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BESCHREIBUNG
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Die Erfindung betrifft ein Aufzeichnungsmaterial. Spezieller bezieht
sich die Erfindung auf ein druckempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das ein bahnförmiges
Material umfaßt, das eine Schicht von Mikrokapseln trägt, die einen Elektronen abgebenden
Farbstoff-Vorläufer und ein spezifisches Lösungsmittelgemisch für den Farbstoff-Vorläufer
aufweisen.
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Zahlreiche Arten von druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien sind
bereits gut bekannt. So sind in einem Beispiel eines solchen Materials auf ein Papierblatt
Mikrokapseln aufgetragen, die eine Lösung einer Elektronen abgebenden farblosen
chromogenen Substanz (nachstehend als "Farbstoff-Vorläufer" bezeichnet) enthalten
und auf einanderes Papierblatt ist eine Elektronenakzeptorsubstanz, wie Ton oder
ein polymeres Material (nachstehend als 'Farbentwickler" bezeichnet) aufgetragen,
die durch die Reaktion mit dem Farbstoff-Vorläufer Farbe entwickelt. Bei der Anwendung
dieser Aufzeichnungsmaterialien werden die behandelten Oberflächen der beiden Blätter
Fläche auf Fläche aufeinander gelegt und örtlicher Druck wird auf die paarweise
angeordneten Papiere durch Schreiben von Hand oder Maschineschreiben ausgeübt, wodurch
die gewünschten vervielfältigten Abdrücke erhalten werden.
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Der Aufzeichnunqsmechanismus des druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
des vorstehend beschriebenen Typs besteht darin, daß die Mikrokapseln durch den
Druck des Beschreibens von Hand oder den Aufschlag beim Schreibmaschineschreiben
reißen, so daß die Farbstoff-Vorläufer-Lösung aus den Mikrokapseln freigesetzt wird.Die
den Farbstoff-Vorläufer enthaltende Lösung kommt in Kontakt mit dem Farbentwickler
auf der gegenüberliegenden Oberfläche
des anderen Papierblatts,
wobei eine Farbe ausgebildet wird.
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Bei einem anderenTyp eines bekannten Aufzeichnungsmaterials wird die
Mikrokapselschicht auf eine Seite eines Papierblattes als innere Schicht aufgetragen
und ein Farbstoffentwickler wird dann als äußere Schicht auf der Mikrokapselschicht
angeordnet. Bei der Anwendung dieses Aufzeichnungsmaterials werden in gleicher Weise
die Mikrokapseln auf dem Aufzeichnungsmaterial durch den Druck des Handschreibens
oder Maschineschreibens zerrissen und die Farbstoff-Vorläufer-Lösung wird aus den
Mikrokapseln freigesetzt; die Lösung kommt dann in'Kontakt mit dem Farbentwickler
in der äußeren Schicht und bildet eine Farbe aus.
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Die Farbstoff-Vorläufer-Lösung, die zur' Herstellung eines Aufzeichnungsmaterials
dieser Art verwendet wird, ist eine Lösung eines als Elektronendonor wirksamen Farbstoff-Vorläufers
in einer oder mehr Arten von hydrophoben Lösungsmitteln. Für die für diesen Zweck
angewendeten hydrophoben Lösungsmittel ist es erforderlich, daß sie Eigenschaften
aufweisen, wie Unschädlichkeit, Fehlen von unangenehmem Geruch, Farblosigkeit oder
sehr helle Färbung, Nichtflüchtigkeit, gute Auflösungseigenschaften (Lösungsvermögen)
für Farbstoff-Vorläufer und gute Stabilität, wenn ein Farbstoff-Vorläufer in ihnen
gelöst wird. Es ist ferner erforderlich, daß bei der Herstellung von Mikrokapseln
eine sehr feine und stabile Dispersion der Lösung gebildet werden kann, daß Mikrokapsel-Membranen
rund um die feinen Teilchen der Dispersion ausgebildet werden können, daß die erhaltenen
Mikrokapseln gute Lagerbeständigkeit haben, die Membranen der Mikrokapseln gleichmäßig
sind und die gewünschte Dicke aufweisen, daß das Lösungsmittel die Farbbildungsreaktion
zwischen einem Farbstoff-
Vorläufer und einem Farbentwickler, die
mit hoher Reaktionsrate abläuft, nicht inhibiert, daß bei der Ausführungsform, bei
der das Grundpapier mit einem polymeren Material als Farbentwickler beschichtet
ist, das Lösungsmittel das polymere Material löst, um engen Kontakt mit dem Farbstoff-Vorläufer
zu verursachen, daß die vervielfältigten Abdrucke klar ohne Verlaufen sind und daß
die vervielfältigten Abdrucke während langer Aufbewahrungsdauer ohne Veränderung
aufrechterhalten werden können.
