DE3126160C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung der Dicke
eines Werkstücks mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Messung der
Dicke eines Werkstücks mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Patentanspruchs 4.
Bei bekannten Verfahren und Vorrichtungen dieser Gattung
wird die Dicke des Werkstückes aus der
Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Ultraschallimpulse in
dem Werkstück gemessen, wobei von der gesamten Zeitdauer,
die von der Einleitung eines Ultraschallimpulses in ein
zwischen einem Sender und dem Werkstück angeordneten
Verzögerungsmaterial bis zum Austritt des an der
Unterseite des Werkstückes reflektierten
Ultraschallimpulses aus dem zwischen dem Werkstück und
einem Empfänger angeordneten Verzögerungsmaterial
verstrichen ist, die Laufzeiten des Ultraschallimpulses im
Verzögerungsmaterial zu subtrahieren sind.
Beim Verfahren nach der DE 26 20 590 A1 werden die
Laufzeiten der Ultraschallimpulse in den durch das
Verzögerungsmaterial gebildeten Verzögerungsstrecken in
einem Speicher als Festwerte gespeichert und bei der
Ermittlung der Dicke des Werkstückes entsprechend
berücksichtigt, ohne daß vor jeder Messung eine
Nullpunkt-Einstellung erfolgt.
Aus der DE-AS 15 73 411 ist eine Vorrichtung mit einem
Verzögerungskreis bekannt, dessen Verzögerung zur
Kompensation der Laufzeit im Verzögerungsmaterial auf
einen festen Wert eingestellt ist, der normalerweise
dieser Laufzeit entspricht.
Den Verfahren und Vorrichtungen nach dem vorgenannten
Stand der Technik haftet der Nachteil an, daß Änderungen
der Eigenschaften des Verzögerungsmaterials hinsichtlich
der Fortpflanzungsgeschwindigkeit Verfälschungen des
Meßergebnisses nach sich ziehen können.
Aus der EP 00 13 616 A1 ist ein Verfahren und ein Gerät
zur Messung der Dicke eines Werkstückes mittels
Ultraschall bekannt, bei welchem eine Nullpunkteinstellung
mittels eines Eich-Werkstückes bekannter Dicke
durchgeführt wird. Hierbei wird zur Nullpunkteinstellung,
d. h. zur Ermittlung der Laufzeit der Ultraschallimpulse
im Verzögerungsmaterial die Gesamtlaufzeit der jeweiligen
Ultraschallimpulse gemessen und vom Ergebnis der aus der
bekannten Dicke des Eich-Werkstückes berechnete Wert der
Laufzeit im Eich-Werkstück subtrahiert, so daß der
verbleibende Differenzwert als Eichwert zur
Nullpunkteinstellung herangezogen werden kann. Der Umgang
mit dem Eich-Werkstück ist beschwerlich und zeitraubend,
insbesondere wenn die Nullpunkteinstellung zur
Ausschaltung von Meßfehlern bei sich ändernden
Meßparametern möglichst vor jeder Messung überprüft werden
soll.
Die GB-Patentschrift 11 24 898 zeigt eine Meßanordnung
ohne Nullpunkteinstelleinrichtung. Zwar wird dort ein
Signal erfaßt, das entsteht, wenn der vom
Ultraschallsender ausgehende Ultraschallimpuls die
Grenzfläche zwischen einem Kopplungsmedium und der
Oberseite des Werkstückes erreicht, dort reflektiert wird
und nach Rücklauf durch das Mediums den
Ultraschallempfänger erreicht. Danach kommt dort ein
weiteres Signal an, das von der Reflexion des
Ultraschallimpulses an der Unterseite des Werkstückes
herrührt. Die Zeitdifferenz zwischen diesen beiden
Signalen entspricht der zweifachen Dicke des Werkstückes.
Bei dieser Dickenmessung unter Berücksichtigung der
Laufzeiten im Kopplungsmedium ist dieses jedoch stets in
Kontakt mit dem Werkstück, so daß dort auch der Nachteil
auftritt, daß die Ermittlung des relativ schwachen ersten
Signals bei ununterbrochenem Kontakt zwischen Meßkopf und
Werkstück stattfindet und dadurch beeinträchtigt wird, daß
sich akustische Impedanzen der Materialien von
Kopplungsmedium und Werkstück gegenseitig beeinflussen
können.
