloidalem
Silber besteht, die Materialkosten erhöht und dazu führt, daß
die zur Entwicklung des Aufzeichnungsmaterials verwendeten Ent
wicklungslösungen, beispielsweise Bleich- und Bleich-Fixier
lösungen bald durch neue Lösungen ersetzt werden müssen.
Ein weiterer Nachteil, der bei der Trennung der blauen Emulsions
schicht oder blauen Emulsionsschichten eines Aufzeichnungs
materials von den roten und grünen Emulsionsschichten durch
Einfügung einer gelben Filterschicht auftritt, besteht darin,
daß die Empfindlichkeit der blauen Emulsionsschicht vermindert
wird. Dieser Effekt tritt deshalb ein, weil die gelbe Filter
schicht blaues Licht absorbiert, das durch die blaue Emulsions
schicht oder -schichten gelangt ist, das ansonsten unter Ver
stärkung der Belichtung wieder reflektiert werden könnte. In
der GB-PS 1 560 963 wird vorgeschlagen, die Empfindlichkeit
dadurch zu erhöhen, daß die gelbe Filterschicht derart ver
lagert wird, daß sie nicht unmittelbar unterhalb der blauen
Emulsionsschicht liegt. Aus der GB-PS 1 560 963 ergibt sich jedoch,
daß die Erhöhung der Blau-Empfindlichkeit lediglich erreicht
wird auf Kosten einer nachteiligen Farbreproduktion in den grün-
und rotsensibilisierten Emulsionsschichten unterhalb der gelben
Filterschicht.
Es sind des weiteren Vorschläge bekannt geworden, die gelben
Filterschichten zu eliminieren. Es hat sich jedoch gezeigt,
daß jeder dieser Vorschläge mit Nachteilen behaftet ist. So ist
es aus der US-PS 2 344 084 beispielsweise bekannt, eine spektral
grün- oder rotsensibilisierte Silberchlorid- oder Silberchlorid
bromidemulsionsschicht so anzuordnen, daß diese Schicht der zur
Belichtung verwendeten Lichtquelle am nächsten ist, da diese
Silberhalogenide eine vernachlässigbare oder geringe natürliche
Blau-Empfindlichkeit aufweisen. Da Silberbromid eine hohe
natürliche Blau-Empfindlichkeit aufweist, bildet es nicht die
der Lichtquelle am nächsten liegende Schicht, sondern bildet
eine darunterliegende Emulsionsschicht, die zur Aufzeichnung von
blauem Licht bestimmt ist.
Aus den US-PS 2 388 859 und 2 456 954 ist es des weiteren bekannt,
eine Verunreinigung der grünes Licht und rotes Licht aufzeich
nenden Emulsionsschichten durch blaues Licht dadurch zu ver
meiden, daß diese Schichten 50 bzw. 10× weniger empfindlich
gemacht werden als die blaues Licht aufzeichnende Emulsionsschicht.
Die Emulsionsschichten werden mit einer gelben Filterschicht
abgedeckt, um eine Empfindlichkeitsanpassung der blaues, grünes
und rotes Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten gegenüber
blauem, grünem bzw. rotem Licht zu erreichen und um die Trennung
der Blau- und Minus-Blau-Empfindlichkeiten der Minus-Blau auf
zeichnenden Emulsionsschichten zu erhöhen.
Diese Maßnahme ermöglicht es, die Emulsionsschichten in jeder
gewünschten Schichtenanordnung auf einen Träger aufzutragen.
Nachteilig an dem bekannten Material ist jedoch, daß eine gelbe
Filterschicht verwendet wird, ganz abgesehen von weiteren
Nachteilen. Um die Empfindlichkeitsunterschiede in den blaues
Licht und minus-blaues Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten
ohne die Verwendung einer gelben Filterschicht zu erzielen,
müssen nach der Lehre der US-PS 2 388 859 und 2 456 954 be
trächtlich größere Silberbromid- oder Silberbromidiodidkörner
in der blaues Licht aufzeichnenden Emulsionsschicht verwendet
werden. Versuche zur Erzielung der erwünschten Empfindlichkeits
differenzen aufgrund von Unterschieden in der Korngröße allein
führen dazu, daß die blaues Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten
ausgesprochen körnig sind und/oder daß die Korngröße der minus-
blaues Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten extrem gering ist,
weshalb diese Schichten eine geringe Empfindlichkeit aufweisen.
Um diese Schwierigkeit zu beheben, ist es weiterhin bekannt, den
Anteil an Iodid an den Körnern der blaues Licht aufzeichnenden
Emulsionsschicht zu erhöhen, um dadurch die Blau-Empfindlichkeit
der Schicht ohne Erhöhung der Korngröße zu vergrößern. Sollen
die Minus-Blau-Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten mehr als
eine nur sehr mäßige photographische Empfindlichkeit aufweisen,
so ist es nicht möglich, blaues Licht aufzeichnende Emulsions
schichten einer mindestens 10× größeren Empfindlichkeit innerhalb
normalerweise akzeptierbarer Korngrößen zu erzielen, und zwar
auch nicht mit einem erhöhten Iodidgehalt in der blaues Licht
aufzeichnenden Emulsionsschicht.
Obgleich gelbe Filterschichten dazu verwendet werden, um das
Auftreffen von blauem Licht auf unter der gelben Filterschicht
liegende Emulsionsschichten zu vermindern, können sie doch den
Durchgang von blauem Licht nicht eliminieren. Dies bedeutet,
daß selbst wenn gelbe Filterschichten verwendet werden, zusätzliche
Vorteile durch die weitere Trennung der Blau- und Minus-Blau-
Empfindlichkeit von Silberbromid- und Silberbromidiodidemulsions
schichten erreicht werden können, die dazu bestimmt sind, in dem
Minus-Blau-Bereich des Spektrums aufzuzeichnen.
Flache Silberhalogenidkörner sind auch bekannt aus der DE-OS
27 25 993 und DE-OS 29 05 655. Die beiden vorstehend genannten
Dokumente offenbaren Verfahren zur Herstellung von photographi
schen Silberhalogenidemulsionen, die Silberhalogenidkristalle
vom Zwillingstypus enthalten.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein photographisches Aufzeichnungs
material mit einem Träger und mindestens einer hierauf aufge
tragenen strahlungsempfindlichen Emulsionsschicht mit in einem
Dispersionsmedium dispergierten oder verteilten tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern anzugeben, das (a) ein gegenüber ver
gleichbaren Aufzeichnungsmaterialien verbessertes Empfindlichkeits-
Körnigkeits-Verhältnis hat, insbesondere eine verbesserte Empfind
lichkeit aufweist, ohne einen gleichzeitigen Anstieg der Körnig
keit, das (b) des weiteren eine erhöhte Empfindlichkeitstrennung
zwischen dem Anteil des Spektrums, demgegenüber die Silberbromid
iodidkörner eine natürliche Empfindlichkeit aufweisen und dem
Teil des Spektrums, demgegenüber die Silberbromidiodidkörner
spektral sensibilisiert sind aufweist, und das (c) zu Bildern einer
verbesserten Schärfe führt.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein photographisches Auf
zeichnungsmaterial, wie es in den Ansprüchen gekennzeichnet ist.
Durch die Erfindung werden völlig unerwartete Vorteile erzielt.
Werden photographische Aufzeichnungsmaterialien nach der Erfindung
mit vergleichbaren photographischen Aufzeichnungsmaterialien
des Standes der Technik verglichen, die unter Verwendung von
üblichen Silberbromidiodidemulsionen hergestellt werden, oder
unter Verwendung von Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen
Körnern eines niedrigen Aspektverhältnisses, so ergibt sich für
die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien ein stark ver
bessertes Empfindlichkeits-Körnigkeitsverhältnis (z. B. eine höhere
photographische Empfindlichkeit bei vergleichbarer Körnigkeit
und eine verminderte Körnigkeit bei vergleichbarer photographi
scher Empfindlichkeit.
Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendeten Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses sind des
weiteren in den gleichen photographischen Eigenschaften nicht-
tafelförmigen Kern-Hüllen-Emulsionen überlegen, die vergleich
bare Oberflächen-Iodidkonzentrationen aufweisen. Die zur Herstellung
erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendeten
Emulsionen sind dann besonders vorteilhaft, wenn sie spektral
sensibilisiert sind und wenn sie zur Herstellung von Farbbildern
verwendet werden. So hat sich beispielsweise gezeigt, daß sich
im Falle erfindungsgemäßer Farbaufzeichnungsmaterialien unerwartet
hohe Farbstoffausbeuten erzielen lassen, wenn die Aufzeichnungs
materialien unter Einsatz von Farbentwicklerverbindungen und
Farbstoffe liefernden Kupplern verwendet werden.
Des weiteren führen die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien,
die unter Verwendung der beschriebenen Silberhalogenidemulsionen
mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses hergestellt wurden, zu einer verbesserten Schärfe
der unter den Emulsionsschichten mit den tafelförmigen Silber
halogenidkörnern liegenden Emulsionsschichten, wenn die Emulsions
schichten mit den tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses so angeordnet werden, daß auf sie Licht auf
trifft, das nicht oder nicht wesentlich gestreut worden ist. Die
ausgehend von erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen erzeugten
Emulsionsschichten sind besonders dann diesbezüglich wirksam,
wenn sie zur Herstellung von Emulsionsschichten verwendet werden,
die sich der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle am nächsten
befinden. Werden die Emulsionen spektral außerhalb des blauen
Bereiches des Spektrums sensibilisiert, so zeigen die Emulsionen
eine große Trennung ihrer Empfindlichkeit gegenüber dem blauen
Bereich des Spektrums im Vergleich zu dem Bereich des Spektrums,
demgegenüber sie spektral sensibilisiert sind. Die erfindungsge
mäß verwendeten Silberbromidiodidemulsionen, die im Minus-Blau-
Bereich sensibilisiert sind, sind beträchtlich weniger empfind
lich gegenüber blauem Licht als gegenüber Minus-Blau-Licht und
erfordern keinen Filterschutz, um akzeptierbare Minus-Blau-Auf
zeichnungen zu liefern, wenn sie mit neutralem Licht, beispiels
weise Tageslicht bei 5500°K belichtet werden. Des weiteren lassen
sich starke Erhöhungen der Blau-Empfindlichkeit der Silberbromid
iodidemulsionen erzielen, im Vergleich zu ihrer natürlichen Blau-
Empfindlichkeit, wenn spektrale Sensibilisierungsmittel für den
blauen Bereich eingesetzt werden.
Vergleiche von photographischen Aufzeichnungsmaterialien nach
der Erfindung für radiographische Zwecke mit entsprechenden
radiographischen Aufzeichnungsmaterialien des Standes der Technik,
hergestellt unter Verwendung üblicher Emulsionen zeigen, daß
ein verminderter "Crossover-Effekt" aufgrund der erfindungsgemäß
verwendeten Emulsionen eintritt. Alternativ lassen sich vergleich
bare "Crossover-Grade" bei Verwendung der beschriebenen Emulsionen
erreichen, unter Verwendung von verminderten Silberbeschichtungs
stärken.
Im Falle von erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien, bei denen
es sich um Bildübertragungseinheiten handelt, läßt sich ein
besseres Leistungsverhältnis von photographischer Empfindlich
keit zur Silberbeschichtungsstärke (d. h. verwendetem Silber
halogenid pro Flächeneinheit) erzielen, ferner eine raschere
Zugänglichkeit zu einem sichtbaren übertragenen Bild und ein
höherer Kontrast des übertragenen Bildes bei geringerer Ent
wicklungsdauer. Die Zeichnungen dienen der näheren Erläuterung
der Erfindung. Im einzelnen sind dargestellt in:
Fig. 1, 12 und 13 Diagramme, in denen die Empfindlichkeit
in Abhängigkeit von der Körnigkeit aufgetragen ist;
Fig. 2 und 4 schematische, die Lichtstreuung betreffende
Darstellungen;
Fig. 3 und 6 Photomikrographien von Silberbromidiodid
emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines
hohen Aspektverhältnisses gemäß der Erfindung;
Fig. 5 ein Diagramm, in dem der Iodidgehalt in Abhängigkeit
von den Molen ausgefällten Silberbromidiodides dargestellt ist
und
Fig. 7 bis 11 Photomikrographien von einzelnen tafelförmigen
Körnern mit hohem Aspektverhältnis.
Der hier gebrauchte Ausdruck "hohes Aspektverhältnis" besagt,
daß die Silberbromidiodidkörner mit einer Dicke von weniger als
0,5 µm, vorzugsweise weniger als 0,3 µm, und in optimaler
Weise weniger als 0,2 µm und einem Durchmesser von mindestens
0,6 µm ein durchschnittliches Aspektverhältnis
von größer als 8 : 1 haben sollen und dabei mindestens 50% der
gesamten projizierten Fläche der Silberhalogenidkörner ausmachen.
Die tafelförmigen Körner, die einzeln den angegebenen Dicken-
und Durchmesserkriterien genügen, werden im folgenden als
"tafelförmige Körner mit hohem Aspektverhältnis" bezeichnet. Der
Ausdruck "hohes Aspektverhältnis" wird analog auf Emulsionen
und Körner von unterschiedlichem Halogenidgehalt angewandt.
Die Vorteile, die sich bei Verwendung der beschriebenen Silber
bromidiodidemulsionen mit den tafelförmigen Körnern eines hohen
Aspektverhältnisses erzielen lassen, sind der besonderen Position
des Iodides innerhalb der tafelförmigen Körner mit dem hohen Aspekt
verhältnis zuzuschreiben. Die tafelförmigen Körner mit dem hohen
Aspektverhältnis sind gekennzeichnet durch erste und zweite
einander gegenüberliegende parallele Hauptflächen und einen zen
tralen Bereich, der sich zwischen den Hauptflächen erstreckt und
der einen geringeren Anteil Iodid enthält, als mindestens ein
seitlich versetzter Bereich im gleichen Korn,
der sich ebenfalls zwischen den Hauptflächen erstreckt. Gemäß
einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung besteht der seitlich
versetzte Bereich aus einem ringförmigen Bereich.
Der zentrale Bereich bildet normalerweise den Teil des Kornes,
das zunächst während des Fällungsprozesses erzeugt worden ist.
In abgewandelten Formen kann der zentrale Bereich jedoch auch
eingeführt werden, wenn der Fällungsprozeß fortschreitet. Beispiels
weise kann der zentrale Bereich in manchen Fällen ein ringförmiger
Bereich sein, der einen zuvor ausgefällten Bereich eines höheren
Iodidgehaltes umhüllt.
Der zentrale Bereich kann im wesentlichen aus Silberbromid oder
Silberbromidiodid bestehen. Vorzugsweise enthält der zentrale
Bereich weniger als 5 Mol-% Iodid, in optimaler Weise weniger
als 3 Mol-% Iodid und mindestens 1 Mol-% Iodid weniger als der
seitlich versetzte Bereich. Die Iodidkonzentration in dem
seitlich versetzten Bereich kann sehr verschieden sein und bis
zur Sättigungsgrenze des Silberiodides in dem Silberbromidkristall
gitter bei der Fällungstemperatur reichen, d. h. bis zu etwa
40 Mol-% bei einer Fällungstemperatur von 90°C betragen. Der
seitlich versetzte Bereich enthält vorzugsweise etwa 6 bis
20 Mol-% Iodid.
Der Anteil der tafelförmigen Körner mit dem hohen Aspektverhältnis,
der durch den zentralen Bereich gebildet wird, kann sehr ver
schieden sein und wird durch eine Anzahl von Faktoren beeinflußt,
wie beispielsweise der Korndicke und den Aspektverhältnissen,
den Iodidkonzentrationen in dem seitlich versetzten Bereich,
der Wahl des Entwicklers, von Zusätzen und dem speziellen photo
graphischen Verwendungszweck. Der Anteil der tafelförmigen Körner
mit hohem Aspektverhältnis, der von den zentralen Bereichen ge
bildet wird, läßt sich routinemäßig feststellen. In Abhängigkeit
von anderen Faktoren, wie sie oben erwähnt wurden, kann der
zentrale Bereich etwa 1-99 Gew.-% der tafelförmigen Körner
mit dem hohen Aspektverhältnis ausmachen. Für die meisten An
wendungszwecke, z. B. mit bevorzugten Korndicken, Aspektver
hältnissen, progressiv veränderten Iodidkonzentrationen und
einem ringförmigen seitlich versetzten Bereich, macht der
zentrale Bereich vorzugsweise etwa 2-50% des tafelförmigen
Kornes mit hohem Aspektverhältnis aus, in optimaler Weise etwa
4-15% des Kornes. Andererseits, im Falle von abrupten Unter
schieden in der Iodidkonzentration zwischen den ventralen und
seitlich versetzten Bereichen, macht der zentrale Bereich vor
zugsweise etwa 97-75% des tafelförmigen Kornes aus.
Die besondere Anordnung des Iodides läßt sich erreichen allein
durch Erhöhung des Iodidanteiles, der während der Wachstums
phase der tafelförmigen Körner zugegen ist. Für den Fachmann
ergibt sich dabei, daß während der Wachstumsphase der tafel
förmigen Silberhalogenidkörner eine Silberhalogenidabscheidung
überwiegend, wenn nicht nur, an den Kanten der Körner erfolgt.
Durch eine geeignete Auswahl der Fällungsbedingungen zeigen
tafelförmige Körner, wenn überhaupt nur eine geringe Erhöhung
ihrer Dicke nach der anfänglichen Kornbildung.
Durch abrupte Veränderung der Iodidkonzentration, die während
der Kornfällung vorliegt, ist es möglich, einen abrupten An
stieg in der Iodidkonzentration in einem oder mehreren seit
lich versetzten Kantenbereichen im Vergleich zum zentralen
Bereich zu erzielen. In manchen Fällen erscheinen die seitlich
versetzten Kantenbereiche "türmchenartig". Alternativ ist es
möglich, die Iodidkonzentration progressiv zu erhöhen, so daß
eine glatte Gradation vom zentralen Bereich zu einem seitlich
verschobenen ringförmigen Bereich erfolgt. Des weiteren ist es
möglich, obgleich normalerweise nicht bevorzugt, die Iodidkon
zentration des äußersten Bereiches der tafelförmigen Körner
zu vermindern.
Ein wesentliches Merkmal der in den erfindungsgemäß verwendeten
Emulsionen enthaltenen Körner ist es, daß die zentralen Bereiche sich
zwischen den einander gegenüberliegenden Flächen der tafel
förmigen Körner erstrecken. Der Iodidgehalt des zentralen Be
reiches braucht nicht gleichförmig zu sein. Beispielsweise kann
der Iodidgehalt nahe den Hauptflächen der tafelförmigen Körner
ansteigen, was üblicherweise auch der Fall ist. Infolgedessen
handelt es sich bei den oben angegebenen Iodidkonzentrationen
der zentralen und seitlich versetzten Bereiche der tafelförmigen
Körner um durchschnittliche oder mittlere Iodidkonzentrationen
innerhalb dieser Bereiche. Während an den Hauptoberflächen die
zentralen und seitlich versetzten Bereiche die gleichen Ober
flächeniodidkonzentrationen aufweisen können, kann es vorteilhaft
sein, wenn sich der zentrale Bereich im Iodidgehalt durch die
oben angegebenen Mengen von dem Iodidgehalt der seitlich versetzten
Bereiche unterscheidet, in einem Abstand von weniger als 0,035
µm, in besonders vorteilhafter Weise in einem Abstand von
weniger als 0,025 µm von den Kornoberflächen, gemessen senkrecht
zu den Hauptflächen der tafelförmigen Körner mit hohem Aspekt
verhältnis.
Besonders vorteilhafte erfindungsgemäß verwendbare Silberbromid
iodidemulsionen mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines
hohen Aspektverhältnisses sind solche, in denen die Silberbromid
iodidkörner mit einer Dicke von weniger als 0,3 µm und einem
Durchmesser von mindestens 0,6 µm, ein durchschnittliches
Aspektverhältnis von mindestens 12 : 1 und in optimaler Weise von
mindestens 20 : 1 haben. In vorteilhafter Weise können die durch
schnittlichen Aspektverhältnisse somit auch bei bis zu 100 : 1 oder
bis zu 200 : 1 oder noch darüber liegen. Gemäß einer besonders vor
teilhaften Ausgestaltung der Erfindung machen diese Silberbromid
iodidkörner, die den angegebenen Dicken- und Durchmesserkriterien
genügen, mindestens 70% und in optimaler Weise mindestens 98% der
gesamten projizierten Fläche der Silberbromidiodidkörner der
Emulsion aus.
Um so dünner die tafelförmigen Körner sind, die einen bestimmten
Prozentsatz an projizierter Fläche ausmachen, um so höher ist das
durchschnittliche Aspektverhältnis der Körner der Emulsion. Die
durchschnittliche Dicke der tafelförmigen Körner
liegt bei unter 0,05 µm, vorzugsweise unter 0,03 µm, z. B.
bei 0,01 µm. Ggf. kann die Dicke der tafelförmigen
Körner erhöht werden, um sie speziellen Anwendungszwecken anzupassen.
Beispielsweise haben
sich tafelförmige Körner mit einer durchschnittlichen Dicke von
bis zu 0,5 µm als besonders vorteilhaft zur Herstellung von
Aufzeichnungsmaterialien für das Bildübertragungsverfahren er
wiesen. Durchschnittliche Korndicken von bis zu 0,5 µm sind
des weiteren beispielsweise zur Aufzeichnung von blauem Licht,
wie oben beschrieben geeignet. Um jedoch ein hohes Aspektverhältnis
zu erreichen, ohne den Korndurchmesser ungebührlich zu erhöhen,
haben die tafelförmigen Körner der zur Herstellung erfindungs
gemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Emulsionen normaler
weise eine durchschnittliche Dicke von weniger als
0,3 µm.
Die angegebenen Korncharakteristika der Silberbromidiodid
emulsionen lassen sich leicht nach dem Fachmann bekannten Verfahren
ermitteln.
Wie bereits dargelegt, bezieht sich das "Aspektverhältnis" auf
das Verhältnis von Korndurchmesser zu Korndicke. Der "Durchmesser"
des Kornes ist wiederum definiert als der Durchmesser eines
Kreises mit einer Fläche, die gleich ist der projizierten Fläche
des Kornes, betrachtet in einer Photomikrographie oder einer
Elektronenmikrographie einer Emulsionsprobe. Aus den Schatten
bezirken einer Elektronenmikrographie einer Emulsionsprobe ist
es möglich, die Dicke und die Durchmesser eines jeden Kornes zu
ermitteln und diejenigen tafelförmigen Körner zu identifizieren,
die eine Dicke von weniger als 0,5, vorzugsweise weniger als
0,3 µm, und einen Durchmesser von mindestens 0,6 µm
haben. Hieraus läßt sich das Aspektverhältnis eines jeden tafel
förmigen Kornes berechnen. Des weiteren lassen sich die Aspekt
verhältnisse von sämtlichen Körnern in der Probe, die eine Dicke
von weniger als 0,5 µm, vorzugsweise von weniger als 0,3 µm
und einen Durchmesser von mindestens 0,6 µm haben, ermitteln
unter Gewinnung ihres durchschnittlichen Aspektverhältnisses. Nach
dieser Definition ist das durchschnittliche Aspekt
verhältnis der Durchschnittswert der Aspekt
verhältnisse von einzelnen tafelförmigen Körnern. In der Praxis
ist es normalerweise einfacher, eine durchschnittliche Dicke
und einen durchschnittlichen Durchmesser der tafelförmigen
Körner mit (einer Dicke von weniger als 0,5 µm, vorzugsweise
weniger als 0,3 µm und einem Durchmesser von mindestens
0,6 µm zu ermitteln und das durchschnittliche Aspektverhältnis
als das Verhältnis dieser beiden Mittelwerte zu berechnen. Gleich
gültig ob die gemittelten einzelnen individuellen Aspektverhältnisse
oder der Mittelwert der Dicke und des Durchmessers dazu verwendet
werden, um das durchschnittliche Aspektverhältnis zu ermitteln,
innerhalb der Toleranzen der empfohlenen Kornmaße, unterscheiden
sich die erhaltenen, durchschnittlichen Aspektverhältnisse nicht
wesentlich. Die projizierten Flächen der tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner, die den Dicken- und Durchmesserkriterien ge
nügen, können summiert werden und des weiteren können die pro
jizierten Flächen der restlichen Silberbromidiodidkörner der
Photomikrographie getrennt summiert werden, woraus sich aus den
beiden Summen der Prozentsatz der gesamten projizierten Fläche
der Silberbromidiodidkörner, die auf den tafelförmigen Körnern
beruht, die den angegebenen Dicken- und Durchmesserkriterien
genügen, errechnen läßt.
Für die tafelförmigen Körner wurde eine Bezugsdicke von weniger
als 0,5 µm, vorzugsweise weniger als 0,3 µm, angegeben,
um die hier beschriebenen dünnen tafelförmigen Körner von dickeren
tafelförmigen Körnern zu unterscheiden, welche zu schlechteren
photographischen Eigenschaften führen. Ein Bezugskorndurchmesser
von 0,6 µm wurde ausgewählt, da es bei geringeren Durch
messern nicht immer möglich ist, zwischen tafelförmigen und
nicht-tafelförmigen Körnern in Mikrophotographien zu unterscheiden.
Der hier gebrauchte Ausdruck "projizierte Fläche" wird im gleichen
Sinne wie die Ausdrücke "Projektionsfläche" und "projektive
Fläche" verwendet, die sich häufig in der Literatur finden.
Verwiesen wird beispielsweise auf das Buch von James und Higgins
"Fundamentals of Photographic Theory", Verlag Morgan und Morgan,
New York, Seite 15, 1948.
Fig. 3 ist ein Beispiel für eine Photomikrographie einer er
findungsgemäß verwendeten Emulsion, die ausgewählt wurde, um die
verschiedenen Korntypen, die vorhanden sein können, zu ver
anschaulichen. Im Falle des Kornes 101 handelt es sich um ein
tafelförmiges Korn, das den abgegebenen Dicken- und Durchmesser
kriterien genügt. Die Photomikrographie zeigt, daß es sich bei
der überwiegenden Mehrzahl der Körner von Fig. 3 um tafelförmige
Körner handelt, die den angegebenen Dicken- und Durchmesser
kriterien genügen. Die Körner weisen ein mittleres Aspekt
verhältnis von 16 : 1 auf. Wie sich aus der Photomikrographie
ergibt, sind auch einige wenige Körner vorhanden, die den ange
gebenen Dicken- und Durchmesserkriterien nicht genügen. Das
Korn 103 z. B. ist ein nicht-tafelförmiges Korn. Es hat eine
Dicke von größer als 0,3 µm. Das Korn 105 ist ein feines
Korn, das den Durchmesserkriterien nicht genügt. Je nach den
Bedingungen, unter denen die Emulsionsherstellung erfolgt, lassen
sich zusätzlich zu den erwünschten tafelförmigen Silberhalogenid
körnern, die den angegebenen Dicken- und Durchmesserkriterien
genügen, sekundäre Kornpopulationen von größeren nicht-tafel
förmigen Körnern, feineren Körnern und dickeren tafelförmigen
Körnern erzeugen. Gelegentlich können andere nicht-tafelförmige
Körner, beispielsweise Stäbchen oder Nadeln vorhanden sein. Ob
gleich es sich im allgemeinen als vorteilhaft erwiesen hat, die
Anzahl von tafelförmigen Körnern, die den angegebenen Dicken- und
Durchmesserkriterien genügen, zu maximieren, kann das Vorhanden
sein von sekundären Kornpopulationen in manchen Fällen zweckmäßig
sein, vorausgesetzt, daß die Emulsionen das angegebene hohe
Aspektverhältnis beibehalten.
Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendbaren Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Körnern
eines hohen Aspektverhältnisses lassen sich durch gesteuerte
Einführung von Iodidsalzen im Rahmen des Fällungsprozesses wie
folgt herstellen:
In ein übliches Reaktionsgefäß, wie es für die Silberhalogenid
ausfällung verwendet wird, ausgerüstet mit einem effektiven Rühr
mechanismus, wird ein Dispersionsmedium eingeführt. In typischer
Weise macht das zunächst in das Reaktionsgefäß eingeführte Dis
persionsmedium mindestens 10 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 80
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Dispersionsmediums
aus, das in der Silberbromidiodidemulsion zum Abschluß der
Kornfällung vorliegt. Da das Dispersionsmedium durch Ultrafil
tration aus dem Reaktionsgefäß während der Silberbromidiodid
kornausfällung entfernt werden kann, wie es beispielsweise in der
DE-PS 8 86 645 und der FR-PS 2 471 620 beschrieben wird, ist
es möglich, daß das Volumen des Dispersionsmediums, das zunächst
in dem Reaktionsgefäß vorliegt, gleich sein kann oder größer ist
als das Volumen der Silberbromidiodidemulsion, die im Reaktions
gefäß zum Zeitpunkt des Abschlusses der Kornausfällung vorliegt.
Das Dispersionsmedium, das zunächst in das Reaktionsgefäß einge
geführt wird, besteht vorzugsweise aus Wasser oder einer Dispersion
eines Peptisationsmittels in Wasser, wobei das Dispersionsmedium
ggf. weitere Komponenten enthalten kann, wie beispielsweise ein
oder mehrere Silberhalogenidreifungsmittel und/oder Metalldotier
mittel, wie sie später noch näher beschrieben werden. Liegt von
Anfang an ein Peptisationsmittel vor, so wird dieses vorzugsweise
in einer Konzentration von mindestens 10%, vorzugsweise in einer
Konzentration von mindestens 20%, bezogen auf das gesamte Pepti
sationsmittel zum Abschluß der Silberbromidiodidausfällung ver
wendet. Weiteres Dispersionsmedium wird dem Reaktionsgefäß mit
den Silber- und Halogenidsalzen zugesetzt, wobei es ggf. auch
durch eine separate Einlaufdüse zugeführt werden kann. Gemäß
üblicher Praxis kann das gewünschte Verhältnis an Dispersions
medium, insbesondere bei Erhöhung des Verhältnisses an Peptisations
mittel, nach dem Abschluß der Salzzugabe eingestellt werden.
Ein geringer Anteil, in typischer Weise weniger als 10 Gew.-%
des zur Herstellung der Silberbromidiodidkörner verwendeten
Bromidsalzes ist im Reaktionsgefäß zu Beginn des Fällungsprozesses
vorhanden, um die Bromidionenkonzentration des Dispersionsmediums
zu Beginn der Silberbromidiodidausfällung einzustellen. Das
Dispersionsmedium im Reaktionsgefäß soll am Anfang von Iodid
ionen praktisch frei sein, da die Anwesenheit von Iodidionen
vor der gleichzeitigen Einführung von Silber- und Bromidsalzen
die Bildung von Dicken- und nicht-tafelförmigen Körnern begünstigt.
Der Ausdruck "von Iodidionen praktisch frei" bedeutet dabei,
daß die Menge an möglicherweise vorhandenen Iodidionen nicht
dazu ausreicht, um im Vergleich zu den Bromidionen eine separate
Silberiodidphase auszufällen. Vorzugsweise wird die Iodidkonzen
tration im Reaktionsgefäß vor der Silbersalzeinführung bei
weniger als 0,5 Mol-% der gesamten vorhandenen Halogenidionen
konzentration gehalten. Ist der pBr-Wert des Dispersionsmediums
zu Beginn zu hoch, so werden tafelförmige Silberbromidiodid
körner erzeugt, die vergleichsweise dick sind und infolgedessen
zu einem niedrigen Aspektverhältnis führen. Als zweckmäßig hat
es sich erwiesen, den pBr-Wert des Reaktionsgefäßes zu Beginn
bei oder unter 1,6, vorzugsweise unter 1,5 zu halten. Ist anderer
seits der pBr-Wert zu gering, so wird die Bildung von nicht-
tafelförmigen Silberbromidiodkörnern begünstigt. Infolgedessen
hat es sich als zweckmäßig erwiesen, den pBr-Wert im Reaktions
gefäß auf oder über 0,6, vorzugsweise über 1,1 einzustellen.
Wie bereits erwähnt, ist der pBr-Wert definiert als der Wert des
negativen Logarithmus der Bromidionenkonzentration. Der pH-Wert,
pCl-Wert, pI-Wert und der pAg-Wert kennzeichnen in entsprechender
Weise die Wasserstoff-, Chlorid-, Iodid- bzw. Silberionenkonzen
tration.
Während der Silberhalogenidausfällung werden Silber-, Bromid-
und Iodidsalze in das Reaktionsgefäß nach für die Ausfällung
von Silberbromidiodididkörnern üblichen Methoden eingeführt. So
wird in typischer Weise beispielsweise eine wäßrige Silbersalz
lösung eines löslichen Silbersalzes, z. B. Silbernitrat, in das
Reaktionsgefäß gleichzeitig mit den Bromid- und Iodidsalzen
eingeführt. Die Bromid- und Iodidsalze werden ebenfalls in
typischer Weise in Form von wäßrigen Salzlösungen eingeführt,
z. B. in Form von wäßrigen Lösungen von einem oder mehreren
löslichen Ammonium-, Alkalimetall- (z. B. Natrium- oder Kalium-),
oder Erdalkalimetall- (z. B. Magnesium- oder Calcium-)Halogenid
salzen. Das Silbersalz wird dabei mindestens zu Beginn getrennt
von den Bromid- und Iodidsalzen in das Reaktionsgefäß eingeführt.
Die Iodid- und Bromidsalze können in das Reaktionsgefäß getrennt
voneinander oder in Form einer Mischung eingeführt werden.
Mit der Einführung von Silbersalz in das Reaktionsgefäß wird
die Keimbildungsstufe der Kornbildung eingeleitet. So wird eine
Population von Kornkeimen erhalten, die als Fällungszentren für
Silberbromid und Silberiodid dienen, wenn die Einführung der
Silber-, Bromid- und Iodidsalze fortgesetzt wird. Die Ausfällung
des Silberbromides und des Silberiodides auf existierende Korn
keime stellt die Wachstumsstufe der Kornbildung dar. Das Aspekt
verhältnis der tafelförmigen Körner, die erfindungsgemäß ver
wendet werden, wird weniger durch die Iodid- und Bromidkonzen
trationen während der Wachstumsstufe als während der Keimbildungs
stufe beeinflußt. Es ist infolgedessen möglich, den zulässigen
Spielraum des pBr-Wertes während der gleichzeitigen Einführung der
Silber-, Bromid- und Iodidsalze auf über 0,6, vorzugsweise in
den Bereich von etwa 0,6 bis 2,2, insbesondere von etwa 0,8 bis
1,6 zu erhöhen, wobei der zuletzt angegebene Bereich in dem
Falle besonders vorteilhaft ist, in dem sich eine wesentliche
Kornkeimbildung während der Einführung der Silber-, Bromid und
Iodidsalze fortsetzt, wie bei der Herstellung von hochpolydispersen
Emulsionen. Die Erhöhung der pBr-Werte auf über 2,2 während des
Wachstums der tafelförmigen Körner führt zu einer Verdickung der
Körner, läßt sich jedoch in vielen Fällen bei Beibehaltung eines
durchschnittlichen Aspektverhältnisses von größer als 8 : 1 tolerieren.