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Gemäß dem Stand der Technik wurde polychloriertes Diphenyl in weitem
Umfang als Lösungsmittel zur Herstellung der Mikrokapseln dieser druckempfindlichen
Aufzeichnungsmaterialien angewendet. Polychloriertes Diphenyl zeigt tatsächlich
mehrere ausgezeichnete Eigenschaften als Lösungsmittel dieser Art; es hat jedoch
den-schwerwiegenden Nachteil, daß es ziemlich toxisch ist und daß seine Anreicherung
im menschlichen Körper zahlreiche Gesundheitsstörungen verursachen kann. Wenn daher
ein Aufzeichnungsmaterial mit einer polychloriertes Diphenyl enthaltenden Mikrokapselschicht
während des Herstellungsverfahrens gehandhabt und zur Herstellung von Aufzeichnungen
angewendet wird, kann es schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. Aus
diesem Grund wird polychloriertes Diphenyl nicht mehr angewendet. Als Lösungsmittel
zum Ersatz von polychloriertem Diphenyl wurden beispielsweise Diarylalkane, wie
1-Phenyl-1-xylyläthan und 1-Phenyl-1 - (äthylphenyl) -äthan, Alkylnaphthalin und
Alkyldiphenyl vorgeschlagen und angewendet (US-PS 3 936 566 - A. Sato et al.; US-PS
3 836 383 -M. Kiritani et al.). Diese Lösungsmittel sind jedoch im Hinblick auf
ihr Lösungsvermögen für Farbstoff-Vorläufer, insbesondere für schwarze Farbstoff-Vorläufer
nicht zufriedenstellend. Beschrieben wurde auch die Verwendung. von Alkylarylindan,
das durch Dimerisation von Stryol oder dergleichen erhalten wird (GB-PS 1 406 107
- Monsanto Co.;
JA-OS 55-63292 - Asahi Dow). Bei diesen Lösungsmitteln
ist jedoch die Farbentwicklungsrate und die entwickelte Farbdichte unzureichend.
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Es ist daher vorherrschende Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes
Aufzeichnungsmaterial zur Verfügung zu stellen, in welchem ein spezifisches Lösungsmittelgemisch
vorliegt, das frei von den vorstehend beschriebenen Nachteilen ist.
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Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Aufzeichnungsmaterial zur
Verfügung zu stellen, das ausgezeichnete Farbentwicklungsrate zeigt und zu scharfen
und dichten Vervielfältigungen führt.
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Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung, ein Aufzeichnungsmaterial zu
schaffen, das unter Anwendung eines spezifischen Lösungsmittelgemisches zum Auflösen
des Farbstoff-Vorläufers hergestellt wird, wobei das Lösungsmittelgemisch weder
Toxizität noch unangenehmen Geruch zeigt und ausgezeichnete Lösungseigenschaften
und Farbentwicklungseigenschaften besitzt und den Mikrokapseln und Aufzeichnungsmaterialien
gute Lagerbeständigkeit verleiht.
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Gegenstand der Erfindung ist somit ein Aufzeichnungsmaterial mit einem
Blatt, das eine Schicht aus Mikrokapseln trägt, die einen Elektronen abgebenden
Farbstoff-Vorläufer und ein spezifisches Lösungsmittelgemisch für den Farbstoff-Vorläufer
enthalten.Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial ist dadurch gekennzeichnet,
daß das spezifische Lösungsmittelgemisch 1 -Methyl-3-phenyläthan und mindestens
eine Verbindung aus der Gruppe der Arylalkane enthält.
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Unter Diarylalkanen werden Diarylmethan und Diaryläthan bevorzugt
und die bevorzugtesten Verbindungen sind Arylphenyläthane. Die Kohlenstoffzahl des
Diarylalkans beträgt vorzugsweise nicht mehr als 18.