Eine ähnliche Anordnung ist aus der US-Patentschrift
35 54 016 bekannt.
Die Patentanmeldung JP 50-1 56 955 zeigt eine Meßanord
nung, bei welcher ein Nullpunkt für die Dickenmessung nur
im Kontakt des Meßkopfes mit dem Werkstück gebildet wird.
Dieser Kontakt beeinflußt den Nullpunkt, da das Echosignal
eine zusammengesetzte Welle darstellt, die aus einem an
der Endfläche eines Übertragungsmaterials reflektierten
Echo und einem von der Vorderfläche des Werkstückes
reflektierten Echo besteht. Die Stärke des an dieser
Vorderfläche reflektierten Echos variiert auch in
Abhängigkeit vom Zustand der Oberfläche des Werkstückes.
Darüber hinaus ist das von der Vorderfläche des Werk
stückes reflektierte Echo nicht immer wahrnehmbar, vor
allem dann nicht, wenn die akustische Impedanz des
Materials des Werkstückes den gleichen Wert hat wie jene
des Übertragungsmaterials.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, zur Messung der
Dicke eines Werkstückes ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei denen eine
Nullpunkteinstellung auf einfache Weise und trotzdem exakt
möglich ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Verfahrensanspruchs 1 bzw. des
Vorrichtungsanspruchs 4 gelöst.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung weisen insbesondere den Vorteil auf, daß die
Nullpunkteinstellung vor jeder Dickenmessung ohne
nennenswerten Zeitverlust auf einfache Weise und somit
auch von weniger geschultem Personal durchgeführt werden
kann, so daß Meßfehler, die durch Veränderungen des
Nullpunktes bedingt sind, sicher vermieden werden können.
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden
anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.
Darin zeigen
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer
erfindungsgemäßen Dickenmeßvorrichtung,
Fig. 2(a) bis (e) Diagramme zur Darstellung des zeitlichen
Verlaufs verschiedener lmpulse bei der
Nullpunkteinstellung und
Fig. 3(a) bis (e) Diagramme zur Darstellung des zeitlichen
Verlaufs verschiedener Impulse bei der
Messung der Dicke eines Werkstückes.
Wie in Fig. 1 schematisch dargestellt ist, umfaßt die
erfindungsgemäße Dickenmeßvorrichtung einen
Synchronisationssignalgenerator 1, welcher einen
Impulstransmitter 2 steuert, der periodisch elektrische
Impulse T erzeugt, wie dies aus Fig. 2(a) und (b) sowie
Fig. 3(a) und (b) ersichtlich ist. Diese elektrischen
Impulse werden einem als Sender dienenden Vibrator 4 eines
Meßkopfes 3 zugeführt, wo sie in Ultraschallimpulse
umgewandelt werden. Der Vibrator 4 ist an der Fläche, an
der die Ultraschallimpulse austreten, mit einem
Verzögerungsmaterial 5 versehen, das für die
Ultraschallimpulse eine Verzögerungsstrecke bildet.
Ferner umfaßt der Meßkopf 3 einen weiteren Vibrator 4′,
der als Empfänger für Ultraschallimpulse dient und
ebenfalls mit einem Verzögerungsmaterial 5′ versehen ist,
das ebenfalls eine Verzögerungsstrecke für die
Ultraschallimpulse bildet. In Fig. 1 ist der Meßkopf 3 mit
ausgezogenen Linien in der Position zur
Nullpunkteinstellung und mit gestrichelten Linien in der
Position zur Messung der Dicke eines Werkstückes 6
dargestellt.
Das Werkstück 6 weist eine Oberseite 7 und eine Unterseite
8 auf. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist der Meßkopf in
der Dickenmeßposition auf die Oberseite 7 des Werkstückes
8 aufgesetzt, wozu zwischen dem Meßkopf 3 und der
Oberseite 7 des Werkstückes 6 ein nicht gezeigter dünner
Film aus Maschinenöl oder einem sonstigen Kontaktmittel
vorgesehen wird.