Ein alternatives Verfahren zur Einführung der Silber-, Bromid- und
Iodidsalze in Form von wäßrigen Lösungen besteht darin, das Silber,
Bromid und Iodid in Form von feinteiligen Silberhalogenidkörnern,
die in einem Dispersionsmedium suspendiert sind, in das Reaktions
gefäß einzuführen. Die Korngröße wird dabei derart gewählt, daß die
Körner leicht einer Ostwald-Reifung auf größeren Kornkeimen unter
liegen, falls solche vorhanden sind. Die im Einzelfalle geeignete
Korngröße hängt von den speziellen Bedingungen im Reaktionsgefäß
ab, wie der Temperatur und dem Vorhandensein von löslich machenden
Verbindungen und/oder Reifungsmitteln. Eingeführt werden können
Silberbromid-, Silberiodid- und/oder Silberbromidiodidkörner. Da
Silberbromid und Silberiodid bevorzugt gegenüber Silberchlorid ausge
fällt werden, ist es ebenso möglich, Silberchloridbromid- und
Silberchloridbromid
iodidkörner zu verwenden. Vorzugsweise werden dabei sehr fein
teilige Silberhalogenidkörner verwendet, z. B. Körner eines
mittleren Durchmessers von weniger als 0,1 µm.
Unter Berücksichtigung der erörterten Iodidkonzentration und
pBr-Erfordernissen - wie oben angegeben - können übliche Konzen
trationen an Silber-, Bromid- und Iodidsalzen eingeführt werden
und kann die Zugabe mit üblicher Geschwindigkeit erfolgen. Bei
spielsweise können Lösungen einer Konzentration von 0,01 Mol
pro Liter bis zur Sättigungskonzentration angewandt werden.
Vorzugsweise werden jedoch Konzentrationen von 0,1 bis 5 Molen
pro Liter verwendet. Besonders vorteilhafte Fällungstechniken
sind solche, bei denen verkürzte Fällungszeiten erreicht werden
durch Steigerung der Silber- und Halogenid
salzeinführung während des Herstellungsprozesses. Die
Silber- und Halogenidsalzeinführung kann gesteigert
oder erhöht werden, entweder durch Erhöhung der Geschwindigkeit,
mit dem das Dispersionsmedium und die Silber- und Halogenidsalze
eingeführt werden, oder durch Steigerung der Konzentrationen der
Silber- und Halogenidsalze innerhalb des Dispersionsmediums, das
eingeführt wird. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen,
die Geschwindigkeit der Silber- und Halogenidsalzeinführung zu
erhöhen, jedoch die Geschwindigkeit der Einführung unterhalb des
Schwellenwertes zu halten, bei dem die Formation von neuen Korn
keimen begünstigt wird, d. h. eine Renucleierung zu vermeiden,
wie es beispielsweise in den US-PS 3 650 757, 3 672 900, 4 242 445,
der DE-OS 21 07 118, der europäischen Patentanmeldung Nr. 80102242
und in der Arbeit von Wey "Growth Mechanism of AgBr Crystals in
Gelatin Solution", veröffentlicht in der Zeitschrift "Photographic
Science and Engineering", Band 21, Nr. 1, Januar/Februar 1977,
Seiten 14ff vorgeschlagen wird. Durch Vermeidung der Bildung von
zusätzlichen Kornkeimen nach Übergang in die Wachstumsphase des
Ausfällungsprozesses läßt sich eine relativ monodisperse tafel
förmige Silberbromidiodidkornpopulation erhalten. Es lassen sich
z. B. Emulsionen mit einem Variationskoeffizienten von weniger
als etwa 30% herstellen. Der Variationskoeffizient ist dabei
definiert als das 100fache der Standardabweichung des Korndurch
messers, dividiert durch den mittleren Korndurchmesser. Durch eine
beabsichtigte Begünstigung der Renucleierung während der Wachs
tumsstufe das Ausfällungsprozesses ist es natürlich auch möglich,
polydisperse Emulsionen eines beträchtlich höheren Variations
koeffizienten herzustellen.
Obgleich die Herstellung der Silberbromidiodidemulsionen mit
tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses
unter Bezugnahme auf ein Verfahren beschrieben wurde, bei dem
neutrale oder nicht-ammoniakalische Emulsionen anfallen, sind die
erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen und ihre Verwendung doch
nicht auf spezielle Verfahren zu ihrer Herstellung beschränkt.
Gemäß einer alternativen Verfahrensweise, bei der es sich um
eine Verbesserung der aus der US-PS 4 150 994 und den DE-OS
29 05 655 und 29 21 077 bekannten Verfahren handelt, wird die
Silberiodidkonzentration im Reaktionsgefäß auf unter 0,05 Mole
pro Liter vermindert und die maximale Größe der zunächst im
Reaktionsgefäß vorhandenen Silberiodidkörner wird auf unter 0,05
µm reduziert.
Die gewünschte Position und Konzentration des Iodides in den
tafelförmigen Körnern eines hohen Aspektverhältnisses lassen
sich durch Steuerung der Einführung der Iodidsalze erreichen.
Um einen zentralen Bereich einer begrenzten Iodidkonzentration
zu erreichen, kann die Einführung von Iodidsalzen zunächst ver
zögert oder beschränkt werden, bis der zentrale Bereich des
Kornes erzeugt worden ist. Da Silberiodid beträchtlich weniger
löslich ist als andere Silberhalogenide, befinden sich während
des Ausfällungsprozesses viel weniger Iodidsalz als Bromidsalz
in Lösung, und zwar auch dann, wenn die Geschwindigkeit, mit
der Bromid- und Iodidsalze eingeführt werden, gleich ist. Infolge
dessen wird praktisch sämtliches Iodid, das eingeführt wird,
unmittelbar ausgefällt, wobei die in Lösung befindlichen
Halogenidionen hauptsächlich von Bromidionen gestellt werden.
Anders ausgedrückt: Iodid wird in den Teil des Kornes eingeführt,
der wächst, wenn es in das Reaktionsgefäß eingeführt wird. Nichts
destoweniger kann jedoch eine gewisse Wanderung von Iodid innerhalb
der Kornstruktur erfolgen. Beispielsweise hat sich gezeigt, daß
der Anteil an Iodid im zentralen Bereich geringfügig höher sein
kann als aufgrund des Verhältnisses von Bromid- und Iodidsalzen
vorhergesagt werden kann, die gleichzeitig während der Ausbildung
des zentralen Kornbereiches in das Reaktionsgefäß eingeführt
werden. Kleine Berichtigungen oder Einstellungen zur Kompensation
der Iodidwanderung in den zentralen Kernbereich liegen im Bereich
des fachmännischen Könnens.
Durch Einstellung des Anteiles an Iodid in den Halogenidsalzen,
die während des Ausfällungsprozesses in das Reaktionsgefäß einge
führt werden, ist es möglich, die Iodidkonzentration in den seit
lich verschobenen Bereichen der tafelförmigen Körner mit hohem
Aspektverhältnis entweder allmählich oder abrupt zu erhöhen.
Gemäß einer speziellen Verfahrensweise kann es besonders zweck
mäßig sein, die Iodid- oder Bromid- und Iodidsalzzugabe in das
Reaktionsgefäß zu beenden, bevor die Silbersalzzugabe beendet
wird, so daß die Bromidionen in der Lösung mit dem Silbersalz
reagieren können. Dies führt zur Ausbildung einer Hülle von
Silberbromid auf den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern.
Während der Silberbromidiodidausfällung können modifizierende
Verbindungen zugegen sein. Diese Verbindungen können bereits zu
Beginn des Fällungsprozesses im Reaktionsgefäß vorliegen oder
können mit einem oder mehreren der Salze nach üblichen Verfahren
zugesetzt werden. So können beispielsweise modifizierende Ver
bindungen wie beispielsweise Verbindungen des Kupfers, Thalliums,
Bleis, Wismuths, Cadmiums, Zinks sowie ferner Chalcogene, wie
Schwefel-, Selen- und Tellurverbindungen, ferner Gold und Edel
metalle der Gruppe VIII des Periodischen Systems der Elemente
während der Silberhalogenidausfällung zugegen sein, wie es im
Prinzip beispielsweise aus den US-PS 1 195 432; 1 951 933;
2 448 060; 2 628 167; 2 950 972; 3 488 709; 3 737 313; 3 772 031
und 4 269 927 sowie der Literaturstelle "Research Disclosure",
Band 134, Juni 1975, Nr. 13452 bekannt ist.
Die erfindungsgemäß verwendbaren Silberbromidiodidemulsionen mit
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern können im Innern während
des Fällungsprozesses reduktionssensibilisiert werden, beispiels
weise nach Methoden, wie sie von Moisar in der Literaturstelle
"Journal of Photographic Science", Band 25, 1977, Seiten 19-27
beschrieben werden.
Die einzelnen Silber- und Halogenidsalze können in das Reaktions
gefäß durch Leitungen eingespeist werden, die oberhalb des
Flüssigkeitsspiegels im Reaktionsgefäß oder unterhalb des
Flüssigkeitsspiegels enden, und zwar durch Ausnutzen der Schwer
kraft oder mittels einer Einspeisvorrichtung, mit der die Einspeis
geschwindigkeit und die pH-, pBr- und/oder pAg-Werte des Reaktions
gefäßinhaltes überwacht werden, wie es beispielsweise aus den
US-PS 3 821 002 und 3 031 304 sowie der Literaturstelle
"Photographische Korrespondenz", Band 102, Nr. 10, 1967, Seite 162
bekannt ist. Um eine rasche Verteilung der Reaktionskomponenten
innerhalb des Reaktionsgefäßes zu erreichen, können beispielsweise
spezielle Mischvorrichtungen verwendet werden, beispielsweise
solche, wie sie aus den US-PS 2 996 287, 3 342 606, 3 415 650,
3 785 777, 4 147 551, 4 171 224, der GB-Patentanmeldung 2 022 431 A,
der DE-OS 25 55 364 und 25 56 885 und der Literaturstelle
"Research Disclosure", Band 166, Februar 1978, Nr. 16662 bekannt
sind.
Bei der Herstellung der zur Herstellung erfindungsgemäßer
Aufzeichnungsmaterialien verwendeten tafelförmigen Silberbromid
iodidemulsionen liegt im Reaktionsgefäß zu Anfang des Fällungs
prozesses ein Dispersionsmedium vor. In vorteilhafter Weise be
steht das Dispersionsmedium aus einer wäßrigen Peptisations
mittelsuspension. In vorteilhafter Weise können Peptisations
mittelkonzentrationen von 0,2 bis etwa 10 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der Emulsionskomponenten im Reaktionsgefäß
verwendet werden. In üblicher Praxis kann die Konzentration an
Peptisationsmittel im Reaktionsgefäß bei unter etwa 6%, bezogen
auf das Gesamtgewicht vor und während der Silberhalogenidbildung
gehalten werden und die Emulsionsbindemittelkonzentration zur
Erzielung optimaler Beschichtungseigenschaften durch spätere
ergänzende Bindemittelzugaben angehoben werden. Als zweckmäßig
hat es sich dabei erwiesen, wenn die Emulsion, die zunächst er
zeugt wird, etwa 5-50 g Peptisationsmittel, vorzugsweise etwa
10-30 g Peptisationsmittel pro Mol Silberhalogenid enthält.
Zusätzliches Trägermittel kann später zugesetzt werden, um die
Konzentration auf beispielsweise bis zu 1000 g pro Mol Silber
halogenid zu bringen. Vorzugsweise liegt die Konzentration an
Trägermittel in der fertigen Emulsion bei über 50 g pro Mol Silber
halogenid. Nach dem Beschichten eines Trägers und Trocknen unter
Erzeugung eines photographischen Aufzeichnungsmaterials bildet
das Trägermittel vorzugsweise etwa 30-70 Gew. -% der Emulsions
schicht.
Das Trägermittel, zu dem sowohl Bindemittel als auch Peptisations
mittel gehören, kann aus den verschiedensten üblicherweise zur
Herstellung von Silberhalogenidemulsionen verwendeten Trägermitteln
ausgewählt werden. Bevorzugt verwendete Peptisationsmittel sind
hydrophile Kolloide, die allein oder in Kombination mit hydrophoben
Stoffen verwendet werden können. Zu den geeigneten hydrophilen
Trägern gehören beispielsweise Proteine, Proteinderivate, Cellulose
derivate, z. B. Celluloseester, Gelatine und Gelatinederivate, z. B.
mit Alkali behandelte Gelatine (Knochengelatine oder Hautgelatine)
sowie 99999 00070 552 001000280000000200012000285919988800040 0002003241639 00004 99880 ferner mit Säure behandelte Gelatine (Schweinshautgelatine),
sowie ferner solche Gelatinederivate wie acetylierte Gelatine und
phthalierte Gelatine. Diese und andere Träger, die zur Herstellung
der Emulsionen verwendbar sind, werden näher beispielsweise in
der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978,
Nr. 17643, Abschnitt IX beschrieben.
Derartige Trägermittel, einschließlich der hydrophilen
Kolloide, wie auch hydrophobe Materialien, die mit den hydrophilen
Kolloiden verwendet werden können, lassen sich nicht nur zur
Herstellung der Emulsionsschichten der erfindungsgemäßen Auf
zeichnungsmaterialien verwenden, sondern auch zur Herstellung
anderer Schichten, beispielsweise zur Herstellung von Deck
schichten, Zwischenschichten und Schichten, die unter den
Emulsionsschichten liegen.
Zweckmäßig kann es sein, wenn die Kornreifung
während des Fällungsprozesses der Silberbromidiodidemulsionen
erfolgt. Zur Begünstigung der Reifung kennen bekannte Silber
halogenidlösungsmittel eingesetzt werden. Beispielsweise ist
bekannt, daß ein Überschuß an Bromidionen, der im Reaktionsgefäß
vorliegt, die Reifung fördern kann. Somit ist offensichtlich,
daß die Bromidsalzlösung, die in das Reaktionsgefäß eingeführt
wird, selbst eine Reifung fördern kann. Es können jedoch auch
andere Reifungsmittel verwendet werden und vollständig im
Dispersionsmedium im Reaktionsgefäß vorliegen, bevor mit der
Silber- und Halogenidsalzzugabe begonnen wird oder aber derartige
Reifungsmittel können in das Reaktionsgefäß gemeinsam mit einem
oder mehreren der Halogenidsalze, Silbersalze oder Peptisations
mittel eingespeist werden. Gemäß einer weiteren Verfahrens
variante kann das Reifungsmittel getrennt während der Zugabe
der Halogenid- und Silbersalze zugegeben werden.
Zu den bevorzugt eingesetzten Reifungsmitteln gehören jene, die
Schwefel enthalten. So können beispielsweise Thiocyanatsalze
verwendet werden, wie beispielsweise die Alkalimetallsalze,
insbesondere Natrium- und Kalium- sowie Ammoniumthiocyanate.
Die Reifungsmittel können dabei in üblichen bekannten Konzentrati
onen verwendet werden. Als besonders vorteilhaft haben sich
Konzentrationen von etwa 0,1 bis 20 g Thiocyanatsalz pro Mol
Silberhalogenid erwiesen. Die Verwendung von Thiocyanat-Reifungs
mitteln ist beispielsweise aus den US-PS 2 222 264, 2 448 534
und 3 320 069 bekannt. Alternativ können beispielsweise auch
übliche Thioether-Reifungsmittel verwendet werden, wie sie
beispielsweise aus den US-PS 3 271 157, 3 574 628 und 3 737 313
bekannt sind.
Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendeten Silberhalogenidemulsionen mit tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern werden vorzugsweise vor ihrer Verwendung zur
Herstellung der Aufzeichnungsmaterialien zum Zwecke der Ent
fernung löslicher Salze gewaschen. Die Entfernung der löslichen
Salze kann dabei nach üblichen bekannten Methoden erfolgen, z. B.
durch Dekantieren, Filtrieren und/oder Abschrecken und Auslaugen,
wie es beispielsweise aus der Literaturstelle "Research Dis
closure", Band 176, Dezember 1978, Nr. 17643, Abschnitt 11
bekannt ist.
Ein Waschen der Emulsionen hat sich als besonders vorteilhaft
erwiesen, um den Reifungsprozeß der tafelförmigen Körner nach
beendeter Ausfällung zu beenden, um eine Erhöhung der Dicke und
eine Verminderung des Aspektverhältnisses der Körner zu vermeiden.
Die Emulsionen, mit oder ohne Sensibilisierungsmittel, können
vor ihrer Verwendung getrocknet oder aufbewahrt werden.
Nach der Erzeugung der Emulsionen mit den tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses kann auf die
Körner eine Hülle unter Erzeugung von Kern-Hüllenemulsionen auf
gebracht werden, wozu bekannte Verfahren angewandt werden können.
Zur Erzeugung der Hüllen auf den tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern eines hohen Aspektverhältnisses können beliebige photo
graphisch verwendbare Silbersalze verwendet werden. Die Er
zeugung der Hüllen kann nach üblichen bekannten Verfahren er
folgen, wie sie beispielsweise näher beschrieben werden in den
US-PS 3 367 778; 3 206 313; 3 317 322; 3 917 485 und 5 150 994.
Da übliche Methoden der Hüllenbildung die Ausbildung von tafel
förmigen Körnern eines hohen Aspektverhältnisses nicht be
günstigen, wenn die Hülle wächst, nimmt das mittlere Aspekt
verhältnis der Emulsion ab. Werden jedoch im Reaktionsgefäß
während der Hüllenformation Bedingungen aufrechterhalten, die
günstig für die Bildung von tafelförmigen Körnern sind, so kann
vorzugsweise ein Hüllenwachstum an den äußeren Kanten der Körner
erfolgen, so daß eine Abnahme des Aspektverhältnisses nicht
zu erfolgen braucht.
Kern-Hüllenemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
eines hohen Aspektverhältnisses eignen sich insbesondere zur
Herstellung von latenten Innenbildern und lassen sich in vor
teilhafter Weise zur Herstellung von entweder negativ arbeitenden
Aufzeichnungsmaterialien oder photographischen Direkt-Umkehr
materialien verwenden.
Obgleich die beschriebenen Verfahren zur Herstellung von Silber
bromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
zu Emulsionen mit Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses führen, in denen die tafelförmigen Körner, die den
angegebenen Dicken- und Durchmesserkriterien genügen,
mindestens 50% der gesamten projizierten Fläche der
gesamten Silberbromidiodidkornpopulation ausmachen, ist fest
zuhalten, daß weitere Vorteile sich daraus ergeben können, daß
der Anteil an solchen tafelförmigen Körnern erhöht wird und
möglichst hoch ist. Vorzugsweise stammen mindestens 70% und in
optimaler Weise mindestens 90% der gesamten projizierten Fläche
von tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern, die den angegebenen
Dicken- und Durchmesserkriterien genügen. Obgleich vergleichs
weise kleinere Mengen an nicht-tafelförmigen Körnern in den
Emulsionen zugegen sein können, werden besonders vorteilhafte
Ergebnisse dann erzielt, wenn der Anteil an tafelförmigen Körnern
vergleichsweise hoch ist. Große tafelförmige Silberbromidiodid
körner lassen sich auf mechanischem Wege von kleineren, nicht
tafelförmigen Körnern in einer Mischpopulation von Körnern unter
Verwendung üblicher Trenntechniken abtrennen, beispielsweise
mittels einer Zentrifuge oder eines Hydrozyklons. Eine Hydro
zyklon-Trennung ist beispielsweise aus der US-PS 3 326 641
bekannt.
Ganz allgemein hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen,
zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silberkörnern
eines hohen Aspektverhältnisses zu verwenden, in denen praktisch
die gesamte tafelförmige Kornpopulation, insbesondere jene
tafelförmigen Körner, die den angegebenen Dicken- und Durch
messerkriterien genügen, einen zentralen Bereich und mindestens
einen seitlich versetzten Bereich von höherem Iodidgehalt auf
weisen. Nach der Herstellung einer solchen Emulsion kann diese
mit anderen Silberhalogenidemulsionen mit tafelförmigen Silber
halogenidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses vermischt werden,
beispielsweise mit einer Silberbromidiodidemulsion mit tafel
förmigen Silberkörnern eines hohen Aspektverhältnisses mit einer
praktisch gleichförmigen Iodidkonzentration oder mit einer
Emulsion mit Körnern, in denen die Iodidkonzentration in Richtung
zum zentralen Bereich des Kornes zunimmt. Die erhaltenen Misch
emulsionen weisen im allgemeinen ein verbessertes photographisches
Ansprechvermögen auf, in Abhängigkeit vom Anteil an
Silberbromidiodid, das vorliegt in Form der tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner eines hohen Aspektverhältnisses von geringerer
Iodidkonzentration in einem zentralen Bereich als einem seitlich
verschobenen Bereich. Obgleich die hier beschriebenen Emulsionen
nur genügend tafelförmige Silberbromidiodidkörner mit hohem
Aspektverhältnis aufzuweisen brauchen, die einen höheren Anteil
an Iodid in mindestens einem seitlich versetzten Bereich als
in einem zentralen Bereich aufweisen, um ein verbessertes photo
graphisches Ansprechvermögen zu erreichen, hat es sich doch als
vorteilhaft erwiesen, wenn mindestens 50%, in optimaler Weise
mindestens 90 Gew.-% der tafelförmigen Silberbromidiodidkörner
von hohem Aspektverhältnis in den Emulsionen einen zentralen Bereich
aufweisen, der einen geringeren Iodidanteil aufweist als in einem
seitlich versetzten Bereich, wie oben beschrieben.
Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendeten Silberhalogenidemulsionen können chemisch sensibili
siert werden. So können sie beispielsweise chemisch mit aktiver
Gelatine sensibilisiert werden, wie es beispielsweise aus dem
Buch von T.H. James "The Theory of the Photographie Process",
4. Ausgabe, Verlag Macmillan, 1977, Seiten 67-76 bekannt ist,
und/oder mit Schwefel-, Selen-, Tellur-, Gold-, Platin-, Palladium-,
Iridium-, Osmium-, Rhodium-, Rhenium oder Phosphor-Sensibilisierungs
mitteln oder Kombinationen hiervon, beispielsweise bei pAg-Werten
von 5-10, pH-Werten von 5-8 und Temperaturen von 30-80°C,
wie es beispielsweise aus der Literaturstelle "Research Disclosure",
Band 120, April 1974, Nr. 12008 sowie Band 134, Juni 1975,
Nr. 13452 und den US-PS 1 623 499; 1 673 522; 2 399 083;
2 642 361; 3 297 447; 3 297 446; 3 772 031; 3 761 267; 3 857 711;
3 565 633; 3 901 714 und 3 904 415 und den GB-PS 1 315 755 und
1 396 696 bekannt ist.
Die chemische Sensibilisierung kann ggf. in Gegenwart von
Thiocyanaten durchgeführt werden, wie es beispielsweise bekannt
ist aus der US-PS 2 642 361, ferner in Gegenwart von Schwefel
enthaltenden Verbindungen des aus den US-PS 2 521 926, 3021 215
und 3 054 457 bekannten Typs. Als besonders zweckmäßig hat es
sich erwiesen, chemisch in Gegenwart eines End-
Modifizierungsmittels zu sensibilisieren, d. h. in
Gegenwart von Verbindungen, von denen bekannt ist, daß sie
Schleier unterdrücken und die Empfindlichkeit erhöhen, wenn sie
während der chemischen Sensibilisierung zugegen sind. Bei diesen
Verbindungen kann es sich beispielsweise handeln um Azaindene,
Azapyridazine, Azapyrimidine, Benzothiazoliumsalze und Sensi
bilisierungsmittel mit einem oder mehreren heterocyclischen
Kernen. Beispiele für derartige Modifizierungsmittel finden
sich beispielsweise in den US-PS 2 131 038; 3 411 914; 3 554 757;
3 565 631 und 3 901 714 sowie in der CA-PS 778 723 und werden
ferner näher beschrieben in dem Buch von Duffin "Photographic
Emulsion Chemistry", Verlag Focal Press, 1966, New York, Seiten
138-143. Zusätzlich oder alternativ können die Emulsionen einer
Reduktionssensibilisierung unterworfen werden, z. B. mit Wasser
stoff, wie beispielsweise aus den US-PS 3 891 446 und 3 984 249
bekannt, durch einen niedrigen pAg-Wert, z. B. von weniger als
5 und/oder einen höheren pH-Wert, von z. B. größer als 8, oder
durch die Verwendung von Reduktionsmitteln, z. B. Stannochlorid,
Thioharnstoffdioxid, Polyaminen und Aminoboraten, wie es beispiels
weise bekannt ist aus der US-PS 2 983 609 sowie der Literaturstelle
"Research Disclosure", Band 136, August 1975, Nr. 13654 oder den
US-PS 2 518 698; 2 739 060; 2 743 182; 2 743 183; 3 026 203 und
3 361 564. Eine chemische Oberflächensensibilisierung einschließlich
einer Unter-Oberflächensensibilisierung, wie beispielsweise aus
den US-PS 3 917 485 und 3 966 476 kann dabei besonders empfehlens
wert sein.
Zusätzlich zu einer chemischen Sensibilisierung werden die
zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendeten Emulsionen auch noch einer spektralen Sensibili
sierung unterworfen. Als besonders zweckmäßig hat es sich dabei
erwiesen, spektrale Sensibilisierungsfarbstoffe zu verwenden,
die ein Absorptionsmaximum in den blauen und minus-blauen, d. h.
grünen und roten Bereichen dem sichtbaren Spektrums haben. Des
weiteren können in speziellen Anwendungsfällen spektral sensi
bilisierende Farbstoffe verwendet werden, welche das spektrale
Ansprechvermögen jenseits des sichtbaren Spektrums zu verbessern
vermögen. So können beispielsweise in vorteilhafter Weise infrarot
absorbierende spektrale Sensibilisierungsmittel verwendet werden.
Zur spektralen Sensibilisierung der zur Herstellung erfindungs
gemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Silberhalogenid
emulsionen lassen sich die verschiedensten Klassen von spektral
sensibilisierenden Verbindungen verwenden, beispielsweise Poly
methinfarbstoffe, zu denen Cyanin-, Merocyanin-, komplexe Cyanin-
und komplexe Merocyaninfarbstoffe (d. h. tri-, tetra- und poly
nucleare Cyanine und Merocyanine) gehören, sowie ferner Farbstoffe
aus der Gruppe der Oxonole, Hemioxonole, Styryle, Merostyryle
und Streptocyanine.
Zu den verwendbaren spektral sensibilisierenden Cyaninfarbstoffen
gehören beispielsweise solche, die zwei über eine Methingruppe
oder Methingruppierung miteinander verbindende basische hetero
cyclische Kerne aufweisen. Bei diesen Kernen kann es sich bei
spielsweise um solche handeln, die sich von quaternären Chino
linium-, Pyridinium-, Isochinolinium-, 3H-Indolium-, Benz[e]
indolium-, Oxazolium-, Oxazolinium-, Thiazolium-, Thiazolinium-,
Selenazolium-, Selenazolinium-, Imidazolium-, Imidazolinium-,
Benzoxazolium-, Benzothiazolium-, Benzoselenazolium-, Benzimida
zolium-, Naphthoxazolium-, Naphthothiazolium-, Naphthoselena
zolium-, Dihydronaphthothiazolium-, Pyrylium- und Imidazopyra
ziniumsalzen ableiten.
Zu den spektral sensibilisierenden Merozyaninfarbstoffen, die
eingesetzt werden können, gehören beispielsweise solche, die
durch eine Methingruppierung miteinander verbunden einen basischen
heterocyclischen Kern des für Cyaninfarbstoffe üblichen Typs und
einen sauren Kern aufweisen. Der saure Kern kann sich beispiels
weise ableiten von der Barbitursäure, 2-Thiobarbitursäure, vom
Rhodanin, Hydantoin, 2-Thiohydantoin, 4-Thiohydantoin, 2-Pyra
zolin-5-on, 2-Isoxazolin-5-on, Indan-1,3-dion, Cyclohexan-1,3-
dion, 1,3-Dioxan-4,6-dion, Pyrazolin-3,5-dion, Pentan-2,4-dion,
Alkylsulfonylacetonitril, Malononitril, Isochinolin-4-on und
Chroman-2,4-dion.
Zur spektralen Sensibilisierung der Emulsionen können ein oder
mehrere spektral sensibilisierende Farbstoffe verwendet werden.
Es sind Farbstoffe mit Sensibilisierungsmaxima bei Wellenlängen
über das gesamte sichtbare Spektrum und mit sehr vielen ver
schiedenen spektralen Sensibilisierungskurven bekannt. Die
Auswahl und die relativen Verhältnisse der Farbstoffe zueinander
hängen von dem Bereich des Spektrums ab, für den eine Empfind
lichkeit angestrebt wird, sowie von der Form der erwünschten
spektralen Empfindlichkeitskurve. Farbstoffe mit einander über
lappenden spektralen Empfindlichkeitskurven führen oftmals in
Kombination miteinander zu einer Kurve, in der die Empfindlichkeit
bei jeder Wellenlänge in dem Bereich der Überlappung ungefähr
gleich ist der Summe der Empfindlichkeiten der einzelnen Farb
stoffe. Somit ist es auch möglich, Kombinationen von Farbstoffen
mit verschiedenen Maxima zu verwenden, um eine spektrale Empfind
lichkeitskurve mit einem Maximum zwischen den Sensibilisierungs
maxima der einzelnen Farbstoffe zu erzielen.
Verwendbar sind auch Kombinationen von spektral sensibilisierenden
Farbstoffen, die zu einer Super-Sensibilisierung führen, d. h.
einer spektralen Sensibilisierung, die in einem spektralen Teil
bereich größer ist als die Sensibilisierung, die sich aus einer
bestimmten Konzentration eines der Farbstoffe allein ergibt oder
größer ist als die Sensibilisierung, die sich aus dem additiven
Effekt der Farbstoffe ergeben würde. Eine Super-Sensibilisierung
läßt sich mit ausgewählten Kombinationen von spektral sensi
bilisierenden Farbstoffen wie auch anderen Zusätzen, beispielsweise
Stabilisatoren und Anti-Schleiermitteln, Entwicklungsbeschleu
nigern oder Entwicklungsinhibitoren, Beschichtungshilfsmitteln,
Aufhellern und antistatisch wirksamen Verbindungen erreichen.
Verwiesen wird hierzu beispielsweise auf die Arbeit von Gilman,
"Review of the Mechanisms of Supersensitization", veröffentlicht
in der Zeitschrift "Photographic Science and Engineering", Band 18,
1976, Seiten 418-430.
Spektral sensibilisierende Farbstoffe können des weiteren die
Emulsionen auch in anderer Weise beeinflussen. So können spektral
sensibilisierende Farbstoffe des weiteren beispielsweise die
Funktion von Anti-Schleiermitteln oder Stabilisatoren, Ent
wicklungsbeschleunigern oder Entwicklungsinhibitoren sowie Halogen
akzeptoren oder Elektronenakzeptoren ausüben, wie es beispiels
weise aus den US-PS 2 131 038 und 3 930 860 bekannt ist.
Typische spektral sensibilisierende Farbstoffe zur Sensibilisierung
der Silberhalogenidemulsionen, die zur Herstellung erfindungs
gemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendet werden, werden näher
beispielsweise in der Literaturstelle "Research Disclosure",
Band 176, Dezember 1978, Nr. 17643, Abschnitt III, beschrieben.
Zur spektralen Sensibilisierung der Emulsionen, die zur Her
stellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendet
werden und nicht tafelförmige Silberhalogenidkörner oder tafel
förmige Silberhalogenidkörner
aufweisen, können übliche Farbstoffkonzentrationen
verwendet werden. Um die ganzen Vorteile der Erfindung zu realisieren,
hat es sich des weiteren als vorteilhaft erwiesen, wenn die Korn
oberflächen der tafelförmigen Silberbromidiodidkörner von hohem
Aspektverhältnis spektral sensibilisierende Farbstoffe in opti
malen Konzentrationen adsorbieren, d. h. in Mengen, die aus
reichen, daß mindestens 60% der maximalen photographischen
Empfindlichkeit erreicht wird, die bei Verwendung dieser Körner
unter empfohlenen Belichtungsbedingungen erreicht werden kann.
Die im Einzelfalle vorteilhafteste Farbstoffkonzentration hängt
dabei von dem im Einzelfalle verwendeten Farbstoff selbst ab oder
der verwendeten Farbstoffkonzentration wie auch von der Größe
und dem Aspektverhältnis der Silberbromidiodidkörner. Es ist
bekannt, daß eine optimale spektrale Sensibilisierung mit or
ganischen Farbstoffen erreichbar ist, bei einer etwa 25- bis
100%igen oder größeren Monoschicht-Beschichtung der gesamten
zur Verfügung stehenden Oberfläche der oberflächenempfindlichen
Silberhalogenidkörner. Verwiesen wird beispielsweise auf die
Arbeit von West und Mitarbeitern, "The Adsorption of Sensitizing
Dyes in Photographic Emulsions", veröffentlicht in der Zeitschrift
"Journal of Phys. Chem.", Band 56, Seite 1065, 1952 sowie ferner
auf die Arbeit von Spence und Mitarbeitern mit dem Titel
"Desensitization of Sensitizing Dyes", veröffentlicht in der
Literaturstelle "Journal of Physical and Colloid Chemistry",
Band 56, Nr. 6, Juni 1948, Seiten 1090-1103 und die US-PS
3 979 214. Optimale Farbstoffkonzentrationen lassen sich beispiels
weise nach Verfahren ermitteln, die näher be
schrieben werden in dem Buch von Mees, "Theory of the Photo
graphic Process", Verlag Macmillan, Seiten 1067-1069.