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Die bevorzugten Diarylmethane und Diaryläthane lassen sich durch die
nachstehende allgemeine Formel darstellen
in der die Reste R1 bis R5 für Wasserstoffatome oder Alkylgruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
stehen, R6 ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeutet und in der die Gesamtzahl
der Kohlenstoffatome der Reste R1 bis R6 eine Zahl von 1 bis einschließlich 5 darstellt.
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Spezielle Beispiele für die Diarylalkane sind 1-Phenyl-1-xylylmethan,
1,1-Diphenyläthan, 1,1-Bis-(äthylphenyl)-äthan, 1, 1-Dixylyläthan, 1-Phenyl-1 -xylyläthan,
1-Phenyl-1-tolyläthan, l-Phenyl-l-äthylphenyläthanl 1-Phenyl-1-methyläthylphenyläthan,
1-Phenyl-1-isopropylphenyläthan und 1-Phenyl-1-butylphenyläthan. Besonders bevorzugte
Verbindungen unter den vorstehend angegebenen sind solche mit 16 oder 17 Kohlenstoffatomen.
Derartige Diarylalkane können entweder für sich oder in Kombination aus mehreren
Verbindungen eingesetzt werden.
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Die Erfindung wird nachstehend-ausführlicher beschrieben.
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Diarylalkane können in einfacher Weise durch-Umsetzung von Styrol
oder Alkylstyrolen mit Benzol oder Alkylbenzol in Gegenwart eines Säurekatalysators,
wie Schwefelsäure oder Siliciumdioxid-Aluminiumoxid, hergestellt werden.
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Ein Verfahren zur Herstellung von Diarylalkanen ist ausführlich in
der US-PS 4 144 279 (A. Sato et al.) beschrieben.
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Das vorstehend erwähnte 1,1-Bis-(äthylphenyl)-äthan kann aus dem Nebenproduktöl,
das bei der Herstellung von Athylbenzol erhalten wird, abgetrennt werden.
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1-Methyl-3-phenylindan kann durch Dimerisation von Styrol, in Gegenwart
eines festen Säurekatalysators wie Siliciumdioxid-Aluminiumoxid, hergestellt werden.
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Diarylalkane sind gute Lösungsmittel und sie erfüllen die vorstehend
beschriebenen Erfordernisse für Lösungsmittel nahezu vollständig Ihr Lösungsvermögen
gegenüber spezifischen und besonders gut geeigneten schwarzen Farbstoff-Vorläufern
ist jedoch nicht immer zufriedenstellend.
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Andererseits löst 1-Methyl-3-phenylindan diese schwarzen Farbstoff-Vorläufer
leicht, bei Verwendung dieser Verbindung wird jedoch die Farbentwicklungsrate niedrig.
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EskoFXnte angenommen werden, daß beim Vermischen des Diarylalkans
mit 1-Methyl-3-phenylindan das erhaltene Gemisch die Durchschnittseigenschaften
beider Lösungsmittel beibehalten würde. Im Gegensatz zu diesen Erwartungen wurde
jedoch gefunden, daß in dem erhaltenen Gemisch die vorteilhaften Eigenschaften beider