Wird der als Empfänger dienende Vibrator 4′ des Meßkopfes
durch einen nach Reflexion an der Unterseite 8 des
Werkstückes 6 ankommenden Ultraschallimpuls erregt, so
erzeugt er einen Spannungsimpuls B, der in Fig. 3(a) zur
Zeit tB erscheint. Dieser Spannungsimpuls wird einem
Verstärker 9 zugeführt, wo er verstärkt wird, und gelangt
dann zu einem Dickensignalgeneratorschaltkreis 10, der als
Multivibrator ausgebildet ist. Ein weiterer Eingang des
Dickensignalgeneratorschaltkreises 10 ist an einen
Nullpunkt-Einstellschaltkreis 11 angeschlossen, der vom
Synchronsationssignalgenerator 1 getaktet wird und nach
einer Einstellzeitperiode tz bzw. tz′ nach der
Erzeugung des elektrischen Impulses T einen
Einstellspannungsimpuls Z erzeugt, der in Fig. 2(c) und
Fig. 3(c) dargestellt ist.
Der Dickensignalgeneratorschaltkreis 10 wird durch den vom
Nullpunkt-Einstellschaltkreis 11 kommenden Spannungsimpuls
Z angeschaltet und durch den vom Verstärker 9 kommenden
verstärkten Spannungsimpuls B abgeschaltet, so daß der
Dickensignalgeneratorschaltkreis 10 ausgangsseitig eine
Gatterspannung liefert, die in Fig. 3(d) mit W bezeichnet
ist.
Das als Gatterspannung W bezeichnete Ausgangssignal des
Dickensignalgeneratorschaltkreises 10 wird einem ein
UND-Gatter aufweisenden Zähler 12A eines
Dickenmeßsschaltkreises 12 zugeführt, der außerdem einen
Taktimpulsgenerator 13 umfaßt, der ebenfalls vom
Synchronisationssignalgenerator 1 getaktet wird und
Taktimpulse an den Zähler 12A liefert, um die Länge der
Gatterspannung W mittels der Taktimpulse des
Taktimpulsgenerators 13 zu zählen, wie dies in Fig. 3(e)
veranschaulicht ist.
Der Zählwert des Zählers 12A wird in einem
Halteschaltkreis 14 kurzfristig gespeichert und dann einem
arithmetischen Rechnerschaltkreis 15 zugeführt, der mit
einer Einrichtung 15A zur Einstellung von
Schallfortpflanzungsgeschwindigkeiten ausgerüstet ist. Der
vom arithmetischen Rechnerschaltkreis 15 jeweils errechnte
Wert wird an einer Anzeige 16 angezeigt, die als
Digitalanzeige ausgebildet sein kann.
Wie aus Fig. 1 ferner ersichtlich ist, ist an einen
weiteren Ausgang des Verstärkers 9 ein
Unterscheidungsschaltkreis 20 angeschlossen. Dieser ist
seinerseits mit einem Schalter 21 verbunden.
Ein weiterer Verstärker 22 ist eingangsseitig an den
Vibrator 4 des Meßkopfes 3 und ausgangsseitig an einen
Nullpunktgatterschaltkreis 23 angeschlossen, der durch
einen Multivibrator gebildet ist und ausgangsseitig an
einem zweiten Eingang des Zählers 12A liegt. Der Schalter
21 ist mit zwei unterschiedlichen Ausgängen einerseits mit
dem Dickensignalgeneratorschaltkreises 10 und andererseits
mit dem Nullpunktgatterschaltkreis 23 verbunden.
Der Nullpunktgatterschaltkreis 23 ist mit einem weiteren
Eingang mit dem den Spannungsimpuls Z liefernden
Nullpunkt-Einstellschaltkreis 11 verbunden und wird durch
diesen einstellbaren Spannungsimpuls Z, dessen Zeit tz
einstellbar ist, angeschaltet. Abgeschaltet wird dieser
Nullpunktgatterschaltkreis 23 in Abhängigkeit von einem
verstärkten Nullpunktsignal S2 des Verstärkers 22, das
vom Vibrator 4 kommt.