Obgleich gewöhnlich in Emulsionsschichten, die dazu bestimmt sind,
blaues Licht aufzuzeichnen, die natürliche Blau-Empfindlichkeit
des Silberbromidiodides ausgenutzt wird, läßt sich erfindungs
gemäß ein beträchtlicher Vorteil aus der Verwendung von blauen
spektralen Sensibilisierungsmitteln erzielen. Ist beabsichtigt,
die beschriebenen, zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungs
materialien verwendeten Emulsionen in dem Bereich ihrer natürlichen
Empfindlichkeit zu belichten, so können beträchtliche Empfind
lichkeitsvorteile durch Erhöhung der Dicke der tafelförmigen
Körner erzielt werden. So hat es sich beispielsweise als vor
teilhaft erwiesen, die Korndicke zu erhöhen, wie oben in Ver
bindung mit der Verwendung der Aufzeichnungsmaterialien zur
Durchführung von Bildübertragungsverfahren beschrieben. Gemäß
einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden
Emulsionen zur Herstellung der Aufzeichnungsmaterialien verwendet,
bei denen es sich um blausensibilisierte Silberbromidiodid
emulsionen handelt, in denen die tafelförmigen Körner mit einer
Dicke von weniger als 0,5 µm und einem Durchmesser von
mindestens 0,6 µm ein durchschnittliches Aspektverhältnis von
größer als 8 : 1, vorzugsweise mindestens 12 : 1 aufweisen und
mindestens 50% der gesamten projizierten Fläche der Silberbromidiodid
körner ausmachen, die in der Emulsion vorliegen, vorzugsweise
mindesten 70% und in optimaler Weise mindestens 90%.
Eine spektrale Sensibilisierung läßt sich nach üblichen bekannten
Methoden in jeder Stufe der Emulsionsherstellung durchführen.
Am üblichsten ist es dabei, die spektrale Sensibilisierung im
Anschluß an die chemische Sensibilisierung durchzuführen. Anderer
seits ist es jedoch auch möglich, die spektrale Sensibilisierung
gleichzeitig mit der chemischen Sensibilisierung durch
zuführen oder aber vor der chemischen Sensibilisierung. Des
weiteren ist es auch möglich, mit der spektralen Sensibilisierung
zu beginnen, bevor die Silberhalogenidkornausfällung beendet ist,
wie es beispielsweise in den US-PS 3 628 960 und 4 225 666 be
schrieben wird. So kann beispielsweise nach der Lehre der US-PS
4 225 666 die Einführung des spektral sensibilisierenden Farb
stoffes in die Emulsion verteilt werden derart, daß ein Teil des
sensibilisierenden Farbstoffes bereits vor der chemischen Sensi
bilisierung vorliegt und ein restlicher Anteil nach der chemischen
Sensibilisierung eingeführt wird. Entgegen der Lehre der US-PS
4 225 666 kann es des weiteren vorteilhaft sein, den spektral
sensibilisierenden Farbstoff der Emulsion zuzusetzen, nachdem
80% des Silberhalogenides ausgefällt worden ist. Die Sensibili
sierung läßt sich steigern durch eine pAg-Einstellung einschließ
lich einer Veränderung des pAg-Wertes, wodurch ein oder mehrere
Zyklen vervollständigt werden, während der chemischen und/oder
spektralen Sensibilisierung. Ein spezielles Beispiel einer pAg-
Einstellung, die angewandt werden kann, wird näher beispielsweise
beschrieben in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 181,
Mai 1979, Nr. 18155.
Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern eines hohen Aspektverhältnisses können bessere Empfind
lichkeits-Körnigkeits-Verhältnisse aufweisen, wenn sie chemisch
und spektral sensibilisiert werden, als es sich bisher bei Ver
wendung von Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern eines geringen Aspektverhältnisses erreichen
ließ. Besonders vorteilhafte Ergebnisse lassen sich dabei unter
Verwendung von spektral minus-blau-sensibilisierenden Farbstoffen
erreichen.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
werden spektrale Sensibilisierungsmittel den zur Herstellung
erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Emulsionen
vor der chemischen Sensibilisierung zugesetzt. Entsprechende und
ähnliche Ergebnisse lassen sich in vielen Fällen erzielen durch
Einführung von anderen adsorbierbaren Stoffen, beispielsweise
sog. Endmodifizierungsmitteln, wenn diese
den Emulsionen vor der chemischen Sensibilisierung einverleibt
werden.
Unabhängig von der frühen Zugabe von adsorbierbaren Stoffen hat
es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, Thiocyanate während
der chemischen Sensibilisierung in Konzentrationen von etwa
2× 10-3 bis 2 Mol-%, bezogen auf das vorliegende Silber zuzusetzen,
wie es beispielsweise in der US-PS 2 642 361 beschrieben wird.
Während der chemischen Sensibilisierung können jedoch auch andere
übliche Reifungsmittel zugegen sein.
Weiterhin kann, gemäß einer weiteren Verfahrensweise, die in
Kombination mit einer oder mit beiden der vorstehenden Verfahrens
weisen oder getrennt hiervon durchgeführt werden kann, in vor
teilhafter Weise die Konzentration der Silber- und/oder Halogenid
salze unmittelbar vor oder während der chemischen Sensibilisierung
eingestellt oder korrigiert werden. So können beispielsweise
lösliche Silbersalze, z. B. Silberacetat, Silbertrifluoracetat
und Silbernitrat eingeführt werden, wie auch Silbersalze, die
sich auf dem Kornoberflächen abscheiden können, wie beispiels
weise Silberthiocyanat, Silberphosphat oder Silbercarbonat.
Auch können feinteilige Silberhalogenidkörner, z. B. aus Silber
bromid, Silberiodid und/oder Silberchlorid, die zu einer Ost
wald-Reifung auf den tafelförmigen Kornoberflächen befähigt sind,
eingeführt werden. Beispielsweise läßt sich während der chemischen
Sensibilisierung eine Lippmann-Emulsion einführen.
Die chemische Sensibilisierung der spektral sensibilisierten
tafelförmigen Silberbromidiodidkörner kann ggf. an einer oder mehreren
regelmäßigen diskreten Stellen der tafelförmigen Körner erfolgen.
Angenommen wird, daß die bevorzugte Absorption von spektral sen
sibilisierenden Farbstoffen an den kristallographischen Ober
flächen, welche die Hauptflächen der tafelförmigen Silberbromidiodid
körner bilden, eine selektive chemische Sensibilisierung an
anderen kristallographischen Oberflächen der tafelförmigen Körner
ermöglicht.
Die bevorzugt eingesetzten chemischen Sensibilisierungsmittel
für die höchsten erzielbaren Empfindlichkeits-Körnigkeits-
Verhältnisse sind Gold- und Schwefel-Sensibilisierungsmittel,
Gold- und Selen-Sensibilisierungsmittel sowie Gold-, Schwefel-
und Selen-Sensibilisierungsmittel. Gemäß einer besonders vor
teilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen die zur Herstellung
erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Emulsionen
ein Schwefel-, SeIen- und/oder Tellur-Sensibilisierungsmittel
auf, das nicht feststellbar sein kann, sowie ein Gold-Sensibili
sierungsmittel, das feststellbar ist. Die Emulsionen enthalten
des weiteren normalerweise feststellbare Konzentrationen
an Thiocyanat, obgleich die Konzentration an Thiocyanat in der
fertigen Emulsion stark vermindert sein kann, infolge der Durch
führung üblicher Waschverfahren. Ggf. können die tafelförmigen
Silberbromidiodidkörner in vorteilhafter Weise auch ein anderes
Silbersalz auf ihrer Oberfläche abgeschieden enthalten, z. B.
Silberthiocyanat oder ein anderes Silberhalogenid von unter
schiedlichem Halogenidgehalt, z. B. Silberchlorid oder Silber
bromid, wobei das andere Silbersalz ggf. auch in nicht-nachweis
baren Konzentrationen vorhanden sein kann.
Obgleich es nicht erforderlich ist, um sämtliche Vorteile der
zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendeten Emulsionen zutage treten zu lassen, werden die
Emulsionen doch vorzugsweise optimal chemisch und spektral sen
sibilisiert. Dies bedeutet, daß sie vorzugsweise Empfindlich
keiten von mindestens 60% der maximalen logarithmischen Empfind
lichkeit erreichen, die für die Körner in dem spektralen Bereich
der Sensibilisierung unter den empfohlenen Verwendungsbedingungen
und Entwicklungsbedingungen erreichbar ist. Der Logarithmus
der Empfindlichkeit ist dabei definiert als 100 (1-log E), wobei E in
Lux · Sekunden (Meter · Candle · Sekunden) bei einer Dichte von 0,1 über dem
Schleier gemessen wird. Sind die Silberhalogenidkörner einer
Emulsion erst einmal charakterisiert, so ist es möglich, aufgrund
einer weiteren Produktanalyse zu ermitteln, ob eine Emulsions
schicht eines Aufzeichnungsmaterials praktisch optimal chemisch
und spektral im Vergleich zu vergleichbaren, im Handel befind
lichen Produkten anderer Hersteller sensibilisiert ist oder nicht.
Um die erfindungsgemäß erzielbaren Schärfevorteile zu erreichen,
ist es gleichgültig, ob die Silberhalogenidemulsionen chemisch
oder spektral wirksam oder unwirksam sensibilisiert sind.
Den durch Silberhalogenidausfällung, Waschen und Sensibilisierung,
wie oben beschrieben, hergestellten Emulsionen können weitere
übliche photographische Zusätze einverleibt werden, worauf sie
nach üblichen Methoden zur Herstellung von Aufzeichnungsmaterialien
verwendet werden können, beispielsweise zur Herstellung von
Aufzeichnungsmaterialien für die Schwarz-Weiß-Photographie.
Die zur Herstellung von Silberbildern bestimmten erfindungs
gemäßen Aufzeichnungsmaterialien können in einem solchen Ausmaß
gehärtet werden, daß die Notwendigkeit der Einführung zusätzlicher
Härtungsmittel während des Entwicklungsprozesses nicht mehr
erforderlich ist. Dadurch läßt sich eine erhöhte Silberdeckkraft
erzielen, im Vergleich zu photographischen Aufzeichnungsmaterialien,
die in entsprechender Weise gehärtet und entwickelt werden,
zu deren Herstellung jedoch nicht tafelförmige Silberhalogenid
emulsionen verwendet wurden. Ganz speziell ist es möglich, die
Emulsionsschichten mit den tafelförmigen Silberhalogenidkörnern
mit hohem Aspektverhältnis und andere hydrophile Kolloidschichten
der photographischen Schwarz-Weiß-Materialien in einem Maß zu
härten, das ausreicht, um ein Quellen der Schichten auf weniger
als 200% zu beschränken, wobei die prozentuale Quellung bestimmt
wird durch (a) 3 Tage langes Inkubieren des photographischen
Aufzeichnungsmaterials bei 38°C und 50%iger relativer Luft
feuchtigkeit, (b) Messen der Schichtdicke, (c) 3 Minuten langes
Eintauchen des Aufzeichnungsmaterials in destilliertes Wasser
von 21°C und (d) Messen der Änderung der Schichtendicke. Obgleich
die Härtung der Aufzeichnungsmaterialien, die für die Erzeugung
von Silberbildern bestimmt sind, bis zu einem Ausmaß, daß der
Zusatz von Härtungsmitteln in Entwicklungslösungen nicht erforder
lich ist, besonders vorteilhaft ist, braucht eine solche Härtung
jedoch nicht zu erfolgen, d. h. das erfindungsgemäße Aufzeichnungs
material kann auch in anderer üblicher Weise gehärtet werden.
So kann es beispielsweise auch vorteilhaft sein, Härtungsmittel
in Entwicklungslösungen anzuwenden, wie es beispielsweise aus
der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 184, August 1979,
Nr. 18431, Abschnitt K, bekannt ist, der sich insbesondere auf
die Entwicklung von radiographischen Aufzeichnungsmaterialien
bezieht.
Typische, zum Einverleiben in die Aufzeichnungsmaterialien
geeignete Härtungsmittel (Vorhärtungsmittel) werden näher bei
spielsweise in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176,
Dezember 1978, Nr. 17643, Abschnitt X, beschrieben.
Eine Instabilität von Emulsionsschichten vom Negativtyp, die
zu einer Erhöhung der Minimumdichte (d. h. Schleier) führen kann
oder welche in direkt-positiven Emulsionsschichten die Minimum
dichte erhöht oder die Maximumdichte vermindert, läßt sich ver
hindern durch Einverleiben von Stabilisierungsmitteln, Anti-
Schleiermitteln, Mitteln zur Verhinderung des Auftretens von
Knickstellen, Stabilisierungsmitteln für latente Bilder und
anderen Zusätzen in die Emulsionen und/oder die Beschichtungs
massen, die zur Herstellung von den Emulsionsschichten benach
barten Schichten verwendet werden, wie es beispielsweise aus
der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978,
Nr. 17643, Abschnitt VI, bekannt ist. Viele der Anti-Schleier
mittel, die den Emulsionen einverleibt werden können, können
andererseits auch in den Entwicklern verwendet werden. Die ein
setzbaren Anti-Schleiermittel lassen sich dabei klassifizieren, wie
es in dem Buch von C.E.K. Mees, "The Theory of the Photographic
Process", 2. Ausgabe, Verlag Macmillan, 1954, Seiten 677-680
erfolgt.
Werden zur Härtung der Emulsionsschichten Härtungsmittel vom
Aldehydtyp eingesetzt, so können die Emulsionsschichten ebenfalls
durch Einsatz üblicher Anti-Schleiermittel geschützt werden.
Außer Sensibilisierungsmitteln, Härtungsmitteln, Anti-Schleier
mitteln und Stabilisatoren können den Emulsionen die verschiedensten
anderen üblichen Zusätze einverleibt werden. Der Zusatz derar
tiger Zusätze hängt von dem Einsatzgebiet des herzustellenden
Aufzeichnungsmaterials ab. Ein Vielzahl von Zusätzen, die den
Emulsionen ggf. zugesetzt werden können, wird näher beschrieben
in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember
1978, Nr. 17643. So können den Emulsionen ggf. optische Aufheller
einverleibt werden, wie sie in Abschnitt V der angegebenen Literatur
stelle erwähnt werden. Auch können in den Emulsionsschichten und/
oder in den hierzu benachbarten Schichten absorbierende oder
lichtstreuende Stoffe untergebracht werden, wie sie beispielsweise
in Abschnitt VIII der Literaturstelle angegeben werden. Auch
können den Emulsionen übliche Beschichtungshilfsmittel zugesetzt
werden und/oder Plastifizierungsmittel und Gleitmittel, wie sie
in den Abschnitten XI und XII der angezogenen Literaturstelle
erwähnt werden. Die Aufzeichnungsmaterialien können des weiteren
beispielsweise auch antistatisch wirksame Schichten aufweisen,
wie sie in Abschnitt XIII der Literaturstelle angegeben werden.
Zur Einführung der Zusätze in die Emulsionen können Verfahren
angewandt werden, wie sie beispielsweise in Paragraph XIV
angegeben sind. Ferner können beispielsweise Mattierungsmittel,
wie in Paragraph XVI angegeben, eingeführt werden. Entwickler
verbindungen und Entwicklungsmodifizierungsmittel können beispiels
weise wie in den Paragraphen XX und XXI angegeben, zugesetzt
werden. Sind die Aufzeichnungsmaterialien für radiographische
Zwecke bestimmt, so können die zur Herstellung der Aufzeichnungs
materialien verwendeten Emulsionen und andere Schichten der
radiographischen Aufzeichnungsmaterialien unter Berücksichtigung
der in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176,
Dezember 1978, Nr. 18431, angegebenen Maßnahmen hergestellt werden.
Schließlich können die zur Herstellung erfindungsgemäßer Auf
zeichnungsmaterialien verwendeten Emulsionen ggf. gemeinsam
mit anderen üblichen Silberhalogenidemulsionen und Beschichtungs
massen zur Herstellung von Deckschichten oder Zwischenschichten,
nach üblichen bekannten Verfahren auf Schichtträger auf
getragen und getrocknet werden, wie es beispielsweise in
Paragraph XV der zitierten Literaturstelle beschrieben wird.
Ggf. kann es vorteilhaft sein, die zur Herstellung erfindungs
gemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendbaren Silberhalogenid
emulsionen mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses untereinander oder mit anderen üblichen Silber
halogenidemulsionen nach Methoden des Standes der Technik zu
vermischen, um speziellen Anforderungen zu genügen. So können
beispielsweise verschiedene Emulsionen miteinander vermischt
werden, um eine bestimmte Charakteristikkurve zu erzielen. Des
weiteren können beispielsweise Mischungen von Emulsionen hergestellt
werden, um die bei der Belichtung und Entwicklung erziel
baren maximalen Dichten zu erhöhen oder zu vermindern, um die
erzielbaren Minimumdichten zu erhöhen oder zu vermindern und/oder
um die Form der Charakteristikkurven zwischen Schulterbereich und
Durchhangbereich zu verändern. Dies bedeutet, daß die beschriebenen,
erfindungsgemäß verwendbaren Emulsionen beispielsweise mit üblichen
Silberhalogenidemulsionen, wie sie z. B. beschrieben werden in
der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978,
Nr. 17643, Abschnitt I, vermischt werden können. Die Emulsionen
können dabei in vorteilhafter Weise wie es in dem Unterabschnitt F
von Abschnitt I angegeben ist, miteinander vermischt werden.
Wird beispielsweise eine vergleichsweise feinkörnige Silber
chloridemulsion mit einer der beschriebenen erfindungsgemäß
verwendeten Emulsionen, vermischt oder benachbart zu einer
Emulsionsschicht angeordnet, die aus einer der beschriebenen,
erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen erzeugt wurde, so läßt
sich ein weiterer Kontrast- und/oder Empfindlichkeitsanstieg
erzielen, d. h. ein weiterer Anstieg dem Empfindlichkeits-
Körnigkeits-Verhältnisses entsprechend den Angaben in den US-PS
3 140 179 und 3 152 907.
In ihrer einfachsten Form weisen die erfindungsgemäßen Auf
zeichnungsmaterialien eine Emulsionsschicht mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses auf.
Selbstverständlich können die Aufzeichnungsmaterialien jedoch
mehr als nur eine Silberhalogenidemulsionsschicht aufweisen,
wie auch ferner Deckschichten, Haftschichten und Zwischenschichten,
wie es bei photographischen Aufzeichnungsmaterialien des Standes
der Technik üblich ist.
Anstatt der Verwendung von Mischemulsionen, wie oben beschrieben,
läßt sich ein entsprechender Effekt gewöhnlich auch dadurch er
zielen, daß die Emulsionen, anstatt sie miteinander zu vermischen,
in Form getrennter Schichten auf ein Träger aufgetragen werden.
So ist es bekannt, z. B. aus dem Buch von Zelikman und Levi,
"Making and Coating Photographic Emulsions", Verlag Focal Press,
1964, Seiten 234-238, der US-PS 3 662 228 und der GB-PS 923 045,
daß sich durch Auftragen getrennter Emulsionsschichten auf einen
Träger der Belichtungsspielraum erhöhen läßt. Es ist des weiteren
allgemein bekannt, daß sich erhöhte photographische Empfind
lichkeiten dadurch erzielen lassen, daß man empfindlichere und
weniger empfindlichere Silberhalogenidemulsionen in Form getrennter
Schichten auf einen Träger auftragen kann, anstatt sie mitein
ander zu vermischen. In typischer Weise wird in solchen Fällen die
empfindlichere Emulsion derart auf den Träger aufgetragen, daß
sie der zur Belichtung des Aufzeichnungsmaterials verwendeten
Lichtquelle näher liegt als die weniger empfindliche Emulsions
schicht. Ggf. können nicht nur zwei sondern drei oder noch mehr
Schichten unterschiedlicher Empfindlichkeit übereinander ange
ordnet werden. Auch zu derartigen Schichtenanordnungen lassen
sich die beschriebenen Silberhalogenidemulsionen mit tafelförmigen
Silberhalogenidkörnern in vorteilhafter Weise verwenden.
Die Emulsionen, die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungs
materialien verwendet werden, können auf übliche, für photo
graphische Zwecke geeignete Schichtträger aufgetragen werden,
beispielsweise aus Polymeren, Papier, Metallfolien, Glas und
keramische Trägermaterialien, die ggf. ein oder mehrere Haft
schichten aufweisen können, um die Haftung der Schichten auf
dem Träger zu verbessern und um ggf. die antistatischen Eigen
schaften, Dimensionseigenschaften, Abriebeigenschaften, die Härte,
die Reifungseigenschaften, die Lichthofschutzeigenschaften und
andere Eigenschaften der Trägeroberfläche zu verbessern. Zur
Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien geeignete
Schichtträger sind somit bekannte Schichtträger, die beispielsweise
näher beschrieben werden in der Literaturstelle "Research Disclosure",
Band 176, Dezember 1978, Nr. 17643, Abschnitt XVII.
Obgleich Emulsionen in typischer Weise in Form endloser Schichten
auf Träger mit einander gegenüberliegenden planaren Oberflächen
aufgetragen werden, braucht dies nicht der Fall zu sein. Vielmehr
können die Emulsionen auch in Form von
Schichtensegmenten auf planare Trägeroberflächen aufgetragen
werden. Liegt die Emulsionsschicht oder liegen die Emulsions
schichten in Form von Segmenten vor, so hat es sich als vorteil
haft erwiesen, mikrocellulare Träger zu verwenden. Solche mikro
cellularen Träger werden beispielsweise näher beschrieben in
der PCT-Anmeldung WO 80/01614, veröffentlicht am 7. August 1980,
derBE-PS 881 513 und der US-PS 4 307 165 Die Mikrozellen können
dabei beispielsweise eine Breite von 1-200 µm und eine
Tiefe bis zu 1000 µm aufweisen. Als vorteilhaft hat es sich
im allgemeinen erwiesen, wenn die Mikrozellen eine Breite von
mindestens 4 µm aufweisen und eine Tiefe von weniger als
200 µm, wobei optimale Dimensionen beispielsweise auf dem
Gebiet der Schwarz-Weiß-Photographie dann vorliegen, wenn die
Mikrozellen 10-100 µm breit und tief sind. Dies gilt
insbesondere für den Fall, daß das herzustellende photographische
Bild vergrößert werden soll.
Die erfindungsgemäßen Aufzeichnungs
materialien können in üblicher bekannter Weise bildweise be
lichtet wenden. Verwiesen wird diesbezüglich z. B. auf die
Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978,
Nr. 17643, Abschnitt XVIII. Die erfindungsgemäß erzielbaren
Effekte kommen insbesondere dann zur Geltung, wenn die bildweise
Belichtung der Aufzeichnungsmaterialien mit elektromagnetischer
Strahlung innerhalb des Bereiches des Spektrums erfolgt, in dem
vorhandene spektrale Sensibilisierungsmittel ihre Absorptions
maxima haben. Ist das photographische Aufzeichnungsmaterial zur
Aufzeichnung von blauen, grünen, roten oder infraroten Bildern
bestimmt, so sind spektrale Sensibilisierungsmittel zugegen, die
im blauen, grünen, roten oder infraroten Bereich des Spektrums
absorbieren. Im Falle der Herstellung von Schwarz-Weiß-Bildern
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Aufzeichnungs
materialien orthochromatisch oder panchromatisch sensibilisiert
sind, um die Empfindlichkeit innerhalb des sichtbaren Bereiches
zu vergrößern. Zur Belichtung der Aufzeichnungsmaterialien können
übliche Strahlungs- oder Lichtquellen eingesetzt werden, beispiels
weise auch Laser-Strahlen. Bei der Strahlung kann es sich des
weiteren um eine kohärente oder eine nicht-kohärente Strahlung
handeln. Die Belichtungen können des weiteren bei normalen,
erhöhten oder verminderten Temperaturen- und/oder Druckbedingungen
erfolgen. Des weiteren können Exponierungen mit Strahlung hoher
oder niedriger Intensität durchgeführt werden, wobei die Ex
ponierungen kontinuierlich oder auch intermittierend durchge
führt werden können und wobei die Exponierungszeiten im Milli
sekunden- oder Mikrosekundenbereich liegen oder bis zu Minuten
betragen können. Des weiteren können beispielsweise solarisierende
Exponierungen erfolgen, innerhalb geeigneter Ansprechbereiche,
die nach üblichen Methoden bestimmt werden können, die näher
beispielsweise beschrieben werden in dem Buch von T.H. James,
"The Theory of the Photographic Process", 4. Ausgabe, Verlag
Macmillan, 1977, Kapitel 4, 6, 17, 18 und 23.
Die Entwicklung der belichteten Aufzeichnungsmaterialien kann
nach üblichen bekannten Methoden erfolgen, und zwar unter Einsatz
eines wäßrigen alkalischen Mediums in Gegenwart von einer oder
mehreren Entwicklerverbindungen, die in dem alkalischen Ent
wicklungsmedium und/oder im Aufzeichnungsmaterial selbst unter
gebracht sein können.
Nach der Erzeugung eines Silberbildes im Aufzeichnungsmaterial
kann das Aufzeichnungsmaterial nach üblichen bekannten Methoden
fixiert werden. Es hat sich gezeigt, daß Emulsionsschichten aus
den beschriebenen Silberhalogenidemulsionen mit tafelförmigen
Silberhalogenidkörnern ein Fixieren in einer kürzeren als normal
üblichen Zeitspanne ermöglichen. Hierdurch läßt sich der Gesamt
entwicklungsprozeß beschleunigen.
Ein erfindungsgemäßes Aufzeichnungsmaterial kann in besonders
vorteilhafter Weise jedoch auch aus einem Aufzeichnungsmaterial
zur Herstellung eines Farbbildes bestehen. Im vielleicht ein
fachsten Falle zur Herstellung eines projizierbaren Farbbildes
wird im Träger ein üblicher Farbstoff untergebracht, und auf dem
Träger - wie beschrieben - ein Silberbild erzeugt. In den Bezirken,
in denen ein Silberbild erzeugt wird, wird das Aufzeichnungs
material praktisch undurchlässig, wohingegen in den verbleibenden
Bezirken Licht durchgelassen wird, das in seiner Farbe der Farbe
des Trägers entspricht. Auf diese Weise läßt sich leicht ein
farbiges Bild erzeugen. Der gleich Effekt läßt sich erreichen
durch Verwendung einer separaten Farbstoff-Filterschicht oder eines
separaten Farbstoff-Filterelementes mit einem Aufzeichnungsmaterial
mit einem transparenten Träger.
Die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien können des weiteren
solche zur Erzeugung von Farbbildern durch selektive Zerstörung
oder durch selektive Erzeugung von Farbstoffen sein. So können
die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien beispielsweise
zur Herstellung von Farbstoffbildern durch Verwendung von Ent
wicklern mit Farbbildnern, wie beispielsweise Farbkupplern ver
wendet werden, wie es beispielsweise aus der Literaturstelle
"Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978, Nr. 17643,
Abschnitt VII, bekannt ist. Bei Verwendung von Farbkupplern
zur Erzeugung der Farbbilder enthält der Entwickler eine Farb
entwicklerverbindung, z. B. in Form eines primären aromatischen
Amines, das in seiner oxidierten Form den Kuppler unter Erzeugung
eines Bildfarbstoffes zu kuppeln vermag.
Alternativ können die Farbstoffe liefernden Kuppler in üblicher
bekannter Weise auch im Aufzeichnungsmaterial selbst untergebracht
werden. Die Farbkuppler können dabei in verschiedenen Mengen
zur Erzielung unterschiedlicher photographischer Effekt eingesetzt
werden. Beispielsweise läßt sich die Farbkupplerkonzentration
in Beziehung zur Silberbeschichtungsstärke vermindern auf weniger
als die normalerweise in vergleichsweise empfindlichen Schichten
und Schichten mittlerer Empfindlichkeit verwendeten Mengen.
Die Farbstoffe liefernden Kuppler können dabei in üblicher bekannter
Weise derart ausgewählt werden, daß subtraktive primäre, d. h.
gelbe, purpurrote und blaugrüne Bildfarbstoffe erzeugt werden.
Bei den Farbkupplern handelt es sich dabei vorzugsweise um nicht-
diffundierende farblose Verbindungen. Ggf. können Farbstoffe liefernde
Kuppler verschiedener Reaktionsgeschwindigkeiten in einzelnen oder
separaten Schichten verwendet werden, um bestimmte erwünschte
Effekte zu erzielen.
In vorteilhafter Weise können auch solche Farbstoffe liefernden
Kuppler verwendet werden, die bei der Kupplung Verbindungen frei
setzen, welche photographische Funktionen ausüben, beispielsweise
Entwicklungsinhibitoren oder Entwicklungsbeschleuniger, Bleich
beschleuniger, Entwicklerverbindungen, Silberhalogenidlösungs
mittel, Toner, Härtungsmittel, Schleiermittel, Anti-Schleiermittel,
sog. Wettbewerbskuppler, chemische oder
spektral sensibilisierende Verbindungen und desensibilisierend
wirkende Verbindungen. Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Auf
zeichnungsmaterialien einsetzbaren Entwicklungsinhibitoren frei
setzende Kuppler (DIR-Kuppler) und andere nützliche Verbindungen
freisetzende Kuppler werden in vielen Literaturstellen beschrieben.
Zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien können
ggf. auch DIR-Verbindungen verwendet werden, die bei der Reaktion
mit oxidierten Farbentwicklerverbindungen keinen Farbstoff bilden.
Verwendbar sind beispielsweise auch DIR-Verbindungen, die einer
oxidativen Spaltung unterliegen, wie sie z. B. in den US-PS
3 379 529 und 3 043 690 beschrieben werden. Ggf. können die
erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien auch unter Verwendung
von Silberhalogenidemulsionen hergestellt werden, die vergleichs
weise lichtunempfindlich sind, z. B. unter Verwendung von Lipp
mann-Emulsionen, die zu Zwischenschichten und/oder
Deckschichten verwendet werden können, um eine Wanderung von
Entwicklungsinhibitoren oder Entwicklungsinhibitorfragmenten
zu verhindern oder zu überwachen.
Die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien können des
weiteren beispielsweise farbige Farbstoffe liefernde Kuppler
enthalten, beispielsweise solche, die zur Bildung von integralen
Masken für negative Farbbilder geeignet sind, und/oder Wettbewerbs
kuppler.
Des weiteren können die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien
übliche Farbbildstabilisatoren enthalten. Bezüglich der oben er
wähnten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Aufzeichnungs
materialien sei beispielsweise verwiesen auf die Literatur
stelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978, Nr. 17643,
Abschnitt VII.
Die Farbstoffbilder können erzeugt und/oder verstärkt werden
nach Verfahren, bei denen in Kombination mit Bildfarbstoffe
erzeugenden Reduktionsmitteln, Oxidationsmittel in Form eines
inerten Übergangsmetallionenkomplexes eingesetzt werden und/oder
in Kombination mit einem Peroxid-Oxidationsmittel. Dabei können
die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien ggf. derart aus
gestaltet sein, daß sie zur Erzeugung von Farbstoffbildern nach
Verfahren geeignet sind, wie sie näher beispielsweise bekannt
sind aus den US-PS 3 822 129, 3 834 907, 3 902 905, 3 847 619
und 3 904 413.
Die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien können des
weiteren z. B. dem Typ von Aufzeichnungsmaterialien entsprechen,
bei dem Farbstoffbilder durch selektive Zerstörung von Farbstoffen
oder Farbstoff-Vorläuferverbindungen erzeugt werden, beispiels
weise nach dem sog. Silber-Farbstoff-Ausbleichverfahren, wie es
näher beispielsweise beschrieben wird von A. Meyer in der Zeit
schrift "The Journal of Photographic Science", Band 13, 1965,
Seiten 90-97.
Bei der Herstellung von Farbbildern, ausgehend von Silberhalogenid
enthaltenden photographischen Aufzeichnungsmaterialien ist es
üblich, das entwickelte Silber durch Bleichen zu entfernen. Die
Entfernung des entwickelten Silbers läßt sich durch Einführung
eines Bleichbeschleunigers oder einer entsprechenden Vorläufer
verbindung in eine Entwicklungslösung oder in eine Schicht des
Aufzeichnungsmaterials beschleunigen. In manchen Fällen kann die
Menge an Silber, das durch Entwicklung erzeugt wird, klein sein
im Vergleich zu der Menge an erzeugtem Farbstoff, insbesondere
im Falle von Farbbild-Verstärkungsverfahren, wie oben beschrieben,
weshalb das Ausbleichen des Silbers ohne wesentlichen visuellen
Effekt entfallen kann. In anderen Fällen wiederum kann das Silber
bild erhalten bleiben und das Farbstoffbild wird dazu verwendet,
um die durch das Silberbild erzeugte Dichte zu verstärken oder
zu ergänzen. Im Falle von durch Farbstoffe verstärken Silber
bildern hat es sich normalerweise als vorteilhaft erwiesen, einen
neutralen Farbstoff zu erzeugen, oder aber eine Kombination
von Farbstoffen, die gemeinsam ein neutrales Bild ergeben.
Wie bereits dargelegt, eignen sich die erfindungsgemäßen Auf
zeichnungsmaterialien in vorteilhafter Weise zur Herstellung von
Mehrfarbbildern. Ganz allgemein läßt sich jedes bekannte Auf
zeichnungsmaterial für die Herstellung von Mehrfarbbildern mit
mindestens einer Silberhalogenidemulsionsschicht erfindungsgemäß
dadurch verbessern, daß man zu seiner Herstellung eine der be
schrieben Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses verwendet. Dies
bedeutet, daß sich die beschriebenen Emulsionen sowohl zur Her
stellung von Farbbildern nach dem additiven Mehrfarbverfahren als
auch zur Herstellung von Farbbildern nach dem subtraktiven Farb
verfahren eignen. Die beschriebenen Emulsionen können zusätzliche
Schichten bilden oder anstatt üblicher Emulsionen eingesetzt werden.
Zur Herstellung von Mehrfarbbildern nach dem additiven Mehrfarb
verfahren läßt sich ein erfindungsgemäßes, zur Herstellung eines
Silberbildes geeignetes Aufzeichnungsmaterial beispielsweise in
Kombination mit einer Filteranordnung mit blauen, grünen und roten
Filterelementen einsetzen. Dabei wird ein erfindungsgemäßes Auf
zeichnungsmaterial mit einer panchromatisch sensibilisierten Silber
bromidiodidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
eines hohen Aspektverhältnisses bildweise durch die additive pri
märe Filteranordnung belichtet. Nach der Entwicklung des Auf
zeichnungsmaterials unter Erzeugung eines Silberbildes und Be
trachtung durch die Filteranordnung ergibt sich ein mehrfarbiges
Bild. Derartige Bilder lassen sich am besten durch Projizieren
betrachten. Infolgedessen haben entweder sowohl das Aufzeichnungs
material und die Filteranordnung jeweils einen oder beide zusammen
einen gemeinsamen transparenten Träger.