Lösungsmittel beibehalten werden, ihre Nachteile jedoch ausgeschaltet werden, so
daß unerwartete Wirkungen erzielt werden können. Das Mischungsverhältnis, das zu
den besten Wirkungen führt, beträgt 95 bis 50 Gew.-% der DiArylalkane auf 5 bis
50 Gew.-% 1-Methyl-3-phenylindan.
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Das erfindungsgemäß verwendete Lösungsmittelgemisch hat ausgezeichnetes
Lösungsvermögen gegenüber Farbstoff-Vorläufer im Vergleich mit den gut bekannten
Kohlenwasserstofflösungsmitteln, wie Alkylbenzolen, Naphthenen und Paraffinen, sowie
verschiedenen Arten von Pflanzenölen, die kein Chlor enthalten. Obwohl die Anwendung
von Erdölfraktionen
(beispielsweise von Fraktionen mit Siedepunkten
im Bereich von 135 bis 2600C), die aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten, vorgeschlagen
wurde, besitzen diese unangenehmen Geruch, haben unzureichende Lösungseigenschaften
gegenüber Farbstoff-Vorläufern und ihre Farbentwicklungsraten sind niedrig. Darüber
hinaus wurden polycyclische Kohlenwasserstoffe, wie Alkyldiphenyl, partiell hydriertes
Terphenyl und Alkylnaphthalin vorgeschlagen; die Farbentwicklungsraten dieser Verbindungen
sind jedoch geringer als die des erfindungsgemäßen Lösungsmittelgemisches Das erfindungsgemäße
Lösungsmittelgemisch hat äußerst überlegene Wirkungen, weil es nicht toxisch ist
(anders als chloriertes Diphenyl), keinen unangenehmen Geruch besitzt und verschiedene
andere Eigenschaften aufweist, die wünschenswert für ein Lösungsmittel sind. Außerdem
besitzt das erfindungsgemäße Lösungsmittelgemisch einen hohen Siedepunkt und ist
nicht flüchtig, so daß die Mikrokapseln nach ihrer Herstellung während langer Dauer
aufbewahrt werden können. Wenn ein Lösungsmittel angewendet wird, werden im allgemeinen
1 bis 7 %, vorzugsweise 3 bis 5 %, eines Farbstoff-Vorläufers in dem Lösungsmittel
gelöst, wobei das e.'-f,indungsgemäße Lösungsmittelgemisch ausreichende Lösungeigenschaften
gegenüber dem zu lösenden Material zeigt.
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Als Farbstoff-Vorläufer werden in typischer Weise Triarylmethan-Verbindungen,
Diphenylmethan-Verbindungen, Xanthen-Verbindungen, Thiazin-Verbindungen und Spiropyran-Verbindungen
eingesetzt.
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Beispiele für Farbstoff-Vorläufer des Triarylmethan-Typs sind folgende
Verbindungen
3,3-Bis-(p-dimethylaminophenyl)-6-dimethylaminophthalid
(Kristallviolett-Lacton); 3,3-Bis-(p-dimethylaminophenyl)-phthalid; 3-(p-Dimethylaminophenyl)-3-(1,2-dimethylindol-3-yl)-phthalid;
3-(p-Dimethylaminophenyl)-3-(2-methylindol-3-yl)-phthalid; 3-(p-Dimethylaminophenyl)-3-(2-phenylindol-3-yl)-phthalid;
3,3-Bis-(1,2-dimethylindol-3-yl)-5-dimethylaminophthalidD 3,3-Bis-(1,2-dimethylindol-3-yl)-6-diemthylaminophthalid;
3,3-Bis-(9-äthylcarbazol-3-yl)-5-dimethylaminophthalid; 3,3-Bis-(2-phenylindol-3-yl)-5-dimethylaminophthalid,
und 3-p-Dimethylaminophenyl-3- (1-methylpyrrol-2-yl) -6-dimethylaminophthalid.
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Zu Farbstoff-Vorläufern des Diphenylmethan-Typs gehören 4, 4-Bis-dimethylaminobenzhydrin-benzyläther,
N-Halogenphenyl-Leuco-Auramin und N-2,4,5-Trichlorphenyl-Leuco-Auramin.
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Zu Beispielen für Farbstoff-Vorläufer des Xanthen-Typs gehören a Rhodamin
B-anilinolactam; Rhodamin B-(p-nitroanilino)-lactam; Rhodamin B- B-(p-chloranilino)-lactam;
3-Dimethylamino-6-methoxyfluoran; 3-Diäthylamino-7-methoxyfluoran; 3-Diäthylamino-7-chlor-6-methylfluoran;
3-Diäthylamino-7-(acetylmethylamino)-fluoran; 3-Piäthylamino-7-(dibenzylaino)-S1oran;
3-Diäthylamino-7-(methylbenzylamino)-fluoran; 3-DiSthylamino-7-(chlorAthyJmethylamino)-fluoran;
3-Diäthylamino-7-(diäthylamino)-fluoran, und 3-Diäthylamino-6-methyl-7-anilinofluoran.
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Zu Beispielen für Farbstoff-Vorläufer des Thiazin-Typs gehören Benzoyl-Leuco-Methylenblau
und p-Nitrobenzyl-Leuco-Methylenblau.
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Zu Farbstoff-Vorläufern des Spiro-Typs gehören: 3-Methyl-spiro-dinaphthopyran;
3-Äthyl- spiro-dinaphthopyran; 3,3'-Dichlor-spiro-dinaphthopyran; 3 -Benzyl- spiro-dinaphthopyran;
3-Methylnaphtho- (3-methoxybenzo) -spiropyran, und 3-Propyl-spiro-dibenzodipyran.