Eine Energiequelle 17 versorgt die einzelnen Komponenten
der Vorrichtung gemäß Fig. 1 mit der notwendigen
elektrischen Energie.
Die Vorrichtung gemäß Fig. 1 kann in einem ersten Modus
zur Nullpunkteinstellung (Meßkopf 3 in der Position mit
ausgezogenen Linien) und in einem zweiten Modus zur
Messung der Dicke eines Werkstückes (Meßkopf 3 in der
Position mit gestrichelten Linien) betrieben werden.
Im folgenden soll zunächst der erste Betriebsmodus
beschrieben werden, also das Verfahren, mit dem die
Nullpunkteinstellung durchgeführt wird.
Hierzu wird der Meßkopf 3 getrennt vom Werkstück 6
angeordnet, indem er in der Luft gehalten wird, wie dies
in Fig. 1 durch die mit durchgehenden Linien dargestellte
Position verdeutlicht wird. Durch den
Synchronisationssignalgenerator 1 wird über den
Transmitter 2 an den Vibrator 4 des Meßkopfes 3 ein
elektrischer Impuls T (Fig. 2(a)) herangeführt, wodurch
der Vibrator 4 einen Ultraschallimpuls aussendet, der von
der Vorderseite des Verzögerungsmaterials 5 (also an der
unteren Seite in der Darstellung von Fig. 1) als ein
Echoimpuls reflektiert wird. Der größere Teil dieses
Echoimpulses gelangt zurück zum Vibrator 4, wo er in einen
elektrischen Nullpunktimpuls S2 umgewandelt wird
(Fig. 2(b)) und dem Verstärker 22 zugeführt wird. Ein
kleinerer Teil des vorgenannten Ultraschall-Echoimpulses
pflanzt sich durch das Verzögerungsmaterial 5′ zum
Vibrator 4′ fort, wo er in einen sehr schwachen
elektrischen Nullpunktimpuls S1 (Fig. 2(a) umgewandelt
wird, der dann dem Verstärker 9 zugeführt wird. Die
Nullpunktimpulse S1 und S2 werden im zeitlichen
Abstand ts nach dem elektrischen Impuls T erzeugt, wobei
die Zeit ts der Zeitdauer entspricht, die erforderlich
ist, damit der Ultraschallimpuls nach dem Eintritt in das
Verzögerungsmaterial 5 durch dieses hindurchdringen und nach
der Reflexion an dessen Vorderseite durch dieses Material
wieder zurückkehren kann.
Andererseits kann ein durch Reflexion an der Unterseite
des Werkstückes 6 entstehender Spannungsimpuls B nicht
auftreten, da der Meßkopf vom Werkstück 6 getrennt
gehalten wird. Der Unterscheidungsschaltkreis 20, der die
Aufgabe hat, zu detektieren, ob ein Impuls entsprechend
der Spannung des Spannungsimpulses B im Ausgangssignal des
Verstärkers 9 enthalten ist, liefert deshalb an den
Schalter 21 ein entsprechendes Signal, das bewirkt, daß am
Ausgang des Schalters 21 das Signal B-NEIN erscheint. Es
wird daher nur der Signalweg vom
Nullpunktgatterschaltkreis 23 zum Zähler 12A erregt,
während der Signalweg vom Dickensignalgeneratorschaltkreis
10 zum Zähler 12A nicht erregt wird.
Somit wird der Nullpunkt-Gatterschaltkreis 23 in der
einstellbaren Zeit tz nach dem Impuls T durch den
Spannungsimpuls Z der Nullpunkt-Einstelleinrichtung 11
angeschaltet und durch den Spannungsimpuls S2 aus dem
Verstärker 22 wieder abgeschaltet, wodurch ein Signal von
einstellbarer Dauer, wie es in Fig. 2(d) gezeigt ist,
erzeugt wird.