Besondere Vorteile ergeben sich bei Verwendung der beschriebenen
Emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses zur Herstellung von photographischen Mehr
farbaufzeichnungsmaterialien für die Herstellung von Mehrfarb
bildern aus Kombinationen von subtraktiven primären Bildfarb
stoffen. Derartige Aufzeichnungsmaterialien bestehen in der
Regel aus einem Schichtträger und in typischer Weise mindestens
einer auf den Träger aufgetragenen Triade von übereinander ange
ordneten Silberbromidiodidschichten für die getrennte
Aufzeichnung von blauem, grünem und rotem Licht in Form von gelben,
purpurroten bzw. blaugrünen Farbstoffbildern.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn in einem
Mehrfarbaufzeichnungsmaterial eine minus-blau-sensibilisierte
Silberbromidiodidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern mit hohem Aspektverhältnis mindestens eine der Emulsions
schichten bildet, die zur Aufzeichnung von grünem oder rotem Licht
in einer Triade von blau-, grün- und rotaufzeichnenden Emulsions
schichten eines Mehrfarbaufzeichnungsmaterials bestimmt ist. Die
Silberbromidiodidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern wird dabei in vorteilhafter Weise derart angeordnet, daß
auf sie während der Belichtung des Aufzeichnungsmaterials mit neu
tralem Licht bei 5500°K blaues Licht zusätzlich zu dem Licht auf
trifft, das die Emulsionsschicht aufzeichnen soll. Das Verhältnis
von blauem Licht zu minus-blauem Licht, das auf die Schicht auf
trifft, läßt sich in Form des Δ log E-Wertes ausdrücken, wobei
gilt:
Δ log E = log ET - log EB
worin bedeuten:
log E der Logarithmus der Exponierung mit grünem oder rotem
Licht, das die Emulsionsschicht aufzeichnen soll und
Log EB der Logarithmus der gleichzeitigen Exponierung mit blauem Licht, das auf die Emulsionsschicht mit den tafelförmigen Körnern auftrifft.
Log EB der Logarithmus der gleichzeitigen Exponierung mit blauem Licht, das auf die Emulsionsschicht mit den tafelförmigen Körnern auftrifft.
In allen Fällen ist, sofern nichts anderes angegeben ist, im
folgenden E in Lux · Sekunden (Meter · Candle · Sekunden) angegeben.
Δ log E kann weniger als 0,7, vorzugsweise weniger als 0,3 betragen,
wobei dennoch annehmbare Wiedergaben eines mehrfarbigen Gegenstandes
erreicht werden. Dies ist im Hinblick auf den hohen Anteil an
Körnern in den Emulsionsschichten des beschriebenen Typs mit einem
durchschnittlichen Durchmesser von größer als 0,7
µm überraschend. Wird zur Herstellung eines Aufzeichnungs
materials eine vergleichbare Silberhalogenidemulsion mit nicht-
tafelförmigen Silberhalogenidkörnern oder tafelförmigen Silber
halogenidkörnern mit niedrigem Aspektverhältnis bei gleicher
Halogenidzusammensetzung und gleichem mittleren Korndurchmesser
anstelle der Silberbromidiodidemulsion mit
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern mit hohem Aspektverhältnis
verwendet, so tritt eine stärkere und in der Regel nicht akzep
tierbare Farbverfälschung auf. Gemäß einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung bestehen mindestens die minus-blaues
Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten einer Triade von blau-,
grün- und rotaufzeichnenden Emulsionsschichten aus Silberbromid
iodidemulsionsschichten des hier beschriebenen Typs. Als vorteil
haft hat es sich des weiteren erwiesen, wenn auch die blauauf
zeichnende Emulsionsschicht der Triade aus einer Emulsionsschicht
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses - wie beschrieben - besteht. Gemäß einer weiteren
besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung haben die
tafelförmigen Körner, die in jeder der Emulsionsschichten einer
Triade vorhanden sind, und eine Dicke von weniger als 0,5 µm
aufweisen, einen durchschnittlichen Korndurchmesser von mindestens
1,0 µm, vorzugsweise mindestens 2 µm. In vorteilhafter
Weise weisen die erfindungsgemäßen Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien
des weiteren einen ISO-Empfindlichkeitsindex von mindestens 180
auf.
Ein erfindungsgemäßes Mehrfarbaufzeichnungsmaterial braucht keine
gelbe Filterschicht zwischen der Lichtquelle und den grünen und/
oder roten Emulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern eines hohen Aspektverhältnisses zum Schutz dieser Schichten
vor einer Blau-Belichtung aufzuweisen. Liegt dennoch eine gelbe
Filterschicht vor, so kann die Dichte der Schicht vermindert
werden, derart, daß ihre Dichte geringer ist als die der bisher
verwendeter gelben Filterschichten, um die rot- oder grünauf
zeichnenden Emulsionsschichten des Aufzeichnungsmaterials, das
zu Tageslicht-Belichtungen verwendet wird, vor der Einwirkung
von blauem Licht zu schützen. Gemäß einer weiteren besonders vor
teilhaften Ausgestaltung der Erfindung befindet sich zwischen den
grün- und/oder rotaufzeichnenden Emulsionsschichten einer Triade
und der Lichtquelle keine blauaufzeichnende Emulsionsschicht.
Infolgedessen kann das Aufzeichnungsmaterial praktisch frei
von blauabsorbierenden Stoffen zwischen den grünen und/oder
roten Emulsionsschichten und der auftreffenden, zur Belichtung
verwendeten Strahlung sein.
In einem erfindungsgemäßen Mehrfarbaufzeichnungsmaterial kann
somit lediglich eine der grün- oder rotaufzeichnenden Emulsions
schichten oder beide einer Triade aus einer Silberbromidiodid
emulsion mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern von hohem
Aspektverhältnis bestehen. In vorteilhafter Weise weist das
Mehrfarbaufzeichnungsmaterial jedoch mindestens drei separate
Emulsionsschichten für die Aufzeichnung von blauem Licht, grünem
Licht und rotem Licht auf. Die nicht aus den tafelförmigen Silber
bromidiodidemulsionsschichten bestehenden Emulsionsschichten können
infolgedessen aus anderen Emulsionsschichten aus für photo
graphische Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien üblichen Emulsions
schichten bestehen. Dies bedeutet, daß die anderen Emulsions
schichten, die nicht aus Silberbromidiodidemulsionsschichten mit
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern von hohem Aspektverhältnis
bestehen, aus Emulsionen erzeugt werden können, wie sie beispiels
weise näher beschrieben werden in der Literaturstelle "Research
Disclosure": Band 176, Nr. 17643, 1978, Abschnitt I.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
enthalten alle Emulsionsschichten des Aufzeichnungsmaterials
Silberbromidiodidkörner. Als besonders vorteilhaft hat es sich
erwiesen, wenn mindestens eine grünaufzeichnende Emulsionsschicht
und mindestens eine rotaufzeichnende Emulsionsschicht aus
Silberbromidiodidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern von hohem Aspektverhältnis besteht. Liegen in dem Auf
zeichnungsmaterial mehr als eine Emulsionsschicht zur Aufzeichnung
im grünen und/oder roten Bereich des Spektrums vor, so hat es sich
als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn mindestens die empfind
lichere Emulsionsschicht aus einer Emulsionsschicht mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern von hohem Aspektverhältnis besteht. Gemäß
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bestehen
alle Emulsionsschichten des Aufzeichnungsmaterials, nämlich die
blau-, grün- und rotaufzeichnenden Emulsionsschichten aus
Emulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines
hohen Aspektverhältnisses.
Die Erfindung ermöglicht die Herstellung photographischer Mehr
farbaufzeichnungsmaterialien, in denen die Empfindlichkeit und
der Kontrast der blau-, grün- und rotaufzeichnenden Emulsions
schichten stark variieren können. Die relative Blau-Unempfindlich
keit der grün oder rot spektral sensibilisierten Silberbromid
iodidemulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
von hohem Aspektverhältnis ermöglicht es, die grün- und/oder
rotaufzeichnenden Emulsionsschichten in den verschiedensten
Positionen des Mehrfarbaufzeichnungsmaterials anzuordnen, unabhängig
von den übrigen Emulsionsschichten und ohne Inanspruchnahme
üblicher Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz ihrer Exponierung durch
blaues Licht.
Erfindungsgemäße Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien eignen sich
insbesondere zur naturgetreuen Wiedergabe bei Belichtung mit
Tageslicht. Photographische Aufzeichnungsmaterialien dieses Typs
sind dadurch gekennzeichnet, daß sie blaue, grüne und rote Farb
aufzeichnungen von im wesentlichen einander angepaßtem Kontrast be
grenzter Empfindlichkeitsschwankung liefern, wenn sie einer
Lichtquelle von 5500°K (Tageslicht) exponiert werden. Der Ausdruck
"im wesentlichen einander angepaßtem Kontrast" bedeutet dabei,
daß sich die Blau-, Grün- und Rotaufzeichnungen im Kontrast um
weniger als 20%, vorzugsweise weniger als 10%, bezogen auf den
Kontrast der Blauaufzeichnung voneinander unterscheiden. Die
begrenzte Empfindlichkeitsschwankung der Blau-, Grün- und Rot
aufzeichnungen läßt sich ausdrücken als eine Empfindlichkeits
schwankung (Δ log E) von weniger als 0,3 log E, wobei die größte
Empfindlichkeitsschwankung zwischen der Empfindlichkeit der
grünen bzw. roten Aufzeichnung und der Empfindlichkeit der blauen
Aufzeichnung liegt.
Die Kontrast- und Empfindlichkeitsmessungen, die erforderlich für die
Bestimmung dieser Beziehungen des erfindungsgemäßen Aufzeichnungs
materials sind, lassen sich dadurch durchführen, daß man ein
photographisches Aufzeichnungsmaterial bei einer Farbtemperatur
von 5500°K durch einen spektral nicht-selektiven Stufenkeil,
beispielsweise ein Testobjekt aus Kohlenstoff belichtet und das
Aufzeichnungsmaterial vorzugsweise unter den empfohlenen Ent
wicklungsbedingungen entwickelt. Durch Messung der blauen, grünen
und roten Dichten des Aufzeichnungsmaterials für blaues Licht
einer Wellenlänge von 435,8 nm, grünes Licht einer Wellenlänge
von 546,1 nm und rotes Licht einer Wellenlänge von 643,8 nm,
wie näher beschrieben in dem amerikanischen Standard PH2.1-1952,
Herausgeber: American National Standards Institute (ANSI) 1430
Broadway, New York, N.Y. 10018, können blaue, grüne und rote
Charakteristikkurven für das Aufzeichnungsmaterial aufgezeichnet
werden. Weist das Aufzeichnungsmaterial einen reflektierenden
Schichtträger anstatt eines transparenten Schichtträgers auf,
so können anstatt der Transmissionsdichten Reflexionsdichten
gemessen werden. Aus den blauen, grünen und roten Charakteristik
kurven lassen sich Empfindlichkeit und Kontrast nach für den
Fachmann üblichen Verfahren ermitteln. Das im Einzelfalle ange
wandte Empfindlichkeits- und Kontrastmeßverfahren ist von wenig
Bedeutung, vorausgesetzt, daß die einzelnen Blau-, Grün- und Rot
aufzeichnungen in identischer Weise gemessen werden. Von dem
American National Standards Institute (ANSI) ist eine Vielzahl
von Standard-Sensitometer-Meßmethoden für photographische Mehr
farbaufzeichnungsmaterialien publiziert worden. Die folgenden
Meßverfahren: American Standard PH2.21-1979, PH2.47-1979 und
PH2.27-1979 sind repräsentativ.
Die erfindungsgemäßen photographischen Mehrfarbaufzeichnungs
materialien, die besonders naturgetreue Farbwiedergaben liefern,
wenn sie mit Tageslicht belichtet werden, bieten gegenüber üblichen
bekannten photographischen Aufzeichnungsmaterialien entsprechenden
Typs wesentliche Vorteile. In den erfindungsgemäßen Aufzeichnungs
materialien läßt sich die begrenzte Blauempfindlichkeit der spektral
Grün- und Rot-sensibilisierten tafelförmigen Silberbromidiodid
emulsionsschichten dazu ausnutzen, um die Blauempfindlichkeit
der blauaufzeichnenden Emulsionsschicht und die Blauempfindlichkeit
der minus-blau-aufzeichnenden Emulsionsschichten voneinander zu
trennen. Je nach dem speziellen Anwendungszweck kann die Ver
wendung von tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern in den grün-
und rotaufzeichnenden Emulsionsschichten per se zu einer wünschens
wert großen Trennung im Blau-Ansprechvermögen der blau- und minus-
blau-aufzeichnenden Emulsionsschichten führen.
In manchen Fällen kann es wünschenswert sein, die Trennung der
Blauempfindlichkeit von blau- und minus-blau-aufzeichnenden
Emulsionsschichten weiter zu erhöhen durch Verwendung üblicher
Blauempfindlichkeits-Trennmethoden, um die Blauempfindlichkeits
trennungen, die durch das Vorhandensein der tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner von hohem Aspektverhältnis erzielt werden, zu
ergänzen. Befindet sich beispielsweise in einem photographischen
Aufzeichnungsmaterial die empfindlichste grünaufzeichnende
Emulsionsschicht der Lichtquelle am nächsten und ist die empfind
lichste blauaufzeichnende Emulsionsschicht von der Lichtquelle am
weitesten entfernt, so läßt sich die Trennung der Blauempfind
lichkeiten der blau- und grünaufzeichnenden Emulsionsschichten,
selbst wenn ein Unterschied einer vollen Größenordnung (1,0 log E)
vorliegt, wenn die Emulsionen separat auf einen Träger aufgetragen
und belichtet werden, wirksam durch die Schichtenanordnung ver
mindern, da die grünaufzeichnende Emulsionsschicht das gesamte
blaue Licht während der Belichtung aufnimmt, die grünaufzeichnende
Schicht und andere darüberliegende Schichten jedoch einen Teil des
blauen Lichtes absorbieren oder reflektieren können, bevor es
die blauaufzeichnende Emulsionsschicht erreicht. In einem solchen
Falle kann die Verwendung eines höheren Iodidanteiles in der
blauaufzeichnenden Emulsionsschicht dazu benutzt werden, um die
tafelförmigen Silberbromidiodidkörner bei der Erhöhung der Blau
empfindlichkeitstrennung der blau- und minus-blau-aufzeichnenden
Emulsionsschichten zu unterstützen. Befindet sich eine blauauf
zeichnende Emulsionsschicht der Lichtquelle näher als die minus-
blau-aufzeichnende Emulsionsschicht, so kann ein zwischen der blau-
und der minus-blau-aufzeichnenden Emulsionsschicht unterge
brachtes gelbes Filtermaterial beschränkter Dichte dazu ver
wendet werden, um die Blau- und Minus-Blau-Trennung zu erhöhen.
In keinem Falle jedoch ist es erforderlich, eine der üblichen
Empfindlichkeitstrennmethoden in einem Ausmaße anzuwenden, die
zu einem Unterschied in der Blauempfindlichkeitstrennung von bis
zu einer Größenordnung führt, wie es bisher gefordert wurde.
Die Anwendung derartiger Methoden ist jedoch nicht auszuschließen,
wenn eine ausgesprochen starke Blau- und Minus-Blau-Empfindlichkeits
trennung für einen ganz speziellen Anwendungszweck erwünscht
ist. Die vorliegende Erfindung ermöglicht somit die Herstellung
von Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien für die naturgetreue Farb
wiedergabe bei Belichtung unter Tageslichtbedingungen, wobei eine
größere Freiheit beim Aufbau des Aufzeichnungsmaterials bezüglich
der Schichtenanordnung erreicht wird, als es bisher möglich war.
In vorteilhafter Weise kann ein erfindungsgemäßes Mehrfarbauf
zeichnungsmaterial auch aus in für Farbaufzeichnungsmaterialien üblichen
farbbildenden Schichteneinheiten aufgebaut sein.
So kann das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial beispielsweise
drei übereinander angeordnete farbbildende Schichteneinheiten auf
weisen, wovon eine jede mindestens eine Silberhalogenidemulsions
schicht aufweist, die Licht eines verschiedenen Drittels des
Spektrums aufzuzeichnen vermag und wovon eine jede ein komplementäres
subtraktives primäres Farbstoffbild liefert. Dies bedeutet, daß
im Falle eines solchen Aufzeichnungsmaterials blau-, grün- und rot
aufzeichnende farbbildende Schichteneinheiten vorhanden sind, die
gelbe, purpurrote bzw. blaugrüne Farbstoffbilder zu liefern ver
mögen. In den farbbildenden Schichteneinheiten brauchen Farb
stoffe liefernde Verbindungen nicht zugegen sein. Sie können aus
bei der Farbentwicklung angewandten Entwicklungslösungen zugeführt
werden. Liegen Bildfarbstoffe liefernde Verbindungen im Aufzeichnungs
material vor, so können sie in den Emulsionsschichten selbst oder
in Schichten untergebracht sein, die so angeordnet sind, daß die
Farbbildner mit oxidierter Entwicklerverbindung oder einem Elek
tronenübertragungsmittel aus einer benachbarten Emulsionsschicht
der gleichen farbbildenden Schichteneinheit in Kontakt treten können.
Um eine Wanderung von oxidierter Entwicklerverbindung oder von
Elektronenübertragungsmittel zwischen farbbildenden Schichten
einheiten unter verschlechterter Farbwiedergabe zu verhindern,
können in üblicher bekannter Weise sog. Abfangverbindungen
eingesetzt werden. Diese Abfangverbindungen können in den
Emulsionsschichten selbst untergebracht werden, wie es beispiels
weise aus der US-PS 2 937 086 bekannt ist oder in Zwischenschichten
zwischen einander benachbarten farbbildenden Schichteneinheiten,
wie es beispielsweise in der US-PS 2336 327 beschrieben wird.
Eine jede der farbbildenden Schichteneinheiten kann eine, zwei,
drei oder noch mehr Emulsionsschichten aufweisen, die sich in
ihrer photographischen Empfindlichkeit voneinander unterscheiden.
Wenn es die gewünschte Schichtenanordnung nicht zuläßt, daß
mehrere Emulsionsschichten, die sich durch ihre Empfindlichkeit
voneinander unterscheiden, in einer farbbildenden Schichten
einheit angeordnet werden, so können mehrere, gewöhnlich zwei
oder drei blau-, grün- und/oder rotaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheiten in einem photographischen Aufzeichnungs
material vorhanden sein.
Wie bereits dargelegt, besteht im Falle eines erfindungsgemäßen
Mehrfarbaufzeichnungsmaterials mindestens eine grün- oder rot
aufzeichnende Emulsionsschicht aus einer Schicht mit tafel
förmigen Silberbromidiodidkörnern. Sie kann dabei
derart angeordnet sein, daß sie einen erhöhten Anteil des blauen
Lichtes bei der bildweisen Belichtung des Aufzeichnungsmaterials
aufnimmt. Der erhöhte Anteil an blauem Licht, der die Emulsions
schicht mit den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses erreicht, kann sich aus einer verminderten
Blaulicht-Absorption durch eine über der Schicht liegende Gelb
filterschicht ergeben oder vorzugsweise durch vollständige
Eliminierung der Gelbfilterschicht oder -schichten. Der erhöhte
Anteil an blauem Licht, das die Silberbromidiodidemulsionsschicht
mit den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern erreicht, kann sich
ebenfalls aus einer Umordnung der farbbildenden Schichteneinheit
ergeben, in der die Schicht näher der Lichtquelle angeordnet ist.
So können beispielsweise die grün- und rotaufzeichnenden farb
bildenden Schichteneinheiten mit grün- und rotaufzeichnenden
Emulsionsschichten mit Silberbromidiodidkörnern von hohem Aspekt
verhältnis der Lichtquelle näher angeordnet sein als eine
blauaufzeichnende farbbildende Schichteneinheit.
Abgesehen von dem Vorhandensein mindestens einer Silberbromid
iodidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
der beschriebenen Merkmale, kann ein erfindungsgemäßes Mehrfarb
aufzeichnungsmaterial in seinem Aufbau einem der üblichen bekannten
farbphotographischen Aufzeichnungsmaterialien entsprechen. Bei
spielsweise kann die Schichtenanordnung einer der sechs möglichen
Schichtenanordnungen entsprechen, die aus dem Buch von
Gorokhovskii, "Spectral Studies of the Photographic Process",
Verlag Focal Press, New York, Seite 211, Tabelle 27a, bekannt
sind.
Beispielsweise ist es möglich, bei der Herstellung eines üblichen
Mehrfarb-Silberhalogenidaufzeichnungsmaterials eine oder mehrere
Emulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines
hohen Aspektverhältnisses, die gegenüber dem Minus-Blaubereich
des Spektrums sensibilisiert sind, zusätzlich hinzuzufügen und
so anzuordnen, daß auf diese Schicht oder Schichten die zur
Belichtung verwendete Strahlung eher auftrifft als auf die
übrigen Emulsionsschichten. In den meisten Fällen hat es sich
jedoch als besonders vorteilhaft erwiesen, eine oder mehrere
minus-blau-aufzeichende Emulsionsschichten üblicher Aufzeichnungs
materialien durch ein oder mehrere minus-blau aufzeichnende
Emulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
eines hohen Aspektverhältnisses zu ersetzen, ggf. in Kombination
mit einer Modifizierung oder Veränderung der Schichtenanordnung.
Alternative Schichtenanordnungen lassen sich am besten durch die
folgenden schematischen Darstellungen veranschaulichen, die
vorteilhafte Schichtenanordnungen erfindungsgemäßer Aufzeichnungs
materialien beschreiben.
In den vorstehenden Schichtenanordnungen bedeuten:
B, G und R kennzeichnen blau-, grün- und rotaufzeichnende farbbildende Schichteneinheiten oder Schichten vom üblichen Typ;
T bedeutet, daß die Emulsionsschicht oder Emulsionsschichten ausgehend von Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses, wie beschrieben, hergestellt worden sind;
HE bedeutet, daß die farbbildende Schichteneinheit oder farbbildende Schicht eine höhere photographische Empfindlichkeit aufweist als mindestens eine andere farbbildende Schichten einheit oder Schicht, die Licht des gleichen Drittels des Spektrums in der gleichen Schichtanordnung aufzeichnet;
WE bedeutet, daß die betreffende farbbildende Schichteneinheit oder Schicht eine geringere Empfindlichkeit aufweist als mindestens eine andere farbbildende Schichteneinheit bzw. Schicht, die Licht des gleichen Drittels des Spektrums in der gleichen Schichtenanordnung aufzeichnet;
ZWS kennzeichnet eine Zwischenschicht mit einer Abfangverbindung, die jedoch frei von gelben Filterstoffen ist.
B, G und R kennzeichnen blau-, grün- und rotaufzeichnende farbbildende Schichteneinheiten oder Schichten vom üblichen Typ;
T bedeutet, daß die Emulsionsschicht oder Emulsionsschichten ausgehend von Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses, wie beschrieben, hergestellt worden sind;
HE bedeutet, daß die farbbildende Schichteneinheit oder farbbildende Schicht eine höhere photographische Empfindlichkeit aufweist als mindestens eine andere farbbildende Schichten einheit oder Schicht, die Licht des gleichen Drittels des Spektrums in der gleichen Schichtanordnung aufzeichnet;
WE bedeutet, daß die betreffende farbbildende Schichteneinheit oder Schicht eine geringere Empfindlichkeit aufweist als mindestens eine andere farbbildende Schichteneinheit bzw. Schicht, die Licht des gleichen Drittels des Spektrums in der gleichen Schichtenanordnung aufzeichnet;
ZWS kennzeichnet eine Zwischenschicht mit einer Abfangverbindung, die jedoch frei von gelben Filterstoffen ist.
Eine jede höherempfindliche oder geringer empfindliche farb
bildende Schichteneinheit oder Schicht kann sich in ihrer
photographischen Empfindlichkeit von einer anderen farbbildenden
Schichteneinheit oder Schicht, die Licht des gleichen Drittels
des Spektrums aufzeichnet, unterscheiden als Folge ihrer Position in
der Schichtenanordnung, ihrer ihr eigenen Empfindlichkeits
eigenschaften oder einer Kombination hiervon.
In den Schichtenanordnungen I-IX ist die Lage des Schicht
trägers nicht dargestellt. Der Praxis entsprechend befindet
sich der Schichtträger in den meisten Fällen von der Lichtquelle
am weitesten entfernt, d. h. unerhalb der dargestellten Schichten.
Ist der Schichtträger farblos und für gerichtete Strahlung durch
lässig, d. h. transparent, so kann er
auch zwischen der Lichtquelle und den angegebenen Schichten
angeordnet sein. Dies bedeutet, daß der Schichtträger zwischen
der Lichtquelle und jeder farbbildenden Schichteneinheit liegen
kann, die zur Aufzeichnung von Licht bestimmt ist, für das der
Schichtträger durchlässig ist.
Die Schichtenanordnung I weist kein gelbes Filtermaterial auf.
In für Aufzeichnungsmaterialien mit einer Gelbfilterschicht
üblichen Praxis befindet sich die blauaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit jedoch der Lichtquelle am nächsten. Im Falle
eines Aufzeichnungsmaterials des beschriebenen Typs kann im
einfachsten Falle jede farbbildende Schichteneinheit aus einer
einzelnen Silberhalogenidemulsionsschicht bestehen. Jede der
farbbildenden Schichteneinheiten kann jedoch auch zwei, drei
oder noch mehr verschiedene Silberhalogenidemulsionsschichten
aufweisen. Wird eine Triade von Emulsionsschichten mit jeweils
der höchsten Empfindlichkeit aus den jeweiligen Schichtenein
heiten verglichen, so ist ihr Kontrast vorzugsweise im
wesentlichen einander angepaßt und die photographische Empfind
lichkeit der grün- und rotaufzeichnenden Emulsionsschichten unter
scheidet sich von der Empfindlichkeit der blauaufzeichnenden
Emulsionsschicht durch weniger als 0,3 log E. Liegen zwei, drei
oder noch mehr Emulsionsschichten vor, die sich in jeder farb
bildenden Schichteneinheit in ihrer Empfindlichkeit voneinander
unterscheiden, so liegen vorzugsweise zwei, drei oder noch mehr
Triaden von Emulsionsschichten in der Schichtenanordnung I mit
dem angegebenen Kontrast- und Empfindlichkeitsverhältnis vor.
Die Abwesenheit eines gelben Filtermaterials unterhalb der
blauaufzeichnenden farbbildenden Einheit erhöht die photographische
Empfindlichkeit dieser Einheit.
Im Falle der Schichtenanordnung I ist es nicht erforderlich, daß
die Zwischenschichten frei von einem gelben
Filtermaterial sind. Beispielsweise können weniger als übliche
Konzentrationen an gelbem Filtermaterial zwischen den blau- und
grünaufzeichnenden farbbildenden Einheiten untergebracht werden,
ohne dabei von den Lehren der Erfindung abzuweichen. Weiterhin
kann die Zwischenschicht, die die grün- und rotaufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheiten voneinander trennt, bis zu
üblichen Mengen an gelben Filtermaterial enthalten, ohne von
den Lehren der Erfindung abzuweichen. In dem Falle, in dem
übliche Konzentrationen an gelbem Filtermaterial verwendet werden,
ist die rotaufzeichnende farbbildende Einheit nicht beschränkt
auf die Verwendung von tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern,
wie oben beschrieben, sondern kann vielmehr jede übliche Form
aufweisen, unter Berücksichtigung der angegebenen Kontrast- und
Empfindlichkeitsbetrachtungen.
Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, sollen im folgenden
bei der Erörterung dem Schichtenanordnungen II-IX nur solche
Merkmale erörtert werden, die von den Merkmalen der Schichten
anordnung I abweichen.
Im Falle der Schichtenanordnung II sind anstelle von höher
empfindlichen und geringer empfindlichen blau-, rot- oder grün
aufzeichnenden Emulsionsschichten in der gleichen farbbildenden
Schichteneinheit zwei separate blau-, grün- und rotaufzeichnende
farbbildende Schichteneinheiten vorgesehen. Lediglich die Emulsions
schicht oder die Emulsionsschichten der empfindlicheren farb
bildenden Einheiten enthalten tafelförmige Silberbromidiodid
körner des beschriebenen Typs. Die weniger empfindlicheren grün-
und rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten sind
aufgrund ihrer geringeren Empfindlichkeiten wie auch aufgrund
der darüberliegenden empfindlicheren blauaufzeichnenden Schichten
einheit vor einer Blau-Belichtung geschützt, ohne daß ein gelbes
Filtermaterial verwendet wird. Die Verwendung von Silberbromid
iodidemulsionen mit Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses in der Emulsionsschicht oder den Emulsionsschichten
der weniger empfindlichen grün- und/oder rotaufzeichnenden farb
bildenden Einheiten ist dabei natürlich nicht ausgeschlossen.
Dadurch, daß die empfindlichere rotaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit über der weniger empfindlichen grünaufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheit angeordnet ist, läßt sich eine
Erhöhung der Empfindlichkeit erreichen, wie es beispielsweise
aus der US-PS 4 184 876 und den DE-OS 27 04 797, 26 22 923,
26 22 924 und 27 04 826 bekannt ist.
Die Schichtenanordnung III unterscheidet sich von der Schichten
anordnung I dadurch, daß die blauaufzeichnende Schichteneinheit
sich von der Lichtquelle am weitesten entfernt befindet. Die
grünaufzeichnende farbbildende Schichteneinheit befindet sich
der Lichtquelle am nächsten und die rotaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit befindet sich zwischen der grün- und der blau
aufzeichnenden Schichteneinheit. Diese Anordnung hat sich als
besonders vorteilhaft für die Erzeugung von scharfen, hoch
wertigen Mehrfarbbildern erwiesen. Die grünaufzeichnende Schichten
einheit, die den wichtigsten visuellen Beitrag bei der Farb
bildherstellung liefert, kann als Folge davon, daß sie der Licht
quelle am nächsten liegt, ein sehr scharfes Bilde erzeugen,
da keine über der grünaufzeichnenden Schicht angeordnete Schichten
vorhanden sind, die zu einer Lichtstreuung führen können. Die
rotaufzeichnende farbbildende Schichteneinheit, die den nächst
wichtigsten visuellen Beitrag bei der Farbbildherstellung liefert,
empfängt Licht, das lediglich durch die grünaufzeichnende farb
bildende Schichteneinheit gelangt ist, und infolgedessen noch
nicht in einer blauaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit
gestreut worden ist. Obgleich die blauaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit im Vergleich zur Schichtenanordnung I benach
teiligt ist, beeinträchtigt doch der Schärfeverlust die Vorteile,
die mit den grün- und rotaufzeichnenden farbbildenden Schichten
einheiten erzeugt werden, nicht, da die blauaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit den bei weitem geringsten visuellen Beitrag
bei der Bildherstellung liefert.
Die Schichtenanordnung IV unterscheidet sich von der Schichten
anordnung III im wesentlichen dadurch, daß sie grün- und rot
aufzeichnende farbbildende Schichteneinheiten aufweist, die
separate, stärker empfindlichere und weniger empfindlichere
tafelförmige Emulsionen mit hohem Aspektverhältnis aufweisen. Die
Schichtenanordnung V unterscheidet sich von der Schichtenanordnung
IV dadurch, daß eine weitere blauaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit über den weniger empfindlicheren grün-, rot-
und blauaufzeichnenden färbbildenden Schichteneinheiten angeordnet
ist. Die empfindlichere blauaufzeichnende Schichteneinheit enthält
dabei eine Silberbromidiodidemulsionsschicht mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses, wie oben
beschrieben. Die empfindlichere blauaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit absorbiert in diesem Falle blaues Licht und
vermindert den Anteil an blauem Licht, das auf die weniger
empfindlichen grün- und rotaufzeichnenden bilderzeugenden Schichten
einheiten auftrifft. In einer abgewandelten Form weisen die weniger
empfindlichen grün- und rotaufzeichnenden farbbildenden Schichten
einheiten keine Emulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern eines hohen Aspektverhältnisses auf.
Die Schichtenanordnung VI unterscheidet sich von der Schichten
anordnung IV in der Anordnung einer blauaufzeichnenden farbbildenden
Schichteneinheit mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
zwischen den grün- und rotaufzeichnenden farbbildenden
Schichteneinheiten und der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle.
Wie oben dargelegt, kann die blaues Licht aufzeichnende
farbbildende Schichteneinheit mit tafelförmigen Silberbromidiodiden
aus einer oder mehreren blauaufzeichnenden Emulsionsschichten mit
tafelförmigen Silberbromidiodiden bestehen und in dem Falle, in
dem mehrere blaues Licht aufzeichnende Emulsionsschichten zugegen
sind, können sich diese in ihrer Empfindlichkeit voneinander
unterscheiden. Um die weniger günstige Position zu kompensieren,
welche die rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten
einnehmen würden, unterscheidet sich die Schichtenanordnung VI
des weiteren von der Schichtenanordnung IV darin, daß eine zweite
empfindlichere rotes Licht aufzeichnende farbbildende Schichteneinheit
vorgesehen ist, die zwischen der blaues Licht aufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheit mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern und der zur Belichtung verwendeten Licht
quelle angeordnet ist. Im Hinblick auf die günstigere Position,
welche die zweite empfindlichere rotes Licht aufzeichnende
farbbildende Schichteneinheit mit den tafelförmigen Körnern
einnimmt, ist sie empfindlicher als die erste empfindlichere
rotaufzeichnende Schichteneinheit, wenn die beiden empfindlicheren
rotaufzeichnenden Schichteneinheiten aus gleichen Emulsionen
aufgebaut sind. Zu bemerken ist dabei natürlich, daß die erste
und die zweite empfindlichere rotaufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit mit tafelförmigen Körnern, falls erwünscht, von
gleichen oder verschiedenen Emulsionen erzeugt werden kann, und
daß ihre relativen Empfindlichkeiten nach üblichen bekannten
Methoden eingestellt werden können. Anstatt der Verwendung von
zwei vergleichsweise empfindlichen rotes Licht aufzeichnenden
Schichteneinheiten, wie dargestellt, kann die zweite empfindliche
rotes Licht aufzeichnende Schichteneinheit ggf. auch durch eine
zweite empfindliche grünes Licht aufzeichnende farbbildende
Schichteneinheit ersetzt werden. Die Schichtenanordnung VII kann
der Schichtenanordnung VI entsprechen, unterscheidet sich jedoch
dadurch von der Schichtenanordnung VI, daß sowohl eine zweite
empfindliche rotaufzeichnende farbbildende Schichteneinheit
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern zugegen ist, wie auch
eine zweite empfindliche grünaufzeichnende farbbildende Schichten
einheit mit tafelförmigen Körnern zwischen der zur Belichtung
verwendetet Lichtquelle und der blaues Licht aufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheit mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern.