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Beispiele für Elektronen aufnehmende Farbentwickler sind Ton, Polymere
llnd aromatische Carbonsäuren oder deren Metallsalze. su Beispielen für geeignete
Polymere gehören Phenol-Aldelyd-Polykondensationsprodukte, Phenol-Acetylen-Polymere,
Maleinsäure-Kolophonium-Polymere,-partiell oder vollständig hydrolysierte Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymere,
partiell oder vollständig hydrolysierte Athylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymere,
Carboxypolyäthylen und partiell oder vollständig hydrolysierte Vinyltethyläther-Maleinsäureanhydrid-Copolymere.
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Beispiele für aromatische Carbonsäuren und deren Derivate sind in
der JA-OS 55-28847 beschrieben. Dabei beträgt die Gesamtkohlenstoffzahl der aromatischen
Carbonsäuren 15 oder mehr, vorzugsweise 19 oder mehr.
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Zu Beispielen für solche aromatische Carbonsäuren gehören : 3,45-Di-(α-methylbenzyl)-salicylsäure;
3- (a-Nethylbenz,yl)-5- (a,a,-dinethylbenzyl>-salicylsäure; 3-(4'-«',«'-Dimethylbenzyl)-phenyl-5-(a
t a-dimethylbenzyl)-salicylsäure; 3,5-Di-tert.-butyl-salicylsäure; 3,5-Di-tert.-octyl-salicylsäure;
3-Cyclohexyl-5-(a,a-dimethylbenzyl)-salicylsäure; 3-Phenyl-5-(α,α-dimethylbenzyl)-salicylsäure,
und 3,5-Di-(«,«-dimethylbenzyl)-salicylsäure.
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Außerdem können auch ihre Salze mit mehrwertigen Metallen, wie Zink,
Aluminium, Barium, Zinn, Eisen, Calcium und Blei, verwendet werden.
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Zur Herstellung der Mikrokapseln aus der Farbstoff-Vorläufer-Lösung,
die durch Lösen eines Farbstoff-Vorläufers in dexn Lösungsmittelgemisch erhalten
wird, wird eine Coacervierungsmethode angewendet, bei der feine Teilchen der Lösung
des Farbstoff-Vorläufers, die in Wasser dispergiert sind, mit einem Schutzkolloid,
wie Gelatine oder Gummiarabicum überzogen werden, wobei die Mikrokapseln erhalten
werden, welche die Farbstoff-Vorläufer-Lösung enthalten. Eine andere geeignete Methode
ist das Verfahren der Grenzflächenpolymerisation, bei der als Monomeres ein Zwischenprodukt
oder partiell kondensiertes Produkt angewendet wird und ein ein Polymerisationsinitiator,
ein Beschleuniger oder ein Katalysator zugesetzt wird, um die Polymerisation an
den Oberflächen von feinen Teilchen der Farbstoff-VorlAufer-Lösung zu verursachen,
so daß Mikrokapseln, welche die Lösung des Farbstoff-Vorläufers enthalten, hergestellt
werden.
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Das erfindungsgemäße Lösungsmittelgemisch kann zur Durchführung jeder
der vorstehend beschriebenen Methoden angewendet werden.
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Bei der praktischen Verfahrensweise zur Herstellung von Mikrokapseln
gemäß dem Stand der Technik wurde ein Hilfslösungsmittel zum Auflösen des Farbstoff-Vorläufers
angewendet, um die Viskosität und Flüchtigkeit der Lösung des Farbstoff-Vorläufers,
die Teilchengröße der feinen Dispersion bei der Mikrokapselbildung, das Lösungsvermögen
des polymeren Materials, das auf die zu beschreibende Oberfläche aufgetragen werden
soll und die Rate der Farbentwicklung zu kontrollieren. Das erfindungsgemäße Lösungsmittelgemisch
kann jedoch in zufriedenstellender Weise eingesetzt werden, ohne daß ein solches
Hilfslösungsmittel verwendet werden muß. Trotzdem kann natürlich als Hilfslösungsmittel
jedes beliebige Lösungsmittel eingesetzt werden, das die Eigenschaften des erfindungsgemäßen
Lösungsmittelgemisches nicht verschlechtert, solange die Menge des Hilfslösungsmittels
nicht mehr als 2 Gew.-Teile auf 1 Gew.-Teil des -findungsgemäßen Lösungsmittelgemisches
beträgt. Es ist zu erwähnen, daß das erfindungsgemäße Lösungsmittelgemisch gemeinsam
mit dem vorstehend beschriebenen üblichen Lösungsmittel angewendet werden kann.