Bei der Betriebsart zur Nullpunkteinstellung liefert der
Schalter 21 mangels Vorhandensein einer Impulsspannung B
das Signal B-NEIN, so daß der Meßschaltkreis 12 mit einem
Signal vom Nullpunkt-Gatterschaltkreis 23 beaufschlagt
wird. Die Dauer des vom Meßschaltkreis 12 empfangenen
Signals aus dem Nullpunkt-Gatterschaltkreis 23 wird
durch Zählung der während der Signaldauer auftretenden
Taktimpulse des Taktimpulsgenerators 13 ermittelt.
Fig. 2(e) zeigt die vom Meßschaltkreis 12 gezählten
Taktimpulse.
Der vom Zähler 12A gezählte Wert wird durch den
Halteschaltkreis 14 zum arithmetischen Rechnerschaltkreis
15 weitergeleitet. Dort wird der Zählwert in einen
Zeitwert umgesetzt, der als Ausgangssignal des
Rechnerschaltkreises 15 erscheint und an der
Digitalanzeige 16 angezeigt wird.
Nach Erreichen dieser Verfahrensstufe wird ein nicht
dargestelltes Stellglied des
Nullpunkt-Einstellschaltkreises 11 verstellt und justiert,
um den Zeitpunkt der Erzeugung des Einstellimpulses Z,
d. h. den Wert tz in geeigneter Weise zu verändern, bis
der an der Anzeige 16 angezeigte Wert "0,00 mm" wird.
Unter der Annahme, daß der an der Anzeige 16 angezeigte
Wert "0,00 mm" wird, wenn der Wert von tz durch
entsprechende Verstellung des
Nullpunkt-Einstellschaltkreieses 11 bis zu tz′
(Fig. 3(c)) verändert wird, bedeutet dies, daß der Wert
tz′ dem Wert von ts gleich ist. Das Verstellen des
Nullpunkt-Einstellschaltkreises 11 wird dann abgebrochen
und das Stellglied an diesem Punkt gesperrt oder
verriegelt, so daß der Wert tz den Wert tz′ angenommen
hat. Wenn der Nullpunkt-Einstellschaltkreis 11 auf diese
Weise gegen weitere Verstellung gesperrt ist, entspricht
die zu diesem Zeitpunkt erzeugte Einstellimpulsspannung Z
genau dem Zeitpunkt der Erzeugung des Nullpunktimpulses
S2.
Auf diese Weise wird es möglich, eine genau geeichte
Nullpunkteinstellung auf einfache Weise ohne Eichvorgang
mit einem Eich-Werkstück zu erzielen.
Im folgenden soll nun der zweite Betriebsmodus, d. h. das
Verfahren zur Messung der Dicke des Werkstückes 6
beschrieben werden.
Hierzu wird zunächst die Einrichtung 15A zur Einstellung
von Schallgeschwindigkeiten auf denjenigen
Wert der Ultraschall-Fortpflanzungsgeschwindigkeit
eingestellt, der für das Material des hinsichtlich seiner
Dicke auszumessenden Werkstückes maßgebend ist. Besteht
das Werkstück beispielsweise aus Stahl, so wird die
Einrichtung 15A auf die für Stahl geltende
Schallgeschwindigkeit von 5950 m/sec
eingestellt. Dann wird der Meßkopf 3 mit der Oberseite 7
des Werkstückes 6 über ein Kontaktmittel in Berührung
gebracht, wobei darauf geachtet wird, daß die vor dem
Meßvorgang in der oben beschriebenen Weise erfolgte
Einstellung des Nullpunkt-Einstellschaltkreises 11 nicht
mehr verstellt wird und verriegelt bleibt.