Bei den Schichtenanordnungen VIII und IX handelt es sich um
übliche Schichtenanordnungen, in denen die Zwischenschichten
unterhalb der Schichten, die blaues Licht aufzeichnen, einen
gelben Filter aufweisen. Im Falle dieser Schichtenanordnungen
jedoch, befindet sich eine Silberbromidiodidemulsionsschicht
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle am
nächsten. Die zur Herstellung dieser Schichten verwendeten
Emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern können
zur Aufzeichnung von rotem Licht, wie angegeben, sensibilisiert
sein, gegenüber der Aufzeichnung von grünem Licht sensibilisiert
sein oder in Paaren von Schichten sensibilisiert sein, um rotes
bzw. grünes Licht aufzuzeichnen.
Abgesehen von den beispielsweise dargestellten Schichtenanordnungen
I-IX sind viele andere vorteilhafte Schichtenanordnungen möglich.
In jeder der verschiedenen Schichtenanordnungen können beispiels
weise entsprechende grün- und rotaufzeichnende farbbildende Schich
teneinheiten ausgetauscht werden, d. h. die empfindlicheren
rot- und grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten können
ihre Position in den verschiedenen Schichtenanordnungen tauschen,
wobei zusätzlich oder alternativ die weniger empfindlichen grün-
und rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten ihre
Position tauschen können.
Obgleich photographische Emulsionen, die zur Herstellung von
mehrfarbigen Bildern bestimmt sind, die aus einer Kombination
von subtraktiven primären Farbstoffen aufgebaut sind, normaler
weise in Form einer Vielzahl von übereinander angeordneten
Schichten mit einverleibten Farbstoffe bildenden Verbindungen ver
wendet werden, beispielsweise mit Farbstoffe liefernden Kupplern,
ist dies doch in keiner Weise erforderlich. Vielmehr ist es auch
möglich, beispielsweise drei farbbildende Komponenten, normaler
weise als "Packs" bezeichnet, die teils eine Silberhalogenid
emulsion für die Aufzeichnung von Licht eines Drittels des sicht
baren Spektrums und einen Farbkuppler, der zur Bildung eines
komplementären subtraktiven primären Farbstoffes befähigt ist,
enthalten, in einer einzelnen Schicht eines photographischen
Aufzeichnungsmaterials zur Erzeugung eines mehrfarbigen Bildes
unterzubringen. Aufzeichnungsmaterialien dieses Typs, d. h. sog.
mehrfarbige Mischpaket-Aufzeichnungsmaterialien sind beispiels
weise aus den US-PS 2 698 794 und 2 843 489 bekannt.
Wie bereits dargelegt, ist es die vergleichsweise starke Trennung
der Blau- und Minus-Blau-Empfindlichkeiten der grün- und rotauf
zeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten mit Silberbromid
iodidemulsionsschichten mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern,
welche die Verminderung oder Eliminierung von gelbem Filtermaterial
und/oder die Verwendung neuer Schichtenanordnungen ermöglicht.
Ein Verfahren, das angewandt werden kann, um ein quantitatives
Maß des relativen Ansprechvermögens von grün- und rotaufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheiten gegenüber blauem Licht in mehr
farbigen photographischen Aufzeichnungsmaterialien zu erlangen,
besteht darin, einen Abschnitt des photographischen Mehrfarb
aufzeichnungsmaterials durch einen Stufenkeil zu belichten, und
zwar mit einer neutrales Licht aussendenden Lichtquelle, d. h.
Licht von 5500°K und den Abschnitt daraufhin zu entwickeln.
Ein zweiter Abschnitt wird in entsprechender Weise belichtet
mit der Ausnahme jedoch, daß zwischen Aufzeichnungsmaterial und
Lichtquelle ein Wratten-Filter Nr. 98 angeordnet wird, das
lediglich Licht von Wellenlängen zwischen 400 und 490 nm durch
läßt. Der Abschnitt wird dann in gleicher Weise entwickelt.
Unter Benutzung von blauen, grünen und roten Transmissionsdichten,
bestimmt nach dem American Standard PH2.1-1952, wie oben beschrieben,
lassen sich für jeden Abschnitt drei Farbstoff-Charakteristik
kurven aufzeichnen. Die Unterschiede Δ und Δ′ in der Blau
empfindlichkeit der blauaufzeichnenden farbbildenden Schichten
einheit(en) und der Blauempfindlichkeit der grün- oder rotauf
zeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en) lassen sich aus
den folgenden Beziehungen ermitteln:
(A) Δ = (BW98 - GW98) - (BN - GN) oder
(B) Δ′ = (BW98 - RW98) - (BN - RN)
worin bedeuten:
BW98 die Blauempfindlichkeit der blauaufzeichnenden farb
bildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das
Wratten-Filter Nr. 98;
GW98 die Blauempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farb bildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 98;
RW98 die Blauempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 98;
BN die Blauempfindlichkeit der blauaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet mit neutralem (5500°K) Licht;
GN die Grünempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet mit neutralem Licht (5500°K) und
RN die Rotempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet mit neutralem Licht (5500°K).
GW98 die Blauempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farb bildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 98;
RW98 die Blauempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 98;
BN die Blauempfindlichkeit der blauaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet mit neutralem (5500°K) Licht;
GN die Grünempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet mit neutralem Licht (5500°K) und
RN die Rotempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet mit neutralem Licht (5500°K).
Die vorstehende Beschreibung ordnet den blau-, grün- und rot
aufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten blaue, grüne und
rote Dichten zu und ignoriert eine unerwünschte spektrale Ab
sorption durch die gelben, purpurroten und blaugrünen Farbstoffe.
Eine derartige unerwünschte spektrale Absorption ist kaum von
einer ausreichenden Größenordnung, um die erzielten Ergebnisse
für den hier erforderlichen Zweck zu beeinträchtigen.
Die besonders vorteilhaften erfindungsgemäßen Mehrfarbaufzeichnungs
materialien weisen in Abwesenheit eines jeden gelben Filter
materials eine Blauempfindlichkeit als Folge der blauaufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheiten auf, die mindestens dem 6fachen,
vorzugsweise dem 8fachen und in optimaler Weise mindestens dem
10fachen der Blauempfindlichkeit der grün- und/oder rotauf
zeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten mit Silberbromidiodid
emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses entspricht.
Zu Vergleichszwecken soll im folgenden ein Beispiel veranschaulichen,
daß ein übliches photographisches Mehrfarbaufzeichnungsmaterial
ohne Gelbfilterschicht eine Blauempfindlichkeitsdifferenz zwischen
der blauaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit und der
grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en) von weniger
als dem 4fachen (0,55 log E) im Vergleich zu nahezu dem 10fachen
(0,95 log E) im Falle eines vergleichbaren Mehrfarbaufzeichnungs
materials der Erfindung aufweist. Dieser Vergleich veranschaulicht
die vorteilhafte Verminderung der Blauempfindlichkeit von grün
aufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten, die sich er
findungsgemäß durch Verwendung von Silberbromidiodidemulsionen
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses erzielen läßt.
Ein weiteres Maß für die Trennung der Blau- und Minus-Blau-
Empfindlichkeiten eines photographischen Mehrfarbaufzeichnungs
materials nach der Erfindung besteht darin, die Grünempfindlich
keit einer grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit
oder die Rotempfindlichkeit einer rotaufzeichnenden farbbildenden
Schichteneinheit mit ihrer Blauempfindlichkeit zu vergleichen.
Dazu können die gleichen Belichtungs- und Entwicklungsverfahren,
wie oben beschrieben, angewandt werden mit der Ausnahme jedoch,
daß anstatt der Belichtung mit neutralem Licht eine Minus-Blau-
Belichtung durch Zwischenschaltung eines Wratten-Filters Nr. 9
erfolgt, der lediglich Licht jenseits von 490 nm durchläßt. Die
quantitativen Unterschiede Δ′′, und Δ′′, die sich bestimmen lassen,
sind:
(C) Δ′′ = GW9 - GW98 oder
(D) Δ′′ = RW98
worin
GW98 und RW98 die vorstehend angegebene Bedeutung haben und worin ferner
bedeuten:
GW9 die Grünempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 9 und
RW9 die Rotempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 9.
GW9 die Grünempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 9 und
RW9 die Rotempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheit(en), belichtet durch das Wratten-Filter Nr. 9.
Auch hier wird die unerwünschte spektrale Absorption durch die
Farbstoffe, da vergleichsweise unbedeutend, ignoriert.
Rot- und grünaufzeichnende farbbildende Schichteneinheiten mit
tafelförmigen Silberbromidiodidemulsionsschichten, wie oben be
schrieben, weisen einen Unterschied zwischen ihrer Empfind
lichkeit im blauen Bereich des Spektrums und ihrer Empfindlichkeit
in dem Teil des Spektrums, dem gegenüber sie spektral sensibili
siert sind (d. h. eine Differenz in ihren Blau- und Minus-Blau-
Empfindlichkeiten) von mindestens dem 10fachen (1,0 log E), vor
zugsweise von mindestens dem 20fachen (1,3 log E) auf. Beispiels
weise kann der Unterschied größer sein als das 20fache (1,35 log E),
während im Falle eines vergleichbaren üblichen photographischen
Mehrfarbaufzeichnungsmaterials ohne Gelbfiltermaterial der Unter
schied bei weniger als dem 10fachen (0,95 log E) liegt.
Bei einem Vergleich der quantitativen Beziehungen A zu B und
C zu D im Falle des gleichen Aufzeichnungsmaterials sind die
Ergebnisse nicht identisch, und zwar selbst dann nicht, wenn
die grün- und rotaufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten
identisch sind mit der Ausnahme, daß sie verschieden spektral
sensibilisiert sind. Der Grund hierfür besteht darin, daß in den
meisten Fällen auf die rotaufzeichnende farbbildende Schichten
einheit(en) Licht auftrifft, das die entsprechende grünauf
zeichnende farbbildende Schichteneinheit(en) bereits passiert hat.
Wird jedoch ein zweites Aufzeichnungsmaterials getestet, das
mit dem ersten identisch ist mit der Ausnahme, daß die ent
sprechenden grün- und rotaufzeichnenden farbbildenden Schichten
einheiten bezüglich ihrer Position verändert wurden, dann sollte
die rotaufzeichnende farbbildende Schichteneinheit(en) des zweiten
Aufzeichnungsmaterials Werte für die Beziehungen B und D liefern,
die praktisch identisch sind mit den Werten, welche die grün
aufzeichnende farbbildende Schichteneinheit des ersten Aufzeichnungs
materials für die Beziehung A und C liefert. Kürzer ausgedrückt:
Die Wahl der grünen Spektral-Sensibilisierung beeinflußt im Gegen
satz zur roten Spektral-Sensibilisierung die durch den obigen
quantitativen Vergleich erhaltenen Werte nicht wesentlich. Infolge
dessen ist es übliche Praxis, nicht zwischen grünen und roten
Empfindlichkeiten im Vergleich zur blauen Empfindlichkeit zu unter
scheiden, sondern vielmehr auf die Grün- und Rotempfindlichkeiten
als die Minus-Blau-Empfindlichkeit Bezug zu nehmen.
Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien
verwendeten tafelförmigen Silberbromidiodidemulsionen mit hohem
Aspektverhältnis sind weiterhin aufgrund ihrer verminderten Licht
streuung im Vergleich zu nicht-tafelförmigen Silberhalogenid
emulsionen und tafelförmigen Silberhalogenidemulsionen von geringem
Aspektverhältnis vorteilhaft. Wie bereits unter Bezugnahme auf
Fig. 2 erörtert, war seit langem bekannt, daß die Bildschärfe mit
steigender Dicke einer oder mehrerer Silberhalogenidemulsions
schichten abnimmt. Aus Fig. 2 ergibt sich des weiteren, daß die
laterale Komponente der Lichtstreuung (x und 2x) direkt mit dem
Winkel θ zunimmt. Bleibt der Winkel θ klein, so bleibt die laterale
Ablenkung von gestreutem Licht klein und die Bildschärfe bleibt
groß.
Vorteilhafte Schärfencharakteristika, die sich bei Verwendung
von tafelförmigen Silberhalogenidemulsionen mit hohem Aspekt
verhältnis erzielen lassen, beruhen auf der Verminderung einer
großwinkligen Lichtstreuung. Dies läßt dich quantiativ veran
schaulichen.
In Fig. 4 ist mit 1 eine Emulsionsschicht dargestellt, die auf
einem transparenten Schichtträger 3
in einer Silberbeschichtungsstärke von 1,08 g/m aufgetragen ist.
Schichtträger und Emulsion werden vorzugsweise in eine Flüssig
keit eingetaucht, die einen praktisch angepaßten Refraktions
index aufweist, um die Fresnel-Reflexionen an der Oberfläche
des Schichtträgers und der Emulsionsschicht auf ein Minimum zu
vermindern. Die Emulsionsschicht wird senkrecht zur Trägerebene
mittels einer Kollimator-Lichtquelle 5 belichtet. Der ausgestrahlte
Lichtstrahl, der im Punkt A auf die Emulsionsschicht auftrifft,
ist durch die gestrichelte Linie 7 dargestellt. Licht, das durch
den Schichtträger auf die Emulsionsschicht gelangt, kann in einer
konstanten Entfernung von der Emulsionsschicht auf einer halb
runden Oberfläche 9 abgetastet werden. Am Punkt B, der den
Schnittpunkt der Verlängerung des Lichtstrahles mit der halbrunden
Oberfläche darstellt, wird Licht eines maximalen Intensitäts
grades festgestellt.
Der Punkt C auf der halbrunden Oberfläche ist ein willkürlich
ausgesuchter Punkt. Die gestrichelte Linie zwischen A und C
bildet den Winkel Φ mit der Emulsionsschicht. Durch Bewegen
des Punkten C auf der halbrunden Oberfläche ist es möglich, den
Winkel Φ von 0 auf 90° zu verändern. Durch Messung der Intensität des
im Winkels Φ gestreuten Lichtes ist es möglich (aufgrund der
Symmetrie des um die optische Achse 7 gestreuten Lichtes) die
cumulative Lichtverteilung als Funktion des Winkels Φ zu be
stimmen. Bezüglich der Bestimmung der cumulativen Lichtverteilung
sei verwiesen auf die Arbeit von DePalma und Gasper "Determining
the Optical Properties of Photographic Emulsions by the Monte
Carlo Method", veröffentlicht in der Zeitschrift "Photographic
Science and Engineering", Band 16, Nr. 3, Mai-Juni 1971,
Seiten 181-191.
Nach Bestimmung der cumul 88350 00070 552 001000280000000200012000285918823900040 0002003241639 00004 88231ativen Lichtverteilung als Funktion
des Winkels Φ bei Werten von 0-90° für die Emulsionsschicht 1,
die aus einer der erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen er
zeugt wurde, wird das gesamte Verfahren wiederholt, doch mit
einer üblichen Emulsionsschicht des gleichen mittleren Korn
volumens und gleicher Silberbeschichtung auf einem anderen Teil
des Schichtträgers 3. Bei einem Vergleich der cumulativen Licht-
Verteilung als Funktion des Winkels Φ für die beiden Emulsions
schichten für Werte von Φ bis zu 70° (und in manchen Fällen bis
zu 80° und höher) läßt sich feststellen, daß die Menge an ge
streutem Licht im Falle der erfindungsgemäß verwenden Emulsion
geringer ist als im Falle der bekannten Emulsion. Im Falle der
Fig. 4 ergänzt der Winkel θ den Winkel Φ zu 90°. Der Streuungs
winkel ist der durch den Winkel θ angedeutete Winkel.
Aus dem gesagten ergibt sich, d,aß die erfindungsgemäß verwendeten
Emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern von hohem
Aspektverhältnis zu einer geringen großwinkligen Lichtstreuung
führen. Da es die großwinklige Lichtstreuung ist, die in unver
hältnismäßiger Weise zur Verminderung der Bildschärfe beiträgt,
folgt, daß die erfindungsgemäß verwendeten Silberbromidiodidemulsionen
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhält
nisses schärfere Bilder zu liefern vermögen.
Der hier später gebrauchte Ausdruck "Sammelwinkel" entspricht dem
Wert des Winkels θ, bei dem die Hälfte das Lichtes, das auf die
halbrunde Bestimmungsoberfläche auftrifft, innerhalb eines Be
zirkes unterhalb eines Konus liegt, der durch Rotation der Geraden
AC um die polare Achse in einem Winkel θ gebildet wird, während
die Hälfte des Lichtes, das auf die halbrunde Oberfläche auftrifft,
auf die Oberfläche des verbleibenden Bezirkes auftrifft.
Ohne Bindung an eine bestimmte Theorie, die die großwinkligen
Lichtstreuungseigenschaften der erfindungsgemäß verwendeten
Emulsionen erklärt, wird angenommen, daß die großen flachen
Hauptkristalloberflächen der tafelförmigen Silberbromidiodidkörner
mit hohem Aspektverhältnis wie auch die Orientierung der Körner
in den Emulsionsschichten zu der Verbesserung der Bildschärfe
führen. So wurde festgestellt, daß die tafelförmigen Silberbromidiodid
körner der Emulsionsschichten im wesentlichen mit der planaren
Trägeroberfläche, auf der die Körner angeordnet sind, ausgerichtet
sind. Dies bedeutet, daß Licht, welches senkrecht auf das photo
graphische Aufzeichnungsmaterial gerichtet wird, und auf die
Emulsionsschicht auftrifft, dazu neigt, auf die tafelförmigen
Silberbromidiodidkörner praktisch senkrecht zu einer der Haupt
kristalloberflächen aufzutreffen. Die Dünne der tafelförmigen
Körner wie auch ihre Orientierung nach der Beschichtung ermöglichen
die Erzeugung von Emulsionsschichten, die beträchtlich dünner
sind als aus üblichen bekannten Emulsionen hergestellte Schichten,
was auch zur Schärfe der hergestellten Bilder beiträgt. Die
erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen ermöglichen jedoch auch
die Herstellung von schärferen Bildern, wenn die Emulsionsschichten
die gleiche Dicke aufweisen wie übliche bekannte Emulsionsschichten.
Gemäß einer weiterer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
liegt der durchschnittliche Minimum-Korndurchmesser der erfindungs
gemäß verwendeten Emulsionen bei mindestens 1,0 µm, in be
sonders vorteilhafter Weise bei mindestens 3 µm. Sowohl eine
verbesserte Empfindlichkeit als auch eine verbesserte Schärfe
werden erreicht, wenn der mittlere Korndurchmesser erhöht wird.
Während die geeigneten maximalen durchschnittlichen Korndurch
messer sich mit der Körnigkeit, die in einem speziellen Anwendungs
fall toleriert werden kann, verändern, liegt der maximale durch
schnittliche Korndurchmesser der erfindungsgemäß verwendeten
tafelförmigen Silberbromidiodidemulsionen von hohem Aspektverhältnis
in allen Fällen bei weniger als 30 µm, vorzugsweise bei weniger
als 15 µm und ist in optimaler Weise nicht größer als 10 µm.
Abgesehen von den Schärfevorteilen, die bei dem oben angegebenen
mittleren Durchmesser erzielt werden, ist festzustellen, daß
bei Verwendung der beschriebenen tafelförmigen Silberbromidiodid
emulsionen mit hohem Aspektverhältnis eine Reihe von Nachteilen
vermieden wird, die bei üblichen bekannten Emulsionen mit diesen
großen mittleren Korndurchmessern auftreten. Zunächst ist fest
zustellen, daß es schwierig ist, übliche, nicht-tafelförmige
Emulsionen mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von über
2 µm herzustellen. Weiterhin ist bekannt, vgl. beispielsweise
Farnell, "The Journal of Photographic Science", Band 18, 1970,
Seiten 94-101, daß eine verminderte Empfindlichkeit bei mittleren
Korndurchmessern von über 0,8 µm zu beobachten ist. Schließlich
ist bei Verwendung von üblichen Emulsionen eines hohen mittleren
Korndurchmessers ein beträchtlich größeres Silbervolumen in jedem
Korn vorhanden, als im Falle von tafelförmigen Silberhalogenid
körnern eines vergleichbaren Durchmessers. Dies bedeutet, daß
wenn übliche bekannte Emulsionen nicht in höheren Silberbeschichtung
stärken verwendet werden, was natürlich ein beträchtlicher Nachteil
ist, die Körnigkeit bei üblichen bekannten Emulsionen mit einem
großen Korndurchmesser beträchtlich höher ist als im Falle der
erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen mit dem gleichen mittleren
Korndurchmesser. Weiterhin ist zu beachten, daß wenn übliche be
kannte Emulsionen mit einem großen Korndurchmesser verwendet werden,
und zwar mit oder ohne erhöhter Silberbeschichtungsstärke, dickere
Schichten erforderlich sind, entsprechend der Dicke der Körner mit
einem größeren Durchmesser. Die Dicke der tafelförmigen Silber
halogenidkörner kann jedoch sehr klein bleiben, und zwar auch dann,
wenn die Durchmesser der Körner über dem oben angegebenen Niveau
zur Erzielung der Schärfevorteile liegen. Weiterhin sind die
Schärfevorteile, die sich bei Verwendung der tafelförmigen Silber
bromidiodidkönner ergeben, teilweise eine Funktion der Kornformen
im Unterschied zu ihren mittleren Durchmessern und bieten auch
deshalb Schärfevorteile gegenüber üblichen nicht-tafelförmigen
Körnern.
Obgleich es möglich ist, eine verminderte großwinklige Streuung
bei Verwendung von Aufzeichnungsmaterialien mit einer Emulsions
schicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses zu erzielen, folgt nicht, daß eine verminderte
großwinklige Streuung notwendigerweise auch bei Mehrfarbauf
zeichnungsmaterialien zu realisieren ist. So läßt sich in be
stimmten Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien eine erhöhte Schärfe
bei Verwendung der tafelförmigen Silberbromidiodidemulsionen mit
hohem Aspektverhältnis erzielen, während im Falle anderer mehr
farbiger Aufzeichnungsmaterialien die tafelförmigen Silberbromidiodid
emulsionen mit hohem Aspektverhältnis die Schärfe der darunter
liegenden Emulsionsschichten ggf. zu vermindern vermögen.
In der dargestellten Schichtenanordnung I befindet sich die
blaues Licht aufzeichnende Emulsionsschicht der Lichtuelle am
nächsten und die darunterliegende grünaufzeichnende Emulsions
schicht ist eine Emulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern, wie sie erfindungsgemäß eingesetzt wird. Die grünauf
zeichnende Emulsionsschicht liegt wiederum auf der rotaufzeichnenden
Emulsionsschicht. Enthält die blauaufzeichnende Emulsionsschicht
Körner mit einem mittleren Durchmesser von 0,2-0,6 µm, was
typisch für viele nicht-tafelförmige Emulsionen ist, so tritt eine
maximale Streuung des Lichtes auf, das durch die Schicht gelangt,
und die grün- und rotaufzeichnenden Emulsionsschichten erreicht.
Ist Licht bereits gestreut, bevor es die grünaufzeichnende Emulsions
schicht mit den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses erreicht, so können die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner das Licht, das die Schicht passiert, und auf die
rotaufzeichnende Emulsionsschicht auftrifft, noch stärker streuen
als eine übliche Emulsionsschicht. Dies bedeutet, daß diese
spezielle Auswahl von Emulsionen und die getroffene Schichten
anordnung dazu führen, daß die Schärfe der rotaufzeichnenden
Emulsionsschicht stärker vermindert wird als in dem Falle, in dem
keine der erfindungsgemäß verwendbaren Emulsionen in der Schichten
anordnung zugegen ist.
Um die Schärfevorteile, die erfindungsgemäß erzielbar sind, in
einer Emulsionsschicht voll auszunutzen, die unter einer Silber
bromidiodidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
der beschriebenen Merkmale liegt, hat es sich infolgedessen als
vorteilhaft erwiesen, wenn die Silberbromidiodidemulsionsschicht mit
den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern derart angeordnet wird,
daß das auf sie auftreffende Licht frei von einer ins Gewicht
fallenden Streuung ist, d. h. vorzugsweise aus gerichtetem Licht
besteht. Anders ausgedrückt:
Im Falle erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien lassen sich Schärfeverbesserungen in Emulsionsschichten, die unter einer Emulsionsschicht mit tafelförmigem Silberbromidiodidkörnern liegen, am besten realisieren, wenn die Emulsionsschicht mit den tafel förmigen Silberbromidiodidkörnern selbst nicht unter einer zu Lichtstreuungen führenden Schicht liegt. Liegt beispielsweise eine grünaufzeichnende Emulsionsschicht mit tafelförmigen Silber bromidiodidkörnern der beschriebenen Merkmale über einer rotauf zeichnenden Emulsionsschicht und unter einer Lippmann-Emulsions schicht und/oder einer blaufaufzeichnenden Silberbromidiodidemulsions schicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses, so wird die Schärfe der rotaufzeichnenden Emulsionsschicht durch das Vorhandensein der aufliegenden tafel förmigen Emulsionsschicht oder -schichten verbessert. Quantitativ ausgedrückt: Ist die Größe des Sammelwinkels der Schicht oder Schichten, die über der grünaufzeichnenden Emulsionsschicht mit den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern der beschriebenen Merkmale liegt bzw. liegen, geringer als etwa 10°, so läßt sich eine Ver besserung der Schärfe der rotaufzeichnenden Emulsionsschicht er reichen. Natürlich ist es unwichtig, ob die rotaufzeichnende Emulsionsschicht selbst aus einer Emulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern der angegebenen Merkmale besteht oder nicht, was den Effekt der darüberliegenden Schichten auf ihre Schärfe anbelangt.
Im Falle erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien lassen sich Schärfeverbesserungen in Emulsionsschichten, die unter einer Emulsionsschicht mit tafelförmigem Silberbromidiodidkörnern liegen, am besten realisieren, wenn die Emulsionsschicht mit den tafel förmigen Silberbromidiodidkörnern selbst nicht unter einer zu Lichtstreuungen führenden Schicht liegt. Liegt beispielsweise eine grünaufzeichnende Emulsionsschicht mit tafelförmigen Silber bromidiodidkörnern der beschriebenen Merkmale über einer rotauf zeichnenden Emulsionsschicht und unter einer Lippmann-Emulsions schicht und/oder einer blaufaufzeichnenden Silberbromidiodidemulsions schicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses, so wird die Schärfe der rotaufzeichnenden Emulsionsschicht durch das Vorhandensein der aufliegenden tafel förmigen Emulsionsschicht oder -schichten verbessert. Quantitativ ausgedrückt: Ist die Größe des Sammelwinkels der Schicht oder Schichten, die über der grünaufzeichnenden Emulsionsschicht mit den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern der beschriebenen Merkmale liegt bzw. liegen, geringer als etwa 10°, so läßt sich eine Ver besserung der Schärfe der rotaufzeichnenden Emulsionsschicht er reichen. Natürlich ist es unwichtig, ob die rotaufzeichnende Emulsionsschicht selbst aus einer Emulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern der angegebenen Merkmale besteht oder nicht, was den Effekt der darüberliegenden Schichten auf ihre Schärfe anbelangt.
Im Falle eines Mehrfarbaufzeichnungsmaterials mit übereinander
angeordneten farbbildenden Einheiten hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn mindestens die, Emulsionsschicht, die der zur Be
lichtung verwendeten Lichtquelle am nächsten liegt, eine Emulsions
schicht aus einer Silberbromidiodidemulsion mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern der beschriebenen Merkmale ist, um die
beschriebenen Schärfevorteile zu erreichen. Gemäß einer vor
teilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht jede Emulsions
schicht, die der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle näher
liegt als eine andere bildaufzeichnende Emulsionsschicht, aus
einer Emulsionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
eines hohen Aspektverhältnisses. Die Schichtenanordnungen II,
III, IV, V, VI und VII sind somit Beispiele für Schichtenanordnungen
von farbphotographischen Aufzeichnungsmaterialien nach der Erfindung,
bei denen ein beträchtlicher Schärfeanstieg in den unteren Emulsions
schichten zu erzielen ist.
Obgleich die Vorteile, die bei Verwendung von Silberbromidiodid
emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen
Aspektverhältnisses bezüglich der Bildschärfe unter Bezugnahme
auf Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien beschrieben wurden, sei doch
darauf verwiesen, daß die Schärfevorteile auch in mehrschichtigen
Schwarz-Weiß-Aufzeichnungsmaterialien, die für die Herstellung
von Silberbildern bestimmt sind, erzielbar sind. So ist es beispiels
weise üblich, Emulsionen zur Herstellung von Schwarz-Weiß-Bildern
in empfindlichere und weniger empfindlichere Schichten zu unterteilen.
Durch Verwendung von Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses
in Schichten, die der Lichtquelle am nächsten liegen, läßt sich
die Schärfe der darunterliegenden Emulsionsschichten ebenfalls
verbessern.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
In jedem der Beispiele wurden die Inhalte der Reaktionsgefäße
kräftig während der Einführung von Silber- und Halogenidsalzen
gerührt. Die angegebenen Prozentangaben beziehen sich auf Gew.-%,
sofern nichts anderes angegeben ist. Der Buchstabe "M" steht für
eine molare Konzentration, sofern nichts anderes angegeben ist.
Sämtliche Lösungen, die beschrieben werden, bestanden, sofern
nichts anderes angegeben wird, aus wäßrigen Lösungen.
Nach dem Doppeleinlauf-Ausfällungsverfahren unter beschleunigtem
Zulauf wurde eine Silberbromidiodidemulsion (durchschnittlicher
Iodidgehalt 8,9 Mol-%) mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
eines durchschnittlichen Durchmessers von 1,7 µm hergestellt.
Zu 4,5 Litern einer wäßrigen Gelatineiösung (Lösung A, 0,17 molar
bezüglich Kaliumbromid, 1,5 Gew.-% Knochengelatine) mit einem
pBr-Wert von 0,77 wurden bei 55°C unter Rühren nach der Doppelein
laufmethode bei gleicher konstanter Zulaufgeschwindigkeit über
einen Zeitraum von 2 Minuten (unter Verbrauch von 1,36% des ins
gesamt verwendeten Silbernitrates) eine wäßrige Kaliumbromid
lösung (Lösung C, 2,15 molar) und eine wäßrige Silbernitratlösung
(Lösung F, 2,0 molar) zugegeben. Gleichzeitig, mit gleicher Zulauf
geschwindigkeit wurde eine wäßrige Kaliumbromidlösung (Lösung B,
2,15 molar) in die Lösung C eingeführt. Der Zulauf der Lösungen
B und C wurde nach 2 Minuten unterbrochen. Der pBr-Wert wurde
mit Lösung F bei 55°C auf 1,14 eingestellt. Des weiteren wurde
eine wäßrige Lösung (Lösung D) von Kaliumbromid (1,87 molar) und
Kaliumiodid (0,24 molar) gleichzeitig in Lösung C eingeführt,
und zwar beschleunigt (3,2× schneller am Ende der Zugabe als
zu Beginn) über einen Zeitraum von 21,4 Minuten. Gleichzeitig
wurde nach der Doppeleinlaufmethode Lösung C mit Lösung F in das
Reaktionsgefäß eingeführt unter Anwendung der gleichen beschleunigten
Zugabegeschwindigkeit (unter Verbrauch von 83,7% des insgesamt
verbrauchten Silbernitrates) unter Beibehaltung eines pBr-Wertes
von 1,14. Der Zulauf der Lösungen D, C und F wurde dann gestoppt.
Dann wurden nach der Doppeleinlaufmethode wäßrige Lösungen von
Kaliumiodid (Lösung E, 0,34 molar) und Silbernitrat (Lösung G,
2,0 molar) mit gleicher Zulaufgeschwindigkeit zugegeben, bis ein
pBr-Wert von 2,83 bei 55°C erreicht war. Hierzu wurden 15,0% des
insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht. Zur Herstellung
der Emulsion wurden insgesamt 5,88 Mole Silbernitrat verwendet.
Die Emulsion wurde dann auf 35°C abgekühlt, worauf eine wäßrige
phthalierte Gelatinelösung (vgl. US-PS 2 614 928 und 2 614 929)
(11,5%, 1,2 l) zugegeben wurde, worauf die Emulsion nach der
Koagulationswaschmethode 2× gewaschen wurde.
Fig. 3 stellt eine Elektronenmikrographie einer Probe der her
gestellten Emulsion in 10 000facher Vergrößerung in Form eines
Kohlenstoff-Replikats dar.
Der durchschnittliche Korndurchmesser betrug 1,7 µm und
die durchschnittliche Korndicke 0,11 µm. Die tafelförmigen
Körner hatten ein durchschnittliches Aspektverhältnis von
16 : 1 und machten mehr als 80% der gesamten projizierten Fläche
der Silberbromidiodidkörner aus.
In Fig. 5 sind in einem Diagramm die Gesamtmole von ausgefälltem
Silberbromidiodid in Abhängigkeit von Mol-% Iodid aufgetragen.
Anfangs machte das Iodid einen vergleichsweise sehr geringen
Prozentsatz an gesamtem Halogenid aus. Am Ende der Ausfällung
machte der Iodidgehalt demgegenüber 12 Mol-% des gesamten Halo
genides aus, d. h. der Iodidgehalt stieg von einer vergleichs
weise sehr geringen Konzentration im zentralen Bereich auf eine
beträchtlich höhere Konzentration in einem lateral versetzten
ringförmigen Bereich an.
Nach dem Doppeleinlauf-Fällungsverfahren wurde bei beschleunigtem
Einlauf eine weitere Silberbromidiodidemulsion mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern (durchschnittlicher Iodidgehalt 7 Mol-%)
mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von ungefähr 1,7 µm
hergestellt).
Zu 4,5 l einer wäßrigen Knochengelatinelösung (Lösung A, 0,17
molar bezüglich Kaliumbromid, 1,5 Gew.-% Gelatine) mit einem
pBr-Wert von 0,77 bei 55°C wurden nach dem Doppeleinlaufver
fahren unter Rühren bei gleicher Zulaufgeschwindigkeit innerhalb
eines Zeitraumes von 2 Minuten (unter Verbrauch von 1,58% des
insgesamt verbrauchten Silbernitrates) zulaufen gelassen: eine
wäßrige Kaliumbromidlösung (Lösung B, 2,33 molar) und eine
wäßrige Silbernitratlösung (Lösung D, 2,0 molar).
Nach Ablauf von 2 Minuten wurde der Zulauf der Lösung B unter
brochen, worauf Lösung D bei konstanter Zulaufgeschwindigkeit
10,7 Minuten lang zugegeben wurde (unter Verbrauch von 8,43%
das insgesamt verwendeten Silbernitrates), bis ein pBr-Wert von
1,14 bei 55°C erreicht worden war.