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Beispiel( und Vergleichsbeispiele (a) Lösungsmittel itnd Lösungsmittelgemische
Die Lösungsmittel und Lösungsmittelgemische (nachstehend kurz als "Lösungsmittel"
bezeichnet) A bis E wurden hergestellt. Sie hatten folgende Zusammensetzung
Lösungsmittel
A i 1-Phenyl-1-(2,4-dimethylphenyl)-äthan 80 Gew.-% 1-Methyl-3-phenylindan 20 Gew.-t
Lösungsmittel B 1-Phenyl-1-xylyläthan 75 Gew.-% 1-Phenyl-1-äthylphenyläthan 15 Gew.-t
1-Phenyl-3-phenylindan 10 Gew.-% Lösungsmittel C 1-Methyl-3-phenylindan (einziges
Lösungsmittel) Lösungsmittel D 1-Phenyl-1-(2,4-dimethylphenyl)-äthan (einziges Lösungsmittel)
Lösungsmittel E Diisopropylnaphthalin (einziges Lösungmittel) Die Lösungsmittel
A und B sind Beispiele der Erfindung, während die Lösungsmittel C, D und E Vergleichsbeispiele
darstellen.
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(b) Prüfung der'Lösungseigenschaften für Farbstoff-Vorläufer Unter
Verwendung von 3-Diäthylamino-6-methyl-7-anilinofluoran als schwarzer Farbstoff-Vorläufer
wurden die Lösungseigenschaften
der Lösungsmittel nach der folgenden
Methode geprüft.
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Der vorstehend genannte Farbstoff-Vorläufer wurde zu jedem der angegebenen
Lösungsmittel zugefügt. Die Konzentrationen des Farbstoff-Vorläufers wurden in um
0,5 Gew.-% ansteigenden Anteilen im Bereich von 1 bis 3 Gew.-'% variiert. Der Farbstoff-Vorläufer
wurde durch Erhitzen vollständig gelöst und die Lösungen wurden bei Raumtemperatur
stehengelassen, wonach der Grad der Rekristallisation des Farbstoff-Vorläufers in
den Lösungen beobachtet wurde. Die Ergebnisse des vorstehend beschriebenen Versuches
sind in Tabelle 1 gezeigt.
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TABELLE 1
| Konzentration des Farbstoff-Vorläufers (Gew.-%) |
| Lösungsmit- |
| tel |
| 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 |
| A 0 0 0 0 0 |
| B 0 0 0 0 0 |
| C 0 0 0 0 0 |
| D 0 0 * * * |
| E 0 0 * * * |
O : vollständig aufgelöst * : suspendierte Substanz wird-beobachtet
Aus
der vorstehenden Tabelle 1 ist ersichtlich, daß die 1-Methyl-3-phenylindan enthaltenden
Lösungsmittel A und B im Vergleich mit Lösungsmittel D, das nur aus Diarylalkan
besteht, ausgezeichnete Lösungseigenschaften haben, wie das Lösungsmittel C, das
nur aus 1-Methyl-3-phenylindan besteht. Zum Vergleich wurde ein übliches Lösungsmittel
(Lösungsmittel E) geprüft, welches schlechte Lösungseigenschaften zeigt.
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(c) Herstellung von druckempfindlichem Aufzeichnungsmaterial Mikrokapseln
wurden unter Verwendung der Lösungsmittel A bis E und des in dem vorstehenden Absatz
(b) verwendeten Fatbstoff--VorlAufers nach der Coacervierungs-Methode hergestellt.