Der vom Transmitter 2 in Abhängigkeit vom elektrischen
Impuls T erzeugte Ultraschallimpuls wird vom Vibrator 4 des
Meßkopfes ausgesendet und tritt nach Durchdringung des
Verzögerungsmaterials 5 an der Oberseite 7 in das
Werkstück 6 ein, wobei der Vibrator 4′ zunächst nach der
Zeit ts ein schwaches Nullpunktsignal S1 aufgrund
einer geringen Reflexion des Ultraschallimpulses an der
Vorderseite des Verzögerungsmaterials erzeugt. Etwas
später, nach der Zeit tB, erzeugt dann der Vibrator 4′
ein wesentlich stärkeres Impulssignal B aufgrund der
Ankunft des an der Unterseite 8 des Werkstückes 6
reflektierten Ultraschallimpulses. Auch das Impulssignal B
wird dem Verstärker 9 zugeleitet. Fig. 3(a) zeigt die
zeitliche Aufeinanderfolge der Impulssignale S1 und B.
In diesem Fall detektiert der Unterscheidungsschaltkreis
20 das Vorhandensein einer Impulsspannung B und liefert an
den Schalter 21 ein Signal, das bewirkt, daß der Schalter
21 den Ausgang B-JA wirksam schaltet. Daher wird nun der
Signalweg vom Dickensignalgeneratorschaltkreis 10 zum
Zähler 12A erregt. Der Dickensignalgeneratorschaltkreis
10, der nach der Zeit tz = tz′ durch den
Spannungsimpuls Z aus dem Nullpunkt-Einstellschaltkreis 11
angeschaltet wurde, wird nach der Zeit tB durch den
Spannungsimpuls B wieder abgeschaltet, so daß er ein über
die Zeitdauer W sich erstreckendes Signal an den
Meßschaltkreis 12 liefert, wie dies aus Fig. 3(d)
ersichtlich ist. Die Dauer dieses vom Meßschaltkreis 12
empfangenen Signals wird vom Zähler 12A durch Zählen der
während der Zeitdauer W vom Taktimpulsgenerators 13
gelieferten Taktimpulse ermittelt, wie dies aus Fig. 3(e)
ersichtlich ist. Der gezählte Wert wird durch den
Halteschaltkreis 14 dem Rechnerschaltkreis 15 zugeführt.
Der Rechnerschaltkreis 15 errechnet aus dem Zählwert des
Zählers 12A und unter Berücksichtigung des an der
Einstelleinrichtung 15A eingestellten Wertes für die im
Material des Werkstückes 6 herrschende
Ultraschall-Fortpflanzungsgeschwindigkeit die Dicke des
Werkstückes, welche dann an der Anzeige 16 angezeigt wird.
Der an der Anzeige 16 erscheinende Wert zeigt genau die
Dicke des Werkstückes 6 an, da die Vorrichtung im
vorangegangenen Nullpunkteinstellmodus durch entsprechende
Einstellung des Nullpunkt-Einstellschaltkreises 11 exakt
auf den Nullpunkt eingestellt wurde.
Fig. 3(c) zeigt, daß die Einstellimpulsspannung Z auf die
richtige zeitliche Einstellung gebracht wurde. Fig. 3(d)
zeigt das vom Dickensignalgeneratorschaltkreis 10 zum
Zähler 12A übermittelte Dickensignal W und Fig. 5(e) zeigt
die im Meßschaltkreis 12 gezählten Taktsignale.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden insbesondere
folgende Vorteile erzielt:
- 1) Die Dickenmessung kann in einfacher Weise auch unter erschwerten Arbeitsbedingungen durchgeführt werden, z. B. auf einer Leiter in relativ großer Höhe über dem Erdboden.
- 2) Da für die Eichung der Vorrichtung ein Eich-Werkstück entbehrlich ist, entfallen auch die mit ihm verbundenen Erschwernisse wie z. B. das ständige Mitführen des Eich-Werkstückes an einer Außenseite des Gehäuses der Vorrichtung und die Gefahr vermehrter Verschmutzung des Meßkopfes durch wiederholtes Ansetzen an das Eich-Werkstück über ein Kontaktmittel.