Nunmehr wurde eine Lösung C (1,94 molar bezüglich KBr und
0,18 molar bezüglich KI) und Lösung D in das Reaktionsgefäß
nach dem Doppeleinlaufverfahren zugegeben, und zwar beschleunigt
(4,3× schneller am Ende als zu Beginn) innerhalb eines Zeit
raumes von 22 Minuten (unter Verbrauch von 88,4% des insgesamt
verwendeten Silbernitrates) bei einem pBr-Wert von 1,14. Darauf
hin wurde Lösung E (2,0 molar bezüglich AgNO₃) mit konstanter
Zulaufgeschwindigkeit zugegeben, bis ein pBr-Wert von 2,83
erreicht worden war (unter Verbrauch von 1,61% des insgesamt
verwendeten Silbernitrates). Zur Herstellung dieser Emulsion
werden 5,08 Mole Silbernitrat verbraucht.
Die erhaltene Emulsion wurde auf 35°C abgekühlt, mit 0,5 l einer
wäßrigen phthalierten Gelatinelösung (25 Gew.-% Gelatine) ver
mischt und nach dem Koagulationswaschverfahren 2× gewaschen.
Fig. 6 stellt eine Elektronenmikrographie einer Probe der herge
stellten Emulsion in 10 000facher Vergrößerung in Form eines
Kohlenstoff-Replikats dar.
Der durchschnittliche Korndurchmesser betrug 1,7 µm und
die durchschnittliche Korndicke lag bei ungefähr 0,06 µm.
Die tafelförmigen Körner hatten ein durchschnittliches Aspekt
verhältnis von etwa 28 : 1 und machten mehr als 70% der insge
samt projizierten Fläche der Silberbromidiodidkörner aus.
Es wurde eine Silberbromidiodidemulsion mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses und
praktisch gleichförmigem Iodidprofil über das gesamte Korn her
gestellt. Diese Emulsion wurde als Vergleichsemulsion 1 be
zeichnet.
Das angewandte Verfahren entsprach im wesentlichen dem des
Beispieles 2, jedoch war Iodid im Reaktionsgefäß von Beginn des
Fällungsprozesses an zugegen und Iodid wurde praktisch gleich
förmig über das gesamte Silberbromidiodidkorn verteilt in einer
durchschnittlichen Konzentration von 9,0 Mol-%. Der durch
schnittliche Korndurchmesser der Silberbromidiodidkörner lag
bei 2,8 µm und die durchschnittliche Korndicke betrug 0,12
µm. Die tafelförmigen Körner hatten ein durchschnittliches
Aspektverhältnis von etwa 23 : 1 und machten mehr als 80% der
gesamten projizierten Fläche der Silberbromidiodidkörner aus.
Die Vergleichsemulsion 1 wurde 15 Minuten lang bei 65°C chemisch
sensibilisiert mit 100 mg Natriumthiocyanat pro Mol Ag, 7 mg
Natriumthiosulfat, Pentahydrat pro Mol Ag, 3 mg Kaliumtetrachloro
aurat pro Mol Ag sowie 30,4 mg 3-Methylbenzothiazoliumiodid pro
Mol Ag. Des weiteren wurde die Emulsion spektral sensibilisiert
mit 695 mg Anhydro-5-chloro-9-ethyl-5′-phenyl-3′-(3-sulfobutyl)-
3-(sulfopropyl)oxacarbocyaninhydroxid, Natriumsalz pro Mol Ag,
im folgenden als Sensibilisierungsmittel A bezeichnet und mit
670 mg Anhydro-11-ethyl-1,1′-bis(3-sulfopropyl)naphth[1,2-d]
oxazolocarbocyaninhydroxid, Natriumsalz, pro Mol Ag, im folgenden
als Sensibilisierungsmittel B bezeichnet.
Des weiteren wurde eine Vergleichsemulsion 2 mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses und
praktisch gleichförmigem Iodidprofil hergestellt. Die Herstellung
folgte im wesentlichen wie die Herstellung der Vergleichsemulsion 1
mit der Ausnahme jedoch, daß die Silberbromidiodidkörner eine
praktisch gleichförmige Iodidkonzentration von 12,0 Mol-% auf
wiesen. Die Silberbromidiodidkörner hatten einen durchschnittlichen
Korndurchmesser von 3,2 µm und eine durchschnittliche Dicke
von 0,12 µm. Die tafelförmigen Körner hatten des weiteren
ein durchschnittliches Aspektverhältnis von 27 : 1 und machten
mehr als 80% der gesamten projizierten Fläche der Silberbromid
iodidkörner aus.
Die Vergleichsemulsion wurde chemisch und spektral, wie für die
Vergleichsemulsion 1 beschrieben, sensibilisiert mit der Ausnahme
jedoch, daß die Konzentration an Natriumthiosulfat, Pentahydrat,
auf 18 mg pro Mol Ag erhöht wurde und daß ferner die Konzentration
an Kaliumtetrachloroaurat auf 10 mg pro Mol Ag erhöht wurde und
die Konzentration an 3-Methylbenzothiazoliumiodid auf 15,2 mg
pro Mol Ag vermindert wurde. Des weiteren betrug die Sensibili
sierungsdauer bei 65°C nur 5 Minuten anstatt 15 Minuten. Schließlich
wurden 870 mg Sensibilisierungsmittel A und 838 mg Sensibilisierungs
mittel B pro Mol Ag verwendet.
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde eine weitere
Emulsion, wie sie zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungs
materialien verwendet wird, im folgenden als Emulsion 3 bezeichnet,
hergestellt.
Die hergestellten tafelförmigen Silberbromidiodidkörner von
hohem Aspektverhältnis wiesen eine Oberflächen-Iodidkonzentration
von 12 Mol-% auf und eine durchschnittliche Iodidkonzentration
von 8,9 Mol-%, was bedeutet, daß die Iodidkonzentration im Zentral
bereich geringer war als in dem seitlich versetzten ring
förmigen Bereich. Der durchschnittliche Korndurchmesser der Körner
lag bei 2,1 µm und die durchschnittliche Dicke bei 0,12 µm.
Die tafelförmigen Körner hatten ein durchschnittliches Aspekt
verhältnis von etwa 17 : 1 und machten mehr als 80% der gesamten
projizierten Fläche aus. Die Emulsion wurde optimal chemisch und
spektral sensibilisiert. Die chemische und spektrale Sensi
bilisierung erfolgte wie im Falle der Vergleichsemulsion 1 mit
der Ausnahme jedoch, daß das Sensibilisierungsmittel A in einer
Menge von 870 mg und das Sensibilisierungsmittel B in einer Menge
von 838 mg, jeweils pro Mol Ag verwendet wurden. Des weiteren erfolgt
die chemische Sensibilisierung bei 65°C innerhalb von 5 Minuten.
Die Vergleichsemulsionen 1 und 2 wurden chemisch und spektral
in gleicher Weise wie die Emulsion 3sensibilisiert. Ihre Sensi
bilisierung bei Einsatz der angegebenen chemischen und spektralen
Sensibilisierungsmittel war in diesem Falle nicht optimal und ihre
photographischen Eigenschaften (z. B. das Empfindlichkeits-Körnig
keits-Verhältnis) waren schlechter.
Ein Vergleich der Emulsion 3 mit den Vergleichsemulsionen 1 und 2
zeigte, daß die Vergleichsemulsion 1 etwa den gleichen Iodidgehalt
wie die Emulsion 3 aufwies, jedoch war das Iodid im Korn im
wesentlichen gleichförmig verteilt. Die Vergleichsemulsion 2 hatte
etwa die gleiche Oberflächen-Iodidkonzentration wie die Emulsion 3,
jedoch war das Iodid über das Korn praktisch gleichförmig verteilt.
Infolgedessen wird ein direkter Vergleich von Körnern mit einer
gleichförmigen Iodidkonzentration bei sowohl durchschnittlichen als
auch Oberflächen-Iodidkonzentrationen der erfindungsgemäß ver
wendeten Körner geliefert. (Die Unterschiede in den Details der
chemischen und spektralen Sensibilisierung sind zu unbedeutend,
als daß sie zu ins Gewicht fallenden Unterschieden der photo
graphischen Eigenschaften beitragen könnten).
Die Emulsion 3 und die Vergleichsemulsionen 1 und 2 wurden nach
Zusatz des im folgenden angegebenen Farbkupplers, Octadecylhydro
chinons und Tetraazaindens separat in einer Beschichtungsstärke
entsprechend 1,07 g Silber und 2,5 g Gelatine, jeweils pro m² Schicht
trägerfläche auf Cellulosetriacetat-Schichtträger aufgetragen, unter
Erzeugung von monochromen Aufzeichnungsmaterialien.
Jedes Aufzeichnungsmaterial enthielt des weiteren pro m² des
Schichtträgers 0,75 g des purpurroten Farbkupplers 1-(6-Chloro-
2,4-dimethylphenyl)-3-[α-(m-pentadecylphenoxy)butyramid]-2-pyrazolon
(Kuppler A), 3,2 g Kalium-5-sek.-octadecylhydrochinon-2-sulfonat
pro Mol Ag und 3,6 g 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetraazainden
pro Mol Ag.
Die Aufzeichnungsmaterialien wurden dann noch mit einer Gelatine
deckschicht versehene (0,90 g Gelatine/m² Trägerfläche) und
mit 0,46 Gew.-% Bis(vinylsulfonyl
methyl)ether, bezogen auf das Gesamtgewicht an Gelatine gehärtet.
Die Aufzeichnungsmaterialien wurden dann 1/100 Sekunde lang
durch einen Stufenkeil mit Dichtestufen von 0-4,0 belichtet,
unter Einschaltung eines Wratten-Filters Nr. 9 und eines Dichte
filters einer Neutraldichte von 1,75. Als Lichtquelle wurde eine
600 W, 3000°K-Wolframlampe verwendet.
Die Entwicklung erfolgte bei 37,7°C in einem Farbentwickler des
Typs, wie er in der Literaturstelle "British Journal of Photo
graphy Annual", 1979, Seiten 204-206 beschrieben wird. Die
Entwicklungszeiten betrugen 3 1/4 und 4 1/4 Minuten, zur Erzielung
von einander angepaßten Kontrasten bei den verschiedenen Prüflingen,
um einen Körnigkeitsvergleich zu erleichtern.
Von den Prüflingen wurden die relative Grünempfindlichkeit und
die RMS-Körnigkeit ermittelt. Die RMS-Körnigkeit wurde dabei ge
messen nach der Methode von H.C. Schmidt, jr. und J.H. Altman,
beschrieben in der Zeitschrift "Applied Optics", 9, Seiten 871-
874, April 1970. Die Bestimmung der RMS-Körnigkeit erfolgte dabei
bei einer Dichte von 0,60 über dem Schleier. Die Emulsionen hatten
eine im wesentlichen gleiche Körnigkeit, jedoch zeigte die erfindungs
gemäß verwendete Emulsion, nämlich die Emulsion 3 eine überlegene
Empfindlichkeit. Dies bedeutet, daß das Empfindlichkeits-Körnigkeits-
Verhältnis der erfindungsgemäß verwendeten Emulsion dem Empfind
lichkeits-Körnigkeits-Verhältnis der Vergleichsemulsionen überlegen
war. (Die Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnisse der Vergleichs
emulsionen waren praktisch gleich).
Es zeigte sich, daß das Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis der
Emulsion 3 um +15 bis +20 log E-Empfindlichkeitseinheiten größer
war als das der Vergleichsemulsionen 1 und 2. Der Logarithmus der
Empfindlichkeit ist dabei definiert als 100 (1-log E), wobei
log E bei einer Dichte von 0,6 über dem Schleier bestimmt wurde.
Obgleich die Emulsion 3 bei vergleichbarer Körnigkeit eine höhere
Empfindlichkeit hatte als die Vergleichsemulsionen, ergibt sich
aus der vorstehenden Diskussion von Empfindlichkeit und Körnigkeit,
daß die hier beschriebenen und zur Herstellung erfindungsgemäßer
Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Emulsionen bei einer vergleich
baren Empfindlichkeit eine geringere Körnigkeit aufweisen können
oder eine Kombination von verbesserter Empfindlichkeit und ver
besserter Körnigkeit. Mit anderen Worten ausgedrückt: Nicht nur die
Empfindlichkeit, sondern auch das Empfindlichkeits-Körnigkeits-
Verhältnis der zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungs
materialien verwendeten Emulsionen lassen sich verbessern.
Bemerkt sei, daß die mitgetesteten Vergleichsemulsionen nicht den
Stand der Technik repräsentieren, sondern nur mitgetestet wurden,
um zu zeigen, daß die Iodidverteilung in den Körnern von großer
Bedeutung ist.
Es wurden zwei weitere Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses herge
stellt. Die im folgenden als Emulsion 4 bezeichnete Emulsion wurde
unter solchen Bedingungen hergestellt, daß die Konzentration an
Iodid abrupt während der Wachstumsphase der Körner anstieg.
Die zweite Emulsion, im folgenden als Emulsion 5 bezeichnet, wurde
unter Bedingungen hergestellt, unter denen die Iodidkonzentration
in abgestufter Weise während des Fällungsprozesses erhöht wurde.
Die Emulsion 4 wurde wie folgt hergestellt.
Zu 4,5 l einer wäßrigen Knochengelatinelösung (Lösung A, 0,17
molar bezüglich Kaliumbromid, 1,5 Gew.-% Gelatine) mit einem pBr-
Wert von 0,77 und einer Temperatur von 55°C wurden nach dem Doppel
einlaufverfahren unter Rühren bei gleicher Zulaufgeschwindigkeit
über einen Zeitraum von 2 Minuten (unter Verbrauch von 0,95%
des insgesamt verbrauchten Silbernitrates) eine wäßrige Kalium
bromidlösung (Lösung B-1, 3,30 molar), und eine wäßrige Silber
nitratlösung (Lösung C-1, 3,00 molar) zulaufen gelassen.
Nach 2 Minuten wurde der Zulauf der Lösung B-1 unterbrochen.
Die Lösung C-1 wurde weiter mit konstanter Zulaufgeschwindigkeit
zulaufen gelassen, bis ein pBr-Wert von 1,14 bei 55°C erreicht
worden war. Dann wurden wäßrige Lösungen von Kaliumbromid (Lösung
B-2, 3,00 molar), Kaliumiodid (Lösung B-3, 0,37 molar) und Silber
nitrat (Lösung C-1) bei einem pBr-Wert von 1,14 nach dem Dreifach-
Einlaufverfahren mit steigender Zulaufgeschwindigkeit zugegeben
(10× schneller am Ende als zu Beginn) bis die Lesung C-1 er
schöpft war, wozu ungefähr 34 Minuten erforderlich waren. Dabei
wurden 89,5% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht.
Daraufhin wurden eine wäßrige Lösung von Silbernitrat (Lösung C-2,
3,00 molar) und Lösung B-3 nach dem Doppeleinlaufverfahren bei
konstanter Zulaufgeschwindigkeit zugegeben, bis ein pBr-Wert von
2,83 bei 55°C erreicht worden war (9,53% des insgesamt verwendeten
Silbernitrates). Zur Herstellung dieser Emulsion wurden ungefähr
6,3 Mole Silbernitrat verbraucht.
Die Emulsion wurde auf 35°C abgekühlt und mit 0,90 l einer wäßrigen
Lösung von phthalierter Gelatine (18,1 Gew.-% Gelatine) ver
mischt, worauf die Emulsion nach dem Koagulations-Waschverfahren
zweimal gewaschen wurde.
Der durchschnittliche oder mittlere Durchmesser der tafelförmigen
Körner der Emulsion lag bei 2,4 µm, die durchschnittliche
oder mittlere Dicke der tafelförmigen Körner bei 0,09 µm und das
durchschnittliche Aspektverhältnis bei 26,6 : 1. Die
tafelförmigen Körner machten ferner mehr als 80% der gesamten
projizierten Fläche der vorhandenen Silberbromidiodidkörner aus.
Die Emulsion 5 wurde wie folgt hergestellt:
Zu 6,0 Litern einer wäßrigen Lösung von Knochengelatine (Lösung A,
0,17 molar bezüglich Kaliumbromid, 1,5 Gew.-% Gelatine) mit einem
pBr-Wert von 0,77 und einer Temperatur von 55°C wurde nach dem
Doppeleinlaufverfahren innerhalb eines Zeitraumes von 2 Minuten
unter Verbrauch von 0,96% des insgesamt verwendeten Silbernitrates
zulaufen gelassen: eine wäßrige Lösung von Kaliumbromid (Lösung B,
2,14 molar) und eine wäßrige Lösung von Silbernitrat (Lösung F,
2,01 molar). Gleichzeitig wurde eine wäßrige Lösung von Kalium
bromid (Lösung C, 2,35 molar) in die Lösung B mit gleicher Einlauf
geschwindigkeit einlaufen gelassen.
Nach den 2 Minuten wurde der Zulauf der Lösungen B und C unter
brochen. Lösung F wurde weiter zulaufen gelassen unter Verbrauch
von 7,71% des insgesamt verwendeten Silbernitrates, bis bei
55°C ein pBr-Wert von 1,14 erreicht worden war, wozu ungefähr
16 Minuten erforderlich waren. Nunmehr wurden Lösungen B und F
nach dem Doppeleinlaufverfahren in das Reaktionsgefäß eingeführt,
und zwar beschleunigt (4,43× schneller am Ende als zu Beginn
des Zulaufs) bei einem pBr-Wert von 1,14 und einer Temperatur von
55°C, bis die Lösung F erschöpft war (dabei wurden 80,6% des ins
gesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht). Gleichzeitig wurde
eine wäßrige Lösung (Lösung D) von Kaliumbromid (1,89 molar) und
Kaliumiodid (0,25 molar) mit der gleichen beschleunigten Zulauf
geschwindigkeit zu Lösung B zulaufen gelassen.
Nachdem die Lösung F erschöpft war, wurden in das Reaktionsgefäß
mit konstanter Zulaufgeschwindigkeit gleichzeitig eingespeist:
eine wäßrige Lösung von Kaliumiodid (Lösung E, 0,24 molar) und
eine Silbernitratlösung (Lösung G, 2,00 molar). Die Zulaufge
schwindigkeit war dabei konstant. Der Zulauf erfolgte so lange
bis ein pBr-Wert von 2,83 bei 55°C erreicht worden war, wozu
ungefähr 11 Minuten erforderlich waren. Dabei wurden 10,75%
des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht.
Die Emulsion wurde dann auf 35°C abgekühlt, mit 1,5 l einer
wäßrigen Lösung von phthalierter Gelatine (13 Gew.-% Gelatine)
versetzt und 2× nach dem Koagulations-Waschverfahren gewaschen.
Insgesamt wurden zur Herstellung dieser Emulsion 8,34 Mole Silber
nitrat verwendet.
Der durchschnittliche Durchmesser der tafelförmigen
Körner der Emulsion lag bei 2,1 µm, die durchschnittliche
Dicke der tafelförmigen Körner lag bei 0,1 µm und das
durchschnittliche Aspektverhältnis lag bei 17 : 1. Die
tafelförmigen Körner machten mehr als 80% der gesamten proji
zierten Fläche der vorhandenen Silberbromidiodidkörner aus.
Die Iodidverteilung in den Emulsionen 4 und 5 wurde auf elektronen
mikroskopischem Wege untersucht. Dabei wurde eine Methode ange
wandt, die von J.I. Goldstein und D.B. Williams unter dem Titel
"X-ray Analysis in TEM/STEM", in der Zeitschrift "Scanning Electron
Microscopy/1977", Band 1, IIT Research Institute, März 1977, Seite
651, beschrieben wird. Die zu untersuchenden Körner wurden dabei auf
einen Mikroskoptisch gebracht und auf die Temperatur von flüssigem
Stickstoff abgekühlt. Dann wurde ein fokussierter Elektronenstrahl
auf einen 0,2 µm langen Abschnitt eines jeden zu untersuchenden Kornes
gerichtet. Die Proben wurden bei einer Beschleunigungsspannung von
80 Kilovolt untersucht.
Der Elektronenstrahl stimulierte die Emission von Röntgenstrahlen.
Durch Messung der Intensität und Energie der emittierten Röntgen
strahlen war es möglich, an der Stelle, an der die Elektronen auf
trafen, das Verhältnis von Iodid zu Bromid in den Körnern zu be
stimmen. Zu Vergleichszwecken wurden des weiteren tafelförmige
Körner mituntersucht, die im wesentlichen aus Silberbromid be
standen, sowie nicht-tafelförmige Körner, die im wesentlichen aus
Silberiodid aufgebaut waren.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle I zusammen
gestellt.
Aus Tabelle I ergibt sich, daß die Emulsion 4, deren Konzentration
an Iodid während des Herstellungsprozesses abrupt erhöht worden
war, eine sehr ähnliche Iodidkonzentration sowohl in einem
Mittelkornbereich (Spot M) als auch in einem Kantenbereich des
Kornes (Spot E) zeigte. Die Iodidkonzentration im Mittelkornbereich
und an den Kantenbereichen war größer als im zentralen Bereich
(Spot C). Andererseits stellt man im Falle der Emulsion 5, bei
der der Prozentsatz an Iodid während des Fällungsprozesses all
mählich erhöht wurde, einen progressiven Anstieg im Iodidgehalt
vom zentralen Bereich (Spot C) bis zum Kantenbereich (Spot E)
fest. Während sich dies aus einer einzelnen Mittelkornmessung
ergibt (Spot M), bestätigte die Untersuchung eines zweiten Mittel
kornbereiches (Spot N) den allmählichen Anstieg im Iodidgehalt
fortschreitend vom zentralen Teil bis zu den Kantenbereichen des
Kornes.
Es wurden mehrere Silberbromidiodidemulsionen mit Silberbromid
iodidkörnern von verschiedenem Aspektverhältnis hergestellt.
Die näheren Kenndaten dieser Emulsionen sind in der später folgenden
Tabelle II zusammengestellt.
Zu 5,5 l einer 1,5%igen Gelatinelösung mit 0,17 M Kaliumbromid
einer Temperatur von 80°C wurden unter Rühren nach dem Doppel
einlaufverfahren innerhalb eines Zeitraumes von 2 Minuten eine
2,2 M Kaliumbromid- und eine 2,0 M Silbernitratlösung zugegeben,
wobei ein pBr-Wert von 0,8 aufrechterhalten wurde. Dabei wurden
3,56% des gesamten verwendeten Silbernitrates verbraucht. Der
Zulauf der Bromidlösung wurde dann unterbrochen, während noch
3 Minuten lang Silbernitratlösung zulaufen gelassen wurde. Dabei
wurden 5,52% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht.
Anschließend wurden von neuem Bromid- und Silbernitratlösung
gleichzeitig zulaufen gelassen, unter Aufrechterhalten eines
pBr-Wertes von 1,0, wobei der Zulauf beschleunigt erfolgte
(2,2× schneller am Ende als zu Beginn) 13 Minuten lang und wobei
34,8% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht wurden.
Dann wurde der Zulauf der Bromidlösung unterbrochen, worauf noch
1,7 Minuten lang Silbernitratlösung eingeführt wurde, entsprechend
einem Verbrauch von 6,44% des insgesamt verwendeten Silbernitrats.
Nunmehr wurde eine 1,8 M Kaliumbromidlösung, die des weiteren
bezüglich Kaliumiodid 0,24 M war, mit der Silbernitratlösung
15,5 Minuten lang nach dem Doppeleinlaufverfahren beschleunigt
(1,6× schneller am Ende als zu Beginn der Zugabe) zugegeben,,
wobei 45,9% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht
wurden, und wobei der pBr-Wert auf 1,6 gehalten wurde. Der Zulauf
beider Lösungen wurden dann unterbrochen, worauf 5 Minuten lang
unter Verwendung von 1,5 g Natriumthiocyanat pro Mol Silber di
gestiert wurde. Daraufhin wurden nach der Doppeleinlaufmethode
eine 0,18 M Kaliumiodidlösung und die Silbernitratlösung bei
gleicher Geschwindigkeit zulaufen gelassen, bis bin pBr-Wert von
2,9 erreicht worden war entsprechend einem 6,8%igen Verbrauch
des insgesamt verwendeten Silbernitrates. Insgesamt wurden unge
fähr 11 Mole Silbernitrat verwendet. Die erhaltene Emulsion wurde
dann auf 30°C abgekühlt und nach dem aus der US-PS 2 614 929
bekannten Koagulationsverfahren gewaschen. Der Emulsion wurden
dann bei 40°C pro Mol Silber 464 mg Anhydro-5-chlor-9-ethyl-5′-
phenyl-3′-(3-sulfobutyl)-3-(3-sulfopropyl)-oxacarbocyaninhydroxid,
Natriumsalz als grünes spektrales Sensibilisierungsmittel zuge
setzt. Des weiteren wurde der pAg-Wert nach einer 20 Minuten
währenden Halteperiode auf 8,4 eingestellt. Schließlich wurden
der Emulsion noch 3,5 mg Natriumthiosulfat, Pentahydrat pro Mol
Silber und 1,5 mg Kaliumtetrachloroaurat pro Mol Silber zugesetzt.
Der pAg-Wert wurde auf 8,1 eingestellt und die Emulsion wurde
5 Minuten lang auf 65°C erhitzt. Der pAg-Wert wurde durch Verwendung
von Kaliumbromidlösung eingestellt.
Zu 5,5 l einer 1,5%igen Gelatinelösung, enthaltend 0,17 M
Kaliumbromid von 80°C und einem pH-Wert von 5,9 wurden unter
Rühren nach dem Doppeleinlaufverfahren eine 2,1 M Kaliumbromid
lösung und eine 2,0 M Silbernitratlösung über einen Zeitraum
von 2 Minuten zugegeben, wobei ein pBr-Wert von 0,8 aufrecht
erhalten wurde. Dabei wurden 0,53% des insgesamt verwendeten
Silbernitrates verbraucht. Der Zulauf der Bromidlösung wurde
unterbrochen und der Zulauf der Silbernitratlösung noch 4,6
Minuten lang fortgesetzt, derart, daß 8,6% der insgesamt verwendeten
Silbernitratmenge verbraucht wurden. Daraufhin wurden die Bromid-
und Silbernitratlösungen wieder gleichzeitig 13,3 Minuten lang
zulaufen gelassen, wobei ein pBr-Wert von 1,2 aufrechterhalten
wurde und der Zulauf beschleunigt erfolgte (2,5× schneller am
Ende als zu Beginn) unter Verbrauch von 43,6% des insgesamt
verwendeten Silbernitrates. Der Zulauf der Bromidlösung wurde
dann unterbrochen, worauf noch 1 Minute lang Silbernitratlösung
zugeführt wurde, unter Verbrauch von 4,7% des insgesamt ver
wendeten Silbernitrates.
Nunmehr wurde eine 2,0 M Kaliumbromidlösung, die Kaliumiodid
enthielt, und bezüglich des Kaliumiodides 0,30 M war, nach dem
Doppeleinlaufverfahren 13 Minuten lang mit der Silbernitratlösung
beschleunigt zugesetzt (1,5× schneller am Ende als zu Beginn)
unter Aufrechterhaltung eines pBr-Wertes von 1,7 und unter
Verbrauch von 35,9% des insgesamt verwendeten Silbernitrates.
Der Emulsion wurden dann noch pro Mol Silber 1,5 g Natriumthio
cyanat zugegeben, worauf die Emulsion 25 Minuten lang aufbewahrt
wurde. Dann wurden nach der Doppeleinlaufmethode eine 0,35 M
Kaliumiodidlösung und weitere Silbernitratlösung mit konstanter
Geschwindigkeit, etwa 5 Minuten lang zugesetzt, bis ein pBr-Wert
von 3,0 erreicht worden war, unter Verbrauch von etwa 6,6% des
insgesamt verwendeten Silbernitrates. Der gesamte Silbernitrat
verbrauch betrug etwa 11 Mole. Dann wurde eine Lösung von 350 g
phthalierter Gelatine, deren Herstellung beispielsweise aus
den US-PS 2 614 928 und 2 614 929 bekannt ist, in 1,2 l Wasser
zugesetzt, worauf die Emulsion auf 30°C abgekühlt und nach der
aus der US-PS 2 614 929 bekannten Koagulationswaschmethode
gewaschen wurde. Die Emulsion wurde dann optimal spektral und
chemisch sensibilisiert, wie in Beispiel 6 beschrieben.
Zu 30,0 l einer 0,8%igen Gelatinelösung mit 0,10 M Kaliumbromid
wurden bei einer Temperatur von 75°C unter Rühren nach dem
Doppeleinlaufverfahren eine 1,2 M Kaliumbromidlösung und eine
1,2 M Silbernitratlösung über einen Zeitraum von 5 Minuten
zugegeben, unter Beibehaltung eines pBr-Wertes von 1,0, ent
sprechend einem 2,1%igen Verbrauch des insgesamt verwendeten
Silbernitrates. Dann wurden 5,0 l einer 17,6%igen Lösung von
phthalierter Gelatine zugegeben, worauf die Emulsion 1 Minute
lang aufbewahrt wurde. Dann wurde Silbernitratlösung in die
Emulsion einlaufen gelassen, bis ein pBr-Wert von 1,35 erreicht
worden war, unter Verbrauch von 5,24% des insgesamt verwendeten
Silbernitrates. Nunmehr wurden nach der Doppeleinlaufmethode
eine 1,06 M Kaliumbromidlösung, die des weiteren bezüglich Kalium
iodid, 0,14 M war, und weitere Silbernitratlösung beschleunigt
zugesetzt (2× schneller am Ende als zu Beginn) unter Verbrauch
von 92,7% der insgesamt verwendeten Silbernitratmenge, wobei
ein pBr-Wert von 1,35 aufrechterhalten wurde. Insgesamt wurden
etwa 20 Mole Silbernitrat verbraucht. Die Emulsion wurde auf
35°C abgekühlt, nach dem Koagulationsmethode gewaschen und optimal
spektral und chemisch sensibilisiert, wie im Zusammenhang mit
der Emulsion des Beispieles 6 beschrieben wurde.
Zu 4,5 l einer 1,5%igen Gelatinelösung mit 0,17 M Kaliumbromid
von 55°C und einem pH-Wert von 5,6 wurden unter Rühren nach der
Doppeleinlaufmethode eine 1,3 M Kaliumbromidlösung und eine
2,0 M Silbernitratlösung mit konstanter Geschwindigkeit über
einen Zeitraum von 1 Minute bei einem pBr-Wert von 0,8 zugegeben,
entsprechend einem Verbrauch von 0,7% Silbernitrat, bezogen auf
die insgesamt verwendete Silbernitratmenge. Die Bromid- und Silber
nitratlösung sowie eine 0,26 M Kaliumiodidlösung wurden dann
gleichzeitig mit konstanter Geschwindigkeit über einen Zeitraum
von 7 Minuten zulaufen gelassen, wobei ein pBr-Wert von 0,8
aufrechterhalten wurde und 4,8% der insgesamt verwendeten Silber
nitratmenge verbraucht wurden. Der 3fache Zulauf wurde dann über
eine weitere Zeitspanne von 37 Minuten fortgesetzt, wobei ein
pBr-Wert von 0,8 aufrechterhalten wurde, die Zulaufgeschwindigkeit
jedoch erhöht wurde (4× schneller am Ende als zu Beginn) ent
sprechend einem Verbrauch von 94,5% Silbernitrat, bezogen auf
die insgesamt verwendete Silbernitratmenge. Insgesamt wurden
etwa 5 Mole Silbernitrat verbraucht. Die Emulsion wurde dann auf
35°C abgekühlt, worauf 1 Liter Wasser mit einem Gehalt von 200 g
phthalierter Gelatine zugesetzt wurde. Die Emulsion wurde dann
nach der Koagulationswaschmethode gewaschen. Daraufhin wurde die
Emulsion optimal spektral und chemisch sensibilisiert,wie in
Beispiel 6 beschrieben.
Diese Emulsion wurde nach dem aus der US-PS 4 184 877 bekannten
Verfahren hergestellt.
Zu einer 5%igen Lösung von Gelatine in 17,5 l Wasser von
65°C wurden unter Rühren nach der Doppeleinlaufmethode eine
4,7 Ammoniumiodidlösung und eine 4,7 M Silbernitratlösung
mit konstanter Geschwindigkeit über einen Zeitraum von 3 Minuten
zugegeben, wobei ein pI-Wert von 2,1 aufrechterhalten wurde,
unter Verbrauch von etwa 22% des insgesamt zur Herstellung der
Keime verwendeten Silbernitrates. Die Zulaufgeschwindigkeit der
beiden Lösungen wurde dann derart eingestellt, daß ungefähr
78% des gesamten Silbernitrates, das zur Keimherstellung ver
wendet wurde, innerhalb eines Zeitraumes von 15 Minuten ver
braucht wurde. Der Zulauf der Ammoniumiodidlösung wurde dann
unterbrochen, und der Zulauf der Silbernitratlösung bis zu einem
pI-Wert von 5,0 fortgesetzt. Insgesamt wurden etwa 56 Mole Silber
nitrat zur Herstellung der Keime verwendet. Die Emulsion wurde
dann auf 30°C abgekühlt und als Keimemulsion, wie im folgenden
näher beschrieben, verwendet. Der mittlere Korndurchmesser
der Keime betrug 0,24 µm.
15,0 l einer 5%igen Gelatinelösung, enthaltend 4,1 Mole der
wie im vorstehenden beschriebenen AgI-Emulsion wurden auf
65°C erhitzt. Eine 4,7 M Ammoniumbromidlösung und eine 4,7 M
Silbernitratlösung wurden nach der Doppeleinlaufmethode mit
gleicher Geschwindigkeit über einen Zeitraum von 7,1 Minuten
zugegeben, unter Aufrechterhalten eines pBr-Wertes von 4,7,
unter einem Verbrauch von 40,2% des insgesamt zur Ausfällung
auf die Keime erforderlichen Silbernitrates. Anschließend wurde
weitere Ammoniumbromidlösung allein zulaufen gelassen, bis ein
pBr-Wert von 0,9 erreicht war, worauf der Zulauf unterbrochen
wurde. Nunmehr wurden 2,7 l einer 11,7 M Ammoniumhydroxidlösung
zugegeben, worauf die Emulsion 10 Minuten lang stehengelassen
wurde. Der pH-Wert wurde mit Schwefelsäure auf 5,0 eingestellt,
worauf von neuem nach der Doppeleinlaufmethode Ammoniumbromid
lösung und Silbernitratlösung 14 Minuten lang zugesetzt wurden,
unter Aufrechterhaltung eines pBr-Wertes von etwa 0,9, wobei
56,8% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht wurden.