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3 Gew.-Teile jedes Lösungsmittels wurden mit 1 Gew.-Teil Kerosin als
Hilfslösungsmittel (Produkt der Nippon Petrochemicals Co., Ltd., Handelsbezeichnung
: Nisseki Nr. 3 Ink Oil) vermischt, und zu dem Gemisch wurde der Farbstoff-Vorläufer
uqter Bildung einer 3-%igen Farbstoff-Vorläufer-Lösung zugefigt. Ein Mischer wurde
mit einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung eines Polyvinylmethyläther-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren
und 11-%igem wässrigem Gelatine-Sol beschickt. Die vorstehend beschriebene Farbstoff-Vorläufer-Lösung
wurde in den Mischer gegeben und das Mischen wurde fortgesetzt, bis feine Dlspersionsteilchen
mit einem Durch messer von etwa 5 µm oder weniger erhalten wurden. Das Mischungsverhältnis
betrug 60 Gew. -Teile der Copolymerlösung, 136 Get.-Teile des Gelatinesols ' und
187 Gew.-Teile der Lösung des Farbstoff-Vorläufers.
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Zu dem vorstehend erhaltenen emulgierten Gemisch wurden 91 Gew.-Teile
einer wässrigen Lösung von Gummi arabicum zugesetzt. Ferner wurde durch Zugabe von
725 Gew.-Teilen
Wasser mit pH-Einstellung auf etwa 9,0 unter Rühren
verdünnt. Dann wurde der pH-Wert durch Zugabe einer 10 %igen Essigsäurelösung allmählich
auf 4,6 erniedrigt, wobei das Coacervat abgeschieden und auf den feinen' Teilchen
der Dispersion angelagert wurde. Nach diesem Vorgang der Mikrokapselbildung wurden
die Membranen der Mikrokapseln durch Zugabe einer Glutaraldehyd-Lösung gehärtet,
um die Mikrokapselherstellung zu vervollständigen. Mit Hilfe der vorstehend beschriebenen
Verfahrensweise wurden Mikrokapseln mit zufriedenstellenden Eigenschaften erhalten.
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Die nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren hergestellten Mikrokapseln
wurden auf die Oberflächen von Papierblättern aufgetragen, um die oberen Blätter
von druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien herzustellen. Auf die Oberflächen
der anderen Blätter (untere Blätter), die in Kombination mit den oberen Blättern
verwendet werden sollten, wurde Phenol-Aldehyd-Copolymeres (Farbentwickler) aufgetragen.
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(d) Messung der Farbentwicklungs-Raten und der Farbdichten Die Oberflächen
der mit den Mikrokapseln überzogenen oberen Blätter wurden den Oberflächen der mit
dem Farbentwickler überzogenen unteren Blätter gegenübergelegt. Die Kombinationen
aus den oberen und den unteren Blättern, die unter Anwendung der vorstehenden Lösungsmittel
hergestellt worden waren, wurden mit Hilfe einer Kalanderwalze unter Anwendung einer
gewissen Druckbelastung gepreßt, um die Farbe zu entwickeln. Nach einem Zeitraum
von einer Minute und erneut nach zwei Stunden vom Beginn dieser Farbentwicklungsbehandlung
wurden die Reflexionskoeffizienten der gefärbten Oberflächen der unteren Blätter
mit Hilfe eines Reflexions-Spektrophotometers gemessen. Die Farbdichten
wurden
nach folgender Gleichung errechnet:
| RC-II |
| Farbdichte = 1 - # # x 100 |
| RC-I |
worin RC-I den Reflexionskoeffizienten eines unteren Blatts bedeutet, das nicht
der Farbentwicklungsbehandlung -unterworfen worden war, und RC-II den Reflexionskoeffízienten
eines der Farbentwicklung unterworfenen unteren Blattes darstellt.
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Die Ergebnisse der vorstehenden PrU£ungen sind in der nachstehenden
Tabelle 3 gezeigt. Die in Tabelle 3 angewendeten Symbole stellen die Farbdichten
dar, die in der nachstehenden Tabelle 2 angegeben sind.
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TABELLE 2
| Symbol Farbdichte Farbdichte |
| nach nach 1 min. nach 2 h. |
| 60 oder mehr 70 oder |
| 0 55 - 59 65 - 69 |
| 45 - 54 60 - 64 |
| X 44 oder weniger 59 oder weniger |
TABELLE 3
| I |
| Lösungsmit- Farbdichte Farbdichte |
| tel nach 1 min. nach 2 h. |
| A Oo Qo |
| B Qo |
| C |
| D O 0 |
| ~ ~~~~ |
Aus den vorstehenden Ergebnissen ist ersichtlich, daß sowohl die Farbentwicklungsrate,
als auch die endgültige Farbdichte ausgezeichnet sind, wenn das erfindungsgemäße
Lösungsmittelgemisch zur Herstellung der Mikrokapseln verwendet wird.