- 3) Da bei der Nullpunkteinstellung der Meßkopf von dem zu messenden Werkstück getrennt ist, zeigt die Vorrichtung beim zwischenzeitlichen Abheben des Meßkopfes 3 von der Oberseite 7 des Werkstückes 6 zum aufeinanderfolgenden Ausmessen des Werkstückes an verschiedenen Stellen desselben zwischen den aufeinanderfolgenden Dicken-Meßwertanzeigen jedesmal die Nullpunkteinstellung an. Diese Nullpunktanzeige erscheint beim Abheben des Meßkopfes vom Werkstück automatisch, so daß sie vom Benutzer der Vorrichtung nicht gesondert veranlaßt werden muß. Die Bedienungsperson erkennt daher sofort, wenn sich im Laufe der aufeinanderfolgenden Dicken-Meßvorgänge die Nullpunkteinstellung verändert und an der Anzeige 16 zwischen den aufeinanderfolgenden Dicken-Meßwertanzeigen andere Nullpunktwerte als "0,00 mm" angezeigt werden, beispielsweise bei größeren Änderungen der Temperatur oder anderer atmosphärischer Bedingungen, die auf die Eigenschaften des Verzögerungsmaterials des Meßkopfes Einfluß haben können. In solchen Fällen kann dann rasch eine Nacheichung durch entsprechende Veränderung der Einstellung des Nullpunkt-Einstellschaltkreises 11 vorgenommen werden.
Die Anzeigeeinrichtung 16 kann auch so ausgebildet sein,
daß sie anstelle von Digitalwerten Analogwerte anzeigt.
Claims (10)
1. Verfahren zur Messung der Dicke eines Werkstücks mit
folgenden Schritten:
- a) Taktmäßige Einleitung von Ultraschallimpulsen (T) in das Werkstück an einer Eingangsseite (oberen Seite) des Werkstücks und Empfang von Ultraschall-Echoimpulsen (B), die von einer gegenüberliegenden (unteren) Seite des Werkstücks ausgehen, mittels eines Meßkopfes, der einen Sender und einen Empfänger aufweist, die jeweils mit Verzögerungsmaterial versehen sind, welches mit einer Frontseite an der Eingangsseite des Werkstücks angeordnet wird,
- b) taktgemäße Erzeugung eines Einstellimpulses (Z), dessen Zeitpunkt relativ zum Zeitpunkt des entsprechenden Ultraschallimpulses (T) veränderbar ist,
- c) Messung einer ersten Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt des Einstellimpulses (Z) und dem Zeitpunkt des Empfangs eines entsprechenden Echoimpulses (B) und
- d) Berechnung der Dicke des Werkstücks aus der gemessenen ersten Zeitspanne,
- e) wobei der Zeitpunkt des Einstellimpulses zur Festlegung des Nullpunktes vor der Messung der Dicke des Werkstücks eingestellt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- f) daß die Einstellung des Zeitpunktes des Einstellimpulses (Z) zur Festlegung des Nullpunktes erfolgt durch
- f1) Anordnung des Meßkopfes in einem Abstand vom Werkstück, so daß vom Werkstück keine Echoimpulse (B) reflektiert werden können,
- f2) Ermittlung eines Echoimpulses (S2), welcher nach Erzeugung eines Ultraschallimpulses (T) im Sender an der Frontseite der zugehörigen Verzögerungsstrecke des Meßkopfes zum Sender reflektiert wird,
- f3) Messung einer zweiten Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt des Empfangs des von der Frontseite des Verzögerungsmaterials reflektierten Echoimpulses (S2) und dem Zeitpunkt des Einstellimpulses (Z) und
- f4) Verstellung des Zeitpunktes des Einstellimpulses (Z), bis die gemessene zweite Zeitspanne einen vorbestimmten Wert, vorzugsweise den Wert Null, erreicht, und
- g) daß anschließend der Meßkopf mit dem Werkstück zur Messung von dessen Dicke in Kontakt gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß bei Empfang von von
einem Werkstück reflektierten Echoimpulsen (B) nur die
erste Zeitspanne gemessen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Messung der
ersten und/oder zweiten Zeitspannne durch Zählen von
Taktimpulsen erfolgt.