Der pBr-Wert wurde dann auf 3,3 eingestellt und die Emulsion
wurde auf 30°C abgekühlt. Insgesamt wurden ungefähr 87 Mole
Silbernitrat eingesetzt. Nunmehr wurde eine Lösung von 900 g
phthalierter Gelatine zugesetzt, worauf die Emulsion nach der
Koagulationsmethode gewaschen wurde.
Der pAg-Wert der Emulsion wurde dann auf 8,8 eingestellt, worauf
der Emulsion 4,2 mg Natriumthiosulfat, Pentahydrat und 0,6 mg
Kaliumtetrachloroaurat, jeweils pro Mol Ag zugesetzt wurden.
Die Emulsion wurde dann 16 Minuten lang auf 80°C erhitzt und darauf
auf 40°C abgekühlt. Dann wurden der Emulsion 387 mg des spektral
grünsensibilisierenden Farbstoffes Anhydro-5-chloro-9-ethyl-5-
phenyl-3′-(3-sulfobutyl)-3-(3-sulfopropyl)-oxacarbocyaninhydroxid,
Natriumsalz pro Mol Silber zugesetzt, worauf die Emulsion noch
10 Minuten lang aufbewahrt wurde. Die chemische sowie die spektrale
Sensibilisierung waren bezüglich der verwendeten Sensibilisierungs
mittel optimal.
Es wurde eine weitere Emulsion des aus der US-PS 3 320 069
bekannten Typs hergestellt.
Zu 42,0 l einer 1,25%igen Lösung von phthalierter Gelatine, die
bezüglich Kaliumbromid 0,050 molar, bezüglich Kaliumiodid 0,012
molar und bezüglich Kaliumthiocyanat 0,051 molar war, wurden bei
einer Temperatur von 68°C nach der Doppeleinlaufmethode unter
Rühren mit gleicher Zulaufgeschwindigkeit zugegeben: eine Lösung,
die bezüglich Kaliumbromid 1,32 und bezüglich Kaliumiodid 0,11
molar war und eine 1,43 molare Silbernitratlösung. Die Zugabe
erfolgte über einen Zeitraum von etwa 40 Minuten. Zur Fällung wurden
21 Mole Silbernitrat verbraucht. Die Emulsion wurden dann auf 35°C
abgekühlt und nach der aus der US-PS 2 614 928 bekannten Koagu
lations-Waschmethode gewaschen.
Der pAg-Wert der Emulsion wurde nun auf 8,1 eingestellt, worauf
der Emulsion pro Mol Ag zugesetzt wurden: 5,0 mg Natriumthiosulfat,
Pentahydrat sowie 2,0 mg Kaliumtetrachloroaurat. Die Emulsion wurde
dann auf 65°C erwärmt und darauf auf 40°C abgekühlt. Dann wurden
der Emulsion 464 mg des spektral grünsensibilisierenden Farbstoffes
Anhydro-5-chloro-9-ethyl-5′-phenyl-3′-(3-sulfobutyl)-3-(3-sulfo
propyl)-oxacarbocyaninhydroxid, Natriumsalz pro Mol Ag zugesetzt,
worauf die Emulsion noch 10 Minuten lang aufbewahrt wurde. Die
chemische und spektrale Sensibilisierung waren bezüglich der
verwendeten Sensibilisierungsmittel optimal.
Diese Emulsion wurde ebenfalls nach dem aus der US-PS 3 320 069
bekannten Verfahren hergestellt.
Zu 42,0 l einer 1,25gew.-%igen Lösung von phthalierter Gelatine,
die bezüglich Kaliumbromid 0,050 molar, bezüglich Kaliumiodid 0,012
molar und bezüglich Kaliumthiocyanat 0,051 molar war, wurden bei
68°C nach der Doppeleinlaufmethode unter Rühren bei gleicher Zulauf
geschwindigkeit zugegeben: eine 1,37 molare Kaliumbromidlösung,
die bezüglich Kaliumiodid 0,053 molar war sowie eine 1,43 molare
Silbernitratlösung. Der Zulauf erfolgte über einen Zeitraum von
40 Minuten. Bei der Fällung wurden 21 Mole Silbersalz verbraucht.
Die Emulsion wurde dann auf 35°C abgekühlt und nach der Koagulation
Waschmethode in gleicher Weise wie die Vergleichsemulsion 4 ge
waschen.
Nunmehr wurde der pAg-Wert der Emulsion auf 8,8 eingestellt, worauf
der Emulsion 10 mg Natriumthiosulfat, Pentahydrat und 2,0 mg Kalium
tetrachloroaurat jeweils pro Mol Silber zugesetzt wurden. Die Emulsion
wurde dann auf 55°C erwärmt, auf 40°C abgekühlt
und mit 387 mg des spektral grünsensibilisierenden Farbstoffes
Anhydro-5-chloro-9-ethyl-5′-phenyl-3′-(3-sulfobutyl)-3-(3-sulfo
propyl)-oxacarbocyaninhydroxid, Natriumsalz pro Mol Ag versetzt,
worauf die Emulsion noch 10 Minuten lang aufbewahrt wurde. Die
chemische und spektrale Sensibilisierung waren bezüglich der ver
wendeten Sensibilisierungsmittel optimal.
Die Emulsionen 6-9 bestanden aus Silberbromidiodidemulsionen
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses, wie sie zur Herstellung erfindungsgemäßer Auf
zeichnungsmaterialien verwendet werden können. Obgleich einige
tafelförmige Silberbromidiodidkörner eines Durchmessers von
weniger als 0,6 µm bei der Bestimmung der durchschnitt
lichen Durchmesser der tafelförmigen Körner und der Prozent
projizierter Fläche in diesen und anderen Beispielen mitge
zählt wurden, mit der Ausnahme, wo ihr Ausschluß speziell
angegeben ist, waren doch unzureichende Mengen an Körnern mit
kleinem Durchmesser vorhanden, um die angegebenen Zahlenwerte
wesentlich zu verändern. Um ein repräsentatives durchschnitt
liches Aspektverhältnis im Falle der Körner der Vergleichs
emulsionen zu erhalten, wurden die durchschnittlichen Korndurch
messer mit der durchschnittlichen Korndicke verglichen. Die
projizierte Fläche, die den wenigen tafelförmigen Körnern zu
geschrieben werden konnte, die den Kriterien einer Dicke von
weniger als 0,3 µm und einem Durchmesser von weniger als
0,6 µm entsprachen, wurde in jedem Falle visuell ermittelt.
Die Fläche machte, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Anteil
der gesamten projizierten Fläche der gesamten Kornpopulation der
Vergleichsemulsionen aus.
Die chemisch und spektral sensibilisierten Emulsionen wurden
nach Einarbeiten von Farbkuppler, Anti-Verfärbungsmittel und
Anti-Schleiermittel auf Cellulosetriacetat-Filmschichtträger
aufgetragen.
Ein jedes Aufzeichnungsmaterial wies somit eine Silberhalogenid
emulsionsschicht auf mit pro m² Trägerfläche: 1,07 g Silber,
2,14 g Gelatine, eine Lösungsmitteldispersion des einen purpur
roten Farbstoff liefernden Farbkupplers 1-(2,4-Dimethyl-6-chloro
phenyl)-3-[α-(3-n-pentadecylphenoxy)-butyramido]-5-pyrazolon
in einer Konzentration von 0,75 g/m², 3,2 g des Anti-Verfärbungs
mittels 5-Sek.-Octadecylhydrochinon-2-sulfonat, Kaliumsalz pro
Mol Ag sowie 3,6 g des Anti-Schleiermittels 4-Hydroxy-6-methyl-
1,3,3a<7-tetraazainden pro Mol Ag. Auf die einzelnen farbbildenden
Schichten wurde dann noch eine Gelatinedeckschicht in einer Kon
zentration von 0,88 g Gelatine/m² aufgetragen. Gehärtet wurde mit
dem Härtungsmittel Bis(vinylsulfonylmethyl)ether in einer Kon
zentration von 1,75%, bezogen auf das Gesamt-Gelatinegewicht.
Die erhaltenen Aufzeichnungsmaterialien wurden dann 1/100 Sekunde
lang durch einen Stufenkeil mit 0-3,0 Dichtestufen und ein
Wratten-Filter Nr. 9 sowie ein Neutralfilter mit einer Dichte
von 1,26 belichtet, wobei als Lichtquelle eine 600 Watt, 3000°K
Wolframlampe verwendet wurde. Die Entwicklung der Aufzeichnungs
materialien erfolgte bei 37,7°C nach einem Farbentwicklungsver
fahren, wie es aus der Literaturstelle "British Journal of Photo
graphy Annual", 1979, Seiten 204-206 bekannt ist. Die Ent
wicklungszeiten wurden verändert, um Schleierdichten von etwa
0,10 zu erzeugen. Die relative Grünempfindlichkeit und die
RMS-Körnigkeit wurden im Falle eines jeden Aufzeichnungs
materials bestimmt. Die RMS-Körnigkeit wurde dabei nach einem
Verfahren ermittelt, wie es von H.C. Schmitt, jr. und J.H. Altman
in der Zeitschrift "Applied Optics", 9, Seiten 871-874,
April 1970 beschrieben wird.
Das Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis der hergestellten
Aufzeichnungsmaterialien ergibt sich aus dem in Fig. 12 dar
gestellten Diagramm, in dem der Logarithmus der Grünempfind
lichkeit in Abhängigkeit von der RMS-Körnigkeit multipliziert
mit 10 dargestellt ist. Aus Fig. 12 ergibt sich eindeutig, daß
optimal chemisch und spektral sensibilisierte Silberbromid
iodidemulsionen mit einem hohem Aspektverhältnis ein beträchtlich
besseres Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis liefern als Silber
bromidiodidemulsionen mit einem vergleichsweise geringen Aspekt
verhältnis.
Zu bemerken ist dabei, daß einschichtige Aufzeichnungsmaterialien,
bei denen die Silberhalogenidemulsionsschichten mit gleichen
Silberbeschichtungsstärken aufgetragen sind und die ein gleiches
Silber-Kupplerverhältnis aufweisen, am besten dazu geeignet sind,
um das Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnis einer Silber
halogenidemulsion darzustellen.
Es wurde ein Mehrfarb-Aufzeichnungsmaterial mit Farbkupplern
hergestellt, indem auf einen Cellulosetriacetat-Schichtträger
die im folgenden angegebenen Schichten in der angegebenen
Reihenfolge aufgetragen wurden:
Schicht 1:
Weniger empfindliche Blaugrünschicht mit rotsensi bilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen blaugrünen Bildfarbstoff liefernden Kuppler, einem farbigen Kuppler und einem DIR-Kuppler.
Schicht 2:
Empfindlichere Blaugrünschicht mit empfindlicheren rotsensibilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen blaugrünen Bildfarbstoff liefernden Kuppler, einem farbigen Kuppler und einem DIR-Kuppler.
Schicht 3:
Zwischenschicht mit Gelatine und 2,5-Di-sek.-Dodecyl hydrochinon als Anti-Verfärbungsmittel.
Schicht 4:
Weniger empfindliche Purpurrotschicht mit grünsensi bilisierten Silberbromidiodidkörnern (1,48 g Silber/m², Gelatine (1,21 g/m²), dem einen purpurroten Bildfarb stoff liefernden Kuppler 1-(2,4,6-Trichlorphenyl)- 3-[3-(2,4-diamylphenoxyacetamido)-benzamido]-5-pyrazolon (0,88 g/m²), dem farbigen Kuppler 1-(2,4,6-Trichlor phenyl)-3-[α-(3-tert.-butyl-4-hydroxyphenoxy)tetra decanamido-2-chloroanilino]-4-(3,4-dimethoxy)-phenyl- azo-5-pyrazolon (0,10 g/m²), dem DIR-Kuppler 1-{4-[α- (2,4-Di-tert.-amylphenoxy)butyramido]phenyl}-3-pyrro lidino-4-(1-phenyl-5-tetrazolylthio)-5-pyrazolon (0,02 g/m²) und dem Anti-Verfärbungsmittel 5-sek.- Octadecylhydrochinon-2-sulfonat, Kaliumsalz (0,09 g/m²).
Schicht 5:
Empfindlichere Purpurrotschicht mit empfindlicheren grünsensibilisierten Silberbromidiodidkörnern (1,23 g Silber/m²), Gelatine (0,88 g/m²), dem einen purpurroten Bildfarbstoff liefernden Kuppler 1-(2,4,6-Trichloro phenyl)-3-[3-(2,4-diamylphenoxyacetamido)-benzamido]- 5-pyrazolon (0,12 g/m²), dem farbigen Kuppler 1-(2,4,6- Trichlorophenyl)-3-[α-(3-tert.-butyl-4-hydroxyphenoxy)- tetradecanamido-2-chloroanilino]-4-(3,4-dimethoxy)- phenylazo-5-pyrazolon (0,03 g/m²), sowie dem Anti- Verfärbungsmittel 5-sek.-Octadecyl-hydrochinon-2-sulfonat, Kaliumsalz (0,05 g/m²).
Schicht 6:
Zwischenschicht mit Gelatine und 2,5-Di-sek.-dodecyl hydrochinon als Anti-Verfärbungsmittel.
Schicht 7:
Gelbfilterschicht mit gelbem kolloidalem Silber und Gelatine.
Schicht 8:
Weniger empfindliche Gelbschicht mit blausensibilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen gelben Bildfarbstoff liefernden Kuppler und dem Anti-Verfär bungsmittel 5-sek.-Octadecylhydrochinon.
Schicht 9:
Empfindlichere Gelbschicht mit empfindlicheren blau sensibilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen gelben Farbstoff liefernden Kuppler und dem Anti-Verfärbungsmittel 5-sek.-Octadecylhydrochinon.
Schicht 10:
UV-Absorptionsschicht mit dem UV-Absorber 3-Di-n hexylamino)alylidenmalononitril und Gelatine.
Schicht 11:
Deckschicht mit Gelatine und Bis(vinylsulfonylmethyl) ether.
Weniger empfindliche Blaugrünschicht mit rotsensi bilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen blaugrünen Bildfarbstoff liefernden Kuppler, einem farbigen Kuppler und einem DIR-Kuppler.
Schicht 2:
Empfindlichere Blaugrünschicht mit empfindlicheren rotsensibilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen blaugrünen Bildfarbstoff liefernden Kuppler, einem farbigen Kuppler und einem DIR-Kuppler.
Schicht 3:
Zwischenschicht mit Gelatine und 2,5-Di-sek.-Dodecyl hydrochinon als Anti-Verfärbungsmittel.
Schicht 4:
Weniger empfindliche Purpurrotschicht mit grünsensi bilisierten Silberbromidiodidkörnern (1,48 g Silber/m², Gelatine (1,21 g/m²), dem einen purpurroten Bildfarb stoff liefernden Kuppler 1-(2,4,6-Trichlorphenyl)- 3-[3-(2,4-diamylphenoxyacetamido)-benzamido]-5-pyrazolon (0,88 g/m²), dem farbigen Kuppler 1-(2,4,6-Trichlor phenyl)-3-[α-(3-tert.-butyl-4-hydroxyphenoxy)tetra decanamido-2-chloroanilino]-4-(3,4-dimethoxy)-phenyl- azo-5-pyrazolon (0,10 g/m²), dem DIR-Kuppler 1-{4-[α- (2,4-Di-tert.-amylphenoxy)butyramido]phenyl}-3-pyrro lidino-4-(1-phenyl-5-tetrazolylthio)-5-pyrazolon (0,02 g/m²) und dem Anti-Verfärbungsmittel 5-sek.- Octadecylhydrochinon-2-sulfonat, Kaliumsalz (0,09 g/m²).
Schicht 5:
Empfindlichere Purpurrotschicht mit empfindlicheren grünsensibilisierten Silberbromidiodidkörnern (1,23 g Silber/m²), Gelatine (0,88 g/m²), dem einen purpurroten Bildfarbstoff liefernden Kuppler 1-(2,4,6-Trichloro phenyl)-3-[3-(2,4-diamylphenoxyacetamido)-benzamido]- 5-pyrazolon (0,12 g/m²), dem farbigen Kuppler 1-(2,4,6- Trichlorophenyl)-3-[α-(3-tert.-butyl-4-hydroxyphenoxy)- tetradecanamido-2-chloroanilino]-4-(3,4-dimethoxy)- phenylazo-5-pyrazolon (0,03 g/m²), sowie dem Anti- Verfärbungsmittel 5-sek.-Octadecyl-hydrochinon-2-sulfonat, Kaliumsalz (0,05 g/m²).
Schicht 6:
Zwischenschicht mit Gelatine und 2,5-Di-sek.-dodecyl hydrochinon als Anti-Verfärbungsmittel.
Schicht 7:
Gelbfilterschicht mit gelbem kolloidalem Silber und Gelatine.
Schicht 8:
Weniger empfindliche Gelbschicht mit blausensibilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen gelben Bildfarbstoff liefernden Kuppler und dem Anti-Verfär bungsmittel 5-sek.-Octadecylhydrochinon.
Schicht 9:
Empfindlichere Gelbschicht mit empfindlicheren blau sensibilisierten Silberbromidiodidkörnern, Gelatine, einem einen gelben Farbstoff liefernden Kuppler und dem Anti-Verfärbungsmittel 5-sek.-Octadecylhydrochinon.
Schicht 10:
UV-Absorptionsschicht mit dem UV-Absorber 3-Di-n hexylamino)alylidenmalononitril und Gelatine.
Schicht 11:
Deckschicht mit Gelatine und Bis(vinylsulfonylmethyl) ether.
Die Silberhalogenidemulsionen der einzelnen farbbildenden Schichten
des hergestellten Aufzeichnungsmaterials enthielten übliche poly
disperse Silberbromidiodidkörner des aus der US-PS 3 320 069
bekannten Typs. Die Emulsionen waren alle optimal chemisch mit
Schwefel und Gold in Gegenwart von Thiocyanat sensibilisiert und
spektral gegenüber den entsprechenden Bereichen des sichtbaren
Spektrums. Die zur Herstellung der empfindlicheren Purpurrot
schicht verwendete Emulsion bestand aus einer polydispersen Silber
bromidiodidemulsion (0,5-1,5 µm) von niedrigem Aspektverhältnis
(≃ 3 : 1) mit einem Iodidgehalt von 12 Mol-%, hergestellt nach
einem Verfahren, ähnlich dem, das zur Herstellung der Emulsion
Nr. 4 angewandt wurde.
Ein zweites Mehrfarb-Aufzeichnungsmaterial wurde in entsprechender
Weise hergestellt mit der Ausnahme jedoch, daß zur Herstellung
der empfindlicheren Purpurrotschicht eine Silberbromidiodidemulsion
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern (mit 8,4 Mol-%
Iodid) anstelle der bisher verwendeten Emulsion mit niedrigem
Aspektverhältnis verwendet wurde. Dabei wurde die gleiche Silberbeschichtungsstärke
angewandt. Die zur Herstellung der Purpurrotschicht
verwendete Emulsion wies tafelförmige Silberbromidiodidkörner
mit einem durchschnittlichen Durchmesser von etwa
2,5 µm auf, einer Dicke von weniger als oder gleich 0,12 µm und
einem durchschnittlichen Aspektverhältnis von größer als 20 : 1,
wobei die projizierte Fläche der tafelförmigen Körner mehr als
70% ausmachte. Die beiden Emulsionen mit hohem und niedrigem
Aspektverhältnis wurden in entsprechender Weise optimal chemisch
und spektral sensibilisiert.
Die hergestellten Aufzeichnungsmaterialien wurden 1/50 Sekunde
lang durch einen Mehrfarb-Stufenkeil mit Dichtestufen von 0-3,0
(plus 0,60 Neutraldichte) mit einer Wolframlampe von 600 W, 5500°K
belichtet. Die Entwicklungsdauer in einem Farbentwickler des
aus der Literaturstelle "British Journal of Photography Annual",
1979, Seiten 204-206 bekannten Typs betrug 3 1/4 Minuten. Die
erhaltenen sensitometrischen Ergebnisse sind in der folgenden
Tabelle III zusammengestellt.
Aus den in der Tabelle III zusammengestellten Werten ergibt sich,
daß bei Verwendung einer Emulsion mit tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern ein beträchtlicher Anstieg der Grünempfindlichkeit ein
tritt, bei einer nur sehr geringen Erhöhung der Körnigkeit.
Um den Empfindlichkeits-Körnigkeits-Vorteil im Falle von photo
graphischen Schwarz-Weiß-Aufzeichnungsmaterialien zu veran
schaulichen, wurden 5 der chemisch spektral sensibilisierten
Emulsionen, wie oben beschrieben, nämlich die Emulsionen 6, 9,
3, 4 und 5 auf Poly(ethylenterephthalat)filmschichtträger auf
getragen. Jedes Aufzeichnungsmaterial enthielt eine Silberhalogenid
emulsionsschicht mit pro m² Trägerfläche: 3,21 g Silber, 4,16 g
Gelatine und 3,6 g des Anti-Schleiermittels 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,-
3a-7-tetraazainden pro Mol Silber. Auf die Emulsionsschichten wurde
dann noch eine Deckschicht aus pro m² 0,88 g Gelatine aufgetragen.
Als Härtungsmittel wurde Bis(vinylsulfonylmethyl)ether in einer
Konzentration von 1,75%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Gelatine
verwendet.
Die hergestellten Aufzeichnungsmaterialien wurden 1/100 Sekunde
lang durch einen Stufenkeil mit 0-3,0 Dichtestufen, unter Zusatz
eines Wratten-Filters Nr. 9 und eines 1,26 Dichte-Neutralfilters
mit einer 600 W Wolframlampe von 3000°K belichtet. Die Aufzeichnungs
materialien wurden dann in einem Entwickler der im folgenden ange
gebenen Zusammensetzung bei 20°C entwickelt, wobei die Aufzeichnungs
materialien mit den Emulsionsschichten des geringeren Aspektver
hältnisses 5 Minuten lang entwickelt wurden und die Aufzeichnungs
materialien mit den Silberhalogenidemulsionsschichten mit dem
höheren Aspektverhältnis 3 1/2 Minuten lang, um für einen Vergleich
einander angepaßte Kurvenformen zu erzielen.
| Wasser, etwa 50°C|500 ml | |
| Methyl-p-aminophenolsulfat | 2,5 g |
| Natriumsulfit, entwässert | 30,0 g |
| Hydrochinon | 2,5 g |
| Alkali | 10,0 g |
| Kaliumbromid | 0,5 g |
| Mit Wasser aufgefüllt auf 1 Liter |
Die Ergebnisse der Empfindlichkeits- und Körnigkeitsmessungen
sind in Fig. 13 in einem Diagramm dargestellt, in dem der
Logarithmus der Grünempfindlichkeit in Abhängigkeit von der
RMS-Körnigkeit multipliziert × 10 aufgetragen ist. Die Empfind
lichkeits-Körnigkeits-Verhältnisse der Vergleichsemulsionen 3, 4
und 5 sind demnach beträchtlich schlechter als die, der erfindungs
gemäß verwendeten Emulsionen 6 und 9.
Es wurden vier verschiedene Mehrfarb-Aufzeichnungsmaterialien,
im folgendem als Materialien I-IV bezeichnet, hergestellt.
Außer den im folgenden speziell erwähnten Unterschieden hatten
die Aufzeichnungsmaterialien den gleichen Aufbau.
Dabei bedeuten:
DS eine Gelatinedeckschicht; GF Gelbfiltermaterial (kolloidales Silber, aufgetragen in einer Schichtstärke von 0,69 g/m²).
DS eine Gelatinedeckschicht; GF Gelbfiltermaterial (kolloidales Silber, aufgetragen in einer Schichtstärke von 0,69 g/m²).
Die übrigen Abkürzugen sind die gleichen, wie sie bei der Be
schreibung der Schichtenanordnungen I-IX verwendet wurden.
Im Falle der Blau- (B), Grün- (G) und Rot-(R) aufzeichnenden
farbbildenden Schichteneinheiten ohne den Buchstaben "T" lagen
Silberbromid- oder Silberbromidiodidemulsionen mit niedrigem
Aspektverhältnis vor, hergestellt wie in der US-PS 3 320 069
beschrieben. Entsprechende Schichten der einzelnen Materialien
wiesen - sofern nichts anderes angegeben ist - den gleichen
Iodidgehalt auf.
Die höherempfindlichen grünempfindlichen Emulsionsschichten mit
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern, die mit dem Prefix "T"
gekennzeichnet sind, wurden ausgehend von Silberbromidiodid
emulsionen hergestellt, die in folgender Weise hergestellt wurden:
Zu 2,25 l einer wäßrigen Lösung von Knochengelatine mit 1,5 Gew.-%
Gelatine, die bezüglich Kaliumbromid 0,17 molar war (Lösung A),
wurden bei 80°C und einem pBr-Wert von 0,77 gleichzeitig nach
dem Doppeleinlaufverfahren innerhalb eines Zeitraumes von 2 Minuten
bei konstanter Zulaufgeschwindigkeit eine wäßrige 2,19 molare
Kaliumbromidlösung (Lösung B-1) und eine 2,0 molare Silbernitrat
lösung (Lösung C-1) bei einem Verbrauch von 0,61% des insgesamt
verwendeten Silbernitrates zulaufen gelassen.
Nach diesem 2 Minuten währenden Zulauf wurde der Zulauf der
Lösung B-1 unerbrochen, während die Lösung C-1 noch so lange
zulaufen gelassen wurde, bis ein pBr-Wert von 1,00 bei 80°C
erreicht worden war, wobei 2,44% des insgesamt verwendeten Silber
nitrates verbraucht wurden. Daraufhin wurde eine wäßrige Lösung
von phthalierter Gelatine (0,4 l einer 20gew.-%igen Gelatine
lösung), die bezüglich Kaliumbromid 0,10 molar war (Lösung D)
bei einem pBr-Wert von 1,0 und 80°C zulaufen gelassen. Dann
wurden 24 Minuten lang die Lösungen B-1 und C-1 nach dem Doppel
einlaufverfahren in das Reaktionsgefäß einfließen gelassen, unter
Verbrauch von 44% des insgesamt verwendeten Silbernitrates,
wobei die Zulaufgeschwindigkeit erhöht wurde (4,0× schneller
am Schluß als zu Beginn). Nach 24 Minuten wurde der Zulauf der
Lösung B-1 unterbrochen, während von der Lösung C-1 noch so viel
zulaufen gelassen wurde, bis ein pBr-Wert von 1,80 bei 80°C
erreicht worden war.
Anschließend wurden nach dem Doppeleinlaufverfahren 12 Minuten
lang Lösung C-1 und eine wäßrige Lösung (Lösung B-2) von Kalium
bromid (2,17 molar) und Kaliumiodid (0,03 molar) zugegeben, unter
einem Verbrauch von 50,4% des insgesamt verwendeten Silbernitrates.
Die Zugabe erfolgte beschleunigt, d. h. 1,37× schneller am
Schluß als zu Beginn.
Nach dem Doppeleinlaufverfahren wurden dann mit konstanter Ge
schwindigkeit eine wäßrige 0,36 molare Kaliumiodidlösung (B-3)
und eine 2,0 molare Silbernitratlösung (Lösung C-2) zulaufen
gelassen, bis ein pBr-Wert von 2,16 bei 80°C erreicht worden war,
entsprechend einem Silbernitratverbrauch von 2,59% des insgesamt
verwendeten Silbernitrats. Zur Bereitung der Emulsion wurden
insgesamt 6,57 Mole Silbernitrat verwendet.
Die erhaltene Emulsion wurde dann auf 35°C abgekühlt und mit
0,30 l einer wäßrigen Lösung von phthalierter Gelatine (13,3
Gew.-% Gelatine) versetzt und 2× nach dem Koagulationswasch
verfahren gewaschen.
Die erhaltene Silberbromidiodidemulsion mit tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern wies Körner eines durchschnittlichen Durch
messers von 5,0 µm und einer durchschnittlichen
Dicke von etwa 0,11 µm auf. Die tafelförmigen Körner machten etwa
90% der gesamtenprojizierten Kornfläche aus und hatten ein durch
schnittliches Aspektverhältnis von etwa 45 : 1.
Die Emulsion wurde dann optimal spektral und chemisch sensibili
siert durch Zusatz von 350 mg Anhydro-5-chloro-9-ethyl-5′-phenyl-
3′-(3-sulfobutyl)-3-(3-sulfopropyl)oxacarbocyaninhydroxid,
Natriumsalz pro Mol Ag, 101 mg Anhydro-11-ethyl-1,1′-bis(3-sulfo
propyl)-naphtho-[1,2-d]oxazolocarbocyaninhydroxid, Natriumsalz pro
Mol Ag, 800 mg Natriumthiocyanat pro Mol Ag, 6 mg Natriumthiosulfat,
Pentahydrat pro Mol Ag sowie 3 mg Kaliumtetrachloroaurat pro Mol Ag.
Die empfindlichere rotempfindliche Emulsionsschicht wurde herge
stellt aus einer Silberbromidiodidemulsion mit tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern, hergestellt und optimal sensibilisiert
in einer Weise ähnlich der tafelförmigen grünsensibilisierten
Silberbromidiodidemulsion, die oben näher beschrieben wurde, mit
dem Unterschied, daß 144 mg Anhydro-5,6-dichloro-1-ethyl-3-(3-sulfo
butyI)-3′-(3-suifopropyl)benzimidazoIonaphtho[1,2-d]-thiazolo
carbocyaninhydroxid pro Mol Ag sowie 224 mg Anhydro-5,5′-dichloro-
3,9-diethyl-3′-(3-sulfobutyl)-thiacarbocyaninhydroxid pro Mol Ag
als spektrale Sensibilisierungsmittel verwendet wurden. Die
empfindlicheren grün- und rotempfindlichen Emulsionsschichten
der Materialien I und II enthielten 9 Mol-% Iodid, wohingegen
die empfindlicheren tafelförmigen grün- und rotempfindlichen
Emulsionsschichten der Materialien III und IV 1,5 bzw. 1,2 Mol-%
Iodid enthielten.
Weitere Details bezüglich der Aufzeichnungsmaterialien I-IV
ergeben sich aus der US-PS 4 184 876.
Die Aufzeichnungsmaterialien I-IV wurden in gleicher Weise
mittels einer 600 W 2850°K-Lampe 1/100 Sekunde lang belichtet,
unter Verwendung eines Tageslicht-Filters Nr. 5 und eines
Stufenkeils eines Dichtebereiches von 0-4 mit Dichtestufen
von 0,20. Andere Abschnitte der Aufzeichnungsmaterialien I-IV
wurden in entsprechender Weise belichtet, jedoch unter zusätzlicher
Verwendung eines Wratten-Filters Nr. 98, zur Erzielung von Blau-
Belichtungen. Weitere Abschnitte der Aufzeichnungsmaterialien
I-IV wurden in der beschriebenen Weise belichtet, jedoch unter
zusätzlicher Verwendung eines Wratten-Filters Nr. 9 zur Erzielung
von Minus-Blau-Belichtungen. Sämtliche Prüflinge wurden in gleicher
Weise nach dem Farbnegativ-Verfahren C-41 entwickelt, wie es
näher in der Zeitschrift "British Journal of Photography Annual",
1979, Seite 204 beschrieben wird. Die Entwicklungsdauer betrug
30 Minuten, 15 Sekunden bei 38°C. Von den entwickelten Auf
zeichnungsmaterialien wurden gelbe, purpurrote und blaugrüne
Charakteristikkurven aufgezeichnet. Die Kurven von verschiedenen
Prüflingen wurden bei übereinstimmender Minimum-Dichtegraden
miteinander verglichen, d. h. durch Übereinanderlegen der Minimum-
Dichteanteile der Charakteristikkurven.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle IV
zusammengestellt.
Δ ist die Differenz in dem Logarithmus der Blauempfindlichkeit
der blauaufzeichnenden farbbildenden Einheit und dem Logarithmus
der Blauempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farbbildenden
Einheit, bestimmt nach der Gleichung (A) oben:
Δ = (BW98 - GW98) - (BN - GN);
Δ′ ist die Differenz in dem Logarithmus der Blauempfindlichkeit
der blauaufzeichnenden farbbildenden Einheit und dem Logarithmus
der Blauempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden
Einheit, bestimmt nach der Gleichung (B) oben:
Δ′= (BW98 - GW98) - (BN - RN);
Δ′′ ist die Differenz im Logarithmus der Grünempfindlichkeit
der grünaufzeichnenden farbbildenden Einheit und dem Logarithmus
der Blauempfindlichkeit der grünaufzeichnenden farbbildenden
Einheit, bestimmt nach der Gleichung (C) oben:
Δ′′ = GW9 - GW98 und
Δ′′′ ist die Differenz in dem Logarithmus der Rotempfindlichkeit
der rotaufzeichnenden farbbildenden Einheit und dem Logarithmus
der Blauempfindlichkeit der rotaufzeichnenden farbbildenden
Einheit, bestimmt nach der Gleichung (D) oben:
Δ′′′ = RW9 - RW98.
Bei einem Vergleich der Aufzeichnungsmaterialien II und III
ergibt sich, daß im Falle des Materials III, das unter Ver
wendung von Emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
hergestellt wurde, überlegene Empfindlichkeitstrennungen auf
treten. Obgleich im Falle des Aufzeichnungsmaterials nicht die
Empfindlichkeitstrennungen des Aufzeichnungsmaterials I erzielt
werden, ist zu beachten, daß im Falle des Aufzeichnungsmaterials III
kein gelbes Filtermaterial verwendet wurde, und es infolgedessen
auch nicht die Nachteile aufweist, die bei Verwendung solcher
Materialien auftreten. Obgleich im Falle des Aufzeichnungsmaterials
IV größere Mengen an gelbem Filtermaterial verwendet wurden als sie
im Falle photographischer Aufzeichnungsmaterialien nach der Er
findung erforderlich sind, zeigt das Aufzeichnungsmaterial IV,
daß die Empfindlichkeitstrennungen des Aufzeichnungsmaterials III
ggf. erhöht werden können, und zwar durch Verwendung von sogar
kleinen Gelbfilter-Dichten.
Des weiteren wurde ein monochromes Aufzeichnungsmaterial dadurch
hergestellt, daß auf einen Filmschichtträger eine empfindlichere
grünsensibilisierte Silberbromidiodidemulsionsschicht mit tafel
förmigen Silberbromidiodidkörnern, wie oben beschrieben, aufgetragen
wurde. Auf diese Schicht wurde dann eine Gelatine-Deckschicht auf
gebracht. Ermittelt wurde die Blau-Minus-Blau-Empflindlichkeits
trennung das Aufzeichnungsmaterials, das in der beschriebenen
Weise belichtet und entwickelt wurde. Die quantitative Differenz,
bestimmt nach der Gleichung (C), Δ′′ = GW9 - GW98, lag bei 1,28
log E. Hieraus ergibt sich, daß eine vorteilhafte Blau-Minus-
Blau-Empfindlichkeitstrennung erfindungsgemäß erzielt werden kann,
wenn die minus-blauaufzeichnende Emulsionsschicht mit tafel
förmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses
der Lichtquelle, die zur Belichtung verwendet wird, am nächsten
liegt, und nicht durch eine darüberliegende blauabsorbierende
Schicht geschützt ist.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die verbesserte Bild
schärfe, die sich bei Verwendung von Silberbromidiodidemulsionen
mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektver
hältnisses erzielen läßt. Zu Vergleichszwecken wurden Silber
bromidiodidemulsionen des aus der US-PS 3 320 069 bekannten Typs
mit einem niedrigen Aspektverhältnis mitgetestet. Bei diesen
Emulsionen handelte es sich um übliche Emulsionen, deren physi
kalische Eigenschaften in der folgenden Tabelle V zusammenge
stellt sind.
Des weiteren wurden vier erfindungsgemäß verwendbare Silberbromid
iodidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines
hohen Aspektverhältnisses hergestellt. Die Herstellung der
Emulsionen erfolgte wie in den Beispielen, die die Empfindlichkeits-
Körnigkeits-Verbesserungen betreffen, beschrieben. Die physi
kalischen Eigenschaften dieser Emulsionen ergeben sich aus der
folgenden Tabelle VI.
Die beschriebenen Silberbromidiodidemulsionen (C1-C6 und
T1-T4) wurden dann zur Herstellung von mehrschichtigen Auf
zeichnungsmaterialien verwendet. Die Unterschiede in den Auf
zeichnungsmaterialien ergeben sich aus den folgenden Tabellen,
in denen die erzielten Ergebnisse zusammengestellt sind. Obgleich
die Emulsionen chemisch und spektral sensibilisiert wurden, ist
die Sensibilisierung doch nicht erforderlich, um die beobachteten
Schärfeergebnisse zu erzielen.
Die Prüflinge wurden, wie im folgenden beschrieben, belichtet
und entwickelt. Die Schärfebestimmungen erfolgten durch Be
stimmung der Modulations-Übertragungs-Funktion (MFT). Dieses
Bestimmungsverfahren ist bekannt, beispielsweise aus der Literatur
stelle "Journal of Applied Photographic Engineering", 6, (1) : 1-8,
1980.
Die Modulations-Übertragungs-Funktionen (MTF) für rotes Licht
wurden erhalten durch Belichten der mehrschichtigen Aufzeichnungs
materialien 1/15 Sekunde lang bei einer 60%igen Modulation unter
Verwendung eines Wratten-Filters Nr. 29 und eines Dichtefilters
mit einer Neutraldichte von 0,7. Die Modulations-Übertragungs
funktionen für grünes Licht wurden erhalten durch 1/15 Sekunde
langes Belichten bei einer 60%igen Modulation in Verbindung mit
einem Wratten-Filter Nr. 99.
Die Entwicklung erfolgte nach dem Farbnegativverfahren C-41,
wie es näher in der Zeitschrift "British Journal of Photography
Annual" 1979, Seite 204 beschrieben wird. Die Entwicklungsdauer
betrug 31/4 Minuten bei 38°C. Nach der Entwicklung wurden die
Kaskaden-Modulations-Übertragungsfunktionen (CMT)-Kantenschärfe-
Nennwerte bei 16 µm Vergrößerung von den MTF-Kurven bestimmt.
Der Aufbau der getesteten Aufzeichnungsmaterialien sowie die
CMT-Kantenschärfewerte für die Rot- und Grün-Belichtungen
ergeben sich aus der folgenden Tabelle VII.
In unerwarteter Weise kann, wie sich aus Tabelle VII ergibt, die
Verwendung von tafelförmigen Silberbromidiodidemulsionen in Mehr
farbaufzeichnungsmaterialien zu einer Abnahme der Schärfe führen.
Betrachtet man die rote CMT-Kantenschärfe, so stellt man fest, daß
das Material 2 mit zwei tafelförmigen Silberbromidiodidemulsions
schichten weniger scharf ist (-1,0 CMT-Einheiten) als das Ver
gleichsmaterial 1 eines üblichen Aufbaues. In entsprechender Weise
ist das Material 3 (vier tafelförmige Silberbromidiodidemulsions
schichten) weniger scharf als das Material 4 (drei tafelförmige
Silberbromidiodidemulsionsschichten), und zwar um 1,3 CMT-Einheiten
und weniger scharf als das Material 5 (zwei tafelförmige Silber
bromidiodidemulsionsschichten) um 0,4 CMT-Einheiten. Die Materialien
6 und 7 zeigen jedoch, daß bei richtiger Anordnung der tafel
förmigen Silberbromidiodidemulsionsschichten (zu beachten ist, daß
das Material 6 eine bessere rote CMT-Kantenschärfe hat als das Material
4, und zwar um 1,3 Einheiten) in Schichten, die der Lichtquelle
am nächsten liegen, beträchtliche Verbesserungen im Vergleich zu
den Vergleichsaufzeichnungsmaterialien mit üblichen Emulsionsschichten
erzielt werden können. Wie sich aus der vorstehenden Tabelle er
gibt, ist das Aufzeichnungsmaterial 6 um 6,3 grüne CMT-Einheiten
schärfer als das Material 1 und das Material 7 ist um 6,6 rote
CMT-Einheiten schärfer als das Material 1.
Nach der Herstellung wurden die Mehrfarbaufzeichnungsmaterialien
der gemeinsamen Struktur B belichtet und in der beschriebenen
Weise entwickelt. Der genaue Aufbau der hergestellten Auf
zeichnungsmaterialien und die ermittelten CMT-Kantenschärfe-
Nennwerte ergeben sich aus der folgenden Tabelle VIII.
Aus den in der Tabelle VIII wiedergegebenen Daten ergeben sich
vorteilhafte Schärfeveränderungen von photographischen Aufzeichnungs
materialien, die sich erreichen lassen durch Verwendung von
tafelförmigen Silberbromidiodidemulsionsschichten nächst der Licht
quelle. Des weiteren ergeben sich aus den mitgeteilten Daten
ungünstige Veränderungen, wenn die Emulsionsschichten mit den
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern unterhalb von lichtstreuenden
Emulsionsschichten angeordnet sind.
Des weiteren wurden zwei monochrome Aufzeichnungsmaterialien A
(Vergleich) und B (gemäß Erfindung) hergestellte indem auf einen
Filmschichtträger eine höher empfindliche und eine weniger
empfindliche Purpurrotschicht aufgetragen wurde. Die hergestellten
monochromen Aufzeichnungsmaterialien entsprachen somit der
folgten Struktur:
Der Aufbau der Aufzeichnungsmaterialien ergibt sich aus der
folgenden Tabelle IX.
Von den beiden hergestellten monochromen Aufzeichnungsmaterialien
wurden dann die Schärfen nach dem beschriebenen Verfahren
ermittelt. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle X
zusammengestellt.
Um die verminderte hochwinklige Lichtstreuung von Silberbromidiodid
emulsionen mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern nach der
Erfindung im Vergleich zu Emulsionen mit nicht-tafelförmigen
Silberbromidiodidkörnern eines gleichen mittleren Kornvolumens
zu veranschaulichen, wurde die quantitative Lichtstreuungs-
Bestimmungsmethode angewandt, die im vorstehenden unter Bezugnahme
auf Fig. 5 beschrieben wurde. Die Silberbromidiodidemulsion mit
den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspekt
verhältnisses bestand im wesentlichen aus dem Dispersionsmedium
und tafelförmigen Körnern mit einem mittleren Durchmesser von
5,4 µm, einer durchschnittlichen Dicke von 0,23 µm und
einem durchschnittlichen Aspektverhältnis von 23,5 : 1. Die
tafelförmigen Körner machten mehr als 90% der projizierten Fläche
der Körner aus. Das durchschnittliche Kornvolumen betrug 5,61
µm. Zu Vergleichszwecken wurde eine Emulsion mit nicht
tafelförmigen Körnern eines durchschnittlichen Kornvolumens von
5,57 µm verwendet. (Bei Auflösung in Kügelchen des
gleichen Volumens, d. h. einander äquivalenten Kügelchen hatten
beide Emulsionen praktisch die gleichen Korndurchmesser). Beide
Emulsionen hatten eine Gesamtdurchlässigkeit von 90%, wenn sie
in eine Flüssigkeit mit einem angepaßten Refraktionsindex getaucht
wurden. Jede Emulsion wurde auf einen transparenten Träger in
einer Silberbeschichtungsstärke von 1,08 g/m² aufgetragen.
Wie sich im einzelnen aus der folgenden Tabelle XI ergibt, wurden
bei Verwendung der Emulsion mit den tafelförmigen Silberbromid
iodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses im Vergleich zu
der Vergleichsemulsion von entsprechendem mittleren Kornvolumen
geringere transmittierte Lichtmengen von den durch Φ einge
schlossenen Oberflächenbezirken aufgenommen, und zwar mit Werten
von Φ bis 84°.
Aus der folgenden Tabelle XI ergibt sich des weiteren, daß der
Sammelwinkel für beide Emulsionen beträchtlich unter 6° lag.
Dies bedeutet, daß keine der verwendeten Emulsionen als eine
trübe Emulsion bezüglich ihrer streuenden Eigenschaften betrachtet
werden kann. Wenn der Winkel Φ 70° betrug, so wies die erfindungs
gemäß verwendete Emulsion nur die Hälfte der hochwinkligen Streuung
der Vergleichsemulsion auf.
Zu 3,0 l einer 1,5%igen Gelatinelösung von 60°C (bez. Kaliumbromid
0,17 M) wurden unter Rühren nach der Doppeleinlaufmethode zugegeben:
4,34 M Kaliumbromid in einer 3%igen Gelatinelösung und eine
4,0 M Silbernitratlösung. Die Zugabe erfolgte innerhalb eines
Zeitraumes von 2,5 Minuten, wobei ein pBr-Wert von 0,8 aufrecht
erhalten wurde. Dabei wurden 4,8% des insgesamt verwendeten
Silbernitrates verbraucht. Der Zulauf der Bromidlösung wurde dann
unterbrochen, worauf noch 1,8 Minuten lang Silbernitratlösung
zulaufen gelassen wurde, bis ein pBr-Wert von 1,3 erreicht war,
unter Verbrauch von 4,3% des insgesamt verwendeten Silbernitrates.
Gleichzeitig mit der Silbernitratlösung wurde dann innerhalb eines
Zeitraumes von 24,5 Minuten mit erhöhter Geschwindigkeit (2,0×
schneller am Ende als zu Beginn) eine 6%ige Gelatinelösung mit
4,0 M Kaliumbromid und 0,12 M Kaliumiodid unter Aufrechterhaltung
eines pBr-Wertes von 1,3 zulaufen gelassen, wobei 87,1% des ins
gesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht wurden. Der Zulauf
der Bromidlösung wurde dann unterbrochen, worauf die Silbernitrat
lösung noch 1,6 Minuten lang zulaufen gelassen wurde, wobei 3,8%
des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht wurden, bis
ein pBr-Wert von 2,7 erreicht wurde. Die Emulsion wurde dann auf
35°C abgekühlt, worauf 279 g phthalierter Gelatine, gelöst in
1 Liter destilliertem Wasser zugegeben wurden, und die Emulsion
nach dem Koagulationswaschverfahren gewaschen wurde. Die erhaltene
Silberbromidiodidemulsion (3 Mol-% Iodid) hatte einen mittleren
Korndurchmesser von etwa 1,0 µm, eine mittlere Dicke von etwa
0,10 µm und ein Aspektverhältnis von etwa 10 : 1. Die tafelförmigen
Silberbromidiodidkörner machten mehr als 85% der gesamten projizier
ten Fläche der Silberhalogenidkörner der Emulsionsschicht aus.
Die Emulsion wurde chemisch mit Natriumthiocyanat, Natriumthio
sulfat und Kaliumtetrachloroaurat sensibilisiert.
Ein Teil der chemisch sensibilisierten Emulsion wurde auf einen
Cellulosetriacetat-Schichtträger aufgetragen. Die Emulsionsschicht
bestand aus den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern (1,08 g Ag/m²),
Gelatine (2,9 g/m²), dem einen purpurroten Farbstoff liefernden
Kuppler 1-(6-Chloro-2,4-dimethylphenyl)-3-[α-(m-pentadecylphenoxy)
butyramido]-5-pyrazolon (0,79 g/m²), 2-Octadecyl-5-sulfohydrochinon
(1,69 g/Mol Ag) und 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a<7-tetraazainden
(3,62 g/Mol Ag).
Ein zweiter Anteil der Silberbromidiodidemulsion mit den tafel
förmigen Silberbromidiodidkörnern wurde spektral gegenüber dem
blauen Bereich des Spektrums sensibilisiert durch Zusatz von
3× 10-4 Molen Anhydro-5,6-dimethoxy-5-methylthio-3,3′-di-
(3-sulfopropyl)thiocyaninhydroxid, Triethylaminsalz (λmax 490 nm)
pro Mol Ag. Die spektral sensibilisierte Emulsion wurde dann unter
Verwendung des gleichen einen purpurroten Farbstoff liefernden
Kupplers, wie im Falle des Aufzeichnungsmaterials 1, fertiggestellt
und wie im Falle des Aufzeichnungsmaterials 1 auf einen Schicht
träger aufgetragen.
Die hergestellten Aufzeichnungsmaterialien wurden dann 1/25
Sekunde lang durch einen Stufenkeil mit Dichtestufen von 0-3,0
mit einer 500 W, 5400°K Wolframlampe belichtet. Daraufhin wurden
die Aufzeichnungsmaterialien 3 Minuten lang in einem Farbent
wickler der aus der Zeitschrift "British Journal of Photography
Annual", 1979, Seiten 204-206 bekannten Zusammensetzung ent
wickelt.
Das Aufzeichnungsmaterial 2 wies eine photographische Empfind
lichkeit auf, die um 0,42 log E-Einheiten größer war als die
Empfindlichkeit des Aufzeichnungsmaterials 1, woraus sich ein
wirksamer Anstieg der Empfindlichkeit aufgrund der Blausensibili
sierung ergibt.
Claims (46)
1. Photographisches Aufzeichnungsmaterial mit einem Schicht
träger und mindestens einer hierauf aufgetragenen strah
lungsempfindlichen Emulsionsschicht mit in einem Disper
sionsmedium verteilten tafelförmigen Silberbromidiodid
körnern, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens 50% der
gesamten projizierten Fläche der Silberbromidiodidkörner
von tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern stammen, die
einander gegenüberliegende parallele erste und zweite
Hauptflächen aufweisen und eine Dicke von weniger als
0,5 µm sowie einen Durchmesser von mindestens 0,6 µm
haben, wobei der Durchmesser eines Kornes definiert ist
als der Durchmesser eines Kreises mit einer Kreisfläche,
die gleich ist der projizierten Fläche des Kornes, die
ferner ein durchschnittliches Aspektverhältnis von größer
als 8 : 1 haben, wobei das Aspektverhältnis definiert ist
als das Verhältnis von Korndurchmesser zu Korndicke, und
von denen mindestens 50 Gew.-% einen zentralen Bereich
aufweisen, der sich zwischen den beiden Hauptflächen er
streckt und der gegenüber mindestens einem seitlich ver
setzten Bereich, der sich ebenfalls zwischen den beiden
Hauptflächen erstreckt, einen um wenigstens 1,0 Mol-%
geringeren Iodidanteil aufweist, wobei der seitlich ver
setzte Bereich erhältlich ist durch fortgesetzte Fällung
mit erhöhter Iodidkonzentration an seitlich versetzten
Kantenbereichen des zentralen Bereichs.
2. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner, die mindestens 50% der gesamten
projizierten Fläche ausmachen, eine Dicke von weniger als
0,3 µm haben.
3. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner ein durchschnittliches Aspektverhältnis
von mindestens 12 : 1 aufweisen.
4. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner ein durchschnittliches Aspektverhältnis
von mindestens 20 : 1 aufweisen.
5. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der An
sprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der seitlich
versetzte Bereich bis zu 20 Mol-% Iodid enthält.
6. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der An
sprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der seitlich
verschobene Bereich ein ringförmiger Bereich ist, der den
zentralen Bereich umgibt und daß die Iodidkonzentration
der tafelförmigen Körner progressiv vom zentralen Bereich
zum ringförmigen Bereich hin ansteigt.
7. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der Iodidgehalt
der Körner an der Grenzfläche von zentralem Bereich zu den
seitlich versetzten Bereichen abrupt ansteigt.
8. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen
Silberbromidiodidkörner mindestens 70% der gesamten projizierten
Fläche der Silberbromidiodidkörner ausmachen.
9. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche
1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner mindestens 90% der gesamten projizierten
Fläche dem Silberbromidiodidkörner ausmachen.
10. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche
1-9, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner im Inneren dotiert sind.
11. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silberbromidiodid
körner im Innern mit einem Metall der Gruppe VIII des Periodi
schen Systems der Elemente dotiert sind.
12. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche
1-11, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner chemisch oberflächensensibilisiert sind mit
einem Sensibilisierungsmittel aus der Klasse der Edelmetall-,
Mittel-Chalcogen- oder Reduktionssensibilisierungsmittel oder
einer Kombination hiervon.
13. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche
1-12, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner chemisch in Gegenwart eines Reifungsmittels
sensibilisiert sind.
14. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silberbromid
iodidkörner chemisch in Gegenwart eines Schwefel enthaltenden
Reifungsmittels sensibilisiert sind.
15. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-14, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmi
gen Silberbromidiodidkörner spektral gegenüber einem Bereich
des Spektrums im Minus-Blau-Bereich sensibilisiert sind.
16. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-15, dadurch gekennzeichnet, daß der seitlich
verschobene Bereich ein ringförmiger Bereich, der den zentralen
Bereich umgibt und mindestens 6 Mol-% Iodid enthält, ist.
17. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-16, dadurch gekennzeichnet, daß die Silber
bromidiodidkörner auf ihrer Oberfläche ein spektrales
Blau- oder Minus-Blau-Sensibilisierungsmittel adsorbiert
enthalten.
18. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-17, dadurch gekennzeichnet, daß die tafel
förmigen Silberbromidiodidkörner optimal chemisch sensi
bilisiert sind mit Gold in Kombination mit mindestens einem
Schwefel- oder Selen-Sensibilisierungsmittel in Gegenwart
eines Thiocyanat-Reifungsmittels und spektral sensibilisiert
sind mit einem spektral sensibilisierenden Farbstoff mit einer
Absorptionsspitze im Minus-Blau-Bereich des sichtbaren Spektrums.
19. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-18, dadurch gekennzeichnet, daß die tafel
förmigen Silberbromidiodidkörner ein durchschnittliches Aspekt
verhältnis von 20 : 1 bis 100 : 1 aufweisen.
20. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-19, dadurch gekennzeichnet, daß die Silber
bromidiodidkörner chemisch in Gegenwart mindestens eines
Teiles des zur spektralen Sensibilisierung der Emulsion
verwendeten spektral sensibilisierenden Farbstoffes
sensibilisiert sind.
21. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-20, dadurch gekennzeichnet, daß die Silber
bromidiodidkörner auf ihrer Oberfläche zusätzliches Silber
halogenid aufweisen, in einer Menge, welche zu einer Erhöhung
der Empfindlichkeit führt.
22. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-21, dadurch gekennzeichnet, daß die strahlungs
empfindliche Emulsionsschicht mit den tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern in Aufzeichnungsmaterial derart angeordnet
ist, daß auf sie bei der Belichtung gerichtetes Licht
auftrifft.
23. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-22, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen
Silberbromidiodidkörner einen durchschnittlichen
Durchmesser von mindestens 2 µm aufweisen.
24. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-23 für die Schwarz-Weiß-Photographie, dadurch
gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silberbromidiodid
körner optimal chemisch und orthochromatisch oder panchro
matisch spektral sensibilisiert sind.
25. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 24,
dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsionsschicht mit den
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern über mindestens einer
weiteren bilderzeugenden Silberhalogenidemulsionsschicht
angeordnet ist derart, daß auf sie während der bildweisen
Belichtung Licht auftrifft, das in einer darüberliegenden
für Licht durchlässigen Schicht nicht gestreut worden ist.
26. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 25,
dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsionsschicht mit den
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern die äußerste Emulsions
schicht des Aufzeichnungsmaterials ist.
27. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 24-26, dadurch gekennzeichnet, daß die Silber
bromidiodidkörner chemisch in Gegenwart eines Thiocyanat-
Reifungsmittels mit mindestens einem Gold-, Schwefel- oder
Selen-Sensibilisierungsmittel sensibilisiert sind.
28. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 1-23, zur Herstellung von mehrfarbigen Bildern,
mit einem Schichtträger und hierauf aufgetragenen Emulsions
schichten für die getrennte Aufzeichnung von blauem, grünem
und rotem Licht, mit jeweils in einem Dispersionsmedium dis
pergierten Silberbromidiodidkörnern, wobei die grünes Licht
und rotes Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten einen Grün
bzw. einen Rot spektralsensibilisierenden Farbstoff enthalten,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der grünes Licht
und rotes Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten eine Emul
sionsschicht mit tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
gemäß einem der Ansprüche 1-23 ist.
29. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet, daß eine der Silberhalogenidemul
sionsschichten mit den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern
im Aufzeichnungsmaterial derart angeordnet ist, daß auf sie
die zur Belichtung verwendete Strahlung eher auftrifft als
auf die anderen Emulsionsschichten des Aufzeichnungsmaterials.
30. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 28, da
durch gekennzeichnet, daß eine der Emulsionsschichten mit
tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern im Aufzeichnungs
material so angeordnet ist, daß auf sie gerichtetes Licht
auftrifft und die über mindestens einer weiteren Emulsions
schicht des Aufzeichnungsmaterials liegt.
31. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 28-30, dadurch gekennzeichnet, daß die tafel
förmigen Silberbromidiodidkörner einen durchschnittlichen
Durchmesser von mindestens 2 µm aufweisen.
32. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet, daß die blaues Licht aufzeichnende
Emulsionsschicht chemisch und spektral sensibilisierte
tafelförmige Silberbromidiodidkörner gemäß einem der Ansprüche
1 und 3-23 aufweist.
33. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 28 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß die
tafelförmigen Silberbromidiodidkörner chemisch oberflächen
sensibilisiert sind mit einer Goldverbindung und mindestens
einer Schwefel- und Selenverbindung.
34. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 28-33, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
der tafelförmige Silberbromidiodidkörner enthaltenden Emul
sionsschichten im Aufzeichnungsmaterial derart angeordnet ist,
daß auf sie bei der bildweisen Belichtung des Aufzeichnungs
materials bei einer Farbtemperatur von 5500°K blaues Licht
zusätzlich zu dem Licht auftrifft, das die Schicht auf
zeichnen soll und daß Δlog E dieser Emulsionsschicht kleiner
ist als 0,6, wobei Δlog E definiert ist wie folgt:
ΔIog E = log ET - log EBwobei log ET definiert ist als der Logarithmus der Belichtung
mit rotem oder grünem Licht, das die Emulsionsschicht mit
den tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern aufzeichnen soll und
log EB definiert ist als der Logarithmus der gleichzeitigen
Belichtung mit blauem Licht der die tafelförmigen Silber
bromidiodidkörner enthaltenden Emulsionsschicht.
35. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 34,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufzeichnungsmaterial eine
geringere als übliche Menge an Gelbfiltermaterial aufweist
oder frei von einem gelben Filtermaterial
zwischen der zur Belichtung verwendeten Strahlung und mindestens
einer der die tafelförmigen Silberbromidiodidkörner enthalten
den Emulsionsschichten ist.
36. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 34 oder 35, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eine der Schichten, die tafelförmige Silberbromidiodidkörner
enthalten, im Aufzeichnungsmaterial eine solche Position
einnimmt, daß auf sie die zur Belichtung verwendete Strahlung
eher auftrifft als auf die blaues Licht aufzeichnende Emulsions
schicht.
37. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 34 oder 35, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eine der Schichten, die tafelförmige Silberbromidiodidkörner
enthält, im Aufzeichnungsmaterial eine solche Position ein
nimmt, daß auf sie die zur Belichtung verwendete Strahlung
auftrifft, bevor die Strahlung alle übrigen Silberhalogenid
emulsionsschichten des Aufzeichnungsmaterials erreicht.
38. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 28-37, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
der grünes und rotes Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten
eine Silberhalogenidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silber
bromidiodidkörnern der angegebenen Merkmale ist.
39. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 28-38, zur Herstellung eines mehrfarbigen
Bildes mit einem Schichtträger und hierauf angeordneten,
farbbildenden Schichteneinheiten für die separate Auf
zeichnung von blauem, grünem und rotem Licht, die derart
ausgewählt sind, daß das Aufzeichnungsmaterial, wenn es
bei einer Farbtemperatur von 5500°K durch einen nicht
spektral selektiven Stufenkeil belichtet und entwickelt
wird, im Verhältnis zum Blau-Kontrast und zur Blau-Empfind
lichkeit, Grün- und Rot-Kontrast-Abweichungen von weniger
als 20% und Grün- -und Rot-Empfindlichkeitsabweichungen von
weniger als 0,3 log E unter Verwendung von Blau-, Grün- und
Rot-Dichten, bestimmt nach dem amerikanischen Standard
PHZ.1-1952, aufweist, wobei
jede der farbbildenden Einheiten mindestens eine Emulsions schicht aus in einem Dispersionsmedium verteilten Silber bromidiodidkörnern aufweist und wobei ferner
die Silberbromidiodidkörner einer Triade der Emulsionsschichten für die separate Aufzeichnung von blauem, grünem und rotem Licht derart angeordnet sind, daß das zur Belichtung verwendete Licht, bevor es auf eine andere Emulsionsschicht auftrifft, zunächst auf sie auftrifft, und diese Silberbromidiodidkörner einen durchschnittlichen Durchmesser von mindestens 0,7 µm haben, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silberbromid iodidkörner in den Grün- und/oder Rot-aufzeichnenden Emul sionsschichten der Triade erste und zweite, einander gegen überliegende parallele Hauptflächen haben, daß sie ferner weniger als 3 Mol-% Iodid in einem zentralen Bereich, der sich zwischen den Hauptflächen erstreckt und mindestens 6 Mol-% Iodid in einem seitlich versetzten Bereich, der sich ebenfalls zwischen den Hauptflächen erstreckt, aufweisen, daß ferner ihre Dicke weniger als 0,3 µm und ihr Durchmesser mindestens 0,6 µm beträgt und ihr durchschnittliches Aspektverhält nis bei mindestens, 12 : 1 liegt, daß sie ferner mindestens 70% der insgesamt projizierten Fläche der Silberbromidiodid körner der Emulsionsschicht ausmachen, daß sie ferner chemisch oberflächensensibilisiert sind mit einer Goldverbindung und mindestens einer Schwefel- und Selenverbindung und daß schließlich
das Aufzeichnungsmaterial von gelbem Filtermaterial zwischen der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle und den rotes Licht und grünes Licht aufzeichnenden Schichten der Triade frei ist.
jede der farbbildenden Einheiten mindestens eine Emulsions schicht aus in einem Dispersionsmedium verteilten Silber bromidiodidkörnern aufweist und wobei ferner
die Silberbromidiodidkörner einer Triade der Emulsionsschichten für die separate Aufzeichnung von blauem, grünem und rotem Licht derart angeordnet sind, daß das zur Belichtung verwendete Licht, bevor es auf eine andere Emulsionsschicht auftrifft, zunächst auf sie auftrifft, und diese Silberbromidiodidkörner einen durchschnittlichen Durchmesser von mindestens 0,7 µm haben, dadurch gekennzeichnet, daß die tafelförmigen Silberbromid iodidkörner in den Grün- und/oder Rot-aufzeichnenden Emul sionsschichten der Triade erste und zweite, einander gegen überliegende parallele Hauptflächen haben, daß sie ferner weniger als 3 Mol-% Iodid in einem zentralen Bereich, der sich zwischen den Hauptflächen erstreckt und mindestens 6 Mol-% Iodid in einem seitlich versetzten Bereich, der sich ebenfalls zwischen den Hauptflächen erstreckt, aufweisen, daß ferner ihre Dicke weniger als 0,3 µm und ihr Durchmesser mindestens 0,6 µm beträgt und ihr durchschnittliches Aspektverhält nis bei mindestens, 12 : 1 liegt, daß sie ferner mindestens 70% der insgesamt projizierten Fläche der Silberbromidiodid körner der Emulsionsschicht ausmachen, daß sie ferner chemisch oberflächensensibilisiert sind mit einer Goldverbindung und mindestens einer Schwefel- und Selenverbindung und daß schließlich
das Aufzeichnungsmaterial von gelbem Filtermaterial zwischen der zur Belichtung verwendeten Lichtquelle und den rotes Licht und grünes Licht aufzeichnenden Schichten der Triade frei ist.
40. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 39,
dadurch gekennzeichnet, daß die grünes Licht und rotes Licht
aufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten der Triade
eine Minus-Blau-Empfindlichkeit aufweisen, die mindestens
10× größer ist als ihre Blau-Empfindlichkeit.
41. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 40,
dadurch gekennzeichnet, daß die grünes Licht und rotes Licht
aufzeichnenden farbbildenden Schichteneinheiten der Triade
eine Minus-Blau-Empfindlichkeit aufweisen, die mindestens
20× größer ist als ihre Blau-Empfindlichkeit.
42. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 39 oder 40, dadurch gekennzeichnet, daß die Blau-
Empfindlichkeit der blauen Aufzeichnung des Aufzeichnungs
materials mindestens 6× größer ist als die Blau-Empfind
lichkeit der Minus-Blau-Aufzeichnung des Aufzeichnungs
materials.
43. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach
Anspruch 42. dadurch gekennzeichnet, daß die
Blau-Empfindlichkeit der Blau-Aufzeichnung des Aufzeichnungs
materials mindestens 10× größer ist als die Blau-Empfind
lichkeit der Minus-Blau-Aufzeichnung des Aufzeichnungs
materials.
44. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 39-43, dadurch gekennzeichnet, daß die farb
bildenden Schichteneinheiten zum Zwecke der separaten
Aufzeichnung von blauem, grünem und rotem Licht gelbe,
purpurrote und blaugrüne Farbstoffe liefernde Kuppler
enthalten.
45. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 39-44, dadurch gekennzeichnet, daß die blaues
Licht aufzeichnende Emulsionsschicht der Triade einen
höheren Mol-Prozentsatz an Iodid enthält, als die grünes
und rotes Licht aufzeichnenden Emulsionsschichten der Triade.
46. Photographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der
Ansprüche 34-45 mit einem Filmschichtträger und hierauf
aufgetragenem farbbildenden Schichteneinheiten für die separate
Aufzeichnung von blauem, grünem und rotem Licht mit einem einen
gelben, einem einen purpurroten und einer einen blaugrünen Bild
farbstoff liefernden Farbbildner, wobei jede farbbildende Schichten
einheit mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht ent
hält und wobei ferner die farbbildenden Schichteneinheiten
derart ausgewählt sind, daß das Aufzeichnungsmaterial, wenn
es bei einer Farbtemperatur von 5500°K durch einen nicht
spektral selektiven Stufenkeil belichtet und entwickelt wird,
im Verhältnis zum Blau-Kontrast und zur Blau-Empfindlichkeit
Grün- und Rot-Kontrast-Abweichungen von weniger als 20% und
Grün- und Rot-Empfindlichkeitsabweichungen von weniger als
0,3 log E, unter Verwendung von Blau-, Grün- und Rot-Dichten,
bestimmt nach dem amerikanischen Standard PH2.1-1952, aufweist,
wobei,
eine Triade der Emulsionsschichten für die separate Auf zeichnung von blauem, grünem und rotem Licht im Aufzeichnungs material derart angeordnet ist, daß auf sie das zur Be lichtung verwendete Licht eher auftrifft als auf alle übrigen vorhandenen Emulsionsschichten, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Triade der Emulsionsschichten für die separate Auf zeichnung von blauem, grünem und rotem Licht im Aufzeichnungs material derart angeordnet ist, daß auf sie das zur Be lichtung verwendete Licht eher auftrifft als auf alle übrigen vorhandenen Emulsionsschichten, dadurch gekennzeichnet, daß
- (1) mindestens eine der grünes und rotes Licht aufzeichnenden
Emulsionsschichten der Triade eine solche Position einnimmt,
daß auf sie gerichtetes, zur Belichtung
verwendetes Licht auftrifft, bevor dieses Licht auf mindestens
eine andere Emulsionsschicht auftrifft und auf sie während
der Belichtung des Aufzeichnungsmaterials bei einer Farb
temperatur von 5500° K blaues Licht zusätzlich zu dem Licht
auftrifft, das die Schicht aufzeichnen soll, wobei Δlog E
für diese Emulsionsschicht kleiner ist als 0,6, wobei gilt:
Δlog E = log ET - log EBwobei bedeuten:
log ET den Logarithmus der Belichtung mit rotem oder grünem Licht, das die Emulsionsschicht aufzeichnen soll und
log EB den Logarithmus der gleichzeitigen Belichtung der Emulsionsschicht mit blauem Licht und daß - (2) mindestens eine der Silberbromidiodidemulsionsschichten Silberbromidiodidkörner mit einem durchschnittlichen Durchmesser von mindestens 1,0 µm aufweist, einschließlich optimal chemisch und spektral sensibilisierter tafelförmiger Silberbromidiodidkörner mit einer ersten und einer zweiten, einander gegenüberliegenden parallelen Hauptflächen, wobei weniger als 3 Mol-% Iodid in einem zentralen Bereich vor liegen, der sich zwischen den beiden Hauptflächen erstreckt, und wobei ferner mindestens 6 Mol-% Iodid in einem seitlich versetzten Bereich vorliegt, der sich ebenfalls zwischen den beiden Hauptflächen erstreckt, und wobei die tafelförmigen Silberbromidiodidkörner eine Dicke von weniger als 0,3 µm, einen Durchmesser von mindestens 0,6 µm und ein durch schnittliches Aspektverhältnis von mindestens 12 : 1 aufweisen, und die tafelförmigen Silberbromidiodidkörner mindestens 70% der gesamten projizierten Fläche der Silberbromidiodidkörner der Emulsionsschicht ausmachen.
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