4. Vorrichtung zur Messung der Dicke eines Werkstückes,
umfassend
- a) einen Meßkopf (3), der einen Ultraschallimpulse aussendenden Vibrator (4), einen Ultraschallimpulse empfangenden Vibrator (4′) und ein Verzögerungsmaterial (5, 5′) aufweist zur Einleitung von Ultraschallimpulsen (T) in das Werkstück und zum Empfang entsprechender Ultraschall-Echoimpulse (B), wobei das Verzögerungsmaterial eine an das Werkstück ansetzbare Frontseite aufweist,
- b) eine mit dem Ultraschallimpulse aussendenden Vibrator (4) des Meßkopfes (3) verbundene Einrichtung (1) zur Lieferung von Impulsen an den Sendevibrator (4) zu dessen Anregung zum Aussenden von Ultraschallimpulsen,
- c) eine Nullpunkt-Einstelleinrichtung (11) zur Erzeugung eines Impulses (Z) nach einer einstellbaren Zeitspanne (tz) ab Aussendung des jeweiligen Ultraschallimpulses durch den Sendevibrator (4),
- d) eine mit dem Empfangsvibrator (4′) des Meßkopfes (3) über eine erste Echoimpuls-Empfangseinrichtung (9) sowie mit der Nullpunkt-Einstelleinrichtung (11) verbundene Einrichtung (10) zur Bildung eines Dickensignals, dessen Dauer einer Zeitspanne von der Erzeugung des einstellbaren Impulses (Z) bis zum Empfang des entsprechenden Echoimpulses (B) entspricht,
- e) eine mit der Einrichtung (10) zur Erzeugung des Dickensignals verbundene Meßeinrichtung (12) zum Messen der Dauer des Dickensignals, und
- f) eine mit der Meßeinrichtung (12) verbundene Verarbeitungseinrichtung (15) zur Bestimmung der Dicke des Werkstücks, wobei die Verarbeitungseinrichtung (15) durch eine Einstelleinrichtung (15a) entsprechend der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Ultraschallimpulse im Werkstück einstellbar ist,
gekennzeichnet durch
- g) eine mit dem Sendevibrator (4) des Meßkopfes (3) verbundene zweite Echoimpuls-Empfangseinrichtung (22) zum Empfang von an der Frontseite des Verzögerungsmaterials (5) reflektierten Echoimpulsen (S2),
- h) eine eingangsseitig mit der Nullpunkt-Einstelleinrichtung (11) und der zweiten Echoimpuls-Empfangseinrichtung (22) und ausgangsseitig mit der Meßeinrichtung (12) verbundene Schaltungseinrichtung (23) zur Erzeugung eines Signals einer Dauer, die der Zeitspanne zwischen dem von der zweiten Echoimpuls-Empfangseinrichtung (22) empfangenen Echoimpuls (S2) und dem Impuls (Z) der Nullpunkt-Einstellvorrichtung (11) entspricht, und zur Weiterleitung dieses Signals an die Meßeinrichtung (12) und
- i) eine Schalteinrichtung (21) zum wechselseitigen Wirksamschalten der Einrichtung (10) zur Erzeugung des Dickensignals und der Schaltungseinrichtung (23) in Abhängigkeit davon, ob die erste Echoimpuls-Empfangseinrichtung (9) von einem Werkstück reflektierte Echoimpulse (B) empfängt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch eine die
Schalteinrichtung (21) betätigende
Diskriminatoreinrichtung (20) zur Ermittlung, ob die
erste Echoimpuls-Empfangseinrichtung (9) von einem
Werkstück reflektierte Ultraschallimpuls (B) empfängt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung
(12) zum Messen der Dauer des Dickensignals und der
Dauer des Signals der Schaltungseinrichtung (23) von
einem Taktgenerator (13) gesteuert wird und einen
Digitalzähler (12A) umfaßt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltungseinrichtung (23) einen Multivibrator umfaßt,
der mit einem Eingang mit der
Nullpunkt-Einstelleinrichtung (11) und mit einem
weiteren Eingang mit der zweiten
Echoimpuls-Empfangseinrichtung (22) verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Meßeinrichtung (12) und der
Verarbeitungseinrichtung (15) ein Halteschaltkreis
(14) zum Speichern von Taktimpulsen des Taktgenerators
(13) angeordnet ist.
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-
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